Dankeschön!ringelnatz hat geschrieben: ↑6. Mär 2026, 19:33 Schnittzeitpunkt ist eigentlich perfekt ...vielleicht an den gewünschten Langtrieben die Spitzen ab, dass es keine Quirle gibt. Paar nach Innen wachsende Triebe raus. Fertig.
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Obstbaumschnitt (Gelesen 49501 mal)
Moderator: cydorian
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Re: Obstbaumschnitt
- thuja thujon
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Re: Obstbaumschnitt
Achte bei dem Bäumchen mal darauf, dass nicht so lange Zapfen nach den Augen stehen bleiben. Auch die alten Schnittstellen würde ich nochmal nachschneiden.
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Re: Obstbaumschnitt
Danke für den Hinweis, in natura war es mir gar nicht aufgefallen! Es waren aber ganz schön viele schlecht geschnittene Stellen, ich hoffe, ich habe es jetzt besser gemacht.thuja thujon hat geschrieben: ↑7. Mär 2026, 09:51 Achte bei dem Bäumchen mal darauf, dass nicht so lange Zapfen nach den Augen stehen bleiben. Auch die alten Schnittstellen würde ich nochmal nachschneiden.
Re: Obstbaumschnitt
Der hier ist auch besonders. Eine Zabergäurenette (nach der Bestimmung hier im Forum letzten Herbst, das hat auch gepasst), vielleicht 40 jahre alt. Ich habe keine einzige Schnittspur gesehen. Passt also nicht so ganz aber irgendwie doch hier in den Faden. Denn auch hier stellt sich die Frage, wie man etwas angeht, das keine/die falsche Pflege genossen hat.
Der Baum hat also eine Naturkrone. In Hartmann/Fritz Farbatlas wird der Baum mit flachkugeliger Krone beschrieben. Ich würde eher sagen flachpyramidial. Und besonders sind wohl die langen, oft wenig oder gar nicht verzweigten Ruten, stark überhängend, dicht übereinanderliegend. Das was auf dem Bild unten liegt, ist ausschließlich Totholz aus dem Kroneninneren.
Das ist auch eine Herausforderung zum Schneiden.
Besonders ist auch: Kein Krebs, kein Rindenbrand, zurückhaltend vital.
Im Jahresheft 2025 des Pomologenverein ist ein sehr Interessanter Artikel über das Blühverhalten von Apfelbäumen. Es wird zwischen an Kurztrieb (spur-type) und Langtrieb (tip-type) fruchtenden Sorten unterschieden. Letztgenannte sind schwieriger zu erziehen und sind im kommerziellen Anbau nicht erwünscht. Ich musste sofort an den Luikenapfel (nicht Gewürzluiken!) denken, der lange Triebe bildet und fast ausschließlich am Ende von Langtrieben fruchtet. Dadurch der überhängende Wuchs und die sehr schwierige Erziehung. Ich frage mich, ob die Zabergäurenette auch zu den tip-typen gehört.
Ich freu mich schon drauf, den Baum fertig zu schneiden.
Edit: Eigentlich sollte der Beitrag in den Verschnittene Bäume Faden. Egal, hier passts auch.
Der Baum hat also eine Naturkrone. In Hartmann/Fritz Farbatlas wird der Baum mit flachkugeliger Krone beschrieben. Ich würde eher sagen flachpyramidial. Und besonders sind wohl die langen, oft wenig oder gar nicht verzweigten Ruten, stark überhängend, dicht übereinanderliegend. Das was auf dem Bild unten liegt, ist ausschließlich Totholz aus dem Kroneninneren.
Das ist auch eine Herausforderung zum Schneiden.
Besonders ist auch: Kein Krebs, kein Rindenbrand, zurückhaltend vital.
Im Jahresheft 2025 des Pomologenverein ist ein sehr Interessanter Artikel über das Blühverhalten von Apfelbäumen. Es wird zwischen an Kurztrieb (spur-type) und Langtrieb (tip-type) fruchtenden Sorten unterschieden. Letztgenannte sind schwieriger zu erziehen und sind im kommerziellen Anbau nicht erwünscht. Ich musste sofort an den Luikenapfel (nicht Gewürzluiken!) denken, der lange Triebe bildet und fast ausschließlich am Ende von Langtrieben fruchtet. Dadurch der überhängende Wuchs und die sehr schwierige Erziehung. Ich frage mich, ob die Zabergäurenette auch zu den tip-typen gehört.
Ich freu mich schon drauf, den Baum fertig zu schneiden.
Edit: Eigentlich sollte der Beitrag in den Verschnittene Bäume Faden. Egal, hier passts auch.
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ringelnatz
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Re: Obstbaumschnitt
freue mich auf Ergebnisbilder mit Beschreibung des Schnitts.
Ich würde wahrscheinlich erstmal das ganze Totholz rausschneiden, um eine Idee für den weiteren Schnitt zu bekommen - aber: mühselig...
Ich würde wahrscheinlich erstmal das ganze Totholz rausschneiden, um eine Idee für den weiteren Schnitt zu bekommen - aber: mühselig...
Re: Obstbaumschnitt
Ich würd im ersten Schritt die langen Überhänge gut einkürzen, vor allem zwischen Stammverlängerung und den seitlichen Astpartien, so dass Licht in die unteren Kronenpartie kommt.
Sieht dann in der Blüte etwa so aus:

Altes Fruchtholz verjüngen ist immer erstmal nachrangig.
Hab übrigens auch gerade erst noch eine Streuobstwiese übernommen, allerdings in einem besseren Zustand.
Schobbe,
Sieht dann in der Blüte etwa so aus:

Altes Fruchtholz verjüngen ist immer erstmal nachrangig.
Hab übrigens auch gerade erst noch eine Streuobstwiese übernommen, allerdings in einem besseren Zustand.
Schobbe,
Re: Obstbaumschnitt
Fertig. So richtig zufrieden bin ich aber nicht. Wie schneidet man einen Baum, dessen Triebe meist unverzweigt sind und 5 m, 6 m lang quer durch die Krone ragen, fast jeder Ast scheuert... Die Freude drauf war größer als die über das Ergebnis. Einerseits hätte noch mehr raus können, andererseits war es nun wohl schon über 30 % Blattmasse. Der Leitast rechts, nunja, immerhin will er nach oben. Kippt aber etwas nach innen. Wenigstens kommt jetzt wieder Licht bis auf den Boden...

@ringelnatz: So gehe ich in der Regel auch vor. Zuerst Totholz, vor allem Starkästiges, gebrochenes, solches, was nach innen wächst und dann von oben nach unten.
@willi: Grundsätzlich schöner Aufbau finde ich. Nur etwas Flach, die Leitäste. Welche Sorte ist das?
@ringelnatz: So gehe ich in der Regel auch vor. Zuerst Totholz, vor allem Starkästiges, gebrochenes, solches, was nach innen wächst und dann von oben nach unten.
@willi: Grundsätzlich schöner Aufbau finde ich. Nur etwas Flach, die Leitäste. Welche Sorte ist das?
- thuja thujon
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Re: Obstbaumschnitt
Der Ansatz ist doch gut.
Ich hätte deutlich mehr geschnitten. Die 30% sind eine Hausnummer, kann man auch ins Klo kippen.
30% im einjährigen Trieb entfernt ist zB nicht 2-4 ganze Äste rausgenommen, mit einem deutlich geringerem Effekt. Ich schneide solche Kronen gerne stabil und verzichte auch mal auf das eine Jahr Ertrag für Kronenaufbau, der viele Jahrzehnte später noch mitspielt.
Alle schreien nach Wuchs, aber keiner traut sich 40 oder 50% wegzuschneiden, weil dann der Wuchs so heftig sein könnte...
Individuelle Baumansprache, Regeln flexibel auslegen...
Ich hätte deutlich mehr geschnitten. Die 30% sind eine Hausnummer, kann man auch ins Klo kippen.
30% im einjährigen Trieb entfernt ist zB nicht 2-4 ganze Äste rausgenommen, mit einem deutlich geringerem Effekt. Ich schneide solche Kronen gerne stabil und verzichte auch mal auf das eine Jahr Ertrag für Kronenaufbau, der viele Jahrzehnte später noch mitspielt.
Alle schreien nach Wuchs, aber keiner traut sich 40 oder 50% wegzuschneiden, weil dann der Wuchs so heftig sein könnte...
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Re: Obstbaumschnitt
Ich säge gerne lieber mal 2 Jahre voraus, hier in dem Fall Schattendach oben weg, damit unten nichts geschnitten werden muss.
Ich sehe die Schnittwunden unten, wo man leicht rankommt zum schneiden, oben ist aber zu viel. Perspektive kann täuschen.
Ich bin bisher mit der Regel, Schattendach wegschneiden, egal wie dick das Holz ist, nicht schlecht gefahren. Hat manchem vergreistem Baum noch mal 20 oder mehr Jahre gegeben. Wenn unten wieder Licht hinkommt, vergreist da auch weniger, dann kann man auch da mehr schneiden wenn man möchte.
Was spricht gegen einen so ähnlichen Schnitt?
Ich sehe die Schnittwunden unten, wo man leicht rankommt zum schneiden, oben ist aber zu viel. Perspektive kann täuschen.
Ich bin bisher mit der Regel, Schattendach wegschneiden, egal wie dick das Holz ist, nicht schlecht gefahren. Hat manchem vergreistem Baum noch mal 20 oder mehr Jahre gegeben. Wenn unten wieder Licht hinkommt, vergreist da auch weniger, dann kann man auch da mehr schneiden wenn man möchte.
Was spricht gegen einen so ähnlichen Schnitt?
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Re: Obstbaumschnitt
Ich bin nun nicht der ganz große Schnittexperte. Mir gefällt der Baum so, wie er geschnitten ist.
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ringelnatz
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Re: Obstbaumschnitt
Ja, man muss sich die Vorher-Nachher Bilder anschauen, dann sieht man doch deutlich besser durch
Thujas Argument mit dem Schattendach hört sich dennoch sinnig an.
Thujas Argument mit dem Schattendach hört sich dennoch sinnig an.
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Re: Obstbaumschnitt
Thujas Schnitt wäre mir zu extrem, aber die langen Äste würde ich (Laie) auch kürzen.
Aber warum bleibt der lange, senkrechte Seitentrieb dran, der ist lt. Zeichnung dann so hoch wie der gekürzte Stamm?
Den würde ich bis zu den flachen Seitentrieben zurückschneiden.
Aber warum bleibt der lange, senkrechte Seitentrieb dran, der ist lt. Zeichnung dann so hoch wie der gekürzte Stamm?
Grüße aus dem Burgenland, dem Land der Sonne!
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Re: Obstbaumschnitt
Du meinst den rechts im Bild? Ich habs nicht eingezeichnet weil ich es für einen Perspektive bedingten Fehler gehalten habe. Auch oben ist mir das wirklich räumliche nicht klar.
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