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Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 13:32
von hqs
Mal eine Frage zu einer unserer weißen Johannisbeeren. Die scheint einen Pilz zu haben, fühlt sich so fest an wie Baumpilze. Was könnte das sein, ist das ansteckend? Es sterben auch immer mal Triebe ab und ich frage mich, ob dieser Pilz der Grund ist, oder ist der Pilz eher eine Folge von etwas anderem? Früchte hat sie in den letzten Jahren trotzdem getragen, ist aber nicht stark gewachsen. Ich denke mal diesen Pilz wird man nicht mehr los, da müsste ich wohl den ganzen Strauch entsorgen und einen neuen heranziehen aus Steckhölzern?
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 13:54
von thuja thujon
Sieht schon so aus wie irgendwas aus der Feuerschwamm/Zundergruppe.
Kann noch eine Weile gut gehen, zersetzt eben das Holz und Johannisbeere versucht drumrumzuwachsen.
Mit dem Fruchtkörper ists auch ansteckend.
Ich würde Steckhölzer schneiden und für den Rest die Feuertonne bereit machen.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 14:01
von DerTigga
Ich finde es beim letzten Bild etwas auffällig, das nahezu alle Triebe mehr oder weniger knapp überm Erboden eine ovale "aufgeplatzte" Stelle haben. Auf den ersten Blick könnte man evt. an nen Anprall eines Rasenmähers oder so denken, passt aber natürlich nicht wirklich..
Ein wenig erinnert es mich an was, was ich vor längerem mal hatte: Glasflüglerbefall bzw. die Austrittsstelle nach sich lang genug durchs Astinnere gefressen haben.
Das gelbliche halte ich für nen Totholz zerlegenden Pilz - in Kombi mit den ovalen Löchern dürfte sicherheitshalber Stecklingsbewurzelung ....
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 14:34
von hobab
Ribes wird ja nicht so alt, könnte der nicht schlicht das Ende der Produktivität erreicht haben? Ich denke auch, dass der Pilz ein Saprophyt, also nicht Ursache von Problemen ist, das ist eher optisch.
Und zeigt halt schlicht an, das der Strauch nicht mehr vital ist - also ja: Steckholz
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 19:20
von hqs
Danke für eure Meinungen dazu. Ich weiß gar nicht, wie alt der Strauch ist, die sind alle noch von meinem Vater oder sogar meinen Großeltern. Also 20 Jahre Minimum, vielleicht auch 30 oder mehr. Eigentlich hat nur dieser eine Strauch solche Probleme. Das schöne ist ja, dass die Vermehrung über Steckhölzer so einfach ist, dass ich nicht traurig sein muss, wenn ich den Strauch entferne, er lebt ja dann quasi weiter

Die ovalen Schäden kommen vielleicht vom Hagel, hier sind alle Bäume und Sträucher im Juni 2023 so zerschossen worden leider, man sieht solche Stellen noch häufig.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 21:40
von Talkrabb
Das sieht nach Stachelbeerfeuerschwamm aus.
https://www.bedlan.at/media/Schadbilder ... chwamm.pdf
Das ist nicht heilbar. Steckhölzer machen und den Bereich ausspaaren und in den nächsten Jahren nicht mit Ribes bepflanzen.
Ergänzung: Nicht kompostieren! Die Feuertonne ist ein guter Platz, ansonsten in den Restmüll, wenn man nicht gerne zündelt.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 25. Feb 2026, 22:03
von hqs
Danke. Dann wäre es wohl sinnvoll, den Strauch zeitnah zu entfernen.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 26. Feb 2026, 08:32
von thuja thujon
Stachelbeerfeuerschwamm gibts wirklich, interessant. Danke für den Link Talkrabb.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 26. Feb 2026, 08:53
von Frau P
hqs hat geschrieben: ↑25. Feb 2026, 13:32
Ich denke mal diesen Pilz wird man nicht mehr los, da müsste ich wohl den ganzen Strauch entsorgen und einen neuen heranziehen aus Steckhölzern?
Ja, den Pilz wirst du nicht mehr los. Vor allem musst du beim Steckhölzerschneiden sehr darauf achten, dass es wirklich gesunde Steckhölzer sind. Das Myzel ist schon gut etabliert bzw. ausgebreitet, wenn es Fruchtkörper bilden kann.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 26. Feb 2026, 09:00
von hqs
Frau P hat geschrieben: ↑26. Feb 2026, 08:53
Das Myzel ist schon gut etabliert bzw. ausgebreitet, wenn es Fruchtkörper bilden kann.
Das habe ich auch überlegt. Da ist die Frage, wie weit das in die Triebe hineingeht, bis in die Spitzen?
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 26. Feb 2026, 11:38
von thuja thujon
Du siehst es an den Demarkationslinien. Ganz so weit oben würde ich ihn nicht erwarten, nicht im einjährigen Holz, dass man für Steckhölzer nimmt.
Hier mal bei einer Rose, wie es gerade in die Veredlungsstelle reinfault. Gehört sicherlich auch zu den ESCA ähnlichen Erregern, wenn auch noch ohne Fruchtkörper.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 26. Feb 2026, 22:07
von hqs
Ich habe den Strauch jetzt in der Mülltonne entsorgt. Habe die Triebe mal auf verschiedenen Höhen durchgeschnitten, solche Linien waren nicht zu erkennen, auch nicht im unteren Bereich. Teils sahen die Triebe innen hohl und etwas grau aus unten, die Spitzen eigentlich ganz normal. Fotos hab ich leider nicht gemacht, wollte die möglichst schnell loswerden und dann Schere etc. desinfizieren.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 27. Feb 2026, 08:26
von hobab
Kannte ich auch noch nicht - hier noch Wiki dazu:
Als Weißfäuleerreger zerstört er zwar mit der Zeit seinen Wirt, allerdings ist er nur wenig aggressiv, so dass befallene Beerensträucher über viele Jahre ohne erkennbare Ertragsminderung mit dem Pilz weiterwachsen können.
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 27. Feb 2026, 20:06
von Frau P
hobab hat geschrieben: ↑27. Feb 2026, 08:26
Als Weißfäuleerreger zerstört er zwar mit der Zeit seinen Wirt...
Sport aber aus und infiziert dann andere Sträucher...
Re: rote Johannisbeere
Verfasst: 27. Feb 2026, 22:26
von hobab
Klar - macht Rotpustel auch und die hat jeder zweite Ribes