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Gartentiger und ihr Personal 2026 (Gelesen 7770 mal)
Moderator: Nina
Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Nochmal grundsätzlich zur Entwicklung der Katze.
Winzkätzchen ist abhängig von Fürsorge und läuft hinter der Mutter her. Im Alter von ca. 12 Wochen beginnt die
Mutter ihre Jungen anzufauchen und mit Kralleneinsatz auf Abstand zu bringen. Damit beginnt die Ablösephase. Einerseits.
Andererseits entdeckt die kleine Miez zunehmend ihre Umwelt.
Beispiel: ein knapp 4 Monate altes Kätzchen sitzt auf der Mauer vorm Haus. Kommen Menschen vorbei, sprechen die kleine an. Die geht begeistert aus reiner Entdeckungslust mit. Es folgt die Trennung von den neu entdeckten
Menschen, Kätzchen findet den Rückweg nicht, ist hilflos. Wird hoffentlich aufgesammelt. Muss sich in der
neuen Umgebung erst zurecht finden.
Erst mit zunehmender Reife entwickeln sich bestimmte Eigenschaften u.A. Revierverhalten und der Willen, dieses für sich zu beanspruchen. Eine kastrierte Katze, egal ob männlich oder weiblich, ist immer (körperlich und auch im Durchsetzungswillen) schwächer als wenn sie unkastriert wäre. Eine sehr früh kastrierte Katze macht diese Reifephase nicht durch. Sexualhormone in der Zeit der Pubertät sind wichtig für die Entwicklung des Körpers und der Psyche. Ein frühkastriertes Tier ist als erwachsener Freigänger in der Rangordnung der Katzen ziemlich weit unten.
Dass Tierärzte heute öfter Hund und Katze frühkastrieren, hat eigentlich mehr mit den Besitzern der Tiere zu tun. Tiere werden heutzutage manchmal sehr gedankenlos angeschafft. Da sagen sich die TÄ, wenn der Mensch mit dem Tier jetzt in der Praxis ist, dann ist eine frühe Kastra für das Tier immer noch besser, als wenn wegen nachlassendem Interesse dieses später nicht mehr vorbeigebracht wird.
Winzkätzchen ist abhängig von Fürsorge und läuft hinter der Mutter her. Im Alter von ca. 12 Wochen beginnt die
Mutter ihre Jungen anzufauchen und mit Kralleneinsatz auf Abstand zu bringen. Damit beginnt die Ablösephase. Einerseits.
Andererseits entdeckt die kleine Miez zunehmend ihre Umwelt.
Beispiel: ein knapp 4 Monate altes Kätzchen sitzt auf der Mauer vorm Haus. Kommen Menschen vorbei, sprechen die kleine an. Die geht begeistert aus reiner Entdeckungslust mit. Es folgt die Trennung von den neu entdeckten
Menschen, Kätzchen findet den Rückweg nicht, ist hilflos. Wird hoffentlich aufgesammelt. Muss sich in der
neuen Umgebung erst zurecht finden.
Erst mit zunehmender Reife entwickeln sich bestimmte Eigenschaften u.A. Revierverhalten und der Willen, dieses für sich zu beanspruchen. Eine kastrierte Katze, egal ob männlich oder weiblich, ist immer (körperlich und auch im Durchsetzungswillen) schwächer als wenn sie unkastriert wäre. Eine sehr früh kastrierte Katze macht diese Reifephase nicht durch. Sexualhormone in der Zeit der Pubertät sind wichtig für die Entwicklung des Körpers und der Psyche. Ein frühkastriertes Tier ist als erwachsener Freigänger in der Rangordnung der Katzen ziemlich weit unten.
Dass Tierärzte heute öfter Hund und Katze frühkastrieren, hat eigentlich mehr mit den Besitzern der Tiere zu tun. Tiere werden heutzutage manchmal sehr gedankenlos angeschafft. Da sagen sich die TÄ, wenn der Mensch mit dem Tier jetzt in der Praxis ist, dann ist eine frühe Kastra für das Tier immer noch besser, als wenn wegen nachlassendem Interesse dieses später nicht mehr vorbeigebracht wird.
Drinnen die Kammern und die Gemächer,
Schränke und Fächer flimmern und flammern.
Alles hat mir unbezahlt Schmetterling mit Duft bemalt. (F. Rückert)
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Rokko21
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Junis Rolligkeit scheint heute zu Ende zu gehen. Es hat dann 4 bis 5 Tage gedauert.
Die frühe Kastration unser vorigen Miez hat sich vermutlich wie folgt ausgewirkt sie blieb ziemlich klein, sie hat meine Frau immer als Mutterersatz angesehen und sich nie abgenabelt. Ist immer in der Nähe geblieben aus Angst vor anderen Katzen.
Die frühe Kastration unser vorigen Miez hat sich vermutlich wie folgt ausgewirkt sie blieb ziemlich klein, sie hat meine Frau immer als Mutterersatz angesehen und sich nie abgenabelt. Ist immer in der Nähe geblieben aus Angst vor anderen Katzen.
- rocambole
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Die Piepsstimme will nichts heißen, Nelson und Pippin waren Brüder, in welchem Alter sie kastriert wurden, weiß ich nicht, aber sie waren ca. 9 Monate alt, als man sie einfing. Nelson war größer und hatte eine Piepsstimme, Pippin brüllte schon, als er noch gut hören konnte. So laut, dass selbst Katzenkenner erschraken und fragten, was das für ein Geräusch war
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Sonnige Grüße, Irene
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spatenpaulchen
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Willie, und ich denke, der ist jetzt bestimmt etwas über zwei Jahre alt, hat eine absolute Babystimme. Und der ist seit einer Woche kastriert.
- IrisLost
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Vor Jahrzehnten habe ich einige Jahre lang ehrenamtlich in einem mittelgroßen TH mitgeholfen. Alle, die Kitten adoptiert hatten, mußten bei der Übergabe eine Verpflichtung bzgl. sofortiger Kastratation nach der ersten Rolligkeit (bzw. Eintritt der Geschlechtsreife bei Katern) unterschreiben. Trotzdem bekamen wir nicht nur ständig ausgesetzte - und Fund-Kitten sondern auch solche, deren Mütter mitsamt Verpflichtungserklärung aus dem TH selbst stammten, nicht selten mitsamt den Müttern.
Die Quarantänestation war immer überfüllt, die Infektionen, speziell der vielen Kitten, hatten nicht nur großes Leiden - und eine prozentual hohe Todezahlquote - zur Folge sondern auch astronomische Tierarztkosten. Wegen der vor allem dadurch zu Stande gekommenen Budget-Überschreitungen gab es mehrfach Bestrebungen seitens der Stadtverwaltung, ältere und wilde/halbwilde, "nicht vermittelbare" Katzen euthanasieren zu lassen, was wir als Verein keinesfalls zulassen wollten.
Die damalige Vereins-Tierärztin schlug deshalb Frühkastrationen bei weiblichen Katzen vor um den Teufelskreis zu durchbrechen. Sie hatte dazu recherchiert und festgestellt, daß das in angelsächsischen Ländern damals schon (Anfang der 80er) länger üblich war und es keine negativen Langzeitfolgen bei den betreffenden Katzen gab.
Wir haben es also gewagt und auch drei Monate alte weibliche Kitten durch die o. g. Tier#rztin kastrieren lassen. Die erste Feststellung war, daß diese OP und Narkose wesentlich besser und schneller überstanden als erwachsene Katzen: Sie waren sehr schnell wieder völlig wach, zeigten keinen sonst typischen Narkose-"Kater", wollten stattdessen sofort wieder fressen und spielen, die Wundheilung verlief ebenfalls erstaunlich schnell und unkompliziert. Wir waren sehr erleichtert und konnten bei der Abgabe dieser Kitten sicher sein, sie später nicht als "ledige Mütter mit Nachwuchs" zurück zu bekommen, bzw. sie einem Schicksal als weitere Nachwuchsproduzentinnen instabiler Neubesitzer zu überlassen.
So weit so gut, hätte es da nicht einen oder mehrere andere Tierärzte gegeben, von denen zumindest einer das Ganze so kritisch sah, daß er (m. W. zusammen mit dem Veterinäramt) unsere Tierärztin (m. W. auch den Verein) wg. Tierquälerei angezeigt hat: Es war die Rede von "unproprtioniertem Körperbau" als eine von mehreren negativen Folgen, "Katzen mit großen Körpern und winzigen Köpfen" und ähnlichem. Wenn ich mich recht entsinne, ging das damals sogar durch die regionalen Zeitungen. Der sehr engagierten Tierärztin drohte dadurch auch die Entziehung der Approbation.
Jedenfalls gab es einige Zeit später dann einen Termin, ob vor Gericht oder bei einer außerordentlichen Klärung weiß ich nicht mehr. Unsere Tierärztin hatte dazu Studien amerikanischer und englischer Tierärzte und -Organisationen besorgt. Sie und unser Verein wurden jedenfalls rehabilitiert und die weitere Jungkatzenkastration verbreitete sich in der Folgezeit in der ganzen Region.
Schon im darauf folgenden Jahr hatte sich die Anzahl der Kitten im TH halbiert, die Tierarztkosten für deren Behandlung waren entsprechend zurück gegangen und zumindest in den Jahren, wo ich das (dann von ferne) noch mitbekommen habe, gab es weder weitere Forderungen seitens des Stadtrats zur Euthanasierung "unvermittelbarer" Katzen, noch überquellende Räume und Stationen mit triefäugigen, fiebrigen Kitten mehr.
Neben anderen Maßnahmen wie dem Einfangen, Kastrieren und Vermitteln auf Höfe u. a. von Streunern z. B., hatte auch die Einführung der Frühkastration im TH meßbar positive Auswirkungen auf die Zahlen der regionalen Katzenpopulation. Was, wie jeder bestätigen kann, der schon mit Tierschutz zu tun hatte, eine massive Verringerung von Elend und Leid bedeutet.
Schon umgezogen, bekam ich Jahre später eine dieser Frühkastrierten aus dem TH, die in da schon höherem Alter ein neues Zuhause brauchte, und kann nicht bestätigen, daß sie irgendwie infantil oder unerwachsen wirkte. Klein war sie auch nicht, eher im Gegenteil, auch nicht mißproportioniert.
Noch viel später habe ich drei (dann nur noch halbwilde) Kitten, für die es keine temporäre Einsperrmöglichkeit gab, im Alter von grade sechs Monaten kastrieren lassen damit sie sich nicht vermehren konnten. Eine davon hatte ich, bis sie im Alter von siebeneinhalb Jahren überfahren wurde, dann noch als Freigänger im Haus.
Bei den beiden leider schon vorher durch Straßenverkehr umgekommenen, bzw. verschwundenen Schwestern kann ich keine Aussagen zum mittel- bis langfristigen Verhalten machen, dafür waren sie zum jeweils betreffenden Zeitpunkt noch zu jung. Allerdings waren auch diese beiden, wohl wegen der besseren Ernährung und Versorgung ab ca. siebter Lebenswoche, schon damals (im Alter von 10 1/2 bzw. 16 1/2 Monaten) größer als ihre Streuner-Mutterkatze (die erst nach dem übernächsten Wurf eingefangen und kastriert werrden konnte). Infantileres oder unselbständigeres Verhalten o. ä. im Verhältnis zu später kastrierten Kätzinnen war an ihnen auch nicht beobachtbar.
Die Dritte, die dann ab einem Alter von 1 1/2 hier als Freigänger lebte (und später leider auch der Landstraße zum Opfer gefallen ist), war das krasse Gegenteil von "nicht durchsetzungsfähig", "unselbständig" oder "infantil": Sie blieb manchmal mehrere Wochen lang weg und ließ immer durchblicken, daß sie sehr genau um ihre Fähigkeiten wußte, auch alleine zurecht zu kommen. Auch sie war erheblich größer als ihre wilde Mutter und von kräftiger Statur.
Soviel zu meinen persönlichen Erfahrungen bzgl. Frühkastration. Tierheim und Tierärztin hatten damals die weitere Entwicklung der im/über das TH Frühkastrierten soweit möglich auch verfolgt und von deren Seite gab es dabei ebenfalls keine Auffälligkeiten zu berichten.
Bzgl. Rolligkeit und Kastrationstermin gibt es noch andere Probleme aber ich hab schon genug bildlosen Text verfaßt ;-)
Die Quarantänestation war immer überfüllt, die Infektionen, speziell der vielen Kitten, hatten nicht nur großes Leiden - und eine prozentual hohe Todezahlquote - zur Folge sondern auch astronomische Tierarztkosten. Wegen der vor allem dadurch zu Stande gekommenen Budget-Überschreitungen gab es mehrfach Bestrebungen seitens der Stadtverwaltung, ältere und wilde/halbwilde, "nicht vermittelbare" Katzen euthanasieren zu lassen, was wir als Verein keinesfalls zulassen wollten.
Die damalige Vereins-Tierärztin schlug deshalb Frühkastrationen bei weiblichen Katzen vor um den Teufelskreis zu durchbrechen. Sie hatte dazu recherchiert und festgestellt, daß das in angelsächsischen Ländern damals schon (Anfang der 80er) länger üblich war und es keine negativen Langzeitfolgen bei den betreffenden Katzen gab.
Wir haben es also gewagt und auch drei Monate alte weibliche Kitten durch die o. g. Tier#rztin kastrieren lassen. Die erste Feststellung war, daß diese OP und Narkose wesentlich besser und schneller überstanden als erwachsene Katzen: Sie waren sehr schnell wieder völlig wach, zeigten keinen sonst typischen Narkose-"Kater", wollten stattdessen sofort wieder fressen und spielen, die Wundheilung verlief ebenfalls erstaunlich schnell und unkompliziert. Wir waren sehr erleichtert und konnten bei der Abgabe dieser Kitten sicher sein, sie später nicht als "ledige Mütter mit Nachwuchs" zurück zu bekommen, bzw. sie einem Schicksal als weitere Nachwuchsproduzentinnen instabiler Neubesitzer zu überlassen.
So weit so gut, hätte es da nicht einen oder mehrere andere Tierärzte gegeben, von denen zumindest einer das Ganze so kritisch sah, daß er (m. W. zusammen mit dem Veterinäramt) unsere Tierärztin (m. W. auch den Verein) wg. Tierquälerei angezeigt hat: Es war die Rede von "unproprtioniertem Körperbau" als eine von mehreren negativen Folgen, "Katzen mit großen Körpern und winzigen Köpfen" und ähnlichem. Wenn ich mich recht entsinne, ging das damals sogar durch die regionalen Zeitungen. Der sehr engagierten Tierärztin drohte dadurch auch die Entziehung der Approbation.
Jedenfalls gab es einige Zeit später dann einen Termin, ob vor Gericht oder bei einer außerordentlichen Klärung weiß ich nicht mehr. Unsere Tierärztin hatte dazu Studien amerikanischer und englischer Tierärzte und -Organisationen besorgt. Sie und unser Verein wurden jedenfalls rehabilitiert und die weitere Jungkatzenkastration verbreitete sich in der Folgezeit in der ganzen Region.
Schon im darauf folgenden Jahr hatte sich die Anzahl der Kitten im TH halbiert, die Tierarztkosten für deren Behandlung waren entsprechend zurück gegangen und zumindest in den Jahren, wo ich das (dann von ferne) noch mitbekommen habe, gab es weder weitere Forderungen seitens des Stadtrats zur Euthanasierung "unvermittelbarer" Katzen, noch überquellende Räume und Stationen mit triefäugigen, fiebrigen Kitten mehr.
Neben anderen Maßnahmen wie dem Einfangen, Kastrieren und Vermitteln auf Höfe u. a. von Streunern z. B., hatte auch die Einführung der Frühkastration im TH meßbar positive Auswirkungen auf die Zahlen der regionalen Katzenpopulation. Was, wie jeder bestätigen kann, der schon mit Tierschutz zu tun hatte, eine massive Verringerung von Elend und Leid bedeutet.
Schon umgezogen, bekam ich Jahre später eine dieser Frühkastrierten aus dem TH, die in da schon höherem Alter ein neues Zuhause brauchte, und kann nicht bestätigen, daß sie irgendwie infantil oder unerwachsen wirkte. Klein war sie auch nicht, eher im Gegenteil, auch nicht mißproportioniert.
Noch viel später habe ich drei (dann nur noch halbwilde) Kitten, für die es keine temporäre Einsperrmöglichkeit gab, im Alter von grade sechs Monaten kastrieren lassen damit sie sich nicht vermehren konnten. Eine davon hatte ich, bis sie im Alter von siebeneinhalb Jahren überfahren wurde, dann noch als Freigänger im Haus.
Bei den beiden leider schon vorher durch Straßenverkehr umgekommenen, bzw. verschwundenen Schwestern kann ich keine Aussagen zum mittel- bis langfristigen Verhalten machen, dafür waren sie zum jeweils betreffenden Zeitpunkt noch zu jung. Allerdings waren auch diese beiden, wohl wegen der besseren Ernährung und Versorgung ab ca. siebter Lebenswoche, schon damals (im Alter von 10 1/2 bzw. 16 1/2 Monaten) größer als ihre Streuner-Mutterkatze (die erst nach dem übernächsten Wurf eingefangen und kastriert werrden konnte). Infantileres oder unselbständigeres Verhalten o. ä. im Verhältnis zu später kastrierten Kätzinnen war an ihnen auch nicht beobachtbar.
Die Dritte, die dann ab einem Alter von 1 1/2 hier als Freigänger lebte (und später leider auch der Landstraße zum Opfer gefallen ist), war das krasse Gegenteil von "nicht durchsetzungsfähig", "unselbständig" oder "infantil": Sie blieb manchmal mehrere Wochen lang weg und ließ immer durchblicken, daß sie sehr genau um ihre Fähigkeiten wußte, auch alleine zurecht zu kommen. Auch sie war erheblich größer als ihre wilde Mutter und von kräftiger Statur.
Soviel zu meinen persönlichen Erfahrungen bzgl. Frühkastration. Tierheim und Tierärztin hatten damals die weitere Entwicklung der im/über das TH Frühkastrierten soweit möglich auch verfolgt und von deren Seite gab es dabei ebenfalls keine Auffälligkeiten zu berichten.
Bzgl. Rolligkeit und Kastrationstermin gibt es noch andere Probleme aber ich hab schon genug bildlosen Text verfaßt ;-)
- Brezel
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Ganz herzlichen Dank für Eure ausführlichen Schilderungen. Ist wohl auch deshalb kein ganz einfaches Thema, weil vielen Tierärzten die langjährige Erfahrung mit frühkastrierten Katzen fehlt.
Ein Problem ist auch, dass manche Tiere schon mit 4-6 Monaten geschlechtsreif sind. So einen Fall hatten wir hier mal im Forum... ich meine mich zu erinnern, dass die Rolligkeit gar nicht bemerkt worden war, der Deckakt lief wohl voller Harmonie unter den Geschwistern ab...
.
Die beiden frühkastrierten Schwestern, die ich mal vom Tierschutz bekommen hatte, blieben immer Mini-Kätzchen, die man normalerweise auf etwa 4 Monate geschätzt hätte. Aber das lag an Inzucht in der x-ten Generation, die ganze Auffangstation war voller solcher Tiere, die ein Bauer auf den Misthaufen zu werfen pflegte und die dann von Tierschützern gesichert wurden. Meine beiden hatten auch noch angeborene gesundheitliche Probleme und wurden damit nicht alt. Aber wenn es um ihr Revier ging - da verstanden sie keinen Spaß! Es waren sehr gewitzte kleine Katzen, die ihren Alltag als Freigänger sehr gut bewältigten.
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Meine beiden Kater bis 2024 und 2025, Mäxchen und Moritz, stammten aus der Auffangstation einer Tierärztin und sind sicherlich auch sehr früh kastriert worden. Insbesondere Mäxchen, der mit seinem BKH-Einschlag ein stattlicher Kater war, hatte im Umgang mit Menschen eine hohe Piepsstimme.
Aber wenn er draußen seinen Gesang anstimmte... dann meinte man, einen kleinen Löwen zu hören
Die Sicherung ihres Reviers war den beiden heilig. Sie ließen nur Mädchen in ihren Garten.
Ein Problem ist auch, dass manche Tiere schon mit 4-6 Monaten geschlechtsreif sind. So einen Fall hatten wir hier mal im Forum... ich meine mich zu erinnern, dass die Rolligkeit gar nicht bemerkt worden war, der Deckakt lief wohl voller Harmonie unter den Geschwistern ab...
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Die beiden frühkastrierten Schwestern, die ich mal vom Tierschutz bekommen hatte, blieben immer Mini-Kätzchen, die man normalerweise auf etwa 4 Monate geschätzt hätte. Aber das lag an Inzucht in der x-ten Generation, die ganze Auffangstation war voller solcher Tiere, die ein Bauer auf den Misthaufen zu werfen pflegte und die dann von Tierschützern gesichert wurden. Meine beiden hatten auch noch angeborene gesundheitliche Probleme und wurden damit nicht alt. Aber wenn es um ihr Revier ging - da verstanden sie keinen Spaß! Es waren sehr gewitzte kleine Katzen, die ihren Alltag als Freigänger sehr gut bewältigten.
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Meine beiden Kater bis 2024 und 2025, Mäxchen und Moritz, stammten aus der Auffangstation einer Tierärztin und sind sicherlich auch sehr früh kastriert worden. Insbesondere Mäxchen, der mit seinem BKH-Einschlag ein stattlicher Kater war, hatte im Umgang mit Menschen eine hohe Piepsstimme.
Aber wenn er draußen seinen Gesang anstimmte... dann meinte man, einen kleinen Löwen zu hören
Die Sicherung ihres Reviers war den beiden heilig. Sie ließen nur Mädchen in ihren Garten.
Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Tierschutz und Auffangstation... Es geht also um folgende Situation:Brezel hat geschrieben: ↑30. Jan 2026, 23:02 Die beiden frühkastrierten Schwestern, die ich mal vom Tierschutz bekommen hatte... Aber wenn es um ihr Revier ging - da verstanden sie keinen Spaß!
Meine beiden Kater bis 2024 und 2025, Mäxchen und Moritz, stammten aus der Auffangstation einer Tierärztin und sind sicherlich auch sehr früh kastriert worden... Die Sicherung ihres Reviers war den beiden heilig. Sie ließen nur Mädchen in ihren Garten.
Katzenmütter, die sich in einer rauen und für sie schwierigen Situation durchkämpfen müssen. Wie wird ihr Verhalten sein? Sehr konsequent, sich und den Nachwuchs schützend, verteidigend gegen andere Katzenkonkurrenten, auch mal aggressiv. Der Kampf ums Überleben. Das werden Brezels Katzen als Kitten sehr wahrscheinlich erlebt haben. Und verinnerlicht haben.
Kitten übernehmen Verhaltensmuster der Mütter, das könnte bei den hier genannten vier frühkastrierten Katzen der Grund für die Wachsamkeit gegen andere Katzen im Wohnumfeld sein.
Drinnen die Kammern und die Gemächer,
Schränke und Fächer flimmern und flammern.
Alles hat mir unbezahlt Schmetterling mit Duft bemalt. (F. Rückert)
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
An Inzucht als mögliche Ursache für die ungewöhnliche "Kätzchen - Optik" samt ungewöhnlicher Bewegung im Erwachsenenalter habe ich gar nicht gedacht. Das käme bei unserem Kleinen von damals infrage mit seiner wilden Mama. Auffällig war es definitiv, kein normal kleinerer Körperbau. Ansonsten war er uns gegenüber immer ein absoluter kleiner Schatz
.
Eine Bibliothek, ein Garten und eine Katze - drei wichtige "Dinge" zum Glück!
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Rokko21
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Wir werden die Empfehlung unserer Tierärztin befolgen und die nächsten 7 Wochen durchstehen.
Ausgang gibt es nur mit Leine. Drinnen wird dann mehr gespielt und gestreichelt.
Ausgang gibt es nur mit Leine. Drinnen wird dann mehr gespielt und gestreichelt.
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
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Das traf nur auf die beiden Schwestern zu.
Von Mäxchen und Moritz war das genaue Datum der Geburt dokumentiert, die beiden lagen 14 Tage auseinander (waren also Stiefbrüder
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Kastrierte Katzen werden allerdings immer gegenüber unkastrierten körperlich unterlegen sein, weil sie nicht mehr um jeden Preis kämpfen wollen. Dafür leben sie länger. Den Zeitpunkt der Kastration halte ich – was die Entwicklung der Tiere angeht – für nachrangig.
- riegelrot
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Würde ich auch so machen, Rokko, obwohl die Rolligkeit vor allem für Juni arg stressig ist. Ich glaube, dass man eh nicht allgemein sagen kann, ob eine Frühkastration gut is oder nicht, kommt auch auf die Umstände und das Tier an. Auf Anraten unseres damaligen TA wurde Fluffy mit 6 Monaten und ihr Kumpel Pico mit 7 Monaten kastriert, da wir keinen Wurf wollten und die beiden nicht trennen konnten. Fluffy war eine ganz normale Katze, wenn auch zierliche Katze, sie war ein Flaschenkind, Mäusefängerin Champion, Pico wurde ein stattlicher Kater. Also?
Ein Kindskopf bzw. kindliches Kätzchen vom Aussehen und Verhalten ist Polly. Sie ist mit ungefähr 16 Monaten erst kastriert, hatte schon sehr früh einen Wurf mit 5 Kittens. Sie ist, nunmehr mit ca. 3,5.Jahren immer noch wie ein junges Kätzchen. Ziemlich klein, total verspielt, will immer in der Nähe ihrer Menschen sein, möglichst mit Körperkontakt. Also?
In der Tat wurde früher mehr zur Frühkastration geraten.
P.S. Bzgl. deiner letzten Bemerkung bin ich bei dir!
Ein Kindskopf bzw. kindliches Kätzchen vom Aussehen und Verhalten ist Polly. Sie ist mit ungefähr 16 Monaten erst kastriert, hatte schon sehr früh einen Wurf mit 5 Kittens. Sie ist, nunmehr mit ca. 3,5.Jahren immer noch wie ein junges Kätzchen. Ziemlich klein, total verspielt, will immer in der Nähe ihrer Menschen sein, möglichst mit Körperkontakt. Also?
In der Tat wurde früher mehr zur Frühkastration geraten.
P.S. Bzgl. deiner letzten Bemerkung bin ich bei dir!
Nicht alle Engel haben Flügel, manche haben Schnurrhaare - Kalenderspruch
Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Wenn Katzen draußen an der Leine sind und plötzlich etwas Interessantes weiter weg sehen und dann unbedingt da hinwollen, am liebsten gleich noch über den Gartenzaun: Nimm ein Stück Bindfaden mit, ca. 2 m lang, Knötchen* an einem Ende. Wenn Juni sich gegen die Leine sträuben sollte, zuppel das Fadenende ("Mauseschwanz! Mauseschwanz!! Muss ich haben!!!") direkt vor ihr über den Boden. Dann hast Du sofort wieder ihre Aufmerksamkeit und bekommst sie, ohne dass Juni es merkt, wieder ins Haus zurück gelotst.
*Das Knötchen ist wichtig, die Katze muss das Erfolgserlebnis des Festhaltenkönnens haben.
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Guter Hinweis aber das Wetter (Schnee) ist jetzt so, dass wir Juni eher überreden müssen. An den Steinspalten der Trockenmauer ist sie aber sehr interessiert. Vermutlich richt es da nach Mäusen.
- IrisLost
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Wann die Kastration im jeweiligen Fall durchgeführt wird ist m. E. wirklich nachrangig - sofern sie Nachwuchs effektiv verhindert.
Hier auf dem Land in Norddeutschland fand sich zumindest früher leider kein Tierarzt (generisches Maskulinum), der weibliche Jungkatzen *vor* Eintritt der ersten Rolligkeit kastrierte.
Diese war bei einer jungen Katze grade absehbar, als ich grade verreisen mußte. Die zarte Schönheit war aus dritter Hand in sehr schlechter Verfassung (konnte nur durch Zwangsernährung gerettet werden) im Alter von maximal sieben Wochen zu uns gelangt und ich wollte nicht riskieren, daß sie sich bei einem Deckakt evtl. neu oder zusätzlich infiziert. Die Freundin, die Haus und Garten während unserer Abwesenheit hütete, wurde also instruiert, sie *auf gar keinen Fall* raus zu lassen.
- Das gelang ihr leider nicht, die Katze war für einen Tag und eine Nacht entwischt und bei unserer Rückkehr infolgedessen schon trächtig.
Wir hatten schon insgesamt vier Katzen in einem winzigen Häuschen, wohnten an einer Hauptstraße und zudem wollte ich der mühsam Aufgepäppelten keine verlängerte Trächtigkeit und Jungenaufzucht zumuten, erst recht nicht im zarten Alter von damals nur knapp 8 Monaten.
Dieselben Tierärzte, die vorher darauf insisistiert hatten, keine Katze vor der ersten Rolligkeit zu kastrieren, weigerten sich jetzt, das bei einer Katze im Anfangsstadium der Trächtigkeit zu tun. Erst nach tagelanger Rumtelefoniererei fand ich dann doch noch einen weiter weg, der dazu bereit war: Vier Kitten wären es geworden und ich war schon etwas traurig... Andererseits war es m. E. ein Glück für die aufgrund schlimmen Katzenschnupfens im Kittenalter fast gestorbene (Herbst-)Katze, von den Strapazen der Jungenaufzucht verschont geblieben zu sein. So ist sie immerhin 13 1/2 Jahre alt geworden.
Klar, wenn man in einer Wohnung/einem Haus wohnt, wo man rolligen Katzen mit 100%iger Sicherheit den Ausgang verwehren kann, mag das vorübergehende Einsperren eine gute Möglichkeit sein. Bei uns war das damals schwierig, deshalb hatte die betreffende Katze ja auch ausbrechen können. Und sicher gibt/gab es auf dem Land viele weitere alte Häuser mit zum Einsperren ungeeigneten Bedingungen. Von daher habe ich mich sehr über die damaligen Tierärzte geärgert, die nicht *vor* der ersten Rolligkeit aber auch nicht *direkt nach* einem Deckakt (der in unserem Fall nur eine knappe Woche zurück lag) kastrieren wollten: Nie habe ich mir so sehr gewünscht, die frühere Tierheim-Ärztin in Reichweite zu haben wie in dieser Situation.
Kastration *während* der Rolligkeit ist, wie schon geschrieben wurde, dagegen auch ein Risiko. Das erlebten wir viele Jahre später bei einer jungen Katze, die meine Tochter im Alter von (allerhöchstens) acht Wochen auch aus dritter (!) Hand bekommen hatte: Sie wurde während der ersten Rolligkeit kastriert weil diese noch im Anfangsstadium und daher nicht als solche erkannt worden war (rollige Katzen gab es bei uns ansonsten nicht).
Durch die durch die Rolligkeit angeschwollenen inneren Geschlechtsorgane konnte in ihrem Fall leider der zweite Eileiter (manche Katzen haben m. W. auch nur einen) nicht aufgefunden und entfernt werden, was lange zu zweimal jährlicher Scheinrolligkeit führte.
Das ist nicht nur lästig für die Besitzer sondern auch gefährlich für betroffene Katzen: Sie verlieren während der Hochphase der Rolligkeit oft jede Vorsicht gegenüber Gefahren, rollen sich z. B. auch gurrend auf der Straße herum und müssen zur eigenen Sicherheit vorübergehend eingesperrt werden. Von Haustüren u. v. m. markierenden, unkastrierten Katern, die echte - von Scheinrolligkeit wohl nicht unterscheiden können, mal ganz abgesehen.
Deckakte sollten schon deshalb möglichst vermieden werden weil dadurch m. W. ein Großteil schwerer Infektionen (in unserer Gegend m. W. in den letzten Jahren z. B. FIV) übertragen wird. Dabei evtl. entstehende Kitten sind dann oft (oder sogar immer?) mitbetroffen und das Leid breitet sich noch weiter aus.
Aus all diesen Erwägungen heraus verstehe ich sehr gut, daß Tierheime und Tierschutzorganisationen Jungkatzen (zumindest in unserer Region) überwiegend nur noch kastriert (und vernünftigerweise auch immer öfter "im Doppelpack") herausgeben statt sich auf Verpflichtungserklärungen zu verlassen: Eine frühkastrierte Katze leidet darunter meinen Beobachtungen nicht aber es erspart viel Leid potenzieller Nachkommen. - Zudem haben erwachsene und ältere Katzenn bessere Vermittlungschancen für gute Plätze wenn es weniger niedliche, verspielte, plüschige "Baby-Katzen"gibt.
Junge Katzen kommen für uns, auch wie früher öfter als Notfälle, schon aufgrund der verschlechterten Verkehrssituation nicht mehr infrage, vom eigenen Alter ganz abgesehen. Wenn, dann würden wir nur noch Notfälle von mindestens 8 bis 10 Jahren aufnehmen.
Im sozialen Umfeld würde ich bei der Aufnahme eines weiblichen Kitten aber *immer* zu früher Kastration *vor* der ersten Rolligkeit raten: Wenn nicht mit 3, dann aber zumindest mit 6 Monaten. Aus meiner Sicht gibt es dabei nur Vorteile.
Hier auf dem Land in Norddeutschland fand sich zumindest früher leider kein Tierarzt (generisches Maskulinum), der weibliche Jungkatzen *vor* Eintritt der ersten Rolligkeit kastrierte.
Diese war bei einer jungen Katze grade absehbar, als ich grade verreisen mußte. Die zarte Schönheit war aus dritter Hand in sehr schlechter Verfassung (konnte nur durch Zwangsernährung gerettet werden) im Alter von maximal sieben Wochen zu uns gelangt und ich wollte nicht riskieren, daß sie sich bei einem Deckakt evtl. neu oder zusätzlich infiziert. Die Freundin, die Haus und Garten während unserer Abwesenheit hütete, wurde also instruiert, sie *auf gar keinen Fall* raus zu lassen.
- Das gelang ihr leider nicht, die Katze war für einen Tag und eine Nacht entwischt und bei unserer Rückkehr infolgedessen schon trächtig.
Wir hatten schon insgesamt vier Katzen in einem winzigen Häuschen, wohnten an einer Hauptstraße und zudem wollte ich der mühsam Aufgepäppelten keine verlängerte Trächtigkeit und Jungenaufzucht zumuten, erst recht nicht im zarten Alter von damals nur knapp 8 Monaten.
Dieselben Tierärzte, die vorher darauf insisistiert hatten, keine Katze vor der ersten Rolligkeit zu kastrieren, weigerten sich jetzt, das bei einer Katze im Anfangsstadium der Trächtigkeit zu tun. Erst nach tagelanger Rumtelefoniererei fand ich dann doch noch einen weiter weg, der dazu bereit war: Vier Kitten wären es geworden und ich war schon etwas traurig... Andererseits war es m. E. ein Glück für die aufgrund schlimmen Katzenschnupfens im Kittenalter fast gestorbene (Herbst-)Katze, von den Strapazen der Jungenaufzucht verschont geblieben zu sein. So ist sie immerhin 13 1/2 Jahre alt geworden.
Klar, wenn man in einer Wohnung/einem Haus wohnt, wo man rolligen Katzen mit 100%iger Sicherheit den Ausgang verwehren kann, mag das vorübergehende Einsperren eine gute Möglichkeit sein. Bei uns war das damals schwierig, deshalb hatte die betreffende Katze ja auch ausbrechen können. Und sicher gibt/gab es auf dem Land viele weitere alte Häuser mit zum Einsperren ungeeigneten Bedingungen. Von daher habe ich mich sehr über die damaligen Tierärzte geärgert, die nicht *vor* der ersten Rolligkeit aber auch nicht *direkt nach* einem Deckakt (der in unserem Fall nur eine knappe Woche zurück lag) kastrieren wollten: Nie habe ich mir so sehr gewünscht, die frühere Tierheim-Ärztin in Reichweite zu haben wie in dieser Situation.
Kastration *während* der Rolligkeit ist, wie schon geschrieben wurde, dagegen auch ein Risiko. Das erlebten wir viele Jahre später bei einer jungen Katze, die meine Tochter im Alter von (allerhöchstens) acht Wochen auch aus dritter (!) Hand bekommen hatte: Sie wurde während der ersten Rolligkeit kastriert weil diese noch im Anfangsstadium und daher nicht als solche erkannt worden war (rollige Katzen gab es bei uns ansonsten nicht).
Durch die durch die Rolligkeit angeschwollenen inneren Geschlechtsorgane konnte in ihrem Fall leider der zweite Eileiter (manche Katzen haben m. W. auch nur einen) nicht aufgefunden und entfernt werden, was lange zu zweimal jährlicher Scheinrolligkeit führte.
Das ist nicht nur lästig für die Besitzer sondern auch gefährlich für betroffene Katzen: Sie verlieren während der Hochphase der Rolligkeit oft jede Vorsicht gegenüber Gefahren, rollen sich z. B. auch gurrend auf der Straße herum und müssen zur eigenen Sicherheit vorübergehend eingesperrt werden. Von Haustüren u. v. m. markierenden, unkastrierten Katern, die echte - von Scheinrolligkeit wohl nicht unterscheiden können, mal ganz abgesehen.
Deckakte sollten schon deshalb möglichst vermieden werden weil dadurch m. W. ein Großteil schwerer Infektionen (in unserer Gegend m. W. in den letzten Jahren z. B. FIV) übertragen wird. Dabei evtl. entstehende Kitten sind dann oft (oder sogar immer?) mitbetroffen und das Leid breitet sich noch weiter aus.
Aus all diesen Erwägungen heraus verstehe ich sehr gut, daß Tierheime und Tierschutzorganisationen Jungkatzen (zumindest in unserer Region) überwiegend nur noch kastriert (und vernünftigerweise auch immer öfter "im Doppelpack") herausgeben statt sich auf Verpflichtungserklärungen zu verlassen: Eine frühkastrierte Katze leidet darunter meinen Beobachtungen nicht aber es erspart viel Leid potenzieller Nachkommen. - Zudem haben erwachsene und ältere Katzenn bessere Vermittlungschancen für gute Plätze wenn es weniger niedliche, verspielte, plüschige "Baby-Katzen"gibt.
Junge Katzen kommen für uns, auch wie früher öfter als Notfälle, schon aufgrund der verschlechterten Verkehrssituation nicht mehr infrage, vom eigenen Alter ganz abgesehen. Wenn, dann würden wir nur noch Notfälle von mindestens 8 bis 10 Jahren aufnehmen.
Im sozialen Umfeld würde ich bei der Aufnahme eines weiblichen Kitten aber *immer* zu früher Kastration *vor* der ersten Rolligkeit raten: Wenn nicht mit 3, dann aber zumindest mit 6 Monaten. Aus meiner Sicht gibt es dabei nur Vorteile.
- IrisLost
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Re: Gartentiger und ihr Personal 2026
Erstmal endlich nachgeholt: Erleichterte Besserungswünsche für Willie (und seinen "Papa" natürlich) und gedrückte Daumen, daß die arme Schwarze mit den entzündeten Augen gerettet werden kann! Sowie ein dickes DANKE SCHÖN für eure Bilder und Berichte, die sicher für noch mehr (normalerweise) stille Mitleser zu den Hochlichtern des Tages, bzw. Abends gehören!
Noch kurz zu kleinwüchsigen Katzen: Das ist (u. a. auch bei vielen Dorfhunden, wo es noch freilaufende gibt) tatsächlich meist eine Inzuchtfolge. In der Eifel u. a. gibt es dafür viele Beispiele. Sowas habe ich aber auch schon im eigenen Dorf gesehen, wo es über viele Jahre quasi drei Katzen-"Dynastien", bzw. ungewollte (In-)"Zuchtlinien" gab, bei deren Nachkommen sich sehr oft auf den ersten Blick erkennen ließ von welchem Hof sie kamen.
Inzwischen sind die meisten der früheren Elterntiere m. W. entweder kastriert (sehr gut) oder zu Tode gekommen (nicht gut). Dafür ist viel "frisches Blut" bei Zugezogenen nachgerückt, die sich leider oft nicht oder zu spät um Kastration kümmern: Nach Jahren relativer Ruhe an der Streunerfront gibt es in der Umgebung daher in letzter Zeit wohl wieder eine große Population und zumindest ein Teil davon ist m. W. leider FIV-infiziert
Zum Kastrationszeitpunkt bei Katern und dessen möglichen Auswirkungen:
Wir hatten schon (dann durch uns veranlaßt) sehr späte Kastrationen bei zugelaufenen Unkastrierten/Wilden und relativ frühe (sobald die Hoden sichtbar wurden) bei aufgenommenen, männlichen Notfall-Kitten. Unterschiede im Verhalten konnte ich zwischen beiden Gruppen nicht erkennen, das war so individuell wie ihre jeweilige Veranlagung und Biographie.
Der Kastrationstermin bei den Jungkatern war jeweils gleich nach Sichtbarkeit der Hoden (sobald sie aus der Körperhöhle in den Hodensacxk gewandert waren), also in einem Fall schon mit sechs, in drei anderen mit 7 oder 8 Monaten.
Einer der im jüngsten Alter (mit grade 7 Monaten) Kastrierten war einer (von insgesamjt drei) der besten und verantwortungsvollsten "Rudelführer"-Kater (ja, sowas gibt es), die wir jemals hatten: Er hat dafür gesorgt, daß sich alle vertragen und den Jungkatzen, die im Laufe der Jahre dazu kamen, jeweils alles beigebracht, was eine Katze wissen und können muß. Darüberhinaus war er ein stattlicher Kerl mit beeindruckender Stimme.
Einer der später (mit schon fast 9 Monaten) Kastrierten hatte tatsächlich eine Piepsstimme (die ich allerdings auf seine Abstammung zurückführe: Irgendwann war in der Gegend wohl auch mal ein unkastrierter Siamkater unterwegs) und war zeitlebens ein bißchen langsamer im Denken und Handeln als sein schmalerer Bruder aus demselben Wurf, dabei aber die größte und dickste Katze, die wir jemals hatten.
Dieser Bruder war auch oft ein bißchen rüpelig zu anderen Katzen (und Hunden), während sein Bruder zu den besonders Sozialen gehörte. - All das sind individuell angelegte Eigenschaften, auch bei Wurgeschwistern mit gemeinsamer Geschichte (der ganze Wurf von fünf Kitten sollte getötet werden, die anderen drei haben wir gut vermitteln können).
Kater möglichst *sofort* bei Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen (früher würde es ohne Bauch-OP auch nicht gehen) empfiehlt sich schon aus Gründen der Risikominimierung: Bei Revierkämpfen können Infektionen übertragen werden, kämpfende Kater beachten oft den Verkehr oder andere Gefahren nicht wenn´s "heiß her geht" und sie laufen oft weiter interessanten Kätzinnenspuren hinterher als ihrer Sicherheit zuträglich ist.
Dazu kommt noch die Verhinderung potenzieller Markiererei, vor allem in Mehr-Katzen-Haushalten. Der allerallerwichtigste Punkt ist aber, daß man nicht noch zur Erhöhung der Katzenpopulation beitragen sollte und entsprechend verantwortlich handelt.
Daß das Märchen, das mir früher auf dem Land (aber nicht nur da) oft erzählt wurde, von den "kastrierten Katern, die nicht mehr jagen" inzwischen zum Glück weitestgehend ausgerottet und schon sehr lange widerlegt ist, wißt ihr hier ja auch alle
Noch kurz zu kleinwüchsigen Katzen: Das ist (u. a. auch bei vielen Dorfhunden, wo es noch freilaufende gibt) tatsächlich meist eine Inzuchtfolge. In der Eifel u. a. gibt es dafür viele Beispiele. Sowas habe ich aber auch schon im eigenen Dorf gesehen, wo es über viele Jahre quasi drei Katzen-"Dynastien", bzw. ungewollte (In-)"Zuchtlinien" gab, bei deren Nachkommen sich sehr oft auf den ersten Blick erkennen ließ von welchem Hof sie kamen.
Inzwischen sind die meisten der früheren Elterntiere m. W. entweder kastriert (sehr gut) oder zu Tode gekommen (nicht gut). Dafür ist viel "frisches Blut" bei Zugezogenen nachgerückt, die sich leider oft nicht oder zu spät um Kastration kümmern: Nach Jahren relativer Ruhe an der Streunerfront gibt es in der Umgebung daher in letzter Zeit wohl wieder eine große Population und zumindest ein Teil davon ist m. W. leider FIV-infiziert
Zum Kastrationszeitpunkt bei Katern und dessen möglichen Auswirkungen:
Wir hatten schon (dann durch uns veranlaßt) sehr späte Kastrationen bei zugelaufenen Unkastrierten/Wilden und relativ frühe (sobald die Hoden sichtbar wurden) bei aufgenommenen, männlichen Notfall-Kitten. Unterschiede im Verhalten konnte ich zwischen beiden Gruppen nicht erkennen, das war so individuell wie ihre jeweilige Veranlagung und Biographie.
Der Kastrationstermin bei den Jungkatern war jeweils gleich nach Sichtbarkeit der Hoden (sobald sie aus der Körperhöhle in den Hodensacxk gewandert waren), also in einem Fall schon mit sechs, in drei anderen mit 7 oder 8 Monaten.
Einer der im jüngsten Alter (mit grade 7 Monaten) Kastrierten war einer (von insgesamjt drei) der besten und verantwortungsvollsten "Rudelführer"-Kater (ja, sowas gibt es), die wir jemals hatten: Er hat dafür gesorgt, daß sich alle vertragen und den Jungkatzen, die im Laufe der Jahre dazu kamen, jeweils alles beigebracht, was eine Katze wissen und können muß. Darüberhinaus war er ein stattlicher Kerl mit beeindruckender Stimme.
Einer der später (mit schon fast 9 Monaten) Kastrierten hatte tatsächlich eine Piepsstimme (die ich allerdings auf seine Abstammung zurückführe: Irgendwann war in der Gegend wohl auch mal ein unkastrierter Siamkater unterwegs) und war zeitlebens ein bißchen langsamer im Denken und Handeln als sein schmalerer Bruder aus demselben Wurf, dabei aber die größte und dickste Katze, die wir jemals hatten.
Dieser Bruder war auch oft ein bißchen rüpelig zu anderen Katzen (und Hunden), während sein Bruder zu den besonders Sozialen gehörte. - All das sind individuell angelegte Eigenschaften, auch bei Wurgeschwistern mit gemeinsamer Geschichte (der ganze Wurf von fünf Kitten sollte getötet werden, die anderen drei haben wir gut vermitteln können).
Kater möglichst *sofort* bei Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen (früher würde es ohne Bauch-OP auch nicht gehen) empfiehlt sich schon aus Gründen der Risikominimierung: Bei Revierkämpfen können Infektionen übertragen werden, kämpfende Kater beachten oft den Verkehr oder andere Gefahren nicht wenn´s "heiß her geht" und sie laufen oft weiter interessanten Kätzinnenspuren hinterher als ihrer Sicherheit zuträglich ist.
Dazu kommt noch die Verhinderung potenzieller Markiererei, vor allem in Mehr-Katzen-Haushalten. Der allerallerwichtigste Punkt ist aber, daß man nicht noch zur Erhöhung der Katzenpopulation beitragen sollte und entsprechend verantwortlich handelt.
Daß das Märchen, das mir früher auf dem Land (aber nicht nur da) oft erzählt wurde, von den "kastrierten Katern, die nicht mehr jagen" inzwischen zum Glück weitestgehend ausgerottet und schon sehr lange widerlegt ist, wißt ihr hier ja auch alle