Ich kopiere OT aus dem Tomatenstrang mal hierher.
Ivoch hat geschrieben: ↑16. Apr 2026, 22:09
thuja thujon hat geschrieben: ↑11. Apr 2026, 12:46Die Nährstoffwerte von den `Rasenflächen´ schwanken in den Bodenanalysen extrem. Da kann man keine allgemeingültige Aussage machen.
Liegt einfach daran, dass es praktisch nie Rasen ist was da gewachsen ist, sondern Gras mit Spontanvegetation, die beim einen gedüngt wurde und beim anderen nicht. Kaum einer kippt seinen Kompost auf solche Flächen, schon gar nicht 10cm dick wie in den Gemüsebeeten. Also prinzipiell sind solche Flächen eher weniger verseucht, aber es gibt auch genug Ausnahmen. Man weiß es halt nicht ohne Analyse.
Ohne erst mal eine Bodenanalyse zu machen, kann ich irgendwie zumindest abschätzen, ob es dort zu wenig bestimmte Nährstoffe gibt? Z.B. Anhand von Wuchs, Blätterfarben usw.
Ja, kann man.
Hier mal meinen Milkarasen, weil der so schöne helle Kuhflecken hat.
Der wurde im Frühjahr noch nicht angedüngt, im Oktober als Herbstdüngung gabs eine Behandlung mit Harnstoff aus der Rückenspritze aufs Blatt. Erreichen der Grünlandtemperatursumme von 200° war am 1. März, also rund 6 Wochen wachsen ohne Düngung. Deshalb alles sehr gelb statt grün, nicht wirklich vital.
Das Foto ist vom 11.4. Am 10. wurde Abends mit Harnstoff und Mangan gedüngt, auch per Rückenspritze aufs Blatt.
Die hellen Flecken kommen vom Mangan, weil das hier eher im Mangel ist und je nach dem wie gut die Erde noch durchlüftet oder durch Trampelpfade verdichtet ist, ist das Mangan verfügbar für die Wurzel. Verdichtete Bereiche, wo man öfters (auch bei feuchtem Boden) drüberläuft, bleiben länger grün. In den besser durchlüfteten Bereichen wird das zweiwertige Mangan von den Bodenorganismen zu vierwertigem Mangan oxidiert und steht deshalb nicht mehr für die Pflanze zur Verfügung.
Harnstoff wirkt übers Blatt relativ schnell, Foto unten vom 14.4., schon etwas grüner. Im Frühjahr fehlt immer Stickstoff, Schwefel mittlerweile auch. Schwefel wird aber bei höheren Temperaturen aus dem Humus in ausreichenden Mengen freigesetzt. Wenn genug Humus vorhanden ist.
Die gelben Kuhflecken werden etwas länger brauchen, bis die repariert sind.
Das letzte mal Kompost hat der Rasen vor 5 Jahren etwa gesehen, da wird es mal wieder Zeit, auch die Spurennährstoffe nachzutanken. Das wird wohl im Sommer mal passieren. Schnittgut räume ich nur 2-3 mal im Jahr ab, ansonsten wird gemulcht. Deshalb braucht er weniger Stickstoff als die Flächen, wo regelmäßig in den Fangkorb gemäht wird. Kali und Phosphor müsste ich eigentlich gar nicht düngen, das geht beim mulchen kaum verloren, Kali (mit Magnesium) düngen passiert aber manchmal, wenn Schwefel gebraucht wird und das Stickstoff/Kaliverhältnis nicht so weit sein soll.
Vorteilhaft neben Kompost wären hier auch Dünger wie Traubenkernschrot usw, eben alles was ein bisschen mehr an Spurenelementen mitbringt.
Ansonsten, man sieht Nährstoffmangel ganz gut an den Pflanzen bzw kann die einzelnen Nährstoffe an den Symptomen gut auseinanderhalten.
Hier mal aktueller Schwefelmangel an Spinat, jüngere Blätter chlorotisch, Blattadern aber noch grün. Kommt immer häufiger vor im Frühjahr.
Hier mal was zum stöbern:
https://www.yara.de/pflanzenernaehrung/tomato/n/