Mit Orchideen im Zimmer bin ich anfangs genau an derselben Stelle gescheitert. Die ersten Phalaenopsis sahen gut aus, bis ich sie zu gut gemeint habe und ständig gegossen wurde.
Erst als ich gelernt habe, Trockenphasen auszuhalten und nicht auf jeden schrumpeligen Luftwurzel-Reflex zu reagieren, wurde es stabil. Die Luftfeuchte war bei mir ebenfalls der Knackpunkt, Sprühen brachte kaum etwas, eine einfache Wasserschale in Fensternähe dagegen schon.
Interessant war, wie sensibel manche Pflanzen auf minimale Standortwechsel reagierten. Seitdem fasse ich gesunde Orchideen möglichst wenig an und lasse sie einfach machen.
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Orchideen im Zimmer (Gelesen 613089 mal)
Moderator: Phalaina
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Re: Orchideen im Zimmer
Ja ich glaube da muss ich mich auch noch zügeln, beim Wässern meine ich.
Bei der Nopsen versuche ich die Regel folgen, erts wenn die Luftwurzeln grau sind, zu giessen. Die anderen sind eher die "säufer" typen, da schaffe ich sie vielleicht nicht zu übergiessen. (Cochleanthes, Zygopetalum, Cymbidums).
Bei der Nopsen versuche ich die Regel folgen, erts wenn die Luftwurzeln grau sind, zu giessen. Die anderen sind eher die "säufer" typen, da schaffe ich sie vielleicht nicht zu übergiessen. (Cochleanthes, Zygopetalum, Cymbidums).
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Mark Twain
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Re: Orchideen im Zimmer
Also seitdem ich die Methode entwickelt hatte, die Nopsen in den Übertöpfen nur alle 14 Tage für einige Zeit komplett mit Wasser zu fluten und dann abzugießen, wodurch dann auch das Rindensubstrat wenigstens Feuchtigkeit aufsaugen kann, hatte ich keine Probleme mehr mit dem Gießen.
Nopsen mögen eher trocken als zu dauerfeucht.
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Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber
“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
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- Phalaina
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Re: Orchideen im Zimmer
Für die größeren Phalaenopsis-Varietäten (und damit die allermeisten Hybriden) ist die von Gartenplaner beschriebene Methode genau richtig und auch einleuchtend, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es im Grunde genommen semi-sukkulente Pflanzen sind. Junge Pflanzen und auch die kleineren Arten brauchen hingegen eine etwas gleichmäßigere Feuchtigkeit und reagieren positiv auf tägliches Einsprühen des Wurzelbereichs und des Substrats (mit ebenfalls nur gelegentlichem Durchgießen).
Exzessiv am Tage auf die Blätter zu sprühen macht meiner Erfahrung nach nur wenig Sinn, es sei denn, man sprüht bei großer Hitze (aber nicht in voller Sonne), um den Pflanzenkörper etwas abzukühlen. Phalaenopsis sind CAM-Pflanzen, das heißt, sie haben ihre Spaltöffnungen am Tage zur Verdunstungsminimierung ohnehin geschlossen und öffnen diese zur CO2-Aufnahme und -fixierung nachts.
Ähnlich leicht im Zimmer zu pflegen wie die meisten Nopserln ist Paphiopedilum insigne und ihre Hybride (mit Paph. spicerianum) Paph. x Leeanum, besonders, wenn ein Fensterplatz in einem etwas kühleren Zimmer zur Verfügung steht. Früher waren sie weitverbreitete Pfleglinge, heute sind sie seltener zu sehen. Hier blühen gerade beide:
Ähnlich leicht im Zimmer zu pflegen wie die meisten Nopserln ist Paphiopedilum insigne und ihre Hybride (mit Paph. spicerianum) Paph. x Leeanum, besonders, wenn ein Fensterplatz in einem etwas kühleren Zimmer zur Verfügung steht. Früher waren sie weitverbreitete Pfleglinge, heute sind sie seltener zu sehen. Hier blühen gerade beide:
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Re: Orchideen im Zimmer
Ich habe gestern tatsächlich auch drei kleinblütige Orchideen vom Aldi mitgenommen, weil sie reduziert und (zumindest eine) recht zerzaust aussahen, bzw. total trocken und da taten sie mir schon leid. Es handelt sich um normale Phalaenopsis vermute ich mal, aber ich bin da in der Pflege so unbewandert
Erstmal habe ich sie gewässert und die Luftwurzeln etwas besprüht, mehr passiert vorerst nicht. Mögen sie es kühler (z.B. Ostfenster im Schlafzimmer), oder wärmer (Westfenster im Esszimmer)? Bezüglich Substrat mögen sie es glaub ich ähnlich wie Farne, aber was ist dran an den durchsichtigen Töpfen (momentan sind sie in durchsichtigen Plastetöpfchen)?
Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann, ohne dabei glücklich zu sein. (Fjodor Dostojewskij)
- Aramisz78
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Re: Orchideen im Zimmer
Moin.
Du wirst von Phalaina bestimmt fachkundige Antwort erhalten, aber als erste was ich in der letzte Zeit mir erlest habe. (Gibt das Wort überhaupt?)
Sie mögen es wärmer aslo ruhig in der esszimmer, aber später /Im Sommer keine pralle Mittagssonne)
Eher trocken halten, Substrat soll luftiger sein als bei Farnen. Also bei Farnen stelle ich mir neben groben zutaten auch Humus/Kompost vor.
Bei der durchsichtigen Töpfen kannst Du die Wurzeln besser/leichter beurteilen. Ob sie faulen, noch grün sind (noch kein giessbedarf) oder die Velamen schon trocken grau/silbrig ist, und ein neues giessen notwendig ist.
Aber es gibt genug Leute die es besser wissen, als ich, warte mal mit deren Ratschlägen ab.
Du wirst von Phalaina bestimmt fachkundige Antwort erhalten, aber als erste was ich in der letzte Zeit mir erlest habe. (Gibt das Wort überhaupt?)
Sie mögen es wärmer aslo ruhig in der esszimmer, aber später /Im Sommer keine pralle Mittagssonne)
Eher trocken halten, Substrat soll luftiger sein als bei Farnen. Also bei Farnen stelle ich mir neben groben zutaten auch Humus/Kompost vor.
Bei der durchsichtigen Töpfen kannst Du die Wurzeln besser/leichter beurteilen. Ob sie faulen, noch grün sind (noch kein giessbedarf) oder die Velamen schon trocken grau/silbrig ist, und ein neues giessen notwendig ist.
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Re: Orchideen im Zimmer
Ja, Deine Phalaenopsis mögen es tatsächlich etwas wärmer (also normale Wohnzimmertemperaturen), etwa so wie zum Beispiel Usambaraveilchen, aber mit einem etwas helleren Standort. Die Orchideen sind durch langjährige Züchtung sehr gut an das Zimmerklima angepasst.
Entscheidend für die erfolgreiche Kultur ist immer der Zustand der Wurzeln. Deswegen sind die durchsichtigen Töpfe mittlerweile Standard, da sie, wie Aramisz78 schon schrieb, eine gute Beurteilung der Wurzeln erlauben. Das typische Orchideensubstrat sollte sehr durchlässig sein - bewährt hat sich für kleine Nopserln nicht zu feine (aber auch nicht zu grobe) Pinienrinde. Sollten Deine neuen Orchideen jedoch in einem torfartig dichten Substrat stehen, dann ist es nach meinen Erfahrungen eher schwierig, sie langfristig in der richtigen Weise zu gießen, und die Wurzeln bekommen unter Umständen rasch Schäden (falls sie nicht schon jetzt beeinträchtigt sind). Daher würde ich sie so schnell wie möglich in Rinde umsetzen, spätestens nach der Blüte, wenn das Wachstum einsetzt. Solange die Pflanzen noch halbwegs vital sind, kommen sie nach dem Umpflanzen recht gut voran und sollten bei regelmäßigem Sprühen des Wurzelbereichs und gelegentlichem Düngen bald neue Wurzeln bilden. Beim Umpflanzen bitte unbedingt darauf achten, eher kleinere als zu große Töpfe zu nehmen.
Sind die Pflanzen dann erst einmal etabliert, sollten sie insgesamt eher etwas trockener als zu feucht gehalten werden. Am besten ist es, die Orchideentöpfe für das Wässern in wassergefüllte Übertöpfe stellen und für 10 Minuten zu tauchen. Danach bitte gut abtropfen lassen! Nach dem Tauchen sind die Wurzeln und das Substrat gut durchfeuchtet, und es sollte, je nach Witterung, ein bis zwei Wochen nicht getaucht oder gegossen werden, höchstens etwas im Wurzelbereich gesprüht. Wenn Du es erst einmal herausbekommen hast, wirst Du schnell merken, dass zumindest Nopserln nicht so schwierig zu kultivieren und meist sehr dankbare Blüher sind.
Entscheidend für die erfolgreiche Kultur ist immer der Zustand der Wurzeln. Deswegen sind die durchsichtigen Töpfe mittlerweile Standard, da sie, wie Aramisz78 schon schrieb, eine gute Beurteilung der Wurzeln erlauben. Das typische Orchideensubstrat sollte sehr durchlässig sein - bewährt hat sich für kleine Nopserln nicht zu feine (aber auch nicht zu grobe) Pinienrinde. Sollten Deine neuen Orchideen jedoch in einem torfartig dichten Substrat stehen, dann ist es nach meinen Erfahrungen eher schwierig, sie langfristig in der richtigen Weise zu gießen, und die Wurzeln bekommen unter Umständen rasch Schäden (falls sie nicht schon jetzt beeinträchtigt sind). Daher würde ich sie so schnell wie möglich in Rinde umsetzen, spätestens nach der Blüte, wenn das Wachstum einsetzt. Solange die Pflanzen noch halbwegs vital sind, kommen sie nach dem Umpflanzen recht gut voran und sollten bei regelmäßigem Sprühen des Wurzelbereichs und gelegentlichem Düngen bald neue Wurzeln bilden. Beim Umpflanzen bitte unbedingt darauf achten, eher kleinere als zu große Töpfe zu nehmen.
Sind die Pflanzen dann erst einmal etabliert, sollten sie insgesamt eher etwas trockener als zu feucht gehalten werden. Am besten ist es, die Orchideentöpfe für das Wässern in wassergefüllte Übertöpfe stellen und für 10 Minuten zu tauchen. Danach bitte gut abtropfen lassen! Nach dem Tauchen sind die Wurzeln und das Substrat gut durchfeuchtet, und es sollte, je nach Witterung, ein bis zwei Wochen nicht getaucht oder gegossen werden, höchstens etwas im Wurzelbereich gesprüht. Wenn Du es erst einmal herausbekommen hast, wirst Du schnell merken, dass zumindest Nopserln nicht so schwierig zu kultivieren und meist sehr dankbare Blüher sind.