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Komposthaufen im Hochbeet? (Gelesen 668 mal)

Lebendiger Boden, natürliche Düngemittel und fruchtbare Mulchwirtschaft
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thuja thujon
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

thuja thujon » Antwort #15 am:

Kartoffeln lege ich auch nur einmal im Jahr. Das geht gut, da machen auch alle mit.
Kartoffeln ernten im Sommer bei 35°C, da wollen schon weniger Leute freiwillig mit anpacken. Zwischendrin passiert in der Regel nichts, zumindest bei den Frühsorten. Spätere Sorten müssen einmal gehackt werden, wegen der Spätverunkrautung. Passiert ohne bücken.
Was macht man denn im Hochbeet so das ganze Jahr, dass das so viel einfacher ist?

Starking, ja, das ist der Schlüsselsatz. Ich würde es manchmal wirklich gerne zeigen. Theoretisch ist das schwer zu erklären.
Weil: einen verdichteten Boden kann man lockern. Aber: einen verdichteten Boden muss man erstmal von einem gut gesetztem Boden unterscheiden können.
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hobab
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

hobab » Antwort #16 am:

Das wird tatsächlich oft unterschätzt und die durch Verdichtung entstandenen Probleme mit Dünger bekämpft…
In Berliner Schrebergarten ist sehr häufig der Anbau vor Gemüse verboten, die Böden sind einfach zu kontaminiert. Da bleibt den Pächtern oft nichts anderes übrig als Hochbeete, wenn sie doch mal Salat und Radieschen haben wollen.
Furchtbar finde ich die fertig produzierten Hochbeete aus dem Baumarkt, ein Haufen Sondermüll, ein Haufen unnötig torfbasierte Erde und irre teuer.
Ich versuche die Kunden immer dazu zu überreden, ganz einfach Hochbeete aus Bauholz zu machen, die können dann in Ruhe verrotten, wenn man sie nicht mehr braucht. Immer noch nötig sind allerdings Noppenfolie, Wühlmausgitter und Unkrautfolie: ich habe schon Hochbeet gebaut, in denen die Kunden des Vlies nicht haben wollten, nach ein paar Jahren war der Giersch flächendeckend oben…
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Floris
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

Floris » Antwort #17 am:

Aber was ist nun mit dem eigentlichen Thema, dem Betreiben eines Komposteimers im Hochbeet?

Was ist daran Trend? Ich finde nur einen Anbieter für einen kleinen Stahleimer mit Löchern für teuer Geld und einen Beitrag über Schlüssellochbeete und dann noch die Wurmtöpfe.
Ich halte die Kultur im Hochbeet im Vergleich zum Anbau im Boden für relativ aufwendig, weshalb ich von der begrenzten Anbaufläche nicht noch was für ein Kompostloch abzweigen würde. Es sei denn, mein Garten wäre schön ordentlich und das Hochbeet der einzige Platz einen Komposter zu verstecken.

Dann widerspricht das gelegentliche Befüllen eines relativ kleinen Gefäßes mit Bestandsabfall der Art wie ich kompostiere. Da werden eher größere Mengen gesammelt, gemischt und aufgesetzt. Dieser Komposteimer mit seinen gut 40 l Volumen wäre bei uns nach vier Wochen mit den Küchenabfällen voll und ich fürchte, so konzentriert würde das einfach nur faulen (passiert ja schon oft nach einer Woche im Sammeleimer).
Und was ist mit den Wurmtöpfen? Es klingt in den Beschreibungen ja sehr gut, dass man die Kompostierung direkt in der Nähe der Pflanzen durchführt, und die Würmer dann die Nährstoffe über ihren Kot nach draußen zu den Pflanzen transportieren, sehr nach optimaler Kreislaufwirtschaft mit kurzen Wegen. Aber machen die das, da rein und raus gehen wie in ein Futterhaus um sich ein Salatblatt zu holen? Ich hatte eher den Eindruck dass Kompostwürmer auftauchen wenn das Material, bedingt durch andere Organismen, bereits ein gewisses Zersetzungsstadium erreicht hat, um nach getaner Arbeit wieder abwandern.

Also derzeit neige ich zur Ansicht, dass da jemand was entdeckt hat, was man dem modernen Hochbeetgärtner auch noch verkaufen kann,
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Bernd_S
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

Bernd_S » Antwort #18 am:

Hi,
ich wohne in einer ländlichen Gegend im Allgäu und hier gibt es in den Bauerngärten Hochbeete schon seit ich denken kann.
Die Hauptgründe hier sind klimabedingt: Schnecken, Straunässe und Wärme (nix Rücken-/Altersprobleme!)
Zum Komposteimer-> ich möchte mir die Schneckenzucht nicht ins Hochbeet verlagern. Es reicht, daß sie im Komposter,
der sicherheitshalber weiter weg ist, sich in Massen vermehren. Ich lassen im Sommer/Herbst den fertigen Kompost in der Sonne
gut austrocknen, damit ich mir nicht die Schneckeneier ins Hochbeet hole.
Ach ja: Meiner Meinung nach haben Essensreste sowieso nichts im Komposter verloren. Es sei denn, jemand mag Ratten, Mäuse Füchse und Dachs, die
den Komposter dann auf der Suche nach Futter ausräumen.
Grüße
Bernd
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oile
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

oile » Antwort #19 am:

Küchenabfälle sind doch nicht gleichzusetzen mit Essenresten. ::)
Bis jetzt ist es gut gegangen, sagte der Mann, als er am 13. Stockwerk vorbei fiel.

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Bernd_S
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

Bernd_S » Antwort #20 am:

Stimmt. Küchenabfälle sind OK. Essensreste und alles was mit Fleisch zu tun hat sollten tabu sein.
Ich kenne leider einige, die das nicht so genau nehmen und sich dann wundern, wenn die Nager auftauchen.
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maigrün
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

maigrün » Antwort #21 am:

Floris hat geschrieben: 15. Jan 2026, 08:10 Aber was ist nun mit dem eigentlichen Thema, dem Betreiben eines Komposteimers im Hochbeet?
...
Was ist daran Trend? Ich finde nur einen Anbieter für einen kleinen Stahleimer mit Löchern für teuer Geld und einen Beitrag über Schlüssellochbeete und dann noch die Wurmtöpfe.
...
Also derzeit neige ich zur Ansicht, dass da jemand was entdeckt hat, was man dem modernen Hochbeetgärtner auch noch verkaufen kann,
also derzeit neige ich zu der ansicht, dass da jemand, der gerne neue threads eröffnet, etwas entdeckt hat. 8)
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

oile » Antwort #22 am:

Ich widerspreche Dir nicht. ;D
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

celli » Antwort #23 am:

thuja thujon hat geschrieben: 14. Jan 2026, 23:49 Was macht man denn im Hochbeet so das ganze Jahr, dass das so viel einfacher ist?
Erdbeeren, Radieschen, Möhren, diverse Salate, diverse Zwiebelsorten, Knoblauch, Buschbohnen, Mangold, diverse Kräuter,
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thuja thujon
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

thuja thujon » Antwort #24 am:

Schon klar, aber wie pflegst du die? Streichelt man im Hochbeet die Keimblätter der Radieschen, damit sie rot anlaufen?
Also welche Arbeitsschritte gibt es zwischen Aussaat und Ernte?
Wenn das kaum welche sind, hat man es doch auch nicht einfacher, wenn man gar keine Arbeit hat, die damit einfacher wäre.
Wenn man einmal wöchentlich die alten Blätter beim Salat abzupft, dann sehe ich das ein. Aber wenn nichts zu tun ist, wurde auch nichts einfacher oder bequemer.

Zum gießen braucht man sich nicht bücken.
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celli
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

celli » Antwort #25 am:

Wir sind vier Personen. der 93jährige Opa, die 72jährige gehbehinderte Mutter, ich selbst bin auch Schwerbehindert und kann nicht lange Sachen machen die den Rücken belasten, einzig Mutters Lebensgefährte ist noch fit aber auch nicht mehr der Jüngste. Alleine einfach schon die Aussaat und Ernterei. Erdbeeren, Radieschen und Zwiebeln werden hier inhaliert, Unkraut fällt auch immer mal an. Wir holen im Sommer praktisch täglich irgend etwas aus dem Garten. Also ohne die Hochbeete würde es viel weniger Selbstgeerntetes geben. Da würde man sich auf wenige langsanwachsende Sachen beschränken. an die man nicht ständig heran muss.
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

oile » Antwort #26 am:

Manch einer kann sich halt nicht vorstellen, dass seine Lebensumstände nicht das Maß aller Dinge sind.
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

Microcitrus » Antwort #27 am:

thuja thujon hat geschrieben: 14. Jan 2026, 13:04 Und Hochbeete sind per se umständlich und verursachen unnötige Emissionen und Kosten. Zudem hat man meist keinen Boden zum füllen und muss alles aufwendig mit den Fingern/Händen machen statt Maschinen zur Arbeitserleichterung benutzen zu können. Ich habe auch noch keinen gesehen, der Gründünger oder Kompost mit dem Spaten im Hochbeet untergegraben hat. Stattdessen wird eher das abgesackte Substrat mit Kompost aufgefüllt, was extreme Überdüngung und zu hohe Humusgehalte bedeutet.
Also weder Schlüssellochbeete noch Hochbeete ergeben für mich Sinn.
Warum umständlich? Ist das nicht alles eine Frage des "Maßstabs"? Manche haben/wollen eben keine Kartoffel- oder Schnittlauchplantage mit 200 m²?
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

Hyla » Antwort #28 am:

Was mir am Hochbeet gefiel, man ist mal auf Augenhöhe mit den Pflanzen.
Mein erster Versuch da drin waren z.B. bunte Radieschen und da haben wir alle paar Tage geguckt, welche Farben in der Mischung sind. :D
Salat fand ich auch gut, weil ich Schäden durch Tiere sehr früh gesehen habe. Schnecken und deren Schleim im Salat finde ich ziemlich ekelig.
Für große Mengen, sehr große Pflanzen oder windanfälliges war das nicht meins, aber das hängt ja auch von der Größe des Beets und dem Standort ab. Wenn man sonst gar keine andere Möglichkeit hat, dann ist das besser als nichts. Ich find's sehr positiv, daß doch wieder Leute ihr Gemüse selber anbauen wollen.
Vielleicht ist das für manche auch ein Anreiz, ein Stück Rasen für sowas zu roden. ;)
Liebe Grüße!


Wenn du denkst es geht nicht mehr,
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Re: Komposthaufen im Hochbeet?

Microcitrus » Antwort #29 am:

thuja thujon hat geschrieben: 14. Jan 2026, 23:49 Was macht man denn im Hochbeet so das ganze Jahr, dass das so viel einfacher ist?
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