Wir haben einen städtischen Pachtgarten. Kein gewachsener Boden. In den 80ern von der Stadt halbherzig angelegt im Uferbereich eines Baches. Aufgeschüttet wurde grobes Steinmaterial größergleich 2 bis 3 Handteller groß darauf eine 10 cm Tonschicht, darauf sehr toniger, schwerer Lehmboden, zudem überreich an Kalk. Die "Mutterbodenschicht" falls man das so nennen kann ist maximal 40 bis 45 cm stark.
Der Vorgänger hat wohl mit Sand verbessert, so wie es jeder hier tut. Dasselbe tun wir auch fortwährend. Man könnte tonnenweise Sand einarbeiten.... aber über dem Pachtgarten hängt das Damoklesschwert der Umwidmung. Vor diesem Hintergrund ist sowieso alles was hier auf Dauer angelegt ist, wie Bäume pflanzen etc., übertrieben. Insofern bin ich sicher verrückt. Aber die Lebensuhr tickt weiter, unaufhaltsam, und man will mit der Restlaufzeit noch etwas anfangen solange man kann ...
Nichtsahnend habe ich 2019, im Jahr als wir den Garten bekamen, gleich ein paar Bäume gepflanzt darunter 2 Birnen auf Quitte A. Nur mit großer Mühe bin ich etwa 50 bis maximal 60 cm runtergekommen indem ich etwas von dem massiven Steinmaterial rausgebuddelt hatte. Was sehr, sehr mühsam war. Eigentlich hätte ich im Durchmesser 1,2 m buddeln sollen um dann mit dem Pickel Steine rauszuholen was geht. Das war wirklich ein heftiger Schockmoment, da so nicht erwartet. Diese auf Quitte gekauften Birnbäume kümmern vor sich hin trotz voluminösem Bodenaustausch mit viel Sand.
Daraufhin habe ich schon 2021 eine Boscs und eine Condo jeweils auf Pyrodwarf veredelt. Die Condo auf Pyrodwarf hat letztes Jahr etwas getragen. Die Boscs hat bis jetzt noch nicht einmal geblüht! Die Boscs auf Pyrodwarf ist am Anfang sehr schleppend gewachsen, ich schob es auf die Wurzelausscheidungen der Eibe und der Forsythie.
Als ich die beiden Bäumchen erstmals verpflanzt hatte sind sie sehr gut gewachsen. Doch im darauf folgenden Jahr gab es kaum noch Zuwachs an Zweigen. Wobei die Boscs im ersten Jahr der Verpflanzung meterlange Zweige schob.
Da ich hier las, dass es Pyrodwarf als Birnenwurzel tiefgründig mag oder besser verlangt, passt der verhaltene Wuchs. Ergo falsche Unterlage am falschen Standort.
Deshalb probiere ich jetzt BA29 aus. Hoffe die geht besser. Habe drei Unterlagen eingebuddelt und in Kürze wird veredelt.
Wie sind eigentlich die Erfahrungen mit Pyrodwarf auf Sandboden (Hat mein Schwager in Ungarn) Besser als Quitte A, C, BA?
Wie ist eigentlich Quitte Eline von den Bodenansprüchen und Sortenverträglichkeit
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Unterlagenwahl Birne (Gelesen 15704 mal)
Moderator: cydorian
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Re: Unterlagenwahl Birne
Meine 5 Bäume auf Quitten Unterlagen haben ewig gebraucht um nennenswerten Ertrag zu liefern. Und das bei gutem Boden und Wachstum.
Vielleicht wäre ja ViruTherm 1 (S) bzw. 2 was für dich gewesen. Die sollen kalktolerant sein, wachsen stärker als Pyrodwarf und sollen frühen Ertrag bringen.
Vielleicht wäre ja ViruTherm 1 (S) bzw. 2 was für dich gewesen. Die sollen kalktolerant sein, wachsen stärker als Pyrodwarf und sollen frühen Ertrag bringen.
- cydorian
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Re: Unterlagenwahl Birne
Gut so. Das ist die einzige Quittenunterlage, die ich für Birnen nehmen würde. Alles andere ist zu schwach.
Eline basiert auf Quitte C. Sie ist robuster gegenüber Klima und zu mehr Birnensorten affin, aber nicht deutlich toleranter gegenüber Kalk oder Trockenheit als klassische Quitten. Ihre Wuchsstärke halte ausserhalb gut versorgter Plantagen für zu schwach.
- thuja thujon
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Re: Unterlagenwahl Birne
Ich finde es schwierig solche Fragen zu beantworten, ohne ein Bild der Bäume für eine Baumansprache zu haben.
Der Boden würde mit Bewässerung vermutlich mehr hergeben, als man gemeinhin annimmt.
Manche Quittenunterlagen sind hier für manche Gärtner schon zu stark (meist sandiger Lehm, über 10% Carbonatanteil, 4 und mehr % Humus). Pyrodwarf geht hier auch kaum als Spindel, eher was für Buschbäume.
Der Boden würde mit Bewässerung vermutlich mehr hergeben, als man gemeinhin annimmt.
Manche Quittenunterlagen sind hier für manche Gärtner schon zu stark (meist sandiger Lehm, über 10% Carbonatanteil, 4 und mehr % Humus). Pyrodwarf geht hier auch kaum als Spindel, eher was für Buschbäume.
gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität