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Gentianella bohemica - Kulturerfahrungen (Gelesen 1927 mal)

Einjährige, Zweijährige, mehrjährige Stauden, Farne, Gräser, Zwiebelpflanzen ...

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sarastro

Gentianella bohemica - Kulturerfahrungen

sarastro »

Gentiana oder Gentianella bohemica?Ist dies eine Variante einer zweijährigen Art oder doch eine eigene, ausdauernde Art?Hat wer direkte Erfahrungen mit der Kultur? Es sollen fast schon sagenumwobene Standorte im Böhmerwald auf der Mühlviertler Seite geben, aber ich erfahre von niemandem genaue Standortangaben. edit knorbs: betreff berichtigt
brennnessel

Re:Gentiana bohemica - Kulturerfahrungen

brennnessel » Antwort #1 am:

Was unterscheidet ihn vom Deutschen Enzian, Christian - und ist dieser nur zweijährig?
sarastro

Re:Gentiana bohemica - Kulturerfahrungen

sarastro » Antwort #2 am:

Muss mich doch einmal im Netz informieren, scheint eine Variante des Deutschen Enzians zu sein. Darauf gestoßen bin ich über eine kurze botanische Abhandlung aus den 50erJahren des vorigen Jahrhunderts. Aber auch der ehem. Leiter des Botanischen Gartens Linz wusste kaum etwas davon und der kennt sich gut aus.
knorbs
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Re:Gentiana bohemica - Kulturerfahrungen

knorbs » Antwort #3 am:

in diesem bericht von Dipl.-Ing. Michael HAUG (pdf-datei), Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, heisst es:Gentianella bohemica steht dem Österreichischen Enzian (Gentianella austriaca) nahe. Er wurde zeitweilig von diesem auch nicht unterschieden oder nur als Unterart geführt (G. a. ssp. bohemica). Neuerdings wird er als eigenständige Art (Abb. 2) behandelt.er wird in dem beitrag als 2-jährig bezeichnet. es finden sich auch 2 verbreitungskarten. vielleicht hilft dir das um die offenbar wenigen standorte zu finden.
z6b
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sarastro

Re:Gentiana bohemica - Kulturerfahrungen

sarastro » Antwort #4 am:

Herzlichen Dank, knorbs! Hab mir den Text schon zu Gemüte geführt.
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Grasmuck
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Re:Gentiana bohemica - Kulturerfahrungen

Grasmuck » Antwort #5 am:

Gentianella bohemica (was auch immer man darunter versteht), G. austriaca s.l., G. germanica s.l. und andere sind alle ein- bis zweijährig und die meisten Populationen nur für (gärtnerische) Spezialisten kultivierbar. Die Samen überliegen teils mehrere Jahre und keimen nur unter optimalen Bedingungen. Die Unterscheidung der einzelnen Sippen dieser Artengruppe bleibt (botanischen) Spezialisten vorbehalten.
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Blauaugenwels
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Re:Gentiana bohemica - Kulturerfahrungen

Blauaugenwels » Antwort #6 am:

Grüß Euch, der Bericht ist leider nicht recht aktuell (1987), vielleicht hat sich da wieder was getan?In der Flora Alpina (2006) wird Gentianella bohemica als Synonym für Gentianella austriaca geführt.In der Roten Liste Bayerns (2005) wird der Böhmische Enzian bei den als vom Aussterben bedrohten Gefäßpflanzen als eigenständige Art geführt, dessen Verbreitungsgebiet auf Bayern und angrenzende Länder beschränkt ist. Gentianella bohemica ist zweijährig, keinesfalls ausdauernd. Vielleicht verhält es sich beim Böhmischen Enzian gelegentlich wie beim Feldenzian:Laut der "Flora" (Hegi, aus dem Jahre... - hab leider nur eine Kopie der Gentianaceae-Seiten) kommt Gentianella campestris auch als anuelle Art vor, wenn die Vegetationszeit lang genug ist (Keimung, Wachsen bis Samenreife), das allerdings nur selten an wintermilden und begünstigten Standorten.Im Prinzip ähnelt die Art anderen Gentianella-Arten sehr und ich vermute (!) die Kultur gestaltet sich ähnlich. Im eigenen Garten konnte ich Gentianella-Arten noch nicht testen, hatte aber im Herbst das Glück, Saatgut von ein paar Arten zu erhalten und werde dieses Jahr meine ersten Erfahrungen sammeln. (G. campestris, G. ramosa, G. engadinensis) (ebenso mit einigen weiteren kleinen europäischen Arten wie Gentiana utriculosa, G. orbicularis, G. nivalis...)Sobald ich etwas zu vermelden habe, werde ich das tun.@ brennnesselDie Gentianella-Arten sind im Vergleich zu allen anderen Enzianarten relativ schwer zu unterscheiden. Hauptunterscheidungsmerkmal ist hier der unterschiedliche Bau der Kelchblätter. Allerdings sind diese innerhalb einer Art auch recht variabel, weshalb sich die Artgrenzen rein phänotypisch (im Aussehen) nur schwer ziehen lassen.Viele GrüßeMarkus
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Auricular
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Re:Gentianella bohemica - Kulturerfahrungen

Auricular » Antwort #7 am:

Abend,schaut mal hier, vielleicht ist da was passendes mit drin, kanns jetzt grad leider nimmer lesen, bin in Eileedit knorbs: link entfernt, weil layout zerschossen...bitte geduld...bin am basteln ;D so...sollte jetzt funzen:pdf-datei: merkblatt zu gentianella bohemicaLGBernie
LG

Bernie
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Re:Gentianella bohemica - Kulturerfahrungen

Blauaugenwels » Antwort #8 am:

@ BernieVielen Dank für die Datei. @ allIch möchte noch ergänzen, dass die bayerischen Standorte des Böhmischen Enzians schon immer Randpopulationen des weiter südöstlich gelegenen Verbreitungsgebietes dargestellt haben. - Es ist aus artenschutzfachlicher und biologischer Sicht fraglich anzusehen, die Art um jeden Preis auf bayerischem Boden am Leben zu erhalten. Aus politischer und naturschützerischer Sicht macht es sich natürlich auf jeden Fall gut, eine für Bayern so bedrohte Pflanzenart (noch) zu haben und damit ein für den Naturschutz besonders verwertbares Objekt.Vielleicht wird auch aus diesem Grund heraus die Artstellung bewusst bevorzugt, eine Art erscheint der Mehrheit der Bürger womöglich eher schützenswert als eine Unterart oder gar Varietät - Taxonome, mit denen viele nichts anfangen können. Aber das ist jetzt nur mein persönlicher Gedankengang.Ich möchte damit nicht sagen, dass die Schutzmaßnahmen und Schutzgebiete keinen Sinn hätten! Absolut nicht! Es ist aber so, dass Verbreitungsgebiete von Pflanzen in aller Regel nicht mit Ländergrenzen übereinstimmen - die Roten Listen jedoch vermitteln für viele genau das und beachten nicht derartige Randstellungen. Wie gesagt: aus politischer und naturschützerischer Sicht gut und brauchbar, nach meiner Meinung eher überdenkenswürdig.Viele GrüßeMarkus
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Grasmuck
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Re:Gentianella bohemica - Kulturerfahrungen

Grasmuck » Antwort #9 am:

Prinzipiell ist die Gentianella-Taxonomie höchst problematisch. Das beginnt damit, daß der Typusbeleg von G. bohemeca nicht eindeutig zuordnebar ist und daher eine gewisse Fragwürdigkeit der Zuordnung besteht. Weiters ist die Frage wie weit man G. austriaca faßt: es gibt drei kelchblattmorphologisch unterscheidbare Sippengruppen, die in der Österreichflora als Arten angesehen werden, genausogut aber von anderen Autoren auch vernachlässigt oder als infraspezifische Taxa angesehen werden. Aber auchg G. austriaca im engeren Sinn ist alles andere als einheitlich. Er kommt vom Seewinkel bis zum Gipfel der Rax vor, also von halinen pannonisch-planar-collinen Steppenstandorten bis in die subalpine Stufe! Da gibt es dutzende ökologische Lokal"rassen", also Sippen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen an Klima und Boden, die sich auch im Garten unterschiedlich verhalten. Samen aus Lindabrunn im südlichen Wr. Becken wuchsen im ebenfalls pannonischen Weinviertel auf sandigem Lehm/Löss nicht. Erst bei weiterer Sand- und Schotteruntermischung gab es eine befriedigende Keimrate. Dagegen keimten Samen burgenländischer Steppenböden zwar spärlich aber ausreichend. Das Problem ist also die richtige Population für den richtigen Standort zu finden, nicht die richtige Art.
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Gerald Grasmuck
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