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Zwiebeln (Gelesen 3289 mal)

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Monti
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Re: Zwiebeln

Monti » Antwort #15 am:

Monti hat geschrieben: 1. Jul 2025, 22:42 Ich war das Jahr auch zu spät dran. Wann ich gesät hab, weiß ich nicht mehr. Glaub irgendwann im April. In Blumentöpfe. Kamen nicht recht vom Fleck. Dann rausgekramt und Anfang Juni gepflanzt. Eigentlich heißt es, Bleistiftdick. Davon waren meine weit entfernt.
Jetzt die Trockenheit. Aufgeben will ich noch nicht, war schon zu viel Arbeit bisher. Vorhin hab ich ein 120 L Fass mit den übrigen Tropfschläuchen in Stellung gebracht. Super, die Netafim-Tropfschläuche, arbeiten mit nur minimalstem Gefälle. Mal sehen, ob noch was brauchbares bei rum kommt. So viel Hoffnung hab ich nicht mehr.
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Die Ramata di Milano und Robelja sind größtenteils gut gewachsen. Wädenswiler und Cuisse de poulet kaum, vielleicht sind 10-20 % durchgewachsen. Der Großteil hat bei Steckwiebelgröße das Wachstum eingestellt. Werden die halt nächsten Jahr gesteckt.
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Was mach ich mit den riesen Dingern mit vollgrünem Laub? Abschneiden? Trocknen? Wachsen lassen? Es fehlt wohl die Trockenphase zum beenden des Wachstums oder?
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thuja thujon
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Re: Zwiebeln

thuja thujon » Antwort #16 am:

Das sind Dickhälse. Kommt regelmäßig vor, klassisches Kulturführungsproblem bzw Wetter, manche Sorten sind empfindlicher als andere, man hat es noch nicht vollständig ausräumen können.
Ich verbrauche sie gleich, lagerfähig sind sie nicht wirklich, zum kompostieren oder einarbeiten aber auch zu schade.

Schau mal hier auf Seite 4 bis 6, da wird es erklärt. https://de.hazera.com/wp-content/upload ... 3__WEB.pdf

Der Acker sieht gut aus, kein Zwiebelrost, aber langsam sollten sie doch zum Schlottenknick kommen. Hier ist die Zwiebelernte auf den Äckern seit Wochen bzw Monaten schon beendet.
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Monti
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Re: Zwiebeln

Monti » Antwort #17 am:

Danke, das ist mal wirklich ein informatives Blatt. :D
Nur einwas kapiere ich nicht:
Anders als
zum Beispiel bei Möhren kann eine späte Saat
nicht mit einer frühen Sorte ausgeglichen werden,
sondern die Maßnahme muss genau umgekehrt
erfolgen.
Wie hänt das nun mit extra-Langtag und Langtag-Typen zusammen? Heißt das, wenn erst späte Saat möglich ist, muss man Extra-Langtag Sorten nehmen?

Für die Ramata di Milano (und auch Amerikanertyp-Zwiebeln) empfielt Sativa Voranzucht. Keine Angabe zur Direktsaat.
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thuja thujon
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Re: Zwiebeln

thuja thujon » Antwort #18 am:

Ja, es spielt praktisch keine Rolle wie viele Tage Entwicklungszeit bis zur Ernte notwendig sind, also der Trick wenn man spät dran ist zB Buschbohnen erst Mitte August säen und dann eine Frühsorte, damit man noch rechtzeitig ernten kann, das klappt nicht bei ziwebeln.

Wer früh sät sollte Frühsorten nehmen, die kommen mit den länger werdenden Tagen zurecht und schließen ab mit dem Wuchs, sind also lagerfähig.
Und wer nicht ganz so früh säen kann sondern erst im April, der sät besser eine Spätsorte.

Ich säe in der Regeln Frühlingszwiebeln, da gibts das Problem nicht, weil sie eh offen bleiben. Die säe ich aber ab. 1.Februar drinnen vor und pflanze 4-5 Wochen später Anfang März aus. Viel platz brauchen sie nicht ind er Anzucht, ein 4er Topf ist schon Platzverschwendung bzw da sollte man sie dann im Tuff säen, 5 Samen für 4 Pflanzen.

Hier mal Sorte Toska Ende Februar
Zwiebel 20230227.jpeg



Ende Juli
Zwiebel Toska 20230731.jpeg
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markoxyz
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Re: Zwiebeln

markoxyz » Antwort #19 am:

In welche Erde sät ihr die Zwiebeln in der Palette? In sämtlichen Anleitung steht immer nährstoffarme Anzuchterde. Allerdings haben meine Zwiebeln die letzten Jahre immer sehr früh eher gilblich mangelernährt gewirkt. Was kann denn passieren wenn die Erde zu nährstoffreich ist? Bei Direktsaat sät man ja schließlich auch in die vorgedüngte Erde.

Frühlingszwiebeln habe ich verschiedene Sorten am Wochenende eingesät in die 144er Quickpot Palette. Unten rein erstmal normale Blumenerde die etwas gröber ist, Pflanzerde ist meist so fein, dass sie durch die Quickbot Löcher zu stark durchrieselt. Dann mit Anzucht Erde aufgefüllt. Jetzt bin ich gerade dabei eine 40er Palette für Gemüsezwiebeln zurecht zu machen und überlege halt wie viel richtige Blumenerde ich nehme und wie viel Anzuchterde, bzw. eventuell die Anzucht Erde nur oben zum abdecken.
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thuja thujon
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Re: Zwiebeln

thuja thujon » Antwort #20 am:

Wenn man einmal durchdringend gießt, so dass es unten rausläuft, hat man aus normal gedüngter Erde die halb gedüngte Anzuchterde gemacht. Die Nährstoffe werden schneller ausgeschwemmt, als man denkt. Das gilt auch für den pH-Wert, Kalkleitungswasser kann kleine Töpfe schnell im pH-Wert verändern.

Ich säe in normal gedüngtes Substrat, feucht genug mit dem Daumen festgedrückt und danach nochmal aufgefüllt, dann rieselt nichts durch die Löcher unten. Salzschäden, also das was verbrennt, wegen Salzstress, konnte ich (mangels Vergleich) noch nicht feststellen.
Wenn die Zwiebeln wachsen, dünge ich ab und an mit dünner Düngerlösung nach, also 1g/L bei jedem zweiten bis dritten gießen. Kommt aber auch drauf an, wann man pflanzen will und mit welcher Wurzelarchitektur.

Das pressen macht nix, im Gegenteil, die Pflanzen werden so Transportfähig.
Zwiebeln pflanzen 1.jpeg
Zwiebeln pflanzen 2.jpeg
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Zwiebeln

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #21 am:

thuja thujon hat geschrieben: 11. Feb 2026, 22:55 Wenn die Zwiebeln wachsen, dünge ich ab und an mit dünner Düngerlösung nach, also 1g/L bei jedem zweiten bis dritten gießen.
(Ach nee, ach was... [Insider-Joke... 8) ])

1 Gramm von was denn je Liter...? ASS?
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Re: Zwiebeln

thuja thujon » Antwort #22 am:

Im Topf immer Volldünger, also Hakaphos grün oder rot bzw eine Mischung daraus.
ASS ist für die Beete, wo der Boden mit Phosphor und Kali überversorgt ist.
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Re: Zwiebeln

lucullus_52 » Antwort #23 am:

thuja thujon hat geschrieben: 11. Feb 2026, 22:55 ...

Das pressen macht nix, im Gegenteil, die Pflanzen werden so Transportfähig.

Zwiebeln pflanzen 1.jpeg

Zwiebeln pflanzen 2.jpeg
Bedeuten die Bilder, daß Du die vorgezogenen Zwiebeln jetzt schon ins Beet pflanzt? Ich weiß gar nicht, ob die Erde hier schon weit genung aufgetaut ist....
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Re: Zwiebeln

markoxyz » Antwort #24 am:

1g Hakaphos klingt für mich bei Zwiebel schon recht viel. Da hätte ich mich nur bis 0,5g getraut. Aber ok, wenn es funktioniert werde ich das für später mal vormerken.
Wie gesagt, sämtliche Anleitungen im Internet sprechen nur von Anzuchterde und darüber hinaus wird auch immer Lehrbuchartig wiederholt "Schwach- bis Mittelzehrer", "schwach düngen", "geringer Nährstoffbedarf",... deswegen war ich da immer etwas vorsichtig und die Pflanzen wirkten etwas hungrig. Mit dem Vorziehen aus Samen mache ich das noch nicht lange, vorher gab es nur Steckzwiebeln und andere Sorten als Direktsaat.

Die Erde die ich mir gestern für die Zwiebeln reingeholt hatte, ein halber Sack, da leben ein paar Rosenkäferlarven drin und die halbe Erde besteht aus deren Kot = Dauerhumus. Kann man das wohl nehmen/beimischen, oder stimmen dann Nährstoffversorgung und/oder Wasserhaushalt der Erde nicht mehr? Theoretisch sollte das ja eine gute Langzeitnährstoffquelle sein.
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Re: Zwiebeln

thuja thujon » Antwort #25 am:

Ich benutze ein gutes Substrat, das schon Jahrzehntelang Standard in den Gärtnereien oder Jungpflanzenbetriebe ist.
Mit Substraten aus dem Discounter oder Baumarkt oder Eigenmischungen muss man eigene Erfahrungen machen.
Holzfasersubstarte, in denen die Rosenkäferlarven hausen, werden vermutlich ein Stickstoffproblem haben, der ist meist festgelegt. Kann man mit harnstoff oder AdBlue korrigieren.

0,5g/L Hakaphos ist auch ok, mache ich auch oft, muss man notfalls öfter düngen oder weniger oft zwischendrin mit Wasser gießen. Kommt auch drauf an, ob man so gießt, dass unten überschüssige Gießlösung rausläuft oder ob man die Töpfe weniger nass hält. Am Schluss gehts aber auch um die Wurzelmenge im Topf, die möchte ich nicht immer möglichst lange haben, da die beim auspflanzen zu Problemen führen. Deshalb eher die etwas höhere Nährstoffdichte im Topf.
Zwiebeln wollen Anfangs übrigens auch reichlich Stickstoff, nicht so viel wie Blumenkohl, aber doch schon ordentlich. Der Bedarf wird mit 120 bis 210 kg/ha angegeben, das ist grob irgendwo zwischen Spinat und Kohlrabi. Frühlingszwiebeln brauchen mehr als Trockenzwiebeln, gerade letztere eher wenig vor der Abreife, also der Bedarf ist am Anfang der Wachstumszeit, da sie `reif´ geerntet werden im Vergleich zu voll im Wachstum befindlichen Salaten usw.
Zahlen für verschiedene Gemüse: https://www.igzev.de/publikationen/IGZ_ ... emuese.pdf

Die Bilder sind schon älter, aktuell keimen die Zwiebeln gerade erst. Vor Anfang-Mitte März kommen die nicht raus. Die kommen erst nach den ersten Salaten ins Freiland. Im Beet ist aktuell auch nichts zu machen, schlicht zu nass.
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Re: Zwiebeln

lucullus_52 » Antwort #26 am:

thuja thujon hat geschrieben: 12. Feb 2026, 15:18 Die Bilder sind schon älter, aktuell keimen die Zwiebeln gerade erst. Vor Anfang-Mitte März kommen die nicht raus. Die kommen erst nach den ersten Salaten ins Freiland. Im Beet ist aktuell auch nichts zu machen, schlicht zu nass.
Dann bin ich beruhigt. Ich fürchtete schon, etwas verbummelt zu haben :)
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Re: Zwiebeln

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #27 am:

thuja thujon hat geschrieben: 12. Feb 2026, 08:01 Im Topf immer Volldünger, also Hakaphos grün oder rot bzw eine Mischung daraus.
ASS ist für die Beete, wo der Boden mit Phosphor und Kali überversorgt ist.
Thanks! Und ja, jupp, verstehe ich (DESWEGEN - also wg. des P-Problems - hatte ich mir ja auch mal ASS zugelegt).
Aber Jungpflanzen-Anzucht ist ja nochmal was anderes als die Düngesituation im allgemeinen und in DEM Stadium ist es ja doch der Stickstoff, der vor allem gebraucht wird, oder!?
Und dessen Anteil ist ja im ASS (mit 26%) in ähnlich schwindelerregenden Höhen wie im (grünen) Hakaphos mit 20%.
Erstaunlich genug, dass 0,2 Gramm davon in einem Liter einen so großen Effekt haben können; das wird also nen Versuch wert sein...! ;)
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Re: Zwiebeln

thuja thujon » Antwort #28 am:

Man sollte schon etwas auf die Verhältnisse achten. N/K und N/S. Schwefel und Kali sind in den Holzfaser-Substraten aber meist genug vorhanden, deshalb dort Harnstoff/AdBlue nehmen. in guten Substraten Hakaphos nur zum nachdüngen, wenn das Substrat nach 2 oder 4 Wochen (oder wann auch immer) ausgelutscht ist.
Jungpflanzenanzucht bei Gemüse kommt in der Regel nicht ohne zusätzliche Düngung aus. Im Frühjahr sieht man immer wieder hungernde, krepelnde, teilweiße schon mit heftigem Laubverlust geplagte Jungpflanzen und stolze Gärtner oder Verkäufer, die betonen, sie hätten nicht gedüngt. Die haben wohl Angst, die Kunden verbinden das mit giftig. Widerspricht leider allem, was man so über Pflanzen weiß. Wenn sich solche Pflanzen noch erholen, dann nur mit zeitlichen Verlusten, also man fängt deutlich später an zu ernten oder es reift auch nicht mehr aus. Wenn ich solche Pflanzen bekommen, schmeiße ich sie deshalb auf den Kompost. Hühner würde auch gehen. Ist auf jeden Fall schade um die nutzlose Mühe für die Anzucht.

Ist jetzt allgemein gesprochen, hat also nichts direkt mit Zwiebeln zu tun (gilt auch für die) und daher OT.
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