Hallo, Gehölzfexe, mal eine grundsätzliche Frage. Nein, zwei: - Welche Erfahrungen habt ihr mit Ballentüchern bei der Gehölzpflanzung? Sind sie irrelevant fürs Wachstum der Gehölze (das ist oft zu hören/ zu lesen), oder stören sie die Wurzelbildung (mein starker Verdacht)? - Muss man bei einem Gehölz im Container damit rechnen, dass ein Ballentuch mit drinsteckt?Ich frage, weil ich grad Container-Wurzelballen genau inspiziert habe. Ergebnis: Zwei von vier Koniferen-Zwergen, die ich vor einem Jahr erworben hatte, waren untenrum stramm mit Ballentuch umwickelt und bombenfest drin eingeknotet. Und beiden Gehölzen geht es nicht gut… Als die Pflanzen ankamen, habe ich sie getaucht, um die Ballen gründlich zu durchfeuchten, und sie in deutlich größere Gefäße umgesetzt – wie immer, wenn ich nicht sofort Zeit zum Pflanzen habe. So behandelte Pflanzen wachsen normalerweise fröhlich weiter. Auch dann, wenn sie, wie hier wg. "Baustellenverzögerung" geschehen, länger als geplant im Topf bleiben müssen. In diesem Fall aber bekamen zwei der Gewächse im Frühjahr braune Nadeln. Frostschaden? Schwer vorstellbar: Es waren ausgerechnet die robusteren Mitglieder des Quartetts, die empfindlicheren sahen perfekt grün aus. Also raus aus den Töpfen, Nachschau mit gründlichem Wurzelnausklopfen – siehe da: Ballentücher, teilweise eingewachsen, von Erde bedeckt (die anhaftende Schicht fiel erst nach kräftigen Faustschlägen ab), auf den ersten Blick unsichtbar. Die beiden ballentuchfreien Gehölze haben jede Menge neuer weißer Feinwürzelchen gebildet und sich in ihren Gefäßen schön breit gemacht - alles bestens. Patient Nr. 1, wahrscheinlich nicht zu retten, hat innerhalb des Tuchs kaum Wurzeln. Patient Nr. 2 hatte nicht ein einziges Würzelchen durchs Gewebe geschoben; im Tuch befand sich ein dickes, nahezu erdfreies, holziges Filzknäuel. Dieses Schulbeispiel für Drehwurzeln habe ich mit Wasser-Hilfe ein wenig gelockert und die Pflanze zur Kur in einem Riesentopf mit gutem, lockerem Substrat verstaut – vielleicht bringt's was, ich hoffe noch; aber ich zweifle, ob sich so gnadenloser Drehwuchs noch beheben lässt. Bin stocksauer

: Wenn man Containerpflanzen bei einer angesehenen Baumschule kauft, dürfte sowas doch nicht passieren – oder?
(Hätte ich die Gehölze gleich nach ihrer Ankunft ausgepflanzt, wären mir die Tücher schwerlich aufgefallen, und ich würde jetzt wohl grübeln, welche Pilze o.ä. in meinem Gartenboden rumtoben
...) Oder ist es bei Baumschulers üblich, Gehölze mit fest verschlossenen Ballentüchern zu topfen, und ich bin selbst schuld, weil ich's bei der Lieferung nicht sofort genau geprüft habe? Danke für Tipps und schöne GrüßeQuerkopf
Edith sagt: Buchstaben vergessen 
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137
"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)