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Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge (Gelesen 1848 mal)

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martina 2
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

martina 2 » Antwort #45 am:

Eine sehr geschätzte alte Feundin ist mit ihrer Familie - erst mit zwei Kindern und Hund, dann mit Kindern plus Ehepartnern und zwei Hunden sehr gern ins Waldviertel gekommen, manchmal auch spontan. Da ich ja nicht immer dort bin, ist der Garten selten so, wie ich ihn selber gern hätte, und sie hatte eine Gabe, sofort die schlimmsten Versäumnisse zu bemerken.
.
Sie ist nicht grade das, was man eine begnadete Gärtnerin nennt, und sehr spontan; angesichts meiner Rosen wollte sie auch zumindest eine für ihre schattige Terrasse, weshalb ich nach langen Überlegungen ein paar Vorschläge gemacht habe und mit ihr kurzerhand zum Praskac nach Tulln gefahren bin. Dort angelangt, dachte ich, wir würden in Ruhe alles durchgehen, aber sie hatte sehr schnell ihre Traumrose gefunden und ansonsten das Interesse verloren. Die Traumrose wurde nur ein Jahr alt.
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Bei einem ihrer Besuche bewunderte sie besonders die Kletterrose 'Leverkusen', die winterhärtemäßig ein Grenzfall war, sich aber anfangs gut entwickelt hatte. Anfangs - denn beim nächsten Besuch (da brachte sie mir zu der Zeit, als die Wiese voller Margariten war, einen Topf mit einjährigen Margariten mit) meinte sie, kaum angekommen, in beleidigtem Ton: "Ja, wo ist denn die schöne Kletterrose hingekommen???" Sie hatte, wie so oft in ihrer gänzlichen Unwissenheit, den Daumen direkt in der Wunde, denn die hatte den letzten Winter nicht überstanden.
.
Aber ich könnte auch erzählen von einer Unzahl von begeisterten Besuchen, die sämtliche Entschuldigungsversuche meinerseits überflüssig gemacht haben. Eine entfernte Nachbarin, die manchmal beim Hausputz hilft, genießt es einfach, da zu sein, und macht nach getaner Arbeit gern noch eine Runde ums Haus, um auch wirklich alles gesehen zu haben :)
Schöne Grüße aus Wien!
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pearl
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

pearl » Antwort #46 am:

eine schöne Geschichte. Ja, so unterschiedlich sind die Erfahrungen und statt empört zu sein über irgendein Gerede, kann man auch einfach erstaunt sein. Belustigt erstaunt und über die guten Besucher freut man sich aus vollem Herzen.
“I love science, and it pains me to think that so many are terrified of the subject or feel that choosing science means you cannot also choose compassion, or the arts, or be awed by nature. Science is not meant to cure us of mystery, but to reinvent and reinvigorate it.”

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martina 2
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

martina 2 » Antwort #47 am:

Ja, so ist es. Und es kommt drauf an, wer da in seiner Ahnungslosigkeit kritisiert ;)
Schöne Grüße aus Wien!
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Turjan
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Turjan » Antwort #48 am:

So wie frueher ist das hier zum Glueck nicht mehr. Die eine Nachbarin direkt vor uns stand jeden Tag auf der Matte mit solchen "Hiobsbotschaften" wie "da blueht ein Loewenzahn auf Ihrem Rasen" oder "da ist ein Halm unter dem einen Busch an der Grundstuecksgrenze". Irgendwann hatte mein Vater das abgestellt. Sie lag aber weiterhin baeuchlings mit dem Fernglas auf dem Balkon, um ja nichts zu verpassen.

Heute ist das anders, nur einer unserer drei direkten Nachbarn hat sich zu unserem Garten in einer Weise geaeussert, die man als vorsichtig wertend begreifen koennte. Zu Beginn war das so etwas wie "so etwas Verwildertes moegen ja manche Leute". Irgendwann kam er mal rueber und erzaehlte mir haarklein, wie ich jetzt den Rasen zu bearbeiten haette, worauf so ein mehrwoechiges Programm mit diversen Mittelchen in mehreren Akten ausgebreitet wurde. Als ich erst mal nichts antwortete, wurde das noch mal wiederholt. Als ich dann meinte "och, mir ist eigentlich egal, was da waechst, Hauptsache gruen" war er wohl etwas eingeschnappt; jedenfalls war fuer eine Weile Funkstille. Fuer ein Weilchen hatte er auch Angst, ich wuerde Aerger machen wegen seiner riesigen Baeume an der Grundstuecksgrenze. Weil wir da keinen Zaun und auch sonst nichts haben, bekam er auch grosse Befuerchtungen, als ich herausfinden wollte, wo die Grundstuecksgrenze eigentlich genau war, was bei unserem Gestruepp nicht ganz einfach zu sehen war. Wie auch immer, irgendwann hatte er begriffen, dass ich wirklich - wie ich ihm auch immer wieder gesagt hatte - nur wissen wollte, um was ich mich hier eigentlich kuemmern muss und um was nicht. Dafuer hat auch - ganz ohne Hinweis - die Benutzung unseres Gartens als Abstellraum fuer Schubkarre etc. aufgehoert. Heutzutage ist alles ganz problemlos.
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Hyla
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Hyla » Antwort #49 am:

Meine Mutter hat mir für solche Glotzer immer empfohlen, mal blank zu ziehen. ;D
Liebe Grüße!


Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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pearl
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

pearl » Antwort #50 am:

Turjan hat geschrieben: 31. Mär 2026, 15:17 ... Sie lag aber weiterhin baeuchlings mit dem Fernglas auf dem Balkon, um ja nichts zu verpassen.
... Heutzutage ist alles ganz problemlos.
schön, und klärt die Frage ob das, was hier gerade bei uns abläuft, auch in unserer Heimat - sehr alten Heimat - Rheinland und Ruhrgebiet möglich gewesen wäre. Uns kommen die Leute im Norden irgendwie smarter vor und cooler. Das ist also nur sentimentales Heimweh und die Leute sind überall gleich. Wie meine Großmutter zu sagen pflegte: "Es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn's dem bösen Nachbar nicht gefällt." Meine Großmutter hat ihre Kindheit und Jugend in Köln gelebt und später in Leichlingen.
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Gänselieschen
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Gänselieschen » Antwort #51 am:

;D ;D ;D

@Brezel - Cool deine Mutter. Leider nehmen gerade die Alten Kritik häufig viel zu ernst.

@ Turjan - Dass sich eine Nachbarschaft positiv entwickelt, ist ja mal überraschend. Bei mir ist das Gegenteil der Fall, wie oft gehört. Früher ging es, und dann kommen irgendwelche Neurosen um die Ecke. Meine Nachbarin verbarrikadiert sich gerade, indem sie meine rechte Grundstücksseite (leider Süden) mit Sichtschutzplanen oder anderen Bauwerken zumacht. Das lässt sich von meiner Seite kaum kaschieren - und es ist ja auch dann Norden, alles, was dort schon wächst, z.B. meine Beerenhochstämmchen mickern rum, dazu Wurzelfilz von ihren Baumsämlingen, die sehr dicht am Zaun stehen. Ich verstehe grad wieder die Welt nicht mehr. Am letzten WE kamen mehrere Meter Plane dazu. Diesmal zum Glück grün, die letzten waren bunt bedruckt zu meiner Seite, so dass ich gezwungen war, dazu noch einen eigenen Sichtschutz zu errichten.

Sorry für ot, aber ich bin gerade so pappesatt mit diesem Thema...
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pearl
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

pearl » Antwort #52 am:

Brezel hat geschrieben: 31. Mär 2026, 14:33 Von meiner Mutter kam dann nur "... und bis das alles aufgegessen ist!"
Danach sei er weg gewesen ;D
:-* klasse! :D
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Aramisz78 » Antwort #53 am:

Schönes Thema. :)

Ich bekomme nicht zu häufig Kritik wegen meines Gartens. Dass es nicht die "standard schrebergarten" und nicht unbedingt schön ist es, weiss ich selber. Und auch nicht besonders ordentlich, das gebe ich auch zu. In der ersten Jahren hat eine meiner Gartennachbarinnen mich beschimpft, weil ich so viele Unkraut habe... ich habe immer erklärt was das ist, dass es essbar ist usw.. irgendwann hat sie es aufgegeben, mit den Kommentar: "Ja ich weiss, bei Dir ist alles essbar ...".
Sie hat in der selben Zug aber auch gesagt, dass sie nicht mehr meckert, wenn bei mir wieder Unkraut ist, aber wenn was ihre "heilige" Zaun berührt, schneidet sie es ab, oder erntet sie es.. Das hat sie auch gemacht, aber mit ein solche, gerade Antwort kann ich leben, und habe mich darauf eingestellt. ... und ihre Zaun streiche ich sogar von meiner Seite. ;)

Bein anderen werfe um mich mit der lateinischen Namen herum, da ich die dezutsche Namen dazu nicht kenne... Dass lässt auch sehr vielen stumm werden. :)
"Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt."
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Rib-2BW » Antwort #54 am:

Schüler:
"Meister, was ist das Geheimnis für vollkommenes Glück?"

Meister:
"Streite dich nie mit Dummköpfen. Gib ihnen einfach Recht."

Schüler: "Aber das kann man doch nicht machen. Das führt zu nichts. Wo soll das hinführen? Außerdem funktioniert das nicht"

Meister:
"Stimmt, du hast Recht"
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Rosenfee » Antwort #55 am:

;D
Das ist ein schöner Thread ;D Leider muss ich gestehen, dass ich selber gern Ratschläge gebe :-[ Mittlerweile habe ich dazugelernt und bin etwas zurückhaltender geworden. Ich habe aber auch nur mir sehr bekannten Menschen mal dieses oder mal jenes empfohlen ;)
Wenn ich früher im Kleingarten ungewollte Ratschläge - "der Rasen muss dringend vertikutiert werde" u.Ä. - bekam, habe ich nur genickt und gesagt "Mal gucken..." Das hat eigentlich immer geholfen, solche Gespräche abzuwürgen.
LG Rosenfee
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Rib-2BW
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Rib-2BW » Antwort #56 am:

Ein Forum lebt unter anderem davon, dass man ungefragt sein Senf hinzu gibt.
Erst dann wird es richtig interessant. Man kommt auf Themen, auf die man vorher nie gekommen wäre. Wenn man nur hören will, was man auch erwartet, dann sollte man vielleicht sich woanders umsehen.
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Kranich
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Kranich » Antwort #57 am:

Als wir hier im Baugebiet ankamen und mit dem Anlegen des Gartens begannen wurden wir von einem Nachbarn auch ausgiebig aufgeklärt, was hier für Pflanzen laut Bebauungsplan anzupflanzen wären. ::)
Ich hatte damals aber schon einige Jahre Gartenerfahrungen aus unserem Kleingarten gesammelt und
empfand die vielleicht nur gut gemeinten Ratschläge als anstrengend.
Dieses Anfangserlebnis hat mich bis heute geprägt, ich erteile niemandem Ratschläge, es sei denn er fragt mich
konkret zu einem Thema etwas. Ansonsten freue ich mich, wenn meine Nachbarn mich auf einen Rundgang in ihren Garten einladen und ich mal eine andere Art der Gartengestaltung sehe.
Liebe Grüße Kranich
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Marianna » Antwort #58 am:

Mich nerven nur die Leute, die an meinem Garten vorbeigehen (meistens wenn ich bis zu den Ellbogen in der Erde wühle) und dann ungefragt rumnörgeln. Ich sag dann meistens was in der Art: Ist alles naturnah, gut für die Bienen, Schmetterlinge lieben Brennesseln, Giersch kann man essen... usw.. Krieg ich auch mit nem Lächeln hin und bei penetranten Nörglern brennt auch schon mal das Essen an und ich muss ganz schnell ins Haus ;). Kommt aber sehr selten vor und das sind dann Leute, die haben ganz andere Probleme als meinen Garten.

Wenn aber jemand interessiert nachfragt und dann in einem Gespräch Tipps oder Ratschläge gibt, ist das ganz was anderes. Da haben sich schon einige nette Gespräche ergeben :D
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riegelrot
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

riegelrot » Antwort #59 am:

Klasse und wohl endloses Thema! Ich habe einige Male an der Offenen Gartenpforte mit meinem wohl typischen, sehr bunten "holländischen" Garten teilgenommen. Da gab es einige Diskussionen. Ich habe negative Kritik abgewürgt mit der Bemerkung "mir gefällt MEIN Garten".
Nicht alle Engel haben Flügel, manche haben Schnurrhaare - Kalenderspruch
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