Die Suche ist wohl vorbei
Als ich neulich zum Kennenlernen hinkam, stand Finnie neugierig an der Tür – und wich auch nur kurz vor mir zurück. Der nähere Kontakt lief über Schleckpaste, die er sich dann auch von mir sehr gerne darreichen ließ.
Socke, sein Bruder, blinzelte mich zur Begrüßung aus seiner Höhle freundlich an. Näher als bis auf einen Meter durfte ich mich ihm allerdings auch mit Leckerli nicht nähern, da kam ein ganz zartes Fauchen. Als ich nach einer Weile mit den beiden allein blieb und still in meinem Sessel saß, verließ er aber doch seine Höhle und kam bis auf anderthalb Meter an mich ran. Ich tat natürlich so, als sähe ich ihn nicht, und traute mich auch nicht zu fotografieren
Das lief also schon mal ganz anders ab, als ich es erwartet hatte. Ich denke, die Beziehung ist ausbaufähig.
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Vor knapp 30 Jahren hatte ich nämlich mal zwei Tierschutz-Katzen übernommen, die überhaupt erst im Alter von ca. 3 Monaten mit Menschen zu tun bekamen. Diese beiden ließen sich zwar alles gefallen und wussten auch genau, wohin sie gehörten. Aber sie blieben zeitlebens passiv in der Kontaktaufnahme. So als betrachteten sie die menschliche Fürsorge als etwas Außergewöhnliches, das ihnen eigentlich nicht zustünde. Gesundheitliche Handicaps bewirkten letztendlich, dass beide keine drei Jahre alt wurden.
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Mein damaliger Tierarzt meinte, dass die beiden ohne intensive Betreuung ihr erstes Lebensjahr gar nicht vollendet hätten. Danach stand für mich fest: Dafür bin ich nicht die Richtige. So ehrenhaft es auch sein mag, dass Tierschützer solche Katzen retten und die Tiere selbst natürlich überhaupt nichts dafür können.
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Diese Erfahrung war der Hauptgrund für meine bisherige Ablehnung im vorliegenden Fall. Nun stellt sich die Situation aber ganz anders dar. Außerdem wirken die beiden Kater gesundheitlich stabil. Auch wenn Finnie inzwischen einen Ausschlag entwickelt hat – Tierarzt vermutet eine Futtermittelallergie.
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Da wird nochmal drauf geschaut, ob man das mit Cortisonsalbe zum Abheilen bringen muss. Seit er Sensitiv-Futter bekommt, hat es sich nicht weiter verschlimmert. Die Impfungen werden noch aufgefrischt, und dann bekomme ich die beiden ins Haus geliefert
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Wenn das kein Service ist! Enorm, was das Betreuungsteam da bisher geleistet hat. Und wirklich schade, dass sich sonst niemand für die beiden interessiert.
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Dann müssen sie sich künftig eben mit mir als Einzelperson begnügen. Und damit abfinden, dass ich meistens am Vormittag außer Haus bin, manchmal auch länger. Dafür dürfen sie hier nachts Remmidemmi machen, ohne dass die
Untermieter Mieter im Stockwerk drunter ausrasten
