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Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen? (Gelesen 1870 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

Rieke
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Rieke » Antwort #15 am:

Ich habe A. ovalis im Garten und 3 Aronia-Sträucher.

Die Aronias haben deutlich Probleme mit der Trockenheit. Sie stehen in einem Beet, das wir relativ selten gießen. Der Boden ist für Berliner Verhältnisse relativ gut, mit etwas Lehm im Untergrund. Die Blüte und die Herbstfärbung gefallen mir gut, aber die Früchte finde ich nur mäßig interessant - dabei gehöre ich zu den anscheinend sehr seltenen Menschen, die sie auch roh essen können. Sie sind nur herb, mit wenig Aroma. Ich mische sie in kleinen Mengen ins Müsli. Ich habe sie auch schon für Marmelade verwendet, gemischt mit Apfel oder Quitte, aber wir essen nicht besonders viel Marmelade und es gibt spannendere Marmeladen, z.B. Zierquitte oder Mahonie, wenn es etwas ungewöhnlicheres sein soll.

Die Felsenbirne steht in einer gemischten Hecke und kommt ganz gut ohne Pflege zurecht, außer gelegentlich etwas Wasser bei großer Trockenheit. Von den Früchten habe nur selten was abbekommen. Wenn ich daran denke, welche zu ernten sind sie in der Regel schon weg.
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Aineias
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Aineias » Antwort #16 am:

Letztlich reihen sich meine Erfahrungen in das bereits Geschriebene ein. Aronia hatte ich mal im Topf (Nero), aber irgendwann weiterverschenkt, weil wir den Früchten nichts abgewinnen konnten und der kleine Balkon besser genutzt werden wollte. Jetzt im Haus haben wir eine unbekannte Sorte übernommen, die aber noch herber ist. Dafür wuchert sie aber extrem und muss mehrmals im Jahr etwas zurückgeschnitten werden um ein Übergreifen ins Hochbeet zu verhindern.

Felsenbirne oder Aronia ist für mich eine irgendwie seltsame Alternativenbildung, denn die Felsenbirne des Nachbarn ist schon ein ordentlicher Baum mit 4-5 Metern. Wir naschen gerne etwas von den überhängenden Zweigen. Ein Großteil vertrocknet dort aber immer, weil die Vögel hier übersättigt sind (so auch die Kirschen).
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cydorian
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

cydorian » Antwort #17 am:

Da es ja um Sandboden geht: Aronia hat auch bei mir immer wieder Trockenschäden. So gut kommen die mit dem heutigen Wetter mit endlosen trockenen Sommerwochen nicht mehr klar. Heute würde ich die bestenfalls nochmal im Rahmen einer Wildobsthecke pflanzen, die feucht genug steht.
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

akrotelm » Antwort #18 am:

Unsere Felsenbirne Ballerina bringt leckere Früchte. Ich gieße aber auch von Zeit zu Zeit. Bei mir auf Arbeit stehen auch einige Felsenbirnen. Die gießt niemand. Deren Früchte kann man in feuchten Jahren gut essen. In trockenen Jahren bleiben sie aber klein und schmecken überhaupt nicht.
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verwurzelt
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

verwurzelt » Antwort #19 am:

martina 2 hat geschrieben: 12. Mär 2026, 09:58 Dein kleiner Sohn ist wirklich eine Ausnahme, weil die sind sogar mir zu herb, und ich bin hart im Nehmen ;D Hatte sie eigentlich wegen der schönen Herbstfärbung gekauft und mich dann über den Mehrwert gefreut - ich mach Marmelade zusammen mit frühen Äpfeln, das mögen wir sehr. Gut war auch ein Ansatz mit Korn, gegen allerlei Böses im Winter.
Vielleicht sind Kinder in so einem jungen Alter auch einfach noch sehr unvoreingenommen, da müssen Beeren nicht unbedingt süß schmecken. Und was man selber erntet, schmeckt natürlich auch gleich viel besser, vor allem wenn man es direkt vom Strauch essen kann. ;)
Apfelmus mit Aronia habe ich auch schon gemacht, ist zur Abwechslung ganz gut, aber reines Apfelmus kommt in unserer Familie besser an.
Rieke hat geschrieben: 12. Mär 2026, 10:23 Ich habe sie auch schon für Marmelade verwendet, gemischt mit Apfel oder Quitte, aber wir essen nicht besonders viel Marmelade und es gibt spannendere Marmeladen, z.B. Zierquitte oder Mahonie, wenn es etwas ungewöhnlicheres sein soll.
Mahonie klingt wirklich spannend, wie verarbeitest du die Beeren? Wir haben sie bisher noch nie verwertet.
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Rieke » Antwort #20 am:

Ich koche sie zusammen mit Äpfeln und drehe dann alles durch die Flotte Lotte, um die Kerne los zu werden.
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Hyla » Antwort #21 am:

Aronia habe ich ganz am Anfang hier zwei gepflanzt. Sie blühten, fruchteten, wir probierten, fanden sie scheußlich und dort stehen sie wahrscheinlich immer noch, wenn sie nicht vertrocknet sind. Ist die hinterste Ecke vom Garten beim Zaun zur Nachbarin.

Felsenbirne habe ich probiert (probieren müssen, ich wurde eigentlich gezwungen) und finde sie gut. Nicht viel dran, aber eh man gar nichts hat. Wächst u.a. wild im Wald, bildet Ausläufer wie nichts und ich verweigere seit Jahren die Pflanzung. Inzwischen hat mich der GG breitgeschlagen und es darf sich irgendwann ein Exemplar mit Ahnentafel zu den Aronien gesellen. Vielleicht vergißt er's. ::)
Liebe Grüße!


Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Brezel » Antwort #22 am:

Wenn es bei Felsenbirne (Amelanchier) um die Ernte geht, würde ich unbedingt auf eine Ertragssorte achten. In der Regel sind das alnifolia-Sorten mit großen Beeren, wie z.B. "Smoky" oder "Martin".
A. laevis habe ich auch, deren Beeren schmecken mir überhaupt nicht. Und die Beeren von A. lamarckii sind einfach sehr klein und werden nur saftig, wenn der Sommer nicht so heiß ist. Ansonsten hat man eher Dörrobst am Baum. :-\
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

martina 2 » Antwort #23 am:

Rieke hat geschrieben: 12. Mär 2026, 21:13 Ich koche sie zusammen mit Äpfeln und drehe dann alles durch die Flotte Lotte, um die Kerne los zu werden.
So hat es mir der Nachbar, von dem ich den Tipp mit der Aronia-Apfelmischung bekommen habe, auch geraten. Aber ich finde es grade gut, wenn die Masse nicht ganz homogen ist und die Beeren noch zu ahnen sind, die Kerne werden beim Kochen weich.
Schöne Grüße aus Wien!
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Rieke » Antwort #24 am:

Ich habe mich auf die Frage von Verwurzelt zu Mahonien bezogen. Da müssen die Kerne entfernt werden, da sie problematische Alkaloide enthalten.

Aronia habe ich auch als ganze Beeren in der Marmelade.
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

verwurzelt » Antwort #25 am:

Danke für die Antwort, werd ich mal so ausprobieren. :)
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

alles-was-essbar-ist » Antwort #26 am:

Beides, sowohl Aronia als auch Felsenbirnen, sind interessante Fruchtsträucher für den Garten. Beide Pflanzen sind super Bienenweiden und im schlimmsten Fall auch gute Vogelnährgehölze. ;) Und im Herbst überzeugen beide Pflanzen mit einer intensiven Herbstfärbung.

Aronia kann man zwar frisch vom Strauch essen, die sind aber recht herb und adstringent, sollten daher eher verarbeitet werden. Von Marmelade - gerade auch in Kombination mit anderen Früchten - bis Gelee (Saftgewinnung über Dampfentsafter) ist vieles Möglich. Beiden angeboten Sorten gibt es hinsichtlich Geschmack wenig Unterschied.

Felsenbirnen sind wunderbare Naschfrüchte - süss mit feiner Aromatik. Die lassen sich aber auch gut verarbeiten.
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

klara kümmel » Antwort #27 am:

Rieke hat geschrieben: 12. Mär 2026, 21:13 Ich koche sie zusammen mit Äpfeln und drehe dann alles durch die Flotte Lotte, um die Kerne los zu werden.
Erst die flotte Lotte, dann der flotte Otto. ;D

Ich habe gelesen, die Früchte der Aronia würden ihre Herbheit verlieren, wenn man sie einfriert, auch wenn das nur für kurze Zeit wäre. Das sind jedoch keine eigenen Erfahrungen.

VG KK
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cydorian
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

cydorian » Antwort #28 am:

Felsenbirnen werden im Verkäufersprech gerne als Bienenpflanzen verkauft, das stimmt aber nicht. Ja, sie blühen dicht und stark, aber bei warmem Wetter ist die Blüte nach ein bis drei Tagen bereits durch, ein äusserst kurzes Vergnügen also. Zudem ist ihr Pollenwert schlecht, ihr Nektarwert mässig, es gibt keine Spezialisten die sie ernährt und der Blühzeitpunkt geht unter im ohnehin starken Blühgeschehen. Hauptvorteil ist ihr kompakter und optisch ansprechender Wuchs.

Verkäufersprech bei der angeblichen guten Verwertung sehe leider als genauso geschönt an. Sofern man sie vor Vogelfrass schützen kann, ist die Pflückleistung schlecht, man sollte besser die Beeren frisch vom Bäumchen essen statt viel verwerten. Durchpassiert oder versaftet ergeben sich zwar sehr zuckerreiche, aber auch langweilig-aromaarme und säurearme Breie. Pur verarbeitet nicht attraktiv. Ich habe sie eine Zeitlang genommen, um säurereiche Früchte damit zu zuckern und aufzupeppen. Schön und gut, aber auf Dauer macht das keiner, unterschiedliche Reifezeitpunkte, da muss man eine Sorte konservieren und irgendwie ist es witzlos, damit zu süssen, das Endprodukt wird nicht besser wie mit zugegebenem Zucker, nur der Aufwand steigt überproportional.

Getrocknet werden sie schnell hart, den richtigen Punkt zu finden ist unmöglich, weil dann eine Hälfte im Trockner schon zäh ist, die andere Hälfte noch zu flüssig und damit schimmelgefährdet. Die "gute Verwertung" ist meistens nur ein Wunsch, aber keine dauerhafte, bestenfalls punktuelle eigene Erfahrung.

Schön ist, dass man Sorten wie die bereits genannte "Martin" mittlerweile im Supermarkt bekommt. Letzte Woche hier im Edeka zum Beispiel, rechts:
IMG_5817.JPG
Mal schnell und einfach kaufen und ausprobieren ist bei diesen Wildobstsorten erfreulicherweise immer leichter möglich.
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Konstantina
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Re: Felsen birnen und Aronia - Erfahrungen?

Konstantina » Antwort #29 am:

Bei uns in Gartenanlage (Russland) stand in jedem Garten eine Felsenbirne. Wir haben ein Strauch mit sehr großen, schmackhaften und saftigen Beeren. Bei Ankunft in Garten bin ich direkt zum Strauch gegangen und habe Beeren gegessen, bis ich platzte. Die Beeren gab über längere Zeit. Verarbeitet haben wir die nie. Gab genug anderes.
Aronia haben wir auch gemacht. Davon haben wir Kompott oder Marmelade mit Äpfel gemacht. Paar Beeren roh gegessen. Es gab dazu Wettbewerb, wessen seine Zunge schwärzer wird :)
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