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PeterZ's Teich (Gelesen 30489 mal)

Bach, Teich und Tümpel - anlegen, bepflanzen und pflegen

Moderator: Nina

PeterZ
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Re:PeterZ's Teich

PeterZ » Antwort #15 am:

Ursprünglich hatte ich als Einstieg einen in den Schwimmbereich ragenden Steg favorisiert mit einer schicken Edelstahlleiter. (ich favorisiere das auch heute noch)Leider führte da kein Weg hinein, es gab da jemand welcher pausenlos energischen Einspruch erhob.Also eine Treppe.Gegossen aus WU-Beton, C 30/37, angeliefert vom örtlichen Betonwerk.Die Schalung war bereits vorbereitet, ich habe OSB-Platten genommen welche mit Folie umhüllt wurden.Bild Zu dieser Arbeit gibt es nichts weiter zu bemerken, außer vielleicht das in den noch nicht abgebundenen Beton auf die Stufenoberseiten Gummilaufmatten gedrückt wurden. Diese sind 23 mm stark und schauen etwa 5 mm über die Stufenoberfläche, in die Zwischenräume gebe ich jetzt im Frühjahr, wenn die Teichsaison beginnt, feinen Kies. Diese Variante ist außerordentlich rutschfest und reinigungsfreundlich. Den Tipp dazu habe ich einmal nicht aus dem WWW sondern von Richard Weixler, dem dienstältesten internationalen Schwimmteichbauer. Danke Richard, auch für dein Buch.Bild Was ich beim nächsten Teich verändern würde wäre die Form des Einstieges. Genau anders herum, den breiten Teil unten im Schwimmbereich und den schmalen oben am direkten Einstieg. So wie jetzt geht es auch, es sind gestalterische Feinheiten.Bild Bild Die 14 Tonnen Substrat lagen bereits fertig gemischt auf der anderen Grundstückseite, untrennbar mit seiner Einbringung ist bei solch einem Projekt unter Berücksichtigung der meteorologischen Verhältnisse auch das Vorhandensein aller Wasserpflanzen.Das wird ein etwas längeres Posting…
Es grüßt freundlich: [B]PeterZ[/B]
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PeterZ
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Re:PeterZ's Teich

PeterZ » Antwort #16 am:

Die großen und schweren baulichen Arbeiten an der Baugrube hatten ihren Abschluß erreicht, ein kleines Aufatmen war gestattet.Der Baufortschritt wurde leichter und auch schöner, es ging in die Richtung welche der Teich als solcher vorgibt: Naturnah, ein Pflanzenteich welcher eine beschränkte Schwimmfläche als Schmankerl darbietet.Aber zunächst zum Füllwasser.Es stammt aus einem Brunnen, hier die Wasserwerte:
  • KH 17 °dKH
  • GH 14 °dGH
  • NH4 <0,05 mg/l
  • NO2 <0,01 mg/l
  • NO3 7 mg/l
  • PO4 <0,02 mg/l
  • Fe <0,02 mg/l
Eine hohe Karbonathärte -das ist in meiner Gegend normal- und einen merklichen Nitratanteil, aber alles in allem noch im erträglichen Bereich.Testhalber wurden ein, zwei Liter von diesem Füllwasser auf ein vier Quadratmeter großes EPDM-Folienstück gegeben, eine längere Zeit einwirken lassen und nochmals messen. Die einzigste Änderung war ein leichter Anstieg vom Phosphat PO4 auf etwa 0,05 mg/l, auch das ist noch völlig i.O.Dann kam die Ufermatte dran. Irgendein Anbieter hatte einmal geschrieben das man sie vor der endgültigen Verlegung wässern soll, ich weiß jetzt auch warum.Sie ist, wahrscheinlich herstellungsbedingt, mit einer Art Seifenkonzentrat versehen, die pure Katastrophe. Ein wenig Füllwasser durchgeleitet und gemessen... Ich habe die genauen Werte damals nicht notiert, beim Phosphat reichte die Farbreferenzkarte des JBL-Tröpfchentestes nicht mehr aus. Den Messkoffer zugeklappt, die drei Ufermattenrollen sofort einen Tag lang permanent gespült, wieder gemessen. Die Seife war raus, nur noch leicht erhöhte Phosphat- und Nitritwerte.Jetzt zum Substrat.Welches nimmt man, Erde, Ton, Lehm, Kies oder gar Spezialmischungen? Wie stark soll es eingebracht werden?An dieser Stelle darf und kann ich es kurz machen. Das im ersten Posting erwähnte Fachforum zu Gartenteichen hat noch einen weiteren Fachbeitrag von StefanS aus dem Jahr 2003 offen lesbar, einen Fachbeitrag zum Teichsubstrat. Alles Wichtige zu dieser Thematik ist dort abgehandelt und ich zitiere die Kernaussage direkt:
Mein Vorschlag zum Teichsubstrat ist deshalb schnell unterbreitet:In reine Pflanzenteiche gehört Verlegesand, also feinster Sand mit 20 bis 30 % braunem Lehmanteil. Beziehen kann man diesen Sand - ggf. unter anderem Handelsnamen - bei vielen Baustoffhändlern, aber oft auch sehr billig bei Kiesgruben und Kiesbaggereien (ist oft sogar ausgesprochen billig, da “Abfall”).In Teiche mit Fischen gehört nicht allzu feiner Sand bis zur Körnung 2 mm. Dieser ist ebenfalls für Schwimmteiche geeignet....Kies ist für mich eine Fehlinvestition (Kies ist vergleichsweise teuer) für jeden Gartenteich. Er setzt sich schnell zu, wird unansehnlich und backt mit dem Schlick zu einer zähen Masse zusammen.
Dem ist nichts hinzu zufügen, außer einer kleinen Vorjahreserfahrung mit exakt demselben Substrat im kleinen Filterteich. Rein optisch sind die dort gepflanzten Pflanzen explodiert, ich habe dieses Jahr schon auslichten müssen. Wahrscheinlich hat das Hornkraut den KH Wert auf 12 °dKH gebracht, die später eingesetzten Krebsscheren haben nicht mehr empfindlich darauf reagiert. So wurden bereits während des Aushebens der Teichgrube 13 Tonnen (10 € /to) Kiessand 0/2 mm aus der örtlichen Kiesgrube angeliefert, er enthält keinerlei Lehmanteil, das ist einfach nicht lieferbar da er aus dem Wasser gefördert wird. Den Lehmanteil habe ich extra anliefern lassen, in der örtlichen Ziegelei wurden drei Tonnen Lehmgranulat dem Produktionsprozess abgezweigt und gegen einen kleinen Obolus fanden sie zu mir.Auf dem folgenden Bild ist in der Nahaufnahme der Kiessand zu sehen, gleich daneben (mit Zollstock) das Lehmgranulat in kleinen Plättchen. Der Bagger hatte dann mit der Schaufel beide Haufen mehrmals durchgemischt, das dauerte nur ein paar Minuten. Das Lehmgranulat wäre sonst unweigerlich zu einem festen Block getrocknet oder zu einem großen Matschhaufen zusammengesackt, je nach Witterung.So war es optimal durchgemischt und mit Folie bis zur Verteilung im fertigen Teich vor Regenschauern geschützt.Bild Bild Das Einbringen des Substrates mittels Schubkarre ist eine Fleißaufgabe und hat drei Tage (genauer gesagt Nachmittage) gedauert. Die Schichtstärke liegt bei 5 … 10 cm.Gegenüber der Schwimmfläche von 66 m² beträgt die Filter/Regenerationsfläche 190 m². Das „Klärloch“ mit 1,60 m Tiefe als Teil der Filter/Regenerationsfläche weist etwa vier Quadratmeter auf, das ist für diese Größenverhältnisse völlig ausreichend.Es sollten über 700 Wasserpflanzen gesetzt werden, bei den Händlern (ich lege nicht gern alle Eier in einen Korb) waren die Voranfragen schon lange in "Sack und Tüten" und die verbindlichen Bestellungen warteten auf den Abruf meinerseits.Bild Bild Bei solch einem Projekt muss ich an dieser Stelle unbedingt den Zeitfaktor ins Spiel bringen.Die Befüllung dieses Teiches dauert mehrere Tage, und es sollte trocken bleiben. Regnet es in diesem Zeitraum wird logischerweise das gesamte Substrat feucht oder nass und das ist dann suboptimal. Ich habe immer im trockenen Substrat stehend an der Wassergrenze gepflanzt, im feuchten Substrat. Auf dem folgenden Bild kann man sehr schön sehen wie der lehmhaltige Kiessand das Wasser nach oben zieht, in diesem feuchten Rand oder auch ein paar Zentimeter tief im Wasser wurde gepflanzt. BildAlso mit steigendem Wasserspiegel und das dauert eben ein paar Tage. Die Pflanzen ruhten solange im artgerechten Quartier und wurden dann Stück für Stück gesetzt.Mit dem „Wasser marsch!“ im Schwimmbereich wurden die Bestellungen der Pflanzen abgerufen, nach ein paar Tagen hatte der Wasserspiegel das Substrat erreicht und die mittlerweile eingetroffenen Pflanzen konnten gesetzt werden. (ein paar Sorten kamen dann doch erst später, es ist wie immer mit den Händlern, diese wurden vorsichtig im Schneckentempo Unterwasser gepflanzt sonst wirbelt alles auf)Der Grundriss des Teiches war im A2-Format ausgedruckt und der in der Planungsphase erstellte Pflanzplan skizziert. Die gesamte Familie hat gepflanzt, ohne solch einen Plan wäre es absolut nichts geworden, das Chaos wäre komplett gewesen. Ich will mich auch nicht so verstanden wissen das es ein durchgestylter Pflanzplan ist welcher akribisch eingehalten werden muss. In der Praxis wurde teilweise noch etwas geändert, ein Händler hatte mir z.B. recht freizügig zu viele Exemplare geschickt…Und es kam die Anfangstrübung. Ich kann es nicht besser schreiben und darf einmal direkt zitieren aus Dobler/Fleischer: Der Schwimmteich im Garten
Da gibt es zum Beispiel die Anfangstrübung: Wenn ein neu fertiggestellter Teich erstmals mit Wasser gefüllt wird, setzt nach wenigen Tagen eine Grünfärbung des Wassers ein, mit immer geringerer Sichttiefe; schließlich kann tatsächlich ein erbsensuppiger Eindruck entstehen, mit ganz ungustiösen Schlieren und Blasen. Nun: das ist haargenau der Zeitpunkt, um den Teich stolzgeschwellt allen jenen Verwandten und Freunden vorzuführen, die man später nicht als dauerhafte Badegäste da haben will. Denn diese Anfangstrübung vergeht vollständig, sowie die Pflanzen verwurzelt sind und gedeihen und sich alle biologischen Kreisläufe etabliert haben. Das kann freilich, je nach Sonneneinstrahlung und Wassertemperatur, von einigen Wochen bis zu rund zwei Monaten dauern.
Genau so ist es gekommen, auch mit dem Freunde einladen (es funktioniert). ;D Schlieren und Blasen waren zwar keine da aber die Grünfärbung. Nach vier Wochen wurde es jeden Tag um eine Einstiegstufe tiefer klarer. Mein Füllwasser ist recht gut und außerdem wurde selbstverständlich der kleine, bereits eingefahrene Filterteich aus dem Vorjahr genutzt. Ein behelfsmäßiger Kreislauf mit einer Unterwasserpumpe wurde installiert und jeden Tag zwei m³ Wasser aus dem großen Teich nach oben gepumpt, dort durchströmt es den kleinen Filterteich und fließt zurück in den großen.Es war eine Megaimpfung. Ich konnte einen Gang zurück schalten, die Pflanzen waren erfolgreich gepflanzt.Bild Bild BildDie Wasserwerte von Mitte Oktober:
  • KH 17 °dKH
  • GH 18 °dGH
  • NH4 <0,1 mg/l
  • NO2 <0,05 mg/l
  • NO3 8 mg/l
  • PO4 <0,1 mg/l
  • Fe <0,02 mg/l
Leicht erhöht gegenüber dem reinen Füllwasser, interessant ist der Nitritpeak (anfang Dezember lag das Nitrit wieder bei 0,01 mg/l), ich vermute das es vom WU-Beton kam.Jetzt, Ende August folgten die zeitunkritischen Restarbeiten.Der Überlauf, der Bachlauf, das Durchsieben von etwa 40 to Mutterboden für die Ufergräben, die Drainage der Bachlaufwandung und in den Ufergräben, den Einstieg nivellieren und überhaupt alles nivellieren.Fortsetzung folgt…
Es grüßt freundlich: [B]PeterZ[/B]
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Gänselieschen
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Re:PeterZ's Teich

Gänselieschen » Antwort #17 am:

Bin wieder schwer beeindruckt. 8)
Gartenhexe

Re:PeterZ's Teich

Gartenhexe » Antwort #18 am:

Ich auch, alle Achtung. Mein lieber Mann hätte sich so eine Aktion nicht zugetraut und ich ihm nicht zugemutet. Unser Teich ist ja auch nur 80 qm groß und wir sind bestimmt etliches älter.Trotzdem, toll. Neid!Viele GrüßeHenriette
PeterZ
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Re:PeterZ's Teich

PeterZ » Antwort #19 am:

Weiter ging es mit einem eher unspektakulären aber trotzdem wichtigen Detail, dem Überlauf.Das Grundprinzip von solch angelegten Gartenteichen –die Erzielung und Aufrechterhaltung einer Nährstoffarmut- besteht immer in einer hydraulischen Abschottung -der Kapillarsperre- zum umgebenden Gelände, der Teich ist "dicht".Bei starken und lang andauernden Niederschlägen steigt das Teichniveau unweigerlich so lange an bis es die den Teich umgebende Kapillarsperre an der tiefsten Stelle überwindet, der Teich läuft über. Das ist dem Teich selber zwar nicht abträglich (vom Gelände in den Teich wäre schlimmer, viel schlimmer) aber je nach der konkreten baulichen Ausführung läuft er gezwungenermaßen irgendwo über und immer genau da wo man es nicht braucht.Für einen zielgerichteten Überlauf wird an der dafür bestimmten, am tiefsten gelegenen Stelle eine Ableitung installiert. Das ist nicht weiter problematisch und schnell erledigt, weit problematischer könnte sich die Frage stellen "Wohin mit dem überlaufenden Wasser?".Es gibt im WWW einige präsentierte Lösungen von weiteren Teichbauern, oft wird eine ausreichend dimensionierte Sickergrube errichtet oder auch über vorhandene Oberflächenwasserabläufe in die Kanalisation (Genehmigung!) abgeleitet.Ich habe glücklicherweise eine Premiumlösung. Nur ein paar Meter neben dem Teich, direkt hinter der Grundstücksgrenze liegt in zwei Meter Tiefe ein alter, 1945 trocken gelegter natürlicher Bachlauf welcher bis in die Sommermonate durch Schichtenwasser nass bis feucht gehalten wird. Sämtliche Anlieger an diesem ehemaligen Bachlauf haben die ausdrückliche Erlaubnis ihr Oberflächenwasser (auch Dachentwässerung) dorthin abzuleiten, das Feuchtbiotop nimmt es dankend an.So brauchte ich nur ein sechs Meter langes DN160 KG-Rohr mit geringem Gefälle zum Ablauf hin einzugraben und den Folienrand meines Teiches auf das gewünschte maximale Teichniveau dort am Überlaufpunkt einzustellen. Dieser Überlaufpunkt ist die niedrigste Stelle der den Teich umgebenden Kapillarsperre. Bei einem Starkregen muss das KG-Rohr in der Lage sein pro Sekunde über fünf Liter Wasser abzuleiten, das schafft das 160er Rohr spielend.Bild Bild Bild Der gesamte Teichrand ist wie auf den Bildern ersichtlich noch im Bauzustand. Die finale Randgestaltung findet erst jetzt im Jahr 2012 statt.Anschließend wurden beide Ufergräben aufgefüllt. Etwa 40 Tonnen Mutterboden wurden gesiebt, mittels eines Rollsiebes lag die Tagesleistung zwischen ein bis zwei Kubikmetern. Die eingefüllte Erde setzte sich und die über den Uferwall gelegte Ufermatte versorgte wie gewünscht den dreiviertel gefüllten Ufergraben durch ihre Kapillarwirkung langsam mit Teichwasser.Info: Der Ufergraben als letztes Teil des Systems tiefer Teich --> flacher Teich --> Sumpf --> nasse Wiese --> übriges Gartenland ist mit nährstoffreicher Muttererde gefüllt, selbst Aufdüngungen können dort erfolgen. Hier wachsen die schönsten Pflanzen welche solch einen Standort verlangen. Der Ufergraben wird permanent über die Ufermatte mit Teichwasser versorgt, sie saugt aus dem Teich das Wasser in den tiefer gelegenen Ufergraben. Niemals darf der Wasserspiegel im Ufergraben, egal wie hoch das Erdniveau in dem Bereich ist, höher als der Wasserspiegel im Teich sein! Der Kapillareffekt würde jetzt in umgekehrter Richtung stattfinden, vom höher gelegenen Ufergrabenniveau in das tiefer gelegene Teichniveau. Nährstoffreiches Wasser würde in den Teich gelangen und diese Düngerbombe zu neuen Algenrekorden führen. Da der Teich bereits mit einem notwendigen Überlauf versehen wurde kann z.B. bei Dauerregen das Teichniveau nur bis zu diesem eingestellten Überlaufniveau steigen, höher geht nicht. Im Ufergraben dagegen könnte es viel höher steigen, nach außen hin ist die hohe Kapillarsperre angebracht und zum Teich hin der hohe Uferwall. Da hätte ich die unbedingt zu vermeidende Situation provoziert! Daher sind in beiden Ufergräben an den äußeren Rändern je einen Dränagerand aus grobem Kies angeschüttet und beide Ufergräben sind mit je einem Überlauf ins umgebende Gartenland versehen. Diese Überläufe sind ein paar Zentimeter tiefer als der Teichüberlauf eingestellt. Nochmals in Kurzform: durch den Überlauf im Teich als auch die beiden etwas niedriger eingestellten Überläufe in beiden Ufergräben ist sicher gestellt das niemals Wasser aus dem Umland in den Teich gelangen kann.An den Stellen, wo sich keine Ufergräben befinden sorgt die Kapillarsperre (im einfachsten Fall ist sie das ein paar Zentimeter senkrecht gestellte und optisch kaschierte Ende der Folie) für die Einhaltung dieser obersten Regel.Bild Bild Bild Bild Bild Im folgendem Post in den nächsten Tagen darf ich noch ein wenig über den Bachlauf berichten und um einige Nachfragen zu beantworten krame ich die alten Pflanzbestellungen heraus um die gepflanzten Pflanzen nach Pflanztiefe (oder auch noch nach Klärverhalten) aufzulisten.Damit wäre dann das vorläufige Ende meiner fast schon monologartigen Reportage erreicht.Aktuell: Eisdicke über 20 cm, nur eine Handvoll abgestorbener Pflanzen reichen durch das Eis und die Katze fegt über die Eisfläche.Bis dann...
Es grüßt freundlich: [B]PeterZ[/B]
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ManuimGarten

Re:PeterZ's Teich

ManuimGarten » Antwort #20 am:

Naja - monologartig, weil man ja erst warten will, bis du mit deiner Dokumentation fertig bist.Ist ja "very impressive". :o ;DIch gestehe, dass ich bei so einem Riesenprojekt den Hut drauf hauen würde. Ist ja unfassbar, was du da alles mitkalkuliert hast und selbst machst. Unser Teich hat im Vergleich dazu eine sehr einfache Bauweise: eckiges Loch mit einer schrägen Seite nach oben. Holzrahmen für den Schwimmbereich, Kies. Natürlich Vlies und Folie. Aber keine verschiedenen Stufen in der Erde, keinen Ufergraben, kein Klärloch, kein Überlauf. Und das Ganze nach meiner Skizze von einer Gartenbaufirma bauen lassen. Jetzt bin ich schon gespannt, wie der Teich fertig und eingewachsen aussieht. ;D
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Herr Dingens
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Re:PeterZ's Teich

Herr Dingens » Antwort #21 am:

Chapeau für diese Mammutleistung!Ich verstehe nur eines nicht, weíl Du und nun auch Manu vom Schwimmbereicht redet: ich selbst habe einen Teich, ca. 16 bis 20 m³, also vergleichsweise klein, aber darin zu baden, könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.Im Frühling ist der Teil absolut voll mit Laichketten und -haufen von Fröschen und Kröten, von Kröten sowieso, wie auch von Fischen, Kaulquappen, und anderem Getier, im Sommer und Herbst von Wasserläufern, .... .Wie kann man nur Lust haben, in so einem Teich zu baden? Oder haltet Ihr den Teich mittels Technik so weit steril, dass kein Biotop entsteht? Keine Libellen, Kröten, Frösche, Fischreiher (hab ich jetzt ausgesperrt), nix?
Viele Grüße aus Nan, Thailand
realp
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Re:PeterZ's Teich

realp » Antwort #22 am:

Ja, ich bin auch so beeindruckt ob Deiner Leistung, dass ich mich gar nicht mehr traue, nun auch einen Schwimmteich anlegen zu lassen. Ich dachte, so wie manu das beschrieben hat, dass es auch etwas einfacher und unkomplizierter geht. Nun hat mich etwas der Mut verlassen, denn ich bin ganz verunsichert.
ManuimGarten

Re:PeterZ's Teich

ManuimGarten » Antwort #23 am:

Realp, dann lasse es doch machen, so wie meinen Teich. Der ist natürlich auch wesentlich kleiner, 8x8m. ;)Herr Dingens, mein Schwimmteich (hier sind Fotos in #219) ist nicht steril, es gibt auch keine Technik. In meiner Jugend war ich Taucherin, mir gibt es Urlaubsfeeling, zwischen den Fischen zu schnorcheln. Und es ist spannend, mit der Taucherbrille zu beobachten, was sich unter dem Wasserspiegel tut.Der Schwimmbereich ist auch deutlich vom Regenerierbereich getrennt und nicht bepflanzt, dort sind nur Goldfische und Wasserläufer (die flüchten) - man kann ungestört baden. Im flacheren Regenerierbereich verstecken sich dann die Kröten, Rückenschwimmer und jagen die Libellenlarven - dort soll man ohnehin nicht herumsteigen. Seit die Goldfische im Teich sind (und sich leider laufend vermehren) sind die Kaulquappen sehr reduziert. - Man kann sich also ruhig trauen, man wird nicht gefressen. ;)
realp
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Re:PeterZ's Teich

realp » Antwort #24 am:

Ja, ich plane eigentlich auch ein etwas kleineres Teil, aber auch eher länglich wegen der Gegebenheit des Gründstückes. Aber was ist denn nun mit Ueberlauf, Klärloch und den ganzen anderen tollen technischen Schikanen ? Funktioniert denn eine einfachere Version auch ? Oder hat man dann nur Aerger mit dem Unterhalt. Ich möchte keine komplizierte Angelegenheit, sondern einen Schwimmteich, der funktioniert ohne grosse Wartungsaufgaben. Eigentlich sollte die Natur das übernehmen...
ManuimGarten

Re:PeterZ's Teich

ManuimGarten » Antwort #25 am:

Einfachere Versionen funktionieren auch. Insofern fände ich Peters Überlegungen hinter diesen raffinierten Bauteilen interessant. Warum es z.B. ein Klärloch gibt, wenn der Regenerierbereich ohnehin wesentlich größer als der Schwimmbereich ist.Die Einfachversion unseres Teichs kann ich mal zeigen. Aber ich will jetzt Peters Ablauf nicht stören. Also später... ;)
zwerggarten

Re:PeterZ's Teich

zwerggarten » Antwort #26 am:

... aber darin zu baden, könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.Im Frühling ist der Teil absolut voll mit Laichketten und -haufen von Fröschen und Kröten, von Kröten sowieso, wie auch von Fischen, Kaulquappen, und anderem Getier, im Sommer und Herbst von Wasserläufern, .... .Wie kann man nur Lust haben, in so einem Teich zu baden? Oder haltet Ihr den Teich mittels Technik so weit steril, dass kein Biotop entsteht? Keine Libellen, Kröten, Frösche,... nix?
geh ins schwimmbad! da ist soviel chlor im wasser, dass auch das pipi von diesem oder jener nicht stört. :P was denkst du denn eigentlich, ist in einem natürlichen teich oder see daheim, oder im meer? das lebt, in echt! :o 8) ;) wer da nicht schwimmen mag, ist immundefekt oder hat den kontakt zur natürlichen umwelt vollends verloren. schade eigentlich. :-\
ManuimGarten

Re:PeterZ's Teich

ManuimGarten » Antwort #27 am:

Man darf nicht vergessen, dass ein kleinerer Teich von 16-20qm natürlich mehr zuwächst, mit Pflanzen, Algen, Schlamm und Tieren. Und er hat auch keinen eigenen, freien Schwimmbereich. Da würde ich auch nicht so gerne rein gehen. In meiner Kindheit hatten wir einen Forellenteich, wo wir Kinder nicht rein sollten. Mutter erzählte einfach von Blutegeln... das wirkte und sitzt noch tief. ;)
hymenocallis

Re:PeterZ's Teich

hymenocallis » Antwort #28 am:

geh ins schwimmbad! da ist soviel chlor im wasser, dass auch das pipi von diesem oder jener nicht stört. :P was denkst du denn eigentlich, ist in einem natürlichen teich oder see daheim, oder im meer? das lebt, in echt! :o 8) ;) wer da nicht schwimmen mag, ist immundefekt oder hat den kontakt zur natürlichen umwelt vollends verloren. schade eigentlich. :-\
So simpel ist die Realität auch nicht. Leider schleppen Enten gerne mal unangenehme Parasiten wie Zerkarien ein und wer erlebt hat, wie die eigenen Kinder unter einer solchen Infektion leiden, sieht das vielleicht etwas weniger idealistisch.Ein netter Arbeitskollege von mir (Beruf: Biologe) hat das mit dem professionell angelegten Schwimmteich mit seinen Kindern mitgemacht - seither badet dort niemand mehr. Der Anflug der Stockenten läßt sich nicht zuverlässig verhindern und wer will schon jedes Mal vor dem Baden das Wasser auf ev. Parasiten testen?LG
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Herr Dingens
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Registriert: 18. Mär 2011, 18:02

Re:PeterZ's Teich

Herr Dingens » Antwort #29 am:

... aber darin zu baden, könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.Im Frühling ist der Teil absolut voll mit Laichketten und -haufen von Fröschen und Kröten, von Kröten sowieso, wie auch von Fischen, Kaulquappen, und anderem Getier, im Sommer und Herbst von Wasserläufern, .... .Wie kann man nur Lust haben, in so einem Teich zu baden? Oder haltet Ihr den Teich mittels Technik so weit steril, dass kein Biotop entsteht? Keine Libellen, Kröten, Frösche,... nix?
geh ins schwimmbad! da ist soviel chlor im wasser, dass auch das pipi von diesem oder jener nicht stört. :P was denkst du denn eigentlich, ist in einem natürlichen teich oder see daheim, oder im meer? das lebt, in echt! :o 8) ;) wer da nicht schwimmen mag, ist immundefekt oder hat den kontakt zur natürlichen umwelt vollends verloren. schade eigentlich. :-\
Ich weiß, was in der Natur in einem See oder Teich drin ist. Aber wenn in einem natürlichen See DAS drin wäre, was hier bei mir drin IST, dann wäre der fürs Baden aber ganz sicher gesperrt ;D
Viele Grüße aus Nan, Thailand
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