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Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis? (Gelesen 16332 mal)

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mame
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

mame » Antwort #90 am:

Im Raum München wird bei den Landschaftsgärtnern deutlich über Tarif bezahlt. In Zierpflanzenbau und Baumschule überwiegend auch. Wie es in den anderen Gärtner-Fachrichtungen aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier gibt es einige Handwerker, die deutlich weniger verdienen. Dass man im Winter ausgestellt wird, ist eigentlich nicht mehr üblich, höchstens noch in den Baumschulen. Im Garten-Landschaftsbau arbeitet man üblicherweise im Sommer auf ein Zeitkonto, welches dann im Winter abgebaut wird. Also ich kenne hier keine Gärtner, die eine "Hilfe zum Lebensunterhalt" beantragen müssen. Aber wenn ich Eure Beiträge so lese, hab ich eh das Gefühl, dass ich auf einem anderen Planeten lebe ;) ;D 8)
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Danilo
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

Danilo » Antwort #91 am:

Im Raum München [...] hab ich eh das Gefühl, dass ich auf einem anderen Planeten lebe ;) ;D 8)
;) Die Gärtner, die ich kenne und die ursprünglich aus Anklam, Hagenow oder der Uckermark kamen, sind inzwischen alle in die Schweiz ausgewandert. ;D
sarastro

Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

sarastro » Antwort #92 am:

Ich habe erst gestern die GP erhalten, aus bekannten, nicht nachvollziehbaren Verzögerungen. Da schreibt Jonas Reif im Editorial, dass quasi ein Hochschulstudium zur besseren Bezahlung eines Gärtners führt. Kommt stark darauf an, was man daraus macht. In Wien (und nicht nur dort) schließen jede Menge Studenten ab, mit der Option, entweder in die Selbständigkeit zu gehen oder in einem Planungsbüro unterzukommen. So gibt es mit der Zeit immer mehr Planer und immer weniger Praktiker, abgesehen davon, dass der Markt diese Flut gar nicht verkraftet. Dritte Option wäre bei der Stadt oder beim Staat. Gibt es da wirklich so viele A-Posten? Gärtner mit Matura und Lehre ja, aber Gärtner mit Hochschulstudium und nachher Unkraut zupfen und topfen ist ehrlich gesagt ein überqualifizierter Job. Zumindest auf Dauer, was nicht heißt, dass diese es nicht können sollten.
sarastro

Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

sarastro » Antwort #93 am:

Im Raum München wird bei den Landschaftsgärtnern deutlich über Tarif bezahlt. In Zierpflanzenbau und Baumschule überwiegend auch. Wie es in den anderen Gärtner-Fachrichtungen aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier gibt es einige Handwerker, die deutlich weniger verdienen. Dass man im Winter ausgestellt wird, ist eigentlich nicht mehr üblich, höchstens noch in den Baumschulen. Im Garten-Landschaftsbau arbeitet man üblicherweise im Sommer auf ein Zeitkonto, welches dann im Winter abgebaut wird. Also ich kenne hier keine Gärtner, die eine "Hilfe zum Lebensunterhalt" beantragen müssen. Aber wenn ich Eure Beiträge so lese, hab ich eh das Gefühl, dass ich auf einem anderen Planeten lebe ;) ;D 8)
Es gibt eben doch auch eine andere Seite, die mir auch bekannt ist. Und mit einem Tariflohn würde in München und Umgebung keiner mehr arbeiten.Allerdings, wenn man sich die Betriebe hierzulande betrachtet, hat man manchmal das Gefühl, hochqualifizierte Leute bräuchte man nicht, weil sie auf Dauer schlichtweg zu teuer sind und weil man offenbar auch mit weniger qualifizierten gut über die Runden kommt. Aber diese Einstellung rächt sich mit der Zeit.
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Zuccalmaglio
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

Zuccalmaglio » Antwort #94 am:

@sarastro,noch ein Wort zu deinen "....fetten, unnötigen Gewerkschaften...".Das diese "Konzerne" mit Problemen behaftet sind, dürfte keiner Bestreiten. Von den Skandalen der "Neuen Heimat" bis zur üppigen Versorgung einzelner.Aber zu Glauben, es käme ohne Gewerkschaften aus -und so interpretiere ich dein "unnötig"- ist schlicht naiv oder böser Wille.Glaubst du im Ernst, die soziale Lage der Gesellschaft insgesamt und die der abhängig Beschäftigten wäre besser, wenn wir den gewerkschaftlichen Einfluss nach dem Krieg nicht gehabt hätten ?
Tschöh mit ö
sarastro

Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

sarastro » Antwort #95 am:

Du schreibst es schon richtig: nach dem Krieg - und vor dem Krieg, und im vorvorigen Jahrhundert. Da waren Gewerkschaften vielleicht notwendig. Aber nicht heutzutage, zumindest nicht so aufgeblasen. Wenn ich diese unnachgiebigen Verhandler schon im Fernsehen sehe, kommt mir der Kaffee hoch. Das Paradebeispiel schlechthin ist unsere Lehrergewerkschaft hier in Österreich. Sie ist so allmächtig, beeinflusst die Politiker und stellt sich gegen jegliche Innovation quer, um ja keine gewonnenen Pfründe zu lassen. Und nimm doch mal den Gartenbau. Dort gibt es vielleicht auch eine Gewerkschaft oder Lohnverhandler seitens der Arbeitnehmer. Glaubst du vielleicht ernsthaft, die spielen heute eine Rolle? Ich bin hier wirklich für gesunde Rahmenbedingungen, sogar für einen Mindestlohn, aber ansonsten für freies Spiel, was heißt, dass der eine sich eben teuer zu verkaufen versteht (und sein Salair bekommt, wenn er seine Leistung bringt) und der andere sich zu billig hergibt. Wie beispielsweise Kollegen von mir und auch ich selbst in der Vergangenheit.... :o ;D ::)
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Zuccalmaglio
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

Zuccalmaglio » Antwort #96 am:

Dein Beispiel der Dino-Gewerkschaft (bei euch die Lehrer) dürfte sich woanders ab und an auch in anderen Ländern finden. Das gibt es. Leider.Trotzdem benötigt dann die Gewerkschaft und/oder die Rahmenbedinungen eine Reform. Sonst bricht so ein starres Etwas irgendwann so und so zusammen wie jede Institution/Verband etc.. (Ich bin auch schon aus Vereinen ausgetreten, weil sich da nichts bewegt hat und irgendwann treten so viele aus oder revoltieren ..)Das ist ein demokratisches Element. Das kann aber doch den Sinn einer gebündelten Arbeitnehmervertretung an sich nicht in Frage stellen. Denn die Einzelnen für sich sind -bis auf wenige Ausnahmen- dazu gegenüber den Arbeitgebern per se in der schwächeren Position.Die AG hätten doch die Möglichkeit, die AN gegeneinander auszuspielen und sofern sie keine gemeinsame Vertretung haben, würde das auch funkionieren. Das wäre Manchesterkapitalismus pur.Ntürlich gibt es die erfolgreichen Einzelverhandler unter den Arbeitnehmern. Das funktioniert aber nur in überschaubaren Nischen oder mit besonderen Qualifikationen/Aufgabenstellungen und nicht in der großen Masse in einer Branche/Betrieb. Daneben geht es ja auch nicht nur um die Höhe der Vergütung. Mindestens ebenso wichtig sind doch die Rahmenbedingungen und da haben wir doch z.B. in der BRD im Rahmen der vielbemühten Sozialpartnerschaft viel erreicht (Arbeitssicherheit, Freizeitregelungen, Urlaub, Heimarbiet etc.). Diese Dinge sind auch letztlich im Sinne eines AG, denn nur ein zufriedener Mitarbeiterstamm bringt die Leistung, die sich dann auch im Betriebsergebnis widerspiegelt. Diese Erkenntnis hat sich schon bis zu einigen "Chefs" herumgesprochen. Die anderen verharren noch in der Vergangenheit.
Tschöh mit ö
sarastro

Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

sarastro » Antwort #97 am:

Das sehe ich doch auch so. Ich mache es aber weder zum Gegenstand meiner Philosophie, noch zu meinem Lebensinhalt, denn das macht doch nicht den Beruf aus! Während meiner Lehrzeit in D traten einige Mitlehrenden und Berufsschüler an mich heran, ich solle doch in die Gewerkschaft eintreten. Ich bin eben anders aufgewachsen und gestrickt, tat dies nicht, obgleich ich dann scheel angeschaut wurde. Richtiger Gruppenzwang, den ich sowieso hasse. Später in der Schweiz und dann in Holland war das Wort "Gewerkschaft" sowieso ein Fremdwort. Und in Österreich ist der Arbeitnehmerschutz so stark, da braucht es die sowieso nicht. Wir sind doch weit entfernt, Leute auszunützen. Das Arbeitsleben besteht aus Geben und Nehmen, selbstverständlich auch aus den Punkten, wie du sie oben angeführt hast. Sie stellen aber für mich eher die Begleitmusik im Berufsleben dar. Viel wichtiger ist auch etwas anderes, was ich jetzt überspitzt als "Berufsethik" formulieren möchte, ohne jetzt gleich Karl Foerster mit seinem hohen Berufsbild zu skizzieren. Damals waren die Leute zufriedener, obgleich sie wirklich mit Hungerlöhnen konfrontiert waren! Heute geht es leider nur noch um den schnöden Mammon, egal, welche Seite man herzieht. Wer von der großen Masse an Gärtnern geht denn noch mit Begeisterung arbeiten und strahlt mit verzückten Augen, wenn er eine unbekannte Pflanze blühen sieht? Das Gegenteil ist die Normalität, nämlich dass ich als großer Sonderling gelte, wenn ich mich am Wochenende auch noch in Botanische Gärten begebe oder andere Betriebe besichtige.Und wenn hier so'n Typ von der Arbeiterkammer in Lack und Klack reinschneit, der lediglich vordergründig am Wohlbefinden der Mitarbeiter interessiert ist, jedoch nur wissen will, ob die Lohnzettel pünktlich ausgeteilt werden, dann frage ich mich, mit welcher Berechtigung der eigentlich gutes Geld der Steuerzahler verdient. Ein für mich mindestens so wichtiger Punkt wie das Geld ist das Arbeitsklima. Und das lässt in sehr vielen Betrieben leider sehr zu wünschen übrig. Aber das ist nun ein riesen Thema, über das sich sehr lange diskutieren lässt. Und darüber verliert die Gewerkschaft keinen Ton. Was hilft dir, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen, du aber gemobbt wirst oder der Chef ein Sklaventreiber ist, wie ich es schon erlebt habe? Auch da hilft dir die Gewerkschaft mitnichten.
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Zuccalmaglio
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

Zuccalmaglio » Antwort #98 am:

Als Philosophie und/oder Lebensinhalt sehe ich das auch nicht. Lediglich der pure Schutz vor Übervorteilung und Ausbeutung.Gewerkschaft ist freiwillig. Wer zwingt, missioniert oder mobbt, ist ein schlechter Charakter. Die gibt es da wie dort.Ich kenne den AN-Schutz in Ö nicht. In D sind die gesetzlicher Regelungen leider nicht so , daß man auf Gewerkschaften verzichten könnte.Das du (und einige andere) die Beschäftigten nicht ausnützen, glaube ich Dir aufs Wort. Nachdem was ich von dir lese, möchte ich mir anderes auch nicht vorstellen.Leider stehst du nicht stellvertretend und auch nicht beispielhaft für die Arbeitgeberschaft. Das ist ja das Problem.Wenn die pure Freude und das besondere Interesse am Berufsinhalt sich mit einem vernünftigen Arbeitsplatz paaren, ist das ein großes Glück. Beides zusammen ist aber leider nicht der Normalfall. Kann man in der Masse und über alle Berufsbilder wohl auch nicht erwarten.Arbeiterkammer kenne ich nicht. Ist wohl etwas Ö-spezifisches.Bedeutung des Arbeitsklimas: Stimme dir uneingeschränkt zu. Das ließe und läßt mich einiges andere besser oder überhaupt ertragen. In eher kleinen Betrieben kann die Gewerkschaft dann z.B. bei Mobbing tatsächlich keine große Hilfe sein. In größeren Betrieben sieht das aber schon anders aus. Die Gewerkschaft bzw. der Personalrat kann und darf nach Betr.Verf.Gesetz und Tarifvertrag eben auch nicht alles.Und ja, es gibt tatsächlich und natürlich auch Personalrats- und Gewerkschaftsmitglieder, die eher mit dem AG kungeln als sich für ihr Klientel einzusetzen. So wie bei jeder Institution.
Tschöh mit ö
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Herr Dingens
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

Herr Dingens » Antwort #99 am:

Die Arbeiterkammer ist die österreichische Bezeichnung für Gewerkschaft.So wie Paradeiser, Karfiol, usw. ... ;D
Viele Grüße aus Nan, Thailand
sarastro

Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

sarastro » Antwort #100 am:

...oder der Kollektivvertrag, die Familienbeihilfe oder der Familienlastenausgleichsfond.... etc.pp. ;D ;DLeider bin ich von der Sorte Arbeitgeber, die sich um derartige Dinge gedanklich gefühlte 5 Minuten pro Woche kümmert. Auch in steuerlichen Belangen kenn ich mich nur fragmentär aus. Dazu gibt es schließlich einen Steuerberater, der dir das für ein "kleines Entgelt" erledigt. Aber --- ich bin mit Leib und Seele Staudengärtner! Einen Maurer und einen Elektriker finde ich an jeder Ecke, auch Bürokräfte gibt es zuhauf. Man muss nicht alles können, so wie früher. Außer Rechnungen schreiben.Und da die Österreicher Weltmeister im Novellieren von Gesetzen sind, blickt da sowieso kein Schwein durch. Da wiederum lobe ich mir die Amis. Bei denen wird diskutiert und debattiert, es dauert ewig, bis ein Gesetz durchgeboxt ist. Aber das gilt dann unverrückbar und wird nicht immer ewig abgeändert. Ich bin froh, dass ich nicht angestellter Gärtner in England oder in Amiland bin. Dort lohnt nur Selbständigsein. Was die dort kriegen, ist zum Überleben zu wenig, auch als Fachkraft. Oder du wirst Mexikaner und Gastarbeiter. Mal ganz was anderes: braucht es denn auf lange Sicht noch richtige Gärtner von altem Schrot und Korn, der vermehren kann und breite Pflanzenkenntnisse aufbringt, kaufmännisch denkt und eine Fräse repariert, der sich mit der Heizung auskennt, und und.. der eben alles können sollte, wie es in den Berufsschulen noch suggeriert wird?Es braucht doch viel eher spezialisierte Gärtner, die auf der einen Seite fundiert beraten (mit den nötigen Pflanzenkenntnissen und den dazu gehörigen Kenntnisse über Boden etc), oder auf der anderen Seite einen Vermehrungsbetrieb leiten können oder überhaupt eine gehobene Stelle einnehmen, mit dem ganzen Bürokram, was mit Gärtnerdasein nicht mehr viel zu tun hat. Die Spezialisierung hat aber auch gehörige Nachteile. Und - das ganze Berufsbild müsste umgekrempelt werden.- Pflegegärtner- Baumschulgärtner- Gärtnerischer Kaufmann- Vermehrungsgärtner
troll13
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

troll13 » Antwort #101 am:

Ich glaube schon, dass es noch den "richtigen Gärtner" braucht. Denn nur, wer zumindest in einer Sparte (Stauden, Gehölze, Zierpflanzen) wirklich gearbeitet hat, kann mit einer Weiterqualifizierung in Richtung Endverkauf, Großhandel, Vermehrung o. ä. wirklich gut sein.Auch wenn ich keine Fräse reparieren kann, graust mich vor der Vorstellung eines Endverkaufsgärtners, der zwar die Verkaufsanlagen nach den neuesten Marketingstrategien dekorieren kann aber keine Ahnung hat, was er überhaupt verkauft.Schon die Spartenteilung des Produktionsgartenbaus in Baumschule, Stauden und Zierpflanzen produziert Fachidioten, die selten über den eigenen Tellerrrand blicken (können). Von der Steinsetzungsfixierung des Garten- und Landschaftsbaus rede ich hier erst gar nicht.
Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
troll13
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

troll13 » Antwort #102 am:

Bei der Gewerkschaftsfrage habe ich ähnliche Vorbehalte wie Sarastro. Für die "Industriegewerkschaft Agrar-Bauen-Umwelt" sind die abhängig beschäftigten Gärtner des Produktionsgartenbaus offenbar eine so kleine Gruppe, dass sie vielleicht gar wissen, dass sie auch zu ihrem Verein gehören.Vielleicht muss man hier auch andere Wege gehen. Warum kein Netzwerk "Freier Gärtnergehilfen", das sich über freie Stellen, Gehaltsfragen und Arbeits- und Ausbildungsbedingungen und ähnliches in verschiedenen Regionen Europas und vielleicht auch einzelnen Betrieben austauscht.Internet könnte es möglich machen, ohne dass daraus ein starrer, unbeweglicher Verein wie eine klassische Gewerkschaft wird.Ich selbst versuche mich, weil ortsgebunden, mit den gegebenen Bedingungen zu arrangieren. Aber es gibt sicher auch "gestandene" Gärtner und eine wenige Junggärtner mit wirklichen Interesse am Beruf, die so ihre persönlichen Perspektiven verbessern könnten.
Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
sarastro

Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

sarastro » Antwort #103 am:

Ich glaube schon, dass es noch den "richtigen Gärtner" braucht. Denn nur, wer zumindest in einer Sparte (Stauden, Gehölze, Zierpflanzen) wirklich gearbeitet hat, kann mit einer Weiterqualifizierung in Richtung Endverkauf, Großhandel, Vermehrung o. ä. wirklich gut sein.Auch wenn ich keine Fräse reparieren kann, graust mich vor der Vorstellung eines Endverkaufsgärtners, der zwar die Verkaufsanlagen nach den neuesten Marketingstrategien dekorieren kann aber keine Ahnung hat, was er überhaupt verkauft.Schon die Spartenteilung des Produktionsgartenbaus in Baumschule, Stauden und Zierpflanzen produziert Fachidioten, die selten über den eigenen Tellerrrand blicken (können). Von der Steinsetzungsfixierung des Garten- und Landschaftsbaus rede ich hier erst gar nicht.
Das sehe ich ganz genauso und bin derselben Auffassung.
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ninabeth †
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Re:Das Gärtnerhandwerk - Theorie und oder Praxis?

ninabeth † » Antwort #104 am:

Die Arbeiterkammer ist die österreichische Bezeichnung für Gewerkschaft.So wie Paradeiser, Karfiol, usw. ... ;D
Arbeiterkammer und Gewerkschaft sind 2 Paar SchuheArbeiterkammerGewerekschaft
Liebe Grüße
Ninabeth

Wer nichts weiß, muss alles glauben.
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