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Sie ist nicht grade das, was man eine begnadete Gärtnerin nennt, und sehr spontan; angesichts meiner Rosen wollte sie auch zumindest eine für ihre schattige Terrasse, weshalb ich nach langen Überlegungen ein paar Vorschläge gemacht habe und mit ihr kurzerhand zum Praskac nach Tulln gefahren bin. Dort angelangt, dachte ich, wir würden in Ruhe alles durchgehen, aber sie hatte sehr schnell ihre Traumrose gefunden und ansonsten das Interesse verloren. Die Traumrose wurde nur ein Jahr alt.
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Bei einem ihrer Besuche bewunderte sie besonders die Kletterrose 'Leverkusen', die winterhärtemäßig ein Grenzfall war, sich aber anfangs gut entwickelt hatte. Anfangs - denn beim nächsten Besuch (da brachte sie mir zu der Zeit, als die Wiese voller Margariten war, einen Topf mit einjährigen Margariten mit) meinte sie, kaum angekommen, in beleidigtem Ton: "Ja, wo ist denn die schöne Kletterrose hingekommen???" Sie hatte, wie so oft in ihrer gänzlichen Unwissenheit, den Daumen direkt in der Wunde, denn die hatte den letzten Winter nicht überstanden.
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Aber ich könnte auch erzählen von einer Unzahl von begeisterten Besuchen, die sämtliche Entschuldigungsversuche meinerseits überflüssig gemacht haben. Eine entfernte Nachbarin, die manchmal beim Hausputz hilft, genießt es einfach, da zu sein, und macht nach getaner Arbeit gern noch eine Runde ums Haus, um auch wirklich alles gesehen zu haben