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100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt (Gelesen 57911 mal)

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semicolon
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #480 am:

hobab hat geschrieben: 7. Aug 2025, 07:26 Deine Beiträge find ich immer spannend und ja, die neue Aufgeräumtheit gefällt mir auch. Genauso die Pillea, mit der lässt sich bestimmt viel anfangen bei austeichender Winterhärte. Weniger anfangen kann ich mir Diascorea, die hat mir schon zu Lehrzeiten im
Bot keinen Spaß gemacht: wie Hopfen schöne Einzelblätter, als Einzelpflanze immer etwas spack und in Mengen genauso unkrautiger Gesamteindruck. Und Farfugium und Brassaiopsis bleiben wohl weiter Träume….viel zu kalt hier
Die Pilea dürfte relativ winterhart sein fast überall in Deutschland. Jedenfalls mit Wintermulch usw. Meine bekommt absolut keinen Schutz und steht auch in der kältesten Ecke. Sie treibt relativ spät aus.

Dioscoreas gehören zu meinen Lieblingspflanzen. Allerdings sind die winterharten Arten zum Teil sehr vermehrungsfreudig, vor allem wenn sie Bulbillen bilden.
Die tropischen gehen sehr gut als sommerliche und exotische Zaunbegrünung. Allerdings sollte man sie schon im Spätwinter anziehen weil sie sich im Frühjahr sehr viel Zeit lassen und erst im Juni-Juli so richtig loslegen. Und sie brauchen sofort eine große Kletterhilfe, da die Triebe sonst schlecht wachsen. Ich nutze sie inzwischen anstatt Prunkwinden. Letztere samen sich hier extrem stark aus und sehen bei Hitze schnell nicht mehr so gut aus.
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hobab
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

hobab » Antwort #481 am:

Meine Abneigung zur Dioscorea mag von der Spritzerei kommen: das Nutzpflanzenhaus war immer voll mit befallenen Pflanzen und wöchentlich mit Gasmaske und Vollkörperanzug und Gummistiefeln bei über 30° spritzen, lässt einen die Pflanzen nicht so ans Herz wachsen…
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semicolon
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #482 am:

Heute gibt's nur meine Yuzu in einem inzwischen herbstlichen Garten. Sie ist seit Jahren ausgepflanz und kommt mit jedem Winter bestens zurecht. Leider habe ich das Sortenschild verloren und kenne auch die Unterlage nicht mehr.

Jedes Jahr hoffe ich auf Blüten, aber wahrscheinlich muss sie an den trockenen und durchwurzelten Standort erstmal genug Wurzelmasse aufbauen.
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semicolon
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #483 am:

Fangen wir das inzwischen gar nicht mehr so neue Jahr traditionell mit Chaos an...und steigern uns im weiteren Verlauf mit mehr Chaos.

Mein wunderschöner Holunder, der Schirmherr meiner Schattenecke auf der trockenen Südseite wurde langsam problematisch groß und mit dem Zaun zum Nachbarsgrundstück verwachsen zu einer tickenden Zeitbombe. Auch waren Schnittmaßnahmen aufgrund der enormen Kronenhöhe und langjähriger Vernachlässigung durch Vorbesitzer nicht nur lästig, sondern ein akrobatisches Unterfangen. Dieses Jahr war wieder mein Holunder-Jahr und nach einem halben Tag Teleskopsägen in der Krone hat es mich gepackt: ich habe den kompletten Baum einfach geköpft. 3 Stämme, teilweise über 20cm im Durchmesser und insgesamt gut 5m Höhe einfach abgesäbelt. Die 3 Stummel bekommen nun die einmalige Gelegenheit, eine neue Krone zu bilden, auf geradezu handlichen 1,8m Höhe, vernünftig aufgeastet und erzogen. Die Leichtenteile habe ich übrigens gleich vor Ort geshreddert und vermulcht, lediglich die ganz dicken Stämme bleiben als Totholz und Dekoration liegen. Und weil ich inzwischen mit einer dritten Akku-Kettensäge ausgestattet bin (ein Hoch auf Elektromobilität!), habe ich an der Haselnuss ebenfalls die Hand angelegt. Die Basalscheibe war inzwischen bei fast 50cm im Durchmesser, alljährlich zig Wassertriebe und ab Dezember Pollenallergie - kurzum: auch sie ist weg.

Was noch passieren wird:

Der angefangene Gartenweg wird finalisiert. Anstelle der Haselnuss kommt eine kleine Sitzgelegenheit hin. Links vom Weg wird eine mehrstämmige Lagerstroemia 'Tuscarora' stehen. Habe eine sehr schöne Pflanze von fast 2m ergattert. Habe sie ebenfalls schon stark aufgeastet und in die grobe Form gebracht. Sie soll mit der künftigen kleinen Holunderkrone, so Holundergott will, ein gemeinsames Blätterdach bilden. Rechts vom Weg, gleich neben der Amphore steht schon ein wurzelechter Syringa 'Amethyst', aktuell noch ein Hochstämmchen, nach der Blüte aber radikal zu einem überhängenden Baum zurecht geschnitten. Der soll bei maximal 4m, noch unter dem Blätterdach der Lagerstroemia abschließen. Dadurch, dass Lagerstroemia so spät austreibt, müsste die Lichtsumme noch ausreichen, die komplementären Blütenfarben kommen sich auch nicht ins Gehege und ich bekomme im Hochsommer einen "Tunnelblick" ins "Dickicht" bei überschaubaren Schneideaufwand.
So weit die Pläne 😃

Bei Corten habe ich ein Bisserl übertrieben, der niedrige Kasten links ist einfach zu viel und stört die Geometrie, so sehr ich den Platz brauche - die riesige Iris wattii ist einfach zu wild. Aber der Rückbau ist nicht mehr für dieses Jahr geplant. Immerhin baue ich Ähnliches an einer anderen Stelle als Hochteich für meine Tropfenschildkröte auf. Von meinen Oleander-Auspflanzungen, der dringend notwendigen Fassadenrenovierung und Hunderten von side quests berichte ich noch wenn ich die Ideen geordnet habe und Zeit finde (gutes Stichwort).
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semicolon
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #484 am:

Es gibt auch Schönes im Chaos: meine Herbstpflanzung an Krokussen hat einen wahren Teppich hervorgebracht. Fotos sind vom Februar - inzwischen blühen die ersten Tulpen und der Flieder bekommt schon bunte Knospen.
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Rosenfee
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

Rosenfee » Antwort #485 am:

Der Krokusteppich ist eine Pracht :D Mit der Akku-Säge warst Du sehr mutig. Ich drück Dir die Daumen, dass Dein angedachtes Blätterdach sich so entwickeln wird, wie Du es Dir vorstellst.
LG Rosenfee
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semicolon
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Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #486 am:

Rosenfee hat geschrieben: 17. Mär 2026, 21:35 Der Krokusteppich ist eine Pracht :D Mit der Akku-Säge warst Du sehr mutig. Ich drück Dir die Daumen, dass Dein angedachtes Blätterdach sich so entwickeln wird, wie Du es Dir vorstellst.
Danke sehr!
Die Kettensägen-Aktion schockiert mich selbst ein wenig, da ich früher kaum ein Ästchen entfernen konnte und jeden Ableger verwahrt. Das geht nur leider platztechnisch nicht mehr auf und stresst bei der Vielzahl an Pflanzen auf kleinstem Raum. Darum muss weichen, was weichen muss.
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