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Garten- und Umwelt => Komposthaufen => Thema gestartet von: ingrgro am 28. Februar 2016, 12:54:40

Titel: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: ingrgro am 28. Februar 2016, 12:54:40
Hallo liebe Gartenfreunde,
ich brauch mal eure Hilfe.
Es werden jetzt wieder soviel verschiedene Sorten von Dünger angeboten und ich weiß nicht, welche für mich das richtige ist.
z.B. Pferdedung in Pelletsform
      Rinderdung
      Spezialdünger für Obst und Gemüse
      Hornspäne
      Blaudünger
Wir haben einen Garten mit Rasen Staudenbeeten und ein Hochbeet für Gemüse.
Gibt es einen Dünger für alles ? ???
Oder muss man wirklich alles einzeln düngen?
L.G.Inge
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 29. Februar 2016, 14:11:16
Sinnvoll ist ein Rasendünger mit Langzeitwirkung für den Rasen (und ggf. vorhandene Buchsbäume, Lorbeerkirschen etc) und Blaukorn für den Rest.
Wer ums verrecken organisch düngen will nehme pelletierten Rinder-(oder meinetwegen auch Pferde-)dung, allerdings würde ich den schon wieder nicht an Möhren geben (Möhrenfliege)....

Was man definitiv nicht braucht sind diverse Stauden-, Obst-, Gemüse-, Tomaten-, Buchs-, Bambus- etc. "Spezial"dünger!
1. Ist viel zu oft in allen das selbe drin und
2. Oft genug das Gegenteil von dem was die entsprechende Pflanze braucht!

Ein schönes Beispiel dafür sing kalibetonte Grünpflanzendünger.... Grünpflanzen brauchen vor Allem Stickstoff!  :P
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Staudo am 29. Februar 2016, 14:20:03
Was man definitiv nicht braucht sind diverse Stauden-, Obst-, Gemüse-, Tomaten-, Buchs-, Bambus- etc. "Spezial"dünger!

Was ist mit Rosendünger?


*duck und weg*
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Februar 2016, 14:23:05
Was man definitiv nicht braucht sind diverse Stauden-, Obst-, Gemüse-, Tomaten-, Buchs-, Bambus- etc. "Spezial"dünger!

Was ist mit Rosendünger?


*duck und weg*
Braucht man nicht.
Da kann man auch den kalibetonten Grünpflanzendünger benutzen.
Oder Tomatendünger.
Oder Beerendünger.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 29. Februar 2016, 14:25:56
Oder das gute, alte, bewährte Blaukorn.  :D 8)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: fyvie am 29. Februar 2016, 14:26:04

...(oder meinetwegen auch Pferde-)dung, allerdings würde ich den schon wieder nicht an Möhren geben (Möhrenfliege)....



hat der sich auf die Möhrenfliege spezialisiert oder lockt er auch noch andere Tierchen an, ich verwende den nämlich fast ausschließlich (incl.der abgeraspelten Hufspäne...)?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 29. Februar 2016, 14:29:30
Es gibt die alte Regel, dass man Möhren und Co nicht auf frisch mit Mist gedüngtes Land bringen soll wegen der Gemüsefliegen. Obs stimmt weiß ich nicht..... ich führe Humus über Kompost und Ernteabfälle zu und Nährstoffe über Blaukorn.  ;)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Wiesentheo am 29. Februar 2016, 14:32:39
Oder das gute, alte, bewährte Blaukorn.  :D 8)
NPK Dünger
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: fyvie am 29. Februar 2016, 14:34:22
Oder das gute, alte, bewährte Blaukorn.  :D 8)

Gerade bei Rosen habe ich aber da die Erfahrung gemacht, dass die Schwelle zwischen zu wenig und zuviel schnell überschritten und das Problem mit der Winterhärte vorprogrammiert ist, wenn man kein allzu zögerliches Händchen hat und die Perlchen nicht gewissenhaft abzählt  ;D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 29. Februar 2016, 14:37:50
Zitat
Gibt es einen Dünger für alles ? ???

Ja, den gibt es: Kompost. Dieser hat die für Pflanzen ideale Nährstoffzusammensetzung. Wer keinen Kalk oder Urgesteinsmehl zugegeben hat, kann den Kompost auch für Moorbeetpflanzen und Koniferen verwenden.

Kompost hat, wenn er reif ist, zwei Nachteile:

- Im Kompost sind Viechzeug und deren Eier enthalten. Deshalb sollte Kompost nicht ohne Nachbehandlung für Zimmerpflanzen verwendet werden. Sonst schwirren plötzlich eine Unmenge kleiner Fliegen und Käfer im Zimmer.
- Auch wenn man keine Unkräuter mit Samen auf den Kompost geworfen hat, wuchert plötzlich das Unkraut auf den Stellen, wo Kompost verteilt wurde.

Diese beiden Nachteile kann man mit einem Erdedämpfer beseitigen. Die hat fast jeder Profi-Gärtner, weil er sonst mit dem Unkrautjäten nicht nachkommt.

Als Gartenbesitzer sollte man deshalb alles kompostieren, was geeignet ist.

Ein weiterer Universaldünger ist Dolomitkalk. Dieser ist für alle Pflanzen außer Moorbeetpflanzen und andere kalkempfindliche Pflanzen geeignet. Warum: Der größte Bedarf an Mineralien besteht für Kalzium (verleiht Pflanzen Stabilität) und Magnesium (fürs Blattgrün) und beides ist im Dolomitkalk enthalten.

Reifer Kompost und Dolomitkalk (30 ... 40% Magnesiumkarbonat) haben den großen Vorteil, dass man nicht überdüngen kann.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 29. Februar 2016, 14:55:32
Ein weiterer Universaldünger ist Dolomitkalk.

Oha. Ich schreib dazu besser nichts.  :-X
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: martina 2 am 29. Februar 2016, 15:05:34
Es gibt die alte Regel, dass man Möhren und Co nicht auf frisch mit Mist gedüngtes Land bringen soll wegen der Gemüsefliegen. Obs stimmt weiß ich nicht..... ich führe Humus über Kompost und Ernteabfälle zu und Nährstoffe über Blaukorn.  ;)

Aber niemand doch, der nur halbwegs eine Ahnung hat, sät Karotten (oder anderes Gemüse) auf frisch mit Mist gedüngtes Land  ??? In der sehr ländlichen Gegend, in der ich gärtnere, ist es von jeher üblich, im Herbst ordentlich Kuhmist auf den Gemüsebeeten zu verteilen, der bis zum Frühjahr verrottet ist. Bei mir kommt der Einjährige drauf, das reicht auch für eine zufriedenstellende Ernte bei Wechselkultur, ev. noch im Frühjahr Kompost. Ebenso verfahre ich mit Stauden wie Rittersporn, Pfingstrosen, Phlöxen etc. Die Rosen bekommen jedes zweite Jahr abgelegenen Kuhmist, dazwischen Biofert im Frühjahr oder auch mal Rosendünger.

In der Stadt muß ich mich mit (leider noch zu wenig) Kompost und Blaukorn begnügen, die Erdverebsserung geht ziemlich zäh voran.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 29. Februar 2016, 15:42:22
....Ein weiterer Universaldünger ist Dolomitkalk. Dieser ist für alle Pflanzen außer Moorbeetpflanzen und andere kalkempfindliche Pflanzen geeignet. Warum: Der größte Bedarf an Mineralien besteht für Kalzium (verleiht Pflanzen Stabilität) und Magnesium (fürs Blattgrün) und beides ist im Dolomitkalk enthalten.

Reifer Kompost und Dolomitkalk (30 ... 40% Magnesiumkarbonat) haben den großen Vorteil, dass man nicht überdüngen kann.

AUA!!! :o
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: mickeymuc am 29. Februar 2016, 16:12:23
Ich verwende im Frühling für alle Zwiebelpflanzen einen speziellen Zwiebelpflanzendünger, auch Leberblümchen etc. dünge ich damit. Lt,. Herrn Peters kann man für die aber auch Tomatendünger nehmen. Blaukorn geht hier sicher nur für robust Gewächse. Für Gemüse würde ich auch kein Blaukorn nehmen, ich glaube dass das Nitrat sich im Gemüse speichert. Bei Tomaten ruiniert stickstoffhaltiger Dünger wohl auch den Geschmack.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: lord waldemoor am 29. Februar 2016, 16:17:29


Reifer Kompost und Dolomitkalk (30 ... 40% Magnesiumkarbonat) haben den großen Vorteil, dass man nicht überdüngen kann.
oh du kennst mich nicht, ich würde auch schaffen damit zu überdüngen
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Galeo am 29. Februar 2016, 17:16:35
Ein weiterer Universaldünger ist Dolomitkalk.

Oha. Ich schreib dazu besser nichts.  :-X
Was soll jetzt ein Unbedarfter denken?
@Daniel: AUA!!!
Wo?
LG Galeo
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kasi † am 29. Februar 2016, 19:14:26
Seit eh und je verwende ich meinen eigenen, ungedämpften Kompost auch für Zimmerpflanzen, und sogar als Aussaaterde (z.B. für Tomaten und Gurken). Weder Käfer noch Fliegen (auch keine weißen) haben meinen Kompost als Brutstätte genutzt. Ein guter Komposthaufen ist heiß genug, um all das Ungeziefer zu vernichten. Die Randbezirke (so man keinen Thermokomposter hat) kommen durch Umsetzen auch in den Genuß dieser natürlichen Wärmebehandlung. Das mag natürlich in Gärtnereibetrieben anders sein, da hier ja auch noch andere Faktoren zu berücksichtigen sind.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: ingrgro am 29. Februar 2016, 20:09:58
Hallo,
vielen Dank für eure Ratschläge, sie haben mir sehr geholfen
Gruß Inge
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 29. Februar 2016, 21:44:12
@Daniel: AUA!!!
Wo?
LG Galeo

Wo ich AUA schreie? Bei dem Unsinn den ich zitiert habe!

1. Ist Kalk in jedweder Forn ganz sicher KEIN Universaldünger!
2. Mit Kompost und Kalk kann man nicht überdüngen?!? Aha. Dann versuch mal einen überkalkten Boden wieder in Ordnung zu bringen.... in einem sauren Boden wächst beinahe alles und meistens ohne Mangelerscheinungen, in einem neutralen oder gar basischem Boden sieht das teilweise ganz anders aus.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 29. Februar 2016, 22:39:37
das letztere stimmt so nicht. Ein basischer Boden ist toll für fast jede Pflanze. Ein pH von 7 und höher ist tatsächlich schon sehr artifiziell insofern, als es Unmengen von Kalk erforderte, um einen Boden wirklich in den Bereich zu bringen. So war das vielleicht gemeint. Das erstere ist völlig richtig. Kalk ist kein Dünger. Ohne Vernunft ist auch im Garten nix los.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 01. März 2016, 06:46:25
.... Ein pH von 7 und höher ist tatsächlich schon sehr artifiziell insofern, als es Unmengen von Kalk erforderte, um einen Boden wirklich in den Bereich zu bringen. So war das vielleicht gemeint...

Ja war es.  ;)
Aber Unmengen an Kalk brauchst du dafür nicht. Universell jährlich kalken (wo man damit ja nicht überdüngen kann, kann mann ja reichlich geben, kost ja nix) und es gelingt dir relativ zügig den pH-Wert hart an dir 7 zu bringen.
Vorteil des Dolomitkalks (und anderer kohlensaurer Kalke): höher als pH 7 und etwas drüber kommt man nicht. Um den Boden noch effizienter zu versauen nimmt man besser Brannt- oder Löschkalk, der schafft leicht pH 8 aufwärts.  8)

Wer also ums Verrecken kalken will und keine Bodenanalyse macht: ca. 100g eines kohlensauren Kalkes je qm und das bitte auch nur höchstens alle 2, eher alle 3 Jahre. Wer natürlich kalkliebende Pflanzen kultiviert passt entsprechend an.  :P
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Staudo am 01. März 2016, 07:23:59
Wer also ums Verrecken kalken will und keine Bodenanalyse macht

 ;D Kalk ist meiner Meinung nach in den allermeisten Gärten ausreichend vorhanden. Ich kalke nie und es wächst trotzdem sehr gut. Das liegt aber wohl am Kompost und am Stickstoff.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 07:48:40
Zitat
Um den Boden noch effizienter zu versauen nimmt man besser Brannt- oder Löschkalk

Das Gegenteil ist der Fall. Kalk hilft gegen das versäuern und mit Branntkalk würde man in den basischen Bereich kommen. Branntkalk ist aus verschiedenen Gründen nicht optimal zum Düngen.

Zitat
Kalk ist meiner Meinung nach in den allermeisten Gärten ausreichend vorhanden. Ich kalke nie und es wächst trotzdem sehr gut. Das liegt aber wohl am Kompost und am Stickstoff.

Wer in einer Gegend mit kalkreichem Boden, wie z.B. um Jena, wohnt, der braucht nicht zu kalken. Kalzium und Magnesium sind die beiden Elemente, die dem Boden am meisten entzogen werden. Das ist auch dadurch bewiesen, dass Pflanzenasche zum größten Teil aus Oxiden dieser beiden Elemente besteht.

Man braucht nicht jedes Jahr zu kalken, aber alle paar Jahre macht das Sinn. Alle anderen Mineraldünger sind Luxusdünger und i.a. nicht unbedingt erforderlich. Viele Gärtenböden sind einfach mit Kalium, Phosphor und oft auch Stickstoff überdüngt, Blaukorn sei Dank!

Mit Dolomitkalk kann man aber nicht überdüngen, so dass es für Pflanzen schädlich wird.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 01. März 2016, 07:54:10
Ich frage mich desöfteren ob du
1. immer verstehst was andere schreiben,
2. liest was du da schreibst und
3. ob du immer weißt wovon du schreibst!

Damit ist dieser Faden für mich zu Ende, manche Dinge sind mit manchen Leuten müßig zu diskutieren..... ::)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: sarastro am 01. März 2016, 08:28:26
Wir haben schlau gelernt, alle paar Jahre eine Erhaltungskalkung durchzuführen, da Calcium ganz allgemein als ein Kernnährstoff für Pflanzen angesehen wird. Und wenn ich meine Cyclamen im Garten betrachte, die nicht wachsen und sich nicht vermehren, da kommt mir ihr Heimatstandort in den Sinn, wo sie auf kalkreichem Humusboden stehen, ebenfalls viele Helleboren und andere. Auch Phlox und Co. aus Nordamerika brauchen Kalk, das haben mir Spezialisten bestätigt. Das sind allerdings alles Ausnahmen, viele Stauden sind sehr tolerabel.

Nur würde ich Dolomitkalk (Magnesium!) nehmen, wie weiter oben in der richtigen Dosierung empfohlen wird. Jetzt auf den Schnee drauf ist ideal! Und man kann ja auch einen leicht kalkhaltigen Volldünger als Kopfdüngung hinzunehmen.

Zwischen zu sauer und zu kalkhaltig liegt eben der Idealbereich irgendwo dazwischen. Hier haben wir einen pH-Wert, der liegt bei 6,8 und trotzdem düngen die Bauern durchaus gelegentlich mit Kalk.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 08:31:47
Dabei muss man aber bedenken, dass auf landwirtschaftlichen Flächen und im Gemüsegarten mit der Ernte stets auch Nährstoffe entnommen werden, darunter natürlich auch Calcium und Magnesium.
Im Ziergarten ist das nicht oder nur in geringem Umfang der Fall.

Abgesehen davon dient die Zufuhr von Calcium bzw. Kalk vor allem der Verbesserung bzw. dem Erhalt der Bodenstruktur und erst in zweiter Linie der Pflanzendüngung.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: sarastro am 01. März 2016, 08:34:29
Du kratzt auch sicher nicht das Laub aus den Beeten und schneidest nichts ab.... ::)
Das gewöhnliche Volk aber entnimmt auf diese Weise viele Nährstoffe.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 08:47:47
Das stimmt natürlich. Aber der Nährstoffentzug aus einem Gemüsebeet oder einem landwirtschaftlichen Acker dürfte trotzdem Einiges höher sein als in einem Beet mit Zierpflanzen, dass zum Herbst "schön sauber gemacht wird".

Weit verbreitet ist hier auch die unsinnige Praxis, den Rasen zu kalken - gegen Moos. Nützt zwar nichts, ist aber so unausrottbar in die Köpfe eingeprägt, dass jedes Frühjahr säckeweise Kalk aus den Gartenmärkten geschleppt wird, um damit den Rasen zu malträtieren.
Die Empfehlung, selbigen im Frühjahr wiederholt mit ein wenig Ammoniumsulfat zu düngen, stößt hingegen auf große Skepsis. Klingt so chemisch...  ::)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Henriette am 01. März 2016, 09:02:23
Du kratzt auch sicher nicht das Laub aus den Beeten und schneidest nichts ab.... ::)
Das gewöhnliche Volk aber entnimmt auf diese Weise viele Nährstoffe.

.... und wirft danach den guten Kompost wieder drauf. Das ist doch dann gut und richtig - oder?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Sandfrauchen am 01. März 2016, 09:14:27
Kann ich das Ammoniumsulfat auch auf Staudenbeete tun? Oder schadet es da?
Mich nerven die Moosfladen in manchen Beeten sehr.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Galeo am 01. März 2016, 09:17:08
Danke für die Infos.
Wieder ein wenig schlauer dank pur.
LG galeo
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: sarastro am 01. März 2016, 09:19:05
Ammoniumsulphat ist der billigste und beste Rasendünger!
Beete mit Kompost aufzudüngen ist das beste, was man tun kann.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 09:19:16
Kann ich das Ammoniumsulfat auch auf Staudenbeete tun? Oder schadet es da?
Mich nerven die Moosfladen in manchen Beeten sehr.

Was für Moos ist es denn: das Lebermoos, das gerne mal mit Stauden eingeschleppt wird? Oder irgendein anderes Moos, das verbreitet auch an anderen Stellen im Garten wächst?

Ammoniumsulfat ist ein reiner Stickstoffdünger (na gut, und Schwefel), sehr gut wasserlöslich und deshalb schnell wirksam. Gut geeignet für Rasen, wo es ja vor allem aufs Wachstum der Grashalme ankommt.
In Staudenbeeten würde ich es nur gezielt einsetzen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: obst am 01. März 2016, 09:37:26
Man kann niemals einen idealen pH-Wert für den Boden festsetzen ohne Kenntnis der Bodenart. Die Bodenart (und die angebauten Pflanzen) bestimmen, was der ideale pH-Wert ist. Je nach pH-Wert und Bodenart werden die verschiedenen Spurenelemente festgelegt und freigesetzt. Den "optimalen" pH-Wert gibt es nicht ohne Angabe der Bodenart.

Ammoniumsulfat ist ein versauernder Dünger. Wenn man einen zu niedrigen pH-Wert hat, sollte man besser einen anderen Dünger einsetzen. Wenn man den Boden versauern will (z.B. für den Anbau von Blaubeeren oder Rhododendron), bietet er sich an.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Sandfrauchen am 01. März 2016, 10:06:17
Bristlecone,
ich meine dieses vermaledeite Moos. Ich harke und friemle es jedes Frühjahr von den Beeten und jedes nächste Jahr ist es wieder da. Das ärgerliche ist, dass ich beim Entfernen des Mooses auch einen Teil des im Vorjahr verteilten Komposts wieder abnehme.
Es taucht sowohl auf Beeten mit Kompost drauf als auch auf Beeten mit unverbessertem Sandboden auf. Gern auf Iris-Rhizomen  :-X

(http://666kb.com/i/d6uaywohx74u7l0dh.jpg)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 10:25:38
Zitat
1. Ist Kalk in jedweder Forn ganz sicher KEIN Universaldünger!
2. Mit Kompost und Kalk kann man nicht überdüngen?!? Aha. Dann versuch mal einen überkalkten Boden wieder in Ordnung zu bringen.... in einem sauren Boden wächst beinahe alles und meistens ohne Mangelerscheinungen, in einem neutralen oder gar basischem Boden sieht das teilweise ganz anders aus.

Ich kann verstehen, dass Du "Aua" rufen musst, wenn Du diesen Unsinn schreibst.

Etwa 50 % einer Pflanzenasche besteht aus Kalziumoxid. Dazu kommt noch als weiterer Hauptbestandteil Magnesiumoxid. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Punkt. Damit ist eindeutig bewiesen, welche Elemente (in Verbindungen) dem Boden am meisten entzogen werden. Wenn diese Elemente dem Boden entzogen werden (und nur wenig andere), dann müssen diese auch schwerpunktmäßig durch Düngen ersetzt werden. So etwas nennt man Logik.

Dein Punkt 2 stimmt nur für Moorbeetpflanzen und teilweise Koniferen. Bei solchen kalkempfindlichen Pflanzen ist Kalken sehr kontraproduktiv und es dauert u.U. Jahrzehnte, bis der Boden wieder sauer genug ist. Ansonsten in ein Überkalken praktisch nicht möglich, nicht schädlich, höchstens sinnfrei. Das Kalzium ist für Pflanzen überlebenswichtig, weil sonst keine tragende Strukturen gebildet werden können. Darum ist das Kalzium das wichtigste Metall in den Pflanzen. An zweiter Stelle steht mengenmäßig das Magnesium, weil es zur Bildung des Blattgrüns unbedingt erforderlich ist. Ohne Magnesium kein Blattgrün. Ohne Blattgrün keine Pflanzen. Die Gabe von Dolomitkalk dient also nicht in erster Linie der Korrektur des pH-Wertes, sondern dem Ersatz von Nährstoffen.

Im Erzgebirge wird der Wald aus der Luft mit Dolomitkalk gedüngt. Dort ist der Boden durch den sauren Regen aus Böhmen sehr sauer. Doch nicht der pH-Wert ist das Problem, sondern das Auswaschen des Magnesiums durch die Schwefelsäure. Ihr kennt sicherlich die Messung der Härte von Wasser, in der Regel zwischen 0 und 20 Grad deutscher Härte. Im Erzgebirge wurden Härten von bis zu ca. 275 Grad Dt. Härte gemessen und das in erster Linie durch das ausgespülte Magnesiumsulfat und das, obwohl der Boden gar nicht kalkhaltig ist. Dort wird also nicht wegen dem PH-Wert gekalkt, sondern weil der Boden nahezu magnesiumfrei geworden ist und deshalb die Bäume und Pflanzen eingingen.   

Zum Moos im Rasen. Es gibt verschiedene Moosarten und auch die Bodenfeuchte spielt eine Rolle, aber Tatsache ist, dass Moos zumeist saures Milieu liebt. Es ist deshalb kein Mythos, dass Kalk gegen Moos hilft.

Stickstoffdünger verstärkt das vegetative Wachstum, sowohl des Grases als auch des Mooses. Das gilt für fast alle Pflanzen. Wer vermoosten Rasen mit Stickstoffdünger düngt, düngt also auch das Moos. Wenn man mit Stickstoff- u.a. Dünger Moos im Rasen bekämpfen will, dann muss man hoch wachsendes dichtes Gras wachsen lassen, um dem bodennahen Moos das Licht zu nehmen. Das dürfte für normalen Rasen keine gute Strategie zu sein, denn Rasen sollte immer kurz gehalten werden, weil:
- sonst auch Unkräuter sich vermehren
- weil hohes Gras zu großen Grasbüscheln führt statt zu einem dichten Rasen aus vielen kleinen Büscheln.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 10:30:48
Zitat
ich meine dieses vermaledeite Moos. Ich harke und friemle es jedes Frühjahr von den Beeten und jedes nächste Jahr ist es wieder da.

Wenn solches Moos zwischen kalkempfindlichen Pflanzen wächst, kann man durch Düngen wenig ausrichten und das empfohlene Düngen mit einem sauren Dünger vergrößert das Mooswachstum nur noch mehr.

Hier hilft nur Kalk zur Einstellung eines neutrales pH-Wertes, das "böse" Glyphosat und Neuanlage der Wiese oder, wenn der Boden dauerfeucht, eine Melioration, also eine Trockenlegung durch Drainage.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: enaira am 01. März 2016, 10:32:18
Bristlecone,
ich meine dieses vermaledeite Moos. Ich harke und friemle es jedes Frühjahr von den Beeten und jedes nächste Jahr ist es wieder da.

Für dieses Problem hätte ich auch gerne eine Lösung.
Bei mir macht es sich vor allem über Winter im Steingarten breit, dort kommt zu der Zeit kaum Sonne hin.
Aus Steingartenpflanzen kann man es nicht gut rauspulen, ohne immer wieder Triebe abzureißen.
Das Moos stört mich nicht nur optisch, es ist auch ein wunderbarer Ruheplatz für (kleine) Schnecken..

Ich habe im letzten Jahr etwas Dolomit-Kalk gegeben, hat aber anscheinend nichts gebracht... :-\

An fehlender Drainage kann es im Steingarten auch nicht liegen!
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 01. März 2016, 10:42:31
Die beste Lösung gegen Moos ist pralle Sonne!
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 10:52:40
So wie es Unkraut gibt, dass sich zwischen Stauden immer wieder einstellt, wenn man nicht dranbleibt mit der Pflege, gibt es auch Moose, die sich zwischen Stauden einstellen, weil sie dort zusagende Bedingungen vorfinden.

Glyphosat dagegen einzusetzen ist übrigens nicht empfehlenswert.  ::)

Es gibt PSM gegen Moose, die würde ich aber nicht verwenden. Auch Kalken würde ich zwischen Stauden nicht.
Bleibt also, Moos von Hand zu entfernen - oder es einfach wachsen zulassen. Den allermeisten Stauden schadet das nicht.
Was Schnecken betrifft: Die finden auch ohne Moos in einem gewöhnlichen Garten Unterschlupf.
Schädlich sind außer der großen Spanischen Wegschnecke nur die kleinen ebenfalls gehäuselosen Ackerschnecken. Im Moos und unter Steinen und Holz findet man oft Schließmundschnecken, die sind völlig harmlos.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: obst am 01. März 2016, 11:09:41
Zitat
Ansonsten in ein Überkalken praktisch nicht möglich, nicht schädlich, höchstens sinnfrei.

Einen solchen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kpc am 01. März 2016, 11:11:53
Um mal wieder auf die Düngung zurückzukommen:
Die Blaukorn-Phobie, die hier immer wieder ausgelebt wird, kann ich nicht verstehen.
Liegt es vielleicht daran, dass einige nicht wissen was es alles als 'Blaukorn' gibt ?
Dann schaut mal hier oder beim edleren Vetter vom Blaukorn, hier.
Wer da nicht für die allermeisten Anwendungsfälle das Richtige findet ....... ?
Und natürlich gilt für den Sofortlöslichen: lieber öfter mal wenig als in einem Rutsch (zu)viel.
Aber das weiß doch jeder und das gilt doch nicht nur für Blaukorn.
Wer also überdüngt, ist selbst schuld, das liegt nicht am Dünger, ganz gleich wie er heißt.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Natternkopf am 01. März 2016, 11:12:12

Zitat
Ansonsten in ein Überkalken praktisch nicht möglich, nicht schädlich, höchstens sinnfrei.

Ist noch Fasching?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 11:14:09
Zitat
Ist noch Fasching?

Nur bei den Eidgenossen!
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 11:17:34
Zitat
Einen solchen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Was ist daran Blödsinn? Ich habe es ausreichend und wissenschaftlich belegt begründet. Einige hier sind unbelehrbare Esoteriker.
Statt solchen sinnfreien "blödsinnigen" Kommentaren gebe lieber nachvollziehbare Begründungen für Deine abweichende Meinung.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: sarastro am 01. März 2016, 11:21:45
Die beste Lösung gegen Moos ist pralle Sonne!
Nein! Moos wächst munter in der vollen Sonne! Auch Kalkgaben sind ein Ammenmärchen, was sich ewig in den Köpfen hält. Einzig eine gute Nährstoffversorgung hilft, dass Rasen und Pflanzen wachsen und gegenüber dem Moos durchtauchen können.

Stimmt, dass Ammoniumsulphat sauer reagiert. Das macht aber nichts. Der Rasen ist superschön und es ist der billigste Rasendünger ever!! Das erzählt dir nur niemand, warum wohl??
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Effi B. am 01. März 2016, 11:26:14
Den allermeisten Stauden schadet das nicht.

Ok, gut zu wissen. Ich versuche dran zu denken.

Bei mir (im Stadtgarten) ist das Moos ebensfalls auf Eroberungszügen. So mitten in und auf den Stauden sieht das aus, als seien die Pflanzen kurz vorm Erstickungstod. Abpuhlen kann man vergessen. Schon eine Herausforderung, dieser Anblick.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Effi B. am 01. März 2016, 11:30:51
Wo gibt es dieses Ammoniumsulphatdingens? Und wie wendet man das an?

Der schattige Teil des Rasens besteht jetzt nur noch aus Moos, Grashalme sind kaum noch in Sicht. Wirklich stören tut mich das nicht, aber wenn dieses A-Zeugs nicht aufwendig ist, wäre das zumindest eine Überlegung wert.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 11:31:17
Zitat
Die Blaukorn-Phobie, die hier immer wieder ausgelebt wird, kann ich nicht verstehen.

Blaukorn ist ein Kombinationsdünger aus Kalium, Stickstoff und Phosphor und kein Teufelszeug. Das habe ich nie behauptet und andere sicher auch nicht. Was kritikwürdig ist, ist der oft gedankenlose regelmäßige Einsatz, so dass nach einigen Jahren viele Gärten maßlos überdüngt sind. Das ist nicht nur ein Verschleudern von Geld. Das Problem liegt vielmehr darin, dass es sogenannte Antagonisten gibt. Ein zuviel des einen bedeutet eine Blockade in der Pflanze für andere wichtige Nährstoffe und so führt eine Überdüngung zu Mangelerkrankungen.

Deshalb sollte man alle paar Jahre mal den Nährstoffgehalt seines Bodens messen lassen. Die pH-Wert-Bestimmung reicht da nicht.

Ein Kritikpunkt ist der hohe Stickstoffgehalt. Im Frühjahr ist das gut, für Salatpflanzen und andere Grünpflanzen sicher auch. Der Stickstoff stimuliert das vegetative Wachstum, also des "Grüns". Der Stickstoff bremst aber bei vielen früchtebildenden Pflanzen das generative Wachstum (generativ = Früchte) und führt oft zu mangelndem Aroma und Reifeverzögerungen. Stickstoff ist auch kontraproduktiv für die Winterfestigkeit. Hier ist eher Kalium förderlich. Wenn man jedoch im Spätsommer/Herbst mit Blaukorn düngt, führt man neben dem Kalium auch den Stickstoff zu, der der Winterfestigkeit entgegen wirkt.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Staudo am 01. März 2016, 11:36:57
Der schattige Teil des Rasens besteht jetzt nur noch aus Moos, Grashalme sind kaum noch in Sicht.


Das ist vollkommen natürlich. Gegen Moos im schattig gelegenen Rasen lässt sich kaum etwas machen. Düngung kann helfen, hohes und häufiges Mähen ebenfalls und relativ hoher Nutzungsdruck auch. Dort, wo der Rasen häufig begangen wird, hat es das Moos schwer.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 11:37:55
Zitat
Wo gibt es dieses Ammoniumsulphatdingens?

Das müsste es in jedem Gartenmarkt geben. Noch mehr Stickstoff ist im Ammoniumnitrat enthalten. Die Gebrauchsanweisungen stehen auf dem Foliebeutel. Ich glaube aber nicht, dass das Zeug gegen Moos im Rasen hilft, da es den Boden saurer macht und damit noch moosfreundlicher. Aber Du kannst es ja mal versuchen. Es kommt ja auch darauf an, welche Art von Moos das ist. Das Zeug ist nicht allzu teuer und wenn es gegen das Moos nicht hilft, kannst Du diesen Dünger auch für Moorbeetpflanzen, Koniferen und noch besser für alles Grünzeug im Garten nehmen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 11:42:56
Ammoniumnitrat in Reinform werden Privatpersonen wohl kaum legal kriegen.
Wer kein Ammoniumsulfat (im Handel als "schwefelsaures Ammoniak") will, kann stattdessen Harnstoff nehmen.

Dem Moos im Rasen ist der pH-Wert ziemlich wurscht. Es setzt sich gegen das Gras durch, wenn es für dichten Graswuchs zu schattig, zu nährstoffarm oder der Boden zu verdichtet ist.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Natternkopf am 01. März 2016, 11:47:27
Guten Tag

Ich gehe davon aus, dass allgemeine Übereinstimmung vorhanden ist in Bezug auf: Die Menge macht die Giftikeit

Wieso soll das in Bezug auf Kalk keine Gültigkeit mehr haben?
Zitat
Ansonsten in ein Überkalken praktisch nicht möglich, nicht schädlich, höchstens sinnfrei. / innerhalb Antwort #35

Was ist mit dieser Info?
Bei einer Überkalkung werden dagegen Eisen, Mangan und Bor festgelegt. Ab einem Wert > pH 9 kommt eine OH- Toxizität als Primärschaden zustande.

Kalken hilft, wenn es der Boden und die entsprechene Pflanzung benötigt.

Grüsse Natternkopf



Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Effi B. am 01. März 2016, 12:09:18
Es setzt sich gegen das Gras durch, wenn es für dichten Graswuchs zu schattig, zu nährstoffarm oder der Boden zu verdichtet ist.

Da dürften alle drei Faktoren zusammen kommen.
Dieser Rasen wurde noch von der Vorbesitzerin angelegt, keine Ahnung, wann das war, vielleicht kurz nach dem Baujahr 1967 ;D. Letztes Jahr hatte ich den Rasen gedüngt, zum allerersten Mal überhaupt, und das Gras freute sich ersichtlich. Über Winter jedoch ist das Moos wie explodiert.

Ich schau mal, ob ich dieses Ammoniumsulfat bzw. "schwefelsauren Ammoniak" unkompliziert kriegen kann. Anders kriegt er nochmal ordentlich Futter, Blaukorn. Oder mache ich etwa beides? Ammoniumsulfatdingens + Futter?

So, und jetzt blamiere ich mich bis aufs Blut ;D :-X:
 
Zitat
kann stattdessen Harnstoff nehmen.

Was ist das? Horngries bzw. Hornspäne?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Staudo am 01. März 2016, 12:16:41
Nö, das ist ein organisches Salz, das auch Du ständig mit Dir herumschleppst.
Mach's nicht so kompliziert, dünge den Rasen mit Blaukorn und gut ist.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 12:17:32
@ Staudo:

KSM-Modus ein: Harnstoff ist keine salzartige Verbindung. KSM aus.

So, und jetzt blamiere ich mich bis aufs Blut ;D :-X:
 
Zitat
kann stattdessen Harnstoff nehmen.

Was ist das? Horngries bzw. Hornspäne?

Nein!  ;D

Harnstoff ist eine sehr leicht wasserlösliche Verbindung. Säugetiere produzieren die als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels und scheiden die mit derm Harn aus (daher Harnstoff).
Verwendet wird Harnstoff als schnell wirkender Stickstoff-Dünger, zum Reinigen von Dieselabgasen und als Zusatz in Hautpflegecremes (dort heißt er dann "Urea", was lediglich das englische Wort ist, aber offenbar nicht so nach Pipi klingt).
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Effi B. am 01. März 2016, 12:26:41
Okay, bin im Bilde, ich danke euch. Da geb ich mal GG Bescheid :-X und werde den Rasen ordentlich düngen. Kein Zirkus wegen dem Rasen, auf keinen Fall.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: sarastro am 01. März 2016, 12:32:25
Nö, das ist ein organisches Salz, das auch Du ständig mit Dir herumschleppst.
Mach's nicht so kompliziert, dünge den Rasen mit Blaukorn und gut ist.
Das macht eine Bekannte von mir auch so. Sie nimmt Blaukorn, der im Übrigen bei uns im Volksmund "Kunstdünger" heißt. Gestern war ein idealer Tag zum Kunstdüngerbauen! Der Regen hat ihn gut eingeschlämmt und nicht ausgewaschen.

Ammoniumsulphat ist zwar nicht "bio", aber feiner granuliert als Blaukorn, daher wesentlich einfacher auszubringen. Gibt es in jedem Lagerhaus. 50 kg kosten hierzulande ungefähr 15 Euronen. Man darf halt nicht sagen, dass man diesen Dünger als Rasendünger verwendet.

Dasselbe galt im Lagerhaus übrigens auch für Waschbetonplatten, die wesentlich billiger als normale Betonplatten sind. Ich drehte sie kurzerhand um, dann hatten wir einen Weg aus Betonplatten.  ::) Auch hier haben es die Leute nicht gerne, wenn man auf diese Weise ihre Einkünfte schmälert.  ;D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kpc am 01. März 2016, 12:37:25
@Effi
Harnstoff ist eine organische Verbindung mit einem sehr hohen Stickstoffgehalt von etwa 46%.
Wenn dir die Zusammensetzung anderer Dünger (N/P/K), z.B.:  12:8:12 etwas sagt,
bei Harnstoff sähe das dann so aus 46:0:0. Außer Stickstoff ist da also nichts düngewirksames drin.
Harnstoff gibt es im Landhandel und ist preiswert.
Mehr Stickstoff für weniger Geld wirst du nicht bekommen.

Wenn du noch nicht so bald düngen willst, würde ich jetzt Dolomitkalk ausbringen. 100gr/m² und
in 4 Wochen dann mit Ammoniumsulfat = Schwefelsaures Ammoniak düngen.
Dann ist zumindest der Calcium-, Magnesium-, Schwefel- und Stickstoffbedarf erstmal gedeckt.
Ammoniumsulfat bekommst du als SSA auch im Landhandel.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 12:46:23
Zitat
Bei einer Überkalkung werden dagegen Eisen, Mangan und Bor festgelegt. Ab einem Wert > pH 9 kommt eine OH- Toxizität als Primärschaden zustande.

Das ist Unsinn, denn Kalk ist neutral und kann den Boden niemals zu einem pH-Wert > 9 bringen. Mehr als pH7 geht mit Kalk nicht. Eisen wird eher durch zuviel Kalium (vom Blaudünger) blockiert, so dass einige Pflanzen eine Chlorose bekommen, weil zwar genug Eisen da ist, aber die Aufnahme durch das Übermaß an Kalium blockiert wird.

Was anderes ist es, wenn mit Branntkalk gedüngt wird, denn der ist zusammen mit Wasser als Hydroxid stark basisch und ätzend und kann solche pH-Werte bringen. Kein vernünftiger Mensch düngt seinen Garten mit Branntkalk. Das ist schon vom Arbeitsschutz her kreuzgefährlich, z.B. Verätzungen von Augen und Schleimhäuten.

Zitat
Ich gehe davon aus, dass allgemeine Übereinstimmung vorhanden ist in Bezug auf: Die Menge macht die Giftikeit

Grundsätzlich stimmt das, doch Kalk ist in jeder Konzentration ungiftig. Du kannst Kalk sogar schlucken. Früher waren alle Medikamente gegen Sodbrennen aus Kalkmehl. Heute ist das zu billig und damit verdient die Pharmaindustrie nicht genug.

In einigen Teile Deutschlands besteht der Boden fast nur aus Kalk, z.B. um Jena, und noch keine Pflanze wurde dadurch vergiftet und auch keine Menschen, die dort wohnen.

Es gibt dort nur Probleme mit Moorbeetpflanzen und anderen Pflanzen, die auf Kalk negativ reagieren. Moorbeetpflanzen sind z.B. Azaleen, Rododendren, Blaubeeren, Preiselbeeren.

Alle anderen gartenüblichen Pflanzen können nicht mit Kalk vergiftet werden. Wenn Kalk ausgestreut wird, dann ist das ein Promilleanteil an der Bodenschicht und hinderlich wird es erst dann, wenn es mehr als ca. 75 % des Bodens wird.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 12:51:13
Zitat
Ammoniumsulphat ist zwar nicht "bio", aber feiner granuliert als Blaukorn, daher wesentlich einfacher auszubringen.
Das Gegenteil ist der Fall. Durch das feinere Korn wird der Nährstoff aufgrund der großeren Oberfläche schneller gelöst, so dass die Gefahr der Überdüngung viel größer ist als mit groberer Körnung, wo die Nährstoffe langsamer und über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden. Eine schnelle Verfügbarkeit bedeutet auch, das ein großer Teil ungenutzt ins Grundwasser versickert.

Außerden kann man bei gröberer Körnung mit einem Düngerstreuerwagen ausstreuen, was gleichmäßiger ist.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 01. März 2016, 13:05:30
Man könnte die Frage auch anders stellen. Womit soll im zeitigen Frühjahr nicht gedüngt werden?

- frischer Dung aus Kuh- und Schweinestall (im Herbst ausbringen, da zu scharf)
- Branntkalk (fall jemand so verrückt ist, seine Gesundheit zu gefährden)
- gut wasserlöslicher Dünger, z.B. Magnesiumsulfat, Eisensulfat, Ammoniumsulfat ...

Vor Beginn der Vegetationszeit können die Pflanzen diese Dünger gar nicht aufnehmen, so dass diese Dünger wirkungslos im Boden bzw. ins Grundwasser versickern.

Auch Blaukorn macht erst nach Beginn der Vegetationszeit Sinn.

Wenn ich zum Fenster heraus sehe, dann ist alles weiß von Schnee und das Frühjahr ist noch einige Wochen entfernt. Auch in traditionell wärmeren Gebieten wie dem Niederrhein hat der Wetteronkel bis zu -7°C orakelt.

Frisch ausgesätes bzw. Jungpflanzen sollte man ohnehin nicht düngen, also ist für das Frühjahrsdüngen außer für Kalk/Dolomitenkalk und Kompost noch zu früh. In kalteren Regionen kann man vielleicht noch Pferdemist/-dung ausbringen, da dieser nicht so scharf ist und noch einige Wochen Zeit sind bis zum Säen bzw. Auspflanzen.

In wärmeren Regionen wäre ich da skeptisch, hängt von der Empfindlichkeit der geplanten Pflanze ab, denn hier ist die Wartezeit zum "Reifen" bzw. "Entschärfen" nicht mehr so lang.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kpc am 01. März 2016, 13:07:12
Eisen wird eher durch zuviel Kalium (vom Blaudünger) blockiert,...
Nicht nur vom Blaudünger, in deiner hochgepriesenen Pflanzenasche ist z.B. im allgemeinen
weitaus mehr Kaliumoxid als Magnesiumoxid.  ;D

Zu deiner Asche-Theorie:
Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass man in Asche nie irgendwelche Verbrennungsrückstände
von Elementen findet, deren Verbindungen bei der Verbrennung als Gas oder Ruß entweichen ?
Ganz gleich wieviel die Pflanzen davon eingelagert, also gebraucht, haben.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 13:07:18
Eisen wird eher durch zuviel Kalium (vom Blaudünger) blockiert, so dass einige Pflanzen eine Chlorose bekommen, weil zwar genug Eisen da ist, aber die Aufnahme durch das Übermaß an Kalium blockiert wird.

Nein, bei zuviel Kalium kann es passieren, dass die Aufnahme von Magnesium behindert wird (und umgekehrt).
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Effi B. am 01. März 2016, 13:07:26
So, ich habe jetzt Blaukorn ausgebracht.

Noch eine Frage dazu: Wie oft wiederhole ich das? Damit das auch was wird.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 01. März 2016, 13:09:31
Auf dem Rasen: Frühestens im Juni. Aber wart erstmal ab, kann gut sein, dass das fürs Erste reicht.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Effi B. am 01. März 2016, 13:15:15
also zwei mal pro saison? der boden ist recht sandig, da flutscht es grad so durch. aber gut, ich werde die sache mal im auge behalten; sobald die halme schlappen, kriegen sie futter.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Bumblebee am 01. März 2016, 13:18:43
Nimm doch lieber einen organischen Dünger mit Sofort- und Langzeitwirkung.  Blaukorn bringt doch gar nichts. Erst wächst es wie blöd und Du musst mähen ohne Ende und dann ist recht schnell wieder Feierabend. Und Du darfst wieder düngen. Meine Erfahrung.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kpc am 01. März 2016, 13:25:44
@Effi
Um 10:09 Uhr noch keine Ahnung, um 11:26 Uhr GG instruiert, um 12:07 Uhr alles schon erledigt.
Kein Wunder, dass da keine Zeit war mal den Text auf der Tüte zu lesen.
Effi, wenn du sehr leichten Boden hast, solltest du die empfohlene Jahresmenge auf mehr
Einzelgaben aufteilen als angegeben. Aber dafür ist ja jetzt vermutlich zu spät.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 01. März 2016, 13:33:52
Also doch nochmal wenn auch zu spät....
Wenn Blaukorn auf den Rasen dann bitte in geringen Dosierungen und öfter, gerade bei sandigem Boden!
Es lohnt sich allemal das etwas teurere Original mit Stickstoffstabilisator (heißt dann ENTEC oder NOVATEC) zu kaufen, vermeidet/vermindert Stickstoffverluste durch Auswaschung, und bitte auf einen niedrigen Posphatanteil achten (hat dann ein "perfect" im Namen).

Zum schwefelsauren Ammoniak (Ammoniumsulfat) ist leider zu sagen, dass es das nicht mehr als Einzelnährstoff für den Kleingarten gibt. Nur noch beim Landhandel im 25kg oder 50kg Sack.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 01. März 2016, 14:05:41
Und noch ein letztes Mal zu Dietmar denn inzwischen wirds arg hanebüchen! ::)

1. Wissenschaftlich argumentieren ist ganz sicher nicht der Satz "das ist sogar wissenschaftlich bewiesen"!

2. Dass Calcium und Magnesium wichtige Nährelemente sind ist eine asbachurale Erkenntnis.
Daraus zu folgern, dass kohlensaurer Kalk (und nichts anderes ist Dolomitkalk, eine Mischung aus Calcium- und Magnesiumcarbonat) ein Universaldünger ist und zu behaupten, dass man damit nicht falsch machen und nicht überdüngen kann ist Unsinn!
Stimmt, deutlich über pH 7 kommt man damit nicht, reicht aber allemal um wichtige Spurenelemente (z.B. das von dir so viel zitierte Eisen) in eine nicht mehr pflanzenverfügbare Form zu überführen!
3. Dass Pflanzenaschen viel Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Phosphatverbindungen enthalten sagt erstmal nur aus, dass das wichtige Hauptnährstoffe fürs Pflanzenwachstum sind, wie oben geschrieben ist das eine asbachuralte Erkenntnis aus den Anfängen der Pflanzenernährung.
Allerdings hat Düngung erst wirklich funktioniert nachdem ein schlauer Mensch (ich meine Justus von Liebig) auf die Idee kam mal zu untersuchen was denn im Rauch ist der bei der Verbrennung entsteht.
So kam man zu einem der wichtigsten Nährstoffe überhaupt: Stickstoff!

gestrichen

3. Du erzählst was von reifem Kompost.... der ist große Klasse und gehört in jeden Garten keine Frage! Aber was bringst du denn da aus? Vor Allem Kalium und Phosphat! Stickstoff ist in REIFEM Kompost kaum noch enthalten!

Zitat
....frischer Dung aus Kuh- und Schweinestall (im Herbst ausbringen, da zu scharf)....
....In kalteren Regionen kann man vielleicht noch Pferdemist/-dung ausbringen, da dieser nicht so scharf ist...
4. Unsinn!!! Rinder- und Schweinemist sind kalte Mistarten! Wenn überhaupt im Frühjahr Dung ausgebracht wird dann dieser!
Pferdemist hingegen gehört (wie z.B. auch Geflügelmist) zu den heißen Mistarten und hat, wegen seiner Aggressivität, im Frühjahr KEINESFALLS was auf Beeten zu suchen es sei denn, er ist abgelagert!!!
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Natternkopf am 01. März 2016, 14:05:55
Aha

Dankeschön Dietmar
Auf « Antwort #59 »


Dankeschön Daniel - reloaded
Auf Antwort Antwort #70

Natternkopf
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: sarastro am 01. März 2016, 16:02:01
Zitat
Ammoniumsulphat ist zwar nicht "bio", aber feiner granuliert als Blaukorn, daher wesentlich einfacher auszubringen.
Das Gegenteil ist der Fall. Durch das feinere Korn wird der Nährstoff aufgrund der großeren Oberfläche schneller gelöst, so dass die Gefahr der Überdüngung viel größer ist als mit groberer Körnung, wo die Nährstoffe langsamer und über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden. Eine schnelle Verfügbarkeit bedeutet auch, das ein großer Teil ungenutzt ins Grundwasser versickert.

Außerden kann man bei gröberer Körnung mit einem Düngerstreuerwagen ausstreuen, was gleichmäßiger ist.
Das ist jetzt aber nicht richtig!

Sicher löst sich Ammoniumsulfat schneller auf, da kleinkörniger. Aber man kann ihn gezielter, fein verteilter und bedarfsgerechter ausbringen, gerade mit einem Düngerwagen! Wichtig ist nur, ein, zwei Tage vor dem Regen, damit er seine herbizide Wirkung entfalten kann. Und mit einem 50-kg-Sack kommt man sehr weit! Ich bin im Jahr 2 x aktiv damit.

Und wenn du das Blaukorn (Entec Perfect) sehen würdest, was ich gestern meinen Galanthus verabreicht habe, dann wirst du feststellen, dass davon durch den Regen und Schnee kaum mehr was übrig geblieben ist.
Ein Teil geht also immer ins Grundwasser, aber man kann durch gezielte und bedarfsgerechte Düngung viel erreichen. Und es kommt nicht nur auf die Niederschläge an, sondern auf die Jahreszeit, die Temperatur, die Pflanzenart und vor allem auf die Bodenart an. Man kann natürlich auch "den Doktor" daraus machen und jedes Mal eine Bodenprobe analysieren lassen. Welcher Bauer macht dies schon jedes Mal?

Welcher Nährstoff den anderen bei welchem pH-Wert blockiert, ist ein komplexes Thema, über das wir schon im Unterricht und Vorlesungen gehört hatten.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Sandfrauchen am 01. März 2016, 17:27:40
Danke nochmal.
Dann zieh ich daraus, dass kalken nicht gegen Moos hilft und dass ich es künftig als eines unter all den Unkräutern sehe, die ich händisch bekämpfe.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 01. März 2016, 19:59:05
Die beste Lösung gegen Moos ist pralle Sonne!
Nein! Moos wächst munter in der vollen Sonne!

Bei mir im Garten ist das meiste Moos im "Rasen" erstmal abgestorben, nachdem die schattenspendenden Großbäume weichen mussten.
Ansonsten soll Eisen(II)sulfat gegen Moos helfen. Verursacht auf Stein sicher Rostflecken und ist, solange die sonstigen Bedingungen (schattig, feucht, verdichteter Boden) passen, sicher keine endgültige Lösung. Auf Steinen und Wiesen in praller Sonne finde ich auffallend wenig Moos.

Was mir auffällt, bei mir wächst jetzt schon wieder das Gras saftig und grün - worauf ich gar nicht so stolz bin, das heißt nur wieder buckeln!. Bei Nachbars ist noch alles kurz und gelb.
Hab' letztes Jahr Kalimagnesia gedüngt und mit reichlich schlechtem Gewissen dick frischen Pferdemist unter den Obstgehölzen á la Flächenkompostierung ausgebracht.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kasi † am 01. März 2016, 20:11:43
Und noch ein letztes Mal zu Dietmar denn inzwischen wirds arg hanebüchen! ::)


4. Unsinn!!! Rinder- und Schweinemist sind kalte Mistarten! Wenn überhaupt im Frühjahr Dung ausgebracht wird dann dieser!
Pferdemist hingegen gehört (wie z.B. auch Geflügelmist) zu den heißen Mistarten und hat, wegen seiner Aggressivität, im Frühjahr KEINESFALLS was auf Beeten zu suchen es sei denn, er ist abgelagert!!!

Du hast recht : Pferdemist hat im Frühjahr keinesfalls auf den Beeten zu suchen, denn er gehört da hinein. Seit nahezu 30 Jahren wird mein Garten fast jährlich im Frühjahr mit frischen Pferdemist gedüngt ( ausgenommen das Möhrenbeet ).  Die anderen Gemüseasorten danken es mir mit guten Erträgen. Damit ist zwar nichts wissenschaftlich bewiesen. Allenfalls, dass manche Leute zwar gut wissenschaftlich snacken können, aber praktische Erfahrung überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen (wollen?)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Nehireo am 02. März 2016, 11:27:10
Was ist denn eigentlich so schlimm an Moos im Rasen  ???. Ich habe vier Rasenflächen zu mähen und bin froh über jedes Fleckchen Moos - macht deutlich weniger Arbeit als der blöde Rasen, der Gesamteindruck ist trotzdem "grün", bleibt von alleine kurz und bescheiden, lässt sich prima barfuß drüber laufen, die Spanischen Roten Lieblingsschnecken lassen sich auf Moos auch besser finden und absammeln als zwischen Grashalmen ... Wenn man mal ein Plätzchen für eine Hortensie braucht, sind die moosigen Stellen genau die Richtigen, und es ist auch noch einfacher beiseite geschafft für ein Pflanzloch als diese blöden widerspenstigen Rasensoden.

In meiner 50 m langen Auffahrt wäre ich froh über eine Tipp, mit welchem Dünger ich das Rasenunkraut kille und das Moos fördere! Denn Moos macht die vielen Fugen dicht, ohne hässlich auszusehen oder zu sehr zu wuchern, während der dämliche Rasen ständig mit mir um jeden cm Boden kämpft und in Fugen einfach nur scheußlich aussieht.

Ich habe tatsächlich, nachdem ich schon einige Jahre hier gelebt hatte, im hinteren Teil meines Gartens zufällig entdeckt, dass sich dort mehrere qm Pflasterung befinden, von der ich nichts wusste. Die waren nämlich komplett unter einem wuchernden Rasen verschwunden, der sich da von alleine angesiedelt hatte. Er ist bei mir wirklich das schlimmste Unkraut im Garten, ich würde niemals auf die Idee kommen, den noch extra zu düngen! In welcher Geschwindigkeit das Zeug in die Beete rein wächst ist auch unglaublich. Da lobe ich mir jedes tapfere Mooslein, das ihm etwas entgegen setzt. In meinen flächig bemoosten Beeten wächst trotzdem alles prima, Stauden, Rosen, Zwiebelblumen, Azaleen, Kräuter ... könnte nicht sagen, dass ich schon mal ein Pflänzchen an Moos verloren hätte. Und auf Baumstümpfen, großen Steinen, alten Betondeckeln usw. sieht so ein schöner Moosrasen doch herrlich aus! Und wenn dann auch noch verschiedene Sorten an unterschiedlichen Standorten gedeihen - da komme ich glatt ins Schwärmen.

So, das war mein Schattengärtnerinnen-Plädoyer für das arme, zu Unrecht verteufelte Moos - und gegen den langweiligen, invasiven, viel zu viel Arbeit verursachenden Rasen  ;D.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Henriette am 02. März 2016, 11:35:51
@Nehireo, Du bist voll auf meiner Linie! Ich sage immer, Moos ist grün und Moos ist schön. Rasenmähen finden wir zumindest bei uns unsinnig. 2 x im Jahr reicht uns. Da wird nichts gedüngt.

Aber andere haben eben eine andere Meinung, klar. Jeder nach seiner Fasson.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Eva am 02. März 2016, 11:48:36
Ich schließe mich hier mal mit einer Mist-Frage an:
Ich kriege frischen Pferdemist von einer Freundin, der soll ins Hochbeet und unter dieTomaten. Wie dick normale Erde + Kompost muss denn da wieder drüber? Erst mal sollen die Pflanzen ja ohne direkten Mistkontakt anwachsen und Wurzeln bilden und dann im Untergrund auf den Mist stoßen, oder?

Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 11:54:50
Was ist denn eigentlich so schlimm an Moos im Rasen  ???.


 :D Moos ist eine Wohltat für die Augen im Winter! Auf bemoosten Flächen mit schütterem Rasen gedeihen die Frühlingblüher und Zwiebelpflanzen am besten. Moos macht Beton schön. Steine anmutig. Stämme von Bäumen stimmungsvoll ...
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Bumblebee am 02. März 2016, 11:58:45
Ganz genau. Das sind schon nette Spezialisten und kommen zu uns ganz von selbst und gratis. :D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 02. März 2016, 11:59:13
Die Anbieter behaupten, man könne Moos im Rasen auch mit Eisensulfat bekämpfen (Gießen einer verdünnten Lösung). Das Moos soll braun bis schwärzlich und (tot) werden.

Nebeneffekt: Da Eisen neben Magnesium für das Blattgrün benötigt wird, wird der Rasen dunkelgrün.

Einige Rasendünger enthalten deshalb Eisensulfat.

Leider hat das Zeug auch Schattenseiten:

- macht Rostflecke
- ist recht giftig

Man sollte sich also selbst z.B. mit Schutzhandschuhen versehen, wie manche Hausfrauen diese auch fürs manuelle Geschirrspülen verwenden.

Je nach Witterung hält auch die Giftwirkung des behandelnden Rasens etwa 2 Wochen an. Mit Regen oder Rasensprengen wird das Eisensulfat von den Blättern abgespült, so dass es nicht mehr als Blattdünger, sondern nur noch über die Wurzeln wirkt. Dadurch wird die Giftigkeit des Rasens stark verringert.

Was bedeutet das praktisch? Sich selbst sollte man unter Kontrolle haben, aber wie bringt man Haustieren (Hund, Katze ...) und Kleinkindern bei, dass der Rasen einige Zeit nicht betreten werden darf?

Also bedeutet das Verzicht auf die Düngung mit Eisensulfat oder ausgiebige Wässerung des mit Eisensulfatlösung gegossenen Rasens mit sauberem Wasser durch Gießen oder Sprengen oder man terminiert die Düngeaktion vor einem starken Regen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: RosaRot am 02. März 2016, 12:03:11

 ... Moos macht Beton schön. Steine anmutig. Stämme von Bäumen stimmungsvoll ...


Genau!Und (zu industrie)rot gebrannte Keramik wird dadurch mit der Zeit lebendig, auch durch Flechten- ebenso gut.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: elis am 02. März 2016, 12:16:57
Ich schließe mich hier mal mit einer Mist-Frage an:
Ich kriege frischen Pferdemist von einer Freundin, der soll ins Hochbeet und unter dieTomaten. Wie dick normale Erde + Kompost muss denn da wieder drüber? Erst mal sollen die Pflanzen ja ohne direkten Mistkontakt anwachsen und Wurzeln bilden und dann im Untergrund auf den Mist stoßen, oder?

Hallo, lieb Eva !

Das ist ja super.  Ich würde so höchstens 10 cm andere Erde und Kompost draufpacken für die 1.Zeit für die Tomaten. Der Pferdemist hat ja noch Zeit bis Mitte Mai sich zu neutralisieren, dann ist er nicht mehr so scharf. Ich würde auch noch Gesteinsmehl drüberstreuen, das bindet noch zusätzlich die Nährstoffe von Pferdemist für die Tomaten. Viel Erfolg.

Lg. elis
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 12:55:25
Ich würde auch noch Gesteinsmehl drüberstreuen, das bindet noch zusätzlich die Nährstoffe von Pferdemist für die Tomaten.

Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte. Gesteinsmehl ist kein Ionenaustauscher.

Was Moos angeht, besonders im Rasen: Hier sind ein paar schattige Rasenstellen nahezu komplett vermoost.
Nicht ganz - ich krieg das verdammte Gras nicht restlos weg, und hie und da kommt ein Löwenzahn durch, der sofort ausgestochen wird.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Nehireo am 02. März 2016, 13:04:45
Auch ein schöner Nebeneffekt von ungedüngtem, unvertikutiertem Rasen: Jetzt gerade Schneeglöckchen, demnächst Krokusse, dann Schlüsselblumen, gefolgt von Wiesenschaumkraut, Veronica, Gänseblümchen usw. ... Auf das alles würde ich niemals verzichten wollen. Mal ganz davon abgesehen, dass Kind, Hund und Hühner den Garten auch ausgiebig nutzen, da würde mir nix drauf kommen, was giftig ist! Selbst wenn die alle nicht da wären - was ist denn mit den Wildvögeln, Igeln, Ringelnattern (ja, hab ich auch)? Die benutzen Rasenflächen auch zur Futtersuche, sollen die den ganzen Düngerkram etwa vertragen? Ich finde, mit dem Zeug wird viel zu leichtfertig umgegangen. Nur, weil man es überall kaufen kann, heißt das nicht, dass es auch überall verstreut werden sollte. Es ist doch schon schlimm genug, was die Nahrungsmittelindustrie mit Roundup und Co. alles treibt, da können wir doch zumindest unsere Gärten möglichst giftfrei halten.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 13:13:04
Dünger ist Dünger und nicht Gift. Weder Igel noch Ringelnatter noch Vögel nehmen durch Dünger Schaden.

Dass weder Dünger noch Eisensulfat noch PSM so gelagert oder ausgebracht werden, dass Kinder gefährdet werden, versteht sich wohl von selbst. Gilt übrigens auch für Mist.




Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Amur am 02. März 2016, 13:14:53
Ich würde auch noch Gesteinsmehl drüberstreuen, das bindet noch zusätzlich die Nährstoffe von Pferdemist für die Tomaten.

Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte. Gesteinsmehl ist kein Ionenaustauscher.
...

 ;D Das war schon immer das Allheilmittel. Da sollte man nicht mit wissenschaftlichen Begründungen kommen oder gar danach fragen...
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 13:16:27
 ;D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Eva am 02. März 2016, 13:20:00
Ich würde auch noch Gesteinsmehl drüberstreuen, das bindet noch zusätzlich die Nährstoffe von Pferdemist für die Tomaten.

Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte. Gesteinsmehl ist kein Ionenaustauscher.

Das mach ich trotzdem, mir hat es in meinen Steinmehl-Vorrat reingeregnet, da werd ich eine gießbare Pampe draus anrühren und über den Pferdemist leeren, dann ist das auch halbwegs sinnvoll entsorgt, der Rest kommt über den Kompost.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 13:21:04
Schaden wird es nicht, solange es nicht als Pampe alles zukleistert.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 02. März 2016, 14:02:53
Ähmmmm... war Gesteinsmehl nicht basisch?
Wenn es deutlich basisch reagiert würde ich es nicht auf den Mist kippen oder sofort reichlich feuchte Erde drüber sonst verabschiedet sich der schöne Stickstoff im Pferdemist zum großen Teil als Ammoniak in die Luft.... :-\
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: martina 2 am 02. März 2016, 14:17:06
Der Nachbarbauer streut flächig Gesteinsmehl auf seine Felder (Böhmische Masse, Sand) und schwört drauf. Seit sein Sein Sohn auf die Boku geht, verzichtet er auf Kunstdünger (der in dieser armen Gegend lange Zeit als Allheilmittel gegolten hatte) und ist zufrieden mit den Erträgen, seine Kartoffel sind weithin die besten. Eine wertfreie Beobachtung. 
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 14:17:48
Die meisten Gesteinsmehle sind wohl zwar basenreich, aber nicht kalkhaltig.

Boku ??? (Bodenkunde-Uni in Wien?)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 02. März 2016, 14:19:16
Die meisten Gesteinsmehle sind wohl zwar basenreich, aber nicht kalkhaltig.

Ah, okay wieder was gelernt. :D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 02. März 2016, 14:22:10
Es gibt halt die Basendefintion nach Brönstedt, nach Lewis und dann noch etliche esoterische... .
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 14:25:54
Das ist weder Lewis noch Brönstedt noch esoterisch.

Bei Gesteinen bezeichnet man solche als "basenreich", die einen hohen Anteil an Kalium sowie Calcium, Magnesium und andere Metalle, manchmal auch Schwermetalle, enthalten. Bei sehr hohem Gehalt und entsprechend geringem Gehalt an Siliciumdioxid spricht man sogar von ultrabasischen Gesteinen.

"Basenreich" deshalb, weil die Oxide dieser Elemente in wässriger Lösung basisch reagieren. Aber natürlich nicht deshalb automatisch das als "basenreich" bezeichnete Gestein.

Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 02. März 2016, 14:33:59
Abgesehen von Diamanten und ein paar exotischen Mineralien wirst du kaum Gesteine finden, die nicht aus Metallverbindungen bestehen. Die Erde ist halt mal ein Gesteinsplanet.... .
Insofern ist "Gesteinsmehl = basenreich" von fraglichem Nährwert, weil es nix über das Gestein  aussagt (außer, dass es wahrscheinlich kein gemahlener Diamant ist).
Aber für die Bodenreaktion (pH) und ob damit der Ammoniak aus seinen Salzen ausgetrieben wird, ist für mich doch die Brönstedt'sche Basendefinition die sinnvollste.
Und Magnesium²+, Ca²+, Fe²+, Fe³+ usw. sind eigentlich - nach Lewis Säuren... , aber das gehört nicht hierher... .
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 14:42:20
Klar ist für die Bodenreaktion die Definition nach Brönsted die sinnvollste (und auch die, die den meisten mit gutem Grund vertraut ist als pH-Skala von 0 bis 14 mit Neutralwert 7).  ::)

Aber wie gesagt: Die Gesteinskundler verwenden halt diese Kriterien, um Gesteine einzuordnen.
Und ein Gestein, das basenreich ist, muss deshalb noch lange nicht zu einer basischen Bodenreaktion führen.

Vegetationskundler und Pflanzensoziologen benutzen diese Kriterien übrigens auch, wenn sie Standortbeschreibungen geben wie z.B. "gedeiht oft auf basenreichen, aber kalkarmen Standorten".
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: martina 2 am 02. März 2016, 14:54:45
Die meisten Gesteinsmehle sind wohl zwar basenreich, aber nicht kalkhaltig.

Boku ??? (Bodenkunde-Uni in Wien?)

Universität für Bodenkultur Wien
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: kpc am 02. März 2016, 15:08:07
Helft mir mal....
Inwiefern wirkt sich denn basenreich/basenarm auf das Pflanzenwachstum aus ?
Die verschiedenen Definitionen habe ich mal hier gefunden. Puuh !
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 15:13:11
Diese ganzen Definitionen kannst du auch gleich wieder vergessen. Für den Alltag reicht die von Brönsted, das ist die vertraute mit der pH-Skala 0 - 14 und pH 7 = neutral.


Wie gesagt, der Begriff "basenreich" bei Gesteinen bedeutet nicht, dass der Boden über dem Gestein oder die Bestandteile des Bodens, die bei der Verwitterung aus dem Gestein hervorgehen, basisch = alkalisch reagiert.

Wie sich "basenreiche" und "saure" Gesteine auf das Pflanzenwachstum auswirken, dazu kann ein gestandener Bodenkundler oder ein Geologe sicher mehr sagen. Vielleicht findet sich hier ja einer.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 02. März 2016, 15:32:31
Zitat
Dünger ist Dünger und nicht Gift.

Hier steht es: http://www.gartentipps.com/eisenduenger-richtig-anwenden-so-wirds-gemacht.html

Ob Eisensulfat wirklich so giftig ist, weiß ich nicht. Angeblich soll man so gedüngten Rasen mindestens 2 Monate nicht betreten, insbesondere Haustiere und Kinder. Ich habe es auch anderswo gelesen, aber weiß nicht mehr wo. Wen es interessiert, der muss dazu guggeln.

Hier steht auch, dass Eisensulfat angeblich Moos vernichtet.

Ich nehme Eisensulfat ganz zweckentfremdet für die Toilette im Womo. Trotz Sanitärzusatz fängt es insbesondere an warmen Tagen schnell an zu stinken. Gibt man Eisensulfat dazu, vermindert sich der Geruch deutlich. Das Gleiche gilt für Plumpsklos im Garten. Man muss bloß wegen der Rostflecke aufpassen. Die "Abprodukte" werden allerdings schwarz.

In der Landwirtschaft wird diese Methode gelegentlich (bei zu starken Beschwerden der Nachbarn) zum Entstinken von Gülle angewendet. Auch beim Ausbringen der Gülle auf dem Feld stinkt es viel weniger. Allerdings kostet das Eisensulffat Geld und deshalb machen es die Bauern nur unter Druck.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 15:40:47
Ob Eisensulfat wirklich so giftig ist, weiß ich nicht. Angeblich soll man so gedüngten Rasen mindestens 2 Monate nicht betreten, insbesondere Haustiere und Kinder. Ich habe es auch anderswo gelesen, aber weiß nicht mehr wo. Wen es interessiert, der muss dazu guggeln.

Dazu muss ich nicht googeln: Eine mit Eisensulfat behandelte Fläche im Garten sollte bis zum nächsten Regen nicht betreten werden.

Eisensulfat bzw. lösliche Eisenverbindungen sind generell akut ziemlich giftig, vor allem bei Kindern hat es sehr schwere und auch tödliche Vergiftungen gegeben, wenn die davon probiert oder eine Lösung von Eisensalz getrunken haben.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 02. März 2016, 15:57:13
Zitat
Wie gesagt, der Begriff "basenreich" bei Gesteinen bedeutet nicht, dass der Boden über dem Gestein oder die Bestandteile des Bodens, die bei der Verwitterung aus dem Gestein hervorgehen, basisch = alkalisch reagiert.

Bei Lava wird gelegentlich von basischer und saurer Lava gesprochen und diese Einteilung bezieht sich auch auf Umwandlungsgesteine. Mit dem pH-Wert hat das nichts zu tun.

Saure Lava ist siliziumdioxidreiche, also stark glasige Lava, denn Siliziumdioxid plus Wasser ergibt Kieselsäure, welche aber sehr sehr schwach ist und die Reaktion von Siliziumdioxid und Wasser ist sehr sehr träge. Sonst gäbe es am Strand keinen Sand mehr. Das ist nicht sauer im Sinne des pH-Wertes, oder hat schon jemand mal Sand gekostet? Die Definition geht einfach davon aus, dass ein Nichtmetalloxid und Wasser eine Säure bilden. Kohlenstoff steht in der gleichen Hauptgruppe des Periodensystems und ist deshalb auch chemisch ähnlich wie Silizium und Kohlendioxid plus Wasser ergibt auch eine Säure, nämlich Kohlensäure. Silizium kann ähnliche Verbindungen wie Kohlenstoff bilden, ist nur weniger reaktiv.

Wenn in der Lava oder umgewandelten Urgesteinen , z.B. Basalt, wenig Siliziumdioxid enthalten ist, spricht man von basischer Lava, obwohl deren pH-Wert auch ca. 7 ist. Basisch deshalb, weil statt dem Nichtmetall Silizium Metallverbindungen dominieren, d.h. Elemente der 1. bis 3. Hauptgruppe bzw. der ersten Nebengruppe.

Ich hoffe, Ihr werdet jetzt nicht kleinlich und behauptet, dass Silizium ein Halbleiter bzw. Halbmetall ist. Das trifft nur für reines Silizium oder Verbindungen von Si und C oder Ge zu und auch nur in einem engen Temperaturbereich. Chemisch verhält sich Silizium wie Kohlenstoff eher wie ein Nichtmetall.

Dann gibt es Gesteinsarten, welche einen "sauren" Anteil (Siliziumdioxid) und einen eher basischen Anteil haben, z.B. Granit.

Von der Lava wird berichtet, dass diese sehr fruchtbare Böden ergibt. Gemeint ist aber eher basische Lava, denn mit Glas kann man schlecht düngen bzw. der hohe Glasanteil verhindert ein Freisetzen der Nährstoffe, da diese praktisch von Glas eingeschlossen sind.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Dietmar am 02. März 2016, 16:11:17
Zitat
Abgesehen von Diamanten und ein paar exotischen Mineralien wirst du kaum Gesteine finden, die nicht aus Metallverbindungen bestehen.

Ich habe die Metalle im Periodensystem nicht gezählt, aber ca. 85 % der Elemente sind Metalle.

Aber ganz so exotisch sind Mineralien ohne Metalle nicht. Alle Verbindungen zwischen den Elementen der 4. bis 7. Hauptgruppe gehören dazu. Unter bestimmten extremen Bedingungen gehen auch Edelgase Verbindungen ein.

Eines der häufigsten Minerale bzw. Mineralbestandteile ist Siliziumdioxid, z.B. in nahezu reiner Form (Sand, Bergkristall ...) oder als Mineralbestandteil, z.B. in Granit, saurer Lava u.v.m.. Siliziumdioxid ist eine der häufigsten Verbindungen in der Erdkruste, also nicht ganz exotisch.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 17:29:49

Wie sich "basenreiche" und "saure" Gesteine auf das Pflanzenwachstum auswirken, dazu kann ein gestandener Bodenkundler oder ein Geologe sicher mehr sagen. Vielleicht findet sich hier ja einer.

ein ehemaliger Mikrobiologiestudent im Grundstudium, der die Allgemeine Mikrobiologie vom Thiemeverlag in der Ausgabe der 80er Jahr hat, der weiß das auch. Und erzählt das hier dauernd und immer wieder.

Basenreiche Gesteine sind Minerale aus schwachen Basen mit geringer Löslichkeit und wirken als Ionenaustauscher im Boden. Daher sind die typischen und ubiquitären Feldspate, die Kieselsäure-Minerale, der wichtigste Bestandteil des guten Ackerbodens und liefern alle für Pflanzen notwendigen Minerale.

Im fruchtbaren Ackerboden, der durch die Tätigkeit der Regenwürmer über Jahrtausende gewachsen ist*, hat sich eine Depot an Phosphor, Stickstoff und Kalium gebildet, das durch den jährlichen Eintrag von organischer Pflanzenmasse konstant hoch gehalten wird. Die Bodenkrümel enthalten Ton-Humuskomplexe und der Boden Lebewesen des Mikro- und Mesokosmos. Die Hohlräume im Boden sind mit Schleim ausgekleidet, in dem Mikrooganismen leben. Die Hohlräume werde von unzähligen Würmern und Insekten gelegentlich auch von Säugern hergestellt. Die Durchmischung des Bodens durch die Grabeaktivität hat zur Folge, dass sich keine Nischen bilden, in denen der Umbau und Abbauprozess stagniert, weil sich Stoffwechselprodukte angehäuft haben, die eine weitere Degradation durch andere Mikroorganismen inhibieren. Die Feldspate im Boden puffern im optimalen Fall pH Werte ab, die für weiter degradierende Mikroorganismen suboptimal wären.

Phosphor, Stickstoff und Kalium werden dem Boden durch den Abbau der Pflanzenmasse eingetragen. Das Zytoplasma von Pflanzen enthält zum großen Teil Kalium, wir haben vor allem Natrium als physiologisch wichtiges Mineral.

* Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer (im englischen Original: The Formation of Vegetable Mould through the Action of Worms, with Observations on their Habits, 10. Oktober 1881. Wiki.

Not so simple, not so subtle: the interspecies competition between Bacillus simplex and Bacillus subtilis and its impact on the evolution of biofilms, 27 January 2016, Nature

Dieses paper befasst sich damit wie die bodenaktiven Organismen um Territorium kämpfen. Im Boden ist das von Bedeutung, weil eine dichte Verzahnung von Organismen ein optimales Aufschließen der eingetragenen organischen Masse und den Fluss der mineralisierten Substanz entlang des Kreislaufs zu den Pflanzen sichert.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 17:36:42
Sandböden aus Siliziumoxid, also Quarzsanden, versauern deshalb, weil der Abbau von Laub und Holz zu sauren Produkten führt, die eine weitere Degradation verlangsamen oder verhindern. Quarzsandboden ist sehr dunkel und enthält vertorfte Pflanzenmasse. Sehr nasser Sandboden mit hohem Eintrag von Pflanzenmaterial enthält Faulschlamm, tonige Minerale, die durch Niederschläge und Überschwemmung in untere Schichten geschlämmt werden um dort die unfruchtbaren ungesunden Podsolböden zu bilden.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 17:39:34
Inzwischen sind wir ja weit von der Ausgangsfrage entfernt.

Diese von Pearl gerade beschriebene Preisung des regenwurmreichen, fruchtbaren Ackerbodens ist in der hiesigen Gärtnerseele offenbar ganz ganz fest verankert.
Für den Gemüse- und Obstanbau hat das auch seine Berechtigung.

Für Zierpflanzen nicht unbedingt. In vielen Gegenden gibt es diese Böden nicht, weil die Humusbildung gehemmt ist. Und es gibt Gegenden, in denen eingeschleppte Regenwürmer eher Fluch als Segen sind. Dort hat das nämlich dazu geführt, dass die einst dicken Laubhumusschichten, die sich ganz oben auf dem Boden bildeten, "dank" der Würmer abgebaut werden. Nicht zum Vorteil der Waldpflanzen, die an die Vor-Regenwurm-Verhältnisse angepasst waren.
Für solche Waldpflanzen "dürfen" wir dann hier in Mitteleuropa dauernd neue Waldbodenauflage schaffen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 17:43:28
Nee, Pearl, Quarzsande "versauern" in ozeanischen Klimaten, weil durch die Niederschläge die Nährstoffe ausgewaschen werden. Z.T. (Eisen) finden sie sich als Ortstein in geringer Tiefe ausgefällt wieder.

Allerdings passiert das oder ist das dort erst passiert, wo Menschen die ursprüngliche Baumschicht gerodet haben. Bis dahin waren die Nährstoffe in der Biomasse gespeichert und wurden von dieser auch nach der Mineralisation sofort wieder aufgenommen.
Man findet deshalb auch auf nährstoffarmen Böden natürlicherweise oft üppige Waldvegetation.

Aber, wie gesagt, wir sind weitab vom Thema.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 17:48:26
 ::) hä?

Wahr ist, dass die Biofilms bisher noch wenig untersucht und die Bedeutung von Mikroorganismen nicht erkannt wurde. Es ist für den Darm von Tieren wie für den Boden entscheidend wie der Mikrokosmos gerade drauf ist. Ein Hängen wirkt sich sehr schlecht aus und fühlt sich auch beschissen an.  ;) ;D

Ich habe den Eindruck, dass bristlecone noch nie gute Gartenerde, ausgezeichnete Regenwurmkomposterde und Walderde angefasst und miteinander verglichen hat. Auch Mistkompost wird er nicht kennen und die Wirkung auf Pflanzen nicht erfahren haben, oder?

Die "Gefahr der Regenwürmer" für unsere Wälder, ich fasse es nicht!  ::)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 17:54:30
Für solche Waldpflanzen "dürfen" wir dann hier in Mitteleuropa dauernd neue Waldbodenauflage schaffen.

Dieser Satz bezieht sich natürlich auf Waldpflanzen in unseren Gärten, nicht auf die Verhältnisse im hiesigen Wald.
Ich dachte, das ergäbe sich aus dem Kontext.

Google nach "earthworm New England". Hier einer der vielen Funde:

"As such earthworms should be placed on a par with other forest pests. The reason why this has not happened yet is because earthworms are regarded as positive contributors to ecosystem processes and damage done may not be attributed to earthworms; earthworms do not directly affect tree species but cause damage to silviculture through influencing ecosystem processes; damage does not leave an immediate impression because changes are subtle in the beginning"
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: hargrand am 02. März 2016, 17:56:03
Pearl , ich glaube dass Brissel die Wälder Nordamerikas meint, deren Pflanzen durch die dicke Laubschicht vor den kalten Wintern geschützt werden.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 17:56:44
Hallo Hargrand! Danke, genau die Wälder meinte ich.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 17:57:08
Nee, Pearl, Quarzsande "versauern" in ozeanischen Klimaten, weil durch die Niederschläge die Nährstoffe ausgewaschen werden. Z.T. (Eisen) finden sie sich als Ortstein in geringer Tiefe ausgefällt wieder.

Allerdings passiert das oder ist das dort erst passiert, wo Menschen die ursprüngliche Baumschicht gerodet haben. Bis dahin waren die Nährstoffe in der Biomasse gespeichert und wurden von dieser auch nach der Mineralisation sofort wieder aufgenommen.
Man findet deshalb auch auf nährstoffarmen Böden natürlicherweise oft üppige Waldvegetation.


welche Mineralstoffe werden in Quarzsanden ausgewaschen? Eisen, genau, und zwar aus Rotsandstein. Die ärmsten Böden in Deutschland haben wir im dicht bewaldeten Odenwald und in der Streusandbüchse Brandenburgs. Es gibt auch die Steppen des Oberrheins, die im Mainzer Sand gerade final bedrängt werden.

Dass seit dem Jungsteinzeitlichen Ackerbau Böden verarmt sind ist ja kein Argument. Wie schnell sich Böden regnerieren können, das ist entscheidend.

Und Sandböden brauchen eben durch die ganze Vegetationsperiode Dünger. Weil sie ohne Bodenleben und ohne Ton-Humus-Komplexe nix halten können.

Solche Zusammenhänge zu leugnen ist auch irgendwie ... dogmatisch oder ideologisch?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 18:01:35
ach Nordamerika!

Ja, die dicken Laubauflagen sind für die Vegetation in den Appalachen, speziell für die flächige Ausbreitung der Trilliums, sehr wichtig und sicher, Neobiota sind für ein Ökosystem immer eine Gefahr. Eine Störung des Gleichgewichtes in USA durch unseren europäischen Regenwurm.  :D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 18:05:37
Schön, dass wir das geklärt haben!

Und Sandböden brauchen eben durch die ganze Vegetationsperiode Dünger. Weil sie ohne Bodenleben und ohne Ton-Humus-Komplexe nix halten können.

Das mussten sie auch nicht, bevor der Wald, der drauf wuchs, gerodet wurde. Solange der stand, wurden die Nährstoffe, die bei der Mineralisation freigesetzt wurden, unverzüglich von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen wurden.

Die heutigen waldfreien atlantischen Heidegebiete waren einst üppige Wälder, in denen hauptsächlich Eichen wuchsen.

Ist auch anderswo auf der Welt in regenreichen Gebieten so, dass auf äußerst nährstoffarmen Böden üppiger Wald wachsen kann, z.B. in den tropischen Regenwäldern, aber auch in Südchiles Regenwäldern und im Westen Nordamerikas. Dort wachsen bekanntlich die höchsten Bäume der Welt, und das seit Jahrtausenden, ohne jede Degeneration.
Erst wenn man den Wald rodet, setzt das Auswaschen der Nährstoffe ein.

Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 18:15:16
weil wir gerade in Nordamerika sind.

In Ohio, an den großen Seen haben sich verschiedene Taglilienzüchter angesiedelt. Auch die riesige Farm von Klehm ist dort. Unglaublich prächtige Päonien werden dort gezüchtet und in die ganze Welt verschickt. Der beste Boden, Schwarzerde.

Klehm teilt sich das Land mit traditionellen Bauernbetrieben. Die belegen die Felder abwechselnd, schichtweise, so dass sich crop von peony von crop ... erholen kann.

Die Voraussetzung für die gute Erde ist ein Lehmboden, der sich über Jahrtausende aufgebaut hat. In Sommern mit üppigem Pflanzenwuchs und in den harten Wintern mit langen Ruhepausen. Die Ruhepausen sind konstruktiv und nicht wie in Mooren oder auf Quarzsandböden. Sie sorgen dafür, dass die Ton-Humus-Komplexe nicht gleich wieder verstoffwechselt werden und im beginnenden Frühling für die Pflanzen verfügbar sind.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 18:22:59
die Regenwälder mit ihren humusarmen Böden.  ;D Da findet die Degradation im Regenwald oberhalb des Erdniveaus statt. Das ist nur wegen der hohen Luftfeuchtigkeit möglich.

Die üppige Vegetation in der Lüneburger Heide.  ;D Ja sicher, warum sollte da vor der anthropogenen Periode nicht Wald gewesen sein. Eiche ist eine sehr genügsame Pflanze. Hier haben wir auch Kiefer und Eiche im Odenwald. Auf manchen Standorten geschlossene Buchenbestände. Auf der anderen Seite des Oberrheingrabens Esskastanien. Wälder davon.

Aber für den Ackerbau sind die Flächen völlig ungeeignet. Auf den ehemaligen Sanddünen - seit der Eiszeit im Oberrheingraben - wächst heute die Kiefer. Ackerbau haben wir hier nur in den Flussauen auf Lösslehmbänken.

In unserem Klima ist die Trockenheit nicht der limitierende Faktor. Noch nicht.

Aber egal, ich habe keine Ahnung warum bristlecone gegen Fakten argumentiert, die nicht nur plausibel, geobotanisch anerkannt und erfahrbar sind.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: bristlecone am 02. März 2016, 18:31:27
die Regenwälder mit ihren humusarmen Böden.  ;D Da findet die Degradation im Regenwald oberhalb des Erdniveaus statt. Das ist nur wegen der hohen Luftfeuchtigkeit möglich.

Äh - wo findet denn hier unter mitteleuropäischen Verhältnissen natürlicherweise die Degradation abgestorbener Vegetation statt? Doch wohl auch oberirdisch, oder werden tote Baumstämme hierzulande von Kobolden und Erdgeistern vergraben?  ;D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 19:06:59
also in meinem Garten wird totes Material von Regenwürmern in die Erde gezogen und das Laub liegt auf dem Boden und wird dort umgesetzt. Wobei Regenwürmer das Erdniveau durch ihre Tätigkeit anheben. Gelegentlich werden so Kübel, Steine und Mauern mit der Zeit eingebuddelt.

Im Regenwald gelangt das Abgestorbene nicht bis zum Boden, sondern verrottet in allen Etagen des Regenwaldes oder wird von Lebewesen ver- und gebraucht, so dass kaum was unten ankommt, weil ja der Laubfall nicht auf einen Schlag erfolgt und auch umgekippte Bäume nicht auf freigehauene Flächen fallen.

Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 19:18:17
so die Geobotanik sagt dazu, dass sich Böden nach ihrer Kationenaustauschkapazität klassifizieren lassen, die ein Maß für die Nährstoffverfügbarkeit eines Bodens ist.

"Insbesonders Mikronährstoffe werden aber durch Aussscheidung von Säuren und Chelatoren in den von Mikroben reichlich besidelten Grenzraum zwischen Wurzeloberfläche und Bodenteilchen angereichert und in die Pflanzen aufgenommen."

"Pinus sylvestris besitzt eine breite ökologische Amplitude und ist heute in der Regel ein konkurrenzbedingter Besiedler von Extremhabitaten. Man spricht ... vom ostelbischen Kiefernareal ... . Postglazial war die Kiefer auch im mitteldeutschen Trockengebiet durchgehend vertreten.

Bei den Kiefernwäldern im östlichen Mitteleuropa handelt es sich um Gesellschaften der Sand-Kiefernwälder. Cladonio-Pinetum: auf basen- und humusarmen Sandböden, ... in Mittelbrandenburg;" Quelle: Geobotanik, Frey und Lösch
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 02. März 2016, 19:22:32
um das vollständig zu machen: Gesteinsmehl, Steinmehl ist je nach Gesteinsart und Anteil an Silikaten und Feldspaten im Boden ein Stoff mit guter Kationenaustauschkapazität. Also ein Ionenaustauscher.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 02. März 2016, 23:10:55
Was mich an der Geschichte mit den "Basen" im Boden stört, ist wie man einem armen Nichtchemiker klarmachen soll, dass ein "basenreicher" Boden sauer sein kann. Ich meine, der Begriff verwirrt doch nur. Man sollte eher von "mineralischen" Böden sprechen, die je nach Mineralgehalt (Silikate oder Carbonate) sauer oder basisch reagieren (können).

Und zur Ionenaustauschfähigkeit: Ich weiß nicht, wie lange der Feldspat im "Urgesteinsmehl" (auch so ein furchtbarer Begriff, unsere Triaskalksteine sind doch auch aus der "Urzeit", mancher Granit ist jünger), braucht, bis er durch Wassereinlagerung so aufgeschlossen ist, dass er zu Tonmineralien umgesetzt ist. Sofern das "Urgesteinsmehl" überhaupt Feldspat enthält. Wieviele unterschiedliche Produkte gibt es da wieder auf dem Markt? Insofern geht man doch eher sicher, wenn man sich einen Lastwagen voll Lehm oder Ton kommen lässt.

So, und ich frag mich jetzt, wann ich die nächste Ladung frischen Pferdemist im Garten platzieren kann, damit wir auch mal wieder von Düngung reden.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Isatis blau am 02. März 2016, 23:25:28
Wenn man genauer hinschaut, Brönstedt, Lewis, das sind alles Säuretheorien, das Wort Base, der Gegenspieler zur Säure, wird vermieden.
Eben weil das Wort Base Bedeutungen hat, die eine klare chemische Basendefinition unmöglich machen.

Richtig verwirrend fand ich Säure und Base im Zusammenhang mit Ernährung. Bis ich mal kapiert habe, dass saure Lebensmittel solche sind, die für eine saure Reaktion des Urins sorgen ::).

Da kann dann die basische Kartoffel die saure Wirkung des Schnitzels neutralisieren.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 05. März 2016, 18:07:29
So, gestern die Heidelbeeren im Kübel mit teurem Osmocote Rhododendren- und Hortensiendünger versorgt. Wenn's denn schief geht mit den Blaubeeren, will ich mir nicht anhören "Hättste den richtigen Dünger gekauft!". Ein Esslöffel, ca. 25g, je 60 - 90 Liter Kübel, die Sträucher bekommen schon dicke Knsopden und der Dünger wird wohl ein paar Tage bis Wochen brauchen, bis er an die Wurzeln kommt.

Gestern und heute angefangen die Stachelbeeren und junge Apfelbäume mit Blaukorn zu düngen. Baumscheibe gesäubert, Kartonscheiben ausgeschnitten, mit dem Teppichmesser bis zur Mitte eingeschnitten, in der Mitte erweitert für die Pflanze (und Pfahl), dann Düngerkörner um die Pflanze gestreut, Karton drauf und so hingeschoben, dass die Pflanze im Loch in der Mitte steht und Kartonscheibe mit Sand/Erde abgedeckt. Mal sehen, ob so die Pflanzscheibe frei bleibt vom Unkraut. Vielleicht ein bisschen früh, aber die Stachelbeeren kriegen teils schon grüne Blätter.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Daniel - reloaded am 05. März 2016, 21:00:02
Also:
1. Bist du bei der Dosierung sicher? 25g Osmocote je 60-90 Liter Substrat hat eher mit Homöopathie als Düngung zu tun.
Bei Osmocote (vollumhüllt) würde ich unter 1,5 g je Liter Substrat nicht anfangen (entspräche dann 90-135g je Kübel).
2. Osmocote für eine gute Wirkung bitte nicht aufstreuen sondern mit Substrat bedecken. Entweder Löcher in den Ballen , mit Dünger füllen und schließen oder aufstreuen und mit Substrat abdecken. Osmocote sollte ständig feucht sein damit die Nährsalze im Korn sich lösen und durch die Hülle diffundieren können.

Liebe Grüße,
Daniel
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: b-hoernchen am 05. März 2016, 21:46:53
Das war nur die erste Dosis Langzeitdünger - ich will noch etwas "Luft" nach oben lassen, damit ich eventuell mit schnell wirksamen Flüssigdünger nachbessern kann. Oder mit einer zweiten Dosis Osmocote. Ich will auch mal schauen, wie sich durch die Düngung das pH ämdert, z. B. wenn ich mal stärker gieße und ich das auslaufende Wasser teste. Mir ist nur aufgefallen - Osmacote Rhododünger hat anscheinend keinen Carbamid (Harnstoff)-Anteil. Die normalen käuflichen Rhododünger habe meist viel Carbamid - und das verdächtige ich an so manch kleiner Achterbahnfahrt des pH-Werts schuld zu sein. Gibt ja erst basisches Ammoniumcarbonat und wird erst nach Nitrifizierung sauer.

Mit dem Aufstreuen, das kann ich noch korrigieren, wollte aber jetzt noch nicht direkt den Dünger so nah an die Wurzeln bringen, weil's noch recht früh im Jahr ist. Aber trotzdem danke für den Tipp, ist für die nächst Düngung vorgemerkt!
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Danilo am 12. Februar 2017, 12:49:21
Alle Jahre wieder: Geophytendüngung im Frühjahr. ;) Ich häng's mal hier an.

Meine ordinären Freiland-Kleingeophyten bekommen je nach Witterung im Januar/Februar Blaukorn. Als Neuerdings-Balkongeophytengärtner überlege ich gerade, ob ich hier analog verfahre: Jetzt noch schnell Blaukorn drauf oder doch lieber regelmäßig Flüssigdünger?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Staudo am 12. Februar 2017, 14:03:33
Zwiebelpflanzen sind nach meiner Erfahrung im Topf sehr salzempfindlich. Deshalb würde ich lieber auf vorsichtige Flüssigdüngung setzen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 12. Februar 2017, 19:23:08
Kübelpflanzen bekommen bei mir auch vorzugsweise Flüssigdünger, bis auf Taglilien im Kübel und wenn das Substrat gut feucht ist und es bald regnet, dann werden sie mit Blaukorn versorgt. Ich nehme HaKaPhos compo oder so und im Herbst HaKaPhos rot.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Danilo am 15. Februar 2017, 20:44:09
Danke, dann bekommen die Geophyten verdünnte Flüssignahrung.

Agapanthus und anderes robustes Standardkübelzeug haben bei mir bisher Floranid bekommen.
Auf dem Balkon kultiviere ich zukünftig eher Trocknisverträgliche wie Helictotrichon, Calamintha, Nepeta, Centranthus etc., die ich wohl zunächst nur sparsam, aber weiterhin mineralisch zu versorgen gedenke. Aber die sind noch nicht lange in den Kübeln, da gucke ich erstmal, wie die sich überhaupt so machen. Das ist zeitgleich auch ein Experiment. ;)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 15. Februar 2017, 21:07:24
für Kübel und Töpfe verwende ich Untersetzer. Die gibt es jetzt auch in schwarz. Marke Elho bei BAUHAUS. Manchmal stelle ich die Container auch in Wannen, Mörtelkübel oder Baueimer, dann können sie sich über Nacht vollsaugen. Speziell bei ausgetrockneten Topfballen ist das im Sommer empfehlenswert.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Danilo am 22. Februar 2017, 22:01:26
Mörtelkübel besitze ich schon reichlich zum kollektiven Tauchen der Topfquartierbewohner im Garten. 8)
Wie ich das hier auf dem Balkon mache, steht sowieso noch in den Sternen, da ich ja mehrere Wochen im Jahr im brandenburgischen Garten weile. Aber alles zu seiner Zeit. Vielleicht heuere ich pflanzenaffine Studenten an, der Bio-Campus ist ja fast nebenan.
Fürs Erste treibt alles, was jetzt austreiben müsste, auch tatsächlich aus, und Galanthus elwesii sowie einige Adonis amurensis hort. blühen; die Balkonsaison könnte also schlechter beginnen. :D
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: pearl am 23. Februar 2017, 00:15:53
hört sich gut an, spannend!
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: ShirinM am 23. April 2017, 10:33:26
Hoffentlich ist meine Frage hier richtig. Wenn nicht, bitte verschieben!

Im Herbst hatten wir mehrere, dicke Phlox-Wurzelstücke geschenkt bekommen. Sie sollen hell-lila bis dunkel-lila blühen. Drei haben Namensschilder: Einer heißt "Düsterlohe", einer "Blue Paradise" und einer "Hesperis" (falls das wichtig sein könnte für die Antwort).
Die Verschenkerin sagte, sie brauchen im Frühling einen speziellen Dünger. Leider habe ich vergessen, ob es Kompost war oder (eine spezielle Art von?) (frischem?) Mist. Was davon wäre wohl das richtige?

Sie haben jetzt neue Blätter und sind schon ca. 30 cm hoch, es würde also sicher Zeit, sie zu düngen. Da die Verschenkerin wohl gerade krank ist, möchte ich sie deshalb nicht stören. Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen?

Es sind meine ersten Phloxe und ich freue mich sehr auf ihre Blüte. Daher hoffe ich, daß sie sich möglichst gut entwickeln.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Staudo am 23. April 2017, 11:08:56
Phlox können sehr robust sein, wie man in manchem alten Garten sieht. Du kannst ein wenig düngen, aber übertreibe es nicht. Ich nehme statt eines teuren Spezialdüngers Blaukorn, der geht auch.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: ShirinM am 23. April 2017, 12:49:28
Daß Phloxe grundsätzlich robust sind ist schon eine beruhigende Info :D. Danke!

Was uns empfohlen wurde war irgendwas Kostenloses und Organisches. Die Verschenkerin sagte, daß dadurch die Pflanzen gesund bleiben.
Nicht weit weg gibt es Pferde, da könnte ich nach Pferdemist fragen. Im Garten gibt es mehrere Kompostbehälter von den Vorbesitzerin. Da könnte allerdings irgendwelches Unkraut mit drin sein. Darum weiß ich nicht recht, was besser/geeigneter ist :-\
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Natternkopf am 23. April 2017, 19:10:39
Salü Shirin


Nicht weit weg gibt es Pferde, da könnte ich nach Pferdemist fragen. Na also los.  ;)
Im Garten gibt es mehrere Kompostbehälter von den Vorbesitzerin. Das abgeholte hier rein packen.
Da könnte allerdings irgendwelches Unkraut mit drin sein. Hafer und so Zeugs.
Darum weiß ich nicht recht, was besser/geeigneter ist :-\ Bis der Pferdemist gut abgelagert evtl. so gar gut kompostiert ist, sich an Staudos Typ halten.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: ShirinM am 23. April 2017, 20:00:42
Danke! Dann frag ich die Pferdehalter mal nach schon abgelagertem Mist. Am Stadtrand freuen sie sich bestimmt über Abnehmer dafür.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Nova Liz am 27. März 2020, 09:27:25
Ich hab da mal eine Frage.An der tiefsten Stelle des Gartens habe ich gemischte Stauden-und Rosenbeete.Die waren diesen Winter ewig lange abgesoffen und sind auch jetzt noch recht nass.Normalerweise grabe ich dann zur besseren Belüftung und Düngung abgelagerten,strohigen Rindermist unter.Habe ich aber zur Zeit nicht.
Neu an der Sache ist auch,dass der schwere Boden dort auf der Oberfläche einen regelrechten Moosteppich gebildet hatte.
Ich habe jetzt zum letztem Abtrocknen und Belüften tief umgegraben,auch wenn man das normalerweise nicht macht.Die einzelnen Schollen waren megaschwer und es gibt viele Regenwürmer direkt unter der Oberfläche.
Ich frage mich jetzt,ob der Boden a) durch den winterlichen Dauerregen/Dauerflutung an Nährstoffen ausgewaschen ist und b) ob er nun auch leicht versauert ist.
Wäre es auf blauen Dunst hin sinnvoll, eine Kalkgabe mit kohlensauren Kalk zu machen oder völliger Unsinn?
Andere Ratschläge? Oder alles so lassen und Vertrauen haben?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: thuja thujon am 27. März 2020, 16:52:22
Wo Staunässe herrscht versauert der Boden weil der Humus unter Luftabschluss umgewandelt wird. Das erholt sich wenn der Boden wieder besser durchlüftet ist. Auch und gerade bei Lehmboden, dauert nur etwas länger als bei Sand. Sand kann schlechter puffern, wird also schneller sauer usw.

Tödlich sauer wirds nicht sein, Aluminium wird erst bei pH 3-4 mobil.

Mit kohlensaurem Kalk kann man aber nicht viel falsch machen, der löst sich nur, wenn er von Säuren angegriffen wird. Ansonsten liegt er recht unbeteiligt im Boden, hier auf meinem Lehmboden mit einem Anteil von rund 5-10%. Kann man also ruhig auf Vorrat ausstreuen. Wenn man aktiv damit düngen will, das die Pflanzen mehr davon aufnehmen um zB widerstandfähiger zu werden, sollte man Löschkalk nehmen. Oder jetzt im Frühjahr auch mal Kalkstickstoff um die Humusmineralisierung und damit die Düngung fürs restliche Jahr anzustoßen. Humus hast du ja noch genug drin.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Nova Liz am 27. März 2020, 19:50:04
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.Dann habe ich ja nicht so viel falsch gemacht.
Ich dachte an kohlensauren Kalk,weil der als mild und ganzjährig anwendbar gilt.Warum glaubst du,dass der erstmal nur so unbeteiligt herumliegt? Gleicht er denn nicht leicht den PH-Wert aus und heizt das Bodenleben an,so dass auch die Krümelstruktur verbessert wird?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: thuja thujon am 28. März 2020, 22:45:33
Das kann er nur machen wenn der Boden sauer ist. Oder besser gesagt das Bodenwasser. Calcium wirkt nur wenns auch mal gelöst wurde, also durch Säure, wenigstens CO2 durch Humusveratmung, und dann neutralisiert er ohne den Boden zu weit ins basische zu heben.

Wenn der Boden also sauer ist, durch Staunässe oder zuviel Humus ohne Kalk, kann Kohlensaurer Kalk recht zügig wirken, ansonsten kann er auch mal 20 Jahre unbeteiligt rumliegen. Feine Vermahlung und einarbeiten bzw untermischen erhöht die Reaktiviät.
Ansonsten, wie gesagt, es gibt Böden mit 15% kohlensaurem Kalk. Wenn man sowas auf saurem Sandboden nachahmen möchte, wären das rund 150kg/m² auf Vorrat für die nächsten 100 Jahre ohne kalken. Wie gesagt, Kohlensaurer Kalk ist recht tot, wie die Kalkfelsen im Frankenjura oder der Rost am Gartentor. Regen spült sowas nicht sofort weg. Das feine vermahlen hilft nur bedingt.

Wenn mit Calcium gedüngt werden soll, Gips oder Löschkalk nehmen. Da ist verfügbares, also lösliches Calcium drin und verknüpft dir auch die Humus-Aluminiumoxid-Kolloide, sprich Krümelstruktur.

Für dein aktuelles Problem, kohlensaurer Kalk drauf fürs Gewissen oder garnix machen.
Wenn du den Rosen was gutes tun willst, über Kalkstickstoff nachdenken. Link ist Werbephrase ohne Erklärung, kannst dort aber trotzdem mal auf der Seite rumgucken:
https://www.alzchem.com/de/aktuelles-events/news/rosen-duengung-mit-perlka
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: thuja thujon am 28. März 2020, 22:49:37
Mhh, die Seite ist so unübersichtlich, hier mal der Absatz den ich zum weiter stöbern gemeint hatte: https://www.alzchem.com/de/landwirtschaft/kalkstickstoff-perlka/produkt
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Gartenplaner am 28. März 2020, 23:17:25
Ist der Boden denn überhaupt sauer bzw. so sehr versauert?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Nova Liz am 29. März 2020, 18:24:43
Ich weiß letztlich nicht,ob der Bosen versauert ist.Ich hatte nur den Verdacht,wegen des dicken Moosteppichs nach Dauervernässung und damit Verdichtung.
Jetzt sieht es nach dem Umgraben recht gut aus und ich habe den Eindruck,dass es gut abgetrocknet ist und der Boden besser durchlüftet.
Die Pflanzen sehen gut aus und wachsen.
Kohlensauren Kalk habe ich noch einen Sack gefunden,deshalb die Frage danach.Ich verstehe die Erklärung so: Egal ob der Boden leicht versäuert ist oder nicht,es schadet jedenfalls nicht etwas davon zu streuen.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Bristlecone am 29. März 2020, 18:46:52
Kalk, den man einmal in den Boden eingebracht hat, wird man nicht wieder los.
Heißt: Eine dadurch bedingte Verschiebung des Boden-pH-Werts in Basische lässt sich kaum mehr rückgängig machen.

Solltst du dort also mal eher sauren Boden liebende Pflanzen haben wollen, wäre das eher ungünstig.
Allerdings sind nicht allzu viele Gartenpfölanzen da wirklich anspruchsvoll (Rhododenden und Co., Moorbeetpflanzen). 
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Gartenplaner am 29. März 2020, 18:51:38
Ich weiß letztlich nicht,ob der Bosen versauert ist.Ich hatte nur den Verdacht,wegen des dicken Moosteppichs nach Dauervernässung und damit Verdichtung.
...
Das kann ein Indiz sein, muss aber nicht - es gibt viele Moose, die auf basischem Boden ebenfalls sehr gut gedeihen.
Ich hab viele Moose in meiner Wildwiese, in Sonne wie Schatten, auf kalkhaltigem Boden.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Starking007 am 29. März 2020, 18:57:12
"An der tiefsten Stelle des Gartens habe ich gemischte Stauden-und Rosenbeete."

ICH würde das ändern.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Nova Liz am 29. März 2020, 19:04:08
"An der tiefsten Stelle des Gartens habe ich gemischte Stauden-und Rosenbeete."

ICH würde das ändern.
Ich weiß,aber diese Nasslage ergab sich erst nach den letzten Wintern und für grundsätzliche Umänderung ist es zu spät.Das schaffe ich körperlich gar nicht mehr.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: thuja thujon am 29. März 2020, 23:07:03
Was war an den letzten Wintern anders als sonst?

Kann es nicht auch daran liegen dass die letzten beiden Sommer zu warm und zu trocken waren und du deswegen anders gewässert hast, anderst den Boden gehackt hast? Evtl sogar weniger Wirtschaftsdünger wie Kompost und Mist, dafür mehr Pellets aus der Tüte?
Warme und trockene Sommer sind nicht gut für die Bodenstruktur, wenn man da mal kurz was falsch macht kann das feuchte Beete im Winter bedeuten.

Ansonsten muss man summa sumarum nur so viel Kalk ersetzen, wie durch Regenwasser + bodenbürtiges CO2 ausgeschwemmt wird.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: dmks am 29. Oktober 2020, 20:07:56
Der Stickstoffdünger fürs Frühjahr ist schon da! ;)
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: lerchenzorn am 29. Oktober 2020, 20:41:32
Jetzt schon die Weihnachtsgans gerupft?
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: dmks am 29. Oktober 2020, 20:52:28
48 Gänse ;)

Sobald der Gemüsegarten abgeerntet ist werden sie mit der Motorhacke flach eingewurschtelt - dazu kommt den Winter über diverser Kaninchenmist und oberflächliche Dauerbearbeitung durch die Hühner.
Im Frühjahr dann wird tief durchgeackert...
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: thuja thujon am 30. Oktober 2020, 10:54:30
Habe dem Sandhafer eine Startdüngung verpasst, im Frühjahr nach dem einarbeiten kann er die Nährstoffe wieder abgeben.
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: Gartenentwickler am 23. Dezember 2020, 19:32:14
Was war an den letzten Wintern anders als sonst?

Kann es nicht auch daran liegen dass die letzten beiden Sommer zu warm und zu trocken waren und du deswegen anders gewässert hast, anderst den Boden gehackt hast? Evtl sogar weniger Wirtschaftsdünger wie Kompost und Mist, dafür mehr Pellets aus der Tüte?
Warme und trockene Sommer sind nicht gut für die Bodenstruktur, wenn man da mal kurz was falsch macht kann das feuchte Beete im Winter bedeuten.

Ansonsten muss man summa sumarum nur so viel Kalk ersetzen, wie durch Regenwasser + bodenbürtiges CO2 ausgeschwemmt wird.

In wie weit sind warme und trockne Sommer nicht gut für die Bodenstruktur bzw. was macht man da falsch um die Bodenstruktur zu zerstören ? Stehe da etwas auf dem Schlauch...
Titel: Re: Düngung im Frühjahr
Beitrag von: thuja thujon am 04. April 2021, 20:24:20
Sehe die Frage jetzt erst.

Trockene Böden sind mikrobiologisch nicht tätig. Auch Regenwürmer sind da nicht mehr aktiv sondern in Sommerstarre.

Was man nach dem giessen und damit leider oft verschlämmen macht ist die Oberfläche aufhacken. Auch wegen dem keimenden Unkraut. Das häufige hacken und wässern im wechsel führt zu Mikroerosion, es trennen sich die Bodenbestandteile auf und die feinen partiel werden nach unten gespült, um dort Verdichtungshorizonte zu bilden.
Obendrüber wird die Plattenbildung immer mehr gefördert, durch zu schnelles und zu aggresives wässern, die Bewässerungstchnik gibts da leider nicht viele vernünftige Brausen und Regner usw. Man verliert die stabile Krume an der Oberfläche, unten die lockere, divers strukturierte Porenverteilung. In feuchten Sommern mit mehr ausgeglichenen Niederschlägen kann sich die Bodenstruktur einfach anders übers Jahr entwickeln. So wie Pflanzen. Auch hier kann man fehlenden Regen nicht mit dem Gartenschlauch ersetzen, selbst bei der doppelten Menge ists immernoch was anderes.