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Dürregejammer (Gelesen 1029346 mal)

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Gartenplaner
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Re: Dürregejammer

Gartenplaner » Antwort #7470 am:

Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 16. Jul 2026, 14:00 … bleibe einfach mal bei meinem "Glauben" daran, dass das durch-die-Luft-Beregnen verlusttechnisch größere Tücken hat als Boden-nähere Bewässerungsverfahren (ich bin dabei ein großer Freund von Unterflur-Kapillarbewässerung).
Ja, es sind ja alles Artikel oder Studien aus der Landwirtschaft und der Forschung dafür, die offen die Knackpunkte ansprechen und untersuchen.
Und die Vorteile von Tropfbewässerung hervorheben, wie z.B.:
… Tropfbewässerungsanlagen: Wassersparender Standard bei Dauerkulturen

Tropfbewässerung ist bereits seit Längerem ein Standardverfahren in Dauerkulturen mit großem Reihenabstand. Es gibt nichts Besseres. Die wesentliche Technik, die Schläuche, werden einmal für mehrere Jahre installiert. Das Wasser wird genau im Hauptwurzelbereich entlang der Reihen zugeteilt. Den Zwischenbereich, indem keine Pflanze produktiv wächst, erreicht kein Wasser. Dies macht die Tropfbewässerung so wassersparend.


Zusammenfassung

Bei sachgerechtem Einsatz der Beregnungsverfahren sind die Verdunstungsverluste begrenzt. Bei Tropfbewässerungsverfahren wird nur ein Teil des Bodens durchfeuchtet. Dies erfordert ein besonders präzises Arbeiten. In erster Linie besteht hier die Gefahr von Sickerwasserbildung. Der große Vorteil der Tropfbewässerung ist, dass es fast keine Verdunstungsverluste gibt. Bei Dauerkulturen mit großem Reihenabstand bietet Tropfbewässerung eindeutig Vorteile. Hier hat sich diese Technik durchgesetzt. Bei einjährigen Reihenkulturen mit einem geringen Abstand < 1 m ist Tropfbewässerung besonders teurer und arbeitsaufwändig. Der Einsatz empfiehlt sich hier nur bei sehr guten Erzeugerpreisen und wenn keine anderen Techniken in Frage kommen, zum Beispiel bei geringem Wasserdargebot, bei geringer Brunnenleistung, bei Beregnungsverboten am Tag wegen Verdunstungsverlusten oder in der Nacht wegen Ruhestörung.


(Farbliche Hervorhebung von mir)
Zuletzt geändert von Gartenplaner am 16. Jul 2026, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #7471 am:

@medi: Und wo bekommt ihr euer Trinkwasser her?
Also wo wird es entnommen? Falls Grundwasser, wo kann auf dem Stadtgebiet neues versickern?
Oder versickert es auf landwirtschaftlichen Flächen im Umkreis und die Stadtwerke eignen sich das Grundwasser, wofür sie nichts beigetragen haben, dass es entsteht, einfach an?
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #7472 am:

thuja thujon hat geschrieben: 16. Jul 2026, 14:42 @medi: Und wo bekommt ihr euer Trinkwasser her?
Also wo wird es entnommen? Falls Grundwasser, wo kann auf dem Stadtgebiet neues versickern?
Oder versickert es auf landwirtschaftlichen Flächen im Umkreis und die Stadtwerke eignen sich das Grundwasser, wofür sie nichts beigetragen haben, dass es entsteht, einfach an?
Das Wasser ist Grundwasser und entsteht in einem der größten (dem größten), zusammenhängenden Mischwaldgebiete in Deutschland, dem Spessart.
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #7473 am:

Dort scheint es ja Probleme mit der Neubildungsrate zu geben. Da wäre es mal überdenkenswert, die Infrastruktur und Beschaffung etwas Stressresilienter zu gestalten.

Schreibt eigentlich jemand offen, wie viel höher der aktuelle Verbrauch ist? Wenn pro Einwohner 120 Liter pro Tag als Durchschnitt gilt, wie viel Liter müssen es dann mehr pro Tag und Nutzer sein, wenn ein Drittel in Urlaub ist?
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Re: Dürregejammer

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #7474 am:

Gartenplaner hat geschrieben: 16. Jul 2026, 14:40 Tropfbewässerung ist bereits seit Längerem ein Standardverfahren in Dauerkulturen mit großem Reihenabstand. Es gibt nichts Besseres.
Relativ zur Luft-Bewässerung glaube ich das gerne.
Aber relativ zur Kapillar-Bewässerung (z.B. mit unterirdischen Ringleitung [Dränrohr mit Einfüllstutzen] bei Bäumen oder den Rainbird-Systemen [unterirdischer Tropfschlauch, Wasserlanze] oder dem Olla-ähnlichen "Tontau"-System mit Anschluss an den Gartenschlauch) oder den im Balkonkasten oftmals angewandten mineralischen oder textilen Vliesen gibt es da sicher noch Effiziensreserven für die sparsame Wassernutzung... ;)

(N.B.: Ich spreche aus der überschaubaren Kleingärtner-Perspektive: Für die Landwirtschaft ist das - zumindest unter den gegebenen marktwirtschaftlichen Produktionsverhältnissen - sicherlich nicht praktikabel... - Aber solange es Usus ist, zur Herstellung von "Sicherheit" lieber Hunderte von Milliarden in Tötungs-Kapazitäten (Militär) zu stecken als die "Aufrüstung" der Äcker für den Klimawandel, wird das wohl so bleiben... ;D)
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #7475 am:

Nochmal zu den Verlusten bei der Bewässerung.

Hier ist eine Einwegtropfbewässerung in Zucchini auf Folie unter Vlies verlegt. Die Schläuche werden nach 3-4 Monaten Einsatz entsorgt, manche Reste verbleiben manchmal im Boden. Es gibt deshalb mittlerweile auch Tropfschläuche aus biologisch abbaubarem Kunststoff. Die sind etwas teurer.
Vorteil hier, es kann auch bei Windgeschwindigkeiten oberhalb von 7m/s bewässert werden. Wie das Bild deutlich macht, ist es eine offenere Fläche als die 50m² hinterm Haus in der Stadt, also der Punkt Verdunstung wird hier relevant.
Zucchini Tropfbewässerung.jpeg

Hier mit Rohrberegnung in Kartoffeln muss bei hohen Windgeschwindigkeiten abgestellt werden, damit die feuchtere Luft (oder sogar ganze Tropfen) nicht permanent mit den Windböen von der Fläche wegtransportiert wird. Da große Tropfen eingesetzt werden, ist die Verdunstung weniger hoch wie mit Regnerkanonen, die Bauartbedingt auch deutlich höher als 4m in die Luft gehen, also sowieso anfälliger für Wind und Verdunstung sind. Auch hier ist erkennbar, dass da mehrere Terrassen mit Grill und kleinem Gärtchen Platz hätten, also auch dort ein anderer Wind weht, als in Durchlüftungsgehinderten Luftglocken in den Städten.
Kartoffeln Beregnung.jpeg

Bei aller Liebe zu Kapillarbewässerung und örtlicher Wasserapplikation, was passiert mit dem Humus und Bodenleben, wenn es den ganzen Sommer trockenfällt und stirbt? Die Praxis zeigt hier deutliche Probleme mit Nitrat, was dem Grundwasser auch nicht gut tut.
Wenn ich nur mit Wasserlanze gieße, sollte ich mir mulchen sparen.
Wasserlanze.jpeg
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #7476 am:

Praktisch bin ich übrigens der Meinung, dass man viel eher Wert auf effektive, also sinnvoll eingesetzte Bewässerung legen sollte.
Geschätzt über 80% der Gärtner hier in der Gartenanlage können mir weder den Bewässerungsbedarf der Kultur, noch die sinnvolle Höhe der Wassermenge und die Zeit, die sie dafür brauchen, bis diese verabreicht ist, ausreichend erklären. Die Einführung eines Bewässerungsführerscheins will ich nicht befürworten, aber etwas mehr Bildung könnte helfen, deutlich mehr Wasser zu sparen als dies bei Aufrufen zum Wassersparen der Fall ist.
Ineffektive Viereckregner und deren unsachgemäßer Einsatz (zu geringe Wassergaben pro Beregnungsgang, daher nicht wirksam und somit komplette Wassermenge verschwendet) könnten so eher aus den Gärten verschwinden.
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Re: Dürregejammer

Gartenplaner » Antwort #7477 am:

thuja thujon hat geschrieben: 16. Jul 2026, 14:57
Schreibt eigentlich jemand offen, wie viel höher der aktuelle Verbrauch ist? Wenn pro Einwohner 120 Liter pro Tag als Durchschnitt gilt, wie viel Liter müssen es dann mehr pro Tag und Nutzer sein, wenn ein Drittel in Urlaub ist?
Das ist - wenngleich verschlängelt formuliert - eine interessante Frage.

“… 2025 lag der durchschnittliche Verbrauch pro Bürger bei 123 Liter pro Tag, 2005 waren es noch 125 Liter. Doch der aktuelle Wert ist nicht der niedrigste. 2010, 2011 und 2013 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 121 Liter am Tag

2018 stieg er auf 127 Liter pro Person pro Tag und erreichte seine Spitze 2020 mit 129 Litern pro Person pro Tag. Laut dem BDEW lag das vor allem an der Trockenheit. So zählte der Zeitraum zwischen 2018 und 2022 nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur intensivsten und am längsten anhaltenden Dürrephase der jüngeren Geschichte.

Nach dem Ende der Pandemie 2023 fielen die Werte auf 122 Liter zurück.
…”


Man sollte allerdings auch nicht aus dem Blick dabei verlieren, dass die Energiewirtschaft der größte Wasserverbraucher ist - und das Wasser primär als Kühlwasser für Kraftwerke eingesetzt wird.
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #7478 am:

Wobei die dafür kein Trinkwasser benutzen, also in der 120L Statistik auch nicht auftauchen.
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Re: Dürregejammer

Gartenplaner » Antwort #7479 am:

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Re: Dürregejammer

Staudo » Antwort #7480 am:

Unser Trinkwasser wird aus 100 Meter Tiefe gefördert. Da ist es egal, ob das oberflächennahe Grundwasser um einen Meter schwankt. Ein Hochwasser reicht, um den oberflächennahen Grundwasserpegel wieder aufzufüllen.
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #7481 am:

Die ganze Bewässerungsproblematik, vor allem im professionellen Stil, dürfte für den Privatgarten eher uninteressant, bzw. schwer machbar sein.
Vielleicht kann ein Mod das in einem Bewässerungsfaden zusammenfassen?

Es hat nicht jeder das Glück, im Tiefland direkt überm Grundwasser zu sitzen. Der Rheingraben wird so schnell nicht austrocknen, analog an der Oder.
Hier ändert sich die Topographie standig, bergauf und ab. Allein mein Dorf liegt auf 200 bis über 400 m u. NN auf engem Raum. Der Fluss ist auf 140 m.
Wenn du da oben wohnst, ist das Grundwasser entsprechend tief. Brunnen bohren, aussichtslos.

Es fehlen komplett zusammenhängende Niederschlagsgebiete, Niederschlag findet an einem Ort statt, am anderen nicht. Die Grundwasserneubildung findet nur alle paar Winter mal statt. Der Main hatte schon ewig kein richtiges Hochwasser mehr.

Seit es die digitalen Medien mit Niederschlagsradar gibt, sehen wir die Misere schwarz auf weiß. Es ist nicht überall trocken, woanders regnets regelmäßig und auch viel.

Ziemlich frustig das ganze.
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Re: Dürregejammer

Gartenplaner » Antwort #7482 am:

Staudo hat geschrieben: 16. Jul 2026, 16:06 Unser Trinkwasser wird aus 100 Meter Tiefe gefördert. …
Euer Landkreis gehört laut der Studie

Grundwasserstress
in Deutschland
Überblicksstudie: Struktureller und akuter Grundwasserstress
durch öffentliche und nichtöffentliche
Entnahmen auf Ebene der Landkreise


zu denen mit strukturellem Grundwasserstress, also deren Grundwasserentnahmen
20 % der langjährigen Grundwasserneubil-
dung überschreiten.

(Aus der Studie: “…das Umweltbundesamt, wie auch
die European Environment Agency (EEA) sprechen von Übernutzung oder Stress,
wenn Grundwasserentnahmen 20 % der
Grundwasserneubildung übersteigen. …”)
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #7483 am:

RosaRot hat geschrieben: 16. Jul 2026, 10:11 Johanniskraut wächst hier auch nur da üppig, wo durch einen Zufall etwas mehr Wasser hinkommt, etwa weil ich Töpfe wässere oder frisch gesetzte Pflanzen.
Hypericum atomarum?
Schlappt hier auch momentan. Blüht aber :D
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #7484 am:

Hyla hat geschrieben: 16. Jul 2026, 11:17


Hier ist der Regen angeblich auch erstmal vorbei.
Endlich Sommer mit einem knusprig braunen Rasen und ohne wild wucherndes Unkraut. ;D
Nach 250 mm/qm die letzten 5 Wochen 8)
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