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Mathilda11 hat geschrieben: ↑16. Feb 2026, 16:33
Was für Erde würdet ihr für Topfhaltung ausprobieren?
Betonung auf ausprobieren- gefühlsmäßig hätte ich die gute zufriedenstellende Blumenerde vom kleinen regionalen Produzenten mit einen ordentlichen Teil Basaltsplitt vermischt. Das die Pflanze zur Wachstumszeit nicht ständig Durst hat, aber auch nicht im Sumpf steht. Dazu gäbe es für den Pott einen geschützten Herbst-/Winterplatz, bspw. im Verschlag wo auch die getopften Iris rein kommen. .
In Hohenheim hatten wir bis zum Erbrechen Düngelösungen für Systemkultur und inerte Substrate durchgenommen. Bei den Anemonen cor., Schnittblumen in dem Fall, meinte der Lehrer seinerzeit sinngemäß, es sei oft so ein bisschen ein Wettlauf. Einen Ertrag davon zu bekommen, bevor sie unter den (relativ) sterilen Bedingungen dann doch irgendwann ausfallen (Älchen, Pilz). Das war wahrscheinlich nicht komplett übertrieben, aber als Pflanzenmensch behandelt man ein Einzelstück dann ja meist sorgsamer als es bei ein paar Hundert möglich wäre. .
Wenn du es ausprobierst, berichte bitte. Die Blauen haben es mir schon immer angetan.
Phalaina hat geschrieben: ↑17. Feb 2026, 15:59
Übrigens sollte bei Exkursionen in die mediterrane Flora bei einer von Ferne rot leuchtenden "Anemone" immer nachgeprüft werden, ob sich nicht dahinter ein roter Ranunculus asiaticus verbirgt.
Wenn der denn weniger zickig ist, wäre mir das egal.
Ich habe eine Pflanze von Anemone coronaria (Die Rote! ) in meiner Macchia, die hält jetzt den 3. Winter aus. Hat seit Anfang Dezember eine Knospe, die lebt immer noch. Wohl weil sie öfters mal im Schnee verborgen war. Ich hoffe ja, dass sie dann nach dem Winter noch aufgeht
Die wurde mal als abgeblühte Pflanze im Frühling gesetzt, vom Friedhofskompost.
OT Naja, der wilde Ranunculus asiaticus ist ja der Stammvater der Ranunkeln, und bei denen ist es auch nicht so dolle mit der Langzeitkultur, nicht einmal winters frostfrei unter Glas. Auf Kreta stand er hängeweise in weiß und gelb und seltener in rot, aber oft in sehr lehmigen Substrat, wo die Knollenkralle im Sommer vermutlich fest einbäckt. END OT
Anemone coronaria konnte ich auch auf den kretischen Hochalmen öfters finden, zusammen mit (einigermaßen winterharten) Wildtulpen und (in unseren Breiten kaum überdauernden) Orchideen. Da oben war es bei allen meinen Besuchen ziemlich kühl-feucht-nebelig (nach Auskunft der Einheimischen ist Schnee nicht unbekannt), klimatisch fast schon wie während der überwiegenden Zeit eines typischen milden 2020er Deutschlandwinters, aber ohne starke Fröste und eben nur vom Herbst bis zum Frühjahr - im Sommer ist es auch dort wieder sehr trocken, und alle Geophyten sind in Ruhe. Ganzjährige Feuchtigkeit ist nicht ihrs, das macht die Kronenanemone nicht lange mit, oder nur einzelne Ausnahmepflanzen, so lange wie's halt dauert. Und außerdem - so dicht an dicht wie in einer hiesigen Blumenrabatte gepflanzt, standen die Anemonen, soweit ich erkennen konnte, an den Naturstandorten nirgendwo, sondern immer mit geziemlichen Abstand zum Nachbarn, so dass die Pflanzen nach Niederschlägen stets gut durchgeblasen wurden und abtrocknen konnten.
Phalaina hat geschrieben: ↑19. Feb 2026, 20:14
klimatisch fast schon wie während der überwiegenden Zeit eines typischen milden 2020er Deutschlandwinters, aber ohne starke Fröste und eben nur vom Herbst bis zum Frühjahr - im Sommer ist es auch dort wieder sehr trocken, und alle Geophyten sind in Ruhe. Ganzjährige Feuchtigkeit ist nicht ihrs, das macht die Kronenanemone nicht lange mit, oder nur einzelne Ausnahmepflanzen, so lange wie's halt dauert.
Das ist meines Erachtens eine der wichtigsten Erkenntnisse, wenn die Rede davon ist, dass man mediterrane Geophyten wegen des Klimawandels jetzt auch bei uns kultivieren kann. So einfach ist es nicht! Dazu kommen noch die speziellen Bodenverhältnisse. Terra Rossa ist schon etwas anderes als fette norddeutsche Lehmerde und auch etwas anderes als märkischer Sand.
Bis jetzt ist es gut gegangen, sagte der Mann, als er am 13. Stockwerk vorbei fiel.
Hier in Mitteleuropa ist der Witterungsverlauf übers Jahr leider generell viel zu volatil. Zwar mögen die meisten Winter zumindest hier im Südwesten eher mild sein, gelegentlich gibt es aber doch harsche Kaltlufteinbrüche, oft ohne schützende Schneedecke. In manchen Sommern gibt es wochenlange Dürren, in anderen Jahren ist der Sommer viel zu nass. Der Februar gilt hier eigentlich als eher trockener, ruhiger Spätwintermonat, dieses Jahr sind vermutlich so viele Niederschläge gefallen wie im Dezember und Januar zusammen.
Durch den Klimawandel nehmen solche erratischen Verläufe eher noch zu, und das ist eben gerade das, was Pflanzen aus dem Mittelmeerraum (oder auch von anderswo her) überhaupt nicht vertragen. Die brauchen ihre Sommerruhe, die Schneedecke im Winter, kennen keine Spätfröste usw. Zwar kennen sie jahreszeitliche Extreme durchaus und haben sich dementsprechend angepasst, aber gerade solche unvorhersagbaren Wetterkapriolen wie bei uns sind leider kontraproduktiv.
In den letzten Jahren wurden z. B. dürrefeste Pflanzen immer stärker beworben, aber die meisten davon kann ich hier nicht pflanzen, weil sie entweder die nassen Winter nicht überstehen, oder aber in einem nassen Sommer dahinscheiden. Letzteres passiert sogar bei Pflanzen, die es hier eigentlich problemlos aushalten, die werden hier bisweilen gnadenlos überwuchert, weil ihre Pflanzpartner aufgrund der Nässe förmlich explodieren, dann umkippen und alles andere erdrücken...