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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: Re-Mark am 11. Dezember 2004, 20:53:53

Titel: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Re-Mark am 11. Dezember 2004, 20:53:53
Von wegen 'im Winter ruht die Gartenarbeit'. Habe einen interessanten Artikel gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. (Außerdem find ich die Information nächstes Jahr sonst nicht mehr... ;) )


Aus der Zeitschrift 'Obstbau' 8/2004: "Taphrina deformans - Neue Wege zur Bekämpfung" von Andreas Thomas und Dr. Guido Albert, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Rheinhessen-Nahe-Hunsrück

Zitat
Der Erreger der Kräuselkrankheit, Taphrina deformans, ist der bedeutendste pilzliche Schaderreger bei Pfirsich. [...]
Die Infektion der Pfirsichbäume erfolgt im Frühjahr, zum Zeitpunkt des Knopsenaufbruchs, durch sogenannte Sprosszellen. Werden diese durch Regenwasser in die sich öffnende Knopse gespült, nimmt die Infektion ihren Lauf. [...]

Die Autoren weisen darauf hin, daß bei der herkömmlichen Bekämpfung mit Fungiziden kurz vor Knospenaufbruch mehrere Spritzungen notwendig sind. Leichte Zeitverschiebung im Austrieb, bedingt durch Standort, Sorte und Unterschiede zwischen Blüten- und Blattknospen erschweren das ganze zusätzlich.
Im Gegensatz dazu haben sie ein Abtöten der Sporen durch Desinfektionsmittel untersucht.

Zitat
Die Abbildung 1 zeigt das Ergebnis eines Pfirsichversuchs aus dem Jahre 2003. Die Applikation erfolgte am 28. Februar bei 13°C. Ein ähnlicher Versuch wurde bei 3°C durchgeführt und lieferte in den behandelten Varianten wesentlich höhere Befallswerte (zw. 11% und 45% Befall). Dies war für uns eien Bestätigung, dass Desinfektionsmittel in ihrer Wirkung stark temperaturabhängig sind.

Im Jahr 2004 zeigte eine Behandlung im Februar bei frühen Sorten keinen Erfolg, die Knospen waren zu diesem Zeitpunkt offenbar schon infiziert.

Das besondere an der neuen Methode ist, dass man zeitlich nicht mehr so gebunden ist, die Behandlung kann auch schon im Herbst nach dem Blattfall stattfinden. Es ist nur darauf zu achten, daß die Temperatur nicht zu tief liegt. Außerdem reicht eine Spritzung.

Kommt für Hobbygärtner eh nicht infrage? Nun, was ich besonders interessant fand war die Grafik, in der auch die Desinfektionsmittel angegeben sind.

Befallshäufigkeiten in %:
- unbehandelte Kontrolle: 77
- Formaldehyd (3%): 0,3
- Delan SC (0,2%): 2
- Wolfasteril (1%): 3
- KMnO4 (1%): 12
- Menno Florades (1%): 7
- Essig & H2O2 (je 3%): 0

Die kommerziellen Präparate dürften für uns hier weniger interesant sein.
Formaldehyd kommt durchaus in der Natur vor, ist auch biologisch abbaubar, aber für Menschen zu giftig.
Kaliumpermanganat (KMnO4) hört sich vielleich für die meisten hier ziemlich abschreckend an, aber es wurde früher zum Gurgeln benutzt. Dummerweise färbt es unglaublich stark (erst violett, dann braun) und zeigte von den untersuchten Mitteln die schlechteste Wirkung.

Aber Essig und Wasserstoffperoxid, in 3%iger Lösung, das scheint mir ziemlich interessant. Dreiprozentiges Wasserstoffperoxid hat mir mein Zahnarzt zum Gurgeln empfohlen. Ok, es kann Flecke auf Kleidung oder Haut hinterlassen (Bleichwirkung durch freigesetzten Sauerstoff), aber man muß es ja nicht gerade in Ausgehkleidung verteilen. Wasserstoffperoxid zerfällt in kurzer Zeit zu Sauerstoff und Wasser. Der freigesetzte Sauerstoff wirkt desinfizierend.
Dreiprozentige Essigsäure ist weniger sauer als Tafelessig.

Wir mischen also zwei Haushaltschemikalien, die man jedes für sich auch bedenkenlos in den Mund nehmen kann (die Mischung aber nicht!!!!)
Das ganze wird irgendwann zwischen November und Mitte Februar auf die Pfirsichzweige gespritzt (lückenlos!), hauptsache die Temperatur liegt über 10°C.

Natürlich ist das ganze in Deutschland nicht zugelassen (Wie auch? Muß ja erst jemand beantragen. Und wer sollte das tun, wenn er kein Geld damit verdienen kann, weil sich jeder die Zutaten im Supermarkt kaufen kann?)

Sollte ich also Probleme mit der Kräuselkrankheit bekommen, so werde ich natürlich lieber zusehen, wie sich die Pilze auf Kosten meiner Pfirsiche amüsieren als in den Küchenschrank zu greifen... ::) ;D



EDIT (2007 nachträglich hinzugefügt): in der Mischung wird sich Peressigsäure bilden. Hier der Wikipedia-Eintrag: http://de.wikipedia.org/wiki/Peressigsäure
Unter dem Artikel finden sich auch Links zu den Eigenschaften und zum korrekten Umgang damit. Peressigsäure wirkt stark haut- und augenreizend, und man sollte auch niemals stärkere als die oben angegebene Konzentration verwenden. Vorteil gegenüber Fungiziden ist, dass keine giftigen Rückstände bleiben, die später in die Früchte oder in den Boden gelangen. Kinder oder Tiere muss man logischerweise trotzdem davon fernhalten und der Anwender müsste sich um passenden Augenschutz kümmern und auf die Windrichtung achten, falls diese Methode bei uns einmal zugelassen würde, denn das ist sie noch nicht, daher darf man es auch nicht versuchen. ;-)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Hortulanus am 11. Dezember 2004, 20:59:59
Ich habe bisher immer mit Cupravit gespritzt und gute Erfolge gehabt.
Darf man wahrscheinlich nicht mehr.
Steinigung oder Teeren mit Federn? :P
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Silvia am 11. Dezember 2004, 21:07:37
Nix von beidem, wenn du die Pfirsiche selber isst. 8)

LG Silvia
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 11. Dezember 2004, 22:46:23
Das ist interessant, Robert! Den Versuch mit Essig werde ich ganz bestimmt machen! Nur muss ich erst mal einen Tag mit 10° + finden...... Essig ist ja ein altbekanntes pilztötendes Hausmittel. Schimmelflecken soll man z.B. mit Essigwasser abwaschen.....
LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Re-Mark am 11. Dezember 2004, 22:55:43
Das ist interessant, Robert! Den Versuch mit Essig werde ich ganz bestimmt machen! Nur muss ich erst mal einen Tag mit 10° + finden...... Essig ist ja ein altbekanntes pilztötendes Hausmittel. Schimmelflecken soll man z.B. mit Essigwasser abwaschen.....
LG Lisl

Wasserstoffperoxid nicht vergessen! Sollte es in der Apotheke geben, sonst vielleicht in der Drogerie oder im Aquarienzubehör. Erst kurz vor Anwendung vermischen.
Wäre interessant, ob es wirkt. Meinen Pfirsich habe ich ja erst seit kurzem, daher weiß ich noch nicht, ob bei uns auch Kräuselkrankheit auftritt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Silvia am 11. Dezember 2004, 23:09:46
Nimmt man Wasserstoff-Peroxid nicht zum Haare bleichen? Nicht, dass die Pflanze davon weiß wird. ::)

LG Silvia
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: riesenweib am 11. Dezember 2004, 23:13:11
ja es verursacht das sogenannte wasserstoffblond. heisst das in D doch sicher auch so.

@re-mark

ich werde das diesen winter machen, unser weingartenpfirsich patzt alle paar jahre mit der kräuselkrankheit herum, und ich komm nicht jedes jahr dazu die befallenen blätter abzurupfen. hilft auch.

lg, brigitte
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Lilo am 11. Dezember 2004, 23:35:21
Wasserstoffperoxid ist auch ein Desinfektionsmittel. Man kann es auch zum desinfizieren kleiner Wunden verwenden. z.B. nach Entfernen von Hautunreinheiten. Das schäumt ein wenig und dann bildet sich eine saubere kleine Kruste.

Ich werde Essig mit Wasserstoffperoxid bei nächster Gelegenheit ausprobieren.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Matthias am 12. Dezember 2004, 00:04:57
Wäre interessant, ob es wirkt. Meinen Pfirsich habe ich ja erst seit kurzem, daher weiß ich noch nicht, ob bei uns auch Kräuselkrankheit auftritt.

Robert kllingt interessant, werde ich mal ausprobieren. Die Kräuselkrankheit tritt nach meiner Meinung nicht bei allen Pfirsichsorten auf. Hast du eine Sorte gepflanzt, die von Kräuselkrankheit befallen wird?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Re-Mark am 12. Dezember 2004, 00:15:21
Robert kllingt interessant, werde ich mal ausprobieren. Die Kräuselkrankheit tritt nach meiner Meinung nicht bei allen Pfirsichsorten auf. Hast du eine Sorte gepflanzt, die von Kräuselkrankheit befallen wird?

Ich habe einen 'Revita' gepflanzt, sollte eigentlich die robusteste Sorte sein:
http://www.stmlf-design2.bayern.de/LWG/gartenbau/info/kraueselkrankheiten2.html

Als zweiten Baum habe ich aber noch einen Sämling, und außerdem hätte ich gerne eine Nektarine.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Matthias am 12. Dezember 2004, 00:28:55
Von 'Revita' habe ich bisher noch nichts gehört. Früher hatte ich die gelbfleischigen Sorten 'South-,' und 'Red Heaven', die man auch in Konserven zu kaufen bekommt. Beide Sorten wurden bei mir im Garten von Krauselkrankheit nicht befallen.

Auf untenstehendem Bild siehst du den Rest einer kernechten Nektarine. Diese habe ich mir aus Früchten die ich 1990 in Bulgarien gekauft hatte, selbst ausgesät. Die Früchte waren wohlschmeckend, hatten ein gutes Aroma und wurden in den ersten Jahren auch nicht von Krauselkrankheit befallen.

In den letzten 2 Jahren haben wir von diesem Baum wegen Moniliabefall nichts mehr ernten können, da ich im Garten den Einsatz von chemischen Spritzmitteln ablehne, werde ich den Baum im kommenden Jahr roden.

Solltest du dennoch Interesse haben an diesem schon an hiesige Winter angepaßten Nektarinenbaum, dann lass es mich wissen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 12. Dezember 2004, 09:03:36
Ach, das habe ich erst nicht gecheckt, dass Essig mit Wasserstoffperoxyd zusammen verwendet wird, dachte : entweder - oder .... ::) ! 3%er Essig ist aber schon ziemlich stark: auf dem Apfelessig aus dem Supermarkt steht: 5%ig, muss man aber für den Gebrauch in der Küche schon mindestens 1: 3 oder 4 verdünnen, wenn nicht höher ....
Ich bekam von einer türkischen Nachbarin einen kernechten kleinen Pfirsich, der resistenter als die meisten anderen zu sein scheint, obwohl er bei einem Pflanzenfreund im Innviertel gleich im ersten Jahr kranke Blätter hatte, während meiner gesund blieb. Bei der Nachbarin trägt der Baum (freistehend - ist bei uns nicht normal!) fast jedes Jahr sehr gut. Die Früchte sind nur ca. 4cm groß und grünlich.
LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bea am 12. Dezember 2004, 10:58:34
Das ist ein klasse Tipp, Robert. Wird gleich, wenn es mal wieder etwas wärmer ist, durchgeführt.
In der Tat ist beides in dieser Konzentration ziemlich harmlos.
Man sollte aber auf jeden Fall erwähnen, das H2O2, Wasserstoffperoxid, in konzentrierter Form stark ätzend ist und vor allem die Augen geschützt werden sollen.
Wir haben einen 20l-Kanister zuhause und verwenden es zur Desinfektion von Getreide, bevor wir dieses mit flüssigem Pilzsubstrat animpfen.

liebe Grüsse, Beate
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: riesenweib am 12. Dezember 2004, 11:28:40
...Ich bekam von einer türkischen Nachbarin einen kernechten kleinen Pfirsich, der resistenter als die meisten anderen zu sein scheint...

Hallo, Lisl, schmecken die wie weingartenpfirsiche?

lg, brigitte
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 12. Dezember 2004, 13:21:39
Ja, Brigitte! Sie sind wohl süß, aber ein ganz klein wenig bitter hintnach ;) (ist wohl die Haut,denke ich). Aber mich stört das überhaupt nicht!
LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: riesenweib am 12. Dezember 2004, 14:58:28
bettelbettel
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 12. Dezember 2004, 15:10:23
Wenn ich die im Herbst verscharrten Kerne wieder finde (d.h.: Sämlinge davon ;)), gehört schon einer dir! Sonst frag ich die Türkennachbarin. Ich hätte da auch noch mindestens 2 Bäumchen eines anderen Kernechten, die im kommenden Jahr aus dem Gemüsegarten weg müssen.
Also: du musst wieder einmal in den wilden Westen kommen, Brigitte ! ;)
LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 31. Dezember 2004, 12:27:26
Da es bei uns möglicherweise nicht so schnell wieder so mild sein wird, habe ich heute mal so eine Essig-Wasserstoffperoxyd-Spritzung gemacht. Es hat wohl nur +7°, aber wer weiß, wann es nochmal so warm sein wird.... ??? Vielleicht hat es ja in der Sonne ein wenig mehr °.....
Falls es doch einmal noch wärmer wird, kann ich das ja zur Sicherheit wiederholen.

LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 12. Mai 2005, 06:30:01
hallo,
meine pfirsichbäumchen haben nun doch auch wieder die kräuselkrankheit an den blättern :-\ .es war wohl wahrscheinlich doch zu kalt mit 7°. dafür überraschte mich ein solcher sämling jetzt schon mit blüten. er ist erst ca. 1 1/ 2 m hoch und ich schätze: 3 jahre alt! da es heute wieder deutlich unter 0° hat, fürchte ich aber, dass da nichts draus wird....
lg lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ralf am 13. Mai 2005, 21:54:29
Hallo allerseits,
dieses Jahr hat auch die Kupferspritzung bei meinem "Rekord aus Alfter" nicht viel gebracht. Es hat wohl wirklich mit dem feuchtkühlen Frühjahr zu tun. Die Sorte soll fast so resistent sein wie Vorgebirgspfirsich, und ich brauchte sie jahrelang nicht zu spritzen. Letztes Jahr dann mäßiger Befall, und dieses Jahr dann trotz Spritzen wieder Befall.
Schöne Grüße
Ralf
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: huschpuscheli am 24. Mai 2005, 11:42:59
Hallo zusammen, bin ganz neu hier und zum ersten Mal in einem Forum.
Habe bei meinem Pfirsichbaum auch die Kräuselkrankheit und dazu eine
Frage. Ist das beim Verzehr der Pfirsiche schädlich?
Und weiter - mein Pfirsichbaum hat mittlerweile zu lange Äste, kann ich
die jetzt noch kürzen? Oder ist das für diese Jahreszeit schon zu spät? ::)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 24. Mai 2005, 14:09:20
Herzlich willkommen hier, Huschpuscheli!
 Mein Pfirsichbäumchen konnte die Früchte nicht halten, er ist auch voller gekräuselter Blätter ::) ....
Hat deiner trotzdem Früchte angesetzt?
LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: huschpuscheli am 24. Mai 2005, 16:09:06
Hallo Lisl,
ja ich konnte mich letztes Jahr gar nicht retten vor lauter Pfirsichen,
habe sie in der ganzen Nachbarschaft verteilt. Hatten eben nur kleine
Schönheitsfehler (Dellen), vermutlich durch die Kräuselkrankheit.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: brennnessel am 24. Mai 2005, 19:42:09
,ja ich konnte mich letztes Jahr gar nicht retten vor lauter Pfirsichen,
habe sie in der ganzen Nachbarschaft verteilt.
Du wohnst sicher in einer wärmeren Gegend!? Bei mir blühte ein ziemlich junger Sämlingsbaum heuer das erste Mal, aber gerade da gab es nur kaltes nasses Wetter.... ::) - nun ist ´s also wieder nix mit Pfirsichen :'( ! Werde demnächst mal alle kranken Blätter pflücken....
LG Lisl
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: huschpuscheli am 25. Mai 2005, 07:54:28
die kranken Blätter fallen sowieso immer alle ab, aber es kommen auch anschliessend neue Blätter nach. Ich denke, das abpflücken kannst Du
Dir sparen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mutabilis am 25. Mai 2005, 08:57:46
Nein, kranke Pflanzenteile sollte man immer abpflücken oder aufsammeln und dann in den Hausmüll geben. Ziel ist es ja, den Pilz irgendwann möglichst weg zu bekommen, daher sollte ihm möglichts wenig Gelegenheit eggeben werden, sich auszubreiten oder zu überwintern.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: huschpuscheli am 25. Mai 2005, 09:03:54
Oh je, da habe ich jetzt aber dazu gelernt. Allerdings ist mein Pfirsich-
baum ca. 2,5 m hoch und da ist es unmöglich, alle Blätter abzurupfen.
Muss dann wohl doch auch spritzen. :o :-\
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 13:05:43
Tach zusammen ,ich neu hier

FRagen zur Kräuselkrankheit:
Wie behandle ich genau mit Essig und Wasserstoffper. ?? Mischverhältniss ?

Hilft Meeretich pflanzen oder ist das ein Ammenmrchen?

Wenn Regen den Pilz begünstigt, warum den Baum nicht in Regenfolie packen (natürlich nur bis zu einer gewissen Höhe)

Danke
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 15. Februar 2006, 13:23:01
Lieber pauliboy,
ich bin zwar kein Obstbaumexperte, aber ich werde doch zumindest mal einen Anfang machen:
...weil man sich mit dem Luftabschluß meistens auch nur Pilzkrankheiten einfängt. Gute Belüftung sind sicherlich besser angezeigt gegen Pilzerkrankungen. Zu dem Meerrettich, in dem System der Mischkultur wird Meerrettich als nützlich gegen Monilia (Spitzendürre) empfohlen, so gesehen machst Du damit nicht wirklich was falsch. Lediglich die Ernte des Meerrettichs zwischen den Obstbaumwurzeln ist etwas schwieriger. :-\
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 15. Februar 2006, 13:27:59
Die Antwort auf die Frage nach dem Mischungsverhältnis findest Du in dem einleitenden posting, das Du vielleicht besser erst einmal gelesen hättest? ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Biobella am 15. Februar 2006, 15:03:09
Ich finde die Frage durchaus angebracht.

Das Eingangsposting nennt folgende Mengen:

Zitat
- Essig & H2O2 (je 3%)

Heißt das nun, daß ich dreiprozentiges Wasserstoffperoxid mit dreiprozentiger Essigsäure mische?
Oder heißt das, daß ich 3 % Essig und 3 % Wasserstoffperoxid mit 94 % Wasser ansetze?
Ich vermute mal, daß es sich um die erste Mischung handelt, aber sicher bin ich mir nicht.

Außerdem gibt's da noch ein Essigproblem. 3%iges Wasserstoffperoxid habe ich in der Apotheke bekommen, aber auf der Essigessenz steht, daß sie 25 % Säure hat.
Jetzt muß ich mich als blöd outen. Wie verdünne ich das, um 3%ige Essigsäure zu bekommen? Reicht ein Mischungsverhältnis von 1:7?


Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 15:06:30
 ;D Danke
Genau dies war mir auch unklar.
Ach ja und was für ein Essig ???
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Citrullus am 15. Februar 2006, 15:09:05
Balsamico ist zu süss. ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 15:11:04
Lieber pauliboy,
ich bin zwar kein Obstbaumexperte, aber ich werde doch zumindest mal einen Anfang machen:
...weil man sich mit dem Luftabschluß meistens auch nur Pilzkrankheiten einfängt. Gute Belüftung sind sicherlich besser angezeigt gegen Pilzerkrankungen. Zu dem Meerrettich, in dem System der Mischkultur wird Meerrettich als nützlich gegen Monilia (Spitzendürre) empfohlen, so gesehen machst Du damit nicht wirklich was falsch. Lediglich die Ernte des Meerrettichs zwischen den Obstbaumwurzeln ist etwas schwieriger. :-\

Es muß ja nur oben dicht sein .Ich schau mal was da geht .Austrocknen ist doch immer gut bei Pilzen.
Meeretich kann man ja im Kreis herum Pflanzen.Und wenn es nicht zu enrnten geht -so what -so lange es hilft ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 15:39:25
Balsamico ist zu süss. ;D
Aber mit Zwiebeln und Tomaten ;D lecker
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 15. Februar 2006, 15:52:52
Das Eingangsposting nennt folgende Mengen:
Zitat
- Essig & H2O2 (je 3%)
Heißt das nun, daß ich dreiprozentiges Wasserstoffperoxid mit dreiprozentiger Essigsäure mische?
Oder heißt das, daß ich 3 % Essig und 3 % Wasserstoffperoxid mit 94 % Wasser ansetze?
Ich vermute mal, daß es sich um die erste Mischung handelt, aber sicher bin ich mir nicht.

Außerdem gibt's da noch ein Essigproblem. 3%iges Wasserstoffperoxid habe ich in der Apotheke bekommen, aber auf der Essigessenz steht, daß sie 25 % Säure hat.
Jetzt muß ich mich als blöd outen. Wie verdünne ich das, um 3%ige Essigsäure zu bekommen? Reicht ein Mischungsverhältnis von 1:7?
Für solche Rechnungen gibt´s das so genannte Mischungskreuz. Ich versuch´s mal hier darzustellen:

25 0
  \ /
  3
  / \
 3 22

Du schreibst oben die Ausgangskonzentrationen der Essigsäure hin, also einmal 25 % Essigsäure und das andere Mal 0 % Essigsäure. In die Mitte die gewünschte Stärke, also 3 %. Dann bildest Du "über Kreuz" die Differenz und erhältst die gewünschten Mengen. In diesem Fall musst Du also 3 Teile der 25%igen Essigsäure mit 22 Teilen der anderen Flüssigkeit mischen. Wenn Du 22 Teile der 3%igen Wasserstoffperoxidlösung (H2O2) nimmst, hast Du die fertige Mischng, die hinsichtlich H2O2 ein klein wenig zu verdünnt ist, aber so genau kommt´s nicht drauf an.
Achtung, beim Versprühen nichts davon in die Augen kriegen!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 16:04:38
Also 3 Teile Essigsäure(wenn sie denn 3% hat) und 22 Teile Wasserstoffp.??Und wieviel Wasser ?Stand wahrscheinlich irgendwo,oder ???
Weil ohne Wasser wäre es ja leicht zu ätzend
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 15. Februar 2006, 16:09:17
Also 3 Teile Essigsäure(wenn sie denn 3% hat) und 22 Teile Wasserstoffp.??Und wieviel Wasser ?Stand wahrscheinlich irgendwo,oder ???
Weil ohne Wasser wäre es ja leicht zu ätzend
3 Teile Essigsäure aus der Flasche mit der 25%igen und dazu
22 Teile H2O2 aus der Flasche mit der 3%igen H2O2.
Es kommt kein Wasser dazu!
Die fertige "Brühe" ist in der Tat nicht ganz ohne, deshalb soll man auch nix davon in die Augen oder sonstwie abkriegen!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 16:14:10
1000 Dank
Und mit dem Rest blondier ich meine Haare ,obwohl ich da immer 9% nehm :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 15. Februar 2006, 17:38:05
Letze(hoffentlich ) Frage:Wie oft muß ich behandeln ???
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: HiJoe am 16. Februar 2006, 11:37:11
3 Teile Essigsäure aus der Flasche mit der 25%igen und dazu
22 Teile H2O2 aus der Flasche mit der 3%igen H2O2.
Es kommt kein Wasser dazu!

Hallo,

da hätte ich mal eine Frage zu den Kosten.

Um 5 l von dem 'Gemisch' zusammenzubekommen, braucht man dann ja ca. 4,4 l H2O2. Das ist ja schon eine Menge. Ich kenne es so, dass in Apotheken immer seeeehr kleine Fläschchen über den Ladentisch gehen. Was kostet denn diese Menge H2O2??


Grüße

Herwig
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 16. Februar 2006, 12:04:08
Ich denke beim Frisuergroßbedarf kommst du billiger davon .

Habe meine kl. Pfirsich heut morgen übrigens abgeschirmt ;D
Mal gucken obs hilft.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 16. Februar 2006, 12:31:52
Wer vorsichtig damit umgeht kauft die kleinste Menge Perhydrol (Wasserstoffperoxis 35%) im Chemikalienfachhandel und verdünnt selber.
Vorsicht, Wasserstoffperoxid ist nur beschränkt lagerfähig!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Biobella am 17. Februar 2006, 11:11:56
Zitat
das so genannte Mischungskreuz.

Das sieht toll aus, so einfach. Trotzdem wäre ich nicht in der Lage, sowas aus dem Ärmel zu schütteln. Für was steht die Null?
Aber laß gut sein, Chemie wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Ich werde es mal mit den 22% versuchen.

Zitat
Vorsicht, Wasserstoffperoxid ist nur beschränkt lagerfähig!

Mein 3%iges Wasserstoffperoxid steht seit über einem Jahr hier rum. Zu alt? Und wie kann ich es entsorgen? Als Sondermüll oder verdünnen und dann in den Abguß?


Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 17. Februar 2006, 11:30:30
Da werden schon nimmer 3% drin sein...
Ganz leise gesagt: Schütt es ins Klo, wenns nicht -zig Liter sind, spül ein paarmal nach, und weg ists. Ein handelsüblicher Kloreiniger ist viel schädlicher.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 17. Februar 2006, 11:50:52
Zitat
das so genannte Mischungskreuz.

Das sieht toll aus, so einfach. Trotzdem wäre ich nicht in der Lage, sowas aus dem Ärmel zu schütteln. Für was steht die Null?
Aber laß gut sein, Chemie wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Ich werde es mal mit den 22% versuchen.

Zitat
Vorsicht, Wasserstoffperoxid ist nur beschränkt lagerfähig!

Mein 3%iges Wasserstoffperoxid steht seit über einem Jahr hier rum. Zu alt? Und wie kann ich es entsorgen? Als Sondermüll oder verdünnen und dann in den Abguß?

Die Null im Mischungskreuz: Konkret in dem Beispiel, um das es hier geht, steht sie für 0 % Essigsäuregehalt im Wasserstoffperoxid, ganz analog zu 25 % in der 25 %igen Essigsäure. Ganz einfach, oder?
3 %iges H2O2 ist, wenn es nicht gerade in der Wärme (über Zimmertemperatur) stand, in der Originalflasche ohne Weiteres ein Jahr haltbar sein. Eine Zersetzung bei länger nicht geöffneten Flaschen erkennst u ganz einfach daran, dass Sich in der Flasche Druck aufbaut (bei der Zersetzung wird Sauerstoff frei), der beim Öffnen zischend entweicht.

Größere Mengen an H2O2 (3 % oder 30 %) kann man auch in der Drogerie bekommen. Mit 30 % sollte man aber schon sehr vorsichtig umgehen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 17. Februar 2006, 11:53:27
.......- Essig & H2O2 (je 3%): 0
........Aber Essig und Wasserstoffperoxid, in 3%iger Lösung, das scheint mir ziemlich interessant. Dreiprozentiges Wasserstoffperoxid hat mir mein Zahnarzt zum Gurgeln empfohlen. Ok, es kann Flecke auf Kleidung oder Haut hinterlassen (Bleichwirkung durch freigesetzten Sauerstoff), aber man muß es ja nicht gerade in Ausgehkleidung verteilen. Wasserstoffperoxid zerfällt in kurzer Zeit zu Sauerstoff und Wasser. Der freigesetzte Sauerstoff wirkt desinfizierend.
Dreiprozentige Essigsäure ist weniger sauer als Tafelessig. Welche Rolle der Essig in der Behandlung spielt ist mir noch nicht klar.
......
Also nehmt´s mir nicht krumm, aber in ReMark´s Text wird eindeutig davon gesprochen, daß je eine dreiprozentige Lösung miteinander gemischt werden soll. D.h. für mich, daß ich eine höher konzentriere Essigsäure zunächst auf eine dreiprozentige runterverdünne (bei 25% Essigsäure ist das grob 1 Teil Essigsäure auf 7 Teile Wasser) und beim Wasserperoxid eben analog. Und diese beiden werden dann (wohl 1:1) gemischt. bristlecone´s Rechnung funzt meineserachtens nicht, wenn beide Ausgangskonzentrationen höher sind, sondern einzig und alleine mit der dreiprozentigen Wasserstoffperoxidlösung. Sind beide Lösungen in 25%iger Lösung vorhanden, komme ich ohne Wasser nicht aus? Oder bin ich jetzt ganz daneben?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Biobella am 17. Februar 2006, 12:17:08


 :o :o :o

Jetzt werf ich erstmal nix mehr ins Klo...

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 17. Februar 2006, 12:42:34
 ;D
ich warte auch erst mal auf Antwort :)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 17. Februar 2006, 12:55:22
.......- Essig & H2O2 (je 3%): 0
Also nehmt´s mir nicht krumm, aber in ReMark´s Text wird eindeutig davon gesprochen, daß je eine dreiprozentige Lösung miteinander gemischt werden soll. D.h. für mich, daß ich eine höher konzentriere Essigsäure zunächst auf eine dreiprozentige runterverdünne (bei 25% Essigsäure ist das grob 1 Teil Essigsäure auf 7 Teile Wasser) und beim Wasserperoxid eben analog. Und diese beiden werden dann (wohl 1:1) gemischt. bristlecone´s Rechnung funzt meineserachtens nicht, wenn beide Ausgangskonzentrationen höher sind, sondern einzig und alleine mit der dreiprozentigen Wasserstoffperoxidlösung. Sind beide Lösungen in 25%iger Lösung vorhanden, komme ich ohne Wasser nicht aus? Oder bin ich jetzt ganz daneben?
Ich versteh´s als je 3 % in der fertigen Mischung. Am besten wäre es, ReMark würde das selbst eindeutig klären.

Wenn beide Lösungen höher konzentriert sind, funktioniert das "Mischungskreuz" auch, man macht die Rechnung dann für jede Lösung getrennt.
Und Du hast das schon richtig verstanden, dann kommt natürlich auch Wasser dazu! Für

25 %ige Essigsäure und 30 %iges H2O2 sieht das dann so aus:

25 0 30 0
  \ / \ /
  3 3
  / \ / \
 3 22 3 27


Ich müsste also 3 T. Essigsäure mit 22 T "anderer Flüssigkeit" zu insgesamt 25 T. mischen bzw.
3 T H2O2 mit 27 T. "anderer Flüssigkeit" (was das ist, kommt gleich) zu insgesamt 30 T. mischen, um jeweils auf die richtige Konzentration zu kommen.

Rechnen wir für 30 Teile weiter. Dann brauche ich an Essigsäure nicht bloß 3 T., sondern etwas mehr,
nämlich, (30:25) x 3 T = 3,6 T.

Ich nehme also
3 Teile vom 30%igen H2O2,
dazu 3,6 T. von der 25 %igen Essigsäure
und den Rest auf die 30 T. dann
Wasser dazu, also 30 - 3 - 3,6 = 23,4 T.

Jetzt kannst Du natürlich sagen, dass Dir das zu kompliziert ist. :(
Natürlich kann wer mag auch anders vorgehen, z.B. erst mal eine Lösung vorverdünnen, aber im Endeffekt macht man genau diese Rechnung ;D

 




Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 17. Februar 2006, 13:08:12
Danke bristlecone, wenn man es vom Sinn her verstanden hat, ist es sehr einfach, daher meine Nachfrage. Ich muß halt nur erst das Prinzip verstanden haben ::), bevor ich blindwütig anfange zu rechnen. Schließlich soll der Baum ja nicht in Flammen aufgehen ;D Vielen Dank für Deine Erklärung.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 17. Februar 2006, 17:37:57
Gern geschehen.
Mich würde interessieren, ob Du damit Erfolg hast. Mein Pfirsichbaum leidet nämlich auch unter Kräuselkrankheit. Bitte berichte also später mal wieder.
Aber bitte nicht flambieren ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 17. Februar 2006, 17:50:35
es gibt ja seit einigen jahren eine gegen kräuselkrankheit resistente sorte. revita heißt sie.sie soll auch gut schmecken. im nachbargarten steht eine, die diese jahr zum erstenmal tragen wird. ich melde mich zur erntezeit wg geschmack/bzw resistenz.
meine eigenen bäume, z.t. stark anfällig gegen die kräuselkrankheit, spritze ich mit kupfer, bzw. euparen. bei richtig gewählltem zeitpunkt funktioniert das auch.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 17. Februar 2006, 18:13:14
Sauzahn, vergiß nicht, Krankheitserreger sind erfinderisch, schaun wir mal, wie lange diese Sorte wirklich resistent ist :-\
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pocoloco am 17. Februar 2006, 18:26:10
Di Hoffnung stirbt halt zuletzt, nein es ist ja nicht ausgeschlossen, aber wenn ich an die ganzen Versprechungen der Pflanzenzüchter denke, bin ich halt nur etwas skeptisch, aber warum soll´n die nicht auch mal Glück haben. ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: netrag am 18. Februar 2006, 12:44:52
Hallo,
die Frage der Wirksamkeit einer Wasserstoffperoxid und Essigspritzung wollte ich vor einiger Zeit durch das Bundesamt für Züchtungsforschung beantwortet haben. Die Mitteilung des Bundesamtes lautete sinngemäß: In Deutschland ist sowohl Wasserstoffperoxid als auch Essigsäure als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen und der Einsatz somit verboten.
Diese Information sollte bitte besonders bei der Diskussion über eigene Erfahrungen mit diesen Mitteln beachtet werden.
Herzl.Gruß
netrag1
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 18. Februar 2006, 12:50:14
Wieder ein Argument für die Inkompetenz auch dieses Amtes...
Ob die Mittel auf Basis H2O2 bzw. Essigsäure wirksam sind, ist eine andere Frage.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 24. Februar 2006, 11:21:42
Hab ihn nun seit einer guten Woche überdacht. Darunter ist der baum schön trocken -sieht also schlecht aus für den Pilz ;D
Wassterstoffperoxid ist gekauft und Essig auch.
Nur wie oft und lange behandeln ,das ist die Frage ???
Was noch helfen soll ist verdünnte Milch .
Schonmal was davon gehört??
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 24. Februar 2006, 11:38:21
Milch 1:10 verdünnt wird vor allem bei Rosen udgl. gegen manche Pilzkrankheiten eingesetzt, vorbeugend, bei Befall hilfts kaum mehr.
Gegen Viren hilfts m.W. nicht, obs bei Pfirsichen irgendeinen Effekt hat, weiß ich nicht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: netrag am 24. Februar 2006, 17:48:42
Hallo pauliboy,
ich habe die Milchspritzung gegen die Kräuselkrankheit im letzten Jahr versucht. Ich hätte die Milch besser trinken sollen.
Spritzung mit Wasserstoffperoxid und Essig sollte erfolgen bevor die Knospen schwellen aber es sollten zumindest keine Minusgrade sein.
Besser ist es bei 10-12 Grad zu spritzen. Die Spritzung soll auch im Herbst nach dem Laubfall möglich sein.
Herzl.Gruß
netrag1
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Banane am 25. Februar 2006, 22:41:11
Hallo,

nach meiner Erfahrung gibt es keine dauerhaft erfolgreichen Bekämpfungsmethoden gegen die Kräuselkrankheit bei Pfirsich (abgesehen von speziellen Fungiziden, die aber Hobbygärtnern nicht zur Verfügung stehen). So gesehen darf man auch von der Mischung aus Essigsäure und Wasserstoffperoxid keine Wunder erwarten.

Bei mir stehen seit mehr als 2 Jahrzehnten mehrere Weinbergpfirsiche im Garten, alle aus Samen aufgegangen.
Die Mutterpflanze ist etwa 25 Jahre alt und wird demnächst absterben. Die Pflanze hatte in all den Jahren nie die Kräuselkrankheit und bringt regelmäßig große Mengen an Früchten.

Bei den Sämlingen, die ich im Laufe der Jahre aus den Kernen zog, war das Bild nicht einheitlich. Etwa ein Drittel der Sämlinge war frei von der Krankheit und meistens blieb das auch so. Die anderen Sämlinge waren schon frühzeitig befallen und das blieb dann auch so.

Daraus schließe ich, dass es wohl genetische Ursachen dafür gibt, dass Pfirsichpflanzen unterschiedlich anfällig für die Kräuselkrankheit sind. Man weiß ja mittlerweile, dass es auch bei Pflanzen Stoffe gibt, die als eine Art von Immunsystem wirken.

Die wenigsten Enttäuschungen erlebt man nach meiner Erfahrungen, wenn man sich rasch und konsequent von seiner anfälligen Pflanze trennt und es neu mit einer robusteren heimischen Sorte versucht.

Dass man mit den Jungpflanzen aus den Gartenmärkten mehr Erfolg hat, bezweifle ich daher. Erfolgreicher ist es, wenn man sich von Gartennachbarn, die einen resistenten Baum haben, im Herbst einige Kerne geben lässt und nur die resistenten Sämlinge zurückbehält, die hieraus aufgehen.

l.G.
Banane


Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: pauliboy am 27. Februar 2006, 10:54:04
Ich versuch mal Wasserstoff/essig-ausgeizen und abgedeckt habb ich ihn auch (gut belüftet) wenn es nix brigt fliegt er raus und ich hol ne ressistente Sorte .
Vorschläge ????
Danke
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Biobella am 27. Februar 2006, 11:00:24

Mein noch junger Pfirsichbaum ist wohl ein Kernechter, jedenfalls ist er auch aus einem Kern gezogen worden.
Da er in den wenigen Jahren seines Wachstums noch keine Zeichen von Kräuselkrankheit zeigte (er hat auch noch nicht geblüht), warte ich jetzt erstmal ab, bevor ich irgendwas spritze.
Vielleicht habe ich ja Glück, und es ist kein anfälliger Sämling. :D

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 27. Februar 2006, 16:14:48
Ich hab keinen Pfirsich, einerseits eben der Kräuslerei wegen, andererseits ist die Lage dafür ungeeignet.
Wie auch immer, alle Pfirsichisten meinen, daß es einerseits auf den Klon ankommt, manche halten besser durch, manche sind extrem anfällig. Abhilfen gibts meist Wundermittel, Kupferspritzung zum optimalen (!) Zeitpunkt soll helfen. Ein anderer, auch etwas suspekter Rat besagt, man solle ehestens die befallenen Blätter entfernen, ganz arg befallene Äste total abschneiden. Der Pfirsich bekäme bald neue Blätter und müßte das aushalten...
Naja.
Und nicht zu viel Stickstoff düngen!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Re-Mark am 05. März 2006, 21:56:48
Hallo,

ich hab hier seit Wochen nicht mehr reingeschaut, da ich mich zuviel in Aquaristik-Foren rumgetrieben habe. Sorry.

Das mit dem H2O2 und Essig habe ich selber noch nicht ausprobiert, da mein Garten zu weit weg liegt und es diesen Winter einfach nicht lange genug warm war. Der Artikel, den ich da zirtiert habe war eindeutig: unter 10°C kann man es vergessen, besser mehr.

Und ja, so wie ich das verstanden habe nimmt man einfach 3%iges Wasserstoffperoxid und 3%ige Essiglösung und mischt beides zusammen. Also nicht 3% von jedem in der fertigen Mischung, sondern in den Komponenten.

Das das Zeug offiziell verboten ist dürfte auch klar sein, einfach deshalb, weil es nicht explizit zugelassen ist. Und für eine Zulassung müssten jedes Jahr neue Anträge gestellt werden, die Geld kosten. Im Klartext: etwas, das man sich selber für wenig Geld besorgen oder zusammenmischen kann wird in DE niemals zugelassen sein! Ja, das ist der Schwachsinn in unserem Land. Wir brauchen nicht darüber diskutieren, dass so eine Regelung bei einigen giftigen Stoffen ihren Sinn hat, aber das Ergebnis, nämlich dass ein Hausmittel immer illegal ist, einfach weil es nichts kostet und daher niemand die Zulassung bezahlt, ist ja wohl Idiotie hoch drei!

Ob H2O2 nun als 'harmloses' Hausmittel zu betrachten ist, wäre ist eine andere Frage, aber die 3%ige Lösung kann man zum Gurgeln nehmen, also kann man die Kirche im Dorf lassen...

Tja, eigentlich wollte ich diesen Winter unbedingt spritzen, denn einer meiner Pfirsichsämlinge ist offenbar hoch anfällig. Mal sehen, ob sich kurzfristig noch eine Warmphase ergibt, in der ich zum Garten reise, und ob die Knospen dann noch nicht zu weit sind.

Bye,
Robert



EDIT (2007 nachträglich hinzugefügt): Auch in diesem Winter (2006/2007) habe ich es wieder nicht geschafft. Im Winter fahre ich dort normalerweise einfach nicht hin, weil der Weg zu lang ist. Dadurch, dass der Winter dieses Jahr ausgefallen ist, dürften die Knospen wahrscheinlich schon im Februar zu weit gewesen sein, als dass man sie noch wirksam hätte behandeln können. Und im Dezember hing das Laub noch dran... :-(

Hinweis: in der Mischung wird sich Peressigsäure bilden. Hier der Wikipedia-Eintrag: http://de.wikipedia.org/wiki/Peressigsäure
Unter dem Artikel finden sich auch Links zu den Eigenschaften und zum korrekten Umgang damit. Peressigsäure wirkt stark haut- und augenreizend, und man sollte auch niemals stärkere als die oben angegebene Konzentration verwenden. Vorteil gegenüber Fungiziden wäre, dass keine giftigen Rückstände bleiben, die später in die Früchte oder in den Boden gelangen. Kinder oder Tiere muss man logischerweise trotzdem davon fernhalten, und der Anwender müsste sich um passenden Augenschutz kümmern und auf die Windrichtung achten, falls diese Methode bei uns einmal zugelassen würde, denn das ist sie noch nicht, daher darf man es auch nicht versuchen. ;-)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 09. März 2006, 19:29:03
nochmal etwas zur bekämpfung der kräuselkrankheit.
bei empfindlichen sorten (etwa die -haven-sorten):
eine spritzung mit kupfer 0,25% während dem laubfall.
dasselbe an einem warmen tag im jan/februar (>8 grad c)
eine spritzung mit euparen wenn die knospen schwellen. nicht vorher und nicht nachher.
manche sorten, etwa kernechter vom vorgebirge (roter ellerstädter) sind etwas weniger empfindlich.
es gibt seit einigen jahren eine "resistente" sorte. heißt revita. im nachbargarten ist vor zwei jahren gepflanztes bäumchen bisher symptomfrei geblieben. dieses jahr wird er tragen. ich werde dann berichten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Re-Mark am 09. März 2006, 20:21:06
Hi,

mein 'Revita' hatte letztes Jahr trotzdem einige gekräuselte Blätter. Nicht gleich komplette Zweige wie bei dem Sämling, aber resistent ist er schonmal doch nicht, und ob die Kräuselkrankheit nun jedes Jahr härter zuschlägt werde ich sehen... :-(
Trotzdem dürfte 'Revita' nach wie vor erste Wahl sein, weil die meisten anderen Sorten deutlich empflindlicher sind und man bei Sämlingen von 'Kernechter' & Co vorher nicht weiss, ob sie auch tolerant gegen den Pilz sind, Kernlösbarkeit und Geschmack gegeben sind.

Bye,
Robert
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 09. März 2006, 20:53:27
Ob H2O2 nun als 'harmloses' Hausmittel zu betrachten ist, wäre ist eine andere Frage, aber die 3%ige Lösung kann man zum Gurgeln nehmen, also kann man die Kirche im Dorf lassen...
Zwar OT, aber es sollte niemand auf die Idee kommen, mit der 3 %igen Lösung zu gurgeln. Das tut im günstigsten Fall ziemlich weh und gibt im schlimmsten Fall schlimme Schleimhautreizungen. :o
Wenn schon H2O2 zum gurgeln, dann etwa ein Esslöffel auf ein großes Glas wasser! Soll aber zum K... schmecken :(
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Re-Mark am 10. März 2006, 13:54:37
Hm, du hast einerseits recht: auf der Flasche meiner 3%igen Wasserstoffperoxidlösung steht: 5- bis 10-fach verdünnen. Aber mein Zahnarzt hatte mir gesagt, dass ich damit unverdünnt meinen Mund ausspülen solle, und das habe ich auch schon einige Male getan. (Ok, war kein Gurgeln, sondern halt einige Sprizter in den Mund, ein paarmal durch die Zähne drücken, dann ausspucken und mit Wasser nachspülen.) Werde ihn demnächst nochmal darauf ansprechen.

Danke für die Richtigstellung.

Bye,
Robert
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Re-Mark am 10. März 2006, 23:21:03
Mein Revita hat letztes Jahr nichtmal geblüht. ::)
Aber ich denke, letzts Jahr war das verzeihlich.

Dieser Winter ist meiner Meinung nach zumindest hier in der Region Berlin-Brandenburg bisher ziemlich gut verlaufen. Andere meinen vielleicht, dass es zu lange kalt wäre, aber so lange die Kälte nicht von einer Warmphase unterbrochen wird und dann wieder einsetzt sollte das doch für uns Obstliebhaber perfekt sein, oder? Wenn Pfirsiche, Aprikosen & Co möglichst lange im Winterschlaf bleiben, müsste das Risiko für Frostschäden geringer sein.

Bye,
Robert
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: netrag am 19. Mai 2006, 12:48:45
Hallo,
habe Wasserstoffperoxid + Essig ausprobiert. Leider kein Erfolg. Der Spritzzeitpunkt war vieleicht zu spät. Ich versuche es noch einmal mit einer Herbstspritzung.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: netrag am 28. Juni 2006, 12:42:59
Hallo,
habe einen Teil meiner Kräuselbäume mit 5%igem Essig gespritzt.
Das Ergebnis: stark befallene Blätter sind vertrocknet und abgefallen. Bei leicht befallenen Blättern sind die Befallsstellen vertrocknet. Der Neuaustrieb ist faßt befallsfrei. Habe jetzt ein 2.malgespritzt. Die Pfirsischblätter haben es gut überstanden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 29. Juni 2006, 00:03:04
@netrag,
Zitat
stark befallene Blätter sind vertrocknet und abgefallen. Bei leicht befallenen Blättern sind die Befallsstellen vertrocknet. Der Neuaustrieb ist faßt befallsfrei.
das gleiche ist aber auch der fall, wenn nicht gespritzt wird.
eine erfolgreiche abwehrmaßnahme gegen die kräuselkrankheit sollte diese garnicht erst aufkommen lassen.
übrigens: nachbars resistenter revita hat immer noch so gut wie keine kräuselkrankheit. (schätze: 1% der blätter höchstens)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: leni w † am 29. Juni 2006, 00:21:07
wir haben auch einen pfirsichbaum im garten, der mit der kräuselkrankheit zu kämpfen hat. seit jahren beobachten wir aber, dass im juni die befallenen blätter abfallen und der baum hinterher praktisch befallsfrei ist - ohne das wir irgendetwas machen, ausser den baum ab und zu leicht zu schütteln, um beim blattfall behilflich zu sein ;-)

grüsse von leni w
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 29. Juni 2006, 00:24:44
robuste sorten machen das auch problemlos mit- sie tragen dann halt etwas schlechter, als sie es mit vollem laub getan hätten. empfindliche sorten, und darunter sind sehr wohlschmeckende, gehen nach einigen jahren ein, wenn sie nicht behandelt werden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: leni w † am 29. Juni 2006, 00:31:56
bisher trägt er sehr gut, wir haben ihn gerade wieder gestützt, damit er die früchte tragen kann.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 29. Juni 2006, 00:34:50
probier doch mal, vielleicht im nächsten jahr, die früchte auszulichten,
wenn sie etwa murmelgroß sind.
die übriggebliebenen werden dann größer, sind schmackhafter und du brauchst nicht abzustützen.
weißt du die sorte?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: leni w † am 29. Juni 2006, 01:22:56
wir haben schon ausgedünnt. GG ist ein grosser "ausdünner"!!! hat immer angst, dass wir zuviel obst ernten müssen! ;)

die sorte hab ich mir vorhin schon überlegt, bin aber nicht sicher. denke, es ist amsden.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Januar 2011, 17:18:21
Heute habe ich gegen Kräuselkrankheit an den Pfirsichen selbst angerührte Peressigsäure gespritzt. Wir hatten 15°C, (ausnahmsweise) trocken und sonnig. Wasserstoffperoxid 3% und Haushaltsessig mit 5% auf 3% Säuregehalt verdünnt zusammengekippt und mit dem Handsprüher von allen Seiten auf die Zweige der Pfirsiche gespritzt. Pro Baum benötigte ich 200ml.

Problem 1: H2O2 ist in der Apotheke sauteuer, verkauft wird es hier in 100ml Fläschchen. Die Drogeriemärkte führen kein H2O2. Wie ich jetzt weiss, gibt auch eine fertige Einliterpackung, P W Beyvers Wasserstoffperoxid Loesung 3%, Pharmazentralnummer 4652521, bei Versandapotheken um 3,5 EUR plus Versand. Vielleicht auch über die örtliche Apotheke zu bestellen, dann aber sicher auch zu örtliche-Apotheke-Preisen...

Problem 2: H2O2 scheint nur recht kurz haltbar zu sein. Ich habs im Herbst gekauft, konnte es aber nicht mehr anwenden wegen dem anhaltenden kalten Wetter. Mittlerweile scheint sich der Stoff etwas zersetzt zu haben. Wenn es nochmal warm ist werde ich nochmal welches kaufen und anwenden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aprikosenmöchtich am 08. Januar 2011, 19:51:17
Hallo,

habe auch heute behandelt aber mit CU-Kalk; das hat mir die letzten Jahre das Problem gelöst

Gruß
AMI
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Werner987 am 06. Februar 2011, 18:46:06
dieses jahr werde ich erstmalig peressigsäure einzusetzen.
interessieren würde mich ob auch eine wirkung gegen monilia zu erwarten ist. dann könnte man gleichzeitig die sauerkirschen spritzen. wer hat diesbezüglich erfahrungen?
ich habe bisher noch nicht den pfirsichbaum behandelt - wenn die temperaturen mal 10 grad erreichten war regelmäßig nasses wetter.
ich besorgte mir eine literflasche H2O2 (30%ig) in der apotheke für ca. 10 euro, deren bezugsquelle ist: Hedinger (Stuttgart).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: netrag am 07. Februar 2011, 15:51:56
dieses jahr werde ich erstmalig peressigsäure einzusetzen.


Habe ich vor 2 Jahren probiert.Der Erfolg war sehr mäßig.
Man kanns auch so ausdrücken:Außer Kosten nichts gewesen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Rieke am 07. Februar 2011, 16:08:24
Ich habe letztes Jahr die Pfirsichbäume mit Knoblauch gespritzt.

Hier, Post #17 habe ich es schon mal beschrieben.

Dieses Jahr werde ich das wiederholen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Moneydrops am 09. Februar 2011, 11:51:50
Problem 1: H2O2 ist in der Apotheke sauteuer, verkauft wird es hier in 100ml Fläschchen.

Das Problem hatte ich auch! Da ich mich Online informiert hatte, wusste ich, das der Preis für 1 Liter H2O2 zwischen 3,40 und 3,95 EUR liegt, zzgl. Versand. Natürlich haben die 3 Versandapotheken, welche versandkostenfrei sind H2O2 nicht im Programm! DAchte dann auch, dass ich in der örtlichen Apotheke dann ja auch so um die 7 EUR zahlen könnte, Pustekuchen! 100 ml für 1,80 EUR, also 18 EUR/Liter! Ich hatte bereits seit Anfang Januar mich umgeschaut. Nun war ich beruflich viel unterwegs und hielt dann gleich gezielt nach den Apotheken Ausschau, welche gleichzeitig einen Online Versand haben und den mir zusagendem Preis. Hatte dann eine Filiale von Doc Mor..is direkt vor der Nase. 3,95 EUR/Liter, Klasse.

Extra rumfahren deswegen lohnt natürlich nicht, aber ich konnt es ja immer irgendwie verbinden.

Ich spritze seit mehreren Jahren mit Peressigsäure und kann nur Positiv darüber berichten.

@ Werner 987
H2O2 30% oder 3%? Für 30% ist der Preis ja ok, lässt sich runterverdünnen auf 3%, aber sind dann 10 Liter! Wohin damit? Hält nicht ewig.

Liebe Grüße
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 09. Februar 2011, 17:45:02
Ich spritze seit mehreren Jahren mit Peressigsäure und kann nur Positiv darüber berichten.

Welche Pfirsichsorten hast du damit behandelt, waren die dann ganz kräuselfrei oder gab es noch einen schwächeren Befall? Genau in der Weise wie hier schon empfohlen, 3%iges H2O2 und 3%ige Essigsäure zusammenkippen und bei >10°C spritzen ?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Werner987 am 09. Februar 2011, 19:31:29
H2O2 30% oder 3%? Für 30% ist der Preis ja ok, lässt sich runterverdünnen auf 3%, aber sind dann 10 Liter! Wohin damit? Hält nicht ewig.

deshalb hatte ich nach erfahrungen zur wirkung auf andere krankheitserreger im garten(monilia) gefragt.
mein 30%iges H2O2 ist mit phosphorsäure stabilisiert.
die haltbarkeit wird mit 4 jahren angegeben, bei kühler, dunkler lagerung bestimmt noch länger.
(entsprechend verdünnt) wird H2O2 auch zum desinfizieren oder bleichen von textilien verwendet.
falls es doch mit dem aufbrauchen eng wird kann ich mir einige male die haare entfärben und trendgerecht colorieren lassen. ;) ;D

an deinen ergebnissen mit dieser spritzmethode bin ich ebenfalls interessiert.
manchmal sind es kleinigkeiten - wie der optimale spritzzeitpunkt/standort - die mißerfolg oder positive resultate bewirken können.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Moneydrops am 10. Februar 2011, 14:54:00
 Vorab:
Eine Textauszüge stammen aus bereits von mir in anderen Foren getätigten Post. Deshalb ist es wohl ein wenig länger, aber wenn es halbwegs die Fragen beantwortet, warum soll ich alles nochmal schreiben, zum gleichen Thema.

Welche Pfirsichsorten hast du damit behandelt, waren die dann ganz kräuselfrei oder gab es noch einen schwächeren Befall? Genau in der Weise wie hier schon empfohlen, 3%iges H2O2 und 3%ige Essigsäure zusammenkippen und bei >10°C spritzen ?
an deinen ergebnissen mit dieser spritzmethode bin ich ebenfalls interessiert.
manchmal sind es kleinigkeiten - wie der optimale spritzzeitpunkt/standort - die mißerfolg oder positive resultate bewirken können.

Also, ich spritze meine 8 Pfirsichbäume (Halbstamm) mit Peressigsäure, zusammengesetzt aus 3% Wasserstoffperoxid plus 3% Essigsäure (stell ich mir aus Essigessenz her) im Verhältnis 1:1. Klingt schlimm,aber ich kann mich damit beruhigen, dass das als ökologischer Verarbeitungshilfsstoff gemäß EG-Verordnung Nr. 889/2008, Anhang VIII,Abschnitt B durchgeht. Wie gesagt, ich kann mich damit beruhigen, dafür spritze ich keinerlei Schwermetalle (wie z.B. die Alternative:Kupferpräparate), sondern lediglich Brühen und Jauchen, wenn im Vorjahr Befall zu beklagen war.

Wie oft man spritzt, spielt überhaupt keine Rolle, sondern der genaue Zeitpunkt! Wobei ich diese Aussage auch langsam revidieren muss , da ich eine Publikation zur Peressigsäure gelesen habe, welche besagt, dass es gerade beim Spritzen mit Peressigsäure nicht ganz so termingerecht zu gehen muss, wie z.B. beim Spritzen mit Kupfer, da bei Kupferspritzungen lediglich die Einhaltung des genauen Spritztermines Erfolg versprechen könne.

In der Zeitschrift 'Obstbau' 8/2004 gab es einen interessanten Artikel, eben o.g. Publikation, ("Taphrina deformans - Neue Wege zur Bekämpfung" von Andreas Thomas und Dr. Guido Albert, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Rheinhessen-Nahe-Hunsrück). Der Grundgedanke war: die Pilzsporen überwintern auf den Zweigen und Knospen. Wenn man sie durch Desinfektionsmittel abtötet, bevor sie im Spätwinter, wenn sich die Knospenschuppen lockern, die Triebe infizieren, dann hat man gewonnen. In dieser Abhandlung war der Termin bereits ab Laubfall (Okt./Nov.) bis Anfang/Mitte Februar.

Es wurden verschieden Desinfektionsmittel getestet, beste Ergebnisse wurden mit Peressigsäure erzielt.

Bei der Kräuselkrankheit handelt es sich um eine Pilzkrankheit, welche über die Blattknospen eindringt. Die Pilze überwintern u.a. an den Knospenschuppen. Beim Aufplatzen der Knospen dringt das Mycel in die Blattkospen ein und durchdringt die noch nicht entfalteten Blätter. Daher ist allein eine zeitnahe Spritzung kurz vor Aufbrechen der Knospen von Erfolg gekrönt. Ist das Mycel erst einmal in der Blattknospe, kannst man die Kräusekrankheit lediglich am weiteren Ausbreiten hindern, was allerdings befallen ist lässt sich nicht mehr ändern. Ich habe gehört (ich selbst habe dies noch nicht gemacht), dass manche Obstbauern vereinzelt Knospen mit Gold-Edding o.ä. kennzeichnen um den Beginn des Knospenschwellens anhand des Zerreisens der Farbschicht punktgenau zu bestimmen.

Letztes Jahr hatte ich am 20.02. und am 27.02. gespritzt, hatte bis März immer wieder Frost und Neuschnee. Bei Regen spritzen bringt natürlich nix, und 5 °C plus sollten es schon sein.

Dieses Jahr habe ich letzten Sonntag, dem 06.02.2011, bei sonnigen 13°C Grad am Südhang gespritzt.

Ich habe South Haven (stärkster Befall 2006, deswegen habe ich auch mit Peressigsäure angefangen!), Red Haven, Suncrest und Dixired. Also alles gelbfleischige, von der Kräuselkrankheit bevorzugte Sorten. Ich hatte seit 2007 keinen Befall mehr, als Referenz: mein Nachbar in 30m Entfernung hat eine alte weißfleischige Pfirsichsorte, ca 5 Stk. so als riesige Büsche, er hat (bis auf 2008) jedes Jahr Totalausfall, also auch bei weißfleischigen Sorten. Es gibt halt Gegenden mit mehr oder weniger Befallsdruck, ich lieg da wohl echt beschi...en.

Seit letztem Jahr habe ich noch einen Blutpfirsich, welcher ja eigentlich auch sehr resitent sein soll. Diesen habe ich nicht mit gespritzt, mal sehen.

Und allen Spritzgegnern sei gesagt, ich habe leider erhöhten Befallsdruck und bei der Kräuselkrankheit hilft halt nur präventives Spritzen. Und Peressigsäure muss ich nicht unter Vollschutz spritzen, Wasserstoffperoxid zerfällt dann in Wasser und Sauerstoff (kein Schwermetall oder so´nen Sch...ß), 3% benutzt es man als Mundspülung, etc. etc.
Und ansonsten spritze ich lediglich als Austriebsspritzung Rapsöl (0,3L Rapsöl auf 10l Wasser, mit Kernseife als Emulgator) und ansonsten bei Bedarf Jauchen und Auszüge.

War arg lang, oder?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Starking007 am 11. Februar 2011, 12:03:17
War lang, aber gut. Tatsachen, kein Esoterik-Geschwafel.
Desinfektion: Dann müßte doch auch Kaliumpermanganat gehen, Mangan und Kali können nicht schlecht sein, und die Farbe macht sich bestimmt prima ;D
Wird auch am Menschen angewandt, also müßte es auch ein Baum verkraften?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Werner987 am 11. Februar 2011, 19:12:28
@Moneydrops

danke für deine ausführliche anwort!
sachliche, tiefergehende beiträge lese ich gern. 8)

Bei der Kräuselkrankheit handelt es sich um eine Pilzkrankheit, welche über die Blattknospen eindringt. Die Pilze überwintern u.a. an den Knospenschuppen. Beim Aufplatzen der Knospen dringt das Mycel in die Blattkospen ein und durchdringt die noch nicht entfalteten Blätter. Daher ist allein eine zeitnahe Spritzung kurz vor Aufbrechen der Knospen von Erfolg gekrönt.

...das erinnert mich an oidium bei weinreben.
vlt. werde ich ein oder zwei reben versuchsweise mit P. spritzen, bevorzugt jene, die im vergangenen jahr pockenmilbenbefall hatten. eine evt. mögliche nebenwirkung gegen pockenmilben wäre nicht schlecht...
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: wollemia am 11. Februar 2011, 20:15:10
Desinfektion: Dann müßte doch auch Kaliumpermanganat gehen, Mangan und Kali können nicht schlecht sein, und die Farbe macht sich bestimmt prima ;D
Wird auch am Menschen angewandt, also müßte es auch ein Baum verkraften?

Der Baum wird es verkraften. Ich habe aber meine Zweifel, ob Kaliumpermanganat stabil genug ist.
Außerdem dürfte es eine ziemliche Fleckenorgie werden...

Wenn es hilft, ist ein Gemisch aus Essig und H2O2 in ökotoxikologischer Hinsicht an Harmlosigkeit wirklich kaum zu toppen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 12. Februar 2011, 12:22:40
Hallo allerseits,

ist ja wirklich interessant, diese "Desinfektionsmethode". Fast schon zuu einfach ;)

Trotzdem bin ich eher der "Nichtspritzer", weniger wegen Naturschutz, Schädlichkeit etc., sondern eher aus Bequemlichkeit. Falls es aber gar nicht anders gehen würde, tät ichs wohl auch.

Ich habe letztes Jahr zwei verschiedene Pfirsichsorten gepflanzt, die evtl. von sich aus etwas robuster gegen KK sein sollen:" Harrow Beauty" und einen sogenannten Percoche "Andross". Angeblich eine Kreuzung zwischen Aprikose und Pfirsich. Das ist aber wohl eher ein Werbegag. Vielmehr handelt es sich bei der Sorte um einen Verarbeitungspfirsich oder auch Härtling genannt. Angeblich sind beide Sorten etwas robuster gegen die Kräuselkrankheit. Wird sich herausstellen...

Ich möchte einfach mal vom deutschen Standartsortiment der Pfirsichsorten abweichen. Es gibt so viele Sorten in Frankreich, Italien und Co., die in D nur noch nicht ausprobiert wurden.

Hat schon wer von euch mit solchen Sorten Erfahrung gemacht? Z.B. mit dem gelbfleischigen Weinbergspfirsich aus Frankreich??

Neugierige Grüße

Mediterraneus
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 14. Februar 2011, 19:43:18
@ # 86
ein interesssanter beitrag für mich, weil du offenbar mit einer einmaligen spritzung zurechtkommst.
seit mir ein erwerbsobstbauer am mittelrhein erklärt hat, daß er auf anraten des zuständigen dlr nach erstem knospenschwellen im abstand von 10 tagen bis ballonstadium der blüten behandelt (kupfer), mache ich das auch so. weniger aufwand wäre mir natürlich lieber.
den richtigen zeitpunkt ermitteln die bauern dort übrigens auch mit der astanstreichmethode (weiße fassadenfarbe).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Zuccalmaglio am 14. Februar 2011, 19:47:53
max,
das ist aber eine Freude, das du wieder aufgetaucht bist.

Sorry für OT
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 05. März 2011, 18:45:38
kleine erinnerung an die kräuselkrankheitsbekämpfer:
heute hatte es hier >10 grad.
=>zeit zum handeln.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 05. März 2011, 18:55:57
Die Nachttemperaturen gehen aber noch ordentlich runter, unter 0. Trotzdem schon handeln?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: max. am 05. März 2011, 19:05:08
ich hab schon zweimal behandelt, gärtnere aber in einer sehr anfälligen lage und habe darüberhinaus auch noch empfindliche sorten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: caro. am 06. März 2011, 18:45:35
Ich habe dieses Jahr erst einmal meine schönen Pfirsichbäume behandelt.
Demnächst werde ich nochmal behandeln.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Kathi1970 am 27. März 2011, 17:39:06
Hallo, bin neu hier im Forum.

Ich habe seit letztem Jahr einen Zwergpfirsich mit weinroten Blättern, die Blüte war wohl schon vorbei, als wir ihn gekauft haben. Aber auf Früchte haben wir vergeblich gewartet. Er hatte SEHR viele Blätter und einige waren so komisch gekräuselt, dann ist das wohl diese Kräuselkrankheit??? Was es nicht alles gibt.

Diese Blätter soll man ausrupfen??? Mit Behandeln kenne ich mich nicht aus. Und mit Wasserstoffzeugs möchte ich nicht rumhantieren. ???

Gibt es da was einfacheres??

LG


Kathi
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 11. April 2011, 09:22:38
Kathi, der ganze Thread handelt von nix anderem wie Kräuselkrankheit und den Methoden dagegen. Ich empfehle, den einfach mal durchzulesen.

Habe es jetzt auch durch: Blüte meiner Pfirsiche abgeschlossen, Austrieb und Blätter sichtbar. Diagnose: Keine Kräuselkrankheit. Der unbehandelte Kontrollpfirsich "Ellerstädter", der eigentlich recht robust gegen Kräuselkrankheit ist zeigt hingegen an fast allen oberen Trieben Gekräusel.

Ein ziemlich eindeutiges Bild, das sehr für die Behandlung mit Peressigsäure spricht. Die zweimalige Behandlung bei hoher Lufttemperatur war offenbar erfolgreich. Werde es weiterhin so machen und bin schon dabei, mir noch eine gutschmeckende Sorte rauszusuchen, egal ob anfällig oder nicht :-)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Kathi1970 am 12. April 2011, 21:58:44
ja danke.

Ich hatte alles nur schnell überflogen, wußte ja garnicht, dass es so eine Krankheit gibt. Wenn Zeit, dann lese ich mir alles genauer durch.

Heute hab ich ihn eingepackt, es könnte Frost geben in der Nacht. :-[

LG Kathi
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ayamo am 25. Juli 2011, 01:21:22
Es ist ja schon ein bissel spät im Jahr, aber ich wollte doch noch den Erfolg mit der hier beschriebenen Mischung (Peressigsäure) mitteilen. Spritzung Mitte März. Von meinen drei Bäumen haben nur 2 (Kernechter vom Vorgebirge und Früher Roter Ingelheimer) 3 oder 4 gekräuselte Blätter. Benedicte hat keine.
Danke für den Tipp!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Amur am 26. Juli 2011, 08:02:07
Bei mir haben 2 Kupferspritzungen ebenfalls fast befallsfreie Bäume gebracht. Dafür haben die Blattläuse fast den ganzen Neuaustrieb an einem Baum laublos gemacht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: partisanengärtner am 26. Juli 2011, 08:08:05
Ein Freund am Berg in Bindlach hatte letztes Jahr einen völlig befallenen Pfirsich. Ich hab ihm das Mittel geraten. Er hat es vergessen bis es zu spät war.
Bis auf einzelne Blätter ist der Baum dieses Jahr befallsfrei.
Nur drüber reden wird ja nicht dran schuld sein?

Anfangs waren ein paar Blätter kräuselig, aber eine Ansteckung weiterer erfolgte nicht. Ich tippe auf Witterungsverlauf.
Kronendurchmesser etwa 4-5 Meter
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Amur am 26. Juli 2011, 08:09:55
Interessant auf jeden Fall, da mein Kupfer bald alle ist und die Kupferspritzmittel ja wohl bald aus dem Verkehr gezogen werden sollen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Soho am 26. Juli 2011, 08:44:07
Also ich kann die Methode mit Peressigsäure (Wasserstoffperoxid mit Essig gemischt) nur empfehlen. Ich hab das hier im Forum gelesen und mache das mit Erfolg seit zwei Jahren:
Mein Pfirsichbaum, der mir wegen der KK schon beihnahe eingegangen wäre, hat nach der ersten Behandlung im Winter vor zwei Jahren fast ohne Befall ausgetrieben. Dieses Jahr mit Spritzung ebenso.
Die Vergleichsbäume im Garten (es stehen noch 4-5 Weinbergpfirsiche; kleinere Bäume, aber Altbestand) hatten wie eh und je ca. 70% Befall an den Blättern.

Jedenfalls werd ich im nächsten Winter alle Bäume so behandeln!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Juli 2011, 16:13:07
Gibts da mittlerweile ein "anwenderfreundliche Methode", wie ich das zusammenmischen kann (ohne rumrechnen)?

Bzw. wieviel von Was muss ich in 5 Liter Wasser schütten?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: wollemia am 26. Juli 2011, 16:21:11
Wenn die Info stimmt, die hier irgendwo in diesem Thread steht, dass die Endkonzentration an Essigsäure und an H2O2 jeweils 1,5 % sein soll:

300 ml 25 %ige Essigsäure
+
250 ml 30 %iges H2O2
+
4450 ml Wasser.

Sollten es Endkonzentrationen von je 3 % sein, jeweils die doppelte Menge der Essigsäure und des H2O2 in 3900 ml Wasser geben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Juli 2011, 16:31:52
Daaanke!

Da kann der Laie was mit anfangen ;)

Kann man 25 %ige Essigsäure kaufen, ist das Essigessenz?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: wollemia am 26. Juli 2011, 16:40:48
Ja.
Manchmal hat die auch nur 20 %, dann nimmst du 375 ml bzw. 750 ml.

Es gibt auch Essigessenz mit 60 oder 80 %, aber ich weiß nicht, ob du die als Privatperson kaufen kannst.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Juli 2011, 16:52:06
Ja.
Manchmal hat die auch nur 20 %, dann nimmst du 375 ml bzw. 750 ml.

Es gibt auch Essigessenz mit 60 oder 80 %, aber ich weiß nicht, ob du die als Privatperson kaufen kannst.

Meine die normale (Surig) zum Kaffeemaschinenentkalken ;D

H2O2 werd ich mal in der Apotheke nachfragen.

Danke wollemia, damit krieg ichs hin ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 06. Mai 2013, 09:04:57
Bin sehr deprimiert. Mein kleines Pfirsichbäumchen (zwei Jahre alt) hat in diesem Jahr zum ersten Mal wunderbar geblüht. Jetzt sind die Blätter da - und fast alle kräuseln sich. Im vergangenen Jahr waren auch einige wenige Blätter gekräuselt, aber das war harmlos gegen das jetzt. Ich weiß zwar eigentlich, dass es jetzt zu spät ist, aber dennoch die Frage: Kann ich noch was machen?

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 06. Mai 2013, 09:23:57
Gegen die Krankheit nicht. Du kannst aber den Baum stärken, düngen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 06. Mai 2013, 10:34:40
Gut, mach' ich.
Soll ich die Blätter abzupfen? Obwohl...wie er dann aussehen würde :'(
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 06. Mai 2013, 12:31:57
Die Blätter kannst du abreissen und in der Mülltonne entsorgen. Glaube aber nicht, dass du damit den Infektionsdruck für nächstes Jahr verringerst. Der hängt ausschliesslich an Wettergegebenheiten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Mai 2013, 14:47:23
Die fallen auch von allein ab. Bei einer guten Pfirsichsorte bleiben die Früchte trotzdem hängen.
Bei einer Mimose fallen die Früchte auch ab.

So ähnlich wie beim Birnengitterrost. Man braucht halt eine tolerante Sorte oder gute Witterung zum richtigen Zeitpunkt. Dann gehts auch ohne Spritzen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 06. Mai 2013, 14:55:27
Die fallen auch von allein ab.

Wenn der Baum nicht zu gross ist und man die Zeit hat, hat Abreissen auch seine Vorteile. Man regt damit den frühzeitigen Neutrieb von Blättern an. Je früher desto besser, damit der Baum doch noch mit neuen Blättern assimilieren kann. Der nächste Austrieb wird viel weniger Kräuselblätter haben.

In heissen Klimaten ist der erste Austrieb übrigens auch regelmässig befallen. Der zweite dann nicht mehr bzw. der Pilz verträgt keine hohen Temperaturen. Die Vegetationszeit ist dort so lange, dass dem Baum der erste Frühbefall nichts ausmacht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Mai 2013, 15:00:41
Ich hatte noch nie am zweiten Austrieb KK.
Anfangs hab ich auch die Blättchen abgezupft. Aber man hat schließlich auch noch anderes zu tun ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 06. Mai 2013, 15:03:11
Ah, danke. Dann rupfe ich sie aus. Warm genug dürfte es bei uns sein, vielleicht bleibt doch was hängen. Es ist ein Red Haven.
Letztes Jahr hat er nur einen einzigen Pfirsich ausgebildet, und der ist dann auch abgefallen. Ich hatte mich so über die vielen dreiköpfigen Knospen gefreut.
Aber es war einfach zu nass. Bestes Pilzwetter >:(.
Vielleicht kommt mir nächstes Jahr doch Kupfer in die Spritze, hab ich mich bisher davor gedrückt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Mai 2013, 15:04:57
Red Heaven ist hochgradig anfällig. :-\
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 06. Mai 2013, 15:08:37
Hmmm. Vielleicht hole ich mir dann doch mal einen weniger anfälligen. Kann mir vielleicht jemand eine weitgehend resistente Sorte empfehlen? Vielleicht diese platten Dinger? Saftig und weich, mit dieser samtigen Schale sollen sie sein, nicht diese harten Sorten. Sehr sonnige, warme Lage, kräftiger Lehmboden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Mai 2013, 15:13:37
Hmmm ::)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Rosen-Kater am 06. Mai 2013, 15:53:07
Kernechter vom Vorgebirge
Dixired
Roter Eidelstädter
Benedicte
Revita
http://www.dooyoo.de/pflanzen/pfirsiche/1151973/ (weiter unten)

http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Pfirsichbaum/Sorten
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Mai 2013, 16:02:09
die üblichen Verdächtigen halt.

Revita soll rübig schmecken.
Kernechter vom Vorgebirge und Roter Ellerstädter sind solche pelzigen, die agricolina nicht so mag (Die Sorten sind aber nicht schlecht, Typ Weinbergspfirsich/weißfleischig, säurereich)

Benedicte kenn ich net.

Problem ist halt, dass die Zarten und Süßen meist sehr anspruchsvoll sind.

Ganz gut bei mir ist "Harrow Beauty" und "Andross".
Ein französischer gelbfleischiger Weinbergspfirsich hat noch nicht getragen, scheint aber gut robust gegen Kk zu sein. Bis jetzt (2tes Jahr).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 06. Mai 2013, 16:04:33
Lies die Postings im Thread zum Thema Peressigsäure, wende sie an und bleibe bei Red Haven. Das ist ein erstklassig schmeckender Pfirsich.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Mai 2013, 16:06:52
Lies die Postings im Thread zum Thema Peressigsäure, wende sie an und bleibe bei Red Haven. Das ist ein erstklassig schmeckender Pfirsich.

Oder so, genau.

Fairhaven soll recht robust und lecker sein. Der ist mir bloß noch nicht untergekommen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 06. Mai 2013, 16:38:02
Mein Kernechter und mein Zwergpfirsich haben beide keine kk! :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 06. Mai 2013, 16:59:10
Ich hatte den Thread letztes Jahr schon verfolgt und überlegt, aber da ich nur wenig befallene Blätter hatte, habe ich es sein lassen. Leider :( . Was ist eigentlich von den Ratschlägen mit Knoblauch und Kapuzinerkresse unter dem Baum zu halten? Hokuspokus?

Falls ich mir ein zweites, weniger anfälliges - Bäumchen zulege und den Red Heaven drin lasse - ist der zweite dann auch stärker gefährdet?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 06. Mai 2013, 17:38:18
Knoblauch und Kapuzinerkresse sind gegen Kräuselkrankheit sinnlos. Der unscheinbare Pilz auf Totholz, von dem aus sich die Infektion verbreitet, infiziert die Knospen ab Februar. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Unterwuchs, der irgendetwas bewirken könnte. Lies die Postings im Thread zum Thema Peressigsäure, wende sie an, damit ist das Problem am einfachsten einzudämmen.

Ein zweiter Baum ändert nichts, auch isoliert stehende Bäume bekommen die Kräuselkrankheit. Wesentlich für die Infektion der Knospen ist neben der Baumanfälligkeit das Wetter, nicht jedoch eine vermutete Menge dieses parasitären Pilzes.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 06. Mai 2013, 21:42:54
@cydorian @all: Danke, auch für die Tipps zu den Sorten.

Ich hatte den Thread schon gelesen und mache das nächstes Jahr dann eben auch mit der Peressigsäure. Die Frage war nur, ob ich jetzt noch was machen kann. Und Antwort habe ich auch bekommen: Nein. :(
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Irisfool am 06. Mai 2013, 21:47:47
@ agricolina. Meine Schwester hat in Eisingen einen alten Wweinbergpfirsich. Der hat jedes Jahr die Kräuselkrankheit, trägt trotzdem gut Frucht. Also, es ist nicht so schlimm, wenn du erst nächstes Jahr den Pilz bekämpfst; musst aber womöglich 3x spritzen ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 07. Mai 2013, 09:23:57
Weinbergspfirsiche können das. Die sind robust genug. Am besten durch Kerne vermehrte.

Die sind aber nicht zart und süß, sondern eher kräftig mit pelziger Haut. Ich mag das sehr gerne, agricolina aber wohl nicht ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wiesentheo am 07. Mai 2013, 09:36:06
@cydorian @all: Danke, auch für die Tipps zu den Sorten.

Ich hatte den Thread schon gelesen und mache das nächstes Jahr dann eben auch mit der Peressigsäure. Die Frage war nur, ob ich jetzt noch was machen kann. Und Antwort habe ich auch bekommen: Nein. :(
Versuch es. Es könnte noch was werden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 07. Mai 2013, 09:55:52
Vielleicht sind die Weinbergpfirsiche deshalb "gesünder", weil die alten Weinbauern in den Weinbergen kräftigst gespritzt haben..... ::)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 07. Mai 2013, 10:40:48
Ok, ich geh' es an. H2O2 ist bestellt, Essigessenz besorge ich, heute Abend wird gespritzt. Schaden kann es nicht, oder? Gerupft :'( und gedüngt ist er schon. Und ich sehe auch schon einige ganz winzige Pfirsiche. Hoffentlich bleiben sie dran...
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 07. Mai 2013, 11:00:07
Vielleicht bekommen die nen markanten Essigtouch im Aroma ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 07. Mai 2013, 12:49:42
 :o :-\ Meinst Du? ???
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hml am 07. Mai 2013, 13:31:32
Hallo,
ich kann mir einige Bemerkungen nicht verkneifen. Da kommen immer wieder sogenannte Hausmittel (Peressigsäure oder andere) zum Gebrauch, obwohl es weder Untersuchungen zur Wirkung, noch zum Verhalten in der Umwelt gibt. Auch einfache Chemikalien können vieles bewirken. Es geht um die Bekämpfung von Pilzen oder Insekten, also für Organismen "tödliche" Substanzen. Aber wer sagt mir, dass diese Mittel für den Mensch oder andere Tiere ungefährlich sind und ob sie überhaupt wirken?
Da setze ich lieber zugelassene Pflanzenschutzmittel ein, die gegen den Schaderreger wirken und deren Auswirkungen auf die Umwelt erforscht sind.
Auch die Natur produziert Gifte mit denen der Mensch besser nicht in Berührung kommt. Und mir ist einfach wohler wenn die Substanzen, egal welcher Herkunft geprüft sind.

Grüße hml
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 07. Mai 2013, 13:38:31
Na, na, na ....
Bitte die Kirche im Dorf zu lassen.
Ob Peressigsäure (wobei fraglich ist, ob sie so überhaupt entsteht...) wirkt - nix wissen. Perverbindungen wirken desinfizierend....
Und langzeitstabil sind sie kaum - Zersetzungsprodukte primär Wasser und Sauerstoff.
"Zugelassene" Spritzmittel hingegen müssen durchaus nicht harmlos sein. Wer weiß mal, wie die Zulassung überhaupt erhalten wurde. Auch E605 war mal zugelassen....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 07. Mai 2013, 13:41:25
Wobei ich jetzt auch nicht weiß, was zerstäubte Peressigsäure in Lunge und Augen anrichten kann.
Bloß weil es "Hausmittelchen" sind, sollte man deshalb durchaus auch Vorsicht walten lassen, um Kontakt mit dem Mittel zu vermeiden.

Wenn ich den Kartoffelacker abfackele, muss ich mich auch vor dem Feuer in Acht nehmen ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 07. Mai 2013, 13:48:58
Mit stark verdünntem Wasserstoffperoxid hat man früher auch gegurgelt, mit konzentriertem kann man Sprengstoffe erzeugen...
Und Essigsäure ist ein schweres Nervengift (passiert gerne was bei industrieller Essigsäuredestillation).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 07. Mai 2013, 13:58:10
Mit stark verdünntem Wasserstoffperoxid hat man früher auch gegurgelt, mit konzentriertem kann man Sprengstoffe erzeugen...
Und Essigsäure ist ein schweres Nervengift (passiert gerne was bei industrieller Essigsäuredestillation).


also total harmloses Hausmittel. 8)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 07. Mai 2013, 14:06:27
So harmlos wie ein scharfes Küchenmesser.
Man muß damit richtig umgehen können.
(Von den verbreiteten und teils heftig genutzten Produkten aus einem getrockneten und präparierten Nachtschattengewächs red ich lieber nicht...)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 07. Mai 2013, 14:27:47
Ihr schafft es noch, mich restlos zu verunsichern. Am besten greife ich zur Säge, dann bin ich das ganze Problem los. >:(
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 07. Mai 2013, 14:36:40
Ich spritze auch nix.
Mach grad Versuche mit gelbfleischigen Pfirsichen, die ohne Spritzen klarkommen.
Letztes Jahr gings gut.

Muss mal heute abend schauen, obs dieses Jahr kräuselt, und wenn, wie stark.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 07. Mai 2013, 18:56:30
Wer unsicher ist, soll es einfach bleiben lassen. Alles ist gefährlich, wenn man es falsch anwendet. Selbst Wasser ist tödlich bei falscher Anwendung. Glücklich bleiben, sein lassen, Thema erledigt.

Wer es probieren will, findet genügend Informationen darüber. Die entstehende Peressigsäure (exakt: Peroxyessigsäure) hat eine sehr niedrige Konzentration, ihre Wirkung ist aber bereits ab 1% Konzentration desinfizierend. Sie wird seit vielen Jahrzehnten massenhaft in verschiedenen Anwendungen eingesetzt, auch lebensmittelnahen Einsätzen, z.B. Desinfektion in der Gastronomie. Ihre Wirkungen sind bekannt und berechenbar. Sie ist biologisch vollständig abbaubar. Der Knackpunkt bei Kräuselkrankheit ist eben der bekannte und markante mykozide Effekt. Man könnte auch einfach eines der unzähligen mykoziden Desinfektionsmittel kaufen und gegen Kräuselkrankheit einsetzen. Da sind aber auch Benetzungmittel, zusätzlich Alkohol, möglicherweise Tenside drin. Die brauchen und wollen wir gar nicht, das soll nicht in die Umwelt. Essig, H2O2, Peroxyessigsäure sind dagegen umweltfreundlicher. Es bleibt nicht übrig, was es nicht sowieso massenhaft in der Natur gibt.

Die wichtigste Anwendungsregel ist ein Augenschutz. Zu dem würde ich genauso beim Versprühen von Essig oder H2O2 oder auch nur Alkohol raten. Durch den Wind ins Auge treibender Sprühnebel muss nicht sein, egal was da drin ist.

Eine Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt bringt nichts mehr. Die Infektion der Knospen passiert im Feburar, wenn der Pilz in infektiöse Stücke zerfällt und dabei von einer in die andere Form wechselt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 08. Mai 2013, 07:25:43
Ich spritze aus Prinzip nicht, weil ich einfach zu faul dazu bin. Das Abpassen des richtigen Zeitpunktes, dieses Zusammengemische, das ständige Luftanhalten und das Gefühl, sich danach radioaktiv entseuchen zu müssen.....egal ob nötig oder nicht....ich spritze nicht. Muss ohne gehen und geht auch meist. (Es gibt gaaaanz wenige Ausnahmen, ich gebs zu)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Mai 2013, 09:04:18
Ist doch okay. Eine Behandlungszwang gibt es nicht.

Wie es im Thread schon steht, ist ein Abpassen geeigneter Zeitpunkte bei Peroxyessigsäure überflüssig, man kann ab Blattfall irgendwann bis in den Winter hinein behandeln, natürlich nicht wenn es gerade schüttet. Nur bei den Fertigfungiziden gibts die Regel mit dem Knospenschwellen.

Was käuflich für Privatleute zu erwerben ist oder selbst anmischbar, braucht keine mühevollen Schutzmassnahmen. Vorsicht und sachgerechte Anwendung reichen. Ich bin ja auch vorsichtig bei der Obsternte und muss sogar mühevoll den richtigen Zeitpunkt dafür abpassen :-)

"Spritzen" ist es ein saublöder Generalbegriff, der negativ konnotiert für alles mögliche verwendet wird. Dünger in den Boden = düngen, Blattdünger = "spritzen"? Mit dem Wasserstrahl Blattläuse wegblasen = "spritzen"? Mit Backpulver gegen Regenfleckenkrankheit "spritzen"? Die Arbeitsflächen in der Grossküche desinfizieren = reinigen, dasselbe Mittel auf die Rinde des Pfirsichs = "spritzen"?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 08. Mai 2013, 10:39:13
Es ist halt ein zusätzlicher Arbeitsgang, in dem ich der "kranken" Pflanze "ein Medikament" verpasse.
Nichts gegen zu sagen.

Ich möchte halt den umgekehrten Weg gehen, und möchte von vornherein nur Pflanzen haben, die keinen "Doktor" brauchen.


Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hml am 08. Mai 2013, 13:19:47
Hallo Mediterraneus,
diese Aussage unterstütze ich voll, aber niemand würde ein krankes Tier "leiden" lassen, geschweige den Nahrungsmittel (Milch, Eier, Fleisch) von ihm gewinnen. Ein Tier wird, wenn möglich behandelt, bis es gesund ist und nach dem Ausscheiden der Medikamente (Wartezeit) kann man die Produkte wieder verwenden. So halte ich es auch mit meinen Pflanzen. Nur gesunde Pflanzen liefern gesunde Nahrungsmittel.
Gruß hml
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 08. Mai 2013, 13:45:05
Ein ständig krankes Tier möchte man aber auch nicht jahrelang mit Medikamenten behandeln, oder? Zumindest mag man es dann nicht mehr mit Appetit essen.

Man sollte sich ggf. auch mit der schwierigen Thematik der Notschlachtung auseinandersetzten. Klingt grausam, ich weiß.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Mai 2013, 14:26:35
Ich möchte halt den umgekehrten Weg gehen, und möchte von vornherein nur Pflanzen haben, die keinen "Doktor" brauchen.

Das wollen wir alle :-) Grundsätzliche persönliche Philosophien und Vorlieben kann man natürlich entgegenstellen, aber der Thread richtet sich an die, die mit Pfirsichen zu tun haben die mehr oder weniger anfällig sind. Wer sich für die Axt entschieden hat oder wen die roten Bollen an den Blättern nicht stören, wird hier nichts von Interesse finden. "Mein Apfel ist krank. - Kein Problem, ich mag lieber Birnen" :-)

Viele Typen sind leider generell anfällig, was ich so wie alle Anderen höchst bedauerlich finde. Es gibt keine kräuselkrankheitsfesten Sorten davon. Wer Flachpfirische haben will, wer Nektarinen haben will, gutschmeckende frühe Sorten, der wird immer mit Kräuselbäumen zu tun haben. Man kann natürlich auch sagen "dann lass ich es eben, was die Natur nicht von sich aus gibt pflanze ich nicht an". Dann aber bitte keinesfalls Pfirsiche oder anderes Obst kaufen. Die gibt die Natur nämlich erst recht nicht, das Zeug ist komplett behandelt und nicht nur einmal und vor allem nicht mit so harmlosen Sachen wie sie Privatleute anwenden können. Damit verursacht man indirekt Intensivanbau unter Verwendung von kräftigem Pflanzenschutzmitteleinsatz. Insbesondere Pfirsiche sind davon so stark betroffen, dass sich auch haufenweise Rückstände in Marktware finden, 80% hatten Rückstände, einige über den Höchstgrenzen. Die meisten mit Rückständen mehrerer Mittel gleichzeitig. Das sind Mittel wie Spinosad, Fenhexamid, Tebuconazol, Fenbuconazol, Chlorphyfos, Boscalid und 14 weitere. Das halte ich für das eigentliche und drastische Problem.

Der persönliche "Gewinn" liegt also nur im Wegfall des 1x jährlichen füllens der Sprühflasche mit Essig und H2O2.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hml am 08. Mai 2013, 17:59:48
Bitte nicht alles verallgemeinern. Rückstände werden zu fast 100% durch Mittel gegen Fruchtfäulen oder Fruchtmaden verursacht, allein schon wegen des Einsatzzeitpunktes kurz vor der Ernte. Auf die kann der Hobbyanbauer getrost verzichten. Du wirst aber nie Rückstände von Kupfer oder Sylit, das gegen Kräuselkrankheit im Spätwinter gespritzt wurde in Pfirsichen finden.
Gruß hml
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 08. Mai 2013, 18:09:37
Nachdem Peroxiessigsäure völlig unstabil ist, ist schon kurz nach dem Einsatz nix mehr zu finden, natürlich dann auch keine Wirkung mehr vorhanden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Jayfox am 08. Mai 2013, 18:52:00
Da kommen immer wieder sogenannte Hausmittel (Peressigsäure oder andere) zum Gebrauch, obwohl es weder Untersuchungen zur Wirkung, noch zum Verhalten in der Umwelt gibt. Auch einfache Chemikalien können vieles bewirken. Es geht um die Bekämpfung von Pilzen oder Insekten, also für Organismen "tödliche" Substanzen. Aber wer sagt mir, dass diese Mittel für den Mensch oder andere Tiere ungefährlich sind und ob sie überhaupt wirken?
Da setze ich lieber zugelassene Pflanzenschutzmittel ein, die gegen den Schaderreger wirken und deren Auswirkungen auf die Umwelt erforscht sind.
Auch die Natur produziert Gifte mit denen der Mensch besser nicht in Berührung kommt. Und mir ist einfach wohler wenn die Substanzen, egal welcher Herkunft geprüft sind.

Grüße hml


Im konkreten Fall, also einem Gemisch von verdünnter Essigsäure und verdünntem Wasserstoffperoxid, handelt es sich so ziemlich um das harmloseste Pflanzenschutzmittel, das man sich vorstellen. Die Konzentration an Essigsäure entspricht so in etwa der von sauer eingelegten Gurken.

Der schlimmste fall, den man sich vorstellen kann, ist, dass man die Mischung ins Auge bekommt. Das gibt eine brennende Augenreizung und Rötung, die nach spätestens einigen Stunden folgenlos verschwindet.
Vergleichbar wie Seife im Auge.

Langzeitfolgen im menschlichen Körper oder in der Umwelt gibt es nicht: Essigsäure ist rasch und vollständig biologisch abbaubar, ebensogut wie Traubenzucker dient sie dem ganz normalen Stoffwechsel. Und Wasserstoffperoxid wird u. A. durch Enzyme extrem rasch zersetzt, dabei entstehen als Produkte Sauerstoff und Wasser.

Harmloser als diese Mischung ist eigentlich nur noch lauwarmes Wasser.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 08. Mai 2013, 19:28:17
NUTZT diese selbstgemixte mixtura mirabilis überhaupt etwas?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Mai 2013, 21:01:08
NUTZT diese selbstgemixte mixtura mirabilis überhaupt etwas?

Thread lesen hilft, es gibt wissenschaftliche Versuche und Vergleiche, über die in Fachpublikationen berichtet wurde. Informationen darüber im allerersten Posting dieses Threads von Re-Mark. Meine Erfahrungen stehen z.B. in #98, wenn dir individuelle Berichte mehr helfen.

Zitat
Rückstände werden zu fast 100% durch Mittel gegen Fruchtfäulen oder Fruchtmaden verursacht, allein schon wegen des Einsatzzeitpunktes kurz vor der Ernte. Auf die kann der Hobbyanbauer getrost verzichten.

Dann schmeckt einem der Chemie-Marktpfirsich sicher besser, alles ist harmloser und viel mehr in Ordnung, wenn die vielen Rückstände nicht von der Kräuselkrankheit, sondern von Mittelchen gegen andere Krankheiten kommen :-)

Übrigens: die Kupfermittel, die du genannt hast sind bodenlebenwesenschädigend, hochgiftig für Wasserorganismen. Gerade im Spätwinter ist die Gefahr besonders gross, dass sie mit Niederschlägen ins Grundwasser und Oberflächenwasser geraten. Nicht nur was direkt in der Frucht zurückbleibt ist ein Problem, sondern auch die Wirkungen auf die Umwelt. Das führt aber direkt in eine Grundsatzdiskussion über Landwirtschaft und überhaupt die Art, wie unsere Nahrung produziert wird. Dafür besser andere Threads.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wiesentheo am 08. Mai 2013, 21:02:44
Ihr schafft es noch, mich restlos zu verunsichern. Am besten greife ich zur Säge, dann bin ich das ganze Problem los. >:(
Unsinn. Laß dich nicht verrückt machen. Spritze mit 30 prozentiger peroxydessigsaure. laß es dir aber lieber mixen. Zusammenführung kann sich erwärmen und schnell reagieren.
Ich lasse es in der Apotheke machen.
Aber dann auch nicht lange warten. es verflüchtigt sich schnell.

Günter paßt in die Welt und hat Recht

Frank
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 08. Mai 2013, 21:15:18
Peroxiessigsäure, von Fachleuten gemixt und angewendet, ist sicher nicht mit laienhaften Gärtnermixturen zu vergleichen.

 Und wenn 30%ige Peroxiessigsäure empfohlen wird, dann denke ich an folgendes Zitat:
"Im konkreten Fall, also einem Gemisch von verdünnter Essigsäure und verdünntem Wasserstoffperoxid, handelt es sich so ziemlich um das harmloseste Pflanzenschutzmittel, das man sich vorstellen. Die Konzentration an Essigsäure entspricht so in etwa der von sauer eingelegten Gurken.

Der schlimmste fall, den man sich vorstellen kann, ist, dass man die Mischung ins Auge bekommt. Das gibt eine brennende Augenreizung und Rötung, die nach spätestens einigen Stunden folgenlos verschwindet. "

SOWAS tät ich niemandem in die Hand geben - höchstens vielleicht Bombenbastlern.

Kupfermittel sind augenscheinlich relativ harmlos, nicht umsonst wurden (werden?) sie im Bioweinbau zugelassen. Nicht einmal die früher übliche Bordelaiser Brühe hat dasBodenleben langfristig verändert. Und wenn manzu diversen Gartenmessen und -märkten geht - dort werden mit viel Tamtam "Kupfergartenwerkzeuge" als besonders wundersam biologisch feilgeboten und vom unbedarften Publikum gekauft.
Das Zeug ist, nebenbei, meist nicht reines Kupfer, sondern Bronze oder eine verwandte Legierung, manchmal noch mit ganz besonders ultrawirksamen Nieten aus diversen Sondermetallen....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wiesentheo am 08. Mai 2013, 21:33:43
Günter.

Es wird Mal die Zeizt kommen, da braucht man hammerharte Mittel. Dann wird es solche Ausbreitungen und Befall von irgendwelchen Pilzen und so weiter geben, dass es notwendig werden wird.Dann kamm man der EU und den Bios,Ökos und was weiß ich für Schützer, eingeschlossen den Mistkäferschützern die Hand schütteln und danke sagen.

Da hilft dann auch kein harmloses Mittel wie das Zeug zur Kräuselkrankheit.


Kurz aucvh Mal an der Stelle. Ist zwar hier OT, aber mich macht das schon länger stutzig.

Hier hört und liest man nichts von weit aus bedrohlicheren Befall in der Natur und Gartenwirtschaft.
nicht nur im Obstanbau. Gemüseanbau und Tomatenanbau zum Beispiel. Das wird Braunfäule in den Schatten stellen.

Genug davon. Mein Name ist Hase.
Ich weiß von nichts. Kommt selber drauf.
Frank
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Mai 2013, 22:12:53
Und wenn 30%ige Peroxiessigsäure empfohlen wird

1% Konzentration reicht bereits aus. Mit Phantasiemischungen brauchen wir nicht zu hantieren.

Kupfermittel sind augenscheinlich relativ harmlos, nicht umsonst wurden (werden?) sie im Bioweinbau zugelassen.

Was haben Pfirsiche das mit dem Bioweinbau zu tun? Im Bioweinbau versucht man seit Jahrzehnten, endlich vom Kupfer wegzukommen, das wird als Riesenproblem gesehen. Es schädigt z.B. Regenwürmer. Gerade das Bodenleben wird im Bioanbau sehr wichtig genommen. Die stöhnen schwer, dass es immer noch keine Alternativen gibt, seit vielen Jahren forscht man dazu hin und her. Ein gutes Beispiel, dass es eben nullkommagarnix gibt, wenn man nur das nimmt, was die Natur einem gibt. Dann kriegt man halt nix und der Weinbau mit sämtlichen klassischen Rebsorten ist in einer Saison weltweit am Ende. Das meine ich völlig neutral, ich plädiere hier nicht für oder gegen den Einsatz des Mittels, sondern beschreibe ganz neutral die Folgen. Jede Flasche Wein, jeder Pfirsich, jeder Apfel, deren Kauf verursacht den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Nur Manna fällt "ungespritzt" vom Himmel :)

Die ganze Diskussion ist ziemlich witzig. Schwere Bedenken gegen Essig und etwas, das schnell in Sauerstoff und Wasser zerfällt, aber eifrige Verteidigung von Schwermetalleinsatz. Böse, weil man es selbst anwendet und weniger ein Problem, wenn andere weit stärkere Mittel anwenden und man die Ergebnisse kauft statt selber wachsen lässt?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wiesentheo am 08. Mai 2013, 22:33:26
Aha. 1 % reicht. danke. Gut zu wissen. Ich weiß nur 30 %. Man lernt immer.

Frank
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 08. Mai 2013, 22:47:54
Merke: Kupfer ist ein essentielles Spurenelement.

Und gegen 30%ige Peroxiessigsäure HABE ich schwere Bedenken.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 08. Mai 2013, 23:03:59
Also Leute, ich bin an sich nicht so leicht zu verunsichern. Aber ich starre gerade das Fläschchen mit H2O2 an und fasse mal zusammen:

- Diese Mischung ist völlig harmlos
- Diese Mischung kann man nur einem Bombenleger empfehlen
- Diese Mischung kann sich erhitzen... und dann ??? :o
- Es gib SCHWERE Bedenken gegen die Mischung
- Es nützt jetzt nichts mehr
- Es kann noch was nützen
- Die Pfirsiche könnten nach Essig schmecken

Und dann sagt mir jemand, ich soll mich nicht verunsichern lassen?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Isatis blau am 08. Mai 2013, 23:27:23
Es wird jetzt tatsächlich nichts mehr nützen, aber nächsten Winter kannst du es nehmen.

Ob das Zeug harmlos ist oder nicht, hat etwas mit der Verdünnung zu tun. Wenn man das Wasserstoffperoxid von 30% auf 3% runterverdünnt und dann mit 3%-igem Essig zusammenmischt wird nichts passieren. Und wenn sich Dein Gemisch von 20° auf 21° erwärmt, was solls.

Wenn Wasserstoffperoxid zerfällt, wird immer Wärme frei, aber bei der Verdünnung nicht so viel, dass es gefährlich wäre.

Wenn man mit einem verkrusteten Verband zum Arzt geht, kann der Wassestoffperoxidlösung draufträufeln. Das zersetzt sich, wenn es mit einem Enzym aus dem Blut zusammenkommt, zu Wasser und Sauerstoff, das gibt Blasen, die einen verkrusteten Verband aufweichen, der lässt sich dann einfacher wegmachen.

Irgendjemand, der Bedenken hat wird sich immer finden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Mai 2013, 23:47:32
Was der 30% Einwurf soll, weiss ich nicht. Hat keiner empfohlen und war nicht Thema in den Versuchen. Das normale, handelsübliche H2O2 aus der Apotheke hat 5% Konzentration, also 95% Wasser, Essigsäure ebenfalls. Mischt man das, entstehen 0,5-2% Lösungen aus Peroxydessigsaure die nur kurz stabil sind und sich dann zersetzen (Rest ist Wasser und Essig), voll wirksam sind. In den heute handelsüblichen Desinfektionsmitteln für Gastronomie, Kliniken & Co sind bei Anwendung 0,1 bis 2% enthalten.

Wenn wir nun über 30% reden, dann müsste man entsprechend bei Kupfer über Kupferbarren reden, mit denen man den Mehltau totschlägt.

Und nochmal: Lasst es einfach sein, wenn ihr unsicher seid oder Zweifel habt! Dann ist das Thema auf allereinfachste Weise erledigt und die Unsicherheit hat ein Ende. Ich will hier nicht für oder gegen Anwendung irgendwelcher Methoden gegen Pflanzenkrankheiten raten. Das wäre eine sinnlose Endlosdiskussion. Wenn Anwendung, dann so wie beschrieben. Wenn nicht, dann nicht.

Zitat
Merke: Kupfer ist ein essentielles Spurenelement.

Wohl bekomms. Dosis sola venenum facit. Gilt übrigens nicht nur für Kupfer. Wenn du von "Kupfer" sprichst, darf man dann auch von Wasser, Sauerstoff und Kohlenstoff sprechen wenn z.B. Peroxydessigsaure gemeint ist? Sind alles wesentliche Bausteine des Lebens...
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 09. Mai 2013, 06:41:24
Unsinn. Laß dich nicht verrückt machen. Spritze mit 30 prozentiger peroxydessigsaure. laß es dir aber lieber mixen. Zusammenführung kann sich erwärmen und schnell reagieren.
Frank

Oder: "Was der 30% Einwurf soll, weiss ich nicht. Hat keiner empfohlen und ....."

" heute handelsüblichen Desinfektionsmitteln für Gastronomie, Kliniken & Co sind 0,1 bis 2% enthalten." Nur: Heute handelsüblich sind diese Mittelchen, mangels Stabilität, kaum. War in Urzeiten in der DDR so....

30%ige Kupferbarren kenn ich nicht, aber fast 100%ige Kupferleitungen und Kupferrohre, und ca. 60-70%ige Messingarmaturen.



Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 09. Mai 2013, 09:12:32
Nur: Heute handelsüblich sind diese Mittelchen, mangels Stabilität, kaum. War in Urzeiten in der DDR so....

Es wird immer absurder. Seit wann sind Massenprodukte wie Wofasteril und unzählige andere plötzlich vom Markt genommen worden? Das Zeug ist wegen seiner Vorteile ungebrochen sowas wie ein Standard für Desinfektionsaufgaben aller Art. Auf Basis einer 40%iger Peressigsäure Konzentration verkauft, muss natürlich verdünnt werden. Welche Konzentration dabei herauskommen, kannste hier in den Anwendungshinweisen eines der Hersteller nachlesen, wenn du schon meinen Aussagen nicht glaubst: http://www.kesla.de/wp-content/uploads/Wofasteril_0512.pdf
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Taques am 09. Mai 2013, 09:24:39
Ich habe auch Pfirsichbäume im Garten - 9 insgesammt.... wobei einige noch klein sind und die nächsten 2-3 Jahre noch nicht tragen, aber 4 Stück haben dieses Jahr geblüht und bis jetzt habe ich noch keine Kk an den Bäumen.
Ich verwende auch verschiedene Sorten Pfirsiche, probiere und hoffe - aber ich hatte auch schon vor Jahren überlegt mit einer selbstgemachten Mixtur zu spritzen, habe es dann aber doch bleiben lassen (die gekauften Pflanzenschutzmittel kommen für mich nicht in Frage, da sie auch wegen der Giftigkeit an Tieren getestet werden und das lehne ich strikt ab!) und letztes Jahr ist mir dann ein größerer Baum eingegangen... und ein paar kleinere haben auch immer nur gemickert, die sind jetzt alle raus und der restliche Bestand scheint gesund zu sein. Bis jetzt noch kein gekräuseltes Blatt.
Es gibt hier in der Stadt auch einen wild aufgegangenen Pfirsichbaum der nie auch nur an einem Blatt die Kk hatte - aber leider hatte er bis jetzt auch noch nicht eine Blüte angesetzt... sollte er blühen und die Pfirsiche halbwegs essbar oder einkochbar sein, dann hole ich mich auch von dem einige Reiser.
Ich kann auch nur Pflanzen im Garten brauchen die ohne Chemie oder ähnlichem auskommen, bei mir gibt´s höchstens mal eine Pflanzenbrühe, Brennesseljauche oder so.
LG
Taques
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Jayfox am 09. Mai 2013, 10:38:28
Ein Gemisch aus derart verdünnter Essigsäure und Wasserstoffperoxid hat mit dem, was viele als "Chemie" brandmarken, nun wirklich nichts zu tun. Wie gesagt: Es ist ebenso harte Chemie wie Essig in sauren Gurken.

Und was die Reizwirkung von verdünntem Wasserstoffperoxid angeht: Ich benutze es in 3 % Konzentration zum Reinigen und Desinfizieren meiner Kontaktlinsen. Die Lösung wird durch ein Enzym "entschärft", dass das H2O2 zersetzt, danach setzt man die Linsen direkt ins Auge.
Hat man vergessen, das Enzym zuzugeben, verursacht das 3 %ige H2O2 heftige Augenreizung mit Tränen, Brennen und Röten. Nach ca. einer Stunde ist alles wieder vorbei.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 09. Mai 2013, 10:46:01
Ich kann auch nur Pflanzen im Garten brauchen die ohne Chemie oder ähnlichem auskommen, bei mir gibt´s höchstens mal eine Pflanzenbrühe, Brennesseljauche oder so.

Oha! Hoffentlich bist du nicht in Frankreich, Werbung oder Empfehlung für Brennesselprodukte kostet dort 75000 EUR Strafe oder zwei Jahre Gefängnis. Verkauf verboten, zählt als Phytoparmazeutikum ohne Marktzulassung.
Siehe die ARTE Dokumentation http://www.youtube.com/watch?v=sVoNucYybsE - die Begründung dafür ist gar nicht mal schlecht.

Einfach so damit spritzen geht gar nicht. Gibst du vielleicht noch Schachtelhalm dazu, was auch gern gemacht wird? Vorsicht, sehr giftig, da sind auch Alkaloide wie Palustrin und Nicotin enthalten. Immer diese Chemiespritzungen :-)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 11:26:05
Also Leute, ich bin an sich nicht so leicht zu verunsichern. Aber ich starre gerade das Fläschchen mit H2O2 an und fasse mal zusammen:

- Diese Mischung ist völlig harmlos
- Diese Mischung kann man nur einem Bombenleger empfehlen
- Diese Mischung kann sich erhitzen... und dann ??? :o
- Es gib SCHWERE Bedenken gegen die Mischung
- Es nützt jetzt nichts mehr
- Es kann noch was nützen
- Die Pfirsiche könnten nach Essig schmecken

Und dann sagt mir jemand, ich soll mich nicht verunsichern lassen?


Das mit dem Essiggeschmack kannste streichen. Das sollte nicht ganz ernst gemeint sein ;)
Wenn man fertige Peressigsäure kauft, die genug verdünnt ist, dann sollte das wirklich eine harmlose Variante sein. Nicht gefährlicher als Salatanmachen.
Nichtsdestotrotz steh ich dazu, dass es auch robuste Sorten gibt, die das nicht nötig haben.
Wenn es denn unbedingt die Supergeschmacksbomben der "Haven"-Sorten sein sollen (die bei uns auch komischerweise hauptsächlich verkauft werden, dazu noch auf Pflaume veredelt, was meiner Meinung nach die KK noch verstärkt), dann kommt man um eine Behandlung nicht drumrum. Schon klar.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 11:28:54
Ich habe auch Pfirsichbäume im Garten - 9 insgesammt.... wobei einige noch klein sind und die nächsten 2-3 Jahre noch nicht tragen, aber 4 Stück haben dieses Jahr geblüht und bis jetzt habe ich noch keine Kk an den Bäumen.
Ich verwende auch verschiedene Sorten Pfirsiche, probiere und hoffe - aber ich hatte auch schon vor Jahren überlegt mit einer selbstgemachten Mixtur zu spritzen, habe es dann aber doch bleiben lassen (die gekauften Pflanzenschutzmittel kommen für mich nicht in Frage, da sie auch wegen der Giftigkeit an Tieren getestet werden und das lehne ich strikt ab!) und letztes Jahr ist mir dann ein größerer Baum eingegangen... und ein paar kleinere haben auch immer nur gemickert, die sind jetzt alle raus und der restliche Bestand scheint gesund zu sein. Bis jetzt noch kein gekräuseltes Blatt.
Es gibt hier in der Stadt auch einen wild aufgegangenen Pfirsichbaum der nie auch nur an einem Blatt die Kk hatte - aber leider hatte er bis jetzt auch noch nicht eine Blüte angesetzt... sollte er blühen und die Pfirsiche halbwegs essbar oder einkochbar sein, dann hole ich mich auch von dem einige Reiser.
Ich kann auch nur Pflanzen im Garten brauchen die ohne Chemie oder ähnlichem auskommen, bei mir gibt´s höchstens mal eine Pflanzenbrühe, Brennesseljauche oder so.
LG
Taques

Das kann ich voll unterschreiben. Robuste Sorten sind da, die müssen nur gesucht und gefunden werden.
Und deshalb müssen wir weg von dem deutschen Einheitssortiment an einer Handvoll Pfirsichsorten. In Italien und Frankreich gibt es Hunderte Sorten (!), unterschiedlicher Anfälligkeit.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 11:36:55
Ich möchte halt den umgekehrten Weg gehen, und möchte von vornherein nur Pflanzen haben, die keinen "Doktor" brauchen.

Das wollen wir alle :-) Grundsätzliche persönliche Philosophien und Vorlieben kann man natürlich entgegenstellen, aber der Thread richtet sich an die, die mit Pfirsichen zu tun haben die mehr oder weniger anfällig sind. Wer sich für die Axt entschieden hat oder wen die roten Bollen an den Blättern nicht stören, wird hier nichts von Interesse finden. ......

Ich finde, dass sich dieser Thread nicht nur der Bekämpfung der KK widmen sollte, sondern eben auch andere Wege aufzeichnen kann.

Wenn ich eine ständig kranke Rose habe, dann reiß ich sie auch irgendwann raus und kauf mir eine gesunde, oder ich spritze eben ständig.

Und wer sich für die Axt entschieden hat, den interessiert (vielleicht) auch, dass er nicht auf Birnen und Äpfel ausweichen muss, sondern dass es durchaus auch Pfirsiche gibt, die ohne großen Aufwand fruchten. Die sehen vielleicht im Frühjahr durch ein paar Kräuselkrankheitsblasen nicht gerade adrett aus, aber Menschen haben ja auch mal Pickel ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Jayfox am 09. Mai 2013, 11:42:25
Es ist mal wieder alles gesagt, nur noch nicht von jedem. ::) ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 11:47:00
Jep! Ist ja auch ein Forum und kein Faltblatt von der Landwirtschaftskammer ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 12:03:22
Hier mal Bilder von heute. Stand der KK an gelbfleischigen Pfirsichen:

"Peche de Vigne a chair jaune" aus Frankreich. Blüht erstmals. Letztes Jahr nur etwas KK, dieses Jahr auch. Bin mal gespannt, ob die Früchte dranbleiben. Ich hab ihn im Herbst nochmal umgesetzt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 12:04:17
der Franzose aus der Nähe:
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 12:06:18
Percoche "Andross", ebenfalls im Herbst nochmal umgesetzt. Hier gabs letztes Jahr eine Ernte, leichter KK Befall im letzten Jahr. Dieses Jahr: Bis jetzt: kein Befall. Bis jetzt ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 12:08:17
Und der dritte Testkandidat im Bunde:

"Harrow Beauty" brachte letztes Jahr superlecker Pfirsiche, die wie gemalt aussahen. Leichter Befall letztes Jahr. Auch dieser Baum musste im Herbst den Platz wechseln.

Bis jetzt auch nur leichter Befall.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Amur am 09. Mai 2013, 12:44:21
Oben erzählst du dass du ein fauler Mensch bist, aber die Pfirsiche trägst du jedes Jahr im Garten rum und buddelst sie an anderen Plätzen ein?
Ich lass die stehen und lauf einmal höchstens zweimal mit einer kleinen Spritze rum. Ich glaub ich bin deutlich fauler als du es bist....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 12:50:23
Oben erzählst du dass du ein fauler Mensch bist, aber die Pfirsiche trägst du jedes Jahr im Garten rum und buddelst sie an anderen Plätzen ein?
Ich lass die stehen und lauf einmal höchstens zweimal mit einer kleinen Spritze rum. Ich glaub ich bin deutlich fauler als du es bist....

Umsetzen UND Spritzen wäre noch mehr Arbeit ;)

Da ich viel probiere und austeste, müssen solche "Umorganisationen" halt mal sein. Und da ich neben dem Testen und Ausprobieren ja auch noch arbeite, müssen halt vermeidbare Sachen einfach weichen.
2000 m2 wollen bewirtschaftet werden, und ich hab keinen angestellten Gärtner. 8)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 18:21:44
Nochmal zu Verdeutlichung, dass es eben auch ohne Behandlungen geht. KK war letztes Jahr in etwa genauso wie heuer. Also etwas Befall an meinen drei Testbäumen.

Die gekräuselten Blätter fielen ab und wurden durch neue gesunde ersetzt.

Und im Sommer gabs dann das :D (Harrow Beauty)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 18:22:24
Die Früchte waren wie gemalt und superlecker :-*
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 09. Mai 2013, 19:58:07
Nochmal zu Verdeutlichung, dass es eben auch ohne Behandlungen geht.

Flachpfirsiche? Nektarinen?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 09. Mai 2013, 20:01:19
Nochmal zu Verdeutlichung, dass es eben auch ohne Behandlungen geht. KK war letztes Jahr in etwa genauso wie heuer. Also etwas Befall an meinen drei Testbäumen.

Die gekräuselten Blätter fielen ab und wurden durch neue gesunde ersetzt.

Und im Sommer gabs dann das :D (Harrow Beauty)

Es kommt sehr auf die Witterung während der Blüte an. Die vergangenen 2 Jahre hatte wir ein trockenes Frühjahr, ind diesem Jahr hat es mehrfach während der Blüte geregnet. In solchen Jahren hat sogar mein Kernechter vom Vorgebierge recht stark gekräuselt.
Leider ist er grad am Absterben, er hat wohl sein Alter erreicht. Nachwuchs gibts aber schon
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 20:11:32
Nochmal zu Verdeutlichung, dass es eben auch ohne Behandlungen geht.

Flachpfirsiche? Nektarinen?

http://www.pommiers.com/peche/pecher.htm


Hier mal eine Auswahl französischer Nektarinensorten, es sind etwa 40. Bei "Felligni" steht z.B. "resistante a la cloque" sprich resistent gegen KK. Ich kenn die Sorte nicht, aber man muss halt probieren.

Bei der bei uns auch bekannten "Nectared 4" steht "sensible a la cloque", d.h. empfindlich für KK.

Leider gibt es bei uns ein nur sehr, ähem "beschränktes Sortiment" mit anscheinend auch noch empfindlichen Sorten an Nektarinen.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Mai 2013, 20:13:47
Nochmal zu Verdeutlichung, dass es eben auch ohne Behandlungen geht. KK war letztes Jahr in etwa genauso wie heuer. Also etwas Befall an meinen drei Testbäumen.

Die gekräuselten Blätter fielen ab und wurden durch neue gesunde ersetzt.

Und im Sommer gabs dann das :D (Harrow Beauty)

Es kommt sehr auf die Witterung während der Blüte an. Die vergangenen 2 Jahre hatte wir ein trockenes Frühjahr, ind diesem Jahr hat es mehrfach während der Blüte geregnet. In solchen Jahren hat sogar mein Kernechter vom Vorgebierge recht stark gekräuselt.
Leider ist er grad am Absterben, er hat wohl sein Alter erreicht. Nachwuchs gibts aber schon

Ja, die Witterung spielt eine Rolle. In manchen Jahren gibt's halt nix. Wenn die Kirschblüte erfriert, gibt's auch nix. Wenn Birnengitterrost schlimm ist, auch nicht. Damit lebe ich aber. Das ist Natur und ich bin jetzt nicht unbedingt auf eine ERnte angewiesen. Dafür freu ich mich dann umso mehr, wenns wieder ne gute Ernte gibt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 10. Mai 2013, 10:00:27
mein Kernechter hat wirklich komische Blüten: die Blütenblätter sind nur ein fünftel so groß wie "normale" Pfirsichblüten ???

Kann es sein dass das damit zu tun hat weil er noch so jung ist?
Er ist letztes Frühjahr gepflanzt worden, Spalier Südwest

Oder muss ich von ner anderen Sorte ausgehen?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 10. Mai 2013, 10:09:09
Die Blüten sind so. Manchmal fallen sie kaum auf. Die ändern sich auch nicht mehr.
Pfirsichblüten können sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Sorte.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Mai 2013, 23:05:05
Hallo,

weiß hier jemand etwas über die Pfirsichsorte "Michelini" (weißfleischig)?
Hab' mir die letzten Monat im Container gekauft - wunderschöne Blüten, kräftige Pflanze, wächst bereits gut im Garten eingepflanzt, auf der SÜdseite, aber ohne Schutz eines Vordachs.
Nur drei, vier Blätter kräuseln sich, sonst ok.
Kennt jemand den Geschmack der Früchte? Angeblich soll er ja wenig empfindlich sein, aber hat jemand Erfahrung?
Mein Klima hier der echte Härtetest für Kräuselkrankheit: > 1300 mm Niederschlag im Jahr, der vergangene Winter war nur kalt und nass.

Ein anderer (namenloser) Pfirsich kräuselt sich derzeit fast zu Tode... .

Apropos, wenn jemand mir eine Empfehlung für einen süßen, gelb- oder rotfleischigen Pfirsich geben könnte, fänd ich toll.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Mai 2013, 09:42:25
Die französische Quelle aus Nr. 185 sagt zu Michelini:

"späte Blüte, weißes Fleisch, gute geschmackliche Qualitäten, kräftig, Reife Ende August"

Zur Robustheit steht nix dabei.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 26. Mai 2013, 21:01:34
halt das Gleiche, was auch auf dem Etikett steht: Weißes Fleisch, saftig, sehr gut...
Laut Mr. Google auch relativ stabil gegen KK.

Aber deswegen frage ich hier ja weniger. Was Google und Etiketten sagen, ist eine Sache.
Praktische Erfahrungen eine andere...

Scheint sonst noch keiner hier zu haben, den Michelini. Hätt' nicht gedacht, dass mein Baumarkt so avantgarde ist.

Wobei - auch aus den Praktikern wird man nicht immer schlau - bei den einen ist Dixired eine problemlose Sorte, bei den anderen empfindlich gegen KK.
Suche schon einen Nachfolger für den stark leidenden namenlosen Kollegen des Michelini.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 21. September 2013, 14:11:36
So, ich habe mich mal durchgekämpft, jetzt wird es ernst mit bestellen.

Zu meinem Red Haven hätte ich gerne noch einen frühen und einen späten. Haupternte Anfang/Mitte August kommt nicht in Frage.

Früh: Dixired (zu dem Zeitpunkt wohl ohne Alternative?)
Spät: Thorens (wird mit September angegeben), Proskauer oder Pilot. Wobei Proskauer und Pilot vom Zeitpunkt her näher am Red Haven liegen.

Müssten alle von der Lage (Weinbauklima, 7b) passen und sind halbwegs kräuselfest (laut Angaben). Was meint ihr?

Und dann natürlich: Welcher Anbieter? Knapp 50 Euro für ein nacktes Bäumchen scheint mir doch ein wenig viel... ??? Gerne auch per PN.

Danke!

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Amur am 21. September 2013, 15:24:20
Bei mir reift gerade jetzt der Rote Ellerstädter.

Ich würde dir ja meine frühe Sorte empfehlen, allein ich kenne den Namen nicht. Vermutlich Früher Roter Ingelheimer. Der ist Ende Juli, Anfang August reif.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 23. September 2013, 14:28:52
Hab gestern meinen ersten "Peche de vigne chair jaune" (Gelbfleischiger Weinbergspfirsich) geerntet. Unappetitlich grüngelb, etwas beulig. Komischerweise war der grünste Pfirsich am Baum auch der weichste, deshalb hab ich ihn testhalber abgemacht.
Und, Überraschung, das Fruchtfleisch war total orangegelb (unter grüner Schale!), zart, saftig, süß und lecker :D
Der kleine Kern hat gut gelöst.

Mein neuer Lieblingspfirsich.

Bilder kommen am Wochenende.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 23. September 2013, 14:45:42
Das klingt toll, bin gespannt auf die Bilder! Wo hast Du denn das Bäumchen her? Ich finde spontan niemanden, der die Sorte anbietet.
Ich suche ja noch einen leckeren späten Pfirsich, hatte ich oben schon geschrieben.
Hast Du Erfahrung mit den Sorten Thorens, Proskauer oder Pilot?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 23. September 2013, 15:22:14
Das klingt toll, bin gespannt auf die Bilder! Wo hast Du denn das Bäumchen her? Ich finde spontan niemanden, der die Sorte anbietet.
Ich suche ja noch einen leckeren späten Pfirsich, hatte ich oben schon geschrieben.
Hast Du Erfahrung mit den Sorten Thorens, Proskauer oder Pilot?


Nein, die Sorten hatte ich noch nicht. Jedoch schon mal gehört, immerhin :D

Ich hab mein Bäumchen aus Frankreich, bei baumaux bestellt. (www.graines-baumaux.fr )
Die Qualität der Lieferung war "ungewohnt", aber das Bäumchen wuchs erstaunlich gut an und ist ziemlich tolerant gegenüber der Kräuselkrankheit.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 20:54:12
So, hier wie versprochen die Bilder von meinem gelbfleischigen Weinbergspfirsich aus Frankreich. Sorte: "Peche de vigne chair jaune".

Am Baum diese Woche:
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 20:55:39
Hier zählt, wie oft in der Obstwelt, das Auge ißt NICHT mit ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 20:56:53
Seht ihr den Saft....zuckersüß...das Innere ist dunkler gelb gefärbt als die Schale es vermuten lässt. Der Stein ist sehr klein und gut löslich.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 20:58:35
Schleck...schlürf 8)

Das Fruchtfleisch ist kein bißchen faserig, sondern sehr zart schmelzend
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 27. September 2013, 21:48:44
Sind die gemein, die Bilder!!! >:( :P :D

Toll, da könnte ich auch reinbeißen. Der gefällt mir, der Erntezeitpunkt ist auch perfekt spät. Kräuselt er? Und was meintest du mit: ungewöhnliche Lieferung? Hattest du von D aus bestellt?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 21:56:02
Ja, von D aus bestellt. Damals hatt ich noch eine Kreditkarte, ohne die geht's leider nicht :(
Das Bäumchen war etwas krumm, sah aus wie ein Rosenhochstamm aus dem Discounter. Wurzeln in ner Tüte, drinnen nasse Sägespäne. Wenige Äste. Es kam im Frühjahr während der Vegetation, war aber offensichtlich im Kühlhaus gelagert, das Bäumchen hatte keinerlei Austrieb und war wie im Winter.

Eine Frigo Pflanze quasi ;D

Die Unterlage ("sur Franc" = auf Sämling) war aber angegeben und es war CAC Standard.

Ich befürchtete das Schlimmste, das Bäumchen trieb superschnell aus und Wuchs wie der Teufel. Nur sehr wenig Kräuselkrankheit, ungespritzt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Elro am 27. September 2013, 23:24:40
Die Früchte sehen sehr lecker aus.
Ist aber keine kernechte Sorte, oder?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 28. September 2013, 12:10:24
Ich werde alle 5 Kerne stecken.

Ich betrachte jeden Pfirsich als ziemlich kernecht.

Er wird ja als Gelbfleischiger Weinbergspfirsich in Frankreich verwendet. Vielleicht wird er dort ursprünglich ja auch durch Kerne vermehrt. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass die Winzer in Frankreich früher die Weinbergspfirsiche veredelten und in den Weinberg pflanzten.
Unsere weißfleischigen Weinbergspfirsiche (oder der rotfleischige) wurden traditionell ja auch durch Kerne vermehrt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 03. Oktober 2013, 22:20:46
oder du verkaufst die Kerne bei ebay... .
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. Oktober 2013, 07:50:58
Wenn man sieht, was es dort an Weinbergspfirsichen, Plattpfirsichen, chinesischen Wildpfirsichen .... gibt, dann könnte ich. Ja ;D

Gelbfleischige Weinbergspfirsichkerne verkauft noch keiner 8)

Meine sind alle im Blumenbeet verbuddelt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 04. Oktober 2013, 09:40:09
Wer Kerne von meinem Kernechten testen will, dem schicke ich welche. Stammt von Bäumen, die aus einem guten anderen Kernechten gezogen wurden, Fremdbefruchtung ausgeschlossen. Keine Kräuselkrankheit in meiner Lage (Obstwiese, eher warm). Vor zwei Wochen so, jetzt abgeerntet:

(http://home.arcor.de/cydora/b/PfirsichKernechter_reif.jpg)

Innen hell, dafür aussen rot :-) Marmelade wird kitschig rosa. Aromatisch, spätreifend, steinlösend.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Gänselieschen am 04. Oktober 2013, 09:52:26
Hast ne pn :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. Oktober 2013, 10:31:00
Ja, so waren früher die Pfirsichbäume. Ich hatte auch mal einen, als Kind gesteckt, musste dann leider weichen.

Sehen sehr lecker aus. Und bei deinem Angebot werden die ganzen Ebayhändler jetzt pleite gehen ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Amur am 04. Oktober 2013, 10:39:01
Wer Kerne von meinem Kernechten testen will, dem schicke ich welche. Stammt von Bäumen, die aus einem guten anderen Kernechten gezogen wurden, Fremdbefruchtung ausgeschlossen. Keine Kräuselkrankheit in meiner Lage (Obstwiese, eher warm). Vor zwei Wochen so, jetzt abgeerntet:

(http://home.arcor.de/cydora/b/PfirsichKernechter_reif.jpg)

Innen hell, dafür aussen rot :-) Marmelade wird kitschig rosa. Aromatisch, spätreifend, steinlösend.

Von solchen hab ich grad drei Kerne in den Mülleimer geworfen ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. Oktober 2013, 10:58:20
Ebay würde aus Müll Kohle machen. ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. Oktober 2013, 10:59:51
Meine Mama hat diese Woche eine Ladung rotfleischiger Weinbergspfirsiche bekommen und daraus Marmelade gemacht. Lecker!
Die Kerne flogen auch auf den Müll. 5 Stück hab ich noch gerettet, sind nun bei meinem Onkel zwischen den Rosen verbuddelt. Der Gute weiß (noch) nix davon ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 04. Oktober 2013, 13:10:23
Irgendwelche Kerne eines "Kernechten" würde ich nicht nehmen. Es sollte schon das Risiko einer Fremdbefruchtung gering sein, d.h. ein Standort bei dem keine andere Sorten in der Nähe stehen. Sonst steigt das Risiko, dass die Sämlinge unerwünschte Eigenschaften zeigen.

Der Kernechte ist sehr kräuselkrankheitsfest, wäre doch schade wenn solche guten Elemente wegen zufälliger Einkreuzungen hops gehen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 06. Oktober 2013, 14:30:19
da ist man mit deinem "Kernechten" aber besser bedient als mit den "Kernechten Vorgebirglern", die es im Gartencenter der Kreisstadt zum kaufen gibt. Die haben im Frühjahr z. T. böse gekräuselt... .
 
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 09. November 2013, 14:13:26
Habe heute meine beiden Pfirsichbäumchen mit Peressigsäure gespritzt. Bei 12°C. Als ich fertig war hat es in den Bäumchen leise geknistert, ich werte das als gutes Zeichen (es tut sich was).
Im Spätwinter werde ich das noch einmal wiederholen wenn die Temperatur passt.
Bin sehr gespannt ob es nützt. Vergleichsbäumchen steht bei meiner Schwägerin die nichts macht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 09. November 2013, 15:25:44
Habe heute meine beiden Pfirsichbäumchen mit Peressigsäure gespritzt. Bei 12°C. Als ich fertig war hat es in den Bäumchen leise geknistert, ich werte das als gutes Zeichen (es tut sich was).
Im Spätwinter werde ich das noch einmal wiederholen wenn die Temperatur passt.
Bin sehr gespannt ob es nützt. Vergleichsbäumchen steht bei meiner Schwägerin die nichts macht.

Hallo Urmele!
Wie genau hast du gespritzt bzw. die Peressigsäure gemischt?
Hast du eine 3%ige Essigsäure und 3%iges Wasserstoffperoxid 1 zu 1 gemischt? oder wie?
Wie lange hast du das reagieren lassen bis du gespritzt hast?

mfg
christian
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 09. November 2013, 18:47:15
Hallo Christian,
irgendwo hier im Faden steht das exakte Mischungsverhältnis. Gottseidank hab ich es mir damals rausgeschrieben, denn trotz intensiven Suchens hab ich es nicht wiedergefunden.
Also, 3ml Essigessenz 24% werden mit 22ml Wasserstoffperoxyd 3% vermischt.
Die entsprechenden Mengen abgemessen (mit 10ml Plastikspritze) in eine Sprühflasche gefüllt, gut durchgeschüttelt, Brille aufgesetzt und die Äste alle tropfnass gespritzt. Von einer nötigen Reaktionszeit hatte ich nirgends was gelesen. Reagiert hat das Gebräu anscheinend erst auf den Ästen deshalb das knistern.

Vorher hab ich noch die verbliebenen Blätter alle abgestreift. Die Mixtur soll nur wirken wenn es draußen über 10°C hat.
Ob und wie es wirkt weiß ich (noch) nicht, habe die Bäumchen erst im Frühjahr gepflanzt, heuer hatten sie nichts, waren wohl in der Baumschule schon behandelt worden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 09. November 2013, 19:23:51
Hallo Christian,
irgendwo hier im Faden steht das exakte Mischungsverhältnis. Gottseidank hab ich es mir damals rausgeschrieben, denn trotz intensiven Suchens hab ich es nicht wiedergefunden.
Also, 3ml Essigessenz 24% werden mit 22ml Wasserstoffperoxyd 3% vermischt.
Die entsprechenden Mengen abgemessen (mit 10ml Plastikspritze) in eine Sprühflasche gefüllt, gut durchgeschüttelt, Brille aufgesetzt und die Äste alle tropfnass gespritzt. Von einer nötigen Reaktionszeit hatte ich nirgends was gelesen. Reagiert hat das Gebräu anscheinend erst auf den Ästen deshalb das knistern.

Vorher hab ich noch die verbliebenen Blätter alle abgestreift. Die Mixtur soll nur wirken wenn es draußen über 10°C hat.
Ob und wie es wirkt weiß ich (noch) nicht, habe die Bäumchen erst im Frühjahr gepflanzt, heuer hatten sie nichts, waren wohl in der Baumschule schon behandelt worden.

Also habe das jetzt selber berechnet:

Ich werde mir eine 25%ige Essigessenz und 30%iges Wasserstoffperoxid kaufen.
Wenn ich jetzt grob einen Liter/kg herstellen möchte habe ich berechnet:

Ich will jeweils eine Endkonzentration von 3% in der Endlösung haben.

Essigsäure (Mischungskreuz):

25 3
  3 Rechnung: 1000g/25*3 = 120g der 25%Essigessenz
0 22

Wasserstoffperoxid (Mischungkreuz)

30 3
  3 Rechnung: 1000/30*3 = 100g des 30%igen H2O2
0 27

Also zu mischen sind 120g der Essigsäure 25%ig mit 100g des Wasserstoffperoxids 30%ig und 780g Wasser um einen Liter bzw. Kilogramm einer in etwa 3%igen Peressigsäure-Lösung zu erhalten.

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 09. November 2013, 19:27:26
Hoffentlich kriegst Du 30%iges Peroxid, in Zeiten wie diesen kommst Du vielleicht unter Terrorverdacht....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 09. November 2013, 21:50:39
Hoffentlich kriegst Du 30%iges Peroxid, in Zeiten wie diesen kommst Du vielleicht unter Terrorverdacht....

Also ich weiß, dass es in der Apotheke 30%iges Wasserstoffperoxid gibt. Daraus wird ja das 3%ige Wasserstoffperoxid hergestellt, dass man zur Desinfektion verwendet.
Und da ich ja Pharmaziestudent bin, und schon dort gearbeitet habe, ist das glaub ich kein Problem.... ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 09. November 2013, 21:51:21
Es gibt keinen Grund, mit Hochprozentigem zu hantieren, im Gegenteil, damit steigert man nur Risiken. Verdünnen muss man sowieso. H2O2 in dieser Konzentration ist ziemlich ätzend. Im Handel ist nur die 12%-Konzentration erlaubt, höhere Konzentrationen fallen unter die Chemikalienverbotsordnung §3 sowie Anhang XVII Nr. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Als Pharmaziestudent ist dir das sicher bekannt.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 09. November 2013, 22:15:39
Es gibt keinen Grund, mit Hochprozentigem zu hantieren, im Gegenteil, damit steigert man nur Risiken. Verdünnen muss man sowieso. H2O2 in dieser Konzentration ist ziemlich ätzend. Im Handel ist nur die 12%-Konzentration erlaubt, höhere Konzentrationen fallen unter die Chemikalienverbotsordnung §3 sowie Anhang XVII Nr. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Als Pharmaziestudent ist dir das sicher bekannt.

Es hat aber den Vorteil, dass man erstens weniger braucht, und das zweitens wiederum billiger ist, als wenn ich das in Form von 3%iger Lösung mache.
Und wenn ich mich täuschen sollte und ich kriege nur die 12%ige, dann verwende ich halt die....

Man muss halt nur wissen wie man verdünnt...
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 09. November 2013, 22:41:21
Der Liter 3%ige Lösung 4,08 EUR beim nächstbesten Internetangebot (incl. Versand), zusammen mit Essig erhält man also rund 2 Liter Spritzlösung. Reicht meiner Erfahrung nach für mehrere Bäume. Teuer... ?

Die Hochprozentigere könnte teurer kommen, man muss eine Schutzbrille besorgen (Spritzer ins Auge sind im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich ätzend). Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Mischung der höheren Konzentrationen so ungefährlich ist oder ob da Wärmeentwicklung mit spontaner Zersetzung droht... dann würden die Kosten noch um mehrtägigen Verdienstausfall und eine neue Küche erhöht :-)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 09. November 2013, 22:56:18
Der Liter 3%ige Lösung 4,08 EUR beim nächstbesten Internetangebot (incl. Versand), zusammen mit Essig erhält man also rund 2 Liter Spritzlösung. Reicht meiner Erfahrung nach für mehrere Bäume. Teuer... ?

Die Hochprozentigere könnte teurer kommen, man muss eine Schutzbrille besorgen (Spritzer ins Auge sind im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich ätzend). Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Mischung der höheren Konzentrationen so ungefährlich ist oder ob da Wärmeentwicklung mit spontaner Zersetzung droht... dann würden die Kosten noch um mehrtägigen Verdienstausfall und eine neue Küche erhöht :-)

Man muss aber bedenken, dass die 3%ige Lösung ja noch verdünnt wird, wenn man sie mit der Essigsäure und Wasser vermischt. Um also letztendlich eine exakt 3%ige Lösung zu erhalten, muss schon mal eine etwas stärker konzentrierte Lösung verwendet werden (also >3%).
Schutzbrille habe ich schon.
Und wenn man den Spruch "Nie das Wasser in die Säure, sonst geschieht das Ungeheure" befolgt, also immer das Wasser vorlegen und dann erst das Wasserstoffperoxid in angemessener Geschwindigkeit zugibt, sollte nix passieren.
Aber letztendlich brauchen wir uns jetzt ja nicht so herumstreiten. Ob ich jetzt eine 10,12 oder 30%ige Lösung nehme/kriege ist ja egal. Hauptsache ich komm auf eine 3%ige Konzentration.

Was ich aber noch allgemein fragen wollte: Wieviel von der fertigen Spritzlösung braucht man den so für einen neu gepflantzen (und somit noch kleinen) Baum. Weil ich denke ob ein Liter nicht zu viel wäre?

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 10. November 2013, 01:00:25
Für solche Rechnungen gibt´s das so genannte Mischungskreuz. Ich versuch´s mal hier darzustellen:

25 0
  \ /
  3
  / \
 3 22

Du schreibst oben die Ausgangskonzentrationen der Essigsäure hin, also einmal 25 % Essigsäure und das andere Mal 0 % Essigsäure. In die Mitte die gewünschte Stärke, also 3 %. Dann bildest Du "über Kreuz" die Differenz und erhältst die gewünschten Mengen. In diesem Fall musst Du also 3 Teile der 25%igen Essigsäure mit 22 Teilen der anderen Flüssigkeit mischen. Wenn Du 22 Teile der 3%igen Wasserstoffperoxidlösung (H2O2) nimmst, hast Du die fertige Mischng, die hinsichtlich H2O2 ein klein wenig zu verdünnt ist, aber so genau kommt´s nicht drauf an.
Achtung, beim Versprühen nichts davon in die Augen kriegen!


Jetzt hab ich es wiedergefunden!
3Teile 25%igen Essig und 22Teile 3%igen H2O2. Da steht aber nichts, dass da noch Wasser dazu soll. Beim Mischen ist auch nichts passiert, keine Wärme kein Verdampfen.
Für meine beiden kleinen Bäumchen haben 500ml gereicht, 440Teile H2O2, 60 Teile Essigessenz.
Warum mit Hochprozentigem experimentieren, wenn es alles schon fertig verdünnt gibt? Der Rest reicht für eine zweite Behandlung im Februar und gut is. Wasserstoffperoxyd soll sich ja eh nicht sehr lange halten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 10. November 2013, 11:51:23
Hallo!

Noch eine Frage:

Und zwar heißt es ja, man solle bei 10°C bzw. über 10°C spritzen. Jetzt wollte ich fragen, wie lange es so warm sein muss? Also sollte es den ganzen Tag so warm sein? Oder reicht es wenn es zum Zeitpunkt der Spritzung so warm ist? z.b. für eine halbe Stunde.
Denn ich denke mir da die Wirkung ja die eines Desinfektionsmittels ist, sollte die Peressigsäure ja innerhalb von ein paar Minuten wirken.

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 10. November 2013, 12:16:45
Beim Mischen ist auch nichts passiert, keine Wärme kein Verdampfen.

Du hast ja auch dreiprozentiges H2O2 genommen und nicht dreissigprozentiges. Vor einer Mischung aus hochprozentigem Wasserstoffperoxid und hochprozentiger Essigsäure muss ausdrücklich noch einmal gewarnt werden. Die können sich beim vermischen heftig zersetzen, Gas und Hitze wird frei. Das ist kein Spass.

Dunkel gelagertes 3%iges H2O2 hält sich übrigens besser wie gebrauchsfertige selbstgemischte Acetylhydroperoxid-Lösungen, denn sie ist nicht stabilisiert. Man sollte also vor der Behandlung also immer frisch mischen und nur so viel, wie man braucht.

Die Anwendungstemperatur ist ein Erfahrungswert. Kommerzielle Produkte mit Acetylhydroperoxid haben in den Anwendungshinweisen keine Temperaturbegrenzung. Es kann natürlich sein, dass das Sprossmyzel von Taphrina deformans bei tieferen Temperaturen stärker in Ruhe geht und robuster wird, dass also nicht das Mittel schlechter wirkt sondern der Pilz mehr aushält. Probierts doch aus, spritzt mal bei Frost und erzählt im Forum ob es wirkte.

Die Anwendungshinweise sprechen auch nicht von einer Anwendungsdauer. Wenn etwas damit gespült wird, werden 15 Minuten verlangt, ein Standardwert. Am tropfnassen unbelaubten Bäumchen erreicht man allemal einige Minuten Einwirkung. Das kann man gar nicht verhindern. Wenn man nicht gerade bei Regen spitzt....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 10. November 2013, 12:44:56

Du hast ja auch dreiprozentiges H2O2 genommen und nicht dreissigprozentiges. Vor einer Mischung aus hochprozentigem Wasserstoffperoxid und hochprozentiger Essigsäure muss ausdrücklich noch einmal gewarnt werden. Die können sich beim vermischen heftig zersetzen, Gas und Hitze wird frei. Das ist kein Spass.

Wer würde auch schon die konzentrierten Lösungen gleich zusammenschütten....? Dass das dann heftig reagieren würde ist ja wohl klar.
Zwei Möglichkeiten, wie die Mischung angefertigt werden könnte (geht man von den mir berechneten 1000g aus):

1) Man legt die 780g Wasser vor, gibt dann langsam z.B. die 120g der 25% Essigessenz zu. Dann hat man grob eine 3%ige Essiglösung (5%ig ist der Tafelessig). Und in diesen "schwachen Tafelessig" geb ich dann langsam das 30%ige H2O2 zu.

2) Man stellt unabhängig voneinander die zwei Verdünnungen her- Also man nehme die 120g Essigessenz 25%, fülle das mit Wasser auf 500g auf. Dann nimmt man die 100g H2O2 30%ig füllt das auch auf 500g mit Wasser auf. Dann habe ich zwei 6%ige Lösungen. Und diese vermische ich miteinander und meine 3%igen Lösungen sind fertig.

Ach, tschuldigung. Natürlich sollte man bei Methode 2) auch das Wasser zuerst vorlegen!!!!!!

Wenn ich natürlich die 25%ige Essigessenz und das 30%ige Wasserstoffperoxid gleich vermische ohne Wasser, darf ich mich nicht wundern wenn mir das um die Ohren fliegt.... ;D

Die Anwendungshinweise sprechen auch nicht von einer Anwendungsdauer. Wenn etwas damit gespült wird, werden 15 Minuten verlangt, ein Standardwert. Am tropfnassen unbelaubten Bäumchen erreicht man allemal einige Minuten Einwirkung. Das kann man gar nicht verhindern. Wenn man nicht gerade bei Regen spitzt....

Gut dann sehe ich mich bestätigt, darin dass wenn es mittags mehr als zehn Grad hat ich schnell spritzen kann....

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 10. November 2013, 13:49:51
Nachdem ich den thread zur Kräuselkrankheit durchgelesen hatte, dachte ich, man mischt gleiche Volumina 3%iges Wasserstoffperoxid und 3%ige Essigsäure, erhält also im Endeffekt eine Lösung die jeweils 1,5%ig bezüglich beider Komponenten ist.

Wie ist das eigentlich mit der Ätzwirkung der Sprühnebel auf die Atemwege?

Ich weiß, im Labor wurden mit organischen "Per-Verbindungen" immer im Abzug gearbeitet.

Reicht es, wenn man sich "windabgewandt" stellt, oder hat jemand böse Erfahrungen mit den Sprühnebeln gemacht?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 10. November 2013, 13:54:50
...Und in diesen "schwachen Tafelessig" geb ich dann langsam das 30%ige H2O2 zu.

Apropos, damit nicht der Eindruck enstteht, "Tafelessig" täte es auch.
Den würde ich ganz bestimmt nicht nehmen, der enthält reduzierende Substanzen, wie z. B. Sulfit, die sofort mit dem Peroxid reagieren. Da bleibt dann leicht kein Peroxid mehr übrig, um die Sporen zu killen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 10. November 2013, 14:49:39
Wer würde auch schon die konzentrierten Lösungen gleich zusammenschütten....?

Was denkst du, in welcher Reihenfolge Menschen ohne Chemiekenntnisse (das dürfte wohl der grösster Teil der Leser hier sein) den Stoff mischen, wenn sie das lesen:

Also zu mischen sind 120g der Essigsäure 25%ig mit 100g des Wasserstoffperoxids 30%ig und 780g Wasser um einen Liter bzw. Kilogramm einer in etwa 3%igen Peressigsäure-Lösung zu erhalten.

Deshalb die Klarstellung - ich bin auch ausgesprochen froh, dass es das 30% H2O2 nicht mehr so einfach gibt.

Nachdem ich den thread zur Kräuselkrankheit durchgelesen hatte, dachte ich, man mischt gleiche Volumina 3%iges Wasserstoffperoxid und 3%ige Essigsäure

Exakt. Simpel, schnell, preisgünstig, Zutaten einfachst beschaffbar. Ein Überschuss an Essigsäure oder H2O2 ist übrigens auch nicht tragisch, man braucht da nicht auf Milliliter genau herumzumessen. Rein in die Sprühspitze und auf den Baum damit. Beim Ausbringen die üblichen Vorsichtsmassnahmen, ist ja klar. Windstille.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 10. November 2013, 16:57:52
Wer würde auch schon die konzentrierten Lösungen gleich zusammenschütten....?

Was denkst du, in welcher Reihenfolge Menschen ohne Chemiekenntnisse (das dürfte wohl der grösster Teil der Leser hier sein) den Stoff mischen, wenn sie das lesen:

Also zu mischen sind 120g der Essigsäure 25%ig mit 100g des Wasserstoffperoxids 30%ig und 780g Wasser um einen Liter bzw. Kilogramm einer in etwa 3%igen Peressigsäure-Lösung zu erhalten.

Deshalb die Klarstellung - ich bin auch ausgesprochen froh, dass es das 30% H2O2 nicht mehr so einfach gibt.

Das stimmt schon das man das als Laie nicht zwingend wissen muss. Habe einfach nur angegeben wieviel ich von was zusammenmischen werde, ohne natürlich anzugeben, wann ich was zugeben. Das hatte ich natürlich im Kopf.

Habe jetzt eine Bekannte in der Apotheke gefragt, und die hat mir bestätigt, dass ich das 30%ige H2O2 bekommen würde. Habe mir aber jetzt eh überlegt, ob ich es überhaupt nehmen soll. Aber einfach nur deswegen, weil ich ja maximal einen halben Liter der Endlösung brauche. Und das 30%ige H2O2 ist glaub ich in einer Liter Flasche, und ich brauche dann ja nur max. 100g davon. Und der Rest würde so herumstehen. Also von dem her......
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 13. November 2013, 18:09:25
Hallo!

Wollte jetzt einfach nur der Vollständigkeit halber sagen, dass ich in der Apotheke ohne weiteres "Essigsäure 99%, 250ml um 7,90€" und "Wasserstoffperoxid 30%, 250ml um 6,44€" bekommen habe.

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. November 2013, 18:12:18
Hat die APotheke http://www.gesetze-im-internet.de/chemverbotsv/__3.html beachtet?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 13. November 2013, 18:39:30
Mir wär das zu "heiß". Vor allem wenn es ohne großes Gepansche und so gut wie gefahrlos auch geht.
Einfach so wie bristlecone das einst beschrieben hat.
Essigessenz aus dem Supermarkt und 3% H2O2 aus der Apotheke explodiert garantiert nicht und unterliegt keinerlei Sicherheitsverordnungen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 13. November 2013, 18:52:23
Hat die APotheke http://www.gesetze-im-internet.de/chemverbotsv/__3.html beachtet?

Da ich und auch die Apotheke dem schönen Land Österreich zugehörig sind, glaub ich nicht dass sie die Deutschen Gesetze beachten muss. Wie die österreichischen ausschauen, weiß ich nicht, ist mir jetzt auch egal. Aber wenn es dir mal langweilig ist, kannst du ja nachschauen.

Und ich weiß nicht warum ihr alle gar so einen Aufstand macht. Ich weiß gar nicht wie oft ich in den Laboren während meines Studium schon 99% Essigsäure und 30% Wasserstoffperoxid in der Hand gehabt habe.

Und nochmal: Wenn man keine Ahnung vom Fach hat bzw. es sich nicht zutraut, dann soll man es lassen.

Natürlich muss man sich im klaren sein, dass man nicht Apfelsaft mit Mineralwasser mischt..... ::)

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Isatis blau am 13. November 2013, 19:39:56
In dem Gesetzestext steht doch nur, dass man seine Identität preisgeben muss, wenn man 30%-iges Wasserstoffperoxid kauft.

Wenn man erst das Wasser in einen Messbecher gibt, dann die anderen Sachen und weiß, dass man Wasserstoffperoxid nicht mit Metall zusammenbringen darf, dürfte man das Verdünnen schon überleben 8).

 
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 13. November 2013, 19:43:02
In dem Gesetzestext steht doch nur, dass man seine Identität preisgeben muss, wenn man 30%-iges Wasserstoffperoxid kauft.

Wenn man erst das Wasser in einen Messbecher gibt, dann die anderen Sachen und weiß, dass man Wasserstoffperoxid nicht mit Metall zusammenbringen darf, dürfte man das Verdünnen schon überleben 8).

Dankeschön. Endlich jemand, der mich versteht!!!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. November 2013, 20:25:00
Dein Land hast du nicht bekannt gemacht, deshalb war von deutschem Recht auszugehen, die Meisten hier Schreibenden und Lesenden dürften von da sein. Da hätte es mich eben interessiert, ob sich die Apotheke an das Chemikaliengesetz gehalten hat. Alles klar jetzt?

Wenn man erst das Wasser in einen Messbecher gibt, dann die anderen Sachen und weiß, dass man Wasserstoffperoxid nicht mit Metall zusammenbringen darf, dürfte man das Verdünnen schon überleben 8).

Ja, wenn. Sorry, wenn die Klarstellung in #231 genervt hat. Wer es nämlich macht wie ursprünglich von Chrisi89 beschrieben, dem kann das Zeug leicht um die Ohren und in die Augen fliegen. Das Forum in Blindenschrift zu lesen macht sicher weniger Spass :-/
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 13. November 2013, 21:42:44
Und ich weiß nicht warum ihr alle gar so einen Aufstand macht. Ich weiß gar nicht wie oft ich in den Laboren während meines Studium schon 99% Essigsäure und 30% Wasserstoffperoxid in der Hand gehabt habe.

In einem Labor kommt man zu allerhand Sachen, zu denen man im normalen Handel keinen Zugriff hat. So ein "Argument" ist, sagen wir fein, schwächlich.
Mit meiner Giftbezugslizenz hab ich klarerweise fast alles bekommen, aber der durchschnittliche pur-Benutzer ist davon glücklicherweise weit entfernt.
Da muß man solche Ezzes "fool-proof" geben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 13. November 2013, 21:44:28
Dein Land hast du nicht bekannt gemacht, deshalb war von deutschem Recht auszugehen, die Meisten hier Schreibenden und Lesenden dürften von da sein. Da hätte es mich eben interessiert, ob sich die Apotheke an das Chemikaliengesetz gehalten hat. Alles klar jetzt?
Es ist so: Eine Freundin meiner Schwester arbeitet in der Apotheke. Und da ich sie ja auch gut kenne, und sie eigentlich meine Ansprechpartnerin war, wenn ich was fürs Studium brauchte, und infolgedessen ja weiß, dass ich schon mit gefährlicheren Dingen hantiert habe, und somit Ahnung von der Materie habe, hat sie es mir sicherlich guten Gewissens abgegeben.
Und da ich die ganze "Bestellung" sogar telefonisch, während ihres Nachtdienstes ausgemacht habe, hat es sogar gereicht, dass eine andere Freundin meiner Schwester die beiden Lösungen dann abgeholt hat.
Was sie (Apothekerin) gemacht hätte, wenn ich ein Fremder gewesen wäre, kann ich dir nicht sagen, bin mir aber sicher, dass sie etwas strenger gewesen wäre.

Ja, wenn. Sorry, wenn die Klarstellung in #231 genervt hat. Wer es nämlich macht wie ursprünglich von Chrisi89 beschrieben, dem kann das Zeug leicht um die Ohren und in die Augen fliegen. Das Forum in Blindenschrift zu lesen macht sicher weniger Spass :-/
Da hast du natürlich recht, dass es FALSCH ist, wenn man Essigsäure und H2O2 gleich ohne Wasser vermischt.
Aber ich habe nur grundsätzlich überhaupt mit dem Thema angefangen (Antwort #216 ), da es mir auch nach intensiven Durchlesen des ganzen Themas nicht klar war, ob jetzt zwei 3%ige Lösungen gemischt werden (mit jeweiliger Endkonzentration von 1,5%), oder die jeweiligen Endkonzentrationen in der Mischung 3% betragen sollen.
Dann hat mir "Urmele" in Antwort #217 geantwortet. Und aufgrund des von ihm/ihr angegeben Mischungsverhältnisses habe ich berechnet, dass es wohl 3% Endkonzentration sein werden.
Und bei meiner Antwort #218 habe ich sozusagen "nur laut gedacht". Ich habe also nur geschrieben, wie ich mir es denke, wie ICH es machen werde. Und vielleicht auch deswegen damit die User schauen können, ob da wo ein Fehler drinnen ist.

Ich habe nie gesagt: "Man muss/soll das so machen!!!!" !!!!!!

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 13. November 2013, 21:52:40
Und ich weiß nicht warum ihr alle gar so einen Aufstand macht. Ich weiß gar nicht wie oft ich in den Laboren während meines Studium schon 99% Essigsäure und 30% Wasserstoffperoxid in der Hand gehabt habe.

In einem Labor kommt man zu allerhand Sachen, zu denen man im normalen Handel keinen Zugriff hat. So ein "Argument" ist, sagen wir fein, schwächlich.
Mit meiner Giftbezugslizenz hab ich klarerweise fast alles bekommen, aber der durchschnittliche pur-Benutzer ist davon glücklicherweise weit entfernt.
Da muß man solche Ezzes "fool-proof" geben.

Ihr macht mich noch alle psychisch fertig. :'( Ich verstehe nicht was euer Problem ist!?!? Erstens ist Wasserstoffperoxid kein Cyankali, kein Anthrax usw., sondern einfach 30%iges Wasserstoffperoxid, das, mit der entsprechenden Sorgfalt und Vorsicht behandelt, keine Massenvernichtungswaffe ist.
Zweitens, habe ich irgendjemanden dazu gezwungen mit diesen hochprozentigen Dingen zu arbeiten????? Wenn ihr es euch nicht zutraut, dann lasst es - ist auch gut so.
Und Drittens (zum geschätzten 10000mal), wenn man vorsichtig verdünnt, dann passiert zu 99,9% NICHTS.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 13. November 2013, 22:04:50
 :o Ruhig Blut! 8) 8)

Ich habe meinen Chemielehrer gefragt ob ich von ihm H2O2 und Essigsäure kriege, er hat mir gesagt klar, ich misch es zusammen und du kannst es morgen mitnehmen. :o :D ;D

Ich habe natürlich dringlicg verneint, weil das nur eine Interessensfrage war. ;)

Tobt euch aus! :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 13. November 2013, 22:08:17
"Mit entsprechender Sorgfalt und Vorsicht" ist kaum etwas sehr gefährlich.
Perhydrol ist ein Lercherl, Azeton ist ein harmloses Lösungsmittel, weitere Bemerkungen unterlasse ich lieber.
Und Zyankali wurde und wird, auch von Laien, in manchen Bereichen von Industrie und Gewerbe tonnenweise gehandhabt, detto Natriumzyanid - ich kenn von dort keine tödlichen Zwischenfälle.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 13. November 2013, 22:14:13
"Mit entsprechender Sorgfalt und Vorsicht" ist kaum etwas sehr gefährlich.
Perhydrol ist ein Lercherl, Azeton ist ein harmloses Lösungsmittel, weitere Bemerkungen unterlasse ich lieber.
Und Zyankali wurde und wird, auch von Laien, in manchen Bereichen von Industrie und Gewerbe tonnenweise gehandhabt, detto Natriumzyanid - ich kenn von dort keine tödlichen Zwischenfälle.

Dann hat sich das ja endlich erledigt........................
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 14. November 2013, 07:57:29
Lecker 8)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 15. November 2013, 12:25:19
"Blondinen" (m/w) bekommen Wasserstoffperoxid vom Friseur ins Haar geschmiert - und der verwendet, wie ich gehört habe, eine 12%ige Lösung... .
Also mal die Kirche im Dorf lassen.

Die 30%ige Lösung verursacht aber üble Ätzflecken.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 16. November 2013, 14:54:48
So!

Habe heute um die Mittagszeit bei 11-12°C den Nektarinenbaum "Nectared 6" und vorsichtshalber den "Benedicte" mit der Peressigsäure-Lösung gespritzt. Werde das im Februar wiederholen, und dann schauen wir mal....

mfg
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: JustJoey am 16. November 2013, 15:45:02

Da hast du natürlich recht, dass es FALSCH ist, wenn man Essigsäure und H2O2 gleich ohne Wasser vermischt.
Aber ich habe nur grundsätzlich überhaupt mit dem Thema angefangen (Antwort #216 ), da es mir auch nach intensiven Durchlesen des ganzen Themas nicht klar war, ob jetzt zwei 3%ige Lösungen gemischt werden (mit jeweiliger Endkonzentration von 1,5%), oder die jeweiligen Endkonzentrationen in der Mischung 3% betragen sollen.
Dann hat mir "Urmele" in Antwort #217 geantwortet. Und aufgrund des von ihm/ihr angegeben Mischungsverhältnisses habe ich berechnet, dass es wohl 3% Endkonzentration sein werden.
Und bei meiner Antwort #218 habe ich sozusagen "nur laut gedacht". Ich habe also nur geschrieben, wie ich mir es denke, wie ICH es machen werde. Und vielleicht auch deswegen damit die User schauen können, ob da wo ein Fehler drinnen ist.

Ich habe nie gesagt: "Man muss/soll das so machen!!!!" !!!!!!

mfg

Hallo Chrisi!
Schau mal auf Post Nr. 1 und Nr. 64 (seite 5), da spricht Re-Mark von 3% in den Ausgangslösungen, die dann gemischt werden, also nur noch zu 1,5% in der fertigen Lösung vorhanden sind. So hab ichs die letzten Jahre gemacht und war jetzt ganz verwundert, warum jetzt von 3%iger Endlösung die Rede war. ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 16. November 2013, 19:42:45

Da hast du natürlich recht, dass es FALSCH ist, wenn man Essigsäure und H2O2 gleich ohne Wasser vermischt.
Aber ich habe nur grundsätzlich überhaupt mit dem Thema angefangen (Antwort #216 ), da es mir auch nach intensiven Durchlesen des ganzen Themas nicht klar war, ob jetzt zwei 3%ige Lösungen gemischt werden (mit jeweiliger Endkonzentration von 1,5%), oder die jeweiligen Endkonzentrationen in der Mischung 3% betragen sollen.
Dann hat mir "Urmele" in Antwort #217 geantwortet. Und aufgrund des von ihm/ihr angegeben Mischungsverhältnisses habe ich berechnet, dass es wohl 3% Endkonzentration sein werden.
Und bei meiner Antwort #218 habe ich sozusagen "nur laut gedacht". Ich habe also nur geschrieben, wie ich mir es denke, wie ICH es machen werde. Und vielleicht auch deswegen damit die User schauen können, ob da wo ein Fehler drinnen ist.

Ich habe nie gesagt: "Man muss/soll das so machen!!!!" !!!!!!

mfg

Hallo Chrisi!
Schau mal auf Post Nr. 1 und Nr. 64 (seite 5), da spricht Re-Mark von 3% in den Ausgangslösungen, die dann gemischt werden, also nur noch zu 1,5% in der fertigen Lösung vorhanden sind. So hab ichs die letzten Jahre gemacht und war jetzt ganz verwundert, warum jetzt von 3%iger Endlösung die Rede war. ;)


Hallo!
Also ich war mir da nie sicher. Also diese Wochen habe ich mal, während einer Busfahrt von der Uni nach Hause, den das ganze Thema von vorn bis zum letzten Beitrag durchgelesen. Und es stimmt, dass in den von dir angegebenen Posts von den 1,5%igen Endlösungen gesprochen wird. Aber wenn man sich, wie gesagt, das ganze Thema durchliest, findet man genau soviel Posts, die von einer 3%igen Endlösung wie von einer 1,5%igen ausgehen.
z.B. bei dem Mischungsverhältnis von urmele (3ml 25% Essigsäure +22ml 3% H2O2) würden die Endkonzentrationen 3% betragen.
Es gibt eben keine eindeutige Antwort.
Ist ja auch egal, ich habe heute eh schon gespritzt, und das mit 3% Endkonzentration.

aber danke für die Antwort
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 16. November 2013, 20:01:59
@just joey

Was ich zu fragen vergessen habe: Wie schaut es den so mit dem Erfolg deiner Spritzungen aus. Da du ja schon über Jahre spritzt, wirst du schon Erfahrungswerte haben?

Ich frage deshalb, weil ich ja nur wegen der Nektarine "Nectared 6" zwangsweise spritzen muss. Genaueres siehe in diesem Thema:

http://forum.garten-pur.de/Obst-Forum-25/Gibt-es-ueberhaupt-_quot_kraeuse-49450_0A.htm

Denn meinen Benedicte habe ich mir ursprünglich nur deswegen geholt, damit ich das spritzen umgehen kann... Und den Benedicte habe ich im März 2012 gepflanzt, die Nektarine heuer im Juli. Deswegen habe ich noch keine Erfahrungswerte, was das Auftreten der Kräuselkrankheit betrifft. Ich kann nur sagen, dass der heurige Spätwinter total regnerisch war, und mein Benedicte trotzdem kaum befallen war. (ohne Spritzen)

Wenn die Spritzung also gewirkt haben sollte, so dürfte mein Pfirsich "Benedicte" im Prinzip im Frühjahr 2014 eigentlich kein einziges Kräuselblatt haben??????

Wie empfindlich ist eigentlich "Nectared 6"?

mfg

PS: Ach ja. Wie oft spritzt du eigentlich? Herbst und Spätwinter?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 17. November 2013, 07:58:51
@just joey

Was ich zu fragen vergessen habe: Wie schaut es den so mit dem Erfolg deiner Spritzungen aus. Da du ja schon über Jahre spritzt, wirst du schon Erfahrungswerte haben?


PS: Ach ja. Wie oft spritzt du eigentlich? Herbst und Spätwinter?

Das würde mich auch interessieren. Gibt es Foris die diese Mixtur schon öfter auf ihre Pfirsichbäumchen gespritzt haben?
Falls ja, wann, wie oft und mit welchem Erfolg?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: JustJoey am 17. November 2013, 19:02:54
Ich habe nur ein Bäumchen, die Sorte "Pfälzer Glückskugel".
Habe bislang immer 1x im zeitigen Frühjahr gespritzt, sobald es die Temperaturen zulassen. Es mag sein, dass ich manchmal zu spät war und den richtigen Zeitpunkt verpasst habe.
Ich habe trotz Spritzung einen Befall. Er ist aber nicht stark und wächst sich aus.
Ich bilde mir ein, dass der Befall in dem Jahr in dem ich es vergessen habe, stärker war.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: minor am 17. November 2013, 19:19:35
Genauso ist es bei uns.

Ob man immer den richtigen Zeitpunkt für die Essig-H202-Mischung trifft, ist fraglich.

Es muß trocken sein, soll über 10 Grad haben und die Knospen dürfen noch nicht schieben.

Dieses Jahr hab ich´s wegen dem langen Winter ganz verpasst und prommt nach der tollen pinken Blüten hat die Nektarine gekräuselt bis in den Spätsommer, trotz des Kahlrupfens immer wieder neue und keine einzige Frucht.

Bei der Spritzung (auch wenn ich den besten Termin nicht immer erwische) hält sich das Kräuseln zurück und es gibt auch viele Früchte.

Nektarine steht übrigens das 6te Jahr ausgepflanzt im Garten.

Nachtrag: ich spritze im Jan/Feb., weil sie Ende März schon in Blüte steht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ayamo am 18. November 2013, 00:53:33
Ich spritze seit 6 Jahren, seit drei Jahren auch mit Peressigsäure. Die Herbstspritzung beim Blattfall mache ich mit Kupfer, die im Januar und Februar mit Peressigsäure.
Manchmal habe ich es auch verpasst, aber dann nachgeholt, auch an einem kälteren regenfreien Tag.
Habe bei 4 Pfirsichen in den letzten Jahren fast keinen Befall, vielleicht 1-2 Blätter pro Jahr. Ich bilde mir daher ein, dass es wirkt; zumal in der unmittelbaren Nachbarschaft (Parzellen) verkräuselte Exemplare stehen.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 18. November 2013, 22:32:00
... trotz des Kahlrupfens immer wieder neue und keine einzige Frucht.

Das Kahlrupfen würde ich bleiben lassen. Auch ein zu 50% vom Pilz zerstörtes Blatt ist immer noch besser als ein 100%ig fehlendes Blatt.

Die Blätter sind die Lungen der Pflanzen, und einem Lungenkranken reißt man ja auch nicht die ganze Lunge heraus, weil die Funktion eingeschränkt ist.

Im Falle des Kräuselkrankheitpilzes verbreitet sich die Krankheit - und ich glaube, der Literatur darf man glauben - nicht vom kranken Blatt auf gesunde, sondern die Infektion findet nur bei nasskaltem Winterwetter statt, b e v o r die Knospen treiben.

Mein frisch zugekaufter gelbfleischiger Pfirsich stand im Frühsommer kurz vor dem Tod.
Kräuseln, absterbende Triebspitzen, ein Bild des Jammers.
Ich habe kein einziges Blatt weggerissen, dafür gut gedüngt (stickstoffreich - ich hatte gerade Rhododendrondünger mit 1A Cyanamid zur Hand und bei meinem kalkhaltigem Boden ist's eh egal - dann auch noch Brennnesselmulch und -jauche) und gegossen - und siehe da, im Spätsommer war der Baum fast gesund und hat tüchtig zugelegt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 21. Dezember 2013, 21:25:53
Behandlungstermine für Peressigsäure gab es Dank hoher Tagestemperaturen einige, ich habe letzte Woche behandelt. Für Heiligabend sind auch relativ hohe Temperaturen angesagt -insbesondere in Norddeutschland- , wer also nicht nur dem Tannenbaum, sondern auch dem Pfirsichbaum etwas Gutes tun wil, sollte Essig und Wasserstoffperoxid bereithalten.

Die Bäume sind nicht so richtig in Winterruhe. Sollte es irgendwann im Januar oder Anfang Februar eine Wärmeperiode geben, werden die Knospen früh schwellen. Dann ist es zu spät für Wasserstoffperoxid. Als am Besten bald behandeln, wer es vorhatte aber bis jetzt versäumt hat.

Auf viele Pfirsiche nächstes Jahr :-)

Und wenn wir gerade dabei sind: Ich wollte "Zaitani" bzw. "Anita" pflanzen, einen sehr frühen Pfirsich. War dann leider nicht mehr lieferbar. Kennt jemand eine Bezugsquelle?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: sandor am 22. Dezember 2013, 09:32:41
Zwecks Pfirsich - probier's mal hier

http://www.pob-obstbauberatung.de/content/zwetschgen
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ayamo am 24. Dezember 2013, 09:53:47
Danke für den Tipp! Ich hätte sonst erst im Januar wieder auf meinen selbstgebastelten Garten-Arbeitskalender geschaut...

Die Bäume sind nicht so richtig in Winterruhe.
Woran erkennt man das?

Und noch eine Frage. Wenn man schon mal dabei ist mit der Peressigsäure, kann das auch den Reben guttun, also anfälligen Sorten bzw. Stöcken mit Befall im abgelaufenen Jahr?

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 24. Dezember 2013, 10:18:16
Du kannst bestimmt auch Klo mit saubermachen 8)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 24. Dezember 2013, 10:24:34
Das Sprossmyzel des Pilzes Taphrina deformans überwintert an den Zweigen, auf der Rinde. Die Behandlung beseitigt das. Im Weinbau geht es um Oidium und Peronospora, deren Überwinterung anders funktioniert: Echter Mehltau überwintert bereits in den Knospen, Peronospora im Boden. Da ist mit Winterbehandlungen gleich welcher Art nichts zu machen, man kommt gar nicht ran.

Die Bäume glaube ich in wenig Winterruhe, weil nach dem späten Laubfall die roten Jahrestriebe unverholzt rot leuchten, angeschnitten sieht man wieviel der Baum Saft hat. An einem Ast gab es irgendwelche Schäden, gummiartiges Harz quillt hervor. Es gibt Jahre, in denen es nicht richtig kalt wird, dann führen spätwinterliche Wärmeperioden zu überraschend frühem Start mit Knospenschwellen.

Heute ist der perfekte Tag für die Behandlung, die Vorhersagen sind sehr günstig, allerdings kann Regen kommen, also gleich los :-)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 24. Dezember 2013, 10:32:14
Nunja, windig soll es auch werden. Aber man kann nicht alles haben. Schutzbrille aufsetzen!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 24. Dezember 2013, 10:51:53
Im Moment ist völlig windstill im Süden. Man braucht beim Spritzen ohnehin nicht auf Vollvernebelung stellen, den feinen Nebel weht Wind besonders leicht weg. Da man nur Äste und keine Blätter behandelt, spritzt man am Besten mit etwas schmalerem Strahl nur die Äste entlang. Einmal von vorne, dann von hinten - fertig.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 24. Dezember 2013, 10:57:44
Hier wenig nördlich von dir windet es schon ziemlich. Ich würde trotzdem beim Spritzen immer einen Augenschutz empfehlen (auch wenn mans selber vielleicht nicht macht). Aber diese Peressigsäure ist nicht so gut verträglich mit Schleimhäuten, hab ich gehört.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ayamo am 24. Dezember 2013, 11:00:01
No risk, no fun!

Was dem einen sein Motorrad, ist dem anderen seine Gartenspritze ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 24. Dezember 2013, 11:09:32
Vor ein paar Tagen ist irgendwo in Österreich eine Reinigungsfirma halb in die Luft geflogen - Peressigsäure dürfte durchgegangen sein. Ein paar Feuerwehrmänner verletzt.....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 24. Dezember 2013, 11:49:37
Hätten die nur Pfirsichbäume aufs Betriebsgelände gesetzt... ::)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Isatis blau am 24. Dezember 2013, 12:10:26
Wenn man mit Wasser verdünnt, ist Peroxyessigsäure ab 70% explosiv ::).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 25. Dezember 2013, 13:16:38
Habe heute (trotz 1. Weihnachtsfeiertag) die Gunst der Stunde (12°C, windstill) genutzt und meine beiden Pfirsichbäumchen zum zweiten Mal behandelt.
Der Vergleichsbaum meiner Schwägerin steht im Nachbargarten, die macht nichts gegen das Kräuseln.
Bin echt gespannt auf den Austrieb!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Lizzy am 26. Dezember 2013, 00:28:15
Bei uns im Rheingau-Taunus-Kreis war es gestern 11,4 Grad warm.
Da habe ich auch die jungen Bäume gespritzt. Die Spaziergänger haben ganz schön blöd geguckt ( ...was macht die denn da an Heiligabend... ? )Weils sehr windig war habe ich auch ein paar mal volle Breitseite Spritzbrühe abbekommen. Na ja habs überlebt. :-X
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 26. Dezember 2013, 09:29:44
Ich habe meine nicht behandelt. 8)

Man darf gespannt sein. :P ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Dezember 2013, 09:32:33
Ich hoffe auch noch drauf, mit dem Rausfinden der richtigen Sorten ohne irgendeine Behandlung auskommen zu können.

Hab meine deshalb klarerweise auch nicht behandelt :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Lizzy am 26. Dezember 2013, 11:52:04
Ich habe auch einen Pfirsich den muss man nicht behandeln. Der kräuselt zwar etwas, ich würde sagen ca. 10 -15 % der Blätter sind dann befallen. Die Blätter fallen irgendwann ab und der Busch bildet rasch wieder neue. Ich hatte den Busch als "Weißen Chinapfirsich" was auch immer bei Manfred H. gekauft.
Bei den anderen Bäumen, wie Tellerpfirsich, Reine de Vergers und Sanguine de Graf Knack, gehe ich lieber kein Risiko ein, die zwei letzteren sind auch noch ganz jung.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hml am 14. Februar 2014, 11:15:57
Heute schon Kräuselkrankheit bekämpft?
Ich wollte nur erinnern, bei der momentanen Witterung mit der Wärme morgen, und dem angesagten Regen, ist heute ein ganz wichtiger Bekämpfungstermin.
Grüße hml
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 04. März 2014, 16:13:28
danke für die Erinnerung, ich habe am 25.2. mit Peressigsäure gespritzt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 04. März 2014, 16:23:30
Ist das nicht angesichts des milden Winters viel zu spät?
Der Pilz dürfte doch die Knospen längst infiziert haben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 04. März 2014, 16:28:59
letzte Woche waren hier die Knospen noch nicht so arg geschwollen, ich hoffe halt, daß es nicht zu spät war. Vorher war ich in Urlaub, und davor war es zwar mild, aber doch nicht mild genug für die Spritzung.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Elro am 04. März 2014, 16:36:12
Da müssen nicht die Knospen geschwollen sein, es reicht wenn die Blattschuppen an der Knospe zu wachsen beginnen um vom Pilz infiziert werden. Wenn man spritzen wollte wäre es im Dez. mit der ersten Spritzung gut gewesen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 04. März 2014, 16:39:54
Ah, Elro, das war mir nicht klar. Ich mache diese Spritzung jetzt schon das 4. oder 5. Jahr, immer um diese Zeit. Gut, jetzt weiß ich, daß es auch schon früher geht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 22. April 2014, 17:22:47
Austrieb zeigt sich an allen Pfirsichbäumen kräuselkrankheitsfrei und dies trotz eines feuchten Herbst und Winter. Nachdem ich im vierten Jahr eine Peressigsäure-Spätherbstbehandlung mache, hat sich eine gewisse Routine eingestellt. Die Ergebnisse sind nachweisbar sehr gut, das zeigt sich Jahr für Jahr im Vergleich mit unbehandelten Pfirsichen der Gegend.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 22. April 2014, 19:00:44
Meine jungen Pfirsichbäume und meine Nektarine trieben wunderbar aus, blühten herrlich, haben nun Früchte und seit letzter Woche auch die Kräuselkrankheit. Ich pflücke einzelne Blätter, komme noch nach.
Was kann ich jetzt noch tun?
Hilft eine Milchdusche? Magermilch habe ich nicht, aber eine alte fettreduzierte Milchpackung. Kann sie vielleicht stärken?

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 22. April 2014, 19:17:34
Ich hab auch mit Peressigsäure behandelt, die Pfirsichblätter sehen wunderbar aus, ich freu mich!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Bebebe am 22. April 2014, 19:20:28
Also mein Peressigsäureversuch verlief leider wenig erfolgreich.
Die, die nicht sonderlich kräuseln, kräuseln zwar überhaupt nicht... aber mein Problemkind hat kaum ein normales Blatt :/
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 22. April 2014, 19:23:00
Wann hast Du Deinen Pfirsich behandelt?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 22. April 2014, 19:30:00
die Pfirsichblätter sehen wunderbar aus

Wie sieht der Vergleichsbaum aus, der bei deiner Schwägerin im Garten?

Dieses Jahr hat sich wie weiter oben im Thread nachzulesen bereits Ende Dezember das Fenster für eine Behandlung mit Peressigsäure geschlossen. Danach gingen bis Mitte/Ende Januar noch Kupferfungizide. Bis nach dem Laubfall kann man dieses Jahr nichts mehr machen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Bebebe am 22. April 2014, 19:41:12
Wann hast Du Deinen Pfirsich behandelt?

Puh, ich glaub, das war erst Anfang Januar.
Dann war das wohl zu spät?
Wie ist mein Spritzzeitraum nochmal festgelegt?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 23. April 2014, 05:40:49

Wie sieht der Vergleichsbaum aus, der bei deiner Schwägerin im Garten

Muss ich mal schauen gehen, werde berichten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Manni0815 am 23. April 2014, 11:37:08
'behandle meine Pfisrsichbäume ab dem Knospenstadium mit einer Suspension aus alkalischem Gesteinsmehl (Dolomitgestein). Seitdem ( 3 Jahre ) habe ich keine Kräuselkrankheit mehr.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Gartenklausi am 23. April 2014, 11:46:37
'behandle meine Pfisrsichbäume ab dem Knospenstadium mit einer Suspension aus alkalischem Gesteinsmehl (Dolomitgestein). Seitdem ( 3 Jahre ) habe ich keine Kräuselkrankheit mehr.

Hallo Manni,

sehr interessant. Kannst Du noch ein paar Details zum Anmischen der Suspension (wieviel Teile Dolomit auf wieviel Teile Wasser) und zum Aufbringen (Sprühen, Pinseln,...?) nennen?

Danke
Klaus
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Manni0815 am 23. April 2014, 12:02:05
Hallo Klaus,
 ich nehme i.d.R. ca. 10 gr / liter.
Bei der Austriebspritzung verwende ich ca 30 gr. / Liter.

Die Suspension wird nach dem Düsenaustritt gemischt. Hierzu verwende ich einen Hochdruckreiniger mit Sandstrahlvorrichtung, dem ich ein Prallblech angebaut habe. (sonst wird der Strahl zu stark und eher punktförmig).
Als 2te Variante verwende ich einen Düngemehldosierer und befestige ihn neben einer Flachstrahldüse. Die 2te Variante ist besser dosierbar und man hat keine Aussetzer.
Als Gesteinsmehl verwende ich Magnesiumbranntkalk fein gemahlen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 23. April 2014, 12:24:22
Interessant.

Magnesiumbranntkalk ist allerdings kein Dolomit (Calcium-Magnesium-Karbonat), sondern wird durch Brennen desselben hergestellt und besteht vorwiegend aus Magnesium- und Calciumoxid und ist damit anders als Dolomit stark alkalisch: Der pH-Wert einer gesättigten Lösung wird mit 12,4 angegeben. (Quelle)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 23. April 2014, 12:53:39
Also ich hätte ohne Sandstrahlen und Essig auch fast keine Kräuselkrankheit zu bieten. 8)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: mutabilis am 23. April 2014, 15:18:05
Wenn Du jetzt sandstrahlst, bist Du den Rest auch los ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 23. April 2014, 18:43:07
Es geht bei diesem Angriffspunkt immer nur darum, die Sporenlager mit den saprophytisch lebenden Ascosporen an Zweigen zu beseitigen. In dem ursprünglichen Versuch wurden neben Peressigsäure auch andere Mittel verwendet, die auch mehr oder weniger gut gegen Pilzsporen wirkten. Wahrscheinlich tut es stark alkalische Flüssigkeit auch.

Peressigsäure war aber von Kosten, Wirkung, Umweltverträglichkeit in der relevanten Anwendungszeit (kühl!) das Optimum. Da viele Leute keinen Strom und keinen Hochdruckreiniger mit Prallblech auf der Obstwiese haben, wird eine sich schnell entmischende Suspension vielleicht nicht so einfach anzuwenden sein.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 23. April 2014, 22:53:32
Wann hast Du Deinen Pfirsich behandelt?

Puh, ich glaub, das war erst Anfang Januar.
Dann war das wohl zu spät?
Wie ist mein Spritzzeitraum nochmal festgelegt?

Behandeln von Ende Blattfall bis Anfang Knospenschwellen bei möglichst warmen Außentemperaturen (so plus 10°C sollten es mindestens sein).

Ging hierzulande gut Ende Dezember und bis Anfang/Mitte Februar bei jeweils plus 15°C.

Lieber 2 x behandeln, einmal zu einem frühen Termin im "alten Jahr" und dann noch einmal im neuen Jahr, dann erwischt du irgendwie schon den richtigen Zeitpunkt.

Ist dein Wasserstoffperoxid noch gut? Altes Wasserstoffperoxid hat häufig nur mehr die Aufschrift auf der Flasche und ist ansonsten (weitgehend) zu Wasser zersetzt.

Keinen Salatessig nehmen sondern verdünnte Essigessenz! Salatessig enthält reduzierende Substanzen, die mit dem Wasserstoffperoxid im Nu reagieren.

Bei hartnäckigem Kräuseln nicht nur auf die Blätter achten, sondern auch mal schauen, wie es dem Baum sonst so geht. Ich hab's, glaub ich, schon an zwei Beispielen aufgeführt:

Wurzelechte Nektarine in den falschen Boden versetzt -> kräuselt trotz Behandlung.
Der Pfirsich "von der Stange" auf Pflaumenunterlage kommt mit dem Boden zurecht und steht im gleichen Garten mit identischer Behandlung ohne jedes Kräuseln.

Containerpfiirsiche in einer Gärtnerei (Rubira, Kernechter Vorgebirgsler) kräuseln trotz Überwinterung im Kalthaus!

Wenn dein Pfirsich jetzt kräuselt, kannst du es ihm so angenehm wie möglich auf Erden machen, damit er nicht die Flucht ins Jenseits antritt. Also die kranken Blätter nicht abzupfen (die braucht er bis er neue hat, besser er hat eine kranke Lunge als gar keine!),nicht herumschnippeln und dafür gut düngen!

Ich hab' letztes Jahr von einem Ende Mai quasi totgeweiht aussehendem Bäumchen im Herbst noch an die 10 Stück Pfirische geerntet, darunter meinen schwersten mit fast einem halben Pfund!

Hätte ich jede dürre Triebspitze bis 30 cm ins gesunde Holz zurückgeschnitten (wie es empfohlen wird), gäb's den Baum heute nicht mehr.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 23. April 2014, 23:00:40
Danke, klingt überzeugend. Werde sofort das Abzupfen der Blätter einstellen. Du hast die tägliche Ansprache vergessen, Mut machen ist immer gut.

Und welcher Dünger hilft jetzt besonders?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 23. April 2014, 23:22:45
Ich dünge kalibetont, aber vergesse den Stickstoff nicht, der Baum soll ja treiben.

Bei mir ist das ein ziemlich stickstofflastiger Volldünger (12% N; 4% P2O5; 7% K2O) für Rhododendren, den ich deshalb habe, weil bei mir der Boden sooo kalkhaltig/alkalisch ist, dass man nicht einmal mit dem etwas "übersäuern" kann (außerdem war er billig).

Den misch ich frei Schnauze ca. 1:1 mit Kalimagnesia. Ich dünge lieber öfter mal eine kleine Kinderhand voll pro Pflanze als einmal eine Schubkarre voll und dann ist das Malheur geschehen.... .

Ach ja, weil ich auf dem Säuerungstrip für meinen stark kalkhaltigen Boden bin, gibt's hin und wieder eine Handvoll Schwefelpulver oberflächlich eingearbeitet.
Außerdem denke ich, dass Schwefel viele Spurenelemente mobilisiert (so quasi eine Art "Vulkanboden" macht).

Gesunde Pfirsiche haben ein glänzendes, dunkelgrünes Laub. Schwache, kranke Bäume haben mattgrüne oder gelbliche Blätter. Deshalb auch der Schwefel. Jedes Anzeichen von Chlorose macht mir Gänsehaut.
Aber ist individuell unterschiedlich je nach Bodengegebenheiten und Unterlage. Ist dein Boden bereits stocksauer und deine Unterlage mag's neutral, wäre Schwefel sicher kontraproduktiv.

Ist noch in der Ausprobierensphase bei mir, der Schwefel.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 23. April 2014, 23:30:20
Und dass ich's nicht vergesse:

Mulch gibt's bei mir auf die Baumscheibe. Ich werd' meine Helfer, die Regenwürmer doch nicht vergessen! Die sollen immer gedeckten Tisch haben.

Im Herbst darf mir jeder sein Laub bringen. Im Frühjahr ist's weg und die Würmer sind fett und glücklich.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 23. April 2014, 23:38:26
@b-hoernchen - Super Ausführungen, danke, werden gespeichert.
Billig ist immer eine Verführung. Stand nicht irgendwo zu viel Stickstoff könnte auch Auslöser für die Kräuselkrankheit sein?
Ich werd mal meine Düngervorräte sichten.

Ich bin ein Fan von Schachtelhalmspritzungen, oder Milch oder... als zusätzliche Stärkung?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 23. April 2014, 23:46:21
Stand nicht irgendwo zu viel Stickstoff könnte auch Auslöser für die Kräuselkrankheit sein?

Eben drum die Mixtur mit Kalimagnesia, damit die Sache wieder im Lot ist.
Und das vorsichtige, portionsweise Düngen.

Wer's perfekt machen will, macht eine Bodenanalyse. Ich beobachte und ziehe daraus meine Schlussfolgerungen. Düngen ist immer individuell!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 24. April 2014, 07:32:45
Und dass ich's nicht vergesse:

Mulch gibt's bei mir auf die Baumscheibe. Ich werd' meine Helfer, die Regenwürmer doch nicht vergessen! Die sollen immer gedeckten Tisch haben.

Im Herbst darf mir jeder sein Laub bringen. Im Frühjahr ist's weg und die Würmer sind fett und glücklich.

Hast Du schon einmal Deine Regenwürmer mit Schwefel behandelt?
Die werden das nicht mögen....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Manni0815 am 24. April 2014, 08:12:36
@cydorian ...nicht ganz. Es geht auch, oder in erster Linie um eine bessere Versorgung mit Calcium und Magnesium.
Viele Obstbäume sind systemisch mit Bakterien und Mykoplasmen befallen. Meine Erfahrung nach den ersten Versuchen waren folgende:
Anwendungen: ca 4-5 mal / Jahr, zuerst 1 Jahr Löschkalk, dann Magnesiumbranntkalk.
Löschkalk alleine --> Abtötung von Sporen & Sporenlagern. Kaum Schorf, Birnengitterrost, Schrotschuß, Kräuselkrankheit, Verminderung von Neuinfektionen durch Pseudomonas.
Magnesiumbranntkalk (gebranntes Dolomitgesteinsmehl) -->
Kein Fruchtfall trotz kalter Witterung, keine Alternanz. Nach einem Jahr: Aprikosen und Renekloden, die 15, bzw. 20 Jahre fruchtlos waren tragen fleißig!

@mutabilis bei Hochstämmen mit Kronenhöhen von über 5 Metern verwende ich kein Prallblech. Somit kommt man auch in Höhen von 10 Metern und mehr, ohne Blätter abzuschießen. Mit Prallblech behandle ich junge Tomatenpflanzen oder Zucchini aus einer Entfernung von 1 Meter, ohne sie zu durchsieben.
Richtig lustig wird es mit einer HD-Pumpe 8 kW 20 Liter / 200 Bar und Flachstrahldüse. Ich bin ein Fan von einer effizienten, sicheren und schnellen Behandlung, dann bleibt mehr Zeit fürs Bier beim Blick auf meine Pflanzen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Gartenklausi am 24. April 2014, 08:32:49
Hallo Manni,

Deine Ausführungen sind sehr interessant und offensichtlich auch von hoher Sachkenntnis.

So richtig kann ich mir allerdings Deine Vorrichtung mit dem HD-Reiniger und dem Prallblech bzw. mit dem Düngemitteldosierer noch nicht vorstellen.

Wäre es vielleicht möglich, dass Du mal bei Gelegenheit Fotos davon machst und hier ins Forum stellst?

Danke und viele Grüße
Klaus
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Manni0815 am 24. April 2014, 08:51:38
https://www.youtube.com/watch?v=bXpjGcYtDpQ
Der Video stammt aus einer Zeit, wo wir die Wirkung von Magnesium noch unterschätzt hatten.
Es sind verschiedene Düsenarten zu sehen. Der Düngemeldosierer bläst nur ein Luft/Gesteinsmehl-Gemisch an einem Hochdruckstrahl, welcher diesen absorbiert.
Sandstrahlverfahren - ohne Düngemehldosierer
Flachstrahlverfahren - mit DMD.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Gartenklausi am 24. April 2014, 10:23:17
Vielen Dank für den Link. Da werde ich mal ein wenig rumexperimentieren mit meinem HD-Reiniger.

LG
Klaus
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 24. April 2014, 10:29:53
Die allgemeine Düngewirkung von Spurenelementen ist was für einen anderen Thread, im Bezug auf Kräuselkrankheit wüsste ich von keiner Untersuchung, die mit Magnesium allein gegen Kräuselkrankheit erfolgreich war.

Die fungizide Wirkung hoher PH-Werte ist da schon zielführender. Allerdings Vorsicht, mit Calciumoxid und Mischung damit hantieren ist sehr gefährlich, PH 12-13, Augen und Lunge gut schützen! Wasser drauf und die Sosse erhitzt sich auf fast 200°.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 24. April 2014, 18:44:51
Hallo!

Eine Frage an jene, die schon mehrjährige Erfahrung mit selbstgezogenen Pfirsichsämlingen haben:

Und zwar wollte ich wissen, ab wann (Standjahr) sich, eurer Erfahrung nach, ungefähr bei einem Pfirsichsämling zeigt, ob er (um die Extreme zu nennen) total empfindlich oder resistent gegen die Kräuselkrankheit ist?

Hintergrund meiner Frage: Ich habe im November 2012 drei Pfirsichkerne eines Pfirsichbaumes, der selbst schon aus einem Kern entstanden ist, in den Garten gepflanzt. Zwei in den Gemüsegarten und einen auf den Komposthaufen. Sie sind dann im Frühjahr 2013 aufgegangen. Einen der "Gemüse-Garten-Pfirsiche" habe ich an meine Tante verschenkt. Den anderen habe ich heuer an den Endort ausgepflanzt. Der "Komposthaufen-Pfirsich" ist, und wird auch bleiben, noch an Ort und Stelle.
Und meine beiden noch vorhandenen Pfirsiche entwickeln sich herrlich, besonders der auf dem Kompost, und zeigen derzeit noch überhaupt keine Anzeichen der Kk.

Freue mich schon auf eure Antworten.

Christian
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 24. April 2014, 20:18:39
Eine gute Frage, kann ich dir beantworten: Am Anfang zeigen alle Pfirsiche keine bis wenig Kräuselkrankheit. Das liegt an verschiedenen Faktoren, z.B. bietet die junge glatte Rinde von Neutrieben keinen guten Platz für den nötigen Ascosporenrasen. Ältere Rinde ab zweijährigen Trieben und die Stellen an den Verzweigungen haben sie lieber.

Deshalb ist es auch so ein Klassiker, stolz mit einem Komposthaufenpfirsich eine neue resistente Sorte zu verkünden, um ein paar Jahre später dann doch von der traurigen Realität eingeholt zu werden. Sehr viel Leute mit Komposthaufen wurden schon mal von einem Pfirsichsämling überrascht, daraus ist aber nirgends eine kräuselkrankheitsfeste Sorte oder überhaupt eine wertvolle neue Sorte entstanden. Es sind Abkömmlinge der Marktsorten, nicht besser als sie, Massenträger für kommerziellen Anbau am Mittelmeer.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 24. April 2014, 20:46:51
Eine gute Frage, kann ich dir beantworten: Am Anfang zeigen alle Pfirsiche keine bis wenig Kräuselkrankheit. Das liegt an verschiedenen Faktoren, z.B. bietet die junge glatte Rinde von Neutrieben keinen guten Platz für den nötigen Ascosporenrasen. Ältere Rinde ab zweijährigen Trieben und die Stellen an den Verzweigungen haben sie lieber.
Also ab dem 3., 4. Standjahr werden sich wahrscheinlich die ersten Symptome zeigen?

Deshalb ist es auch so ein Klassiker, stolz mit einem Komposthaufenpfirsich eine neue resistente Sorte zu verkünden, um ein paar Jahre später dann doch von der traurigen Realität eingeholt zu werden. Sehr viel Leute mit Komposthaufen wurden schon mal von einem Pfirsichsämling überrascht, daraus ist aber nirgends eine kräuselkrankheitsfeste Sorte oder überhaupt eine wertvolle neue Sorte entstanden. Es sind Abkömmlinge der Marktsorten, nicht besser als sie, Massenträger für kommerziellen Anbau am Mittelmeer.

Also ich weiß nicht ob du mich oder ich dich falsch verstanden hast/habe, aber ich habe ja nicht damit geprahlt eine neue resistente Sorte gezüchtet zu haben!? Ich wollte nur wissen ab wann ich weiß wie es mit der Kk-Festigkeit steht......

Weiters muss ich noch Folgendes hinzufügen: Und zwar habe ich aus deinem Post rausgelesen, dass du verstanden hast (?), dass die Kerne aus einem Supermarktpfirsich stammen. Das ist nicht der Fall!

Die Kerne stammen von einem Baum, der selbst schon aus einem Kern gewachsen ist (also wurzelecht und wahrscheinlich kernecht).
Was die Kk des "Mutterbaumes" betrifft, habe ich mir voriges Jahr im Mai/Juni mal den Baum (von dem die Kerne stammen) angesehen und überraschenderweise entdeckt, dass er ziemlich stark von der Kk befallen war. ---> Da war ich doch verwundert, besonders als ich dann im Herbst gesehen habe, dass er über und über mit Pfirsichen voll war. So voll, dass sogar Äste abgebrochen sind. Und weiters war er auch total dicht, also keine kahlen Stellen.
Ich muss noch anfügen, dass der Baum in keinster Weise gepflegt wird/wurde. d.h. keine Baumscheibe, kein Schnitt, keine Düngung usw.
Und trotzdem ist er echt groß.

Aufgrund meiner dieser Erkenntnis und Recherchen, u.a. in diesem Forum, bin ich zu folgendem Schluss gekommen, was die Kk-Festigkeit betrifft:

Und zwar gibt es anscheinend drei Sorten von Bäumen:

1) Jene die stark von der Kk befallen werden, und auf Dauer daran zugrunde gehen

2) Jene die gar keine bis wenig Kk haben, und somit gesund sind und alt werden.

3) eine besondere Kategorie: Bäume die die Kk zwar stark bekommen, denen es aber "egal ist" und trotzdem munter weiterwachsen und tragen....

Ich bitte mich zu bestätigen, oder für den Fall dass das völliger Unsinn ist, mich zu korrigieren.

Und scheinbar gehörte der "Mutterbaum" zur dritten Kategorie....

So fertig
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 24. April 2014, 21:08:29
Das war ganz allgemein gesprochen, weil diese Geschichte oft kommt, die Kernkeimlinge eben meist Supermarktpfirsiche waren und ich hab auch nicht geschrieben, dass du von einem resistenten Sämling geschrieben hättest...

Egal was aus deinem Baum wird, ohne mehrjährige weitere Beobachtung kann man nichts darüber sagen. Ein paar gute erste Jahre sagen nichts aus, ohne Düngung und Schnitt will bei Pfirsichen ebenfalls nicht viel heissen. Bei uns wachsen die auch wild aus Geröll-Steinriegeln an Hängen heraus, fruchten. Keiner dieser Bäume hat je eine Schere oder gar Dünger gesehen. Auch Kräuselkrankheit ist kein Problem. Die Fruchtqualität aber.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 24. April 2014, 21:34:37
Das war ganz allgemein gesprochen, weil diese Geschichte oft kommt, die Kernkeimlinge eben meist Supermarktpfirsiche waren und ich hab auch nicht geschrieben, dass du von einem resistenten Sämling geschrieben hättest...

Passt. Dann war es mein Fehler...

Egal was aus deinem Baum wird, ohne mehrjährige weitere Beobachtung kann man nichts darüber sagen. Ein paar gute erste Jahre sagen nichts aus, ohne Düngung und Schnitt will bei Pfirsichen ebenfalls nicht viel heissen. Bei uns wachsen die auch wild aus Geröll-Steinriegeln an Hängen heraus, fruchten. Keiner dieser Bäume hat je eine Schere oder gar Dünger gesehen. Auch Kräuselkrankheit ist kein Problem. Die Fruchtqualität aber.

Also mir haben die Pfirsiche des "Mutterbaumes" gut geschmeckt. Und da er ja selbst schon aus Kern entstanden, bin ich guter Hoffnung, dass auch die "Kinder" gut schmecken werden.
Aber du hast Recht, die Zeit wird alle Fragen beantworten. Da ich aber eh einen veredelten Benedicte besitze, sowie mit einer Nectared 6 zwangsbeglückt wurde, ist mein Bedarf an Pfirsichen eh gedeckte. Und da wir genug Platz um noch einen ganzen "Pfirsichwald" anpflanzen zu könne, stören die beiden Pfirsichbäumchen auch nicht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 24. April 2014, 22:30:58
Das ist gut, mit dem Benedicte hast du einen Vergleich hinsichtlich Kräuselkrankheit und Fruchtqualität, wenn dein Sämling mal trägt.

Dass du einen Kern einer grauen Maus (so nennen sich diese grünhartfleischigen, pelzigen, wenig süssen Pfirsiche) vom Steinriegel am Weinberg genommen hast, hatte ich ebenfalls nicht angenommen. Pfirsiche sind Dank Selbstfruchtbarkeit näher am Mutterbaum wie z.B. Äpfelsämlinge. Wenn man viel Zeit Geduld hat, kann man von gutschmeckenden Sorten durchaus meist anbauwürdige Sämlingsbäume ziehen, habe ich auch gemacht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 25. April 2014, 07:08:45
Die weiland "echten" Weingartenpfirsiche waren faktisch alle aus gesteckten Kernen, nachher evtl. selektiert (primär anfänglich anhand Blattgröße und Blattform).
Waren optisch mäßig, geschmacklich gut (weißfleischig), keine gelben picksüßen Dosenpfirsiche).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 07. Mai 2014, 23:15:54
Ich möchte nur mal eine Zwischenbescheid geben: Ich habe im Januar (beim Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad) mein junges Red-Heaven-Bäumchen (2 Jahre) erstmals mit der Garten-Pur-Mischung eingesprüht; zweimal im Abstand von zehn Tagen. Und ich sage euch: Ich habe bis jetzt genau 7 gekräuselte Blätter entfernt. Der Rest ist sauber. So viel gesundes Laub hatte das Bäumchen noch nie! Und der Fruchtansatz ist auch großartig. Bin begeistert - vielen Dank! :D :D :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: celli am 07. Mai 2014, 23:46:05
.. Garten-Pur-Mischung ...

Die von Seite 1 aus dem ersten Beitrag?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: agricolina am 08. Mai 2014, 07:08:41
Ja, Essigsäure und H2O2. Ich habe wohl die richtige Temperatur und die richtige Zeit erwischt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Chrisi89 am 19. Mai 2014, 21:00:14
Hallo!

Wollte mal einen Zwischenstand posten:

Habe meinen Benedicte (gepflanzt März 2012) und meine Nectared 6 (gepflanzt Juli 2013) im November sowie im Februar mit der Peressig-Säure-Mischung gespritzt.

Bis heute Mittag konnte ich noch kein einziges Kräuselkrankheitsblatt entdecken, dann am Abend ist mir am Benedicte ein befallenes Blatt aufgefallen.

Also scheint die Spritzung, besonders in Bezug auf die Nektarine, gut funktioniert zu haben, da die Vorraussetzungen für die Infektion im Winter/Frühjahr bei uns wieder ideal waren (also für den Pilz).

Lg
Christian
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Apfebam am 19. Mai 2014, 22:32:50
Meine im Freiland stehende Nektarine der Sorte 'Fantasia' sowie ein Pfirsich, wahrscheinlich 'Red Haven' haben auch ohne Spritzen kein Anzeichen von der Kräuselkrankheit. Sind kerngesund und wachsen gut.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Sonne21 am 21. Mai 2014, 22:22:17
Ohje.. ich hab das zum ersten Mal im Garten, die Kräuselkrankheit :-(

Ganz extrem betroffen ist der Pflaumenbaum! Aber ganz vieles andere leidet ebenfallst. Mein wunderbarer junger Phlox, der Sonnenhut, die Brennnesseln... alles kräuselt sich :(

Wie bekämpfe ich das denn?
Ich habe schon die befallenen Blätter begonnen zu entfernen (da werde ich noch ein paar Tage brauchen, bei den vielen Betroffenen) - und was mache ich dann?

Ich hab so viel gelesen und bin nun eigentlich noch verwirrter und weniger schlau als vorher. Wer kann mir empfehlen, wie ich jetzt weiter vorgehen muss? Ich fühle mich gerade furchtbar überfordert :(

Danke für alle Hilfe schon im Voraus!
Sonnige Grüße trotz allem :)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 21. Mai 2014, 22:28:38
Falscher Thread. Das sind Blattläuse und keine Kräuselkrankheit. Der dafür verantwortliche Pilz befällt ausschliesslich Pfirsiche. Verwandt damit ist die Narrentaschenkrankheit an Pflaumen, die sieht aber anders aus.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 21. Mai 2014, 22:29:08
Schau mal in den threadtitel.

Da steht bei pfirsichen weil eben nur jene befallen werden ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 21. Mai 2014, 22:29:52
Kräuselkrankheit (ein Pilz) kriegen eigentlich nur Pfirsiche.
Wenn sich bei Dir im Garten vieles andere auch kräuselt tippe ich mal auf Blattläuse. Untersuche doch das Innere des Gekräusels genauer, vielleicht wirst Du ja fündig?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Sonne21 am 21. Mai 2014, 22:45:58
Sorry - ich wollte nicht im falschen Thread schreiben.. ich finde mich hier nicht so gut zurecht. Habe die Suchfunktion benutzt. Also suche ich nochmal von Neuem...
Danke schon mal für Eure Antworten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Strelitzia am 26. Mai 2014, 10:11:53
Mal eine kurze Frage: Das Mittel gegen die Kräuselkrankheit bekommt wo? Gibt es einen Namen dafür?

Thanxs.


Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 26. Mai 2014, 19:38:42
Selber mischen ;D

Essigessenz 25% Wasserstoffperoxyd 3%

3ml Essigessenz auf 22ml Wasserstoffperoxyd

Im blattlosen Zustand bei über 10°C spritzen.

steht alles hier im Faden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: tommi64 am 27. August 2014, 10:32:44
Hallo,
bin auf der Suche nach ein paar Kernen vom Kernechten vom Vorgebirge.Wäre nett wenn mir jemand da weiterhelfen könnte.



Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wild Obst am 27. August 2014, 12:12:57
Da ich mit gekauften Pfirsichen eh bisher kein Glück hatte, habe ich mehrere Sämlinge von lokalen "No-Name" Bäumen gepflanzt. Einige sind praktisch frei von Kräuselkrankheit, andere sind daran schon fast gestorben. Aber ich habe genug und nur die harten bleiben (auf Dauer) im Garten.

Einige fruchten schon und werden dann noch selektiert, ob die Pfirsiche auch gut schmecken.

Die für Kräuselkrankheit zu anfälligen und die robusten, aber schlecht schmeckenden, werden dann nächstes/übernächstes Jahr mit den Positivselektionen veredelt.

Damit hoffe ich um die ganze Spritzerei herumzukommen. Erstens ist es Aufwand und zweitens sind meiner Meinung nach zumindest kupferhaltige Spritzmittel (und andere persistente) bei regelmäßiger Anwendung Gift für den Boden bzw das Bodenleben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 16. November 2014, 10:08:33
Heute wird bei uns ein sonniger warmer Tag, der erste seit langem.

Werde gleich die Pfirsichbäumchen mit Peressigsäure behandeln, wer weiß wann es wieder so gut passt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 16. November 2014, 10:23:11
 :o schon?

Meine haben teilweise noch alle Blätter
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 16. November 2014, 11:28:42
einmal kräftig geschüttelt und das Problem war erledigt ;D

Man muss die Gelegenheit nutzen wenn sie sich bietet. Die zweite Behandlung kommt dann im Dezember/Januar/Februar
wenn ein Tag passt.

Je nach Winter und Wetter kann es im Februar schon zu spät sein.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wild Obst am 20. November 2014, 19:27:20
Was ich bemerkt habe ist, dass die Kräuselkrankheit meist erst bei älteren Bäumen voll auftritt.

Jedes Mal, wenn ich einen Pfirsichbaum recht radikal zurückgeschnitten hatte (Fegeschaden, Schneebruch, ...) hatte der im darauffolgenden Jahr praktisch keine Kräuselkrankheit.

Folglich könnte man die Kräuselkrankheit eventuell einfach auch durch einen starken Schnitt alle zwei bis drei Jahre "klein halten". Wobei es natürlich zu Lasten des Ertrags geht, wenn man Pfirsichbäume als Niederwald mit 3 Jahren Umtriebszeit bewirtschaftet...

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 14. Dezember 2014, 12:40:00
Föhnlage, Temperaturen um 12°C, heute die zweite Dusche mit Peressigsäure verabreicht.

Die Knospen sehen sehr viel versprechend aus, die Bäumchen kommen ins dritte Standjahr, sind kräftig gewachsen und haben viele echte Fruchttriebe.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 14. Dezember 2014, 13:27:20
Hmm, ich muss mir zuerst noch das H2O2 kaufen.
Wieviel Prozentig soll sie sein? 3%ig?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 14. Dezember 2014, 14:13:32
3% ist so der Standard den man problemlos in unseren Apotheken bekommt.

22ml H²O² 3%
vermischen mit
3ml Essigessenz 25%

500ml fertige Brühe haben für meine drei Bäume gereicht.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 14. Dezember 2014, 18:36:51
 :D danke!

Nochmal ganz kurz: Das wird rein angewendet, nicht verdünnt, oder?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 14. Dezember 2014, 18:40:51
Habs gelesen. Wird unverdünnt genommen :)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Dezember 2014, 22:08:41
@urmele:
Wenn du 22ml 3%iges Wasserstoffperoxid und 3ml 25%ige Essigsäure auf 500ml verdünnst, bekommst du eine Lösung, die
ca. 0,13% Wasserstoffperoxid und ca. 0,15% Essigsäure enthält.
Da hilft dann halt glauben und beten... .

Endkonzentration in der Anwendungslösung soll jeweils 1,5% an Wasserstoffperoxid und Essigsäure sein.
Wieviel du verdünnen musst, hängt von der Konzentration der Ausgangsstoffe ab.

Also gleiche Volumenteile jeweils 3%iger Essigsäure und 3%igen Wassertoffperoxids vermischen.

Ca. 3% ige Essigsäure: 880ml Wasser vorlegen und 120ml 25%ige Essigessenz einrühren.

Volumenmessgeräte nach jeder Verwendung restlos mit Wasser ausspülen!

Ca. 3%iges Wasserstoffperoxid: 900ml Wasser vorlegen und 100ml 30%iges Wasserstoffperoxid (Handschuhe, Schutzbrille!) einrühren.
 
oder

für ca. 1 Liter fertige Spritzmischung:
890ml Wasser vorlegen und nacheinander (!)
50ml 30%iges Wasserstoffperoxid und 60ml 25%ige Essigessenz einrühren (Messgerät dazwischen ausspülen!).

oder

500ml 3%iges Wasserstoffperoxid vorlegen,
60ml 25%ige Essigessenz einrühren und auf 1 Liter Endvolumen verdünnen

Wobei es auf das letzte Zehntelprozent anscheinend nicht ankommt. Einige Forumler haben auch mit einer Behandlungslösung, die jeweils 3% Wasserstoffperoxid und Essigsäure enthielt, ihre Bäume offenbar noch nicht über den Jordan geschickt - haben jedenfalls nichts entsprechendes gemeldet.

Deshalb schreibe ich auch ca. xx%ige Lösung - die etwas von 1 abweichende Dichte (1,11 für 30%ige H2O2 und 1,03 für die 25%ige Essigsäure) lass' ich mal unberücksichtigt.

Wichtig:
Spritzlösung frisch ansetzen. Auf Spritzposition/Wind achten! Spritznebel nicht einatmen!
Wasserstoffperoxid zersetzt sich langsam bei der Lagerung in Wasser und Sauerstoff. Der Behälter könnte unter Druck stehen. Deshalb sollte die Flasche ein Überdruckventil besitzen oder der Deckel bei Glasflaschen nicht bis auf Anschlag geschlossen werden. Kein unbekannt altes Wasserstoffperoxid verwenden - könnte eine unwirksame Lösung ergeben!
Wasserstoffperoxid altert und verliert an Wirksamkeit. In Apotheke sollte die Haltbarkeit auf dem Analysenzertifikat (Datum!) stehen; diese gilt bei kühler und dunkler Lagerung.
Wasserstoffperoxid, das konzentrierter als 3%ig ist, nur mit Handschuhen und Schutzbrillle handhaben!
Keinen Haushaltsessig/Salatessig sondern Essigessenz verwenden! Haushaltsessig enthält reduzierende Substanzen, welche mit Wasserstoffperoxid reagieren und dadurch die Desinfektionswirkung mindern.
 
Heute war hier gutes Wetter für Behandlung, über 10°C und trocken. Und die Knospen schon richtig dick... - wenn das nur nicht schon zu spät war!










Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 20. Dezember 2014, 01:25:01
Das Eingangsposting nennt folgende Mengen:
Zitat
- Essig & H2O2 (je 3%)
Heißt das nun, daß ich dreiprozentiges Wasserstoffperoxid mit dreiprozentiger Essigsäure mische?
Oder heißt das, daß ich 3 % Essig und 3 % Wasserstoffperoxid mit 94 % Wasser ansetze?
Ich vermute mal, daß es sich um die erste Mischung handelt, aber sicher bin ich mir nicht.

Außerdem gibt's da noch ein Essigproblem. 3%iges Wasserstoffperoxid habe ich in der Apotheke bekommen, aber auf der Essigessenz steht, daß sie 25 % Säure hat.
Jetzt muß ich mich als blöd outen. Wie verdünne ich das, um 3%ige Essigsäure zu bekommen? Reicht ein Mischungsverhältnis von 1:7?
Für solche Rechnungen gibt´s das so genannte Mischungskreuz. Ich versuch´s mal hier darzustellen:

25 0
  \ /
  3
  / \
 3 22

Du schreibst oben die Ausgangskonzentrationen der Essigsäure hin, also einmal 25 % Essigsäure und das andere Mal 0 % Essigsäure. In die Mitte die gewünschte Stärke, also 3 %. Dann bildest Du "über Kreuz" die Differenz und erhältst die gewünschten Mengen. In diesem Fall musst Du also 3 Teile der 25%igen Essigsäure mit 22 Teilen der anderen Flüssigkeit mischen. Wenn Du 22 Teile der 3%igen Wasserstoffperoxidlösung (H2O2) nimmst, hast Du die fertige Mischng, die hinsichtlich H2O2 ein klein wenig zu verdünnt ist, aber so genau kommt´s nicht drauf an.
Achtung, beim Versprühen nichts davon in die Augen kriegen!

Also 3 Teile Essigsäure(wenn sie denn 3% hat) und 22 Teile Wasserstoffp.??Und wieviel Wasser ?Stand wahrscheinlich irgendwo,oder ???
Weil ohne Wasser wäre es ja leicht zu ätzend

3 Teile Essigsäure aus der Flasche mit der 25%igen und dazu
22 Teile H2O2 aus der Flasche mit der 3%igen H2O2.
Es kommt kein Wasser dazu!
Die fertige "Brühe" ist in der Tat nicht ganz ohne, deshalb soll man auch nix davon in die Augen oder sonstwie abkriegen!



440ml 3% H²O² + 60ml 25% Essigessenz = 500ml fertige Lösung. Kein Wasser!
Diese Mischung ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
Und warum sollte ich beten? Habe die Brühe bis jetzt vier Mal ausgebracht, es ist nichts explodiert, die Bäume leben noch, ich auch. Nur die Erreger der Kräuselkrankheit hat's erwischt.


Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Dezember 2014, 12:48:22
ok - das liest sich jetzt anders als wenn du von 500ml fertiger Lösung sprichst und als Ausgangsmenge 22ml 3%iges H2O2 mir 3ml 25%iger Essigessenz angibst.

Aber du bist dir klar, dass deine fertige Mischung jeweils ca. 3% der Wirkstoffe enthält und nicht jeweils 1,5%?

Das beweist aber nur, dass die Bäume relativ tolerant gegenüber dieser Mischung sind - zumal man bei Wasserstoffperoxid ohne frische Analyse sowieso nie genau weiß, wie stark es eigentlich wirklich noch ist... .
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 20. Dezember 2014, 17:06:11
Aber du bist dir klar, dass deine fertige Mischung jeweils ca. 3% der Wirkstoffe enthält und nicht jeweils 1,5%?

Hab mich auch schon den ganzen Thread über gefragt, welche von den Konzentrationen nun der ursprünglichen Empfehlung entspricht. Offenbar funktionieren beide...
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: strohblume am 21. Dezember 2014, 12:38:28
 Ich möchte hier die Chemiestunde ja nicht stören, aber kurz über mein gekauftes Mittel Duaxo, ein Konzentrat was verdünnt gespritzt wird und mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe .das gl. Mittel nehme ich auch für die Birne gg. den Birnengitterrost.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 21. Dezember 2014, 18:27:00
Duaxo mit Difenoconazol als Wirkstoff dürfte eine Chemistunde nicht stören, sondern verstärken.

Du könntest z.B. mehr Informationen verraten. Dass es "gespritzt" wird, überrascht nicht, aber wann und wie? Beim Austrieb aufs Laub? Oder jetzt, auf die Rinde? Wie weit reicht das Mittel, billig ist es ja nicht?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 21. Dezember 2014, 18:42:51
Der Witz bei der Verwendung von Peressigsäure ist ja gerade dass kein "Gift" verwendet wird.
Die Peressigsäure zerfällt zu Sauerstoff, Wasser und Essig welcher im Boden recht schnell abgebaut wird.
Es bleiben keine Chemierückstände, weder in der Pflanze (Frucht) noch im Boden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 22. Dezember 2014, 08:04:41
Aber auch dieses "Nicht-Gift" kann wortwörtlich ins Auge gehen. Im Endeffekt desinfiziert ihr eure Pfirsichbäume letztendlich mit einem Desinfektionsmittel.
Mit Risiken und Nebenwirkungen für alles Getier, was auf dem Baum lebt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 22. Dezember 2014, 10:43:58
Ein Glas Schnaps desinfiziert auch. Und Heissluft auch. Insoweit sind auch viele Beiträge dieses nun 345 Postings langen Threads gefährlich, denn sie enthalten sie.

Ich vermisse jedoch solide Information und Praxistips. Was ist nun mit Difenoconazol, wie wird das angewendet, wie schneidet es in den bereits genannten relevanten Punkten ab?

Gibts es neue Informationen zur Essig/Peroxid-Mischung, die noch nicht im Thread stehen? Hat jemand negative Wirkungen bei der Pfirsichbehandlung beobachtet oder sind sie irgendwo beschrieben?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: strohblume am 22. Dezember 2014, 13:49:45
  Zur Wirkung von Difenoconazol, den Tip habe ich von eiem Gärtner aus Leipzig soll auch eine Wirkung bei der Kräuselkrankheit besitzen.Ich verwende es ca. 3J. vorher hatte ich das Stärkungsmittel von Neudorf was nicht so effektiv war trotz mehrmaliger Anwendung. Ich spritze Duaxo 2mal im Februar je nach Witterung,das kann südlicher auch früher sein!Meine Beobachtung ist das ich sehr wenig Probleme mit der Krankheit habe, obwohl es keine Gegend für Pfirsiche ist , oft nasskalte Frühjahre sowie Spätfröste.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 27. Dezember 2014, 22:28:36
Gibts es neue Informationen zur Essig/Peroxid-Mischung, die noch nicht im Thread stehen? Hat jemand negative Wirkungen bei der Pfirsichbehandlung beobachtet oder sind sie irgendwo beschrieben?

Nur insofern als eine Nektarine, welche im letzten Winter 2 x mit essigsaurem Wasserstoffperoxid behandelt wurde und im Spätwinter/Frühjahr umgepflanzt worden ist, t r o t z d e m KK entwickelt hat. Bisher das einzige von mir beobachtete Versagen dieser Methode (bei insgesamt 5 behandelten Bäumen).
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 31. Dezember 2014, 13:42:35
Zur Wirkung von Difenoconazol, den Tip habe ich von eiem Gärtner aus Leipzig soll auch eine Wirkung bei der Kräuselkrankheit besitzen.

Ich vermute, dass es jedes gute Fuß- und Hautpilzmittel auch täte... - soll jetzt aber keine Empfehlung sein!
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: joachim am 31. Dezember 2014, 13:56:44
So einfach mal Desinfektionsmittel über die Pflanzen sprühen, dann ist der Spuk vorbei geht nicht,Bei solchen Dingen sollte man sich schon halten was von offizieller Seite erlaubt ist, sons tsind die Frücht zwar äusserlich gesund, doch wird dann der Mensch beim Verzehr krank.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 31. Dezember 2014, 14:31:55
Im ursprünglichen Versuch wurden mehrere altbekannte Stoffe getestet, die auch als Desinfektionsmittel verwendet werden. Siehe Posting Nr. 1.

So wie Peressigsäure sind sie flüchtig, zerfallen schnell, wirken nicht systemisch, gehen also nicht in die Pflanze rein. Um auch nochmal zu wiederholen, was da passiert: Der Pilz überwintert als Sprossmycel auf der Rindenoberfläche, auf Knospen, bevorzugt an Gabelungen, rauhen Stellen. Dieser äusserliche Befall im Winter wird bekämpft. Da geht nichts in Früchte, die ein halbes Jahr später erscheinen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: willi2000 am 01. Januar 2015, 19:26:20
"Mehrere schwere Vorfälle trüben bei einigen Silvesterfeiern die Freude über den Jahreswechsel. Es gibt Schwerverletzte, Brände - und auch Tote. Schuld sind zumeist Feuerwerkskörper und illegale Böller."

Warum nur habe ich diese heutige Überschrift in diesen Thread geposted?

Ohne die nötige Sachkunde, und die hat in diesem Forum bestimmt nicht jeder, sollte man die Finger von Peressigsäure lassen. Sie ist giftig (und nicht wie hier schon öfters behauptet ungiftig, was wohl auf die Unschädlichkeit der Abbauprodukte bezogen war). Nicht umsonst ist der Einsatz von Peressigsäure im Pflanzenschutz nicht erlaubt.

Gruss an aller Kleingärtner und Hobbychemiker,
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 01. Januar 2015, 21:21:43
Der Thread ist ja eine Offenbarung.
Ich hatte schon immer relativ kräuselresistente Pfirsiche Sorte Eigenzucht.
Seit ich aber vor 15 Jahren von 7b mit Sandboden nach 6b mit viel Regen und vernässtem Boden gezogen bin hatte ich doch einige Probleme. Deshalb habe ich mir schon letztes Jahr Benedicta (resistent) zugelegt.
Mit der Peroxyessigsäure - Methode fängt jetzt ein völlig neues Pfirsichzeitalter an. 8)
Hoffentlich ist es für dieses Jahr nicht schon zu spät :-\ .
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 01. Januar 2015, 22:46:25
Jeder denkende Mensch wird nach Lesen dieses Threads selbst ganz gut einschätzen können, was und wie er gegen Kräuselkrankheit probieren kann. Die Grundsatzkritik hatten wir auch schon oft, z.B. auf den Seiten 10-12, eine erneute Wiederholung und krumme Vergleiche mit verbotenem Sprengzeug wird uns nichts bringen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: willi2000 am 02. Januar 2015, 14:31:09
Kein 'normal' denkender Mensch liest heute noch Thread komplett, der über 24 Seiten geht. Die letzte Warnung liegt 6 Seiten zurück, danach stehen Sätze wie:

Der Witz bei der Verwendung von Peressigsäure ist ja gerade dass kein "Gift" verwendet wird.

Peressigsäure ist stark ätzend auf der Haut und in den Atemwegen und auf sowas sollte immer wieder hingewiesen werden. Es ist übrigens auch umweltschädlich und sollte daher nie direkt in eine Abguss oder ein Gewässer entsorgt werden, sondern vorher eine Weile gelagert werden (zersetzt sich). Und es ist natürlich auch leicht karzinogen, weil alles was Reizungen hervorruft, (indirekt) karzinogen ist.

Ich frage mich, ob nicht der Moderator rechtlich mitverantwortlich ist, wenn die entsprechenden Warnhinweise fehlen. Ich habe auf der Arbeit jedenfalls jeden Gefahrenstoff richtig zu kennzeichnen und jeden Mitarbeiter entsprechend einzuweisen.
Und ich weiss nach 30 Berufsjahren mit biol. und chem. Gefahrenstoffen, dass es manchmal auch suboptimal läuft, wenn z.B. im Extremfall der Fermenter beim Autoklavieren explodiert oder sich in einem Mörser, in dem man Kaliumdichromat zerreibt, noch Reste von Phosphor befinden.

Gruss,
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 02. Januar 2015, 15:20:40
sich in einem Mörser, in dem man Kaliumdichromat zerreibt, noch Reste von Phosphor befinden.




War es roter Phosphor?
Titel: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Hanfpalme am 02. Januar 2015, 15:56:11
In diesem Forum stieß ich vor 1 1/2 Jahren unter dem Thema "Kräuselkrankheit bei Pfirsichen" auf den hoch interessanten Artikel des Moderators 'Re-Mark'. - Viel wurde im Forum geschrieben, Richtiges und weniger Wichtiges. Um dort langes Lesen und Recherchieren abzukürzen (und als kleines 'Dankeschön'), gibt es hier eine Zusammenfassung und einen eigenen ERFAHRUNGSBERICHT.

Vorweg sei gesagt: Das billig und einfach selbst herstellbare Mittel PEROXYESSIGSÄURE (kurz PES) hat bei mir ausgezeichnet gewirkt.

WIRKUNGSWEISE: Das Mittel PES wirkt als Fungizid auf den Verursacher der Kräuselkrankheit durch Schädigen oder Abtöten des Sprossmycels und/oder der Sprosszellen. von Taphrina Deformans.

ANWENDUNGSZEIT und -TEMPERATUR: Das Desinfektionsmittel PES muß am besten VOR dem Zerfall des Sprossmycels und unbedingt VOR dem Eindringen der entstehenden Sprosszellen in die sich öffnende Knospen angewendet werden. Da bei Pfirsichen die Knospen an warmen Januartagen bereits anschwellen können, ist es nicht falsch schon im Dezember zu spritzen. Bleiben Januar und Februar genügend kalt, ist auch dann noch eine Spritzung möglich. Als Anwendungstemperatur wird mindesten 10°C empfohlen.

HERSTELLUNG VON PES
Die Diskussion über das Mischungsverhältnis der Komponenten Essigsäure und Wasserstoffperoxid bei der Herstellung ist aus zwei Gründen unerheblich.

Erstens kann ich nur die Komponenten verwenden, welche ich als 'Normalbürger' leicht und preisgünstig erwerben kann. (Diskussionen über hochprozentige Komponenten oder gar explosive Gemische erübrigen sich.)

Zweitens stellt sich ein gewisses Gleichgewicht ein zwischen den gemischten Komponenten einerseits und der entstehenden PES andererseits, denn nur ein TEIL der Essigsäure reagiert mit dem Wasserstoffperoxid zu Peroxyessigsäure. Es ist schwierig zu sagen, wie hoch der Prozentsatz der entstehenden PES ist. Außer von der Konzentration der gemischten Mengen hängt der Prozentsatz auch von der Temperatur der Flüssigkeit und vom 'Alter' der Mischung ab. Es dauert eine gewisse Zeit bis sich PES gebildet hat, aber je mehr PES vorhanden und je länger PES vorhanden ist, um so mehr zerfällt auch wieder. (Berechnungen vom Typ 'Mischungsrechnungen' erübrigen sich also auch.)

Im Handel ist billigst zu bekommen: Haushaltsessig (5%), billigste Sorte und Wasserstoffperoxid (3%) günstig bei Versandapotheken [z.B.: 5x 1L für 20,40 Euro, im Jan. 2015] - Meine eigene Mischungsmethode im Erfahrungsbericht.

ERFAHREUNGEN mit der BEHANDLUNG von KRÄUSELKRANKHEIT bei PFIRSICHEN

Dicht beieinander stehend: 2 (verschiedene) Pfirsichsorten, 1 Nektarine

0) ca. 1.12. -3.12.2013
als letzter Baum verliert die Nektarine ihre Blätter
1) 4.12.2013   
alle Blätter unter Pfirsichbäumen entfernt
2) 6.12.2013   
Kauf/Bestellung von Essig/ Wasserstoffperoxidlösung (3%ig)
1 Liter Essig (REWE, Marke 'Ja', 5%ig) 0,39 Euro
1 Liter Wasserstoffperoxid (3%ig; lokale Apotheke) 10,89 Euro
  [dagegen Versandhandel ab ca. 4 Euro + Versand ] : 8,15 /
3) 12.12.2013   
Nochmals restliche Blätter unterm Baum entfernt; überlange Äste bei Nektarine geschnitten
4) 13.12.2013   
PES-Herstellung:
250ml Wasserstoffperoxid (3%ige Lösg.) + 150ml Haushaltsessig (5%ig)
ergibt 400ml Flüssigkeit mit (zunächst) 1,825% WPO und 1,825% Essigsäure (und ohne PES)
PES muß sich erst bilden (im Gleichgewicht mit WPO und Essigsäure); DAHER AUFBEWAHRUNG (bei Zimmertemperatur) - Unter der Hypothese, daß etwa die Hälfte der Komponenten zu PES reagiert, wäre nach einiger Zeit eine PES-Konzentration von 0,9% vorhanden.
5) 17.12.2013
da die Außentemperaturen unter 10°C sind. Mischung weiterhin gelagert, jetzt aber bei ca. 12°C, um Zerfall der PES zu verringern.
6) 22.12.2013   
Die Mischung vom 13.12.2013 wird gespritzt bei Außentemperatur 9°C und aufziehendem Regenwetter.
7) 07.01.2014   
wiederholt PES-Herstellung: 250ml Wasserstoffperoxid (3%ige Lösg.) + 150ml (Weinbrand)Essig (5%ig)
ergibt 400ml Flüssigkeit mit (zunächst) 1,825% WPO und 1,825% Essigsäure (und ohne PES)
8) 08.01.2014   
Die Mischung vom 7.1.14 wird gespritzt bei Außentemperatur 11°C.
9) 07.03.2014
Nach einem überaus milden Winter und einigen sonnigen Tagen anfangs März mit Temperaturen bis zu 14°C geht die erste Blüte heute auf.
10) März bis Dezember 2014
Es wurden nur an einem einzigen etwa 15cm langen Zweig Spuren von Kräuselkrankheit entdeckt. In über 20 Jahren waren die Bäume noch nie so gesund gewesen.
LEIDER litten die Bäume später unter der Schrotschußkrankheit, das war zuvor noch nie so auffallend stark gewesen. - Fazit: Die Natur läßt sich immer wieder was anderes einfallen....





Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Aspidistra am 02. Januar 2015, 16:26:34
Ich bin erst vor kurzen auf den langen Thread mit Peroxyessigsäure gestoßen.
Danke für die klare und kompetente Darstellung der Methode mit praktischen Tipps für die Umsetzung. :)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Mediterraneus am 02. Januar 2015, 16:50:23
Man bräuchte für Vergleiche 2 gleichalte Bäume der gleichen Sorte am gleichen Standort.
Einer behandelt, der andere unbehandelt.

Nur so kann man die Wirksamkeit testen.


Ich hatte dieses Jahr auch keine Kräuselkrankheit. Ohne irgendeine Behandlung. Sind die Bedingungen für KK günstig, tritt sie auf. Ist es zum richtigen Zeitpunkt trocken, tritt sie eben weniger oder nicht auf.
Dazu kommt die unterschiedliche Anfälligkeit der Sorten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Natura am 02. Januar 2015, 21:10:52
LEIDER litten die Bäume später unter der Schrotschußkrankheit, das war zuvor noch nie so auffallend stark gewesen. - Fazit: Die Natur läßt sich immer wieder was anderes einfallen....

Könnte es nicht auch sein dass das Wasserstoffperoxid die Löcher in die Blätter gefressen hat :-\?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Aspidistra am 02. Januar 2015, 21:25:00
Wasserstoffperoxid zersetzt sich sehr schnell zu Wasser und Sauerstoff. Bis die Blätter austreiben ist es längst spurlos verschwunden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Ibrahim Kirschbaum am 02. Januar 2015, 21:26:39
Ich hatte in meinem früheren Garten einen"Red Heaven" stehen, der jedes Jahr von der Kräuselkrankheit befallen war. Mitte Juni stand er meistens fast ohne Laub da, nach dem Johannistrieb war von der Erkrankung nichts mehr zu erkennen. Ich habe jedes Jahr mehr leckere Pfirsische geerntet, als wir verwenden konnten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: willi2000 am 02. Januar 2015, 21:31:41
Zitat
War es roter Phosphor?
Zitat

Ja, mein Schullfreund trug aber zufälligerweise einmal seine Schutzbrille, so dass es bei leichten verbrennungen und einem schweren Hörsturz geblieben war.

Gruss
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: cydorian am 02. Januar 2015, 21:41:53
Zusammenfassung und einen eigenen ERFAHRUNGSBERICHT.

Vielen Dank. Vielleicht noch der erneute Hinweis, dass ab Blattfall gespritzt werden kann, nicht erst im Dezember. Ascosporen und dann das Sprossmyzel sitzen bereits im Sommer auf der Rinde. Man vermeidet aber, auf die Blätter zu spritzen, also warten bis sie runter sind. Sie sollen von alleine fallen, damit der Baum die Stoffe daraus in die Rinde zurückziehen kann.

Man bräuchte für Vergleiche 2 gleichalte Bäume der gleichen Sorte am gleichen Standort.

Verstehe ich ehrlichgesagt nicht. Der ganze lange Thread über Kräuselkrankheit beruht doch gerade auf einem Vergleich zwischen verschiedenen Methoden und unbehandelten Bäumen, gleiche Sorte, gleicher Standort. Dann bei bei unterschiedlichen Temperaturen getestet, ein wichtiger Faktor. Gleich im allerersten Posting lang und breit erklärt, muss man nicht mal suchen. Behandelt wurden Baumreihen einer Sorte. Steht das jetzt wieder in Frage?

Auch die Vorsichtsmassnahmen sind rund fünfmal immer wieder genau beschrieben worden. Auch daran hat sich nichts geändert. Was bringts, daraus eine Endlosschleife zu machen? Dann liest es keiner mehr, das wäre erst recht schädlich. Wir wollen Wissen erweitern, nicht immer dasselbe wiederholen.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 02. Januar 2015, 21:44:29



Ja, mein Schullfreund trug aber zufälligerweise einmal seine Schutzbrille, so dass es bei leichten verbrennungen und einem schweren Hörsturz geblieben war.

Gruss

Aua. Ich hatte auch einmal ein Explosionstrauma (Knallgas). Es war nicht mein Fehler - ich habe aber trotzdem wochenlang nur noch ein Pfeifen gehört.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Urmele am 03. Januar 2015, 06:41:22
....vom 'Alter' der Mischung ab. Es dauert eine gewisse Zeit bis sich PES gebildet hat, aber je mehr PES vorhanden und je länger PES vorhanden ist, um so mehr zerfällt auch wieder.

4) 13.12.2013   
PES-Herstellung:
5) 17.12.2013
da die Außentemperaturen unter 10°C sind. Mischung weiterhin gelagert, jetzt aber bei ca. 12°C, um Zerfall der PES zu verringern.
6) 22.12.2013   
Die Mischung vom 13.12.2013 wird gespritzt bei Außentemperatur 9°C und aufziehendem Regenwetter.


Dazu stellt sich mir die Frage ob es tatsächlich nötig ist die Mischung über Tage zu lagern damit sich genug PES bilden kann?

Wenn das Wetter gepasst hat hab ich bisher Essigessenz und H²O² abgemessen, zusammengemischt, durchgeschüttelt und sofort auf die Pfirsiche gesprüht.
So habe ich die Empfehlungen hier verstanden, nicht warten, weil das Zeug schnell wieder zerfällt. Falsch ???

Ob sich nach 9 Tagen noch genug PES in der Lösung befindet?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 03. Januar 2015, 08:48:54
Ob die beim Mischen von Essigsäure und Wasserstoffperoxid in nicht genauer vorhersagbarer Menge entstehende Peressigsäure der alleinige Wirkstoff ist, ist doch auch gar nicht geklärt.

Ist es nicht vielmehr so, dass zunächst Peressigsäure verwendet wurde und man erst später drauf kam, anstelle der nicht besonders stabilen Peressigsäure, die nicht gut zu lagern ist (von rechtlichen Vorschriften jetzt mal abgesehen), ein Gemisch der viel besser handhabbaren Stoffe Essigsäure und Wasserstoffperoxid - jeweils in verdünnter Form - einzusetzen.

Ich vermute, dass ein Gemisch dieser beiden Stoffe, in dem eben mehr oder weniger Peressigsäure enthalten ist, keine andere Wirkung hat als Peressigsäure, die man vor dem Spritzen mit Wasser auf die gewünschte Konzentration verdünnt.

Also macht euch nicht zu viele Gedanken darüber: Verdünnte Essigsäure und verdünntes Wasserstoffperoxid mischen und gut ist. Wenn das nicht sofort ausgebracht werden kann, kann man es kühl ein paar Tage lagern.

Ach so, eines ist noch wichtig: Beim Abmessen, mischen und lagern keine Metallgefäße verwenden, die meisten Metalle und deren Verbindungen bewirken die Zersetzung von Wasserstoffperoxid und Peressigsäure.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Mediterraneus am 03. Januar 2015, 09:33:01

Man bräuchte für Vergleiche 2 gleichalte Bäume der gleichen Sorte am gleichen Standort.

Verstehe ich ehrlichgesagt nicht. Der ganze lange Thread über Kräuselkrankheit beruht doch gerade auf einem Vergleich zwischen verschiedenen Methoden und unbehandelten Bäumen, gleiche Sorte, gleicher Standort. Dann bei bei unterschiedlichen Temperaturen getestet, ein wichtiger Faktor. Gleich im allerersten Posting lang und breit erklärt, muss man nicht mal suchen. Behandelt wurden Baumreihen einer Sorte. Steht das jetzt wieder in Frage?



Also ganz ehrlich, ich lese hier schon eine Zeitlang mit. Hier mischen unterschiedliche Leute unterschiedlichen Essig mit unterschiedlichen Wasserstoffperoxid in völlig unterschiedlichen Mischungsverhältnissen und experimentieren an unterschiedliche Pfirsichsorten.

Die Ergebnisse sind unterschiedlich, die meisten haben nur geringen Befall.

Wären die Ergebnisse anders, wenn man mit Seifenlauge, Globuli oder Eigenurin gespritzt hätte? Oder wenn man gar nicht gespritzt hätte?

Ich hab den im Eingangsposting angesprochenen Versuch nicht gelesen, es ist ja nur daraus zitiert.
Warum hat man den Versuch nicht weiterverfolgt? Warum wird er z.B. in der Landesanstalt für Gartenbau in Veitshöchheim nicht genutzt, wenn es denn so einfach ist?
Ich bin nach wie vor skeptisch und setze lieber auf unanfällige Sorten. Jetzt nicht wegen der Peressigsäurenspritzung, sondern weil ich allegemein lieber nicht spritzen will im Garten. Auch aus Bequemlichkeit.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: enigma am 03. Januar 2015, 09:45:39
Ich hab den im Eingangsposting angesprochenen Versuch nicht gelesen, es ist ja nur daraus zitiert.
Warum hat man den Versuch nicht weiterverfolgt? Warum wird er z.B. in der Landesanstalt für Gartenbau in Veitshöchheim nicht genutzt, wenn es denn so einfach ist?

Ich vermute, weil es für Peressigsäure bzw. Essigsäure/Wasserstoffperoxid keine Zulassung als PSM gibt und eine Anwendung daher rein juristisch gesehen nicht erlaubt wäre.

Außerdem ist etwas Anderes, ob ein Hobbygärtner sich die Mühe machen möchte, mit diesem Gemisch evtl. mehrere Male seinen einzigen oder die wenigen Pfirsichbäume zu spritzen oder ob ein Erwerbsgartenbauer, der Pfirsiche anbaut, x-mal seine ganze Plantage spritzen müsste.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 03. Januar 2015, 09:55:55
An der Zulassung könnte es liegen. Ohne offizielle Zulassung geht ja nix. Andererseits empfehlen die in Veitshöchheim z.B. Molke gegen Mehltau (oder eine Backpulver/Olivenöl/Spüli-Mischung, allerdings ist das schon ein paar Jahre her). Hat auch keine Zulassung.

Was ich nicht verstehe, dass man sich hier keinerlei Gedanken um ggf. resistentere Pfirsichsorten macht. Bei Rosen schmeißt man doch auch die Memmen raus und pflanzt gesunde Sorten. Bei Pfirsichen verkauft man mit dem Baum gleich das Spritzmittel mit. Gehört da wohl einfach dazu. Und das stört mich irgendwie.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: kasi † am 03. Januar 2015, 10:32:22
Ein Glas Schnaps desinfiziert auch. Und Heissluft auch. Insoweit sind auch viele Beiträge dieses nun 345 Postings langen Threads gefährlich, denn sie enthalten sie.

Ich vermisse jedoch solide Information und Praxistips. Was ist nun mit Difenoconazol, wie wird das angewendet, wie schneidet es in den bereits genannten relevanten Punkten ab?

Gibts es neue Informationen zur Essig/Peroxid-Mischung, die noch nicht im Thread stehen? Hat jemand negative Wirkungen bei der Pfirsichbehandlung beobachtet oder sind sie irgendwo beschrieben?

<<<<<<<praxityps>>>>>>>>Wenn ich mich da mal einmischen darf.
Ich habe zwei Pfirsichbäumchen. Sorten unbekannt, da selbstgezogen bzw. von alleine gewachsen. Beide stammen vom Stammbaum her aus Berliner Haus- bzw Schrebergärten, kommen aber mit den niedersächsischen Verhältnissen gut zurecht. Habe beiden in die Pflanzgrube zwei Schaufeln Mörtelbauschutt mit gegeben, um unseren Bördeboden noch ein wenig pfirsichgerecht zu machen.
Nun zur Kräuselkrankheit: Welcher Pfirsichbaum leidet nicht darunter? Wobei ich bei Leiden so meine Bedenken habe, leiden die Bäume oder nur wir Gärtner, wenn wir die seltsam verformten Blätter sehen? Die Erscheinung ist doch so sicher, wie der Laubfall im Herbst. Und so behandle ich sie auch. Ich lass die befallenen Blätter abfallen. Tu also garnichts. Die neuen Austriebe übernehmen die Aufgabe der abgefallenen und sorgen für eine reiche Ernte, die nur dann etwas geringer ist, wenn die Bienen zur Blütezeit auf Grund äußerer Umstände mal noch nicht ausflugbereit sind. Mag ja sein, dass meine Methode bei neumodischen Pfirsichsorten nicht mehr funktioniert, aber mindesten einer von meinen Bäumchen gehört zu den neueren Sorten, der andere ist noch Vorkriegsware, wie sie damals in Berlin weit verbreitet war. gruß kasi
noch meine Anhangzitatfrage: die Stangenbohne hält zur Zeit den Weltrekord in Zärtlichkeit........Warum?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 03. Januar 2015, 10:34:22
Fertige Peressigsäuremischungen in Laienhänden kommen mir eher bedenklich vor, abgesehen davon, daß längeres Lagern, beispielsweise in Anbrüchen, zweifelhaft ist.
Eine Zulassung wird das Mittel wohl kaum kriegen, vorzugsweise, wenn es sogar wirkte - da sei die Pflanzen"schutz"mittelindustrie vor.
Siehe Nikotinbrühen...
Sollte ich so ein Mittel anwenden, ich hab derzeit keinen Pfirsichbaum, würde ich auch frischen Selbstansatz bevorzugen. Und sollte jemand dummerweise einen groben Fehler machen, sskM, es gibt auch schließlich noch immer Leute, die mit einem brennenden Zündholz nachschauen, ob noch Benzin im Tank ist.....
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: cydorian am 03. Januar 2015, 11:31:55
Warum hat man den Versuch nicht weiterverfolgt?

Auch das steht schon im Thread und liegt auch nahe, aber es ist wohl das Schicksal, unendlich in immer denselben Fragen zu kreisen, sozusagen in Kräuseln...

Kommerzieller Pfirsichanbau in D gibts praktisch nicht und wenn, dann haben die ihre geeigneten Pflanzenschutzchemikalien längst, breitbandige systemische Mittel. Etwas, das nur gegen Kräuselkrankheit wirkt und sonst nix, ist nur für ein paar Hobbygärtner interessant, nennenswerte Umsätze sind nicht zu erwarten. Ganz egal, welcher Stoff das ist. Und wenns auch noch ein uralter, nicht patentierbarer Stoff ist, den man auch zusammenkippen zweiter handelsüblicher Billigstoffe selber herstellen kann, dann erst recht nicht. Egal mit welchen Erfolgsaussichten, schon alleine die Zulassung wäre teuer und das würde nicht wieder hereinkommen.

Soweit ich dich jetzt verstehe, gehts dir nur um die (vor über zehn Jahren bewiesene) Wirkung von Peroxyessigsäure, sondern um die Frage, ob die überhaupt in geeigneten Konzentrationen entsteht, wenn man nach den hier beschriebenen Methoden vorgeht. Meinen Pfirsichen scheint dann eben ein Placebo oder der Essig auszureichen, sofern keine Peroxyessigsäure in der Flasche war :-)

Vorsicht übrigens vor Essigsäure, Ethansäure. Gefahrstoff, ätzend, hochentzündlich, kann explodieren. Löst Metalle auf, zerstört die Spritze. Gefahrzettel 8. Nicht einatmen. Nicht zugelassen für die Behandlung von Pflanzen. Auch Wasser ist nicht zugelassen, um Pflanzen zu behandeln, wer z.B. Läuse damit von den Blättern spritzt begeht eine Ordnungswidrigkeit. Mit nicht zugelassenen Stoffen Pflanzen vor Schadorganismen zu schützen, geht gar nicht. Und Wasser ist tödlich! Jedes Jahr sterben nachweislich tausende Leute an einer Überdosis davon.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Mediterraneus am 03. Januar 2015, 12:01:37
Warum hat man den Versuch nicht weiterverfolgt?

Auch das steht schon im Thread und liegt auch nahe, aber es ist wohl das Schicksal, unendlich in immer denselben Fragen zu kreisen, sozusagen in Kräuseln...


Das war so und steht schon da irgendwo geschrieben.
Du tust gerade so, als ob du für jeden neugeschriebenen Buchstaben hier bezahlen müsstest ;D

Es geht doch um die Kräuselkrankheit hier. Und um Erfahrungsaustausch. Und das geht doch nur, wenn das ganze über eine längere Zeit beobachtet wird. Also immer wieder dieselben Fragen nach einer gewissen Zeit.

Und ich finde, es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass es eben auch ohne Spritzen gehen kann.
Wer spritzen will, kann das ja gerne tun. Wenns mit Peressigsäure funktioniert, schön! Wenn es nur ein Placebo ist, dann auch schön!

Wie Kasi schon schrieb, es geht auch ohne :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 03. Januar 2015, 13:25:05
Ich finde das wichtigste bei der Anwendung von Peressigsäure ist doch dass sie, im Gegensatz zu Kupfer, keine Rückstände bildet.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: cydorian am 03. Januar 2015, 14:46:00
Du tust gerade so, als ob du für jeden neugeschriebenen Buchstaben hier bezahlen müsstest

Brauchbarkeit und Hilfe um gute Pfirsiche gedeihen zu lassen sind auch ohne Geld erstrebenswert, oder :-) ? Threads, die durch ihr Eigengewicht kollabieren und damit mit viel Mühe gesammelte tolle Informationen tief drin begraben werden, sind ausgesprochen schade. Was soll problematisch am Hinweis sein, mehr auf Neues zu gehen, statt immer wieder dieselben Fragen zu wiederholen?

Meine hab ich im Dezember behandelt. Schwierig war diesmal nicht, Tage mit ausreichender Temperatur zu haben, sondern mit wenig Wind. Kein Mittel kann bei Wind verwendet werden, ist ja logisch. Meistens ist das Weihnachtstauwetter ideal, aber diesmal war eh immer Tauwetter.

Handhabung und Anwendung in den entstehenden sehr niedrigen Konzentrationen (vergleichbar mit frei käuflichen Produkten wie Wofasteril) halte ich generell für sehr einfach. Als Imker muss ich regelmässig mit Flaschen voller Ameisensäure (60% oder vorher 85%!), Oxalsäure und Milchsäure (auch mit Spritzflasche gesprüht) hantieren. Zugelassene und verschiebene Tierarzneimittel, nebenbei bemerkt. Ist gefährlicher und schwieriger. Im Nachbarbezirk wär fast jemand gestorben, weil er versehentlich verdampfte Ameisensäure eingeatmet hat und sofort einen heftigen Asthmaanfall bekommen hat.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 03. Januar 2015, 15:44:20
Du wirst in einem öffentlichen Forum nicht hinbekommen, gezielte Information in Kürze zusammenzustellen, dazu antworten zuviele. Dazu müsste man eine Broschüre schreiben.

Ich weiß nicht, wie oft ich mich im Feigenthread schon wiederholt habe, weil immer wieder die gleichen Fragen kamen. Das ist halt ein Forum, und da steht für mich die Unterhaltung mit Gleichgesinnten halt mal im Vordergrund. Auch wenn man sich wiederholen muss (oder sich selbst zitieren muss, wenn man sich wiederfindet ;D )

Ich finde die Dokumentation über die Peressig-Versuche jedenfalls sehr unterhaltsam und eine interessante Alternative.
Trotzdem sollte hie und da auch auf die Alternative ohne Spritzen hingewiesen werden. Da wiederhole ich mich immer wieder gerne. Und du dich. Zum Kräuseln ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: ladysandy am 03. Januar 2015, 15:58:02
Also ich habe auch Pfirsischbäume. Einen uralten Weinbergpfirsisch, einen jungen Weinbergpfirsisch, einen jungen Saftpfirsisch und einen Zwergpfirsisch.

Bis auf den Zwergpfirsisch der im Kübel vor meinem Haus steht, sind alle Pfirsische gleichermaßen von der Krankheit betroffen. Bei den ganz jungen Bäumen nehme ich die Befallenen Blätter ab, wenn ich zufällig davor stehe. Hier in der ganzen Moselregion, wo der rote Weinbergpfirsisch als regionale Delikatesse gilt, sind eigentlich ALLE Pfirsischbäume betroffen. Niemand unternimmt was. Die Bäume blühen wunderschön im Frühjahr und allesamt tragen reichtlich zur Erntezeit. Die Früchte sind immer genießbar.
Es sieht halt nur so blöde aus ::) .

Die Spritzmittel finde ich alle sehr aufwändig oder teuer. Ich lasse sie einfach. Den Bäumen geht es dennoch gut, treiben nach Befall immer wieder neu aus. Die Früchte schmecken prima und sind genießbar.

Mir hat es den Anschein, als gehöre das zu den Bäumen einfach dazu ;)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen -- Ein ausführlicher ERFAHRUNGSBERICHT --
Beitrag von: Natura am 03. Januar 2015, 21:20:30



Und ich finde, es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass es eben auch ohne Spritzen gehen kann.
Wer spritzen will, kann das ja gerne tun. Wenns mit Peressigsäure funktioniert, schön! Wenn es nur ein Placebo ist, dann auch schön!

Wie Kasi schon schrieb, es geht auch ohne :D
Ich habe von einer alten Frau gehört, dass sie ihre Pfirsichbäume nur mit Wasser abspritzt und das hilft ihrer Meinung nach auch.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 03. Januar 2015, 21:39:14
Leider eher im Gegenteil. :-\
Ein Regen hätte die gleiche Wirkung, nämlich brauchen die Sporen feuchtigkeit zum befallen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 03. Januar 2015, 21:46:03
Hier in der ganzen Moselregion, wo der rote Weinbergpfirsisch als regionale Delikatesse gilt, sind eigentlich ALLE Pfirsischbäume betroffen. Niemand unternimmt was. Die Bäume blühen wunderschön im Frühjahr und allesamt tragen reichtlich zur Erntezeit. Die Früchte sind immer genießbar.
Es sieht halt nur so blöde aus ::) .

Die Spritzmittel finde ich alle sehr aufwändig oder teuer. Ich lasse sie einfach. Den Bäumen geht es dennoch gut, treiben nach Befall immer wieder neu aus. Die Früchte schmecken prima und sind genießbar.

Mir hat es den Anschein, als gehöre das zu den Bäumen einfach dazu ;)

Bei mir blühen und fruchten die Pfirsiche trotz Kräuselkrankheit auch immer gut und die Pfirsiche sind ok und schmecken gut :D.
So gesehen würden mich die gekräuselten Blätter nicht stören.
Allerdings verkürzt die Kräuselkrankheit die Lebensdauer der Bäume stark.
Diesen Winter wird wieder ein Baum absterben. :'(
(Ich habe schon mal versuchsweise kaukasischen Rankspinat drangepflanzt um den Baum noch ein wenig "zu nutzen".)
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. Januar 2015, 09:44:11
Pfirsichbäume werden ansich nicht sehr alt. Zumindest nicht so wie Apfel oder Birne.

Werden sie nicht stark geschnitten, vergreisen sie sehr schnell. Auch Monilia und Gummifluss treten oft auf. Das führt auch zum Absterben.
Treibt der Baum nach dem üblichen Kräuselbefall wieder gesund und kräftig nach und bildet ein dichtes Blätterdach, dann denke ich liegts nicht an der Kräuselkrankheit, dass er nicht alt wird. Auch sollte man etwas ausdünnen, so dass mehr Blätter als Pfirsiche am Baum verbleiben, damit sich der Baum nicht erschöpft.

Man muss halt immer wieder mal einen neuen Baum nachziehen. Geht ja recht schnell, vom Kern bis zum ertragsfähigen Baum vergehen nur wenige Jahre.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: wanda26 am 04. Januar 2015, 10:23:15


Man muss halt immer wieder mal einen neuen Baum nachziehen. Geht ja recht schnell, vom Kern bis zum ertragsfähigen Baum vergehen nur wenige Jahre.

Hi,
am Besten gleich mehrere!
Dann kann man ziemlich schnell die erkennen und ausmerzen, die besonders unter der Kräuselkrankheit leiden.
Optimal ist es - wenn man den Platz hat -noch zwei oder drei bis zur ersten Frucht kommen zu lassen und dann nochmal zu selektieren.
Die Unterschiede bei den "Geschwistern" können erheblich sein!

lg wanda
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 04. Januar 2015, 10:37:19
Ich habe ja immer mehrere Selbstgezogene in der Pipeline aber letztes Jahr habe ich mir mal einen Benedict gekauft - mal sehn. Jetzt muss ich nur mit den Kernen zum Stecken aufpassen, dass ich keine Genvermischung bekomme. Vielleicht wäre aber gerade das interessant ::).

Aber hier in unserem "Nichtpfirsichklima" mit Staunässe halten die Bäume wirklich nicht sehr lange. Obwohl ich die Pfirsiche als einzige Bäume jedes Jahr penibelst schneide. Ich denke ein wesentlicher lebensverkürzender Faktor ist die Kräuselkrankheit. Man kann direkt beobachten, wie sie jedes Jahr bei den einzelnen Bäumen stärker auftritt und irgendwann ganze Äste nicht mehr mit Kräuselblätterabwurf und neuem Austrieb reagieren sondern weitgehend kahl mit einigen gelben gekräuselten Blättern verbleiben.

Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Eva am 07. Mai 2015, 16:24:59
Hm. Ganz offenbar zu spät gelesen.

Den Pfirsichbaum im Gemeinschaftsgarten hat die Kräuselkrankheit ganz übel erwischt, es sind kaum intakte Blätter dran, alles kräuselt bzw. fällt sogar schon runter, die Blüten hätten zwar angesetzt, aber die Früchtchen werden schon grau (wer sollte sie auch ernähren).

Alles befallene Blattwerk ab und in den Restmüll ist klar. Dann ist aber kaum noch was dran, der Baum wird auf wenige Ästchen unten außen ziemlich nackig werden - kann/soll man dann auch gleich zurückschneiden, oder ist das noch eine zusätzliche Belastung, die der Baum grad gar nicht brauchen kann. Der Baum ist ca. 2 m hoch, hat einen schönen geschützten Platz vor einer Mauer, steht da seit zwei Wintern. Für mein Gefühl könnte von den Ästen schon was ab, die Frage ist nur, ob das jetzt gleichzeitig mit dem Entblättern passieren sollte oder später im Jahr. Ich fürchte, die Nachtriebe werden hauptsächlich nur an den Spitzen kommen, dann ist ein Rückschnitt im Sommer auch nicht mehr drin.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Lizzy am 07. Mai 2015, 20:00:26
Meine Pfirsichbäume kräuseln dieses Jahr auch ganz stark obwohl ich gespritzt habe. Vermutlich habe ich den Zeitpunkt verpasst. Ich hätte schon im Herbst oder Dezember spritzen sollen. Einer ist mir dieses Jahr kaputtgegangen einer letztes Jahr.
Werde mich mal auf die Suche nach kräuselkrankheitstoleranten Sorten machen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 07. Mai 2015, 20:05:35
Ich würde die Seitentriebe alle auf Stummel (2Augen) schneiden, dann kann der Baum mit den wenigen verbleibenden Augen kräftig durchtreiben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 07. Mai 2015, 20:06:23
Ich habe es in diesem Jahr auch versäumt zu
spitzen. Mein Kernechter vom Vorgebirge hat sehr gut angesetzt, und kaum gekräuselte Blätter. Meine Nektarine hat es übel erwischt. In den Jahren in denen ich Wasserstoffperoxydmischung gespritzt habe hatte er es kaum.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 07. Mai 2015, 21:34:59
Alles befallene Blattwerk ab und in den Restmüll ist klar. Dann ist aber kaum noch was dran, der Baum wird auf wenige Ästchen unten außen ziemlich nackig werden - kann/soll man dann auch gleich zurückschneiden

Dass kräuselnde Blätter entfernen nichts bringt, wurde auch schon hier im Forum gesagt. Oder würdest du einem Lungenkranken, dessen Lungen 50% ihrer Funktion verloren haben, die Lunge ganz entfernen?
Meine Erfahrung: Dran lassen, bis sie selber runterfallen, der Baum weiß schon, wann das Blattg völlig hinüber ist.
Stattdessen: Düngen, päppeln, bei Trockenheit gießen. Auch den Totalrückschnitt würde ich vermeiden. Hätte ich meinem im ersten Jahr kränkelnden Gelbfleischigen nach den "Regeln der Kunst" die dürren Triebe 30cm weit ins gesunde Fleisch zurückgeschnitten, gäb's den Baum heute nicht mehr. Er hat mir die schonende Behandlung gedankt und im ersten Jahr noch einen Pfirsich mit mehr als einem halben Pfund geschenkt, neben anderen nicht ganz so schweren. Im dauarauffolgenden Winter 2 x behandelt - heute ist das mein größter Pfirsichbaum.

Ich weiß nicht, ob Pilzmittel gegen Spitzendürre zum jetzigen Zeitpunkt noch helfen, aber lieber ein chemisches Mittel kaufen, als den Baum ruinieren. Bei Hautpilz würdest du doch ein Medikament nehmen - und dann sogar an dir selbst applizieren. Im Prinzip sind die Pflanzenschutzmittel gegen Pilzerkrankungen denen in der Humanmedizin ähnlich.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 16:06:01
Meine Pfirsichbäume kräuseln dieses Jahr auch ganz stark obwohl ich gespritzt habe....

Nunja, meine kräuseln dieses Jahr auch besonders stark, obwohl ich noch nie gespritzt habe ;D

"Andross" ist am schlimmsten.

Man wird sehen, was kommt. Die letzten Jahre hat er sich gut geschlagen, wurde allerdings auch umgesetzt und auf Stock geschnitten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 16:08:24
"Harrow Beauty" auch ziemlich. Sie hat meiner Meinung nach ein Problem mit ihrer Pflaume unter der Erde.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 16:12:42
Und..voila: "Peche de vigne á chair jaune" (Accent circonflexe überm ersten e krieg ich auf Tastatur nicht hin).

Auch Kräuseln, aber sehr moderat. :D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 16:16:50
Mal in Komplettaufnahme.

Noch stehe ich immer noch auf meinem Standpunkt: Pfirsich und Kräuselkrankheit gehören zusammen. Man muss nur eine gute Sorte finden, die es nur selten bekommt und wenn, die es gut toleriert.

Dieser Pfirsich scheint auf einem guten Weg zu sein.

Unterlage ist übrigens Sämling. Der Einfluss der Unterlage ist weiter diskutierungswürdig.
Ich würde allerdings keinen Pfirsich auf Pflaume mehr setzen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Lizzy am 13. Mai 2015, 20:07:41
Also kannst du "Peche de vigne á chair jaune" empfehlen, Medi ? Ich denke darüber nach mir den anzuschaffen. Wenn er doch nicht so stark kräuselt...
Fast kräuselfrei ist bei mir der "Weisse Chinapfirsich" von Hans, da kräuselt fast gar nichts.
Am schlimmsten hat es den "Earliglo" erwischt.
Der rote Weinbergpfirsich heißt es, soll ja auch stark kräuseln, kräuselt hier aber relativ wenig.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 20:27:29
Den "Weißen Chinapfirsich" hab ich seit letztem Sommer, da kräuselt auch fast nichts. Da weiß ich aber noch nicht viel drüber, auch kann ich über die Früchte nichts sagen.

Der gelbe Weinbergspfirsich aus Frankreich gibt sich hier bisher am besten. Aber auch den hab ich nur wenige Jahre. Die Früchte sind aber sehr lecker.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Mai 2015, 20:27:46
Interessante Bilder, Medi!
Bin ja gespannt, wie sich der Pêche de Vigne à Chair Jaune bei mir macht. Ob der es in meinem Klima ohne Behandlung machen würde?
Sicherheitshalber habe ich sogar den Setzling im Winter behandelt. Ich behandle, damit die Dinger mal ins Wachsen kommen. Sonst kann man ja nie anständig schneiden. Das "Rückwärtswachstum" durch verdorrende Triebe, egal ob Monilia oder Vergreisung grassiert heuer besonders schlimm. In dieser Gegend kräuselt sich jeder frei ausgepflanzte Pfirsich, der nicht behandelt wird, mehr oder wenige schnell zu Tode, egal welche Sorte. Aber hier hat es auch gut 1300 mm Jahresniederschlag.
Kenne nur einen unbehandelten Baum, der nicht kräuselt, müsste das für heuer aber noch checken.. Der steht auf der Südseite eines Bauernhauses unter einem Vordach geschützt. Ist wohl ein Kernechter Vorgebirgsler.

Wo stehen deine Pfirsiche - auf der Spessarthöh' oder unten im Maintal?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 20:39:58
Auf 320 m, Nordwesthang. Recht windexponiert. Das ist Spessarthöh 8)

Allerdings haben wirs sehr frühjahrs- und sommertrocken. April 26 mm, Mai bis jetzt 15 mm. Aber trotz Trockenheit dieses Jahr viel Gekräusel. Letztes Jahr wars ähnlich, aber nahezu Null Kräusel.
Ich blick nicht durch.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wild Obst am 13. Mai 2015, 20:41:42
Ich habe einen gelben Pfirsichsämling einer lokalen +- kernechten Selektion aus dem Nordschwarzwald, der nicht kräuselt, zumindest nicht bemerkbar.
Er schmeckt recht gut, ist aber auch eher ein Weinbergpfirsich vom Typ, kleine Früchte, dicke, sehr haarige Schale.

Auch einige weiße Weinbergpfirsiche sind fast kräuselfrei.

Alle Sorten und Supermarktpfirsichsämlinge haben beim mir immer stark bis sehr stark gekräuselt und sind je nach dem gekümmert oder gestorben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2015, 20:43:59
Meine haben ein paar Kräuselblätter, aber wirklich nur ein paar. Wäre ich nicht so faul gewesen und hätte noch ein bisschen früher mit Peressigsäure behandelt, wären es wohl noch weniger. War etwas spät dran mit der Behandlung. Der Winter war wieder mal zu warm, da sollte man besser zwischen Blattfall und Ende November behandeln.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wild Obst am 13. Mai 2015, 20:45:14
Ich habe bisher noch nie behandelt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 20:49:02
Ich habe bisher noch nie behandelt.

Willkommen im Club! ;D
Es muss auch ohne gehen.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: kasi † am 13. Mai 2015, 20:51:28
Ich habe bisher noch nie behandelt.
Ich auch nicht
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Mai 2015, 20:56:18
Ich habe einen gelben Pfirsichsämling einer lokalen +- kernechten Selektion aus dem Nordschwarzwald, der nicht kräuselt, zumindest nicht bemerkbar.
Er schmeckt recht gut, ist aber auch eher ein Weinbergpfirsich vom Typ, kleine Früchte, dicke, sehr haarige Schale.

Auch einige weiße Weinbergpfirsiche sind fast kräuselfrei.

Alle Sorten und Supermarktpfirsichsämlinge haben beim mir immer stark bis sehr stark gekräuselt und sind je nach dem gekümmert oder gestorben.

Interessant. Ich denke auch, dass das gängige Sortiment hier einfach zu empfindlich ist. Die 5 Sorten, die man überall kaufen kann, sind der letzte Heuler.
Trotzdem kommen keine anderen Sorten dazu. Versteh ich nicht. Frankreich und Italien haben Hunderte von Pfirsichsorten, mit Erfahrungen zur Kräuselkrankheit!
Wir pfropfen weiterhin Redhaven auf Pflaume und wundern uns, warums nix wird :-\

Irgendwo sind sie, die robusten und unkomplizierten Pfirsiche für den Hausgarten.
Entweder die Kernechten, oder erprobte französische/italienische Sorten.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2015, 20:56:24
Zitat
Ich auch nicht

Jeder wie er will. Nur *bittebitte* nicht nochmal dieselben privatphilosophischen Schlagabtausch, ob oder ob nicht, der steht schon mehrfach hier im thread, man muss ihn nur lesen. Bis repetita non placent.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 13. Mai 2015, 21:05:28
Mein s**teurer kräuseltoleranter Pfirsich hat es stärker erwischt als unsere alten Selbstgezüchteten.
Leider ist der größte von unseren im Moment erst 1 m hoch. Ich weiß Fehlplanung.
Alle gekauften egal ob besonders hart oder tolerant, haben sich in unserem Antipfirsichklima eher suboptimal entwickelt.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Starking007 am 13. Mai 2015, 21:21:41
"....Irgendwo sind sie, die robusten und unkomplizierten Pfirsiche für den Hausgarten. Entweder die Kernechten, oder erprobte französische/italienische Sorten....."

Da werden sie bleiben.

"...haben sich in unserem Antipfirsichklima eher suboptimal entwickelt...."

Erkennntis ist der erste Weg .....

Noch hundert Jahre werden wir suboptimal bleiben,
da kann man probieren was man will.

Bis dahin gilt es zu optimieren,
ich glaube da eher an Standortoptimierung.

Du kannst die beste Sorte pflanzen,
in Kleinsibierien mit oberflächenahem Grundwasser nutzt es nix.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2015, 21:24:22
Und welche Sorte ist der teure Kräusler?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wild Obst am 13. Mai 2015, 21:40:25
Zitat
Ich auch nicht

Jeder wie er will. Nur *bittebitte* nicht nochmal dieselben privatphilosophischen Schlagabtausch, ob oder ob nicht, der steht schon mehrfach hier im thread, man muss ihn nur lesen. Bis repetita non placent.

Ich habe das nicht als privatphilosophische Schlagabtauscheinleitung geschrieben, nur zur Einordnung meiner Beobachtungen. Bitte, ich will niemandem etwas einreden, jedem steht frei zu behandeln oder nicht.

Zusätzlich zu Sämlingen von toleranten Bäumen versuche ich mich an Roter Ingelheimer, Reine des Vergers und Roter Weinbergpfirsich.
Außer der geringeren Größe stört mich an meinen toleranten/resitenten Sämlingen eigentlich nichts. Manche schälen sich auch nicht so gut, das stört bei manchen Verarbeitungszwecken etwas.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2015, 21:51:36
Der Satz war nur prophylaktisch gemeint - weil es schon so oft damit losging, sobald übers Behandeln oder Nicht behandeln gesprochen wird.

Süss, saftig, steinlösend, nicht fasernd, wenig anfällig - da finde ich bisher wenig, was auch kräuselkrankheitsfest ist. Der Beste ist noch der Klassiker, der Kernechte. Aber der ist halt im späten Reifebereich. Er ist schon okay, und die Fruchtqualität erreicht eben nicht immer das gewünschte Niveau.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 13. Mai 2015, 22:32:13
"....Irgendwo sind sie, die robusten und unkomplizierten Pfirsiche für den Hausgarten. Entweder die Kernechten, oder erprobte französische/italienische Sorten....."

Da werden sie bleiben.

"...haben sich in unserem Antipfirsichklima eher suboptimal entwickelt...."

Erkennntis ist der erste Weg .....

Noch hundert Jahre werden wir suboptimal bleiben,
da kann man probieren was man will.

Bis dahin gilt es zu optimieren,
ich glaube da eher an Standortoptimierung.

Du kannst die beste Sorte pflanzen,
in Kleinsibierien mit oberflächenahem Grundwasser nutzt es nix.


Kleinsibirien mit oberflächennahem Grundwasser trifft es genau. ::)
Ich bin aber stur und bestehe auf meinem Exoteneck. Diesmal hat sogar ein Granatapfel überlebt!
Und unsere alten Pfirsichbäume haben auch hier gut getragen, nur waren sie nicht lange am Leben und mein GG wollte einen besseren.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 13. Mai 2015, 22:35:04
Und welche Sorte ist der teure Kräusler?

Benedicte von Lubera. ::)
Ich bewundere Lubera (vor allem deren Werbung).
Herbsthimbeeren sind Twotimer und die Vierbeere haben sie auch nochmal erfunden und jetzt begehbare Fruitcages gegen KEF mit 1,7 cm Maschenweite. ;D
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 14. Mai 2015, 18:26:07
Ich habe einen gelben Pfirsichsämling einer lokalen +- kernechten Selektion aus dem Nordschwarzwald, der nicht kräuselt, zumindest nicht bemerkbar.
Er schmeckt recht gut, ist aber auch eher ein Weinbergpfirsich vom Typ, kleine Früchte, dicke, sehr haarige Schale.

Bietest du mal Reiser von dem an? Oder Kerne zum Stecken?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 14. Mai 2015, 18:28:51
Ich bin aber stur und bestehe auf meinem Exoteneck.

Hast du keinen Platz unter einem Vordach? Was waren die verflossenen Pfirische denn für Sorten bitte?
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Aspidistra am 14. Mai 2015, 20:31:27

Hast du keinen Platz unter einem Vordach? Was waren die verflossenen Pfirische denn für Sorten bitte?

Unter dem Vordach steht schon die Aprikose, der Granatapfel, die Passiflora und wasserscheuer Kleingrusch. ;D

Die Pfirsichsorte weiß ich nicht, ich habe sie vom Garten meiner Mutter (8a, Sandboden...träum...) und die von weiteren Vorfahren übernommen. Wir haben immer kernecht vermehrt, einfach ein paar Bäume zuviel bis zur ersten Ernte wachsen lassen und dann den Besten ausgewählt.
Ursprünglich stammen sie aber aus einem rauheren Klima (Wetterau, Oberhessen).
Sehr starkwüchig, sehr lecker, mit Kräuseleien, aber sie tragen selbst hier einige Jahre gut.
Leider sind meine Halbstarken einer missverstandenen Auslichtungsaktion zum Opfer gefallen.
Jetzt habe ich noch ein paar Sämlinge, die gehätschelt werden.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Wild Obst am 14. Mai 2015, 22:41:35
Ich habe einen gelben Pfirsichsämling einer lokalen +- kernechten Selektion aus dem Nordschwarzwald, der nicht kräuselt, zumindest nicht bemerkbar.
Er schmeckt recht gut, ist aber auch eher ein Weinbergpfirsich vom Typ, kleine Früchte, dicke, sehr haarige Schale.

Bietest du mal Reiser von dem an? Oder Kerne zum Stecken?

Kein Problem, Reiser für Okulationen sollten im Juli soweit sein, Kerne im September. Sonst im Winter wieder Reiser für Kopulationen oder zum Anplatten, was bei Pfirsichen durchaus auch klappt. Wer Interesse hat, schreibt mir einfach zum passenden Zeitpunkt eine Mitteilung. Gerne im Tausch oder gegen Portoersatz.

Aber aus Kernen dauert es. Meiner hat Jahre (>5) für den ersten Meter gebraucht. Mit mehr Düngung und Pflege wäre es sicher schneller gewesen. Aber seit drei Jahren wächst und blüht er wie verrückt.

Kurzbeschreibung:
Baum: sehr kräuselfest, nach Etablierung starker Wuchs, teilweise etwas Gummifluss an schwachen Ästen

Blüten: dunkelrosa, sehr klein

Früchte: gelbfleischig, klein (4 - max 5cm), feste sehr haarige Schale
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: M am 07. Juni 2015, 23:42:03
Hallo Zusammen,

dünnt ihr eure Pfirsiche aus ?

Unsere hängen dieses Jahr zum Brechen voll und ich habe heute zum ersten Mal angefangen auszudünnen.

Es tut mir sehr leid aber die Bäume können das nicht schaffen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 08. Juni 2015, 08:14:27
Ausdünnen bringt nix gegen Kräuselkrankheit, dem Threadthema.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: M am 08. Juni 2015, 09:42:37
Falls es einen nur Pfirsich Thread in den es besser passt gibt bitte verschieben

Danke !
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 08. Juni 2015, 11:27:12
Ich habe 3 Pfirsichbäume aus Kernen gezogen. Sie sind alle im 4. Standjahr. Sie stammen alle von derselben Mutterpflanze, zeigen aber durchaus verschiedene Eigenschaften.

2 von den Bäumen sind deutlich wuchsstärker als der 3. Baum. Dafür haben erstere jeweils ziemlich stark mit Gummifluss zu kämpfen. Ich musste am WE bei beiden größeren Bäumen je einen Leitast entfernen, weil an ihnen kein Austrieb mehr zu verzeichnen war.

Der 3. Baum wächst schwächer, hat aber keinen Gummifluss. Er trug im letzten Jahr die ersten 3 Pfirsiche, heuer sind es ca 30 Stück. Die kann der Baum auch gut versorgen. Die größeren Bäume haben gut geblüht, tragen aber jeweils nur 2 Pfirsiche.

Alle 3 Bäume hatten im letzten Jahr erstmalig stärkeren Befall der Kräuselkrankheit. Ich habe deshalb im Winter je 2 mal mit Peressigsäure behandelt. Der Erfolg ist beeindruckend. Es ist nur bei einem Baum eine Triebspitze befallen. Ansonsten kein Anzeichen von Kräuselkrankheit. Leider kann man den Gummifluss nicht so einfach behandeln....
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 10. Juni 2015, 21:40:16
Hallo Leute,

hat jemand schon Erfahrungen mit den (angeblich) kräuselkrankheitsresistenten Sorten "Frost" und "avalon pride", oder vielleicht sogar eine aktuelle Bezugsquelle für getopfte Ware?  Und hat schon jemand die Nektarine "Sanguine d'auvergne" von Delbard, die soll auch resistent sein?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 11. Juni 2015, 11:07:53
Das "angeblich" kann man nur durch selbst ausprobieren bestätigen. Oder nicht.
Jedenfalls steckt wohl noch viel Potential in den hier nicht bekannten Sorten. :D

Das Gro der hiesigen Erfahrungswerte erstreckt sich hauptsächlich auf die  wenigen empfindlichen Hauptsorten und diverse Behandlungsmethoden.

(Die Nektarine klingt schon sehr interessant)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 11. Juni 2015, 17:08:27
Jo, das mit dem Ausprobieren stimmt wohl, hier meine bisherigen Erfahrungen:

mein Benedicte, allerdings nicht von Lubera, kräuselt fast garnicht und ist voll von kleinen Früchten, die bei dem Wetter fleissig wachsen.

Ein Harrow Beauty kräuselt ziemlich arg, die Früchte werden aber nicht abgeworfen und entwickeln sich trotzdem gut (DER ist von Lubera und wurde als Kräuselkrankheitsresistent verkauft, da hat Herr Kobelt wohl seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht, weder vom Züchter noch sonstwo hab ich die Behauptung bestätigt gefunden).

Am schlimmsten hat es einen "Honigpfirsich" aus dem iNet erwischt, angeblich eine Kreuzung aus Pfirsich und Aprikose, am ehesten aber wohl ein Percoche, der kräuselt sich wie verrückt und fliegt diesen Herbst noch raus, sowie Baumaux die Nektarine wieder anbietet. In Holland hab ich noch eine Versandgärtnerei (Wind in de Wilgen) aufgetan, die den Avalon Pride im Herbst wieder hat, vielleicht können die mir auch einen "Frost" besorgen, die haben offebar eine riesige Auswahl an Pfirsichen, Aprikosen und Süssmandeln ("meer dan 95 rassen") und sind bereit, auch andere Sorten zu besorgen, sofern ich das Holländisch richtig verstanden habe ::)
Wenn jemand noch andere Bezugsquellen für die resistenten Sorten gefunden hat, nur her damit, ich muss nicht zwangsläufig bis zum Herbst warten ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Juni 2015, 19:22:27
Also, an echt resistente Sorten glaube ich bei Pfirsichen nicht, zumindest nicht frei ausgepflanzt am regenreichen Alpenrand.

Den Harrow Beauty bietet Lubera auch "nur" als "kräuselkrankheitstolerant" an. Was ja heißt, er bekommt Kräuselkrankheit, kommt aber angeblich damit zurecht. Gerade Herr Kobelt bemüht sich doch sehr um objektive Informationen (siehe auch seine Anmerkungen zum Säulenobst), wodurch sich meiner Meinung der Lubera-Katalog wohltuend von anderen Versandbaumschulen abhebt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 11. Juni 2015, 20:05:15
Stimmt, er schreibt "tolerant", aber in der Beschreibung wird behauptet: "Endlich brauchen Sie sich keine Gedanken mehr um die Kräuselkrankheit machen und die Kupferpräparate im Gartenhaus lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Pfirsich befallen wird, ist weniger als gering."
Ich habe nichts gegen Lubera und habe mir schon diverses dort bestellt, aber diese Behauptung ist meiner Meinung nach relativ gewagt, da sich die Angabe einer Toleranz, wie ich später festgestellt habe, nirgends sonst findet, auch die Zuchtanstalt Harrow selbst gibt das in der Sortenbeschreibung nicht an, und meiner kräuselt halt ziemlich stark, trotz Kupferspritzung zum richtigen Zeitpunkt,  der Benedicte 20 m entfernt tut das eben nicht...


Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 11. Juni 2015, 20:06:30
So, nochmal der Benedicte im Vergleich
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 11. Juni 2015, 20:10:18
Wollte hier kein Kobelt-Bashing betreiben, Ausgangspunkt war ja Medis Aussage, dass man es wohl selbst ausprobieren müsse, und meine Erfahrungen entsprechen hier nicht wirklich den Angaben von Lubera. Ich hoffe aber, dass er trotzdem gut trägt, bis jetzt hat  der Harrow die kleinen Früchtchen je zumindest nicht abgeworfen wie der "Honigpfirsich", auch davon noch mal ein Foto...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Juni 2015, 22:15:40
Ich habe hier den gedruckten Lubera-Katalog vor mir, da lese ich nichts von "Kupferpräparate im Gartenhaus lassen" (Nebenbei, wären die überhaupt noch im Privatgarten zugelassen? Aktuell wären doch eher Triazolfungizide angesagt?). Bei Lubera heißt es in der Beschreibung für Benedicte:"hat nur sehr selten und wenig Kräuselkrankheit", bei Harrow Beauty steht: "gesund wachsend und vor allem tolerant gegen Kräuselkrankheit".

Unabhängig davon gab es hier im Forum auch Berichte über Probleme Kräuselkrankheit bei Benedicte. Ich seh' das alles relativ - hierzulande kräuseln sich auch die "unempfindlichsten", "gesündesten", "robustesten", "kräuselkrankeitstolerantesten" Sorten ohne Behandlung nach ein paar Jahren im ungeschützten Freiland zu Tode, wenn sie nicht behandelt werden. Kenne mehrere solche Todekandidaten, einer davon ein kernechter Vorgebirgsler in Bekanntenkreis. In einem anderen Klima mag das länger gut gehen, hier sind die Bäume tot, wenn sie etwa zweieinhalb, drei Meter Höhe erreicht haben und der Stamm knapp armdick geworden ist.

Mein eigener Benedicte leidet dieses Jahr unter Läusen, noch schlimmer leidet der rotfleischige Weinbergpfirsich - und die Symptome könnten vielleicht mit denen der Kräuselkrankheit verwechselt werden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Bienenkönigin am 11. Juni 2015, 22:20:10
Bei mir hat dieses Jahr alles Läuse was irgendwie Blätter hat, nur die Pfirsiche nicht ;D So merkwürdig kann die Natur sein!

LGr.
Bienenkönigin
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Juni 2015, 22:34:37
Was mir an Pfirsichen auffällt: Die Blätter bleiben im Herbst grün, bis sie abfallen. Heißt das, dass die Pflanze kein "Wertstoffrecycling" betreibt, also im Herbst die Blätter samt der darin enthaltenen Wertstoffe verliert? Könnte darin, neben der ungeheueren Fruchtbarkeit, ein Schlüssel zur Krankheitsanfälligkeit der Pfirsiche liegen?

Oder gibt es Pfirsichbäume, deren Blätter sich im Herbst vor dem Abwerfen verfärben?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 11. Juni 2015, 22:49:06
Na dann doch noch mal kurz zu Lubera, das stand so im alten Katalog und steht auch jetzt noch so zum Harrow Beauty im Lubera Online-Katalog, ich habs wörtlich zitiert und mir nicht ausgedacht, einfach mal nachschauen...und Läuse und Kräuselkrankheit sind schon zwei paar Schuhe, gell... sollte es im aktuellen Print-Katalog nicht mehr so stehen, wäre es ja auch nur gut, wenn Lubera die Beschreibung inzwischen an die Realität angepasst hätte. Und Markus sagt doch selbst zumindest immer am Ende seiner alten Gartenvideos, dass man nicht alles glauben solle, was er sage, also...

Sodele, ich finde, das gerät hier etwas o.t., insofern mag jeder sein Glück mit den genannten Sorten versuchen oder auch nicht, ich hab vielleicht dieses Jahr auch einfach nur Pech, was den H.B. angeht und Glück bez. Benedicte, ich glaube aber trotzdem, dass es grundsätzlich Sinn macht, möglichst widerstandfähige Sorten zu pflanzen und Erfahrungen mit diesen hier auszutauschen, und darum gings doch hier u.a...Ich werde mein Glück ab Herbst zusätzlich mit den o.g. Sorten versuchen und werde dann hier berichten.
Ich finde, die Nektarine klingt wirklich vielversprechend, die werde ich mir definitiv aus F kommen lassen ;D ;D ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: greenboy am 11. Juni 2015, 22:51:31
Läuse sind dies jahr bei mir v.a. an Rosen und an Kirschen ein Riesenproblem, an den Kirschen hatte ich das noch nie...

Die These mit der fehlenden Herbstfärbung klingt spannend, hab ich noch nie drauf geachtet...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 12. Juni 2015, 10:14:26
Na dann doch noch mal kurz zu Lubera, das stand so im alten Katalog und steht auch jetzt noch so zum Harrow Beauty im Lubera Online-Katalog,....
 

Mein Harrow Beauty ist von Häberli, die haben das gleiche Sortiment wie Lubera.
Damals stand das auch mit etwas mehr in Richtung Resistenz in der Beschreibung, jetzt "beweist er ja nur seit Jahren seine Toleranz".
Er kräuselt bei mir, aber er trägt. Die Früchte sind hübsch und lecker, jedoch sind mir letztes Jahr alle durch Monilia verfault. War aber teilweise auch meine Schuld, Wetter war mies, hätte früher ernten müssen.
Er ist auf Julien A veredelt, ohne die Pflaume drunter würde er in meinem sommertrockenen Boden sicher besser wachsen und vielleicht auch weniger kräuseln.

Greenboy, ich finde es gut, was du machst. Gerade im Bereich Pfirsich ist einfach noch nicht viel ausprobiert worden bei uns. Der holländische Anbieter klingt doch super!  :D
Ähnlich tolle Sorten hat Maioli in Italien. Kommt man aber auch nicht leicht dran.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 12. Juni 2015, 10:41:17
Zitat
Ich werde mein Glück ab Herbst zusätzlich mit den o.g. Sorten versuchen und werde dann hier berichten.

Sehr schön, ich bin gespannt. Es wird allerdings eine Weile dauern. Lasst dich nämlich nicht vom ersten Jahr nach der Pflanzung täuschen. Da sieht es meistens gut aus. In der Baumschule werden sie oft rundumbehandelt, sie kommen ohne das Sprossmycel von Taphrina deformans an Trieben und Knospen. Das ist übrigens jetzt bereits wieder  an Rinde und die gerade neu angelegten Knospen des Baums gewechselt, der Pilz hat sich bereits auf saprophytische Lebensweise umgestellt.  Würde man schon in den nächsten Wochen mit einem Fungizid behandeln, das dagegen wirkt (was wegen der Belaubung sicher nicht einfach wäre), hätte man einen kräuselkrankheitsfreien Baum nächstes Jahr.

Deshalb lässt man sich auch von schnell gewachsenen Sämlingen gern täuschen. Gekeimt im Juni nach Ascosporenflug, gut gewachsen, wächst im nächsten Jahr nochmal sehr gut und bleibt dabei -oh Wunder- kräuselkrankheitsfrei. Von wegen. Im Jahr darauf gehts dann richtig los. Die Ascosporen sind leider unbiquitär.

Die Peressigmethode hat übrigens jemand zum Patent angemeldet: http://www.freepatentsonline.com/DE10241614A1.html Lests euch mal durch. Ist schon der Hammer, die seit 100 Jahren bekannte und genutzte fungizide Wirkung von Peressigsäure als neues Fungizid anmelden zu können. Bald melde ich Gummihammer und Klötzchen an als neue Methode, um damit Kartoffelkäfer zu beseitigen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 12. Juni 2015, 11:39:12
Sehr interessanter Lesestoff. Danke für den Link.

Dort wird ein breites Einsatzgebiet für Peressigsäure im Pflanzenschutz aufgeführt. Interessant fand ich auch die Hinweise auf die mögliche Monilia-Prophylaxe.

Angenommen man würde jetzt mit einem Fungizid behandeln, kann dann nicht in der laufenden Vegetationsperiode eine Neuinfektion über Sporen erfolgen? Deinen Hinweis finde ich sehr interessant. Ich würde dann zwar nicht im belaubten Zustand aber im Herbst spritzen. Im Winter kann es ja manchmal schwierig werden, geeignete Wetterbedingungen abzupassen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Martina777 am 12. Juni 2015, 12:03:23
Ich hab mir den Link auch grade teilweise durchgelesen - ist Peressigsäure ansonsten unbedenklich? Es scheint ja quasi gegen alles pilzige zu wirken - warum haben wir das bisher nicht schon so gemacht?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 12. Juni 2015, 12:56:23
Kommt drauf an, was Du damit meinst. Lies Dir dazu am Besten den Thread ab Seite 10 etwas durch.

Das Spritzmittel muss sachgerecht hergestellt und verwendet werden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Juni 2015, 13:27:15
Gerade im Bereich Pfirsich ist einfach noch nicht viel ausprobiert worden bei uns. Der holländische Anbieter klingt doch super!  :D
Ähnlich tolle Sorten hat Maioli in Italien. Kommt man aber auch nicht leicht dran.

Ich hab' mich anfangs auch auf die sogenannten robusten Sorten gestürzt wie Benedicte, Wunder von Perm. So sind bei mir lauter spätreifende (so ab Ende August) Pfirsichsorten zusammengekommen. Auch der gelbfleischige Weinbergpfirsich aus Frankreich dürfte ein ganz ein später werden, oder wann wird der bei dir reif, Medi?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 12. Juni 2015, 14:01:40
Nur hab' ich mittlerweile nur spätreifende (so ab Ende August) Pfirsiche.

Ja, so gings mir auch. Aber die Peressigmethode ist so gut und einfach, dass ich mittlerweile auch mit anfälligen, frühen Sorten zurechtkomme. Man hat einen langen Zeitraum für die Behandung, die Mittel dafür gibts in Supermarkt als Lebensmittel und Apotheke als Gurgellösung, die Anwendung ist simpel, Pfirsiche sind auch keine hohen Gehölze.

Zitat
Angenommen man würde jetzt mit einem Fungizid behandeln, kann dann nicht in der laufenden Vegetationsperiode eine Neuinfektion über Sporen erfolgen?

Die Behandlung im blattlosen Zustand ist sicher besser. Erstens können Fungizide auch Blätter schädigen (Kräuselkrankheit besiegt - Baum tot :-), zweitens ist zwar in der Regel der Sporenflug beendet, aber eben nicht auszuschliessen dass trotzdem irgendwoher noch ein paar Ascosporen anfliegen. Man hätte dann zwar eine Wirkung, aber die Wirkung bei später Behandlung, wenn alle Blätter sicher weg sind wäre klar besser.

Die Sporen sind wie z.B. bei Birnengitterrost so gut wie überall über den Wind verbreitet. Man findet befallene Bäume auch weitab von jeder Sporenquelle. So wie man radioaktive Partikel nach einer Woche in der ganzen Welt nachweisen kann, wenns mal wieder ein AKW in die Luft geblasen hat.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Juni 2015, 14:13:18
Ja, so gings mir auch. Aber die Peressigmethode ist so gut und einfach, dass ich mittlerweile auch mit anfälligen, frühen Sorten zurechtkomme.
Eben, es gibt Schlimmeres als KK, z. B. die KEF. Da ich an einen völlig KK-resistenten, oder in meinem Klima auch nur ausreichend robusten Pfirsich ohnehin nicht glaube, habe sich meine Prioritäten  verschoben: Dicke, pelzige Haut, saftig mit gutem Geschmack, sowas wie den Michelini, aber früher reif, das suche ich jetzt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Martina777 am 12. Juni 2015, 14:34:45
Kommt drauf an, was Du damit meinst. Lies Dir dazu am Besten den Thread ab Seite 10 etwas durch.

*uff* erledigt - dankeschön!

Ich denke, ich habe einen gewissen Überblick.

Es wurde hier zum Thema Kräuselkrankheit durchgeackert (herzlichen Dank an alle Beteiligten, sehr aufschlußreich!) - ich gehe davon aus, dass es für Birnengitterrost auch so funktionieren könnte?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: obst am 12. Juni 2015, 14:46:46
Im Gegensatz zur Kräuselkrankheit überwintert der Birnengitterrost aber nicht auf dem Obstbaum, sondern auf Wacholderarten, so dass er im Frühjahr erst zufliegt. Da ist eine Behandlung der Birne im Winter sinnlos.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Martina777 am 12. Juni 2015, 15:11:33
Das ist natürlich richtig ... für die Birne ists also keine Lösung.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 12. Juni 2015, 15:15:25
Wenn das bei Birnengitterrost eine Chance haben soll, müsste man mehrmals während der Sporenflugzeit die Birne behandeln. Ob das mit diesem Mittel überhaupt praktikabel wäre, weiss ich nicht. Wahrscheinlich müsste man die Blätter damit auch rundum tropfnass bekommen, damit eine fungizide Wirkung eintritt. Systemisch oder auch nur teilsystemisch ist Peressigsäure sicher nicht. Man muss die Sporen direkt in einem frühen Stadium erwischen.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein derart billiges Mittel wie stark verdünnte Peressigsäure nicht schon lange gegen Pilzkrankheiten kommerziell eingesetzt werden würde, wenn es nicht irgendwelche gewichtigen Nachteile hätte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Martina777 am 12. Juni 2015, 15:22:16
Wenn das bei Birnengitterrost eine Chance haben soll, müsste man mehrmals während der Sporenflugzeit die Birne behandeln. Ob das mit diesem Mittel überhaupt praktikabel wäre, weiss ich nicht.

Ja, ich eben auch nicht. Es ging hier um Pfirsiche, und die Bäume der Anwender haben es überlebt, und, wie es scheint, mit gutem Erfolg.

Mein Pfirsichbäumchen habe einige gekräuselte Blätter, an manchen Enden der Zweige, nicht viele - und ich überlege mir, ob und wie ich vorgehen soll.

So kam ich auf diese Diskussion - wusste anfangs aber nicht, dass sie schon so lange geht ....

Zitat
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein derart billiges Mittel wie stark verdünnte Peressigsäure nicht schon lange gegen Pilzkrankheiten kommerziell eingesetzt werden würde, wenn es nicht irgendwelche gewichtigen Nachteile hätte.

Ja nu - Blätter mit verdünntem Essig duschen ist halt so eine Sache. Wenn ich Salatblätter mit verdünntem Essig zusammenbringe, sehen die nicht lange gut aus. Für die Birne brauche ich halt eine andere Taktik - und gehe extra auf die Suche.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Juni 2015, 09:32:52
Gerade im Bereich Pfirsich ist einfach noch nicht viel ausprobiert worden bei uns. Der holländische Anbieter klingt doch super!  :D
Ähnlich tolle Sorten hat Maioli in Italien. Kommt man aber auch nicht leicht dran.

Ich hab' mich anfangs auch auf die sogenannten robusten Sorten gestürzt wie Benedicte, Wunder von Perm. So sind bei mir lauter spätreifende (so ab Ende August) Pfirsichsorten zusammengekommen. Auch der gelbfleischige Weinbergpfirsich aus Frankreich dürfte ein ganz ein später werden, oder wann wird der bei dir reif, Medi?

Ja, er ist leider auch spät. Reift im September. Könnte aber durch seine grüngelbe Farbe in gewisser Weise nicht von der Kirschessigfliege angeflogen werden. Obwohl, die geht ja auch an grüne Trauben. :-\
Harrow Beauty ist früher dran, im August.
Im Juli reift Andross.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 13. Juni 2015, 10:03:42
Es gibt mittlerweile auch wenige frühe Sorten, die mit der Behauptung antreten, wenig anfällig zu sein. Wer also ausprobieren will, kann loslegen, z.B. mit "Fruteria", von Artevos vermarktet.

Nach zehn Jahren Versuchen und totalen Reinfällen wie z.B. "Revita" fehlt mir nur Glaube und Lust dazu. Meine späten Sorten sind robust, die früheren nach einer Behandlung auch.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: maxwilhelm am 13. Juni 2015, 18:06:33
Bin erst seit heute 13.06.2015 im Forum registriert. Möchte mal einen Tipp zur Kräuselkrankheit geben! Habe schon einige Jahre Meerrettich nehmen den Pfirsichbaum gepflanzt. Die Duftstoffe oder was auch immer sollen die Kräuselkrankheit fern halten. Bei mir ist es bis jetzt gelungen!!!!
Gruß Charlotte
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Isatis blau am 13. Juni 2015, 20:37:30
Die Anwendungen für Peressigsäure sind ja interessant. Danke für den Link.

Ich glaube ich probiere das mal mit der Braunfäule an Kartoffeln aus, puffern ist nicht so kompliziert.

Für dieses Jahr habe ich bereits Pflanzenschutzmittel eingekauft.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 26. Juni 2015, 23:20:44
Ich möchte mich mal zu den Rezepten für die Peressigsäure hier äußern.

Das Patent spricht von einer 0,1 - 0,2 %igen Lösung. Peressigsäure lässt sich nicht einfach durch "Mischen" herstellen, wie bei Wikipedia fälschlicherweise steht. Durch simples Mischen und sofortige Anwendung erhielte man tatsächlich nur eine Mischung aus Essig und Wasserstoffperoxid. Wie der User Hanfpalme (am 02.01.15 hier) schon schrieb, handelt es sich um eine chemische Reaktion, die mehrere Stunden bis Tage dauert und übrigens durch eine starke Säure katalysiert werden muss (Essigsäure reicht nicht, Schwefelsäure ist nötig). Auch stimmt es, dass nur ein Teil der Essigsäure reagiert. Je geringer die Konzentrationen von Essig und Wasserstoffperoxid sind, desto geringer ist die Ausbeute, und zwar überproportional! Beispiel:
90 %iges Wasserstoffperoxid reagiert mit 100 %iger Essigsäure nach einigen Stunden zu immerhin knapp 50 % Peressigsäure. Aber schon 30 %iges Wasserstoffperoxid reagiert mit 100 %iger Essigsäure nur noch zu 8,6 %iger PES (obwohl 1/3 von 50 % = ca. 17 % Endkonzentration zu erwarten wären!) nach ganzen 4 Tagen Reaktionszeit bei Raumtemperatur! Bei noch geringeren Konzentrationen sind wieder überproportional (!) geringere Ausbeuten und viel (!) längere Reaktionszeiten zu erwarten. Man kann also nicht einfach 3 % Wasserstoffperoxid mit 3 % Essig mischen. Dabei wird die Konzentration an PES wahrscheinlich deutlich unter den wirksamen 0,1 % liegen bzw. die Reaktionszeit viel zu lange dauern. Quelle: pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ja01209a502?journalCode=jacsat

Während 100 %ige Essigsäure noch käuflich erwerbbar ist (sog. "Eisessig"), liegt die Grenze für Wasserstoffperoxid bei etwa 35 %. Höhere Konzentrationen kann man als Normalbürger nicht kaufen. Damit lässt sich die o.g. 8,6 %ige PES herstellen. Die kann man mit Wasser auf 0,1 % verdünnen und diese Lösung dann verwenden. Die Konzentration sinkt in dieser verdünnten Lösung erst nach einigen Stunden bis Tagen ab, weil sich ein neues chemisches Gleichgewicht (mit sinkender PES-Konzentration) einstellt. Man muss die verdünnte Lösung also bald verspritzen. Wartet man Tage, hat sich die PES fast vollständig zurück zu den Ausgangsstoffen zersetzt.

Die Wirkung der PES basiert auf ihrem Dipolcharakter und kann nicht durch eine simple Mischung der beiden Komponenten imitiert oder ersetzt werden. Die Zellmembran der erregenden Pilze und ihrer Sporen besteht aus Lipiden (Fetten). Durch diese Barriere kommt Wasserstoffperoxid nicht durch, da es hydrophil (wasserliebend) ist. Es wird schon außerhalb der Zellen durch Enzyme auf der Zelloberfläche zerstört. PES aber besteht aus einem lipophilen (fettliebenden) und hydrophilen Teil. Es gibt keine Enzyme, welche PES zersetzen können. PES durchdringt dank seines liphophilen Teils die Zellmembran und zersetzt sich erst dann zu den Ausgangsstoffen. Innerhalb der Zelle kann das so freigesetzte Wasserstoffperoxid die Zellbestandteile zerstören, während von außen zugeführtes Wasserstoffperoxid an der Zellwand "verpufft" und wirkungslos ist. Quelle: kesla.de/wp-content/uploads/peressigsaeure-desinfektion_grundlagen_klein_.pdf

Man muss zur Herstellung also möglichst konzentrierte Ausgangslösungen verwenden, sie ausreichend lange unter Einfluss von geringen Mengen Schwefelsäure reagieren lassen, die gewonnene PES direkt vor der Anwendung verdünnen (und laut Patent auch puffern) und dann innerhalb von wenigen Stunden spritzen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 27. Juni 2015, 12:03:01
Peressigsäure lässt sich nicht einfach durch "Mischen" herstellen, wie bei Wikipedia fälschlicherweise steht. Durch simples Mischen und sofortige Anwendung erhielte man tatsächlich nur eine Mischung aus Essig und Wasserstoffperoxid.

Die Mischung von verdünnter Essigsäure und verdünntem Wasserstoffperoxid nimmt nach einigem Stehen tatsächlich den typisch stechenden Geruch organischer Persäuren an. Ich habe die Reaktionskinetik und die Lage des Gleichgewichts nicht gemessen, deshalb habe ich auch lieber von essigsaurer Wasserstoffperoxidlösung geschrieben.

Wie der User Hanfpalme (am 02.01.15 hier) schon schrieb, handelt es sich um eine chemische Reaktion, die mehrere Stunden bis Tage dauert und übrigens durch eine starke Säure katalysiert werden muss (Essigsäure reicht nicht, Schwefelsäure ist nötig). Auch stimmt es, dass nur ein Teil der Essigsäure reagiert. Je geringer die Konzentrationen von Essig und Wasserstoffperoxid sind, desto geringer ist die Ausbeute, und zwar überproportional! Beispiel:
90 %iges Wasserstoffperoxid reagiert mit 100 %iger Essigsäure nach einigen Stunden zu immerhin knapp 50 % Peressigsäure. Aber schon 30 %iges Wasserstoffperoxid reagiert mit 100 %iger Essigsäure nur noch zu 8,6 %iger PES (obwohl 1/3 von 50 % = ca. 17 % Endkonzentration zu erwarten wären!) nach ganzen 4 Tagen Reaktionszeit bei Raumtemperatur! Bei noch geringeren Konzentrationen sind wieder überproportional (!) geringere Ausbeuten und viel (!) längere Reaktionszeiten zu erwarten. Man kann also nicht einfach 3 % Wasserstoffperoxid mit 3 % Essig mischen. Dabei wird die Konzentration an PES wahrscheinlich deutlich unter den wirksamen 0,1 % liegen bzw. die Reaktionszeit viel zu lange dauern. Quelle: pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ja01209a502?journalCode=jacsat

Während 100 %ige Essigsäure noch käuflich erwerbbar ist (sog. "Eisessig"), liegt die Grenze für Wasserstoffperoxid bei etwa 35 %. Höhere Konzentrationen kann man als Normalbürger nicht kaufen. Damit lässt sich die o.g. 8,6 %ige PES herstellen. Die kann man mit Wasser auf 0,1 % verdünnen und diese Lösung dann verwenden. Die Konzentration sinkt in dieser verdünnten Lösung erst nach einigen Stunden bis Tagen ab, weil sich ein neues chemisches Gleichgewicht (mit sinkender PES-Konzentration) einstellt. Man muss die verdünnte Lösung also bald verspritzen. Wartet man Tage, hat sich die PES fast vollständig zurück zu den Ausgangsstoffen zersetzt.

Die Wirkung der PES basiert auf ihrem Dipolcharakter...
Du meinst wohl sicher "Amphophilie", wenn du "Dipol" schreibst. Auch Wasser ist ein Dipol, die desinfizierende Wirkung der Peroxyverbindungen beruht auf Oxidation...

...und kann nicht durch eine simple Mischung der beiden Komponenten imitiert oder ersetzt werden. Die Zellmembran der erregenden Pilze und ihrer Sporen besteht aus Lipiden (Fetten).
Bist du dir da sicher? Meines Wissens bestehen die Zellwände der Pilze auch aus hydrophilen Komponenten wie Chitin und anderen polymeren Kohlenhydraten.

Durch diese Barriere kommt Wasserstoffperoxid nicht durch, da es hydrophil (wasserliebend) ist. Es wird schon außerhalb der Zellen durch Enzyme auf der Zelloberfläche zerstört. PES aber besteht aus einem lipophilen (fettliebenden) und hydrophilen Teil. Es gibt keine Enzyme, welche PES zersetzen können. PES durchdringt dank seines liphophilen Teils die Zellmembran und zersetzt sich erst dann zu den Ausgangsstoffen. Innerhalb der Zelle kann das so freigesetzte Wasserstoffperoxid die Zellbestandteile zerstören, während von außen zugeführtes Wasserstoffperoxid an der Zellwand "verpufft" und wirkungslos ist. Quelle: kesla.de/wp-content/uploads/peressigsaeure-desinfektion_grundlagen_klein_.pdf

Man muss zur Herstellung also möglichst konzentrierte Ausgangslösungen verwenden, sie ausreichend lange unter Einfluss von geringen Mengen Schwefelsäure reagieren lassen, die gewonnene PES direkt vor der Anwendung verdünnen (und laut Patent auch puffern) und dann innerhalb von wenigen Stunden spritzen.

Sind das nicht alles reichlich theoretische Überlegungen? Schließlich wird doch auch Wasserstoffperoxid in wässriger Lösung zur Desinfektion angewendet. Nach deinen Ausführungen zu schließen, dürfte es dazu nicht geeignet sein, da es aufgrund einer hydrophoben Barriere nicht in die Zellen eindringen kann? Schließlich kann doch sogar reines Wasser in Zellen eindringen (Osmoseeffekt).

So what? Wenn doch etliche Leute mit der Anwendung der Wasserstoffperoxid-Essigsäure-Mischung gute Erfahrung gemacht haben?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 28. Juni 2015, 01:11:45
Ja, ich meinte Amphophilie. Die Wirkung von Peressigsäure beruht nicht nur auf der Oxidation, sondern zusätzlich auch auf dieser Amphophilie, wie erklärt. Ich wollte damit den Unterschied der Wirkung zu Wasserstoffperoxid erklären, also die "besondere Wirkung" beruht auf dem amphophilen Charakter und nicht nur die "Wirkung".

Ich schrieb von Zellmembran, nicht Zellwand. Pilze haben, wie Pflanzen, neben der Zellwand auch eine Zellmembran. Und die besteht bei allen Lebewesen aus Lipiden und ist deshalb für H2O2 praktisch unüberwindlich.

Es handelt sich mitnichten um rein theoretische Überlegungen. Die desinfizierend Wirkung von Peressigsäure ist der von Wasserstoffperoxid oder von mir aus auch "mit Essigsäure angesäuertem H2O2" um ein Vielfaches überlegen. In dem verlinkten pdf ist eine Liste auf S.4, wie PES im Vergleich zu H2O2 wirkt. PES zerstört nach spätestens 3 min absolut alles Mikrobielle, während H2O2 selbst nach sehr langer Zeit nur 1 der untersuchten Mikroben vernichtet. Und Essigsäure dissoziiert so wenig, dass irgendeine zusätzliche Wirkung, die über die von reinem H2O2 hinausgeht, völlig unplausibel wäre. Es gibt jedenfalls keinen Anhaltspunkt dafür, dass Essigsäure die desinfizierende Wirkung von H2O2 irgendwie verstärkt.

Wasserstoffperoxid kann zwar ebenfalls in Zellen eindringen. Aber schon außerhalb der Zellmembran sind Katalasen etc., die es zerstören. Erst bei sehr hohen Konzentrationen sind die Katalasen überfordert und erst dann wirkt Wasserstoffperoxid desinfizierend. Aber so hohe Konzentrationen schaden auch den Pflanzen usw. und selbst extrem hohe Konz. sind nicht sporizid (PES schon!).

Zitat
So what? Wenn doch etliche Leute mit der Anwendung der Wasserstoffperoxid-Essigsäure-Mischung gute Erfahrung gemacht haben?
Einbildung, Placeboeffekt. Den gibt es nachgewiesenermaßen auch bei Nutztieren, weil sich die Besitzer unbewusst mehr um diese Tiere kümmern. Bei Pflanzen wird es ähnlich sein. Fakt ist, dass niemand hier PES hergestellt hat und nur das die nötige sporizide Wirkung hat. Homöopathie wirkt auch bei einem Teil der Menschen, die daran glauben. Das hilft den anderen aber nicht!!! Nur wenn man die PES wie beschrieben herstellt, hat man auch wirklich PES und nicht nur extrem stark verdünntes Wasserstoffperoxid. Und wenn PES wirkt, dann wirkt es auch bei jedem und nicht nur bei einem Teil derer, die an eine Wirkung von essigsaurem Wasserstoffperoxid glauben.

PS: woher weißt du eigentlich, wie Persäuren riechen, wenn du noch nie eine vor der Nase hattest? Und selbst wenn. PES soll sehr stark stinken und die Nase kann schon geringste Konzentrationen wahrnehmen. Das heißt aber nicht, dass sich zur Bekämpfung der Kräuselkrankheit relevante Mengen an PES gebildet haben. Weil es einfach nicht geht ohne Katalysator und lange Wartezeit.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 28. Juni 2015, 08:55:11
Zitat
So what? Wenn doch etliche Leute mit der Anwendung der Wasserstoffperoxid-Essigsäure-Mischung gute Erfahrung gemacht haben?
Einbildung, Placeboeffekt. Den gibt es nachgewiesenermaßen auch bei Nutztieren, weil sich die Besitzer unbewusst mehr um diese Tiere kümmern. Bei Pflanzen wird es ähnlich sein. Fakt ist, dass niemand hier PES hergestellt hat und nur das die nötige sporizide Wirkung hat. Homöopathie wirkt auch bei einem Teil der Menschen, die daran glauben. Das hilft den anderen aber nicht!!! Nur wenn man die PES wie beschrieben herstellt, hat man auch wirklich PES und nicht nur extrem stark verdünntes Wasserstoffperoxid. Und wenn PES wirkt, dann wirkt es auch bei jedem und nicht nur bei einem Teil derer, die an eine Wirkung von essigsaurem Wasserstoffperoxid glauben.

Nur davon dass ich an die Wirkung glaube wird sich der Pilz nicht beindrucken lassen. Auch nicht davon dass ich mich liebevoll um die Pfirsichbäumchen kümmere und ihnen gut zurede.

Dass es nicht bei jedem hilft mag daran liegen dass der Behandlungszeitpunkt gut gewählt sein muss. Nach dem Blattfall, vor dem Knospenschwellen bei einer Temperatur von mindestens 10°C. Da kann es durchaus passieren dass diese Bedingungen genau an Weihnachten eintreffen. Wer dann wegen der Feiertage nichts macht hat einen der seltenen günstigen Termine schon verpasst.

Fakt ist dass ich seit vier Jahren meine drei Bäumchen im November/Dezember/Januar zwei Mal mit der hier beschriebenen Mischung aus 3% H²0² und 25% Essigessenz einsprühe und noch kein Blatt sich gekräuselt hat.

Kann schon sein dass das überhaupt keine Wirkung hat aber das wissen die Pilzsporen anscheinend nicht und ich hoffe es erzählt ihnen auch keiner!  ;)

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 28. Juni 2015, 09:32:52
Das ist ein interessantes Thema und vielen Dank für den Beitrag Nikkai.

Wenn ich das richtig verstehe, haben wir Normalanwender dann keine Möglichkeit Peressigsäure so einfach herzustellen.

Nachdem das hier erstmals zur Sprache gekommen war, habe ich die Spritzbrühe nicht sofort benutzt, sondern erst einige Stunden stehen lassen. Auch das führt dann aber aufgrund der niedrigen Konzentrationen der Ausgangsstoffe und mangels Katalysator nicht zur Bildung von Peressigsäure.

Dennoch war eine deutliche Wirkung an den behandelten 3 Bäumen zu sehen. Im letzten Jahr habe ich ganze Äste wegen Kräuselkrankheit verloren. In diesem Jahr hat nur noch eine Triebspitze gekräuselt. Da ich in diesem Jahr Erstanwender war, genügt dies aber noch nicht, um der Spritzbrühe eine Wirkung zu attestieren. Allerdings scheint die Kräuselkrankheit in diesem Jahr recht heftig zugeschlagen zu haben. Der Baum des Nachbarn hatte kaum ein gesundes Blatt.

Mangels Alternativen werde ich deshalb auch im nächsten Winter/Frühjahr die hier vorgeschlagene Mischung weiter verwenden müssen und auch weiter berichten.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 09:34:01
Nebenbei:
Zur Einstufung:
"nicht eingestuft, da Verdacht auf krebserzeugende Wirkung"

In diesem Sinne....
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 28. Juni 2015, 09:34:14
Viel Text, schön, kann ja alles sein. Als Nicht-Chemiker bringts mir nichts, ich muss mich an die Ergebnisse der Anwendung halten. Wenn nur der Glaube des Anwenders gegen den Pilz hilft - auch recht, um so besser. Wir haben übrigens mehrere Bäume einer Sorte am gleichen Standort, Vergleichsmöglichkeiten sind durchaus gegeben. Mir ist klar, dass das keinen wissenschaftlichen Grossversuch ersetzt.

Der Duft von Peroxyessigsäure kann man in verschiedenen Produkten erschnuppern. "Peressigsäure / Alkohol Pro" ist z.B. ein Schnelldesinfektionsmittel, fertig in der Spritzflasche. Alle möglichen Reinigungsmittel, vor allem für die Lebensmittelindustrie enthalten Peressigsäure. Die Kesal AG hat eine ganze Produktgruppe drum herum aufgebaut, Wigol ebenfalls, andere auch. Deren Bierleitungsreiniger putzt sicher auch die Pfirsiche durch :-) Und überall kann man ziemlich sicher sein, dass auch Peressigsäure in der angegebenen Konzetration drin ist.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 28. Juni 2015, 09:37:30
Zitat
Verdacht auf krebserzeugende Wirkung

Ach, deswegen ist Peroxyessigsäure auch in Arzneimitteln enthalten, z.B. im Panthenol-Spray zur Wundheilung...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 28. Juni 2015, 09:49:26
Vielleicht hat die von uns verwendete Mischung einen anderen Wirkmechanismus als die direkte Zerstörung der Zellmembran. Wie gesagt, ich teste weiter.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 09:50:03
Ach, bei dir enthalten Medikamente nur völlig unschädliche Bestandteile...
Meist auch noch völlig unwirksame.....
Und die dort angeblich noch vorhandene Peroxiessigsäure ist ein arzneilich nicht wirksamer Bestandteil.
Vermutlich bei der Herstellung in Spuren zugesetzt, "sicherheitshalber", und beim Verbraucher eh nimmer nachweisbar....
Sancta simplicitas.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 28. Juni 2015, 10:09:05
Nebenbei:
Zur Einstufung:
"nicht eingestuft, da Verdacht auf krebserzeugende Wirkung"

In diesem Sinne....

Das gilt für alle Peroxide: Als solche können sie zu oxidativen Schäden der DNA führen, und die wiederum erhöhen das Risiko dafür, dass eine Zelle zu einer Tumorzelle wird.

Allerdings ist damit weder etwas über mögliche Wirkungsschwellen noch über die Wirkungsstärke gesagt. Wenn man die berücksichtigt, kann man praktisch Entwarnung geben.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 10:19:49
Hab ich nicht einmal wo was gelesen, daß es bei cancerogenen Substanzen keine Wirkungsschwelle gibt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 28. Juni 2015, 10:30:41
Kommt auf den Wirkungsmechanismus an.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 10:57:05
Kommt auf den Wirkungsmechanismus an.

Das hört sich sehr nach einer krampfhaften Ausrede/Suche nach einer Hintertüre an.
Im Zweifelsfall IST sowas als cancerogen zu betrachten, OHNE Wirkschwelle.

Ein Zitat von vielen: " Für kanzerogene Stoffe lässt sich das Konzept der HBM-Werte nicht anwenden, da für diese Stoffe keine Wirkschwelle definiert werden kann. "
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 28. Juni 2015, 11:08:26
Bisher habe ich mit die Essig-H2O2-Mischung genommen, weil sie so superleicht zu besorgen war. Vormittags angerührt, abends an die Äste. Da es aber nur wenig schwerer ist, fertige PES zu besorgen, würde das ebenso gehen.

Leider habe ich nicht genug Bäume einer Pfirsichsorte, um die eigentlich interessante Frage zu testen: Warum funktioniert die Mischung, wenn doch angeblich gar keine PES drin sein soll? Ein Versuch müsste also umfassen

1. Unbehandelten Baum
2. Behandelt mit 3% H2O2
3. mit Haushaltsessig
4. Essig + H2O2
5. mit PES in vorgeschlagener Konzentration des Patents aus einem der genannten käuflichen Mittel

Wer hat eine Plantage :-) ?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 28. Juni 2015, 13:37:33
@carot: Als Normalanwender hat man schon die Möglichkeit, sich ein PES-Konzentrat herzustellen. Immerhin ca. 8 % sind möglich, die man dann verdünnen kann.

Der Duft von Peroxyessigsäure kann man in verschiedenen Produkten erschnuppern. "Peressigsäure / Alkohol Pro" [...] Und überall kann man ziemlich sicher sein, dass auch Peressigsäure in der angegebenen Konzetration drin ist.
Leider nicht. "Peressigsäure / Alkohol Pro" enthält überhaupt keine Peressigsäure! (shop.agrinova.de/data/media/images/cms/MSDS_PESPro_NaturaTrade.pdf - Peressigsäure oder Wasserstoffperoxid sind nicht aufgeführt). Panthenol-Spray enthält ebenfalls nach meiner Suche keine PES. Solchen Mitteln würde ich nicht trauen, solange ich nicht einen sicheren Nachweis über die Inhaltsstoffe bekomme. Und den gibt es nur über die Sicherheitsdatenblätter.

Was die mögliche Kanzerogenität angeht, stimme ich Bristlecone zu. Es kann je nach Substanz auch auf die Konzentration ankommen. Infos zur Kanzerogenität von einem führenden PES-Hersteller: kesla.de/wp-content/uploads/Ist-Peressigs%C3%A4ure-krebserregend.pdf. Natürlich ist das keine neutrale Quelle, aber immerhin werden die Behauptungen dort auch alle belegt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 28. Juni 2015, 14:28:54
Dann sind Firmen wie die hier also Schwindelunternehmen und lügen über die behaupteten Inhaltsstoffe, da ist gar keine PES drin? Inhaltsstoffe von "Peressigsäure / Alkohol Pro": Gereinigtes Wasser, 2-Propanol (19g), Ethanol (5g), <0,5% Peressigsäure, <1% Essigsäure, <1% Wasserstoffperoxid, Hilfsmittel.

Na so was, wird ja immer wilder. Im Panthenol-Spray ist sie als Hilfsstoff auch aufgeführt, auch Lüge? Dann werd ich der Kräuselkrankheit halt mit Phantomen auf die Pelle rücken.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 15:13:54
Panthenol-Spray enthält ebenfalls nach meiner Suche keine PES.

Aus:
http://www.onmeda.de/Medikament/Panthenol+Spray--wirkung+dosierung.html

"Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:
•2-Methylpropan
•Butan
•dünnflüssiges Paraffin
•dünnflüssiges Wachs
•emulgierender Cetylstearylalkohol
•gereinigtes Wasser
•Peroxyessigsäure
•Propan                                                                                                                "

Und Herstellerangaben sind natürlich voll vertrauenswürdig, schließlich sind deren Produkte immer viel weniger als harmlos....

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 28. Juni 2015, 15:38:50
@cydorian: Das widerspricht aber dem Sicherheitsdatenblatt ("MSDS"), wo zwar ebenfalls bis 19 g 2-Propanol und bis 5 Ethanol angegeben sind, aber 1 - 5 % statt < 1 % Essigsäure und - wie gesagt - überhaupt kein Wasserstoffperoxid oder Peressigsäure. Ja, ich vermute, dass es sich um eine Fehlinformation handelt - oder das MSDS ist fehlerhaft. Allerdings sind die Aussagen eines MSDS immer valider als irgendwelche Angaben auf einer Shop-Website. Immerhin existiert das Patent (DE 202012006847 U1), auf das sich der Shop beruft und das für eine Langzeitstabilisierung auch von so verdünnten Lösungen eine plausible Erklärung liefert.

@Günther: Dass im Panthenol-Spray PES aufgeführt ist, aber kein H2O2 und keine Essigsäure, ist schon sehr seltsam. Das ist nur möglich, wenn reine PES bei der Produktion ins Produkt eingemischt worden wäre. Und die ist so instabil und explosiv und extrem aufwendig herzustellen (Vakuumdestillation), dass man so einen Quatsch nie tun würde. Wo immer PES drin ist, muss auch Wasserstoffperoxid und Essigsäure drin sein. Es gäbe zwar noch die Möglichkeit, dass ein Zusatzstoff beigemischt wurde, der nur PES, nicht aber die 2 Ausgangsstoffe stabilisiert (z.B. Polyalkohole, wie im Patent DE102005024001A1 genannt, auf das sich das o.g Patent beruft), wodurch nach absichtlicher Zerstörung der Ausgangsstoffe nach der Herstellung der PES reine PES zurückbleibt und tatsächlich nur PES im Produkt wäre. Aber das wäre ebenfalls unnötig aufwendig. Vermutlich hat der Hersteller denselben Fehler gemacht wie hier, wo einfach eine Mischung der Ausgangsstoffe für PES gehalten wurde.

Ist ja auch egal. Die Eigenherstellung aus den hochkonzentrierten Chemikalien ist um ein Vielfaches billiger als bereits stark verdünnte, extrem überteuerte PES zu kaufen und sinnvoller als gar keine PES durch ein falsches Rezept selbst herzustellen.

Zu den Kanzerogenitäts-Angaben kann sich jeder sein eigenes Bild machen, wenn er die Original-Literatur durchliest, die der Hersteller zitiert hat. Man muss also dem Hersteller gar nicht vertrauen. Eine umfangreichere Quelle zur Kanzerogenität von PES habe ich jedenfalls nicht gefunden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 16:12:16
Ein Patent dient dazu, die eigentliche Erfindung zu verstecken, und eventuelle Nachahmungen zu verhindern.
Es wurden/werden schon Sachen patentiert, die gar nicht funktionieren....
Gute Patentanwälte sind da sehr erfinderisch.

(Hab ich vom seinerzeitigen Chef unseres Patentamtes)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 28. Juni 2015, 16:23:03
Zitat
sinnvoller als gar keine PES durch ein falsches Rezept selbst herzustellen

Nein, da hast du den Threadtitel und mein Posting missverstanden. Es geht in Wirklichkeit darum, die Kräuselkrankheit zu bekämpfen. Ob eine bestimmten Methode eine bestimmte Chemikalie produziert kann man sicher als Hobbychemiker-Übungsaufgabe sehr ausgreifend sezieren, aber im Endeffekt gehts um: Wirkt es in der Praxis? Das ist der wirkliche Sinn der Sache.

Übrigens baut der Thread in keiner Weise auf Falschem auf. Das allererste Posting von ReMark referiert auf einen Versuch von Andreas Thomas und Dr. Guido Albert, in dem u.a. mit Wofasteril 1% und mit Essig & H2O2 3% und anderen Stoffen behandelt wurde. Beide erbrachten eine identische Befallshäufigkeit. Kommentiert von dir mit "Placeboeffekt". Um so besser - dann gibts ja auch keine Probleme, weil PES krebserregend sei.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 28. Juni 2015, 18:29:35
@Günther: ja, sowas gibt es. Das würde dann aber nur meinen Verdacht erhärten, dass die verdünnten PES-Lösungen auf dem Markt nicht stabil genug sind. Ich habe aber selbst schon ein paar Patente "nachgekocht" und mir ist bisher kein Fake untergekommen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich hier um ein Fake-Patent handelt, kann ich nicht einschätzen.

@cydorian: es wurden im Thread aber überwiegend falsche Vorstellungen verbreitet (Mischung sei gleich Reaktion, PES bildet sich). Außer in dem Eingangspost ist diese Information (3 %-Mischung beider Ausgangsstoffe) nirgends zu finden. Es könnte sich auch um einen Irrtum des Threaderstellers handeln. Ohne die Originalquelle glaube ich das nicht. Weil es nämlich keine Erklärung für den Wirkungsmechanismus gibt und eine Verstärkung der sporiziden Wirkung von essigsaurem Wasserstoffperoxid ggü. reinem Wasserstoffperoxid nirgends dokumentiert ist. PES ist nicht krebserregend (Kat. 1 oder 2), sondern es besteht nur der Verdacht (Kat. 3).
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 28. Juni 2015, 18:42:22
Theoretisch enthält auch eine dünne Mixtur aus Peroxid und Essigsäure etwas Peroxiessigsäure - nur halt unverschämt wenig.
Wird diese allerdings bevorzugt verbraucht, kann sie sich nachbilden, solange Peroxid vorhanden ist.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 28. Juni 2015, 19:14:00
Zitat
Ich habe aber selbst schon ein paar Patente "nachgekocht" und mir ist bisher kein Fake untergekommen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich hier um ein Fake-Patent handelt, kann ich nicht einschätzen.

Nur, dass das Patent gar nichts mit Essig und H2O2 zusammenkippen zu tun hat, sondern mit einer fungiziden Wirkung von PES, so eingesetzt dass es als Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Wieso soll PES nicht fungizid wirken, wie das Patent konstatiert? Sind all die Desinfektionsmittel mit ihrer behaupteten fungiziden Wirkung auch noch Fakes? Wird etwas wild mittlerweile. Vielleicht konzentrieren wir uns vorranggig wieder auf die Pfirsichkkrankheit und auf beobachtbare Wirkungen, statt auf Theorien mit opaken Annahmen.

Von "sporizider" Wirkung hat auch keiner was geschrieben. Zum Zeitpunkt der Anwendung existieren überhaupt keine Sporen, sondern ein Sprossmycel. Ein erheblicher Unterschied, Sporen können sehr viel robuster sein. Sporen gibt es nur im Juni. Das wurde im Thread oft und oft beschrieben.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 28. Juni 2015, 21:24:16
Kommt auf den Wirkungsmechanismus an.

Das hört sich sehr nach einer krampfhaften Ausrede/Suche nach einer Hintertüre an.
Im Zweifelsfall IST sowas als cancerogen zu betrachten, OHNE Wirkschwelle.

Ein Zitat von vielen: " Für kanzerogene Stoffe lässt sich das Konzept der HBM-Werte nicht anwenden, da für diese Stoffe keine Wirkschwelle definiert werden kann. "

Das ist in dieser Form nicht zutreffend. Aber ich werd' das hier nicht diskutieren.


Was die gültige Legaleinstufung von Peressigsäure in der EU angeht, so könnt ihr auf der Seite der europäischen Chemikalienbehörde ECHA nachschauen:

http://echa.europa.eu/web/guest/information-on-chemicals/cl-inventory-database (dort peracetic acid eingeben).Ich seh' da nix von Einstufung wegen Krebsverdacht.

Bei Wasserstoffperoxid übrigens auch nicht.



Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 28. Juni 2015, 21:25:46
Vielleicht konzentrieren wir uns vorranggig wieder auf die Pfirsichkkrankheit und auf beobachtbare Wirkungen, statt auf Theorien mit opaken Annahmen.

Gute Idee!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 28. Juni 2015, 22:05:37
@cydorian: ich meinte das Patent, auf das sich der Shop beruft: "...Mischungen von PES in Alkohol herzustellen, die über einen Zeitraum von vielen Monaten stabil gelagert und verwendet werden können. Die durch Dr. Oelschläger NaturaTrade zum Patent angemeldeten Mischungen..." - und das ist das Patent DE 202012006847U1, das sich auf ein anderes beruft (DE102005024001A1).

Ich sehe weiterhin nur Nachweise der Wirkung von Peressigsäure (Patent & alte sowie neue Literatur) und keine objektiv nachvollziehbaren Nachweise für eine Wirkung von essigsaurem Wasserstoffperoxid. Mir ist auch völlig schleiherhaft, warum man 2004 angeblich diese Mischung getestet haben soll. Essigsäure verstärkt die desinfizierende Wirkung von Wasserstoffperoxid nicht. Nur wenn man PES herstellen wollte, hätte man beide Komponenten ausgewählt.

@Günther: was das langsame Nachbilden von PES aus der stark verdünnten Mischung der Ausgangsstoffe angeht, wäre das unglaublich langsam und würde niemals die Wirkung von 1 %-iger PES erreichen. Fast das gesamte freie H2O2 würde auch sofort von den extrem schnell wirkenden und allgegenwärtigen Katalasen zerstört werden bevor sich das Gleichgewicht mit Spuren von PES extrem langsam ausbildet. Trotzdem soll die Mischung angeblich effektiver sein (0 % Befall vs. 3 % Befall). Ich vermute eher einen Zahlendreher. Aber solange keiner die Original-Veröffentlichung zeigen kann, ist alles unklar.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 29. Juni 2015, 10:07:01
Das sollte dich doch nicht bremsen, wenn dch das interessiert. Das Heft gibts noch, http://www.obstbau.org/heft-archiv.html und die Verfasser des Artikels gibts auch noch, als Dienstadresse veröffentlicht ist Guido.Albert@dlr.rlp.de. Schwerpunkte: Pflanzenschutz, Pilz- und Bakterienkrankheiten.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Juni 2015, 14:31:16
Aha. Womöglich ein Placebo. Für Mensch und Pflanze  ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Juli 2015, 21:29:20
Essigsäure verstärkt die desinfizierende Wirkung von Wasserstoffperoxid nicht. Nur wenn man PES herstellen wollte, hätte man beide Komponenten ausgewählt.
Hast du mal die Redoxgleichungen für die Oxidation durch Wasserstoffperoxid aufgestellt? Dann sollte dir die Sinn der Zugabe eines Protonenspenders (Essigsäure) eigentlich klar werden.

@cydorian: ich meinte das Patent, auf das sich der Shop beruft: "...Mischungen von PES in Alkohol herzustellen, die über einen Zeitraum von vielen Monaten stabil gelagert und verwendet werden können. Die durch Dr. Oelschläger NaturaTrade zum Patent angemeldeten Mischungen..." - und das ist das Patent DE 202012006847U1, das sich auf ein anderes beruft (DE102005024001A1).
Patentliteraur muss man grundsätzlich cum grano salis lesen. Eine Aussicht auf Erteilung eines Patents besteht nur, wenn die Erfindung eine Verbesserung gegenüber dem Stand der Technik bedeutet. Also wird vom Antragsteller eine Verbesserung behauptet. Der Prüfer urteilt vom Schreibtisch aus nach Plausibilität, ins Labor geht der nicht und Feldversuche macht er schon gar nicht.

Dass du bitte mich nicht missverstehst: Deinen Input zu Herstellung und Wirksamkeit von Peressigsäure und die Begründung dazu finde ich grundsätzlich interessant. Mag auch sein, dass 0,1%ige Peressigsäure schon an Wirkung einer mehr als 10mal so konzentrierten, essigsauren wässrigen Wasserstoffperoxidlösung gleichkommt oder sie sogar übertrifft. Aber daraus die Unwirksamkeit von Wasserstoffperoxidlösung abzuleiten, finde ich grotesk.

Literatur hast du also gewälzt. Hast du auch schon einmal einen Pfirsichbaum gepflanzt oder einen Baum erfolgreich gegen Kräuselkrankheit behandelt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 02. Juli 2015, 00:20:32
cydorian: soo interessant finde ich die Frage ja gar nicht, dass ich mir die Mühe machen würde, an den Original-Artikel zu kommen. Der Satz war eher so gemeint, dass andere das machen sollen. :)

b-hoernchen: ich habe nicht behauptet, dass H2O2 unwirksam ist, sondern dass es viel viel weniger wirksam ist als Peressigsäure. Ja, einen Pfirsichbaum habe ich gepflanzt. Und bei der Behandlung der Krankheit will ich mich vorher informieren und nicht einfach ein Rezept aus dem Internet verwenden, das auf dem Kommentar eines einzelnen Users (hier, 1. Beitrag) beruht. Das Patent, das von der 0,1 - 0,2 % PES spricht, halte ich für zuverlässiger als alle Erfahrungsberichte, die auf diesem einen Kommentar beruhen. Deshalb werde ich es auch mit damit versuchen und nicht mit der Essig-H2O2-Mischung.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 02. Juli 2015, 08:02:07
Vielleicht würde es bei einigen (Usi, Bäumen) ja auch gewirkt haben, hätte sich die Studie in Beitrag 1 mit Backpulver, Molke oder Worcestersauce beschäftigt. 8)

Deutsche Sprache, Herr Lehrer, bitte korrigieren
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 02. Juli 2015, 08:11:22
Was für ein absurder Debattenstil:

Da werden eine Untersuchung in ihrem entscheidenden Ergebnis grundsätzlich angezweifelt und Fehler in den Ergebnissen vermutet, gar Schludrigkeit (Zahlendreher), aber die Studie zu beschaffen ist nicht wichtig, das sollen gefälligst andere machen.
Da wird seitenlang mit verschiedensten Argumenten bestritten, dass in einer Mischung aus Essigsäure + H2O2 überhaupt nennenswerte Mengen an PES enthalten sein sollen, deshalb die Wirkung der Mischung bestritten und behauptet, H2O2 allein wäre erst in zytotoxischen Konzentrationen wirksam und die Essigsäure überflüssig, und wenn ein User darauf hinweist, dass es etwas komplizierter sein könnte, zieht man sich mit windelweichen Sprüchen aus der Affäre.

Mir scheint, die Kräuselkrankheit hat da längst zugeschlagen. Allerdings nicht beim Pfirsich.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: partisanengärtner am 02. Juli 2015, 08:24:48
 8)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 02. Juli 2015, 08:45:39
Naja, um fair zu bleiben, scheint ja an dem Hinweis, dass sich in der Mischung gemäß Beitrag 1 keine oder nur geringe Peressigsäure bildet, etwas dran zu sein. Der Hinweis kam in diesem Thread aus mehreren Richtungen und erscheint mir schlüssig begründet. Auch wenn mein chemisches Wissen nicht ausreicht, um das wirklich beurteilen zu können.

Daraus nun zu schlussfolgern, dass die Mischung unwirksam ist, halte auch ich für falsch und auch nicht für logisch. Die Erfahrungsberichte zeigen das Gegenteil und auch da widerspreche ich Nikkai, die Erfahrung ist höher zu gewichten als ein Patent. Einen Placeboeffekt kann man aus offensichtlichen Gründen ausschließen.

Die richtige Schlussfolgerung wäre aus meiner Sicht, dass dann nicht die Peressigsäure der wirksame Bestandteil der Mischung ist, sondern deren erprobte Wirksamkeit auf einem anderen Wirkmechanismus beruht. Warum diese Möglichkeit einfach so aus der Argumentationskette ausgeschlossen wird, erschließt sich auch mir nicht. Dennoch kann ja jeder seine Meinung vertreten und Nikkai hat sicherlich einen interessanten Beitrag geleistet, auch wenn man seine Schlussfolgerung nicht teilen mag.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 02. Juli 2015, 09:00:13
.... Die Erfahrungsberichte zeigen das Gegenteil und auch da widerspreche ich Nikkai, die Erfahrung ist höher zu gewichten als ein Patent. Einen Placeboeffekt kann man aus offensichtlichen Gründen ausschließen.


Ich denke, einen Placeboeffekt kann man nicht ausschließen.
Die meisten (alle?) haben entweder gespritzt, oder nicht gespritzt. Für einen Vergleich müsste man 2 Bäume der gleichen Sorte am gleichen Standort haben, einer wird behandelt, der andere nicht.

Viele hatten nach Spritzen im Folgejahr keinen Befall. Das deutet erst mal auf das Spritzmittel hin.

Ich habe nie gespritzt, habe in einem Jahr Befall, im anderen nicht. Was war da die Ursache? Peressigsäure scheidet bei mir zu 100% aus  ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 02. Juli 2015, 09:11:45
Hi Medi,

was Du da in den Ring wirfst, ist nicht der Placeboeffekt, sondern eine mögliche falsche Datensammlung.

Der Placeboeffekt bezeichnet einen Selbstheilungseffekt, der allein durch die Information, dass eine Behandlung stattfindet, ausgelöst wird. Diese Information haben aber weder das Immunsystem des Baumes noch das des Pilzes. Die Information hat der Anwender. Ich nehme aber an wir teilen die Ansicht, dass das Immunsystem des Anwenders den Baum aus physikalischen Gründen nicht heilen kann.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 02. Juli 2015, 09:16:29
@carot: Volle Zustimmung!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 02. Juli 2015, 10:00:40
Der Satz war eher so gemeint, dass andere das machen sollen. :)

Du willst, dass andere für dich recherchieren, um dir deine Theorie vom falschen Artikel zu beweisen? Viel Erfolg :-)

Mir jedenfalls gehts um meine Pfirsiche und was gegen diese Krankheit schnell und einfach Erfolge hat. Ich werd mir jetzt eins der Peressigsäuremittel besorgen, mal sehen ob die Ideen aus dem Patent realistisch sind, z.B. bei Tomaten. Bei den Pfirsichen kriegt die Hälfte frisch gemischtes Fertigmittel und die Hälfte Essig + H2O2. Kein hoher Einsatz für den Versuch.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 02. Juli 2015, 10:08:29
Wieviel besser sollen eigentlich die "Peressigsäure"mittel sein als die alten schlichten Kupfermittel?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 02. Juli 2015, 10:23:19
Laut Neudorff ist Atempo Kupfer-Pilzfrei nicht gegen die Kräuselkrankheit zugelassen und wirkt auch nicht. Zugelassen sind Mittel mit Difenoconazol (zugelassen z.B. das Produkt "Duaxo"). Wirksamkeit siehe Posting 1.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 02. Juli 2015, 10:28:27
Wikipedia:

"Im kommerziellen Anbau ist es üblich, Pfirsiche und Nektarinen kurz vor Knospenaufbruch im Januar oder Februar mit Fungiziden zu spritzen. Diese sind oft kupferhaltige Mittel; neuerdings wird die rückstandsfreie Peressigsäure diskutiert (hergestellt durch Mischung von Essigsäure und Wasserstoffperoxid).[6] Die Anwendung von Fungiziden, auch von Peressigsäure, bedarf ausreichenden Schutzes vor Hautkontakt und Inhalation,[7] und sollte nicht von ungeschultem Personal vorgenommen werden."

Nun, weder Wikipedia noch Neudorff sind der Bibel entsprechend, Kupfermittel sind aber bewährte Fungizide (und für die Pflanzenschutzindustrie wohl auch zu billig....).
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 02. Juli 2015, 10:50:12
Dann musst du bei kommerziellen Anbauern fragen. Von Mitteln, die nicht zugelassen sind lasse ich die Finger, das rate ich auch jedem Anderen. Abgesehen davon ist der Inhalt des Wikipedia-Zitats in mehreren Punkten falsch, wer den Thread gelesen hat, weiss warum.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 02. Juli 2015, 10:55:18
Von Mitteln, die nicht zugelassen sind lasse ich die Finger, das rate ich auch jedem Anderen.

Ich glaube Günthers Antwort auf diesen Satz zu kennen  ;).
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ayamo am 02. Juli 2015, 11:01:00
    ...   
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 02. Juli 2015, 11:04:37
Hier zum Einsatz von Fungiziden im kalifornischen Pfirsichanbau: Peach Leaf Curl.

Verwendet werden dort basische Kupfersulfatmischungen, zugelassen ist außerdem Chlorthalonil.

Als mehr oder weniger resistente Sorten werden dort genannt: "A few peach varieties are available that are resistant or partially resistant to leaf curl. Currently available resistant varieties include Frost, Indian Free, Muir, and Q-1-8."
Bei den Nektarinen: Kreibich.

Kann jemand Erfahrungen hierzulande mit einer dieser Sorten berichten?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 02. Juli 2015, 13:32:50
@Bristlecone: bleib mal sachlich. Es ist überhaupt nicht "absurd", wenn ich nicht eure Fehler korrigieren will, indem ich Aufwand und ggf. Kosten auf mich nehme, um den Original-Artikel zu besorgen. Die Kritik, dass 100 % aller Informationen, die im Internet zu diesem Rezept zu kursieren, nur auf dem 1. Beitrag hier basieren, ist berechtigt. Zweitens hat hier auch niemand widerlegt, dass in einer Essig-H2O2-Mischung nur unbedeutende Spuren PES enthalten sind. Die Erklärung über Steigerung der Oxidationskraft durch die pH-Senkung in einer Essig-H2O2-Mischung finde ich unbefriedigend. b-hoernchen hat die durch Essig erhöhte Oxidationskraft überhaupt nicht quantifiziert und nicht gezeigt, dass diese Erhöhung einen gravierenden Einfluss auf die desinfizierende Wirkung hat. Von PES ist die viel stärkere Desinfektionswirkung (die nicht auf einer erhöhten Oxidationskraft beruht) im Vergleich zu H2O2 aber belegt. Essig-H2O2 wäre ggü. PES viel vorteilhafter, weil man es sich wirklich selbst herstellen kann. Trotzdem ist es patentierbar. Wenn es so ein Knaller gewesen wäre, hätte das sicher auch jemand patentiert.

Wem das alles zu spekulativ ist, dem sollten auch die "Erfahrungsberichte" zu spekulativ sein, weil sie nur auf einem einzigen Beitrag basieren und keine ausreichende Datenbasis haben. Derjenige kann dem Forum dann auch den Original-Artikel zur Verfügung stellen. Schließlich bin ich nicht der einzige, der 0 Ahnung von dem Inhalt dieses Artikels hat. Niemand hier kennt den Inhalt des Artikels.

@Günther: Peressigsäure ist schon deshalb besser als Kupfer, weil es rückstandsfrei ist und nicht den Boden mit Schwermetallen belastet. Wenn man mit so harten Pestiziden hantiert, kann man sich seine Pfirsiche auch gleich im Laden kaufen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 02. Juli 2015, 14:00:25
Hi Medi,

was Du da in den Ring wirfst, ist nicht der Placeboeffekt, sondern eine mögliche falsche Datensammlung.

Der Placeboeffekt bezeichnet einen Selbstheilungseffekt, der allein durch die Information, dass eine Behandlung stattfindet, ausgelöst wird. Diese Information haben aber weder das Immunsystem des Baumes noch das des Pilzes. Die Information hat der Anwender. Ich nehme aber an wir teilen die Ansicht, dass das Immunsystem des Anwenders den Baum aus physikalischen Gründen nicht heilen kann.

Anwender spritzt.
Baum gesund.
Anwender denkt, Spritzmittel hilft.


Dann nenne ich es halt "Einbildung"  ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 02. Juli 2015, 15:30:24
@Bristlecone: bleib mal sachlich.
@Günther: Peressigsäure ist schon deshalb besser als Kupfer, weil es rückstandsfrei ist und nicht den Boden mit Schwermetallen belastet. Wenn man mit so harten Pestiziden hantiert, kann man sich seine Pfirsiche auch gleich im Laden kaufen.

Nun, Kupfer als  "hartes Pestizid" zu bezeichnen, ist ein bißchen übertrieben.
Der Weinbau spritzt jahrhundertelang mit Kupfermitteln, Kupfer war (und ist noch?) im "biologischen" Landbau zugelassen, und auf jedem Gartenmarkt gibt's Händler mit "Kupfer"werkzeugen, die von deren Abrieb wahre Wunder versprechen.
Jedenfalls ist mir maßvolles Kupfer lieber als DDT, 2,4-D, udgl., vielleicht auch Roundup.

Und zur Peressigsäure: Sicher gibt's kaum eine Mischung Essigsäure-H2O2, die nicht auch (Spuren) Peressigsäure enthält, und sicher gibt's Peressigsäurepräparate, die schon recht gealtert sind und kaum mehr was enthalten.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: enigma am 02. Juli 2015, 16:53:38
Von PES ist die viel stärkere Desinfektionswirkung (die nicht auf einer erhöhten Oxidationskraft beruht) im Vergleich zu H2O2 aber belegt.

Auf Pilzsporen?

So plausibel das klingen mag: Hast du für beides Quellenangaben? Und damit meine ich jetzt nicht Patente oder Anwendungsbeschreibungen oder MSDS oder sowas, sondern veröffentlichte Untersuchungen oder zumindest seriöse Reviews.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 04. Juli 2015, 19:58:18
Nicht nur auf Pilzsporen, sondern allgemein.

books .google .de/books?id=b6Pz6kMw3akC&pg=PT211 - "PAA is considered a more potent microbicide than hydrogen peroxide."
books .google .de/books?id=3f-kPJ17_TYC&pg=PA532 - "Peracetic acid [...] is, nevertheless, a more potent sporicide than hydrogen peroxide..."
annhyg .oxfordjournals .org/content/46/1/97.full - "Peroxyacetic acid is a more powerful antimicrobial agent than hydrogen peroxide and most disinfectants"

Ich habe kein Review gefunden, das die Wirkung von H2O2 mit PES speziell bei den Taphrinomycotina vergleicht. Im Schwestertaxon (Hefen und echte Schlauchpilze) gibt es jedenfalls ganz unterschiedliche Wirksamkeiten, weshalb man daraus für Taphrina deformans nichts ableitenkann. (books .google .de/books?id=3f-kPJ17_TYC&pg=PA193)

@Günther: ist gibt immer noch was "härteres" als Kupfer. Aber es ist ein Schwermetall. Und sein Einsatz im Biolandbau ist auch höchst umstritten, weil es alles andere als nachhaltig oder ökologisch ist. Und "jahrhundertelang" ist falsch. Die Wirkung von Kupfer als Fungizid wurde erst in den 1880er Jahren entdeckt und genutzt. Die Folgen für den Weinbau sind ja wohl bekannt (Kupferbelastung von Böden).
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Günther am 04. Juli 2015, 20:42:21

@Günther: ist gibt immer noch was "härteres" als Kupfer. Aber es ist ein Schwermetall. Und sein Einsatz im Biolandbau ist auch höchst umstritten, weil es alles andere als nachhaltig oder ökologisch ist. Und "jahrhundertelang" ist falsch. Die Wirkung von Kupfer als Fungizid wurde erst in den 1880er Jahren entdeckt und genutzt. Die Folgen für den Weinbau sind ja wohl bekannt (Kupferbelastung von Böden).

Ja, die Bordelaiser Brühe ist erst rund 150 Jahre alt, andere Kupferverbindungen (leider auch Arsenate udgl.) wurden schon lange vorher eingesetzt.
Kupfermittel sind im biologischen bzw. biologisch-dynamischen Landbau nach wie vor unverzichtbar. Einer der Vorteile ist die längere Wirkungsdauer gegenüber z.B. PES. Soviel ich weiß, bringt der biologische Landbau mehr Kupfer aus als der konventionelle....
Kupferbelastung ist bekannt, die alten Weinberge sind durchaus nicht tot....

Gibt es etwas vergleichbar wirksames, erschwinglich, ohne Nebenwirkungen?
Verdienen kann halt die Pflanzenschutzindustrie wenig daran.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Nikkai am 04. Juli 2015, 22:52:38
Im Weinbau wurde Kupfer aber nicht jahrhundertelang eingesetzt. Und die wenigen Standorte, die wirklich 150 Jahre lang auf diese Weise bewirtschaftet wurden, weisen im Boden Kupfergehalte so hoch wie in abbauwürdigen Kupfererzen auf! Mit dem Unterschied, dass das Material nicht fest im Stein eingeschlossen, sondern viel leichter bioverfügbar ist. Den Mist wird man kaum wieder los - außer vielleicht mit einer Bodensanierung. Im biologischen Weinbau mag Kupfer z.Zt. noch unverzichtbar scheinen. Aber hier gehts um Pfirsiche und eine Krankheit, bei der ein kurzzeitiger Fungizideinsatz völlig ausreichend ist.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Ayamo am 20. Juli 2015, 23:05:00
Um die Debatte wieder aufzuwärmen:
Ich habe mir die Studie am letzten Freitag besorgt, da die Zeitschrift "obstbau" in der hiesigen Unibibliothek geführt wird, die in zumutbarer Entfernung liegt.
Aus Gründen des Urheberrechts gibt´s keinen Link, aber Forumsfreunde können die Studie per Mail in Kopie bekommen (bitte per PM anfragen).
Es gibt auf den knapp 2 Seiten aber keine komplizierten chemischen Betrachtungen, sondern es wird Taphrina d. in Kurzform beschrieben und dann von Spritzversuchen mit verschiedenen Mitteln 2003 und 2004 berichtet. Im Grunde nicht viel mehr als das, was Remark damals berichtet hat. 
(H2O2 und Essig werden als Wirkstoffe angegeben.)
Vielleicht gab es in der Zeitschrift Obstbau seit dem Veröffentlichungsjahr 2004 einen weiteren Artikel zu dem Thema; weiß ich nicht.
Es ist aber eine Kontaktadresse zum DLR angegeben. Es wäre m.E. interessanter zu erfahren, ob die Studie weitergeführt wurde, ob in der Praxis dann doch andere obstbauliche Gründe gegen die Methode der einfachen Desinfektion sprechen u.dergleichen  ...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Urmele am 08. November 2015, 10:33:15
Mal den Faden wieder hochholen.
Dieser milde November ist ideal zur Behandlung der Pfirsichbäume mit Peressigsäure gegen die Kräuselkrankheit.

Ich mache das konsequent seit ich die Pfirsichbäumchen habe ( 2013 im Frühling gepflanzt ). Ein Mal im November und ein zweites Mal im Dezember wo es meist noch einige Tage gibt die warm genug sind.
Es gab in den drei Vegetationsperioden bisher nicht ein einziges gekräuseltes Blatt.

Dieses Jahr hatte ich schon eine nette Ernte und die Knospenbildung des Jahrestriebes lässt auf Gutes in 2016 hoffen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: niemand anders am 08. November 2015, 11:12:48
Klingt verlockend.

Wenn man da jetzt einfach mal so hinter sich fassen könnte, und hätt' gleich 'ne Flasche Peressigsäure in Händen ... ;)

Muß mich außerdem dafür mit dem Schnitt beeilen, denn gut die Hälfte von dem vernachlässigten Baum muß runter. Und da wär's a Blödsinn, wenn man das vorher noch komplett alles spritzen wollte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Deviant Green am 06. März 2016, 09:42:08
Wann spritzen? Ist es bereits zu spät, wenn man Blätter sieht?

(http://i240.photobucket.com/albums/ff241/Deviant_Green/IMG_1246.jpg)

(http://i240.photobucket.com/albums/ff241/Deviant_Green/IMG_1247.jpg)

(http://i240.photobucket.com/albums/ff241/Deviant_Green/IMG_1249.jpg)

(http://i240.photobucket.com/albums/ff241/Deviant_Green/IMG_1250.jpg)

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: carot am 06. März 2016, 10:38:06
Jetzt ist es schon (viel) zu spät, da die Infektion bereits stattgefunden hat. Die Behandlungen müssen erfolgen, bevor sich die Knospenschuppen zu öffnen beginnen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: goex am 04. April 2016, 09:28:56
Hallo zusammen
Auch in diesem Jahr habe ich mich nicht überwinden können Kupfer zu sprühen.

Leider ist aber auch kein Wunder eingetreten und meine Mini Nektarine hat schon orangene Punkte an den ganz jungen Blättern, denke die werden ganz schön kräuslen.

Nun nochmals meine Frage an die Experten: Spritzen ist ja bekanntlich zu spät und muss vor dem anschwellen passieren, also wohl ca. in 9-10 Monaten.
Kann ich dem Bäumchen jetzt noch irgendwie helfen? Wichtigster Punkt für mich: Blätter welche krank sind ablesen (werden wohl fast alle sein) oder einfach stehen lassen?
Im letzten Jahr habe ich sie abgelesen und der 2. Austrieb war dann besser.

Peressigsäure würde ich wohl eher mal testen, aber weiss nicht genau wie ich an die kommen soll.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: goex am 04. April 2016, 09:50:13
nach etwas suchen bin ich doch noch fündig geworden.
das ist keine werbung oder so, aber würdet ihr das jet5 als Möglichkeit in Betracht ziehen?

ist ja mit 38 CHF nicht gerade ein Schnäppchen oder? Hat jemand eine günstigere Alternative für die Schweiz?

danke für Hilfe
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 04. April 2016, 10:02:36
Der Pilz hat jetzt das Blatt infiziert und ruft dort die bekannten Deformationen hervor. Dort lässt er sich nicht mehr bekämpfen, weder mit Kupfer noch mit Peressigsäure.
Ob du die deformierten Blätter entfernst, ist eher eine Frage der Optik. Zu viel Laub würde ich aber nicht entfernen, das schwächt die Pflanze nur zusätzlich. Auch wenn das Laub deformiert ist, findet dort ja schon noch Photosynthese statt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Christina am 04. April 2016, 10:04:03



Peressigsäure würde ich wohl eher mal testen, aber weiss nicht genau wie ich an die kommen soll.

Essigesszenz ist 30% Essigsäure, ist überall zu bekommen und Wasserstoffperoxid je 3%, letzteres bekommt man in der Apotheke. Wenn du diesen Faden gut durchliest, dann wirst du das genaue Rezept finden.

Ich habe es im Winter auch versäumt meine Bäume damit zu spritzen. Da es während der Blüte viel geregnet hat, rechne ich auch mit einem starken Befall.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: cydorian am 04. April 2016, 10:23:20
Peressigsäure wirkt auf den unscheinbaren Pilzrasen auf dem Stamm, das Sprossmycel. jetzt sind die Sprosszellen in der Knospe und schon in Blätter hineingewachsen. Dort könnte man sich nur noch mit einem systemisch wirkenden Fungizid versuchen.

Für eine Behandlung ist nichts zugelassen und auch nicht bekannt, was wirken könnte. Der beste Wirkstoff wäre Ginko. Aber nicht für den Baum, sondern um das eigenen Gedächtnis zu stärken, damit man im Dezember nicht vergisst zu behandeln.

Wer auf illegale Versuche steht, könnte auf die Idee kommen, Macozeb zu probieren, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Dithiocarbamate. Handelsname eines in kleinen Mengen auch für Privatanwender zugelassenen Produkts lautet Dithane NeoTec (Zulassungsnummer 3924-00). Das wird auch für Behandlung gegen die eng verwandte Narrentaschenkrankeit (Taphrina pruni) an Zwetschge eingesetzt. Während der Blüte. Wahrscheinlich wurde es aber schon gegen Kräuselkrankheit probiert und es wirkt nicht wie es soll, sonst wäre sie in den Anwendungshinweisen genannt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: netrag am 04. April 2016, 10:25:51


ist ja mit 38 CHF nicht gerade ein Schnäppchen oder? Hat jemand eine günstigere Alternative für die Schweiz?
Das ist ja ein Mondpreis. Einfach selbst mischen und ausprobieren. Bei mir war so gut wie keine Wirkung festzustellen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: bristlecone am 04. April 2016, 10:26:25
Soweit ich weiß, hat Mancozeb auch "nur" vorbeugende Kontaktwirkung.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: goex am 04. April 2016, 10:44:26


ist ja mit 38 CHF nicht gerade ein Schnäppchen oder? Hat jemand eine günstigere Alternative für die Schweiz?
Das ist ja ein Mondpreis. Einfach selbst mischen und ausprobieren. Bei mir war so gut wie keine Wirkung festzustellen.

also doch nur Kupfer eine gute Wahl?
Wenn ich einen Plastik unter das Bäumchen lege, sollte ja nicht allzuviel in die Erde wandern (ausser was abgewaschen wird)
ja dann halt im nächsten Winter doch Kupfer :( Denn so leiden lassen unter KK kann ich mein Bäumchen nicht und das es von selbst besser wird kann man vergessen nehme ich an.

werde dann hier mal ein Foto posten wenn die Blätter ganz da sind.

Bei der Pfirsich meines Vaters hat sich die Kräuselkrankheit übrigens nicht mehr blicken lassen nach dem Kupfereinsatz.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: obst am 04. April 2016, 10:50:06
Ich nehme immer Duaxo (Difenoconazol). Das ist zumindest in Deutschland gegen Kräuselkrankheit auch im Garten zugelassen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 04. April 2016, 11:20:02
Nun nochmals meine Frage an die Experten: Spritzen ist ja bekanntlich zu spät und muss vor dem anschwellen passieren, also wohl ca. in 9-10 Monaten.

Am besten 2 x behandeln im Spätherbst, Frühwinter, also November/Dezember bei über 10°C.

Kann ich dem Bäumchen jetzt noch irgendwie helfen? Wichtigster Punkt für mich: Blätter welche krank sind ablesen (werden wohl fast alle sein) oder einfach stehen lassen?

Dran lassen! Wenn jemand lungenkrank ist, reißt der Arzt doch nicht gleich die ganze Lunge raus. Solange noch gesunde Restmasse am Blatt ist, hilft die bei der Assimilation. Im Sommer geht von krankem Blattgewebe keine (!) Infektionsgefahr für gesunden Neutrieb aus.

Im letzten Jahr habe ich sie abgelesen und der 2. Austrieb war dann besser.


Das geht besser ohne Ablesen. Ich hatte trotz Kräuselkrankheit sogar noch einen Rekordpfirisich im ersten Jahr - das war natürlich unvernünftig - die Früchte sollte man wegmachen, damit die Pflanze ihre Kraft aufs Überleben und Wachsen konzentriert. Ansonsten Düngen, auf ausreichend Wasser achten.


Peressigsäure würde ich wohl eher mal testen, aber weiss nicht genau wie ich an die kommen soll.
Du kannst auch Duaxo kaufen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Eva am 04. April 2016, 11:35:44
Für eine Behandlung ist nichts zugelassen und auch nicht bekannt, was wirken könnte. Der beste Wirkstoff wäre Ginko. Aber nicht für den Baum, sondern um das eigenen Gedächtnis zu stärken, damit man im Dezember nicht vergisst zu behandeln.

 ;D Und wie mach ich das, dass ich nicht vergesse, im November mit dem Ginko anzufangen? Ich habs auch verpennt  :-[
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: niemand anders am 04. April 2016, 11:58:07
würdet ihr das [Jet 5] als Möglichkeit in Betracht ziehen?

Meine "Sachkompetenz" umfaßt gerade nur das Abwägen, was plausibler erscheint.

Aber hier im Thread hatten User geschrieben, die von der Chemie wirklich auch Ahnung haben, und denen zufolge behält Peressigsäure (als Gemisch) nicht sehr lange ihre Wirksamkeit.
Und wenn ich dann nun in der Beschreibung dieses Mittels einfach nur dieses lese:

Zitat
Jet 5 enthält Peressigsäure, Wasserstoffperoxid und Essigsäure. Peressigsäure ist ein hoch wirksames Desinfektionsmittel gegen Pilze ...

... dann denk' ich mir, haben die entweder eine ganz besonders dauerhafte Peressigsäure da drinnen ...
(Was auch immer der dort eher werbetechnisch benützte Begriff "Stabilisiertes Desinfektionsmittel" heißen mag.)

... oder eben es ist das, für was man es getrost halten darf: Geldschneiderei. Zumindest eben die Peressigsäure und ihre Wirkung betreffend.

Es wird ja allgemein als Desinfektionsmittel für Ställe oder eben Gewächshäuser auch ausgelobt, und diese Wirkung tut das Wasserstoffperoxid für sich genommen ja auch schon; daher insofern kein Betrug. Aber verlassen würd' ich mich da schon lieber auf nach den hier genannten Rezepten selbstangesetzte Peressigsäure. Damit macht man dann nichts falsch.

Ich habe es letzten November so gemacht und bin schon ganz wild drauf, berichten zu können, was es nun gebracht hat.
Wollte es eigentlich heuer im Frühjahr nochmal wiederholen, aber, nachdem es ja auch von den Temperaturen (las ich irgendwo: müßten über 10°C sein) und vor allem aber auch von Windstille abhängig ist, sofern man nicht im Schutzanzug die Nachbarn aufschrecken will, Wunder was für Giftstoffe man da ausbrächte ;D , war es damit dann nichts mehr geworden und habe die Zutaten nun für den kommenden Winter schon parat.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 04. April 2016, 12:11:53
Die Zersetzung von Perverbindungen wird durch verschiedene Stoffe katalysiert. Diese Katalysatoren kann man weitgehend ausschalten, durch "Stabilisatoren". Hält aber nicht unendlich lang, diese stabilisierte Lösung.
Eine ein paar Tage vergessene Mischung "verdünntes Wasserstoffperoxid + Essigsäure" roch noch intensiv stechend nach Perverbindung. Wenn man mit sauberen Chemikalien in sauberen (keine katalytisch wirksamen Substanzen) Gefäßen arbeitet, wird sie länger halten. Wie lang - keine Ahnung. Wer mit Salatessig arbeitet, wird schon bald überhaupt keine Perverbindungen mehr in der Mischung haben - die reagieren mit reduzierend wirkenden Substanzen im Salatessig.

Wer Probleme hat mit Peressigsäure Herstellen - Duaxo kaufen; anderer Wirkstoff, aber abbaubar, vom Wirkungsmechanismus den Mitteln gegen Fußpilz verwandt. Im Gegensatz dazu ist Kupfer nicht abbaubar - reichert sich im Baoden an, verteilt sich dann innerhalb geologischer (!) Zeiträume in der Erdkruste, aus der es gewonnen wurde.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: goex am 04. April 2016, 12:55:50
ok. alles klar. Keine Blätter abreissen und dafür (fast  8)) alle entstehenden Früchte abmachen.
Duaxo werde ich mir kaufen und dann im Herbst und Winter rechtzeitig spritzen, hoffe so kann ich meiner Nektarie helfen.

Besten Dank Euch allen für Eure Mithilfe

Gruss Goex 
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. April 2016, 13:57:10
Geht auch ein Fußpilzmittel?
Oder Chinosol? (das soll ja auch bei Hanfpalmen Herzfäule verhindern helfen)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: hargrand am 04. April 2016, 18:07:56
Etwas ot, aber dennoch :
Leute, bringt das Zeug nicht ohne Mund/Augenschutz aus, es reizt extrem stark die Schleimhäute.
Ich habe 15%ige runterverdünnt, extrem flüchtig das Zeug  >:(
Ich muss mir wirklich noch eine gescheite Schutzmaske kaufen ::)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: b-hoernchen am 04. April 2016, 21:28:08
Geht auch ein Fußpilzmittel?
Oder Chinosol? (das soll ja auch bei Hanfpalmen Herzfäule verhindern helfen)

In der Tat müsste ein Fußpilzmittel (Clotrimazol o. ä.) auch wirken - ist allerdings für die Wirkung auf der menschlichen Haut hin konzipiert, was Haftung an, Durchdringung von Gewebe etc. betrifft - und ist natürlich nicht für den Einsatz als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Abgesehen davon, dass es wahrscheinlich x-mal teurer ist als ein Pflanzenschutzmittel, kann ich dir nicht sagen, wie verträglich es für Pflanzen ist... .
Titel: Kräuselkrankheit
Beitrag von: Anemie am 06. Mai 2016, 08:21:24
Habe ich jetzt noch eine Chance etwas dagegen zu tun? ich habe das Bäumchen erst voriges Jahr gepflanzt,es sollte eigentlich da gegen resistent sein.
Titel: Re: Kräuselkrankheit
Beitrag von: kasi † am 06. Mai 2016, 08:40:16
Die weiteren Blattaustriebe sollten frei davon sein, dann fallen die jetzt befallenen Blätter ab. Zur Kräftigung: Pfirsich liebt Kalk. Wenn ich ihn pflanze, grabe ich in 1m Umkreis Mörtelschutt ein, der gibt den Kalk langsam an den Boden ab.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 09. Mai 2016, 23:03:18
Mal eine Frage an die eingefleischten Nichtspritzer/Nichtbehandler: Wie steht's derzeit? Habt ihr Sorten, die nicht kräuseln, kaum kräuseln, auch nach mehreren Jahren - ich rede jetzt ausdrücklich nicht von Sämlingen/Jungpflanzen.

Wie sieht's aus bei Benedicte, Franziskus, Harrow Beauty, Kernechtem Vorgebirgsler, Französischem - Gelbfleischigem - Weinbergfirsich, Revita?
Alles, was ich in der Umgebung bei Leuten sehe, die nicht behandeln, sind Trauerspiele - Kräuselei, dürre Äste, "rückwärts wachsende" kranke bis halbtote Bäume. Aber kann ja woanders anders sein... -?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Hänschen am 09. Mai 2016, 23:20:46
Wir haben zwei selbstgezogenene Sämlinge unbekannter Sorten, die ohne Spritzerei (bisher) ohne jegliche Probleme wachsen und gedeihen und tragen. Vielleicht sind solche "Marken Eigenbau" robuster als gezüchtete Sorten?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: strohblume am 11. Mai 2016, 19:07:31
 Hallo dieses Jahr habe ich auch Probleme selbst mein Kernechter kräuselt, Independens Nektarine kräuselt stark, Percoche,Härtling und Flachpfirsich kräusel obwohl überdachtdann hatten wir noch Frost/Kälte in Ostthür. gespritzt habe ich mit Peressig  bei mir keine gute Wirkung!nächstes Jahr wieder duaxo
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Mai 2016, 21:48:40
Wann hast du Peressigsäure gespritzt? War vielleicht das Wasserstoffperoxid schon alt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: plantboy am 11. Mai 2016, 22:51:26
Hallo,

wie ist der Geschmack des Pfirsichs Benedicte?

Wie robust ist dieser?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Mai 2016, 23:11:58
Benedicte find' ich im Geschmack gut - aber nicht die absolute Spitze. Mein gelbfleischiger (Sorte unbekannt, hier im Forum wurde "Suncrest" ins Spiel gebracht), ist eher trockener, und im Geschmack, find' ich, langweiliger, "dosenpfirsichähnlicher". Die Weißfleischigen , die ich kenne, haben so ein schönes Säurespiel.... sind schmelzender im Fruchtfleisch.
Bezüglich Robustheit gegen Kräuselkrankheit kann ich nichts sagen, da ich behandle. Letztes Jahr hatte mein Benedicte im Garten so schlimm Läuse, dass er fast eingegangen ist und nur walnussgroße Früchte getragen hat. Der schmale Platz zwischen Gartenweg und Hausmauer hat aber sehr schlechte Erde - oben viel Sand, darunter Bauschutt und die Wurzel (St. Julien A) ist da nicht durchgekommen. Im Winter hab' ich ihn ausgegraben und nochmal gesetzt.
Auf der Bauernwiese, wo ich auch einen gesetzt habe, steht er in mergeligem Lehm - und die Frucht war phantastisch. Heuer leider alles erfroren!
Schau, dass er genügend gute, lockere Erde bekommt, Mergel, Lehm, behandle lieber doch gegen KK - und du kannst Freude an ihm haben.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 12. Mai 2016, 08:59:49
Benedicte schmeckt gut, aber nicht überragend. Mit etwas Pflege hat er sich auch auf der Obstwiese gut gemacht. Wachstum könnte entgegen der Behauptung, sie wäre starkwachsend durchaus stärker sein, besser auf einer kräftig wachsenden Unterlage pflanzen. Kräuselkrankheitsbefall vorhanden, aber selten stark, jedenfalls nicht in meiner Lage. Steinlösend ohne Probleme. Den danebenstehenden Revita schlägt er aber in allen Punkten, Geschmack, Anfälligkeit, Wuchsart. Selbstfruchtbar wird behauptet, konnte ich aber nicht prüfen, dafür habe ich zu viele Sorten.

Ich habe diese Saision nur auf einem Grundstück behandelt, dort kräuselts auch nicht. Auf dem anderen Grundstück gab es interessante Ergebnisse. "Red Haven" hat erwartungsgemäss starken Befall, Rheinperle direkt daneben überhaupt nichts. Die Sorte ist schwer zu bekommen und hat andere Nachteile, aber sie schmeckt fast so gut wie Red Haven, wird auch gleichzeitig reif. Sie hatte auch keinen oder wenig Befall, als ich früher noch nicht mit Peressigsäure hantiert habe. Da hat die Baumschulprosa mal gestimmt. Wenn ich mit eine Veredelung zutraue, setze ich den mal auf eine bessere Unterlage.

Jedochfalls werde ich mir die eine oder andere weitere Sorte besorgen, vor allem eine in frühen Reifebereich. Mit Peressigsäure geht das wieder.

Es gibt ja auch einen stetigen Strom von Sorten mit neuem Namen (habe den Verdacht, darunter verbirgt sich oft Altbekanntes), die als kräuselkrankheitsfest beworben werden. "Fruteria" ist so was, sieht verdächtig nach einem Verwandten des gescheiterten Revita aus, ist aber etwas früher. Fidelia, Manon... wer Platz hat, kann einiges ausprobieren.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Mai 2016, 12:01:22
Was die Kräuselkrankheitsfreiheit einiger Pfirsiche angeht, habe ich den Verdachtg, dass Sämlinge erst einmal ohne den Pilz "geboren" werden und ihn sich im Laufe ihres Lebens holen. Auch veredelte Ware kommt anscheinend manchmal pilzfrei in den Handel und infiziert sich irgendwann, hängt vielleicht vom Veredelungsmaterial ab. Jedenfalls führte ich mal mit einer Frau ein Gespräch, die mir sagte, ihr Pfirsichbaum wäre immer gesund gewesen und hätte Unmengen getragen, bis er dann eines Tages zu kräuseln anfing - und von da an ging es bergab. Bald darauf musste sie ihn fällen - sie hat nicht behandelt.
Bei mir kräuselt auch ein junger Sämling, den ich nicht behandelt habe, im Gartencenter kräuseln die Vorgebirgspfirsiche, die sie unter Glas überwintert haben - wenn sie kräuseln, dann kräuseln sie. Benedicte, Michelini, der Aldi-Pfirisch (ein angeblicher Red Haven), der unbekannte Gelbfleischige (evtl. Suncrest), gelbfleischiger Weinbergpfirsich - sie alle haben bei mir einzelne, *klopft auf Holz* - wenige kräuselnde Blätter - vermutlich dort, wo nicht genug Spritzmittel hingekommen ist. Aber das zeigt mir an, würde ich nicht behandeln, sie sähen genauso schlimm aus wie Pfirsichbäume der Umgebung, die derzeit 100% kräuselnde Blätter haben.
Schlimm finde ich auch Monilia, die heuer anscheinend zum ersten Mal bei meinen Pfirischen zuschlägt. Immer noch werden neue Partien  befallen und einzelne Triebe lassen plötzlich alle Blätter hängen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: strohblume am 12. Mai 2016, 20:28:37
 Hallo  b-hoernchen das vermute ich auch,ich glaube war schon 3Jahre alt,die  Wirkung ziemlich schlecht. habe bessere Erfahrung mit dem erwähnten Mittel gemacht mit dem ich jetzt auch meine Birne behandle(Gitterrost)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Mai 2016, 20:57:38
Nach 3 Jahren ist 3%iges Wasserstoffperoxid i.d.R. ziemlich bei Null. Ich hätt' sogar schon bei einjährigem Bedenken - das zerfällt quasi mit Halbwertszeit. Da hält Duaxo sicher besser. Ich denke, man muss den Baum schon sehr gut mit der Wasserstoffperoxid-Essigsäure-Mischung duschen - dann darf es nicht zu schnell wegtrocknen (Wind und Sonne), aber zu kalt darf's bei der Anwendung auch nicht sein - etwas tricky.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wild Obst am 12. Mai 2016, 22:10:31
Was die Kräuselkrankheitsfreiheit einiger Pfirsiche angeht, habe ich den Verdachtg, dass Sämlinge erst einmal ohne den Pilz "geboren" werden und ihn sich im Laufe ihres Lebens holen. Auch veredelte Ware kommt anscheinend manchmal pilzfrei in den Handel und infiziert sich irgendwann, hängt vielleicht vom Veredelungsmaterial ab.

Da der Pilz in bzw auf den Knospenschuppen überwintert und beim Konspenschwellen und Austrieb die Blätter infiziert, kann er diesjährige Sämlinge nicht befallen, da diese im Herbst und Winter ja noch nicht gekeimt waren und entsprechend unbelastet sind. Letzjährige Sämlinge können dagagen schon die Kräuselkranheit haben, wenn sie sich in ihrem ersten Herbst infizieren.
Das gleiche gilt entsprechend auch für Veredlungen aus Baumschulen, die gegen die Kräuselkrankheit behandeln.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 12. Mai 2016, 22:15:31
Steht schon alles im Thread, siehe #432.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: plantboy am 24. August 2016, 00:19:05
Hat jemand den Pfirsich Pilot?

Wie schmeckt dieser?
stört etwas beim Geschmack? (Haut,Säure...)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: paulche am 24. August 2016, 04:34:29
Mein Bruder hat einen kernechten Sämling, der kräuselt und bekommt dennoch schöne Früchte. Bei mir ist Benedikte eingegangen. Ein Pfirsisch-Aprikosenmischling kräuselt, bekam aber schöne Früchte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: plantboy am 24. August 2016, 07:37:24
Habe Bendicte gepflanzt.... >:( .Geschmack: OK süßlich aber nicht super süß. Haut stört etwas (bitter?).

Pilot wäre vielleicht eine Alternative?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 24. August 2016, 07:43:49
Auch die Kerne sind störend  ;)

Ich kann zum Thema momentan keine verlässlichen Aussagen machen. Meine 3 Pfirsiche hab ich ja alle umgesetzt und zurückgeschnitten. Ich warte erst mal, bis sie sich wieder richtig erholt und neu aufgebaut haben.

Dieses Jahr hatten sie alle gekräuselt, "Andross" war noch zu klein (auf Stock gesetzt) zum tragen und auch "Harrow Beauty" sieht elend aus. Liegt aber bei mir eher am Umpflanzen. Die sitzen beide eher suboptimal, ich wollte sie nicht weggeben und habe irgendwann vor, von den beiden auf den französischen zu veredeln. Beide treiben momentan wieder ganz gut.

Ganz gut hat sich mein bisheriger Favorit "Peche de vigne chair jaune" gemacht, er hat nach Rückschnitt/Umpflanzung im letzten Herbst an den verbleibenden Zweigen geblüht, hatte erstmals sichtbar die Kräuselkrankheit, das wuchs sich aber schnell wieder aus. Jetzt hängen ein paar Pfirsiche dran, ich warte auf die Reife  :D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: plantboy am 26. August 2016, 19:09:58
Mit dem Geschmack sehe ich das so:

Er muß zumindest " rund sein". Zu viel Säure, oder ein nicht zum Hauptgeschmack passendes Aroma macht die Frucht weniger attraktiv. Sie sollten zumindest IN ETWA so schmecken, wie die Früchte im Geschäft, sonnst haben sie keinen Vorteil für mich. Die Größe ist für mich nicht entscheidend. Die Schale esse ich immer beim Pfirsich mit und dabei hat mir das Aroma der Benedickte Schale nicht ganz gepasst. Ich hatte nur zwei Pfirsiche probiert, diese waren jedoch wunderbar ausgereift.
Irgendwo habe ich gelesen, dass der Geschmack nur gut, aber nicht sehr gut ist. Diesem kann ich nur zustimmen. Oftmalls steht bei der Benedicte Aroma Beschreibung `saftig`. Ich würde es eher als MINIMAL! wässrig bezeichnen, da der Saft nur mittelaromatisch/süß ist.
Die Sorte Revita ist jedoch viel wässriger.

Ich will hier keine Sorte schlechtreden, jedoch den Geschmack bestmöglichst bezeichnen, so dass Leute die es lesen es auch in etwa einschätzen können.

Dazu ist noch zu sagen, dass mein Benedicte im mittel-sandigem Boden steht.


Jetzt mal wieder allgemein:

ich könnte mir vorstellen, dass man die Kräuselkrankheit mit den älteren Sorten etwas wegzüchten könne. Ich weiß zwei ältere Bäume die ungespritzt so gut wie keine Kräuselkrankheit haben/hatten. Die Früchte haben jedoch nicht wirklich gut geschmeckt, sicher getragen (Frost und späte Ernte). Das Hauptproblem liegt darin, dass die Masse immer mit den neuen Sorten verkreuzt wird, da das Hauptinteresse bei dem professionelen Anbau liegt. Da geht man IMMER von Pflanzenschutzmaßnahmen aus.

Die Sorten Pilot und Proskauer (doch anfällig und nicht schmackhaft?) hätten mich noch interessiert. Irgendiwe habe ich nicht viel dazu im Netz gefunden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 06. September 2016, 18:10:17
Meine 3 Pfirsiche hab ich ja alle umgesetzt und zurückgeschnitten. Ich warte erst mal, bis sie sich wieder richtig erholt und neu aufgebaut haben.
Hattest du die nicht schon letztes Jahr geschnitten/auf Stock gesetzt?

Dieses Jahr hatten sie alle gekräuselt, "Andross" war noch zu klein (auf Stock gesetzt) zum tragen und auch "Harrow Beauty" sieht elend aus. Liegt aber bei mir eher am Umpflanzen. Die sitzen beide eher suboptimal, ich wollte sie nicht weggeben und habe irgendwann vor, von den beiden auf den französischen zu veredeln. Beide treiben momentan wieder ganz gut.

Was nennst du bitte "gut treiben"?
Meinen Benedicte hab ich leicht mal halbiert - und er treibt nur 20cm, an einen gescheiten Mitteltrieb ist nicht zu denken - der steht auf St. Julien A.

Ganz gut hat sich mein bisheriger Favorit "Peche de vigne chair jaune" gemacht, er hat nach Rückschnitt/Umpflanzung im letzten Herbst an den verbleibenden Zweigen geblüht, hatte erstmals sichtbar die Kräuselkrankheit, das wuchs sich aber schnell wieder aus. Jetzt hängen ein paar Pfirsiche dran, ich warte auf die Reife  :D

Interessant finde ich, was Dr. Neumüller vom Baerischen Obstzentrum zur Kräuselkrankheit schreibt - sinngemäß: " Es gibt sortenspezifische Unterschiede in der Anfälligkeit gegen Kräuselkrankheit, sie sind aber nur gering und unbedeutend."

Ich glaub' das jetzt einfach mal und würd' sagen, soweit Kultursorten mit einer anständigen Fruchtqualität und  -quantität gemeint sind, hat er recht. Ein Baum, der kaum Energie in Fruchtbehang steckt, kann sich natürlich leichter wieder erholen.

Statt Spritzen empfiehlt Dr. Neumüller einen starken Rückschnitt auf wenige Augen im März. Die Kräuselkrankheit erwischt dann nur die wenigen verbliebenen Augen des alten Holzes vom Vorjahr, der Neutrieb aus dem Frischzuwachs kommt KK - frei, da der Pilz nur im Winter die Knospen befällt. Bei 2 Meter Neutrieb fallen dann 5 kräuselnde Augen an der Basis nicht mehr ins Gewicht. Als Nebeneffekt nimmt man dem Baum mit einem starken Rückschnitt auch die meisten Blütenknospen und bringt damit Fruchtbehang und vegetatives Wachstum ins Gleichgewicht.

Kann meiner Meinung nach nur funktionieren, wenn der Baum auf starkwüchsiger Unterlage steht und wie irre treibt. (Zur Unterlage habe ich im Katalog des BayOZ nicht s gelesen). Mein Gelbfleischiger Weinbergpfirsich (der gleiche wie bei dir Medi) steht auf Sämling und hat heuer, im 2. Standjahr leicht mal 2 Meter zugelegt. Da könnte man Dr. Neumüller's Methode mal probieren... .
Mein Benedicte auf St. Julien A (viertes Standjahr) hat trotz Halbierung der Baumgröße nur ca. 20 cm zugelegt - den kann man so nur auf Null zurückschrauben. Meine anderen Pfirsiche auf St. Julien A (Wunder von Perm, Rotfleischiger Weinbergpfirsich) sind genausolche Trauerspiele... .
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 07. September 2016, 00:23:20
Neumüller stellt also die Pfirsich-Bonituren der Forschungs- und Versuchseinrichtungen bei Kräuselkrankheit in Frage? Gewagt.

Liest man die Versuchsergebnisse der in der Regel mehrjährigen Versuchsreihen nach, stellt man schnell fest, dass es tatsächlich einzelne Jahre gibt, in denen die Sorten ähnlich stark befallen sind, während die Befallsgrade in anderen Jahren sehr differieren.  Beispiel: https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.hochschulschriften_info?sprache_in=de&menue_id_in=206&id_in=&hochschulschrift_id_in=6529 Seite 76.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2016, 07:31:29
Meine 3 Pfirsiche hab ich ja alle umgesetzt und zurückgeschnitten. Ich warte erst mal, bis sie sich wieder richtig erholt und neu aufgebaut haben.
Hattest du die nicht schon letztes Jahr geschnitten/auf Stock gesetzt?


Harrow Beauty und Andross wurden eher zurückgestutzt als der gelbfleischige Weinbergspfirsich. Ich habe Teile des Gartens umgestaltet, und da mussten sie weg, wurden auf die Obstwiese ins Gras gesetzt.
Letztes Jahr war hier steppentrocken, gegossen habe ich nicht, ging nicht. Der Harrow Beauty hat extrem gelitten und hat deshalb auch nur so 20 cm Austriebe gemacht.
Andross war nur noch ein Stammstumpen von etwa 50 cm. Dieser trieb etwa 30 cm, wurde dann aber von irgendwas abgefressen. Dieses Frühjahr waren dann diese Triebe nur schwach im Austrieb und kräuselten noch dazu und starben ab, weiter unten kamen dann aus schlafenden Knospen neue Triebe, etwa 50 cm, die momentan sehr gesund und auch kräftig aussehen. Offensichtlich ist er jetzt etwas besser angewachsen.
Durch die extremen Bedingungen kann ich deshalb nichts zur KK sagen, jeder andere Obstbaum hätte da auch gemickert.

Den Gelbfleischigen habe ich letzten Herbst umgepflanzt, aber nicht so rigoros auf Stock gesetzt, da ich die Wurzel gut rausbekam.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2016, 07:35:13
Dieses Jahr hatten sie alle gekräuselt, "Andross" war noch zu klein (auf Stock gesetzt) zum tragen und auch "Harrow Beauty" sieht elend aus. Liegt aber bei mir eher am Umpflanzen. Die sitzen beide eher suboptimal, ich wollte sie nicht weggeben und habe irgendwann vor, von den beiden auf den französischen zu veredeln. Beide treiben momentan wieder ganz gut.

Was nennst du bitte "gut treiben"?
Meinen Benedicte hab ich leicht mal halbiert - und er treibt nur 20cm, an einen gescheiten Mitteltrieb ist nicht zu denken - der steht auf St. Julien A.


Auffällig ist, und war auch schon vor dem Umpflanzen, dass der Andross wesentlich besser und auch gleichmäßiger getrieben hat, als der Harrow Beauty. Andross ist auf Pfirsich-Mandel-Bastard veredelt, Harrow Beauty auf Julien A.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Amur am 07. September 2016, 07:37:20
Ich werde diesen Herbst meinen frühen guten Pfirsich roden (müssen). Der wollte um nichts in der Welt neue Triebe weiter unten machen. Da hab ich letztes Jahr dann bis auf ganz wenige Triebe die ganze Krone gekappt, nach dem Motto friss oder stirb. Er hat sich fürs Sterben entschieden. Die paar Triebe die ich ihm gelassen hatte wurden Meterlang, aber keinerlei Neuaustrieb im unteren Bereich. Leider weiss ich die Sorte nicht.
Wir hatten das Thema hier schon mal.
Wie ist das bei euch? Bestocken die Pfirsiche normal gut neu von unten?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2016, 07:42:01
Mein Benedicte auf St. Julien A (viertes Standjahr) hat trotz Halbierung der Baumgröße nur ca. 20 cm zugelegt - den kann man so nur auf Null zurückschrauben. Meine anderen Pfirsiche auf St. Julien A (Wunder von Perm, Rotfleischiger Weinbergpfirsich) sind genausolche Trauerspiele... .

Über Veredelung Pfirsich auf Pflaume hatten wir uns ja schon öfters mal unterhalten.
Ich würde auch keinen auf Pflaume veredelten Pfirsich mehr kaufen, denn das waren bei mir auch Krücken (Harrow Beauty ist ein aktuelles Beispiel).

Leider sind aber fast alle Pfirsiche hierzulande (die wenigen Standardsorten) auf Pflaume veredelt.

Dadurch ist wohl der Wuchs mickrig und somit vielleicht auch krankheitsanfälliger, da sich der Baum nach KK nur wieder langsam regeneriert.
Kräftig treibende Pfirsiche können nach einem KK Befall vielleicht die schon entstandenen Früchte halten, altes Laub abstoßen und gleich wieder frisches Laub zur Energieversorgung nachschieben. Die Früchte können dann weiterreifen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2016, 07:50:04
Interessant finde ich, was Dr. Neumüller vom Baerischen Obstzentrum zur Kräuselkrankheit schreibt - sinngemäß: " Es gibt sortenspezifische Unterschiede in der Anfälligkeit gegen Kräuselkrankheit, sie sind aber nur gering und unbedeutend."

Ich glaub' das jetzt einfach mal und würd' sagen, soweit Kultursorten mit einer anständigen Fruchtqualität und  -quantität gemeint sind, hat er recht. Ein Baum, der kaum Energie in Fruchtbehang steckt, kann sich natürlich leichter wieder erholen.


Ich weiß jetzt nicht, welche Sorten Herr Dr. Neumüller getestet hat (und auf welcher Unterlage ;) )
Es gibt ja so viele Pfirsichsorten, von denen man hierzulande noch nie was gehört hat.

In z.B französischen Foren gibt es ja durchaus auch Angaben über die Anfälligkeiten, da scheint es schon Unterschiede zu geben. Dort werden aber auch hunderte (?) von Pfirsichsorten angegeben.
Ob sich das dann auch auf unser Klima übertragbar ist, sei mal dahingestellt. Robust in Frankreich ist wohl auch bei uns robuster. Aber viele Sorten fallen wegen sehr später Reife bei uns schon mal weg.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2016, 07:51:33
Ich werde diesen Herbst meinen frühen guten Pfirsich roden (müssen). Der wollte um nichts in der Welt neue Triebe weiter unten machen. Da hab ich letztes Jahr dann bis auf ganz wenige Triebe die ganze Krone gekappt, nach dem Motto friss oder stirb. Er hat sich fürs Sterben entschieden. Die paar Triebe die ich ihm gelassen hatte wurden Meterlang, aber keinerlei Neuaustrieb im unteren Bereich. Leider weiss ich die Sorte nicht.
Wir hatten das Thema hier schon mal.
Wie ist das bei euch? Bestocken die Pfirsiche normal gut neu von unten?

Das ist wohl in der Tat sortenabhängig.
Und vielleicht auch, wie gerade spekulativ diskutiert, von der Unterlage.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: kasi † am 07. September 2016, 08:19:09
Leider sind aber fast alle Pfirsiche hierzulande (die wenigen Standardsorten) auf Pflaume veredelt.

Stimmt nicht ganz. Meine Pfirsiche sind nicht auf sondern aus gezogen. Aus Kern. Daher sind die Sorten unbekannt, aber trotzdem schmackhaft.
Nachdem der erste nach 40 Jahren nicht mehr wollte, hat er aber von sich aus einen für Nachwuchs gesorgt und eine Frucht runterfallen lassen, die ich nicht bemerkte. Leider habe ich beim Umsetzen einen schlechten Standort für ihn gewählt, als ich ihn ans Haus holen wollte.. Der Haselnußbaum neben ihm war schneller im Wachsen und nimmt ihm die Luft weg. Ich werde versuchen ihn umzusetzen.
Ich habe aber schon Ersatz vom einem Klassenkameraden. Ist eine andere bessere Sorte. Konnte bloß die letzten zwei Jahre keinen Pflegschnitt vornehmen, worauf er mir dieses Jahr nur einen Pfirsich lieferte, den auch noch jemand anderes geerntet hat. Alle meine Pfirsiche haben auch schon mal die Kräuselkrankheit gehabt. Wenn es zuviel ist schneide ich soweit ich rankomme die befallen Spitzen ab. Alles andere macht der Baum selbst.
Vielleicht liegt es daran, dass sie alle Berliner Blut unter der Rinde haben, dass sie sich wohlfühlen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2016, 08:31:17
Stimmt, die wurzelechten gibt's es auch noch. Zum Glück. Denn das sind oft die besten Bäume :D

Aber bei den gekauften Pfirsichbäumen bekommt man in D meist auf Pflaume veredelte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Isatis blau am 07. September 2016, 09:04:21
Ich werde diesen Herbst meinen frühen guten Pfirsich roden (müssen).  Leider weiss ich die Sorte nicht.

Wenn du die Sorte behalten willst, kannst du ja im Dezember Reiser schneiden und veredeln lassen. Ich habe erst letzte Woche richtig tolle Veredlungen von alten Apfelsorten von Baumschule Eggert geschickt bekommen.
Sie veredlen auch Pflaumen oder Ähnliches, was Pfirsiche ja sind.

Zum weiter unten austreiben: da meine Bäume in der Wiese stehen, schneide ich so etwas immer weg, kann mich beim Pfirsich aber an keine Triebe erinnern, die weiter unten wuchsen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Amur am 07. September 2016, 13:08:22
Ich werde diesen Herbst meinen frühen guten Pfirsich roden (müssen).  Leider weiss ich die Sorte nicht.

Wenn du die Sorte behalten willst, kannst du ja im Dezember Reiser schneiden und veredeln lassen. Ich habe erst letzte Woche richtig tolle Veredlungen von alten Apfelsorten von Baumschule Eggert geschickt bekommen.
Sie veredlen auch Pflaumen oder Ähnliches, was Pfirsiche ja sind.

Zum weiter unten austreiben: da meine Bäume in der Wiese stehen, schneide ich so etwas immer weg, kann mich beim Pfirsich aber an keine Triebe erinnern, die weiter unten wuchsen.

Da könnte ich ja einen Ast meines Roten Ellerstädters mal opfern. Ginge hinter die Rinde? Wobei Steinobst immer schwierig ist.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Caira am 07. September 2016, 13:49:32
Seit letztem jahr stehen hier auch 3 pfirsiche, alle auf st julien a. Bis jetzt wachsen die gut, hab allerdings keine vergleichsmoeglichkeit.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Hänschen am 07. September 2016, 13:58:43
Wir haben zwei (geschenkte) Pfirsichbäume, die jeweils aus dem Kern einer unbekannten Sorte gezogen wurden und keine Kräuselkrankheit kennen, zumindest bisher nicht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wild Obst am 07. September 2016, 14:20:48
Da könnte ich ja einen Ast meines Roten Ellerstädters mal opfern. Ginge hinter die Rinde? Wobei Steinobst immer schwierig ist.

Hinter die Rinde, also Rindenpfropfen, geht sicherlich gut, wenn du die Reiser solange in der Vegetationsruhe halten kannst. Ich habe mit der Lagerung von Pfirsichreiser meist eher keinen so guten Erfolg und veredle deswegen lieber durch Kopulation oder Anplatten, wenn die Durchmesser unterschiedlich sind. Spaltpfropfen ist sicher auch prinzipiell möglich, aber wäre mir für Pfirsiche irgendwie zu brutal und ich hätte Angst, dass die Veredlungsstelle damit nie so richtig verwächst.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Caira am 07. September 2016, 19:53:58
Seit letztem jahr stehen hier auch 3 pfirsiche, alle auf st julien a. Bis jetzt wachsen die gut, hab allerdings keine vergleichsmoeglichkeit.

einen beitrag mitm handy zu verfassen, war wohl ne doofe idee. ausser der zeile da hatte ich doch noch etwas mehr geschreiben.
also von zuhause noch mal.

wie geschrieben, sitzen die 3 sorten auf st julien a und der größte ist um 2m. in meinen augen scheint der zuwachs von gut 50cm vom letzten jahr bis auf 2m jetzt eigentlich ok.
einer der 3 käuselte sehr stark und war längere zeit im wachstum gehemmt. die anderen beiden sorten kräuselten nur wenig bzw gar nicht.
da ich gern auch eine vergleichsmöglichkeit in bezug auf die unterlage haben möchte, würde ich gern im frühjahr veredelungen versuchen. für brompton habe ich eine quelle gefunden. interessieren würde mich noch gf 677. gibt es da noch eine andere quelle, als 25 euro für 5 unterlagen bei ritthaler?
bloß, was mach ich denn dann mit den vielen bäumen, wenn da was angeht?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 07. September 2016, 20:18:42
Neumüller stellt also die Pfirsich-Bonituren der Forschungs- und Versuchseinrichtungen bei Kräuselkrankheit in Frage? Gewagt.
Ich beziehe mich auf den Katalog des BayOZ "Obst für kleine Gärten" , 9. Auflage, 2015 - leider ohne Seitennummerierung, Kapitel "Besonderheiten beim Schnitt von Pfirsich- und Sauerkirschbäumen" (ziemlich weit hinten im Katalog) - Unterkapitel "Gratis mit dazu: Bekämpfung der Kräuselkrankheit" (rechte Seite oben).
Liest man die Versuchsergebnisse der in der Regel mehrjährigen Versuchsreihen nach, stellt man schnell fest, dass es tatsächlich einzelne Jahre gibt, in denen die Sorten ähnlich stark befallen sind, während die Befallsgrade in anderen Jahren sehr differieren.  Beispiel: https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.hochschulschriften_info?sprache_in=de&menue_id_in=206&id_in=&hochschulschrift_id_in=6529 Seite 76.
Hattest du nicht einmal erwähnt, dass sogar Wildpfirsiche in südlichen Ländern kräuseln? Hier im Forum haben auch schon Leute berichtet von Revita und Benedicte, die stark kräuseln bzw. sich totgekräuselt hätten.


Über Veredelung Pfirsich auf Pflaume hatten wir uns ja schon öfters mal unterhalten.
Ich würde auch keinen auf Pflaume veredelten Pfirsich mehr kaufen, denn das waren bei mir auch Krücken (Harrow Beauty ist ein aktuelles Beispiel).

Leider sind aber fast alle Pfirsiche hierzulande (die wenigen Standardsorten) auf Pflaume veredelt.

Dadurch ist wohl der Wuchs mickrig und somit vielleicht auch krankheitsanfälliger, da sich der Baum nach KK nur wieder langsam regeneriert.
...
Ich hab' gar nicht so viel gegen Pflaume als Pfirsichunterlage - es muss nur die richtige Pflaume sein, also - keine wachstumsreduzierte wie St. Julien A!
Brompton ist z. B. eine tolle Pfirsichunterlage. Habe im Winter/Frühjahr ein 10cm Reis Pfirsich "Michelini" auf Brompton veredelt, der Baum ist jetzt gut 1,80 m hoch, treibt wunderbar. Pflaume hat halt den Vorteil kalkverträglich zu sein. Für meinen Boden würde ich jederzeit wieder Brompton nehmen. Brompton ist leider scharkaempfindlich, soweit ich weiß... -? Pfirsich auf Pfirsichsämling hat bei mir etwas komisch gelbliche, wellige Blätter. Hier der Vergleich (Fotos vom heutigen Tage):

1. Michelini auf Brompton:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2941michelfusm87j0ie_thumb.jpg)

2. Gelbfleischiger Weinbergpfirsich auf Pfirsichsämling:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2946gelbfl26kifoh18q_thumb.jpg)

Der Pfirsich auf Brompton zeigt reines, sattes Tiefgrün.
Auf Sämling sind die Blätte gelber, wellig, gelb gesprenkelt und mit einigen rötlichen Punkten.
Der Farbunterschied der Blätter wird recht naturgetreu widergegeben.

Frage: Ist das die "Pfirsichchlorose"?

Pfirsichsämling hat ja nur eine recht begrenzte Kalkverträglichkeit. Beide Bäume stehen bei mir an der Südseite des Hauses im Fundament-nahen Bereich, also in einer Mischung aus Bauschutt und kalkhaltigem Seeton.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 07. September 2016, 21:08:50
Im Süden kräuselt alles so wie hier. Nur interessiert das die Bäume nicht. Neue gesunde Blätter werden sofort nachgeschoben, der Pilz mag keine Hitze. Die Vegetationszeit ist so lange, dass die ersten Kräuselblätter keinerlei Schwächung der Bäume bedingen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Eva am 28. Dezember 2016, 23:09:19
Ich hol das mal wieder hoch, weil man ja ab sofort spritzen könnte bei Temperaturen über 10 Grad.
Ginge es vielleicht auch bei 5 Grad?
Sonst vergess ich wieder, es rechtzeitig zu machen...
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Jopse am 29. Dezember 2016, 21:51:37
3 Teile Essigsäure aus der Flasche mit der 25%igen und dazu
22 Teile H2O2 aus der Flasche mit der 3%igen H2O2.
Es kommt kein Wasser dazu!
Die fertige "Brühe" ist in der Tat nicht ganz ohne, deshalb soll man auch nix davon in die Augen oder sonstwie abkriegen!

Ich wollte heute die Zutaten kaufen. 25%ige Essigsäure bekommt man als Essigessenz im Supermarkt. Kein Problem :)

Das mit dem H2O2 war schon schwieriger. In der Apotheke hätte ich 3%iges H2O2 bekommen. Aber nur in 100ml Fläschen und zu Apothekenpreisen ???

Nun habe ich im www einen Chemikalienhandler gefunden, der zu sehr viel günstigeren Preisen 11,9%iges H2O2 anbietet. Beschreibung:"Wasserstoffperoxid 11,9 % stabilisiert. Flüssiges, chlorfreies und stabilisiertes Wasserdesinfektionsmittel mit Aktivsauerstoff."

Nun hätte ich zwei Fragen:
1. "stabilisiert" - klingt zuerst einmal sehr gut, da man beim Chemikalienhandel nätürlich gleich größere Mengen kaufen muss (welche dann noch höher konzentriert ist). Hat jemand mit so etwas Erfahrung? Könnte man so eine H2O2 Variante 3 Jahre lagern?

2. Wie sieht eine Mischung aus welche auf Wasserstoffperoxid 11,9 % aufsetzt.
Ich schätze einmal:
  6 Teile H2O2 11,9%
  17 Teile Wasser
  3 Teile Essigsäure 25%
Richtig?



Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 30. Dezember 2016, 10:00:36
Ich würde nicht zu viel rummischen. Ein leichter Überschuss an Essig oder Wasserstoffperoxid ist nicht schlimm. Nimm deine 25% Essigessenz, kippe dieselbe Menge Wasser rein, dann wird sie irgendwas um die 12% Essigsäure haben. Dann dein 11,9% H2O2 dazumischen, etwas bei Zimmertemperatur stehen lassen, nochmal mit der maximal doppelten Menge Wasser verdünnen, ab damit an den Baum.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Isatis blau am 30. Dezember 2016, 12:16:18
Falls das Wasserstoffperoxid mit 3% ein Problem sein sollte, hier gibt es das im nachbarörtlichen Drogeriemarkt Müller zu bezahlbarem Preis.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Christina am 02. Februar 2017, 15:15:25
Heute habe ich meine Pfirsichbäume mit Peressigsäure gespritzt. Da noch was über war habe ich meine Schattenmorelle gleich mitbehandelt. Gibt es da Erfahrungen obe das auch gegen Monila hilft? Ist ja zumindest auch ein Pilz.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Vogelsberg am 02. Februar 2017, 15:37:01
Die magische Marke von 10 Grad plus werden wir hier wohl auch die nächste Zeit nicht erreichen, trotzdem habe ich bei meinem Mandelsämling (vergangenes Jahr leichter Befall) den Eindruck, dass die Knospen schon etwas praller werden,bzw. sich diese Blattschuppen schon etwas abspreizen.

Damit wäre ein Spritzen mit Duaxo, selbst wenn es dann mal wärmer wird, eigentlich schon sinnlos, da der Pilz schon wieder für eine Infektion gesorgt habe könnte, richtig??


herzliche Grüße

Susanne
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Christina am 02. Februar 2017, 15:46:50
beim Pfirsich ist noch alles sehr fest geschlossen. Allerdings sind Mandelbäumchen ja früher dran. Ich behandele meine Prirsiche immer im Laufe des Februar, in diesem Jahr bin ich recht früh dran. Ich meine mich zu Erinnern, daß manchesmal auch hier die Knospen schon leicht angeschwollen waren, aber die Peressigsäure hatte trotzdem noch geholfen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Vogelsberg am 02. Februar 2017, 16:13:05
beim Pfirsich ist noch alles sehr fest geschlossen. Allerdings sind Mandelbäumchen ja früher dran. Ich behandele meine Prirsiche immer im Laufe des Februar, in diesem Jahr bin ich recht früh dran. Ich meine mich zu Erinnern, daß manchesmal auch hier die Knospen schon leicht angeschwollen waren, aber die Peressigsäure hatte trotzdem noch geholfen.


Im Moment ist es - hier - ja sowieso zu kalt für eine Behandlung und ab nächste Woche soll es wieder kühler werden... derzeit werden die Pflanzen noch von 10 cm Schneematsch geschützt und dann ???

Wahrscheinlich muss meine Mandel dann also ungespritzt in die neue Saison gehen - ich spritze ja eigentlich sowieso nicht, aber mit dem Sämling verbinden mich Erinnerungen...  ::)

Mit Früchten rechne ich sowieso nicht wegen der Spätfrostgefahr, aber ein schöner Mandelbaum zur Strukturierung meines Grundstücks wäre schon schön.


Viel Erfolg mit dem Pfirsichjahr 2017!!

Susanne
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 02. Februar 2017, 18:09:09
Gebietsweise geht es gut. Heute 11°C. Ob es zeitlich noch ging, wird man dann im Sommer sehen. In Südhanglage schnwellen die Knospen jetzt gerade, im Hausgarten noch nicht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 03. Februar 2017, 00:18:08
Der Punkt ist doch nicht, ob die Knospen schwellen, sondern ob die Knospen schwellen und der Pilz aufgrund der Feuchtigkeit und Wärme schon so weit entwickelt ist, dass er seinen Keimschlauch in die sich öffneneden Knospen bohren kann.

Die Spritzungen bringen nur dann was, wenn zB Kupfer in gelöster Form auf die sich gerade entwickelnden Keimschläuche treffen. Ein angetrockneter Kupferspritzbelag ist bei nicht tropfnasem Nebelwetter recht wirkungslos.
Peressigsäure ist auch schneller kaputt als der Spritzbelag zum antrocknen braucht, auch die kann man nicht auf Vorrat spritzen.
Difenoconazole, immerhin systemisch und kurativ wirkend, da kann man schon eher ein paar Stunden zu spät spritzen.
Hier sind für morgen/heute 10°C gemeldet, nachts Abkühlung auf 2 und übermorgen 8°C. Blattnässe 5h morgen, 7h übermorgen. Rel. Luftfeuchte 81 bzw 87%.

Da wir aus einer kalten Periode kommen und der Pilz wegen der gringen Wärmesumme wohl noch nicht weit entwickelt ist, dürfte es sich dieses Wocheneende nicht um die interessanteste Spritzung des Jahres handeln. Ich würde auch morgen ins Land ziehen lassen und erst übermorgen behandeln. Tatsächlich noch mit Peressigsäure in den frühen Morgenstunden, wenn die Triebe nicht zu nass sind. Gegen Mittag soll es windiger werden, das vereitelt jede Spritzung mit hausgemixten Mitteln, die keine Feuchthaltemittel zum langsameren antrocknen des Spritzbelags enthalten. Auch Spüli oder Seife als Spreitmittel zur Peressigsäure taugt nicht viel.

Die wichtigen Spritzungen kommen noch. Deswegen würde ich Difenoconazol übermorgen auch noch nicht einsetzen. Das sollte man sich für die Fälle aufheben, wenn man bei wärmerer Wetterlage die Entwicklung des Pilzes mit einem Kontaktmittel nicht stoppen kann, weil man keine 3h früher aus dem Büro kommt und bis dahin die Sache für Kontaktmittel erledigt ist. 
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 03. Februar 2017, 10:25:40
Die Peressigsäure verflüchtigt sich mit dem Abtrocknen des Spritzbelags rückstandfrei - da bleibt nix.
Und wenn was bleiben würde, findet das sicher schnell andere organische, reduzierende Stoffe vor, mit denen es sich umsetzt, die wartet nicht auf den Keimschlauch.
Ich weiß nicht, wie lange Difenoconazol am Baum hält. Es scheint in Wasser schwerlöslich zu sein (Emulsion in Wasser) - da könnte nach dem Eintrocknen schon Tage, je nach WItterung auch ein, zwei Wochen was auf den Ästen kleben bleiben. Das wird sicherlich nicht so schnell weggewaschen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Vogelsberg am 03. Februar 2017, 10:40:29
Der Punkt ist doch nicht, ob die Knospen schwellen, sondern ob die Knospen schwellen und der Pilz aufgrund der Feuchtigkeit und Wärme schon so weit entwickelt ist, dass er seinen Keimschlauch in die sich öffneneden Knospen bohren kann.

 
Difenoconazole, immerhin systemisch und kurativ wirkend, da kann man schon eher ein paar Stunden zu spät spritzen.
Hier sind für morgen/heute 10°C gemeldet, nachts Abkühlung auf 2 und übermorgen 8°C. Blattnässe 5h morgen, 7h übermorgen. Rel. Luftfeuchte 81 bzw 87%.


Die wichtigen Spritzungen kommen noch. Deswegen würde ich Difenoconazol übermorgen auch noch nicht einsetzen. Das sollte man sich für die Fälle aufheben, wenn man bei wärmerer Wetterlage die Entwicklung des Pilzes mit einem Kontaktmittel nicht stoppen kann, weil man keine 3h früher aus dem Büro kommt und bis dahin die Sache für Kontaktmittel erledigt ist.


Danke für die ausführliche Erörterung!!

Hier wird es - laut Prognose - in den nächsten Tagen tagsüber im deutlich einstelligen Plusbereich bleiben und Nachts dann leichter Frost + einige Schneeflocken... also feuchtkalt  :P

Da ich mir meine Zeit frei einteilen kann, könnte ich auch genau dann spritzen, wenn es passt - aber wann wäre das hier??


herzliche Grüße

Susanne
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 03. Februar 2017, 20:04:37
Ich plädiere für eine möglichst frühe Spritzung, erstens, weil man dann immer später noch mal spritzen kann, wenn's denn passt (Versäumtes lässt sich nicht nachholen) und dann, weil ein totes Myzel auch keine Keimschläuche mehr ausbildet.

Jetzt müsste man nur wissen, ab welcher Temperatur Peressigsäure mit welcher Konzentration und Einwirkungszeit das Myzel sicher abtötet.
Aber ich glaube, da kann dir hier auch niemand weiterhelfen.

Schade, dass Kupfer so eine persistente Sauerei ist. Früher hat man Kupferhydroxid gespritzt, die Beläge haben monatelang gehalten, und da ist das Myzel dann auch nicht mehr über den Winter nachgewachsen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 04. Februar 2017, 15:28:02
Bisher habe ich immer im September und um Weihnachten bei über 10°C Peressigsäure gespritzt. Bis jetzt hat es gut funktioniert. Meine Pfirsichbäume haben kaum ein gekräuseltes Blatt.

Konzentration und Mischungsverhätnis wie zu Anfang in diesem Faden angegeben:
 
 3ml Essigessenz 25% auf 22ml H²o² 3%  kein Wasser
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Amur am 15. Februar 2017, 10:23:04
ich hab gestern Abend Kupfer Pilzfrei gespritzt, da es heute bei Sonnenschein bei uns mal warm werden könnte. Dass das heut nacht bei -6° drauf gefroren ist,  wird nix ausmachen nehm ich mal an.

Es wird dann heute schon antrocknen. Freitag früh solls dann regnen. Mal sehen ob ich früh genug dran war. Bei uns waren keine wirklich warmen Tage bisher.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: bonifatius am 15. Februar 2017, 10:31:43
Hab mir heute Morgen noch das Mischungsverhältnis für Peressigsäure hier rausgesucht, werde dann gleich mal mischen und meinen noch nicht so großen Baum spritzen, bin gespannt ob es was hilft.

Bonifatius
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Februar 2017, 22:55:06
Hat jemand mal den Trick mit Farbspray auf den Knospen probiert, um zu gucken, wann sie anfangen zu schwellen, also der Farbfilm aufreist?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Amur am 16. Februar 2017, 12:45:28
Lieber ned, sonst merk ich immer dass ich eh zu spät dran bin ::)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 16. Februar 2017, 21:39:18
Ich find', die werden seit Herbst kontinuierlich größer... vielleicht täusche ich mich da ja... .
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 17. Februar 2017, 05:23:20
Diesen Eindruck habe ich auch immer.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: gtafreak93 am 24. Februar 2017, 07:46:33
Wann spritzt ihr? bzw. wann wäre jetzt der ideale Zeitpunkt? oder is das nicht so wichtig?

Mir wurde von einer Baumschule vor 2 Wochen gesagt sie werden vermutlich Ende Feb - Anf März spritzen
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 24. Februar 2017, 16:02:32
Das kommt darauf an mit was man spritzt. Für die Peressigsäure ist es zu spät.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: gtafreak93 am 24. Februar 2017, 16:11:06
Kupfer
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 27. Februar 2017, 14:16:54
Globuli  8)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 27. Februar 2017, 17:15:39
Globuli gehen immer. Durchgehend ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2017, 21:50:40
Auch vorbeugend gegen Rußtaupilze durch Blattläuse?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 27. Februar 2017, 22:13:05
Nein, du musst die Globuli den Läusen direkt aufs Hirn ballern, das geht erst wenn sie schon da sind.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 15. Mai 2017, 22:15:07
Während der Behandlung im Dezember mit der H2O2-Essigmischung wars eigentlich etwas zu kalt, aber:

Ergebnis trotzdem erstklassig. Zwei Pfirsichbäume behandelt. Habe jetzt insgesamt vier Bäume identischer Sorte am selben Standort, zwei jünger, zwei älter. Behandelte Bäume: Einer Null, einer drei gekräuselte Blätter. Ganz aussen, an der Spitze eines Asts. Unbehandelte Bäume: 20% des Laubs gekräuselt. An allen Stellen.

Wer heilt, hat recht. H2O2-Essig heilt. Das beweist sich jetzt mehrere Jahre, dieses Jahr auch mit einer echten Kontrollgruppe gleicher Sorte und exakt gleichen Standortbedingungen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 16. Mai 2017, 22:12:50
Was mich interessieren würde: Kannst du bezüglich Monilia auch irgendeine Wirkung für die Wasserstoffperoxid-Essigsäure-Mischung feststellen?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 16. Mai 2017, 22:23:58
Null Wirkung. Es sind robuste Sorten, da gibts in der Regel wenig Monila. Dieses Jahr hatte aber ein behandelter Pfirsich am meisten Moniliabefall. Genau der, der kein Blatt Kräuselkrankheit hatte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Mai 2017, 20:53:12
Danke für die Info! Wäre ja zu schön (aber auch unwahrscheinlich) gewesen, wenn die Mischung gegen Monilia vorbeugend wirken würde... .
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 19. Mai 2017, 21:03:18
Der Wirkmechanismus legt auch nahe, dass Monilia nicht erfasst wird. Den Pilzrasen auf der Rinde, den Taphrina deformans bildet und der durch Peressigsäure beseitigt wird gibts bei Molilia laxa nicht. Die Infektion geht von Sporen aus, die überall sind, nicht nur auf Ästen, auch rumliegende Fruchtmumien. Da kann man nur mit Behandlung ab Beginn Blüte bekämpfen, wenn die Sporen über die Blüten in den Baum eindringen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: deop am 24. November 2017, 08:58:26
Heute sollen bei uns 16 Grad werden. Vielleicht auch für Euch eine gute Zeit die erste Behandlung jetzt schon vorzunehmen? Ich werde diese Jahr zum ersten mal schon zeitig die 1. Spritzung vornehmen - heute Nachmittag.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 24. November 2017, 09:16:06
Gute Frage ob das Sinn macht. Interessiert mich auch.

Bitte markiere doch einen Ast und behandle den bei dieser Spritzung nicht mit.
Im Frühjahr wird sich dann evtl zeigen, ob und was die Spritzung gebracht hat.

Im Apfelanbau sind 1-2 Blattfallspritzungen mit Kupfer jedenfalls bekannt. Durch die Verletzung beim Blattabwurf entsteht eine ungeschützte Stelle, welche zB. Obstbaumkrebs nutzen kann.
Kupfer soll zudem die Bakterienanzahl auf der Rinde um rund 80-95% verringern.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 24. November 2017, 09:38:10
Ich habe vorgestern behandelt, am ersten warmen und trockenen Tag dieser kurzen Schönwetterperiode. Waren perfekt ideale Bedingungen, auch kein Wind. Ob es Sinn hat, steht mehrfach im Thread. Dieses Jahr habe ich alle Pfirsiche behandelt, die Zeit der Versuche ist vorbei. Die Ergebnisse bei den Bäumen identischer Sorte am gleichen Standort, teilweise behandelt und teilweise nicht waren klar genug.

Und da ich faul bin, hab ich noch einen "Fruteria" bestellt, die nächste Hoffnung auf ein nicht anfällige Sorte. Gar nicht spritzen müssen ist immer noch am Besten. Wehe, die Sorte taugt nix :-)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: deop am 24. November 2017, 11:27:00
Ich zweifele keineswegs ob es Sinn macht. Ich mach das nun schon 3 Jahre mit weitgehender Befallsfreiheit (nur max eine Handvoll befalle Blätter pro Baum). In den Jahren zuvor war es aber aber meist sehr spät erst möglich zu spritzen weil die Temperaturen es nicht erlaubt haben. Wegen des warmen Tages heute will ich es dieses Jahr einfach mal eher versuchen und dann die 2. Spritzung im Jan/Feb. vornehmen.

Da ich lieber Pfirsiche ernte werde lasse ich das mal bleiben mit dem unbehandelten Versuchsast ...  ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 24. November 2017, 12:17:26
Dachte nur es ist fast unerheblich bei welcher Temperatur man desinfiziert.

Bei Wärme spritzen macht ja nur Sinn, wenn die Sporen erst nach dem keimen empfindlich reagieren.
Soweit ich das verstanden habe, sollten sie vorher auch schon empfindlich sein und man kann daher fast immer ab Blattfall bei passendem Wetter über dem Gefrierpunkt behandeln.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 24. November 2017, 15:33:14
Bei Behandlungen mit Peressigsäure steht in der Anweisung dass die Spritzung nur bei Temperaturen über 9°C wirkt.
Daran habe ich mich, seit bekannt werden der Wirksamkeit von Peressigsäure gegen den Pilz, gehalten. Mit Erfolg, nichts kräuselt.

Ob Kupferspritzungen auch Temperaturabhängig sind?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 24. November 2017, 17:31:36
Es sind aber gar keine Sporen vorhanden, wie im Thread bereits hier https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,3844.msg2433266.html#msg2433266 und früher stand. Die Behandlung wirkt gegen das Sprossmyzel. Das sind Pseudohyphen, die deutlich leichter angreifbar sind. Ist es erst in Sprosszellen zerfallen, kommt man mit PES nicht mehr weit. Man muss sich die Biologie des Pilzes ansehen, um die Behandlung mit PES dagegen zu verstehen.

Eine Behandlung, die gegen Sporen wirkt (also im Juni stattfinden müsste) ist mir nicht bekannt. Wäre wohl auch nicht so leicht möglich, die vielen fliegenden und robusten Sporen anzugreifen. Da erscheint es am sinnvollsten, die Kräuselblätter konsequent abzureissen und zu entsorgen, um die Sporenbildung zu minimieren. Da aber selbst isoliert stehende Pfirsiche die Kräuselkrankheit bekommen, nehme ich an da fliegt auch so viel durch die Luft und über weite Strecken.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: carot am 24. November 2017, 18:38:40
Ich spritze das Wasserstoffperoxid-Essig-Gemisch seit 3 Jahren mit gutem Erfolg. Was auch andere zur Wirksamkeit berichteten, bestätigt sich bei mir. Es kräuselt nur noch eine handvoll Blätter. Mein Garten ist allerdings 2 Autostunden von meinem aktuellen Wohnort entfernt. Ich spritze also wenn ich dort bin und nicht wenn die Bedingungen optimal wären. Es geht halt nicht anders. Trotzdem sind die Behandlungen offensichtlich wirksam. An die Spritzung in diesem Frühjahr erinnere ich mich noch sehr gut. Es war mit ca 3-5°C recht kalt und das Wetter war sehr wechselhaft. Es schauerte immer wieder. Auch bei diesen Bedingungen hatte die Spritzung Erfolg. Die Wirksamkeit bei schlechten Bedingungen ist sicher nicht optimal, sie ist aber gut genug um die Behandlung auch bei schlechten Bedingungen zu rechtfertigen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 24. November 2017, 19:00:50
Sind eure Bäume alle schon laubfrei? Meine haben im Kronenbereich zum Teil noch massive Belaubung.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 24. November 2017, 19:37:33
Hier sind die Bäume weitestgehend laubfrei.

Cydorian, ok, keine Sporen sondern Sprossmyzel.

Wie Carot schreibt, scheint PES nicht nur in der Flächendesinfektion keinen Kältefehler zu haben, sondern auch bei Pilzmyzel kann bis zu 0°C gespritzt werden.
Es lohnt sich also nicht extra auf warme Tage zu warten.

Urmele, wo steht was in den Anweisungen zu 9°C? Was für Anweisungen, gibt doch garkein Produkt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 24. November 2017, 20:24:02
Nur die ganz Jungen haben noch etwas Laub. Wo es viel Holzzuwachs gab. Dort setzt die Holzreife Richtung Astende erst spät ein und das Laub bleibt länger hängen. An einem Bäumchen habe ich vor der Behandlung geschüttelt und die restlichen Blätter abgezupft.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 25. November 2017, 09:09:25
Naja, Produktanweisung würde ich es nicht nennen, herausgelesen hatte ich es hier.

Wenn ich das richtig interpretiere ist PES bereits als Patent angemeldet.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 25. November 2017, 10:46:22
Siehe #432.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: deop am 26. November 2017, 10:26:13
Bei mir hatte nur Red Heaven noch einige wenige Blätter an den obersten Spitzen der Zweige, alle anderen waren laubfrei.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 27. November 2017, 14:02:44
Naja, Produktanweisung würde ich es nicht nennen, herausgelesen hatte ich es hier.

Wenn ich das richtig interpretiere ist PES bereits als Patent angemeldet.

Dieses Patent ist bereits seit 2009 erloschen, weil man die Gebühren nicht bezahlt hat.

Prinzipiell wird viel angemeldet, am Anfang ist es auch sehr billig - aber die Gebühren steigen ja mit der Laufzeit stark an, und einige tausend Euros muss man damit erstmal verdienen können.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Aella am 30. Dezember 2017, 09:46:16
Wäre jetzt die richtige Zeit zum Spritzen?
Spritzt man vor oder nach dem Schnitt?

Jemand hatte hier mal das "Rezept" für Peressigsäure gepostet, ich kanns aber leider nicht mehr finden. Was brauche ich und in welchem Verhältnis muss ich mischen? Kann ich damit vorbeugend auch eine Sauerkirsche behandeln?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: bristlecone am 30. Dezember 2017, 09:51:47
Z. B. hier:

.......- Essig & H2O2 (je 3%): 0
Also nehmt´s mir nicht krumm, aber in ReMark´s Text wird eindeutig davon gesprochen, daß je eine dreiprozentige Lösung miteinander gemischt werden soll. D.h. für mich, daß ich eine höher konzentriere Essigsäure zunächst auf eine dreiprozentige runterverdünne (bei 25% Essigsäure ist das grob 1 Teil Essigsäure auf 7 Teile Wasser) und beim Wasserperoxid eben analog. Und diese beiden werden dann (wohl 1:1) gemischt. bristlecone´s Rechnung funzt meineserachtens nicht, wenn beide Ausgangskonzentrationen höher sind, sondern einzig und alleine mit der dreiprozentigen Wasserstoffperoxidlösung. Sind beide Lösungen in 25%iger Lösung vorhanden, komme ich ohne Wasser nicht aus? Oder bin ich jetzt ganz daneben?
Ich versteh´s als je 3 % in der fertigen Mischung. Am besten wäre es, ReMark würde das selbst eindeutig klären.

Wenn beide Lösungen höher konzentriert sind, funktioniert das "Mischungskreuz" auch, man macht die Rechnung dann für jede Lösung getrennt.
Und Du hast das schon richtig verstanden, dann kommt natürlich auch Wasser dazu! Für

25 %ige Essigsäure und    30 %iges H2O2 sieht das dann so aus:

25    0                                30      0
  \  /                                      \  /
    3                                        3
  /  \                                      /  \
 3    22                                  3    27


Ich müsste also 3 T. Essigsäure mit 22 T "anderer Flüssigkeit" zu insgesamt 25 T. mischen bzw.
3 T H2O2 mit 27 T. "anderer Flüssigkeit" (was das ist, kommt gleich) zu insgesamt 30 T. mischen, um jeweils auf die richtige Konzentration zu kommen.

Rechnen wir für 30 Teile weiter. Dann brauche ich an Essigsäure nicht bloß 3 T., sondern etwas mehr,
nämlich, (30:25) x 3 T = 3,6 T.

Ich nehme also
3 Teile vom 30%igen H2O2,
dazu 3,6 T. von der 25 %igen Essigsäure
und den Rest auf die 30 T. dann
Wasser dazu, also 30 - 3 - 3,6 = 23,4 T.

Jetzt kannst Du natürlich sagen, dass Dir das zu kompliziert ist.  :(
Natürlich kann wer mag auch anders vorgehen, z.B. erst mal eine Lösung vorverdünnen, aber im Endeffekt macht man genau diese Rechnung  ;D

Wobei in den Threads immer mal wieder diskutiert wurde, ob eine Mischung von Essigsäure und Wasserstoffperoxid dieselbe Wirkung hat wie Peressigsäure selbst.

Und der Vollständigkeit halber dieser Hinweis:

Hallo,
die Frage der Wirksamkeit einer Wasserstoffperoxid und Essigspritzung wollte ich vor einiger Zeit durch das Bundesamt für Züchtungsforschung beantwortet haben. Die Mitteilung des Bundesamtes lautete sinngemäß: In Deutschland ist sowohl Wasserstoffperoxid als auch Essigsäure als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen und der Einsatz somit verboten.
Diese Information sollte bitte besonders bei der Diskussion über eigene Erfahrungen mit diesen Mitteln beachtet werden.
Herzl.Gruß
netrag1
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Aella am 30. Dezember 2017, 23:17:59
vielen dank bristle  :)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 31. Dezember 2017, 16:19:20
Heute habe ich das schöne Wetter genutzt um die Pfirsiche zu spritzen. Waren ideale Bedingungen, windstill, trocken, über 9°C.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Amur am 31. Dezember 2017, 19:16:28
Ja ich hab auch gespritzt. Aber windstill war es beileibe nicht. Von daher mal sehen wie das geklappt hat. Hier hatten wir fast 13°.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 31. Dezember 2017, 19:34:14
Ich habe heute mal einen Zweig der Aprikose lackiert, damit ich sehen kann, wann die Knospen anschwellen. 
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Amur am 02. Januar 2018, 08:09:49
Ich habe heute mal einen Zweig der Aprikose lackiert, damit ich sehen kann, wann die Knospen anschwellen.

Also bei deinem Klima sollten die schon lange angefangen haben zu schwellen bist also vermutlich schon zu spät. Zumindest bei meinen sieht man schon dass die Knospen etwas größer sind als noch vor 4 Wochen und vorne so etwas heller wurden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 02. Januar 2018, 10:00:30
Ich habe letzte Woche die noch verbliebenen Blätter abgemacht. Der Baum hatte einen kräftigen Rückschnitt im Sommer und deswegen war der noch lange im Vitalmodus.

Andere Bäume habe ich mir noch nicht genauer angeguckt, außer einem Pfirsisch, da könnten die Knospen schon etwas dicker gewesen sein. Schwierig zu sagen ohne Referenz.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 02. Januar 2018, 10:53:47
Bei dieser dauernden feuchten Wärme dieses Jahr siehts wieder ganz nach "Überraschung" aus, früher bis extrem früher Entwicklungsfortschritt. Wahrscheinlich wird dafür der April wieder mal kühler und frostiger wie der Januar, brrr...

Es bringt bei der Peressigsäure-Methode nichts, auf irgendwas zu warten. Es wird schliesslich das Sprossmyzel angegriffen und nicht die Sporen auf den Knospen. Stimmen die Bedingungen, dann baldmöglichst nach Blattfall behandeln. Wenn die Blätter wegen irgendwelcher besonderer Faktoren hängen bleiben (das bestrifft sicher kaum den ganzen Baum), dann abreissen und behandeln. Hier nochmal der ganze Ablauf. Ist ja aus dem Thread schon bekannt.

Ich hab schon mal Anfang November mal am kleineren Baum gerüttelt, die restlichen Blätter segelten runter, gleich behandelt. Besser wie das bange warten im Dezember oder noch später nach geeignetem Wetter.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Dromidier am 11. Januar 2018, 14:39:59
Hallo Pfirsichfreunde,

wirklich ein toller, informationsreicher Thread.

Das mit der Peressigsäure hört sich tatsächlich sehr interessant an und ich habe es gestern mal gemacht, nachdem mein "Benedicte" trotz angeblicher Toleranz und Anwendung des Neudorff Pflanzenstärkungsmittel (wollte im ersten Jahr erstmal testen, was ohne richtige Behandlung geht) ordentlich gekräuselt hat.

Ich denke aber, dass es mittlerweile schon ein bisschen zu spät für die Peressigsäure war. Die Knospen schwellen bei mir wohl schon deutlich, man sieht sogar grüne Blattspitzen. Ist ja bei dem milden Winter auch kein Wunder. Bin mir bei der Einordnung aber nicht sonderlich sicher, habe mal ein Foto angehängt.

Da ich wirklich gar keine Lust habe, dass Benedikt dieses Jahr schon wieder vor sich hin kräuselt und keinen richtigen Ertrag bringt, muss ich wohl oder übel etwas tun. Eigentlich widerstrebt es mir, ein Breitbandfungizid zu spritzen (Duaxo Wirkstoff: Difenoconazol), wo ich am Ende zusätzlich auch nicht wirklich über Rückstände in der Frucht sicher sein kann.

Meint ihr die PES zeigt noch Wirkung oder sollte ich zusätzlich das Fungizid spritzen?

LG Dromidier
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 11. Januar 2018, 15:00:23
Nachdem du die Zeit nicht zurückdrehen kannst, kannst du nur noch hoffen, dass es was gebracht hat. Ich würde jetzt kein weiteres Mittel mehr anwenden, weil Benedicte zwar auch kräuselt, aber selten so stark dass es wirklich schädigt. Somit hat du bereits zwei verbesserte Chancen: Weniger Schaden durch Sorte und weniger Schaden durch eine gewisse Chance, dass die Peressigsäurebehandlung noch nutzte.

Das Bild zeigt noch keine geschwollenen Knospen, soweit ich das sehe. Wenn du also doch noch ein Fungizid anwenden willst, geht das noch. Sieh dir die Knospen genau an: Knospenschwellen zeigt sich an den Knospenschuppen. Die braunen Schuppen beginnen, sich auseinanderzuziehen. Zwischen Knospenspitze und den nächsten beiden Knospenschuppen erscheint ein grünlich-heller Streifen. Das Erscheinen dieses Streifens ist das Signal. Jetzt schnell! Ab dann liegen erste Blatt-Teile offen, angeschwemmte Pilzsporen können sprossen und die Knospen befallen. Dann kann man mit Mitteln behandeln, die die Sporen angreifen. Bekanntlich greift man mit Peressigsäure nicht die Sporen, sondern das Sprossmyzel an, das zu diesem Zeitpunkt bereits zerfallen ist. Zu spät dafür.

Das ist einer der grossen Vorteile von Peressigsäure: Die Glotzerei auf die Knospen entfällt und die Fragerei "ist das nun Knospenschwellen oder nicht?" Das ist alles irrelevant. Bei passendem Wetter irgendwann im November oder Dezember behandeln, fertig.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: bristlecone am 11. Januar 2018, 15:20:31
Über Wirkungen etwaiger Rückstände von Duaxo in den Pfirsichen musst du dir jedenfalls keine Sorgen machen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Dromidier am 13. Januar 2018, 14:10:44
Herzlichen Dank!

Ich werde wohl noch eine PES-Spritzung unternehmen und dann mal hoffen.

Hat jemand zufällig Erfahrungen mit der Sorte "Flamingo", deren Blüten wohl relativ unempfindlich gegenüber Spätfrösten sein sollen? Finde nämlich, dass Spätfröste mittlerweile schon fast zu einem größeren Problem werden als die KK.


LG Dromidier
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 15. Oktober 2018, 19:25:18
Ich habe 3%ige Wasserstoffperoxid-Lösung gekauft und bin jetzt etwas verunsichert. Als Stabilisator enthält sie 10% Phosphorsäure. Die Lösung müsste somit einen pH-Wert von ca. 3 haben. Ist das nicht ein bißchen sauer für ein Pfirsichbäumchen? Wie viel Phosphorsäure ist in eurer H2O2-Lösung enthalten??
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 15. Oktober 2018, 19:43:08
Steht nichts auf der Packung. Allerdings kommt ja auch Essig dazu, sauer ist es dann sowieso. Im blattlosen Zustand ist die Verträglichkeit erstklassig.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 15. Oktober 2018, 19:53:23
Da es vermutlich nicht viele Hersteller gibt, gehe ich mal davon aus, dass wir alle die gleiche Lösung haben.
Trotzdem wäre es interessant, wenn noch jemand auf seiner Flasche nachsehen könnte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 15. Oktober 2018, 20:05:55
Auf den kleinen 3% Fläschchen die du in Drogeriemärkten kriegst ist das in der Regel drin. Das reicht natürlich nicht wenn man ganze Bäume damit behandeln will bzw. wird ziemlich teuer. Bei den höher konzentrierten Produkten, die man runterverdünnen muss sind andere Stabilisatoren enthalten.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 15. Oktober 2018, 20:29:27
Danke für eure Antworten.
Dass eine H2O2-Lösung stabilisiert werden muss, ist mir schon klar, ich wundere mich nur über die hohe Konzentration der Phosphorsäure. So ganz geheuer ist mir das nicht (die große Konzentration an Phosphorsäure, nicht die Methode mit Peressigsäure gegen die Kräuselkrankheit ). Vielleicht teste ich die Lösung erst mal an einem Triebende, das ohnehin geschnitten wird.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 15. Oktober 2018, 22:05:30
Als Stabilisator enthält sie 10% Phosphorsäure. Die Lösung müsste somit einen pH-Wert von ca. 3 haben.

Ich komme da auf einen anderen pH-Wert:

c : Stoffmengenkonzentration [mol/L]
Konz : Konzentration [%]
d : Dichte [kg/L] (Wurde hier einfachheitshalber mit 1Kg/L gesetzt)
M : Molmasse der Phosphorsäure [g/mol]

c = (10 * Konc * d) / M
  = (10 * 10% * 1kg/L) / 97,99g/mol
  = 1,02mol/L

pH = (pKs - -log c) / 2
  = (2,12 - -log 1,02) / 2
  = (2,12 - -0,01) / 2
  = 1,07

Bedenke, dass man hier nur rel. kleine Mengen am Ast verwendet. Der Ast liegt also nicht stundenlang in dieser Lösung. Daher wird dieser Wert nicht die Wirkung entfalten, die man sich bei einer stark sauren Lösung vorstellt. Soll heißen: Keine Sorge

Schutzbrille anziehen!
Die Lösung hält nur 1 Jahr (Manchmal wird 3 Jahre angegeben).
Kühl und dunkel lagern.
Das ist ein theoretischer sowie ungenauer Wert. Eine Messung kann einen anderen Wert ergeben.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Oktober 2018, 23:05:19
Ich habe 3%ige Wasserstoffperoxid-Lösung gekauft und bin jetzt etwas verunsichert. Als Stabilisator enthält sie 10% Phosphorsäure.
Das möchte ich bezweifeln. Enthält sie vielleicht 10%ige Phosphorsäure als `Zutat´? Wobei unbekannt ist, wieviel %ig die Phosphorsäure in der fertigen Lösung ist?
Etiketten kann man ja so und so lesen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: haweha am 15. Oktober 2018, 23:10:25
10% Phosphorsäure,
zu 5 gramm pro Liter Lösung!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Oktober 2018, 23:12:15
Also c H3PO4 = 0,5g/L

Das ist verdünnt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 15. Oktober 2018, 23:17:20
Cola hat 0,5 bis 0,7g E338 (Phosphorsäure) pro Liter...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Oktober 2018, 23:25:31
Wäre das eigentlich ein nennenswerter Phorsphorgehalt der eine Spritzung als Düngung durchgehen lässt womit man sich wiederum an die Sperrfristen der neuen Düngerverordnung halten müsste? Gerade mit dem Hintergrund, dass im Frühjahr die P-Gehaltsklassen von 4,5-9mg/100g Boden auf 3,1-6mg angepast wurden?  :-X
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 16. Oktober 2018, 03:01:26
 https://www.apomix.de/faq/drucken/id/161

Der pH-Wert wird so auf 4 gedrückt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 21. Oktober 2018, 10:33:04
Heute kriegen meine Pfirsiche ihre Wasserstoffperoxyd Spritzung. Das Wetter und Temperatur passen. Es soll kälter und nass werden, wer weiß wann wieder so eine Gelegenheit kommt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 21. Oktober 2018, 11:09:00
Heute kriegen meine Pfirsiche ihre Wasserstoffperoxyd Spritzung. Das Wetter und Temperatur passen. Es soll kälter und nass werden, wer weiß wann wieder so eine Gelegenheit kommt.

Sind deine Pfirsiche schon entlaubt oder spritzt du noch im belaubten Zustand?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 21. Oktober 2018, 11:10:53
Es sollte auch halbwegs windstill sein.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 21. Oktober 2018, 13:07:30
Sind deine Pfirsiche schon entlaubt oder spritzt du noch im belaubten Zustand?

Einmal kräftig geschüttelt und sie standen nackig da :-X ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 21. Oktober 2018, 14:52:28
https://www.apomix.de/faq/drucken/id/161

Der pH-Wert wird so auf 4 gedrückt.
Ich habe bei dem Hersteller meines H2O2 nach gefragt:
"Die Wasserstoffperoxid-Lösung 3% enthält 10 %ige Phosphorsäure und zwar 5 g auf 1000 g. In der Realität hat das Fertigarzneimittel einen pH-Wert von 2,2 bis 2,4."

Gerade gemessen: mein pH-Papier sagt pH 3.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 21. Oktober 2018, 15:13:04
Man könnte 30 % H2O2 nehmen, der Gehalt an Phosphorsäure ist derselbe wie in der 3 %igen Lösung.
Wenn man es kriegt...
12 % bekommt man als auch Privatperson.
Siehe auch dieser Hinweis: https://www.jagd-neu-ulm.de/index.php/aktuelles/sonstiges/465-wasserstoffperoxid-privater-erwerb-nicht-mehr-moeglich
 
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: danielv8 am 21. Oktober 2018, 19:03:23
Ich würde nicht zu viel rummischen. Ein leichter Überschuss an Essig oder Wasserstoffperoxid ist nicht schlimm. Nimm deine 25% Essigessenz, kippe dieselbe Menge Wasser rein, dann wird sie irgendwas um die 12% Essigsäure haben. Dann dein 11,9% H2O2 dazumischen, etwas bei Zimmertemperatur stehen lassen, nochmal mit der maximal doppelten Menge Wasser verdünnen, ab damit an den Baum.

Ich habe noch 60%ige Ethansäure-Lösung da.
Das wäre nach Faustformel mit 60%iger Ethansäure-Lösung und 12%iger Wasserstoffperoxid-Lösung :

• 1Teil Ethansäure-Lösung 60%ig mit 5 Teilen Wasser gemischt ca. 13% Ethansäure-Lösung
• danach diese Lösung mit 12% iger Wasserstoffperoxid-Lösung 1:1 mischen
• diese Mischung (Stammlösung) ein paar Stunden stehen lassen
• danach Mischung. 1:1 mit Wasser mischen und anwenden

Also 200ml Ethansäure-Lösung 60% mit 1,0l Wasser und 1,2 l Wasserstoffperoxid-Lösung 12% mischen und alles mit 2,4l Wasser zu 4,8 l anwendungsfertiger Lösung verdünnen. Das wäre dann eine volle Ladung im Drucksprüher.

Dann müssten es ja ca. 3% Ethansäure-Lösung und 3% Wasserstoffperoxid-Lösung im fertigen Produkt sein ?
Habe ich das so richtig umgesetzt ?

In gleicher Weise kann ich ja auch die hergestellte Stammlösung verdoppeln , wenn ich z.B 2 "Ladungen" bräuchte.


Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: danielv8 am 21. Oktober 2018, 20:09:30
Wie ist der Zusatz von Etidronsäure in der Wasserstoffperoxid-Lösung zu bewerten ?
Ist der ähnlich unproblematisch wie die zugesetzte Phosphorsäure ?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 21. Oktober 2018, 22:25:53
Ist halt ein Phosphonat. Könnte in der Pestizidrückstandsanalytik auftauchen als Äquivalent von Pilzfrei Aliette. Damit definitiv nicht mehr als Bio zu vermarkten.

Zitat
Dann müssten es ja ca. 3% Ethansäure-Lösung und 3% Wasserstoffperoxid-Lösung im fertigen Produkt sein ?
Habe ich das so richtig umgesetzt ?
Wer sagt das das nicht unter Wasserabspaltung zu Peressigsäure reagiert?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Urmele am 22. Dezember 2018, 07:20:45
Da es Weihnachten mal wieder schön warm wird ist es ein idealer Zeitpunkt die Pfirsiche zu behandeln.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Aella am 19. Januar 2019, 19:40:39
Ist die Kräuselkrankheit eigentlich "ansteckend"?
Ich habe hier eine Nektarine die dieses Jahr wirklich schöne Früchte getragen hat, aber doch sehr kräuselt. Möchte mit Peressigsäure spritzen und hab dafür auch schon alles da.

Zum eigentlichen Thema, ich möchte versuchsweisen auf die Nektarine andere Steinobstsorten veredeln, einfach mal rumprobieren und mich austoben. Wenn ich nun angenommen einen Pfirsich oder ähnliches darauf veredel, kann es dann sein dass dieser auch die kräuselkrankheit bekommt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Januar 2019, 19:45:10
Der Pfirsich wird sowieso Kräuselkrankheit bekommen, wenn du nicht dagegen spritzt, weil der Pilz allgegenwärtig ist. Andere Pflaumen bekommen keine KK - weiß nicht, wie ist das bei Mandel?

Wenn du jetzt erst gegen KK behandelst (du bist schon reichlich spät, aber vielleicht nicht völlig zu spät), nimm Kupferpräparate und Duaxo!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Hyla am 19. Januar 2019, 20:16:53
Echte Mandeln bekommen die Kräuselkrankheit auch.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Aella am 19. Januar 2019, 21:50:50
Ja ich weiß, aber die Pflanzen waren bis fast Ende November belaubt und seit Dezember hatte es hier kaum mal einen trockenen Tag..und wenn doch dann weit unter 10 Grad plus  :-[
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Januar 2019, 22:00:09
Duaxo und Kupfer helfen auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Da braucht es stärkere Regenfälle, um die wegzuspülen. Nur halbwegs trocken sollte es sein bei der Anwendung und idealerweise auch noch einige Zeit danach.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 20. Januar 2019, 14:01:26

Wenn du jetzt erst gegen KK behandelst (du bist schon reichlich spät, aber vielleicht nicht völlig zu spät), nimm Kupferpräparate und Duaxo!

Jetzt zu spät ? "Herr Lubera" sagt: Vor Knospenschwellung - ende Februar - gegen Kräuselkrankheit spritzen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 20. Januar 2019, 14:04:34
https://gartenbuch.lubera.com/de/kraeuselkrankheit-p966

Unter 3.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 20. Januar 2019, 14:25:07
Na ja, das ist sehr von der Region abhängig. Faustregeln sind da vorsichtig zu nehmen. Hier dauert es noch.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bruno3120 am 20. Januar 2019, 17:34:57
Duaxo und Kupfer helfen auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Da braucht es stärkere Regenfälle, um die wegzuspülen. Nur halbwegs trocken sollte es sein bei der Anwendung und idealerweise auch noch einige Zeit danach.
Unterhalb von 10°C ist Kupfer laut vielen Beschreibungen kaum noch wirksam.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Januar 2019, 20:46:38
Jetzt zu spät ? "Herr Lubera" sagt: Vor Knospenschwellung - ende Februar - gegen Kräuselkrankheit spritzen.
Da schreibt er schön brav den Blödsinn ab, den andere vorgeschrieben haben.
Du kannst gerne so spät behandeln, wie du willst - postest du dann bitte deine Erfahrungen hier? (haben schon einige gemacht und waren  - wenn ich mich recht erinnere - nicht so begeistert vom späten Spritztermin).

"Herr Lubera" in allen Ehren - aber wer seine Pfirsichbäume auf Unterlage St. Julien A unter die Leute bringt, den kann ich als Pfirsichexperten nicht ganz ernst nehmen.
Nur weil ich unter seinen Äpfeln genial schmackhafte Sorten gefunden habe und ich die hier entsprechend lobe, heißt das nicht, das ich nun  a l l e s, was von diesem Herrn kommt, kritiklos übernehme.

Duaxo und Kupfer helfen auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Da braucht es stärkere Regenfälle, um die wegzuspülen. Nur halbwegs trocken sollte es sein bei der Anwendung und idealerweise auch noch einige Zeit danach.
Unterhalb von 10°C ist Kupfer laut vielen Beschreibungen kaum noch wirksam.

Wieder aus der heiligen Bibel? Ich geb' mehr auf praktische Erfahrung.
Kupferhydroxid und Duaxo bilden nach Eintrocknen relativ lang haltbare Beläge - die halten auch gerne mal, bis es wieder wärmer wird - und sei's nur, weil die Sonne drauf scheint. Ich kann mir übrigens kaum vorstellen, dass sich ein Pilzmycel auf einem Zweig mit Kupferbelag wohl fühlt... .
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 20. Januar 2019, 21:02:31
Die letzten Jahre war es in unserem Klima Ende Februar ausnahmslos zu spät. Es kommt nicht auf den Zeitpunkt an, sondern auf den Zustand der Knospen. Vielleicht stimmt Ende Feburar dieses Jahr, wenn es lange kalt bleibt.

Wer mal mit den Stichworten "kräuselkrankheit behandeln" bei einer Suchmaschine sucht, kriegt tausende Tipps, die meist auch noch voneinander abweichen und kann gar nicht mehr beurteilen, wie fundiert eine Ansicht ist. Lubera hat halt offenbar Geld in SEO gesteckt und erscheint weit oben. Dürfen sie. Aber wir müssen nicht alles glauben :-)

Relativ fundiert und praxisnah ist https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/073615/index.php , wenn man die althergebrachte Methode verwenden will bzw. muss. Wir hatten wie jedes Jahr im Dezember genug warme Tage für die billigere und einfachere Peroxyessigsäuremethode. Ist doch trotzdem toll wenn man danach noch eine Methode 2 anwenden kann, sollte man die erste verpasst haben.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bruno3120 am 21. Januar 2019, 11:27:13
Die 10°C Grenze sind meines Wissens auch "Erfahrungen" aus Versuchsanlagen aus den letzten Jahrzehnten die den dortigen Fachleuten mit Sicherheit nicht abzusprechen sind. Ansonsten währen dort alle Spritzversuche sinnlos. Genauso die Empfehlung erst kurz vor dem Knospenschwellen zu behandeln. Die Erwerbsobstbauern sind auf diese Erfahrungen angewiesen, da sie von ihren Erträgen Leben müssen und Spritzen zur falsche Zeit nur unnötig Geld kostet.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Tresenthesen am 21. Januar 2019, 13:22:26
Ich hatte auch das Problem, dass es im Dezember dauergeregnet hat und/oder nur max. 8°C warm war.
Ich baue auch auf den ersten angesagten warmen Tag zum Preessigsäure spritzen...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 21. Januar 2019, 13:51:09
Ein paar Stunden Trockenheit reichen, sobald die Äste trocken sind kann man Peressigsäure ausbringen. Wenn die Temperatur nicht reicht und die Wettervorhersage anhaltende Unbeständigkeit verkündet, sollte man sie auch bei tieferen Temperaturen anwenden und ggf. bei späteren günstigeren Gelegenheiten wiederholen. Besser halb wie gar nicht. Unterste Grenze ist Frost.

Es ist nicht so, dass sich die Wirkung bei 10°C schlagartig abschaltet. Es geht nur Stück für Stück langsamer und sie wird schwächer.

Die genaue Abhängigkeit von Temperaturen konnte ich leider noch nicht ausprobieren und muss mich da auch auf Behauptungen Anderer verlassen. Es ist aufwendig und man hat nur einen Versuch pro Jahr.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 21. Januar 2019, 17:59:06
Hat schon mal jemand Pulverperessigsäure verwendet ? >>>

https://www.ebay.de/itm/Schopf-Disinfect-S-500-g-Dose-Desinfektionsmittel-Peressigsaure-Konzentrat/253275517851?epid=2112872513&hash=item3af865b39b:g:TRYAAOSwVqlaGADP:rk:2:pf:0

Wie könnte man da die Konzentration berechnen ?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 21. Januar 2019, 18:28:39
Diese Pulver sind eine Mischung aus Tetraacetylethylendiamin (TAED) und Natriumperoxocarbonat.

Siehe etwa hier (pdf Seite 2 unter "Zusammensetzung").

In Wasser bildet sich daraus eine alkalische Lösung, die Peressigsäure bzw. deren Anion Peracetat enthält.

Ähnlich wie in Waschmitteln mit "TAED-System".

Die Lösung reagiert ziemlich alkalisch, ich weiß nicht, ob das für Pflanzen so gut ist.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Januar 2019, 18:29:42
Hier
https://www.arndt-europadiscount.de/Hof-und-Stall/Desinfektion/Schopf-Disinfect-S.html
findest du Formulierung so angegeben:
Wirkstoff:
100 g/l Peressigsäure, 80 g/kg Benzyl-(12-C16)-alkylmethylammoniumchlorid.

Wer hat jetzt recht?

Sofern es sich um eine Mischung mit Natriumperoxocarbonat handelt, würde dem Peroxidanteil der amphophile Charakter der Peressigsäure fehlen.
Dazu kommt, dass "Natriumpercarbonat" eigentlich ein Addukt aus  Natriumcarbonat und Wasserstoffperoxid ist - also anstatt Kristallwassers eingelagertem Wasserstoffperoxid. Hmm - das wäre dann nicht wirksamer als eine alkalische Wasserstoffperoxidlösung.
Eine Wirkungsverstärkung wäre durch das Benzyl-(12-C16)-alkylmethylammoniumchlorid möglich, das als "Phasentransferkatalysator" die amphophile Komponente übernehmen könnte und das polare anorganische Peroxid durch lipophile Barrieren hindurchschleusen könnte - theoretisch. Ich sage "könnte" - ich weiß es nicht, wie wirksam das in der Praxis ist.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 21. Januar 2019, 18:34:37
Benzalkoniumverbindungen würde ich erst recht nicht als Spritzmittel einsetzen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 21. Januar 2019, 18:46:49
Zumal die Beschaffung ja kein Problem ist, Billigessig und dünnes H2O2 besorgen und zusammenkippen geht schnell und ist einfach.

Was mich aber mal interessieren würde: Hat jemand mal mit einem dieser Schnelltests (z.B. die Merckoquant Peressigsäure-Teststäbchen) geprüft, wie hoch man die PES-Konzentrationen bei der Hausfrauenmethode hinbekommt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 21. Januar 2019, 18:56:51
Ich bezweifle, dass bei diesem Zusammenschütten nennenswerte Mengen Peressigsäure gebildet werden, da das Hydrolysegleichgewicht umgekehrt die Hydrolyse zu H2O2 und Essigsäure begünstigt.
Vielleicht ist das für die Wirkung aber auch gar nicht nötig?

Nach diesen Angaben (pdf) sollen die Teststäbchen für Peressigsäure bei 10 000 mg/l H2O2. also 1 % H2O2, noch nicht gestört werden.
Als untere Nachweisgrenze werden da 500 mg/l Peressigsäure genannt, also 0,05 %. Ob die Empfindlichkeit ausreicht?

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Januar 2019, 19:04:55
Zumindest wird beim Stehenlassen der Mischung der typisch stechende Geruch organischer Peroxide wahrnehmbar.
Grundsätzlich würde ich der Peressigsäure schon eine deutlich bessere Wirkung als normalem Wasserstoffperoxid zutrauen - sonst würde die Prozedur keinen Sinn machen.

Ich hab' meine Pfirsichbäume schon behandelt - aber vielleicht opfert ein pur-Mitglied sich und zwei Bäume als Versuchskaninchen und behandelt einmal mit Peressigsäure und einmal mit normalem Wasserstoffperoxid, um dann hier zu berichten?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 21. Januar 2019, 19:07:51
Prinzipiell sollte das was als Desinfektionsmittel verkauft wird auch eine Wirkung haben.

Ich kenne mich nicht wirklich mit Peressigsäure und deren Aktivität mit den üblichen Herstellungsverfahren aus, kann dazu nur sagen das einfach zusammenkippen die wohl schlechteste Variante ist. Wenn das aber in der Praxis wirkt, muss eigentlich nichts mehr dran verbessert werden.

Bisher habe ich sie erst 2-3 mal hergestellt. Mit 100% Essigsäure und 30% Wasserstoffperoxid.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Januar 2019, 19:13:22
Die Temperatur, bei welcher Peroxide zerfallen, ist von der Art der Verbindung abhängig.
Das Problem bei flüchtigen Peroxiden wie Peressigsäure (oder auch Wasserstoffperoxid) ist, dass sie in kurzer Zeit rückstandslos verdampfen. Das ging bei Sonnenschein und warmem Föhnwind vor ein paar Jahren so schnell (in Minuten!), dass die behandelte Nektarine kaum davon profitierte... .

Ist es dann aber wieder zu kalt, taugt's auch nix.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 21. Januar 2019, 19:31:15
Das ist doch der Vorteil bei Peressigsäure. Gutes Wirkungsspektrum in einem breiten Temperaturfenster.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 21. Januar 2019, 19:39:04
Hier gibt es eine umfassende Beschreibung der Peroxyessigsäure.
Ich hoffe, der link funktioniert  ::)

Ansonsten googeln nach
Peroxyessigsäure: Einfach, aber wirksam
Ein sehr wi rksames Desi nfektionsmittel im Überblick
Peter Bütze Sr. Gallen, Schweiz

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=2ahUKEwjU1OnowP_fAhWFK1AKHRnhC6AQFjACegQIBhAC&url=https%3A%2F%2Fwww.researchgate.net%2Fprofile%2FPeter_Buetzer%2Fpublication%2F262263799_Peroxyessigsaure_Einfach_aber_wirksam_Peroxyacetic_acid_Simple_but_effective%2Flinks%2F5809b40608ae1c98c25264d8%2FPeroxyessigsaeure-Einfach-aber-wirksam-Peroxyacetic-acid-Simple-but-effective.pdf&usg=AOvVaw32CX8oUR8Kri6H__H7vUMZ
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Caira am 21. Januar 2019, 19:40:44
hm, wenn doch keiner so richtig weiss, ob sich und wieviel beim zusammen kippen peressigsäure bildet,
warum nimm man nicht einfach fertige peressigsäure?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 21. Januar 2019, 19:51:39
Die muss gekühlt werden weil instabil. Das versenden kostet damit unnötig Geld und ob man sowas im heimischen Kühlschrank braucht, sei auch mal fraglich.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Tresenthesen am 21. Januar 2019, 19:55:53
Ich werde sie dieses Jahr erstmalig verwenden,  bin mal gespannt...

Da ich mal irgendwo gelesen habe, das peressigsäure seine Wirkung erst so an dem 3. Tag nach zusammenrühren entfaltet (die Kurve stieg danach aber noch weiter) muss ich den Wetterbericht gut im Auge behalten... 8)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Caira am 21. Januar 2019, 19:56:13
wir haben die in der hütte stehen.
wodran erkennt man, ob die nicht mehr brauchbar ist?
nach 3 jahren kann man aus dem kanister immer noch keine schnupperprobe nehmen.
da verschlägts einem den atem, wenn man im falschen moment luft holt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 21. Januar 2019, 20:25:04
Als untere Nachweisgrenze werden da 500 mg/l Peressigsäure genannt, also 0,05 %. Ob die Empfindlichkeit ausreicht?

Hier sinds 100mg / Liter: https://www.analytics-shop.com/de/mc1100010001-de.html
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: philipp am 21. Januar 2019, 21:10:59
verstehe ich das richtig, es ist für die wirksamkeit von essigsäure + H2O2 besser es eine zeit lang vor der anwendung gemischt stehen zu lassen? wie lange?
letztes jahr habe ich zum ersten mal mit der mischung(je 3%ig) behandelt und sehr guten erfolg gehabt. ich habe gemischt und gleich angewendet.

danke!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: carot am 22. Januar 2019, 12:30:04
Nein, das wäre eine Vermutung. Bisher hat hier keiner Vergleichstests gemacht.

Du hast richtig verstanden, dass sich Peressigsäure in dem Gemisch erst im Laufe der Zeit bildet (das plapper ich jetzt nach mangels eigenen Wissens dazu). Ob dieses Gemisch dann aber wirksamer ist als die frisch gemischte Spritzbrühe, wissen wir nicht.

Ich habe 2017 die frisch gemischte Brühe verwendet und gute Ergebnisse erzielt. 2018 habe ich das Gemisch ca. 6 Stunden bei Raumtemperatur ruhen lassen und erst dann gespritzt. Auch diese Behandlung erzielte gute Ergebnisse. Bis ich bemerke, dass die frische Brühe schlecht(er) wirkt, verwende ich sie weiterhin frisch.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 22. Januar 2019, 12:38:10
verstehe ich das richtig, es ist für die wirksamkeit von essigsäure + H2O2 besser es eine zeit lang vor der anwendung gemischt stehen zu lassen? wie lange?
In o.g. Publikation wurde aus 3 % Wasserstoffperoxid und Apfelessig PES hergestellt. Bei 20 oC wurde die maximale Konzentration von 0,1 % nach 6 Stunden erreicht. Ich gehe mal davon aus, dass H2O2 ohne Stabilisator (Phosphorsäure) verwendet wurde. Wenn die  3 % Wasserstoffperoxid-Lösung mit Phosphorsäure versetzt wurde (so habe ich meine gekauft), sollte es deutlich schneller gehen. Die Messung wurde mit einem Leitfähigkeits-Messgerät durchgeführt. Vielleicht hat jemand im Forum so ein Messgerät und hat Lust, die Messung mit dem mit Phosphorsäure versetzten Wasserstoffperoxid und Essigessenz durchzuführen?

Zur Temperatur schreibt der Artikel (verweist auf eine andere Publikation), dass PES auch bei tiefen Temperaturen ab 0oC und pH von 3-7,5 noch wirksam ist.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 22. Januar 2019, 12:59:14
Danke für den Link!

Ich würde statt Apfelessig einfach Essigessenz entsprechend verdünnt nehmen. Bei Apfelessig muss man damit rechnen, dass ein Teil der Peroxide mit Inhaltsstoffen reagieren und so verbraucht werden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 22. Januar 2019, 13:51:13
Oder den ganz billigen, einfachen Branntweinessig in der grünen Plastikflasche. Einfach 3:2 zusammenkippen. Geschätzt reicht völlig. Ein Essig- oder Peroxidüberschuss in der Mischung schadet nicht. Ich hab es in der Vergangenheit immer noch zwei Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann ab damit an den Pfirsich. Wirkt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 22. Januar 2019, 19:17:01
Aber interessant wärs schon, die Reaktionsgeschwindigkeit zu kennen. ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 22. Januar 2019, 23:39:07
Der Link von Cydorian ist leider jetzt schon tot.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 23. Januar 2019, 10:35:51
Der Test wird doch sehr oft angeboten, mal nach "Peressigsäure Test" suchen. Beispiel: http://www.merckmillipore.com/DE/de/product/Peracetic-Acid-Test,MDA_CHEM-110084#anchor_PI

Die Farbskala zeigt 5 - 10 - 20 - 30 - 50 mg/l Peressigsäure an. Also bereits recht geringe Mengen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 23. Januar 2019, 11:46:35
Aber interessant wärs schon, die Reaktionsgeschwindigkeit zu kennen. ;)

Vielleicht findest du hier ja noch was Interessantes: Grundlagen und Anwendungender modernen Peressigsäuredesinfektion.

Dort wird ein Bereich für die Gleichgewichtskonstante der Reaktion

PES + H2O = Essigsäure + H2O2

angegeben. Auf Basis dieser Angaben bin ich mal für eine Überschlagsrechnung von einem Wert von 3 ausgegangen.

Unter der Annahme, dass man Essig mit 6 % Essigsäure und 3%iges H2O2 im Verhältnis 1:1 zusammenschüttet, ergibt sich daraus im Gleichgewicht eine Konzentration von 0,9 g PES/l Gemisch oder 0,09 %, gerundet also etwa 0,1 %.

Das sagt nichts darüber aus, mit welcher Geschwindigkeit die Bildung von PES in der Mischung erfolgt, und ist aus verschiedenen anderen Gründen auch nur eine grobe orientierende Abschätzung.
Die allerdings recht gut zu folgender Angabe passt:

In o.g. Publikation wurde aus 3 % Wasserstoffperoxid und Apfelessig PES hergestellt. Bei 20 oC wurde die maximale Konzentration von 0,1 % nach 6 Stunden erreicht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: tarokaja am 23. Januar 2019, 13:24:52
Unter der Annahme, dass man Essig mit 6 % Essigsäure und 3%iges H2O2 im Verhältnis 1:1 zusammenschüttet, ergibt sich daraus im Gleichgewicht eine Konzentration von 0,9 g PES/l Gemisch oder 0,09 %, gerundet also etwa 0,1 %.

Und diese 1:1 Mischung spritzt man dann unverdünnt direkt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 23. Januar 2019, 13:53:11
Ja, weitere Verdünnung kann man sich sparen. Hier nochmal die Praxiserfahrungen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: tarokaja am 23. Januar 2019, 14:17:26
Vielen Dank, v.a. auch für den Erfahrungsbericht, den ich noch nicht mitbekommen hatte, da ich später angefangen habe zu lesen.

Meine beiden ZwergPfirsichbäume habe ich erst im vergangenen Oktober gepflanzt und diese Bäumchen waren bis Ende November belaubt. Ich war gar nicht drauf gefasst, schon im Nov spritzen zu müssen, da ich nur KupferSpritzmittel kannte von einem Bäumchen (vor 20 Jahren).
Ob das Bergdorf im Tessin, bzw. der sonnige Steilhang an dem meine Pfirsichbäume stehen, nun Bedingungen wie in 'Südlichen Anbaugebieten' haben, weiss ich nicht.

Könnte ich denn jetzt noch spitzen?
Hier sind es nachts mehrere Grade unter Null, tagsüber bald wieder +5° bis +7°.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 23. Januar 2019, 15:05:54
Vielleicht findest du hier ja noch was Interessantes: Grundlagen und Anwendungender modernen Peressigsäuredesinfektion.
Interessant!
Hier wird auch die Aussage des von mir zitierten Artikels bestätigt, dass ein Überschuss an Essigsäure das Gleichgewicht Richtung Peressigsäure verschiebt (i.W. bei Konzentrationen von H2O2 kleiner 30 %).
Die Frage, die sich mir dabei stellt ist, wie viel Essigsäure verträgt mein Pfirsichbäumchen? Und davon abgesehen, wie hoch muss die Konzentration an PES mindestens sein?
Und wie du schon sagst, auch hier leider kein Hinweis auf die Kinetik (Bildung von PES aus 3% H2O mit Phosphorsäure).
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 23. Januar 2019, 15:09:51
Ja, weitere Verdünnung kann man sich sparen. Hier nochmal die Praxiserfahrungen.

Um Mißverständnisse auszuräumen: Gerade hatte ich was von einer 0,1%igen Spritzlösung gelesen, steht in der "Praxiserfahrung" > 3%iger Essig plus 3%ige H²O² Lösung !? Was wäre denn nun richtiger ?
Hier gibt es 6%ige H²O² Lösung, kann man ja zur Hälfte mit Wasser verdünnen, ist das die richtige Lösung ? >>>
https://www.ebay.de/itm/5-Liter-6-Wasserstoffperoxid-Wasserstoffperoxyd-H2O2-Entwickler-flussig/151642583871?hash=item234e9a333f:g:LiIAAOSwMmBV2wUK:rk:8:pf:0
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 23. Januar 2019, 15:12:36
@tarokaja
Schau dir die Beiträge 652 und 655 von cydorian an.  ;)
Behandeln schnellstmöglich sobald ein paar Grad über null.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 23. Januar 2019, 15:14:52
Die 6%ige kann man auch im Verhältnis 2/1 mischen.  ;)

Verträglichkeit: solange die Knsopen zu sind, hat Essigsäure nur wenig bis keine abbrennende Wirkung (Kontaktherbizid). Deswegen so früh es geht behandeln.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 23. Januar 2019, 15:22:40
Die 6%ige kann man auch im Verhältnis 2/1 mischen.  ;)


So gesehen, ja.  ;D
Was ich aber noch nicht verstanden hab: Entsteht durch die chemische Reaktion der beiden Ausgangsstoffe zu je 3%iger Lösung, eine anders %ige Endlösung ?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 23. Januar 2019, 15:31:31
Ja. Die reagieren ja miteinander. Aber 3%ige Lösungen kann man nicht mit 3%iger Lösung verdünnen oder aufkonzentrieren, also das bleibt 3%ig wenn man 3%iges dazukippt.

PS: ein Schluck Wasser extra schadet nicht, das verdunstet wieder wenns auf den Baum gesprüht wird.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 23. Januar 2019, 15:40:45
Okeh, das wäre geklärt. Was ist nun noch mit den unterschiedlichen Konzentrationsangaben von 0,1%- und oder 3%ige Anwendungslösung ?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: carot am 23. Januar 2019, 15:44:04
3% haben der Essig und das Wasserstoffperoxid. In der Mischung der beiden bilden sich dann bis zu 0,1% Peressigsäure.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 23. Januar 2019, 15:55:14
Bei meiner Überschlagsrechnung oben bin ausgegangen von 6 % Essigsäure und 3 % H2O2, die man 1+1 zusammenschüttet, ergibt also 3 % Essigsäure und 1,5 % H2O2.

In der Mischung hätte man dann dieser Abschätzung zufolge maximal ca. 0,1 % Peressigsäure.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: carot am 23. Januar 2019, 16:27:12
Ja, hatte ich mitbekommen. Ich wollte nur auf den Unterschied zwischen den Konzentrationen der Ausgangsstoffe und der sich bildenden Peressigsäure hinweisen. Darauf hatte ich das Problem von 555Nase zurückgeführt.

Würdest du sagen, dass das von dir genannte Verhältnis der Ausgangsstoffe optimal für die Bildung von Peressigsäure ist, eine Erhöhung des Wasserstoffperoxidanteils gegenüber dem Essiganteil also Verschwendung wäre (wie bei der 3% zu 3% Mischung)?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 23. Januar 2019, 16:30:53
Schwer zu sagen.
Theoretisch hätte man mit einer doppelt so hohen Ausgangskonzentration an H2O2 im Gleichgewicht eine doppelt so hohe Konzentration an PES.
Wie gesagt, theoretisch. Ist aber ja nur eine Überschlagsrechnung.
Ich würd mich daher auf Cydorians praktische Erfahrung verlassen.
Oder/und vielleicht mit den genannten PES-Sticks prüfen.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: carot am 23. Januar 2019, 16:42:21
Danke, dann belasse ich alles beim Alten. Ich wollte nur vermeiden, mehr von dem Wasserstoffperoxid zu verbrauchen als notwendig.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Azubi am 23. Januar 2019, 16:49:18
Bei einer höheren Konzentration von Wasserstoffperoxid bildet sich theoretisch mehr PES und wurde in der DDR auch so hergestellt. Da wir aber so wenig wissen (über notwendige Konzentration für diese Anwendung, Reaktionsgeschwindigkeiten, etc) würde (und werde) ich cydorians Erfahrungen vertrauen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 23. Januar 2019, 17:17:47
Das schöne an der Sache ist ja gerade, dass man sich irgendwelche Berechnungen und tiefe Meditationen über Konzentrationen sparen kann. Der billigste Branntweinessig aus dem Discounter ein bisschen verdünnt, die Gurgellösung dazu, bisschen stehen lassen, fertig. Ab damit an die Äste.

Wenn es irgendwelche Schäden am Pfirsich gegeben hätte, wäre mir das schon vor Jahren aufgefallen. Hat es aber nicht. Bei diesen sehr niedrigen Konzentration der Stoffe war das auch nicht zu erwarten. Der Baum ist blattlos, in Winterruhe, die Knospen zu.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: BernerRosenapfel am 23. Januar 2019, 23:34:41

Aus eigener Erfahrung kann ich cydorian nur zustimmen. Man muss wirklich nicht versuchen, aus dieser Sache eine Wissenschaft zu machen. Und bei mir hat es auch mit Apfelessig funktioniert.

Gruß
BR
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: carot am 27. Januar 2019, 20:32:00
Mir ging es eigentlich nur darum, ob ich etwas H2O2 sparen kann. Ich verbrauche ca 7 Liter der Mischung für alle meine Pfirsiche/Nektarinen. Da wäre es schon relevant. Ich habe es aber bei der 3% + 3% - Mischung belassen.

So, heute habe ich gespritzt. Ich war vermutlich schon zu spät. Die Pfirsichknospen waren alle schon deutlich geschwollen. Ich dachte mir aber besser spät als nie.... Wir werden sehen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 04. Juni 2019, 10:33:59
Auch dieses Jahr ist der Gelbfleischige Weinbergspfirsich (Peche de vigne chair jaune)nahezu kräuselfrei. Percoche Andross hat ca. 1/3 Kräusel, Harrow Beauty kräuselt mit etwa der Hälfte der Blätter und scheint die Früchte abzuwerfen. Die anderen haben guten Fruchtansatz.

Über die Jahre hat sich bei mir eindeutig der gelbe Weinbergspfirsich aus Frankreich am besten gehalten. Unbehandelt :D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wild Obst am 04. Juni 2019, 13:46:08
Bei mir (unbehandelt) kräuseln dieses Jahr alle Sorten mehr oder weniger. Mein kernechter, gelber Weinbergpfirsich ist auch hier zwar gekräuselt, zeigt sich mit einigen weißen jedoch relativ unbeeindruckt davon.

Schlimm sehen Früher roter Ingelheimer und Surpasse Amsden aus. Der rote Weinbergpfirsich und einige weiße sind so im Mittelfeld.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Roeschen1 am 04. Juni 2019, 13:57:42
Meine Sämlinge vom Kernechten haben auch was abbekommen, obwohl sie unter dem Balkon stehen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 04. Juni 2019, 14:30:30
Alles was als Weinbergspfirsich gilt ist relativ robust. Dass Harrow Beauty sich so anfällig zeigt, wundert mich nicht, obwohl der gerne als besonders wenig anfällig beworben ist. Ist eh keine gute Sorte, wird mir zu schnell mehlig.

Ich hatte wie üblich behandelt, allerdings vielleicht zu spät. Leichte Befallserhöhung, aber insgesamt kein Problem. Es fällt auf, dass Knospen oben stärker befallen waren. Könnte sein, dass die schon weiter waren, da waren die Sporen vermutlich schneller wie ich mit der Peressigsäuere.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 04. Juni 2019, 22:58:24
Meine Behandlungstermine waren 16. 11. 18 und 28. 12. 18 - und hat perfekt gepasst (obwohl das Wetter nicht ganz so stabbil war zu dieser Zeit.

Ich denke, wenn ich etwa 10% Kräuselblätter zulassen würde, käme ich eventuell auch mit einer Behandlung zurecht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 05. Juni 2019, 03:22:27
Da ich erst dieses Jahr von der Wundertinktur erfahren hatte, hab ich trotzdem mitte Februar mal gespritzt.
Vor etwa 3 Wochen hatte ich gerade EIN gekräuseltes Blatt gefunden. Der Rest sieht bis jetzt sehr gesund aus. Der Fruchtbehang entspricht etwa 20% vom Vorjahr. In der Blüte waren es in der kältesten Nacht -4°C.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Tresenthesen am 07. Juni 2019, 12:19:51
Ich habe erst im Februar dran gedacht zu sprühen und das war eindeutig zu spät.... ::)
Dieses Jahr versuche ich schon im November dran zu denken...

Eigentlich geht das gekräusel aber, allerdings habe ich an meinem eh empfindlichem Earliglo so glibber (wenns regnet, ansonsten ist das durchsichtig und hart) an fast allen Früchten...ist das ne Folge der Kräuselkrankheit?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 07. Juni 2019, 15:36:35
Den Earliglo hab ich auch, kann aber deine Glibberbeschreibung nicht bestätigen. Mit der Kräusel hat das nichts zu tun. "Wahrscheinlich" ein Standort/Boden/Nährstoffproblem ?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Tresenthesen am 07. Juni 2019, 20:11:14
So, habe mal eben ein Foto gemacht, ist der Zustand nach Regen..... :-\
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 08. Juni 2019, 05:49:25
Nichts genaues weiß man nicht bzw. alle Faktoren können der Ursache beitragen.  ::) >>>

https://www.mein-schoener-garten.de/gummifluss-13786
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 08. Juni 2019, 10:07:22
Diese Seite ist dafür mehr oder minder bekannt...

Etwas besser:
https://www.bio-gaertner.de/Pflanzenkrankheiten/Gummifluss
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Tresenthesen am 09. Juni 2019, 09:41:44
Danke euch.

Naja, habe schon drei Früchte gegunden, die nicht betroffen sind  ::)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 09. Juni 2019, 12:23:14
Ich könnte mir vorstellen, dass die Früchte von Wanzen, zB marorierte Baumwanze, angestochen wurden und die Frucht neben dem deformieren mit etwas Harzaustritt darauf reagiert.
Beim durchschneiden, finden sich Gänge in der Frucht? Larven von Sägewespen oder ähnlichem darin?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 14. Juni 2019, 21:52:17
Gibt's zur Textildesinfektion:

Ottalin Peracet von Kreussler & Co GmbH;

Zusammensetzuing siehe Sicherheitsdatenblatt:
http://www.pluemergmbh.de/downloads/Ottalin%20Peracet%20SD-D.pdf

demnach wäre das Produkt etwa im Verhälttnis 1:10 bis 1:15 zu verdünnen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 14. Juni 2019, 22:47:49
Wie kommst du darauf oder wie hast du das errechnet?
Das Wäschedesinfektionsprodukt ist zur Zugabe von 2ml/Liter und 1kg Textilien pro 5 Liter Waschlauge bei Temperaturen von 60°C gedacht.

Frage: willst du wirklich mehr als 100ppm freie Peressigsäure spritzen?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 15. Juni 2019, 02:30:20
22 Ltr. Kanister für 77€ + Porto.  :o  >>>

https://shop.schneider-berlin.de/Betriebsbedarf-und-Verkauf/Waescherei-und-Nassreinigungsbedarf/Impraegnierung-Ausruestung/Spezialprodukte/KREUSSLER-OTTALIN-PERACET-22-kg.html
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 15. Juni 2019, 12:07:16
Wenn ich mal eine 100 - Hektar Pfirsichplantage habe, seh ich mich auch nach sowas um :-)
Bei meinen ca. zehn Pfirsichäumen jetzt ist Gurgellösung und Billigessig zusammenkippen das Einfachste.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 15. Juni 2019, 18:11:15
In welchen Stadium befindet sich gerade die Kräuselkrankheit bei unbehandelten Pfirsichbäumen ? Bei meinem Baum ist bis auf das eine befallene Blatt, vor einigen Wochen, bis jetzt noch nichts wieder zu sehen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Tresenthesen am 15. Juni 2019, 20:36:25
Ich könnte mir vorstellen, dass die Früchte von Wanzen, zB marorierte Baumwanze, angestochen wurden und die Frucht neben dem deformieren mit etwas Harzaustritt darauf reagiert.
Beim durchschneiden, finden sich Gänge in der Frucht? Larven von Sägewespen oder ähnlichem darin?

So, jetzt komme ich auch zum Antworten...

So siehts aus...Larven erkenne ich aber nicht, trotzdem unappetitlich  ::)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Juni 2019, 22:37:46
Das sieht auf dem Foto schon ein bisschen so aus als ob da mal ein Ei reingelegt wurde und etwas drin gefressen wurde. Jetzt frage mich aber nicht wer, mir fällt da aktuell kein konkreter Insektenname ein. Sind die Kotkrümel feucht oder eher trocken?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 29. Oktober 2019, 06:11:35
Die Blätter sind gefallen, nun wird es langsam wieder Zeit, Peressigsäure anzurühren.
Diesmal werde ich es im November spritzen, wenngleich es letztens auch noch im Februar gewirkt hatte, das ganze Jahr über gesunde Blätter.  :)
Es ist blos nicht so einfach, einen trockenen Tag mit 10°C im Herbst zu erhaschen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 29. Oktober 2019, 07:26:21
Die Temperatur ist doch ziemlich egal. Sollte nur im Plusbereich liegen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 29. Oktober 2019, 16:38:47
Die Temperatur hab ich in der "Vorschrift" gelesen, aber wie immer ist immer alles anders...bis Februar, steht ja auch nicht drinne und funktioniert trotzdem.  ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 26. November 2019, 13:19:08
Windstill, warm, trocken, Pfirsichblätter sind endlich unten - idealer Behandlungszeitpunkt jetzt. Anschliessend solls ziemlich kalt werden, vielleicht sogar Dauerfrost.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: saugrün am 26. November 2019, 14:49:16
Windstill, warm, trocken passt hier auch - aber der Pfirsich hat noch alle Blätter. Einige sind gerade dabei gelb zu werden, das Laub fällt bisher nur bei der Aprikose ...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 26. November 2019, 15:13:59
Manche der Bäume haben bei mir auch noch Blätter, vor allem die Jungen. Aber die hängen nicht mehr fest. Ich hab sie einfach runter geklopft.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 26. November 2019, 17:15:33
Ich habe am Wochenende fast alles behandelt, bis auf einen Jungbaum der die Blätter nicht hergeben wollte.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 26. November 2019, 17:22:59
Wenn sich bis Februar noch mal laues Wetter einstellt, werde ich zur Sicherheit ein zweites mal Spritzen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Sven92 am 26. November 2019, 18:05:00
555Nase in welchem verhältnis mischst du an?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 26. November 2019, 19:52:36
Habe schon vor 2 Wochen gespritzt 200ml H2O2 3% + ca. 150ml 5% Haushaltsessig. War für meinen überalterten Pfirsichbaum, der (noch) recht ausladend ist fast ein bisschen wenig. Reicht es nur die Zweige zu spritzen oder sollte man den kompletten Stamm benetzen?

Bin SEHR auf das Ergebnis gespannt. Nachdem der Baum 2018 sich bei extrem starken Behang (trotz massiven Ausdünnens) vollkommen verausgabt hat, bei der starken Trockenheit schon Ende August in den Laubfall gegangen ist hat ihm dann der frühe Austrieb 2019 (Blüte Anfang März) bei noch nassfeuchtem Wetter einen Komplettbefall mit Kräuselkrankheit beschert.
2018 hat er durch den starken Behang mit Astbrüchen schon stark eingebüßt, diesen Sommer musste ich massiv gummiflussbetroffene Äste rausnehmen, er wirds nicht mehr lang machen.. Hoffe mit dem Spritzen hält er sich noch ein bisschen, zumindest solange bis ich eine erfolgreiche Okulation hinbekomme, die Sorte ist nämlich sehr lecker und früh (2018 in Berlin Erntebeginn Monatswechsel Juni-Juli)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 26. November 2019, 19:59:18
Der Stamm ist wichtig! Vor allem die Stellen unterhalb von Verzweigungen. Spritze zweimal von jeweils entgegengesetzten Seiten, damit alles nass wird.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 26. November 2019, 20:00:13
gut, dann hol ich das nach! Muss mich dann wohl mal nach einer Literflasche H2O2 umsehen... :)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: netrag am 26. November 2019, 20:00:42
Essigspritzung habe ich schon vor Jahren versucht. Habe keine Erfolge verzeichnen können.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 26. November 2019, 20:03:05
naja, es geht ja um Peressigsäure, nicht um Essigsäure..
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 27. November 2019, 03:38:56
555Nase in welchem verhältnis mischst du an?

Die billigste Beschaffung waren 5Ltr. Kanister 6%iges Peroxid und 10%iger Essig.
Um eine 3%ige Peressigsäure anzumischen hab ich Essig 200ml + Wasser 400ml
und H²O² 300ml + Wasser 300ml angemischt, alles zusammen geschüttelt eine Stunde stehen gelassen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: floXIII am 01. Dezember 2019, 09:29:32
Nächste Woche werde ich wohl auch die erste Spritzung vornehmen. Letztes Jahr habe ich es ein erstes Mal mit Peressigsäure versucht. Obwohl es ein recht verregnetes Jahr war und ich erst im Januar behandelt habe, war der Befall mit Kräuselkrankheit doch sichtbar geringer als die Jahre zuvor. Dafür war der Befall mit Blattläusen umso größer  >:(

Hier schneiden wir die Pfirsichbäume in der Regel erst im späten Frühjahr. Genügt es wenn ich nur jene Bereiche mit Peressigsäure behandle, die ich später auch stehen lasse? So könnte ich mit deutlich weniger Spritzmenge auskommen. Oder könnte es von den nicht behandelten Bereichen bis ins Frühjahr hinein wieder zu einer Infektion der bereits behandelten Bereiche kommen?

Die Bäume sind noch recht klein, deshalb wäre es auch kein großes Problem den ganzen Baum zu behandeln. Ist mehr eine Frage für die Zukunft wenn die Bäume größer werden.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 01. Dezember 2019, 09:44:30
Man sollte schon alles behandeln. Der Regen spült die Sporen von oben auf die unteren Triebe, die Peressigsäure hat keine Dauerwirkung.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 01. Dezember 2019, 11:06:49
Erst im Spätwinter zerfällt das Sprossmycel in Sprosszellen und die Infektion der Knospen findet statt. Was tt sagt ist also völlig richtig, allerdings befindet sich das Sprossmycel am häufigsten auf Rinde an Zweigen, die schon nicht mehr ganz glatt und jung sind. Das Sprossmycel fühlt sich dort am wohlsten. Dort an und unterhalb von Verzweigungsstellen. Wohlgemerkt: "häufiger" und nicht "auschliesslich".

Wer also aus welchen Gründen auch immer weniger behandeln kann, sollte sich auf die Rinde an Ästen konzentrieren, die 2-4 Jahre alt sind und dort von allen Seiten für Benetzung mit dem Mittel sorgen. Die ganz jungen einjährigen Triebe haben noch glatte Rinde. So erreicht man mit wenig Mittel noch am Meisten.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: floXIII am 01. Dezember 2019, 11:11:10
Erst im Spätwinter zerfällt das Sprossmycel in Sprosszellen und die Infektion der Knospen findet statt. Was tt sagt ist also völlig richtig, allerdings befindet sich das Sprossmycel am häufigsten auf Rinde an Zweigen, die schon nicht mehr ganz glatt und jung sind. Das Sprossmycel fühlt sich dort am wohlsten. Dort an und unterhalb von Verzweigungsstellen. Wohlgemerkt: "häufiger" und nicht "auschliesslich".

Wer also aus welchen Gründen auch immer weniger behandeln kann, sollte sich auf die Rinde an Ästen konzentrieren, die 2-4 Jahre alt sind und dort von allen Seiten für Benetzung mit dem Mittel sorgen. Die ganz jungen einjährigen Triebe haben noch glatte Rinde. So erreicht man mit wenig Mittel noch am Meisten.
Danke für eure Antworten, dann werde ich sicherheitshalber den ganzen Baum behandeln.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Dezember 2019, 18:21:44
Ich habe die letzten zwei Jahre geschnitten, bevor ich behandelt habe; hat prima geklappt ohne negative Auswirkungen, möchte das auch dieses Jahr wieder so handhaben und hoffe auf trockenes Wetter im Dezember.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: floXIII am 02. Dezember 2019, 11:49:50
Ich habe die letzten zwei Jahre geschnitten, bevor ich behandelt habe; hat prima geklappt ohne negative Auswirkungen, möchte das auch dieses Jahr wieder so handhaben und hoffe auf trockenes Wetter im Dezember.
Einen Sommerschnitt oder jetzt im Nov/Dez direkt vor dem Behandeln?
Wie schon erwähnt, meine zwei Bäume sind noch recht klein, da brauch ich noch keine große Menge an Peressigsäure.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 02. Dezember 2019, 14:30:46
Wenn man schneidet bevor man behandelt, schneidet man auch eventuelle Sporen weg, die vielleicht am Schnittgut sitzen. Die Frage nach der Spitzmittelmenge und was man behandelt, stellt sich dann nicht mehr. Behandelt wird der Restbaum.

Der beste Schnittzeitpunkt wird meistens als kurz nach der Blüte beschrieben. Aber die Diskussion um die besten  Schnittzeitpunkte ist ein ewiger Kreislauf, das sollten wir nicht zu sehr mit Taphrina deformans vermischen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 02. Dezember 2019, 18:33:54
Einen Sommerschnitt oder jetzt im Nov/Dez direkt vor dem Behandeln?
Schnitt unmittelbar vor dem Behandeln!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: floXIII am 03. Dezember 2019, 17:07:00
Die Zutaten sind gekauft und in den nächsten Tagen wird dann behandelt.
Ich habe 3% Wasserstoffperoxid sowie 20% Essigsäure. Wenn ich jetzt einen Liter fertige Spritzmenge bekommen möchte, dann muss ich die Essigsäure noch auf 3%, auf einen halben Liter, verdünnen.
Müsste laut Kreuztabelle so aussehen:
20    0
    \/
    3
    /\
  3  17

Sprich 3 Teile der Essigsäure, sowie 17 Teile Wasser.
Bei einem halben Liter, wäre dass dann 425ml Wasser zu 75ml Essigsäure.

Könnt ihr dass so bestätigen?  ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 03. Dezember 2019, 18:06:53
Stimmt so!
Kannst du auch selber überprüfen (unter der hier zulässigen Näherung, dass die Dichten ca. bei 1 liegen):

75ml x 0,2 (20%) = 15 (Gramm oder Milliliter, da ist bei Essigsäure kein sooo großer Unterschied);

15 sind 3% von 500.

Ich hab' heut' geschnitten und behandelt. Geschnitten hab' ich das erste Mal richtig stark - in den Vorjahren war ich zaghaft gewesen, hab' wegen dem Fruchtholz geknausert; aber jetzt wird es höchste Zeit, die Bäume vergreisen sehr schnell. Nächstes Jahr kann es bei mir also keine große Ernte geben.
Titel: Re:Kräuselkrankheit bei Pfirsichen
Beitrag von: Bristlecone am 03. Dezember 2019, 18:09:13
Also 3 Teile Essigsäure(wenn sie denn 3% hat) und 22 Teile Wasserstoffp.??Und wieviel Wasser ?Stand wahrscheinlich irgendwo,oder  ???
Weil ohne Wasser wäre es  ja leicht zu ätzend
3 Teile Essigsäure aus der Flasche mit der 25%igen und dazu
22 Teile H2O2 aus der Flasche mit der 3%igen H2O2.
Es kommt kein Wasser dazu!
Die fertige "Brühe" ist in der Tat nicht ganz ohne, deshalb soll man auch nix davon in die Augen oder sonstwie abkriegen!
.......- Essig & H2O2 (je 3%): 0
Also nehmt´s mir nicht krumm, aber in ReMark´s Text wird eindeutig davon gesprochen, daß je eine dreiprozentige Lösung miteinander gemischt werden soll. D.h. für mich, daß ich eine höher konzentriere Essigsäure zunächst auf eine dreiprozentige runterverdünne (bei 25% Essigsäure ist das grob 1 Teil Essigsäure auf 7 Teile Wasser) und beim Wasserperoxid eben analog. Und diese beiden werden dann (wohl 1:1) gemischt. bristlecone´s Rechnung funzt meineserachtens nicht, wenn beide Ausgangskonzentrationen höher sind, sondern einzig und alleine mit der dreiprozentigen Wasserstoffperoxidlösung. Sind beide Lösungen in 25%iger Lösung vorhanden, komme ich ohne Wasser nicht aus? Oder bin ich jetzt ganz daneben?
Ich versteh´s als je 3 % in der fertigen Mischung. Am besten wäre es, ReMark würde das selbst eindeutig klären.

Wenn beide Lösungen höher konzentriert sind, funktioniert das "Mischungskreuz" auch, man macht die Rechnung dann für jede Lösung getrennt.
Und Du hast das schon richtig verstanden, dann kommt natürlich auch Wasser dazu! Für

25 %ige Essigsäure und    30 %iges H2O2 sieht das dann so aus:

25    0                                30      0
  \  /                                      \  /
    3                                        3
  /  \                                      /  \
 3    22                                  3    27


Ich müsste also 3 T. Essigsäure mit 22 T "anderer Flüssigkeit" zu insgesamt 25 T. mischen bzw.
3 T H2O2 mit 27 T. "anderer Flüssigkeit" (was das ist, kommt gleich) zu insgesamt 30 T. mischen, um jeweils auf die richtige Konzentration zu kommen.

Rechnen wir für 30 Teile weiter. Dann brauche ich an Essigsäure nicht bloß 3 T., sondern etwas mehr,
nämlich, (30:25) x 3 T = 3,6 T.

Ich nehme also
3 Teile vom 30%igen H2O2,
dazu 3,6 T. von der 25 %igen Essigsäure
und den Rest auf die 30 T. dann
Wasser dazu, also 30 - 3 - 3,6 = 23,4 T.

Jetzt kannst Du natürlich sagen, dass Dir das zu kompliziert ist.  :(
Natürlich kann wer mag auch anders vorgehen, z.B. erst mal eine Lösung vorverdünnen, aber im Endeffekt macht man genau diese Rechnung  ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 03. Dezember 2019, 21:44:35
Zitat
Die fertige "Brühe" ist in der Tat nicht ganz ohne, deshalb soll man auch nix davon in die Augen oder sonstwie abkriegen!
Fürs Protokoll, wenn wir schon über so was reden:
Bevor man erblindet, Schutzbrille tragen! Tut nicht weh.
Bevor man sich die Lunge verätzt, Atemschutz tragen oder Luft anhalten wenns drauf ankommt.
Bevor man sich die Finger ramponiert, Chemikalienschutzhandschuehe tragen. Notfalls gehen die dünnen Nitrilhandschuhe, wenn man sie sofort nach Benetzung auszieht. Die dicken sollte man aber auch nicht viel länger anlassen und nach Gebrauch gründlich reinigen.
Bevor man sich die farbigen Klamotten punktiert mit der Bleiche, Körperbedeckende Kleidung anziehen, bei der es nicht stört, wenn sie hinterher ziemlich gebraucht aussieht.
Bevor man sich die Schuhe bleicht, Gummistiefel anziehen.
Wenn irgendwo was nebendrangeht, ordentlich mit Wasser verdünnen und wegspülen. Das gilt auch wenn grüne Pflanzen in der Nähe Sprühnebel abbekommen. 
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 04. Dezember 2019, 08:38:27
Die Schutzbrille ist am wichtigsten. Keine Brille, sondern Schutzbrille, weil bei normalen Brillen nur direkte Spritzer verhindert werden aber nicht dass was ins Auge läuft wenns auf die Stirn spitzt. Es kann immer was passieren. Immer dumme Zufälle. Unser Nachbar musste ins Krankenhaus, der hat sich irgendwas ätzendes in einer Plastikflasche angerührt, das fiel runter und so unglücklich auf den Boden, dass die enthaltene Lösung hochspritzte, ihm genau ins Auge.

Wasserstoffperoxid 3% hat man früher zur Kontaktlinsenreinigung verwendet. Leute, die es mit Abspüllösung verwechselt haben und es so ins Auge bekamen, fanden das ziemlich unangenehm, medizinisch wirds nur als Gurgellösung verwendet aber nicht als Augenspülung :-). Meine Mischung hab ich mit 12% H2O2 angerührt (runtergemischt verwendet), das ist sicher noch um einiges bleichender.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Bristlecone am 04. Dezember 2019, 08:54:34
OT1: H2O2 als 3%ige Lösung wird auch heute noch zum Desinfizieren von Kontaktlinsen verwendet, es gilt als bestes Mittel, da effizient und rückstandsfrei, wenn vollständig zersetzt.
Verwende es selbst. Und: Ja, wenn man das Neutralisieren vergisst, ist man Mikrosekunden nach dem Einsetzen der Linse ins Auge hellwach.

OT2: Die hier beschriebene Mischung ist nicht besonders toxisch, weder akut und schon gar nicht chronisch. Ist weder erbgutschädigend noch krebserrregend noch entwicklungstoxisch, und in der Umwelt nicht persistent. Nur reizend bis ätzend für die Augen und Schleimhäute und hautreizend. Deshalb ja die hier genannte Schutzausrüstung.
Würde die ein Landwirt beim Ausbringen von PSM tragen, wäre das garantiert ein Anlass, um mal wieder darauf abzufahren, wie gemeingefährlich diese ganzen Pestizide doch sind.

OT Ende

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 04. Dezember 2019, 09:34:30
Dann will ich hier auch noch meinen Senf dazugeben. Ich mische es gerne auf der Waage, mit Chemie stehe ich auf Kriegsfuß aber über die Massebilanz erhält man mit:

m_ges ... gewünschte Gesamtmenge der Spritzbrühe (hier 1 kg)
m_H2O2 ... erforderliche Menge H2O2 (zu berechnen)
m_Essig ... erforderliche Menge Essig (zu berechnen)
m_Wasser ... benötigte Wassermenge (zu berechnen)

K_ges ... erforderliche Konzentration von Essig und H2O2 in der Gesamtmenge (Annahme 1.5 %)
K_Essig ... vorhandene Konzentration des Essigs (Annahme: 20 %)
K_H2O2 ... vorhandene Konzentration H2O2 (Annahme 3 %)

die Gleichungen:

m_Essig = m_ges*K_ges/K_Essig = 1 kg * 1.5 % / 20 % = 0.075 kg = 75 g
m_H2O2 = m_ges*K_ges/K_H2O2 = 1 kg * 1.5 % / 3 % = 0.5 kg = 500 g
m_Wasser = m_ges - m_H2O2 - m_Essig = 1000 g - 500 g - 75 g = 425 g
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 04. Dezember 2019, 10:49:08
Bei dieser Mischung genügen auch Schätzungen. Ein mässiger Überschuss an Essigsäure oder H2O2 ist überhaupt kein Problem, alles zwischen 3 und 5% Konzentration haut hin. Weitaus der allergrösste Teil bleibt ohnehin Essig / H2O2, es bildet sich nur sehr wenig Peressigsäure. Es braucht auch nur wenig davon, 0,1% wirkt schon zuverlässig.

Wichtig noch: Nur benötigte (kleine) Mengen herstellen, höher konzentrierte Stoffe voher vorverdünnen. Also nicht Essigessenz in 20% Peroxid schütten und anschliessend verdünnen wollen...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: floXIII am 04. Dezember 2019, 12:27:13
m_Essig = m_ges*K_ges/K_Essig = 1 kg * 1.5 % / 20 % = 0.075 kg = 75 g
m_H2O2 = m_ges*K_ges/K_H2O2 = 1 kg * 1.5 % / 3 % = 0.5 kg = 500 g
m_Wasser = m_ges - m_H2O2 - m_Essig = 1000 g - 500 g - 75 g = 425 g

Danke! Dann waren meine Berechnungen zum Glück richtig  ;)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Galapagosfink am 04. Dezember 2019, 15:13:56
ich habe heute erstmalig meine Bäume mit Peressig behandelt, habe aber noch Fragen
- reichen 6 Grad C für die Behandlung aus
- wie lange muss es so warm sein, habe gegen 12 :00 Uhr behandelt, ab 16:00 Uhr, wenn die Sonne verschwunden wird es deutlich kälter bzw. nachts friert es, wie lange muss es wirken
- reicht eine Behandlung aus, oder soll ich in gewissem Abstand eine Behandlung wiederholen, kann mich zuviel behandeln

bisher habe ich keine Pfirsiche und  Nektarinen gepflanzt wegen der Kräuselkrankheit, ich möchte aber nächstes Jahr noch andere Sorten pflanzen, die nicht so resistent sind, kann ich jede Sorte pflanzen, bzw. reicht die Behandlung mit Peressig für jede Sorte aus auch bei empfindlicheren Sorten?

Titel: Wie ist Kräuselkrankheit bei Pfirsich bei dem milden Winter zu behandeln?
Beitrag von: echo am 01. Januar 2020, 19:38:35
Ich wollte unseren Pfirsich jetzt zum ersten Mal gegen Kräuselkrankheit behandeln. Es heißt ja man sollte dies Ende Januar machen, kurz vor Ende der Frostperiode. Jetzt hatten wir aber einen, bisher, sehr milden Winter mit nur paar Nächten mit Minustemperaturen (Frankfurt am Main). Ist deswegen die Behandlung anders durchzuführen? Soll ich viel früher anfangen, oder ist es jetzt schon fast zu  spät?
Titel: Re: Wie ist Kräuselkrankheit bei Pfirsich bei dem milden Winter zu behandeln?
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Januar 2020, 19:41:34
Je eher, desto besser!
Trocken sollte es sein - für Peressigsäure sollte es auch nicht zu kalt sein.
Titel: Re: Wie ist Kräuselkrankheit bei Pfirsich bei dem milden Winter zu behandeln?
Beitrag von: echo am 01. Januar 2020, 20:48:09
Je eher, desto besser!
Trocken sollte es sein - für Peressigsäure sollte es auch nicht zu kalt sein.
Danke! Dann werde ich dieses Wochenende die Behandlung durchführen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 02. Januar 2020, 06:24:04
ich habe heute erstmalig meine Bäume mit Peressig behandelt, habe aber noch Fragen
- reichen 6 Grad C für die Behandlung aus
- wie lange muss es so warm sein, habe gegen 12 :00 Uhr behandelt, ab 16:00 Uhr, wenn die Sonne verschwunden wird es deutlich kälter bzw. nachts friert es, wie lange muss es wirken
- reicht eine Behandlung aus, oder soll ich in gewissem Abstand eine Behandlung wiederholen, kann mich zuviel behandeln

bisher habe ich keine Pfirsiche und  Nektarinen gepflanzt wegen der Kräuselkrankheit, ich möchte aber nächstes Jahr noch andere Sorten pflanzen, die nicht so resistent sind, kann ich jede Sorte pflanzen, bzw. reicht die Behandlung mit Peressig für jede Sorte aus auch bei empfindlicheren Sorten?

Beim Durchlesen des Freds ist in Zusammenfassung zu sagen, daß 1x Spritzen ab November ohne Laub bis Februar und bei Temperaturen um die 5°C alles möglich ist. Sicherheitshalber habe ich im Abstand von etwa 4 Wochen ein 2.x gespritzt.
Ein Befall ist Befall, da ist es eigentlich egal, ob die Pflanze als empfindlich oder robust eingestuft wird.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 15. Januar 2020, 19:17:21
Soo, nachdem ich im November schon einmal mit Peressigsäure gespritzt hatte (und dabei sträflicherweise die dickeren Äste ausgelassen habe), gabs heute nochmal eine 2. Session. War ein bisschen windig, Windrichtung hat aber gut gepasst, Temperatur auch  ;)

Bei der Gelegenheit habe ich dann auch die einjährige Pfirsichveredelung auch noch eingenebelt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Januar 2020, 21:21:49
Für eine vollständige Benetzung sollte man von wenigstens 2 Seiten spritzen. Oft ist da zumindest bei einer Seite der Wind ungünstig und Peressigsäure ist nichts, was man in den Lungen haben möchte.

Hier hat der Pfirsisch seit 2-3 Wochen übrigens die ersten Blattspitzen die schon deutlich aus der Knospe gucken. Also für Behandlung bereits teilweise zu spät. Die Erfahrung hat gezeigt das 5 Spritzungen mit zugelassenen Mitteln besser wirken als nur 3.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 15. Januar 2020, 21:35:30
nee, hab schon drauf geachtet, dass es an alle Seiten kommt. Und Schutzbrille, Nitrilhandschuhe und FFP-Maske getragen!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 15. Januar 2020, 21:40:14
Gute Idee. Vollmaske schützt die Augen etwas besser als herkömmliche Schutzbrillen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: midnightsky am 18. Januar 2020, 12:05:35
Hallo,

kann ich Equisetum Plus auch gegen die Kräuselkrankheit verwenden?

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 18. Januar 2020, 13:29:28
Kieselsäure aus Schachtelhalm zur  v o r b e u g e n d e n  Behandlung gegen Pilzkrankheiten?
Wäre interessant - mach' doch den Versuch - einen Ast Equisetum, den Rest konventionell.

Ich halte einen Erfolg für wenig wahrscheinlich, denn der Pilz  i s t  ja bereits auf den Pfirsichzweigen. Ein Biozid wirkt meiner Meinung nach sicherer... .
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 18. Januar 2020, 13:34:26
Interessanter als Kieselsäure hielte ich den Ansatz den natürlichen Antagonismus zwischen Bakterien und Pilzen zu nutzen - Bakterium frisst Pilz... .

Hat's bereits Versuche dazu gegeben?

Die Idee eine Bakterienbrühe zu verspritzen anstatt eines Biozids hätte etwas Reizvolles... .
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 18. Januar 2020, 14:31:43
...Welche Bakterien ??? - Milchsäurebakterien z.B. ??? Einfach den Baum mit Sauerkraut behängen. :P
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 18. Januar 2020, 14:55:48
kann ich Equisetum Plus auch gegen die Kräuselkrankheit verwenden?

Wenn es eine fungizide Wirkung gegen das Sprossmyzel und bei kalten Temperaturen hat, dann ja. Wenn du nicht weiss, ob es die hat, probiers aus. Jetzt könnte es aber schon zu spät sein, die Knospen haben vielerorts wegen der Wärme schon zu schwellen begonnen. Probiers nach dem Blattfall im Spätherbst.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: b-hoernchen am 18. Januar 2020, 15:19:43
...Welche Bakterien ??? - Milchsäurebakterien z.B. ??? Einfach den Baum mit Sauerkraut behängen. :P
Ich weiß, "EM" helfen ja gegen alles und jeden... .
Auch auf die Gefahr hin, Anhänger der "effektiven Mikroorganismen" bitter zu enttäuschen - es sollten vielleicht doch eher Bakterien sein, welche Pilze fressen und mit aeroben Bedingungen klar kommen (anstatt den Pfirsichbaum ins Sauerkrautfass verpflanzen zu müssen).

Wer hat schon mal Taphrina deformans in der Petrischale kultiviert und vielleicht entsprechende Beobachtungen gemacht?
Wo ist der "Alexander Fleming der Pfirsichbäume"?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: midnightsky am 18. Januar 2020, 16:25:42
Wenn es nicht sicher ist ob es hilft, dann mache ich mein eigenes mittel aus Knoblauchsud. Da gibts ja bei youtube auch ein Video dazu.

Die Knospen sind ja noch total winzig momentan. Da hat man doch eigentlich noch zeit bis zur Blüte. So knapp ist der Zeitrtaum für die Behandlung doch auch nicht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: midnightsky am 18. Januar 2020, 17:00:23
Ich hatte übrigens letzten Sommer an meinem Nektarinensäulenbaum ohne Behandlung kein einziges gekräuseltes Blatt.

Kann ich davon ausgehen dass das wieder so sein wird, oder kommt der Pilz durch die Luft? Da wo ich ihn gepflanzt habe, war vorher auch kein Obst und nichts.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 18. Januar 2020, 17:13:21
Nope, der Pilz kann immer mal wieder auftreten. Jahrelang hatte mein Weinbergpfirsich nix, dann bekam er doch den Pilz. Die Symptome waren bzw sind aufgrund der Sorte nicht groß, daher habe ich bis auf Schnittmaßnahmen, bisher nichts gemacht. würde ich aber nicht als allgemeine Handlungsempfehlung postulieren.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: midnightsky am 18. Januar 2020, 18:59:52
ich habe zur vorsicht von neudorff ein obst spritzmittel gekauft. Knoblauchsud usw werde ich dann ergänzend gießen und sprühen, habe ja auch noch andere Obstsäulen. Alle 3 Tage mit dem knoblauch ist mir zu umständlich und nach jedem  regen nochmal... nein nein, dann kann ich ja gleich ein zelt aufschlagen!

Ich bin gespannt wie es dieses jahr wird.

Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 18. Januar 2020, 20:17:36
Der Befall ist natürlich je nach Wetter von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Der wichtige Punkt an der Behandlung ist, dass das Sprossmyzel mit einem gegen diesen Pilz wirksamen fungiziden Stoff angegriffen wird, nicht die bereits infizierten Knospen, nicht die Ascosporen von den Blättern. Das Sprossmyzel ist das am leichtesten zu erwischende Stadium der Pilzkrankheit. Den Gegner am schwächsten Punkt treffen :-)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: midnightsky am 18. Januar 2020, 20:54:49
bei unserem Regenwetter in den letzten tagen hätte das gar keinen sinn gehabt mit dem besprühen. Jetzt mache ich das morgen. Die knospen sind aber noch nicht richtig geschwollen sondern ganz winizig klein rausgekommen. ich mache mir da keine sorgen, vermutlich wird eh nichts dran sein.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Starking007 am 05. April 2020, 21:23:21
Meine Pfirsiche als Spalier,
unter Dach, Knospen beim Austrieb nie nass = nie Kräuselkrankheit,
noch nie ein Blatt. Links steht der Nachfolger vom Vorgänger.

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/10873/RIMG0468.JPG)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 05. April 2020, 22:25:03
Dach müsste man haben. Wie schnell vergreissen sie am Spalier?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Starking007 am 05. April 2020, 22:40:24
Schneiden, schneiden, schneiden
und Reservestummel lassen.
Bleibt ein Problem.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 05. April 2020, 22:43:21
Ok.
Schön ists trotzdem.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 06. April 2020, 00:05:57
Insider?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Galapagosfink am 08. April 2020, 17:16:23
was ist das für eine „Krankheit“ , der Baum ist eine Nektarine
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Galapagosfink am 08. April 2020, 17:17:12
und ein zweites Bild
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 08. April 2020, 18:43:35
Einfach auf den Threadtitel sehen, in dem du gepostest hast. Und dann den Thread lesen, um Lösungen kennenzulernen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Galapagosfink am 08. April 2020, 20:56:53
Danke, für den Hinweis, ich habe den Thread sehr genau gelesen und zweimal im Dezember und Januar mit Peressigsäure gespritzt, Pfirsiche 3 m von dem Baum entfernt haben nichts, die Blätter auf dem einen Photo sahen für mich nach Kräuselkrankheit aus, aber das andere Bild mit den Wölbungen ist mir völlig fremd...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 08. April 2020, 21:44:31
Das ist beides Kräuselkrankheit. Die Behandlung hat an diesen Bäumen offenbar zu wenig genutzt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 08. April 2020, 23:40:22
Was wiederum am Entwicklungsstadium des jeweiligen Baumes (Trieb) zum Behandlunsgzeitpunkt liegen kann.

Jüngere Pflanzen sind oft etwas stürmischer mit Knospen aufbrechen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 14. April 2020, 14:45:14
Soo, nachdem ich im November schon einmal mit Peressigsäure gespritzt hatte (und dabei sträflicherweise die dickeren Äste ausgelassen habe), gabs heute nochmal eine 2. Session. War ein bisschen windig, Windrichtung hat aber gut gepasst, Temperatur auch  ;)

Bei der Gelegenheit habe ich dann auch die einjährige Pfirsichveredelung auch noch eingenebelt.

Hat leider nicht viel gebracht, die zwei Spritzungen. Der Befall ist zwar nicht so schlimm wie letztes Jahr, das dürfte aber vorrangig am trockenen Wetter liegen..
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 14. April 2020, 15:36:36
Man sieht es oft nicht, wo man schon gespritzt hat und erwischt nicht alle Astpartien von allen Seiten. Das gesamte Holz muss eingenetzt werden. Das ist ungewohnt, nur auf Holz spritzt man sonst kaum. Wind ist dabei nicht nur wegen der Abdrift schlecht, das Problem ist auch die schnelle Abtrocknung. Idealerweise ist es bedeckt und windstill.

Fehler passieren auch beim Anmischen. Ist eben keine fertige Spritzbrühe, man mischt selbst. H2O2 kann überlagern. Wenn es nicht stabilisiert ist, baut es sich schnell ab. Die Mischung ist auch nicht haltbar. Aber etwas Zeit muss man ihr auch wieder geben, nicht mischen und dann sofort verspritzen, sondern eine Stunde stehen lassen.

Zitat
das dürfte aber vorrangig am trockenen Wetter liegen.

Echt? Bei uns wars in den Infektionswochen (bereits) Ende Januar bis Ende Februar permanent so feucht wie nie. Der anhaltende Wind war auch negativ, er verbringt die zerfallenen Sprossmyzelzellen schnell und weit. Die Infektionsbedingungen waren geradezu mustergültig ideal. Dieses Jahr wars wirklich besonders übel.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 14. April 2020, 18:55:23
ok, dann hab ich da was falsch verstanden. Ich dachte, entscheidend sei das Wetter während des Austriebs. Wieder was gelernt!
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 14. April 2020, 19:22:33
Der Pilz wächst bereits beim Knospenschwellen in die Knospe ein.Das kann je nach Winterwetter zwischen Ende Januar und März passieren. Dieses Jahr wars früh. Und feuchtwindig. Danach zu behandeln nutzt nichts mehr.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: ringelnatz am 14. April 2020, 19:37:08
Ich hatte im November und Mitte Januar behandelt. Aber es war recht windig...
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 20. April 2020, 16:55:57
Habe mal meine Pfirsiche kontrolliert. Es sind zwar genau 100% Blüten und Fruchtansätze aller sechs Sorten abgefroren, aber bei denen die ich im Herbst behandelt habe (Wetter war ideal) ist wenigstens nicht ein Blatt des neuen Austriebs gekäuselt. Etwas Kräusel haben nur zwei Neupflanzungen, die ich im Februar gesetzt habe und dabei sofort behandelt. Das spricht für die Wichtigkeit früher Behandlung, wenn die Winter derart warm und feucht sind.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 20. April 2020, 17:18:23
Hier ist auffällig das an unbehandelten Bäumen oft nur der Trieb aus der Apikalknospe befallen ist. Die öffnet sich oft etwas früher als die anderen, oft auch schon im Herbst. Öffnen ist vielleicht zuviel gesagt, aber die Knospenschuppen zeigen hier regelmäßig im Herbst mindestens Risse.

Das spricht auch für sehr frühe Behandlungen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Ralf am 21. Mai 2020, 13:26:20
Ich habe im Februar zweimal mit Peroxyessigsäure behandelt. Trotz des späten Zeitpunkts hat es funktioniert.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 24. Mai 2020, 01:11:22
Bei mir hat es letztes Jahr ja auch im Februar noch funktioniert.
Dieses Jahr dachte ich, es wäre mir ein Fehler unterlaufen, der Austrieb total verkräuselt. Erstmal hatte ich es auf die Spätfröste geschoben, dann waren es doch die Blattläuse. Noch nie hatte ich am Pfirsisch Blattläuse !?
Nach der Bekämpfung wachsen die Blätter gesund heraus.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Starking007 am 24. Mai 2020, 01:45:43
Meine 2 Pfirsiche haben wie immer nicht ein Kräusel,
wie seit Jahren, ohne jegliche Behandlung.
Unterm Hausdachvorsprung.

Das wollte ich mal wieder eingeworfen haben.............
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 24. Mai 2020, 17:40:25
Nich jeder hat über jeden Baum im Garten einen Hausdachvorsprung.  ;D
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Starking007 am 24. Mai 2020, 18:15:02
Machbar ist vieles.
Dachbau geht schneller als 25 Jahre behandeln.................
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 25. Mai 2020, 02:53:29
...Dafür gibt es ja Baumhäuser !  :P
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 25. Mai 2020, 16:44:38
Meine 2 Pfirsiche haben wie immer nicht ein Kräusel,
wie seit Jahren, ohne jegliche Behandlung.
Unterm Hausdachvorsprung.

Das wollte ich mal wieder eingeworfen haben.............

Mein Peche de Vigne Chair Jaune hat nur einzelne Blätter Kräusel, sieht man fast gar nicht. Auch ohne jegliche Behandlung. Das wollte ich auch mal wieder eingeworfen haben  ;D
Robuste Sorten sind das A und O.

Ok, es gibt auch keinen Pfirsich wegen -5 Grad zur Blüte.  ::)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wurmkönig am 25. Mai 2020, 17:00:20
Heuer gab sich bei mir ein recht geteiltes Bild - Ornella hat es ganz schlimm erwischt mit der Kräuselkrankheit, Royal Glory war z.B. so gut wie gar nicht befallen. Alle Bäume wurden zum gleichen Zeitpunkt behandelt. Die Fröste haben alle ganz gut überstanden bis auf Ornella. Mit großem Abstand am robustesten zeigte sich Harblaze (ist aber eine Nektarine), die hing bis letzte Woche so übervoll, dass ich sie noch massiv ausdünnen musste. Über den Geschmack kann ich aber noch nichts sagen, die ist heuer im 2ten Standjahr.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Wild Obst am 25. Mai 2020, 17:08:12
Meine 2 Pfirsiche haben wie immer nicht ein Kräusel,
wie seit Jahren, ohne jegliche Behandlung.
Unterm Hausdachvorsprung.

Das wollte ich mal wieder eingeworfen haben.............

Mein Peche de Vigne Chair Jaune hat nur einzelne Blätter Kräusel, sieht man fast gar nicht. Auch ohne jegliche Behandlung. Das wollte ich auch mal wieder eingeworfen haben  ;D
Robuste Sorten sind das A und O.

Meine gelben und weißen Sämlingsweinbergpfirsiche sind nicht ganz kräuselfrei, aber bis jetzt kaum ein Problem, geschätzt vielleicht 0-3% der Blätter. Rubira ist sogar ganz frei. Auch bei den anderen, "richtigen Sorten" hält sich die Kräuselkrankheit bei mir dieses Jahr in erträglichen Grenzen, ohne Behandlung und ohne Dach. Wenn hier schon solche Aussagen eingeworfen werden, will ich auch ;D.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Waldgärtner am 26. Mai 2020, 07:01:04
Limbach hat einige gelbfleischige Sorten im Programm, die angeblich resistent sind gegen die Kräuselkrankheit (http://www.shop.zahradnictvolimbach.sk/de/Steinobst/Pfirsiche-und-Nektarinen).
Hat die jemand ausprobiert oder kann sonst was dazu sagen?
Ist das realistisch? Das fände ich persönlich angenehmer als zu spritzen.

Bislang kannte ich nur weiße Weinbergpfirsiche, die resistent sind.
So gut die für die Verarbeitung geeignet sind, der Geschmack beim Frischgenuss ist m.E. noch ausbaufähig.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Mai 2020, 10:50:35
Die weißen Weinbergspfirsiche und auch der Blutrote haben für meinen Geschmack zu viel Säure. Der Gelbe ist deutlich angenehmer.

Gut, dass es jetzt neben Anbietern in Frankreich und Italien jetzt zunehmend Sorten in anderen Ländern gibt. Wird auch Zeit, das langweilige Sortiment hierzulande nervt mich schon 20 Jahre (Benedicte, Revita & Co)
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 26. Mai 2020, 11:05:29
Dachbau geht schneller als 25 Jahre behandeln.................

Stimmt. Aber ist sackteuer und der Bagger macht auch keinen Spass, der ein Pflanzloch graben muss, weil die Fläche unter der Dachtraufe von der Erbauern mit Bauschutt und Kies gefüllt ist. Alternativ könnte ich auch die Terrasse abreissen. Aber hey, ich spare zehn Minuten Essig mit Gurgelwasser versprühen pro Jahr.

Ich finds schön, wenn auch Leute eigene Pfirsiche aller Sorten essen können, die keine Scheuen oder passende dachbetonte "meins ist länger" Villen auf ihrem "Anwesen" haben.

Angeblich nicht anfällige Sorten werden doch schon immer durchs Dorf getrieben. Hier im Thread kann man das doch gut nachvollziehen. Erst sang man das Lied von den weissfleischigen Pfirsichen, vor allem der Kernechte vom Vorgebirge (oder einer seiner vielen anderen Namensvarianten), dann kam Benedicte, Revita, im Moment ists "Fruteria" und ein grosser Schwung von Zaigers beständig in den Markt gepumpter Neuzüchtungen, z.B. Fidelia Zaifuro.

Bei den Sorten aus anderen Ländern scheint mir was entgangen zu sein. Einige Baumschule im Südwesten (die auch versenden, z.B. Kiefer) und Österreich haben schon sehr lange massenhaft Sorten von überallher und erneuern dieses Spektrum auch regelmässig. Nur: Leute, ihr müsste auch mal kaufen statt immer nur zum Dehner zu zockeln und sich drüber zu echauffieren dass dort wieder nur der rote Ellerstädter steht! Es hat nämlich seinen Grund, dass Pfisiche hierzulande so selten gepflanzt werden und deshalb nur ein paar Baumschulen da auch was bieten. Den Hauptgrund könnt ihr im Threadtitel nachlesen und hoffentlich wird damit etwas dazu beigetragen, dass dieser Grund weniger Ärger macht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 26. Mai 2020, 11:18:12
Dachbau geht schneller als 25 Jahre behandeln.................

Stimmt. Aber ist sackteuer und der Bagger macht auch keinen Spass, der ein Pflanzloch graben muss, weil die Fläche unter der Dachtraufe von der Erbauern mit Bauschutt und Kies gefüllt ist. Alternativ könnte ich auch die Terrasse abreissen. Aber hey, ich spare zehn Minuten Essig mit Gurgelwasser versprühen pro Jahr.
Die zehn Minuten sparen stimmt auch nicht so wirklich. Unter freistehenden Überdachungen muss gegossen werden, länger als 10 Minuten pro Jahr.

Überdachen soll aber auch gegen die Stammkrankhieten helfen, das macht den Bäumen hier mittlerweile mehr zu schaffen als Kräuselkrankheit.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Mai 2020, 11:21:51
Bei den Sorten aus anderen Ländern scheint mir was entgangen zu sein. Einige Baumschule im Südwesten (die auch versenden, z.B. Kiefer) und Österreich haben schon sehr lange massenhaft Sorten von überallher und erneuern dieses Spektrum auch regelmässig. Nur: Leute, ihr müsste auch mal kaufen statt immer nur zum Dehner zu zockeln und sich drüber zu echauffieren dass dort wieder nur der rote Ellerstädter steht! Es hat nämlich seinen Grund, dass Pfisiche hierzulande so selten gepflanzt werden und deshalb nur ein paar Baumschulen da auch was bieten. Den Hauptgrund könnt ihr im Threadtitel nachlesen und hoffentlich wird damit etwas dazu beigetragen, dass dieser Grund weniger Ärger macht.

Freilich gibt's wenige Anbieter in D. Ich hab da nur ein Problem mit den ganz neuen Sorten. Wir haben in D keine Ahnung von Pfirsichanbau, zumindest heutzutage nicht mehr. Ich persönlich halte mehr von alten, bewährten Sorten. Was für den Hausgarten. Alte und bewährte Pfirsichsorten gibt's in D nicht, zumindest nicht viele außer dem Weinbergspfirsich.
Warum nicht von unseren Nachbarn abschauen, die das schon erfolgreich machen. Außerhalb der Plantagen.
Es wird von offizieller Seite auch nichts getestet bei uns. Wenn ich mir z.B. die Bayerische Landesanstalt für Gartenbau anschaue, die haben freilich auch Pfirsiche im Test. Aber eben auch nur die Sorten, die sie offiziell gesponsert bekommen .Also wieder Neuzüchtungen, wo irgendein Züchter dran verdient. Die alten Landsorten aus Italien oder Frankreich haben da keine Chance, bekannt zu werden, bzw. zu zeigen, was die in Sachen Resistenz gegen KK so können.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Galapagosfink am 18. November 2020, 20:22:51
ich habe heute meine Pfirsiche und Nektarinen mit Peressigsäure behandelt, letztes Jahr war ich damit nicht erfolgreich, vielleicht zu spät, ich möchte dieses Jahr mehrfach behandeln, was macht Sinn? alle 4 Wochen, also im Dezember und Januar nochmal oder lieber, noch kürzere Intervalle? Wie oft kann ich behandeln ohne den Bäumen zu schaden?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 19. November 2020, 01:32:19
Bei mir hat es letztes Jahr ja auch im Februar noch funktioniert.
Dieses Jahr dachte ich, es wäre mir ein Fehler unterlaufen, der Austrieb total verkräuselt. Erstmal hatte ich es auf die Spätfröste geschoben, dann waren es doch die Blattläuse. Noch nie hatte ich am Pfirsisch Blattläuse !?
Nach der Bekämpfung wachsen die Blätter gesund heraus.

Je nach Wetter spritze ich 2x, November-Dezember und Januar-Februar.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Starking007 am 19. November 2020, 06:56:10
Pflanzloch Pfirsich:

Nach meiner Erfahrung hat Pfirsich kein Problem mit Schotter, Steinen, Bauschutt.
Im Gegenteil, er mag Luft im Boden.
Pflanzlöcher mache ich schon lange kaum größer als die Wurzeln, der Ballen,
ich verbessere hinterher, rundherum.
Wenn man den Wurzelradius eines Baumes bedenkt, der in aller Regel über die Krone hinausgeht,
spielen die ersten 60cm nur 1-2 Jahre eine Rolle, und das gleiche ich mit Pflege aus.

Z.B. Weinstock: 1 Pflasterstein raus, Wein rein. Tief muss der sein.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Starking007 am 19. November 2020, 06:59:45
Dach, an Haus- oder Schuppenwand:
Pultbogenvordach 120 cm x 80 cm 86€ im Baumarkt, 2 Stck. nehmen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: rocknroller am 19. November 2020, 08:18:08
Zitat
Nach meiner Erfahrung hat Pfirsich kein Problem mit Schotter, Steinen, Bauschutt.
Im Gegenteil, er mag Luft im Boden.

Kann ich bestätigen.

Unser Kernechter vom Vorgebirge steht direkt an einem auslaufenden Schotterhang  direkt an der Bahnlinie.

Wasser bekommt er über die aufgeschüttete Trasse reichlich, allerdings muss er von Mitte Oktober bis Ende Februar ohne direktes Sonnenlicht auskommen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Rib-isel am 19. November 2020, 12:20:22
Pfirsiche vertragen Lehmboden i.d.R. sogar schlechter, daher werden sie bei diesen Böden gerne auf Pflaume veredelt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Deviant Green am 06. Februar 2021, 12:39:47
Ich habe mir Peressigsäure besorgt 3% Essigsäure, 3% H2O2

Einfach in eine Sprühflasche und besprühen?

Bleicht die Peressigsäure, wenn sie auf das Gewand kommt?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Deviant Green am 06. Februar 2021, 12:42:42
Und wie ist das nochmal mit dem Zeitpunkt. Ich bin leider nicht regelmäßig am Standort, aber die Temperaturen sind mild bei uns. Kann man die Säure auch zu früh ausbringen oder hält die Wirkung einige Wochen an, die Sporen bilden sich ja im Winter nicht nach, oder?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 06. Februar 2021, 14:14:35
Am Besten direkt nach dem vollständigem Blattfall, Spätherbst. Sporen bilden sich ab Sommer nicht mehr. Man könnte theoretisch auch früher behandeln, aber das wäre für die noch dranhängenden Blätter schlecht.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Lady Gaga am 06. Februar 2021, 14:39:00
Am Besten direkt nach dem vollständigem Blattfall, Spätherbst. Sporen bilden sich ab Sommer nicht mehr. Man könnte theoretisch auch früher behandeln, aber das wäre für die noch dranhängenden Blätter schlecht.

 ??? Verstehe ich es recht, ihr meint die häufigste Krankheit vom Pfirsich, die übliche Kräuselkrankheit?
Dann verstehe ich nicht, warum man sie im Herbst behandeln soll. Es heisst doch immer, man soll beim Knospenschwellen spritzen, sonst wirkt  nichts.
Auch die LWG erklärt es hier  so.

Es gibt es dazu auch Videos z.B. von der Baumschule Schreiber, wo alles andere als unwirksam erklärt wird.
Hier und hier ab min. 12:43.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 06. Februar 2021, 14:48:25
Steht hier im Thread bereits vielfach. Das sind verschiedene Mittel und verschiedene Wirkmechanismen. Peressigsäure wirkt gegen das Sprossmycel auf dem Holz. Das sitzt dort bereits seit Sommer. Im Spätwinter zerfällt es und die Sprosszellen werden in die Knospen geschwemmt. Für Peressigsäure ists dann zu spät, für andere Mittel jedoch richtig.

Man muss die Biologie des Pilzes betrachten, um die verschiedenen Ansatzpunkte zu verstehen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Lady Gaga am 06. Februar 2021, 15:51:18
Aaah! Es gibt also doch eine Erklärung für den anderen Zeitpunkt!  ;D  Danke schön, wieder was gelernt.  :D
Dh. aber, wenn Deviant Green heute seine Peressigsäure angemischt hat, ist es zu spät, jetzt macht es keinen Sinn mehr.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: 555Nase am 06. Februar 2021, 17:34:37
Aaah! Es gibt also doch eine Erklärung für den anderen Zeitpunkt!  ;D  Danke schön, wieder was gelernt.  :D
Dh. aber, wenn Deviant Green heute seine Peressigsäure angemischt hat, ist es zu spät, jetzt macht es keinen Sinn mehr.

Steht hier im Thread bereits vielfach. Das sind verschiedene Mittel und verschiedene Wirkmechanismen. Peressigsäure wirkt gegen das Sprossmycel auf dem Holz. Das sitzt dort bereits seit Sommer. Im Spätwinter zerfällt es und die Sprosszellen werden in die Knospen geschwemmt. Für Peressigsäure ists dann zu spät, für andere Mittel jedoch richtig.

Man muss die Biologie des Pilzes betrachten, um die verschiedenen Ansatzpunkte zu verstehen.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 06. Februar 2021, 17:36:01
Sagen wir mal so: Mangels Zeitmaschine kann man den sicheren Zeitpunkt sowieso nicht mehr erreichen. Wenn man jetzt behandelt, könnte es durchaus zu spät sein, aber da Peressigsäure sowieso sehr problemlos ist, der "Einsatz" also gering, ist es immer noch besser, jetzt statt gar nicht zu behandeln. Die Chance ist noch da, wenn es noch kein Knospenschwellen gab.

Bei uns wärs zu spät. Es war zu lange warm und feucht, genau dieses Wetter bringt die Sprosszellen zu den Knospen. Da wäre jetzt die alte Methode mit dem Kupfermittel besser. Aber das ist ohnehin vorbei, die Kupfermittel sind nach über 150 Jahren schliesslich für Privatleute nicht mehr zugänglich.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Deviant Green am 06. Februar 2021, 19:54:59
Das ist jetzt mindestens das dritte Jahr in Folge, dass ich den Zeitpunkt verpasse....  >:(

Ich hätte noch Duaxo und Kupfersulfat?
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 06. Februar 2021, 20:08:57
Duaxo hat nur einen Wirkungsgrad von etwa 20% Befallsreduzierung. Unklar ist, warum es für Kräuselkrankheit überhaupt die Zulassung bekommen hat.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Lady Gaga am 06. Februar 2021, 20:28:07
Und wie ist Cuproxat? Habe ich in meinem Giftschrank gefunden, ist noch nicht abgelaufen.  ???
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Lady Gaga am 06. Februar 2021, 20:31:44
Das ist jetzt mindestens das dritte Jahr in Folge, dass ich den Zeitpunkt verpasse....  >:(

Ich hätte noch Duaxo und Kupfersulfat?
Angeblich kann man auch noch biologisch was machen. Die Baumschule, die das zeigt, ist seriös.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 06. Februar 2021, 20:42:01
Knoblauchzubereitungen sind auch chemisch, biologisch wären Pilze, Viren, Bakterien, Nematoden usw.
Kann man probieren, bei dem derzeitigen Befallsdruck (zumindest im wamem Süden) aber vermutlich zuwenig Wirkungsgrad.

Cuproxat hat keine Zulassung mehr gegen Kräuselkrankheit. Nur noch falscher Mehltau in Wein- und Tafeltrauben.
https://mobil.pflanzenschutz-information.de/Apps/WebObjects/PSInfoMobil.woa/wa/Mda/psm?tbsid=0qMMynnVlMTdPmakU1eb8WFOtaR-F7zZeyOEQvjp0m9t1W7iez4TJ9DgFcTXYeUaCFNqjtrchLZF5R65rxBSuw.eyJzdWIiOiJQU0luZm9Nb2JpbCIsImlzcyI6IlRyZWFzdXJlQm9hdCIsImlhdCI6MTYxMjY0MDE3MiwianRpIjoiVXJFWGFiWldsZGlWU0ZuS2lCOTFMdyJ9.eyJhbGciOiJIUzUxMiJ9&znr=033775-00


Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 06. Februar 2021, 20:53:51
PS: das Rezept, 50g Knobi auf 0,5 Liter Wasser unverdünnt alle 3-4 Tage bzw nach jedem Regen klingt in Videos ganz toll.

Praktisch bedeutet das bei der derzeitigen Wetterlage du kannst für 3 Liter Spritzbrühe mit 300g Knobi alle 1-2 Tage deine Küche zustinken und machst das evtl die nächsten 4 Wochen. Danach kannst du deine Spritze wegschmeißen, den geruch bekommst du nie wieder aus dem Kunsstoff raus.

Du kannst schonmal 5kg Knoblauch fürs erste kaufen, ist dann nicht mehr ganz billig. Frisch ist wichtig, nicht getrocknet.

Zu dem Wirkstoff Allicin:
https://de.wikipedia.org/wiki/Allicin

Immernoch seriös das Video, auch so ganz ohne ein Bild von einem behandelten und unbehandeltem Baum zum Vergleich? Ich meine nicht die Baumschule.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Lady Gaga am 06. Februar 2021, 21:09:30
Knoblauchzubereitungen sind auch chemisch, biologisch wären Pilze, Viren, Bakterien, Nematoden usw.
Kann man probieren, bei dem derzeitigen Befallsdruck (zumindest im wamem Süden) aber vermutlich zuwenig Wirkungsgrad.

Cuproxat hat keine Zulassung mehr gegen Kräuselkrankheit. Nur noch falscher Mehltau in Wein- und Tafeltrauben.
https://mobil.pflanzenschutz-information.de/Apps/WebObjects/PSInfoMobil.woa/wa/Mda/psm?tbsid=0qMMynnVlMTdPmakU1eb8WFOtaR-F7zZeyOEQvjp0m9t1W7iez4TJ9DgFcTXYeUaCFNqjtrchLZF5R65rxBSuw.eyJzdWIiOiJQU0luZm9Nb2JpbCIsImlzcyI6IlRyZWFzdXJlQm9hdCIsImlhdCI6MTYxMjY0MDE3MiwianRpIjoiVXJFWGFiWldsZGlWU0ZuS2lCOTFMdyJ9.eyJhbGciOiJIUzUxMiJ9&znr=033775-00

Nanu, heisst das, es wirkt nicht?
Bei deinem Link kommt leider nur ein klitzkleines "Forbidden" links oben.  ???
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: thuja thujon am 06. Februar 2021, 21:34:52
Mhh, bei mir funktioniert der Link. Vielleicht den hier und Cuproxat suchen: https://hausgarten.pflanzenschutz-information.de/Apps/WebObjects/PSInfoHuK.woa

Cuproxat könnte wirken, aber es hat halt keine Zulassung.

Knobi, kann auch wirken, am besten wenn man es konsequent durchzieht und möglichst kein Regen fällt, es hat die größten Erfolge, wenn so gut wie keine Kräuselkrankheit auch ohne Behandlung auftritt. Ist wie ein heißer Tee bei Schnupfen. Man sollte sich nicht allzuviel davon versprechen. Wenn man aber so gut wie keinen Schnupfen hat, dann hilft ein heißer Tee so ausreichend, dass man sich kurzfristig besser, fast beschwerdefrei, fühlt.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: cydorian am 06. Februar 2021, 21:44:46
Ich würde das mit dem Kupfer sein lassen und für kommenden November einen Kalendereintrag erstellen, der mich an die Behandlung mittels Peressigsäure erinnert.
Titel: Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans
Beitrag von: Deviant Green am 07. Februar 2021, 18:19:29
Oder ich schneide den Baum einfach um, das am wenigsten besonnte Drittel ist ohnehin abgestorben. Sorte ist irgendein Naschobst.

Die zweite Sorte, ein badenener Weingartenpfirsich hat keine Kräuselkrankheit. Dafür ist er mehlig. Der muss jedenfalls gehen. Wenn den jemand will, gerne.