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Empfehlung Pflaume oder Reneklode (Gelesen 286 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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russ1973
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Empfehlung Pflaume oder Reneklode

russ1973 »

Guten Morgen, ich möchte in meinem Garten eine Pflaume oder Reneklode pflanzen. Oullins Reneklode ist vorhanden, aber trägt noch nicht. Ich habe einmal in Spanien sehr leckere Pflaumen oder Renekloden gegessen. Die waren sehr süss und saftig, rund, dunkelblau schon fast schwarz, und so fast so gross wie Knödel. Gibt es in Deutschland eine Alternative die man pflanzen kann, die geschmacklich ähnlich ist. Größe ist zweitrangig. Ich suche eher Topgeschmack zum Frischverzehr.
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cydorian
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

cydorian » Antwort #1 am:

Geschmack ist Geschmackssache. Die blauen Knödel in Spanien waren japanische Pflaumen, häufig im Anbau ist "Black Amber". Die ist süss, saftig und für meinen Geschmack wertlos, weil sie kaum Aroma hat, andere lieben sie gerade deshalb. Die kommerzielle Fruchtwelt normiert sich sowieso auf viel süss mit bisschen Säure, saftig aber nicht tropfend und wenig Aroma. Das zählt dann als guter Geschmack. Denn was wenig Aroma hat, kann jeder essen, aber irgendwelche Aromen mag wieder irgendjemand nicht, der Käuferkreis verkleinert sich.

Im Garten hast du bei Steinobst freie Auswahl. Die geschätzteste Reneklode, auch in Spanien und Frankreich stark angebaut ist die grosse Grüne. Mirabellen werden wegen des Aromas geliebt, z.B. die Metzer. Oder diverse Zwischenprodukte, Sachen wie "Aprimira", "Coe's Golden Drop", Spillinge wie der Rotbunte... von der japanischen Pflaume würde ich abraten, noch stärker spätfrostempfindlich, Monilia. Eher was für den Süden.
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Rib-2BW
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

Rib-2BW » Antwort #2 am:

Vielleicht hatte Russ1973 Glück und konnte noch eine der wenigen Rundpflaumen bekommen. Unwahrscheinlich aber möglich.
Die Blüte der jap. Pflaume ist spätfrostgefärdet, da sie wesentlich früher blüht. Bei dem Laub, dass zur gleichen Zeit austreibt, hatte ich nie Probleme. Daneben ist die Befruchtung komplexer. Nicht selbstbefruchtend und wird nicht von Reneklode, Zwetschge, Mirabelle etc befruchtet. Nicht zu empfehlen.
Wenn es blau, saftig und süß mit Aroma sein darf, dann ist die Althanns Reneklode noch zu nennen.
russ1973
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

russ1973 » Antwort #3 am:

Danke für die Antworten. Ich bin nicht so der Pflaumenexperte, aber bei den Äpfeln seh ich das genauso. Ich mags eher süßsäuerlich als die süßen Äpfel aus dem Supermarkt. Mirabellen mag ich auch sehr gerne. Ich hab die Mirabelle von Nancy letztes Jahr gepflanzt. Da bin ich mal gespannt.... Gut von beiden Empfehlungen habe ich schon öfter gelesen, also die große grüne Reneklode und die Althanns. Welche ist wohl die bessere? Ich muss mich für eine entscheiden. Farbe ist übrigens dann auch zweitrangig. Sie sollte süß sein, aber auch Aroma haben.
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cydorian
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

cydorian » Antwort #4 am:

Ich habe beide. Althanns hat einen Tick mehr Zwetschgenaroma drin, Zuckergehalt ein paar Grade niedriger, aber grösser und durchaus sehr lecker. Kommt mehr in Richtung deiner blauen Knödel. Die grosse Grüne ist deutlich kleiner, hat mehr Zucker, es gibt einen Punkt wenn sie vollreif ist in der sie die absolute Pflaumenspitze darstellt, aber nur kurz. Leider auch etwas anfälliger für Monilia.
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carot
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

carot » Antwort #5 am:

Ein Nachteil der Grosse Grüne Reneklode in meinem norddeutschen Klima sind ihre relativ schwachen Erträge. Sie wächst problemlos und ist nur mittelgroß. Sie blüht auch sehr schön, setzt aber nur mäßig an. Jetzt nach 10 Jahren+ ist der Ertrag im Ergebnis ok. Aber eine Toptaste im gleichen Alter trägt mindestens das Fünffache.
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Knorriger
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

Knorriger » Antwort #6 am:

Bei uns (im Süden Deutschlands) steht seit Ewigkeit eine Große Grüne, nebst etlichen Zwetschgen.
Beim Ertrag gibt es im Prinzip nur zwei Möglichkeiten: garnichts (letztes Jahr) oder so viel daß ich überall stützeln muß damit der Baum nicht zusammenbricht.

Die Lagerfähigkeit geht gegen Null. Abgesehen vom sofortigen Verzehr mache ich daraus entweder Latwerge, oder wecke die im Ganzen ein. Es geht auch ein "Zwetschgenkuchen" mit Streusel, allerdings wird der sehr saftig. Eignet sich aber gut zum Einfrieren; oder zum Schnapps brennen. Dampfentsaften geht auch, ähnlich den Zwetschgen, und liefert einen sämigen Saft.

Geschmacklich super, und (vollreif) sehr süß.
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

Obstliebhaber » Antwort #7 am:

cydorian hat geschrieben: 26. Mär 2026, 10:36 Die geschätzteste Reneklode, auch in Spanien und Frankreich stark angebaut ist die grosse Grüne. ...
Danke!
Ich erinnere gerade dass ich mit ungefähr fünf Jahren in einem sparrigen Reneklodenbaum stand und erst überzeugt werden musste dass man die grünen Früchte tatsächlich essen kann. Einige schmeckten wirklich genial.
Seitdem habe ich sie glaub ich nur noch sporadisch kosten können.
Da ich kommende Woche Reiser von Althanns bekomme ist nun die Entscheidung gefallen einen Mehrfrucht-Reneklodenbaum zu ziehen
😋
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cydorian
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Re: Empfehlung Pflaume oder Reneklode

cydorian » Antwort #8 am:

Die Lagerfähigkeit ist wie bei den meisten anderen hier wachsenden Steinobstsorten unter natürlichen Bedingungen nicht vorhanden, aber technisch gut sind da bis zu vier Wochen möglich. Für den Markt wird bei 0 °C und 1 °C gelagert, 92% Luftfeuchtigkeit, Atmosphäre geregelt. Kein MCP, das hilft nicht. Im Kühlschrank gehts eine Woche.

Getrocknet sind sie auch Spitzenware.
Einige schmeckten wirklich genial
"Einige", gut beobachtet. Sie reift nämlich etwas folgernd. Man findet dann vollreife und noch unterklassige Früchte am Baum.
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