News: Problem bei der Anmeldung? Bitte Mail über das Kontaktformular ganz unten! | garten-pur unterstützen mit einer Spende oder über das Partnerprogramm!

100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt (Gelesen 61049 mal)

Hier bist du richtig, wenn du nicht genau weißt, wohin mit deiner Frage oder deinem Thema!

Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR

Antworten
Microcitrus
Beiträge: 1718
Registriert: 25. Nov 2021, 13:45
Wohnort: Wels, Oberösterreich / Veli Losinj, Kroatien
Region: Voralpenland / mediterran
Höhe über NHN: 400 / 50
Bodenart: 50cm sandiger Humus, darunter 12m Schotter / Karst
Winterhärtezone: 6a: -23,3 °C bis -20,5 °C
Kontaktdaten:

Zauberspruch für Häckselnde: Schnittgut, Ast und Zweiglein werde schneller so zu Mulch und Erde, häcks-häcks

Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

Microcitrus » Antwort #495 am:

Lou-Thea hat geschrieben: 7. Apr 2026, 23:03 Den Gedanken eines Oleander-auspflanzen-Versuchs trage ich auch schon länger mit mir herum. Sollte schon klappen, aber ob's dann auch Blüten gibt? Bei Dir sicher, bin gespannt.
Den Versuch habe ich schon hinter mir (Wels, im Alpenvorland). Drei Oleander mit 30cm Durchmesser des Topfes. Einer überwinterte im Keller, einer an einer Ostseiten-Hauswand und einer ausgepflanzt im Freiland. Die beiden im Freiland waren mit Jutegewebe eingepackt. Von dem an der Hauswand froren 30cm der Triebspitzen ab und er blühte wenig im Folgejahr. Der im Freiland fror auf 30cm Reste herunter und bildete wieder grüne Triebe, aber keine Blüten (erst wieder ein Jahr später). Der Frostschutz (siehe dort)für die ausgepflanzten Erdbeerguaven (an der Hauswand, Westseite, "Wetterseite") brachte mehr Erfolge.
Zauberspruch für Häckselnde:
Schnittgut, Ast und Zweiglein werden
schneller so zu Mulch und Erden,
häcks-häcks
Benutzeravatar
semicolon
Beiträge: 1361
Registriert: 15. Mai 2007, 10:29
Kontaktdaten:

Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #496 am:

Microcitrus hat geschrieben: 8. Apr 2026, 13:42
Lou-Thea hat geschrieben: 7. Apr 2026, 23:03 Den Gedanken eines Oleander-auspflanzen-Versuchs trage ich auch schon länger mit mir herum. Sollte schon klappen, aber ob's dann auch Blüten gibt? Bei Dir sicher, bin gespannt.
Den Versuch habe ich schon hinter mir (Wels, im Alpenvorland). Drei Oleander mit 30cm Durchmesser des Topfes. Einer überwinterte im Keller, einer an einer Ostseiten-Hauswand und einer ausgepflanzt im Freiland. Die beiden im Freiland waren mit Jutegewebe eingepackt. Von dem an der Hauswand froren 30cm der Triebspitzen ab und er blühte wenig im Folgejahr. Der im Freiland fror auf 30cm Reste herunter und bildete wieder grüne Triebe, aber keine Blüten (erst wieder ein Jahr später). Der Frostschutz (siehe dort)für die ausgepflanzten Erdbeerguaven (an der Hauswand, Westseite, "Wetterseite") brachte mehr Erfolge.
Sehr spannend! Ich werde aus Oleander noch nicht schlau. Hatte am Anfang meiner Gartenreise eine Discounterpflanze waghalsig in den Lehmboden gesetzt. Sie ist mir gleich im ersten Winter zurückgefroren und ich hatte den Wurzelstock trotz Neuaustrieb entfernt. Andererseits habe ich seit Jahren eine Erdbeerguave in der kältesten Ecke ausgepflanzt. Sie hatte bisher noch nicht mal Blattschaden und ist inzwischen trotz Rückschnitt gute 2m hoch. Ordne die beiden Arten in puncto Winterhärte ähnlich ein, würdest Du das bestätigen?

Meine aktuellen Versuche:

'Provence'/'Souvenier de Michel' in einem riesigen Terracotta-Kübel an der Terrassenfassade (nicht direkt an der Hauswand, aber sehr geschützt). Der 1m-Hochstamm mit kleiner Krone kommt vom Züchter - also kein Masthähnchen wie bei Oleandern sonst üblich.

'Dottore Raggioneri' habe ich schon als einjährigen Steckling auf der Terrasse gleich an der Hausfassade überwintert. Ist inzwischen ein stattlicher Multistem und überwintert ohne Schutz auf der Terrasse unter freiem Himmel. Profitiert trotzdem vom Wärmestau im Rücken durch die teilüberdachte Terrasse.

Seit Februar habe ich 'Gotsis Kassandra' (jaaa! Und ich bin so gespannt auf die spektakuläre Blüte), 'Soleil Levant', 'Isle of Capri', 'Rosario', 'Regis Faure', 'Tito Poggi' und irgend eine Zwergzüchtung mit lachsfarbenen Blüten. Die werden zwischen Hauswand und Terrassenmauer verteilt und bis auf Düngung und Gießen sich selbst überlassen. Hunger Games.

'Hardy Red' wurde bisher als einzige Sorte im Garten ausgepflanzt. Leicht erhöhtes Beet gleich unter dem großen Feldahorn. Sehr mineralische Schüttung, nativer Lehm ab ca. 20cm Tiefe. Sommer wie Winter sehr trocken.

'Nain de Tidili' wäre eigentlich mein heißer Kandidat, aber ich kriege nirgendwo eine Pflanze davon.

'Villa Romaine' soll wohl auch eine sichere Wahl sein, mir gefällt aber weder Blütenform noch -farbe, daher noch nicht rekrutiert.
Benutzeravatar
semicolon
Beiträge: 1361
Registriert: 15. Mai 2007, 10:29
Kontaktdaten:

Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #497 am:

Aramisz78 hat geschrieben: 8. Apr 2026, 09:04 Schön ist es geworden, deutlich heller und luftiger der Gesamteindruck. (Auch wenn mir dein "grüne Hölle" sehr gefallen ist) ;)

Oleanderkübel haben diesse Winter mit ü.10 Jahren alten Pflanzen überwinterten das erste Mal komplett ungeschützt bei meiner Eltern in Ungarn. Einer ist tot (die der meiste Wind bekommen hatte), die anderen leben. In der Nachbarstädtchen leben seit jahren ausgepflanzte Oleander und Oliven. (allerdings importierte ältere Pflanzen)
Habe mich etwas auf ungarischen Seiten rumgetrieben. Sprachlich maximal unergonomisch 😅, aber eure Oleanderkultur ist faszinierend! Es müsste viel mehr Austausch geben. Leider kriege ich von keinem Händler eine Antwort.
Bulgarisch war dann wieder etwas einfacher - auch ganz spannend, was dort trotz deutlich kälterem Klima geht. Und es gibt Versandquellen für Pflanzen.

Was mich bei Oleandern so wundert: Hier stehen seit Jahren überall Kübelpflanzen ganzjährig auf der Straße. Kaum ausgepflanzt, werden sie offenbar zu echten Diven? Oder ist das so ein tradierter Glaubenssatz, Oleander sei frostempfindlich? Weil genau das sind Oleander eben nicht.
Benutzeravatar
semicolon
Beiträge: 1361
Registriert: 15. Mai 2007, 10:29
Kontaktdaten:

Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #498 am:

Weiter geht's:
Farfugium, Massenware aus der letztjährigen Schwemme. Bisher waren Auspflanzversuche nicht so zufriedenstellend. Diesmal bin ich aber ganz glücklich. Sei es das erhöhte Cortenbeet oder eine härtere Selektion - die Pflanzen treiben sehr stark aus. Das wird ein massiver Bestand.
20260407_142728.jpg
Rubus lineatus. Hatte im Topf bislang wenig Glück bei der Überwinterung. Im geräumigen Cortenbeet war das aber gar kein Problem. Und wer hätte das gedacht: auch tropische Himbeeren schieben Wurzelausläufer ohne Ende.
20260407_142735.jpg
Diese besondere Persicaria habe ich auf einem französischen Raritätenmarkt abgegriffen. Soll wohl eine Wildart sein und ist trotz Ähnlichkeit zur bekannteren 'Purple Fantasy' doch wieder ganz anders. Ich mag die "natürliche Grafik" der Blätter sehr gerne, lasse die Pflanze aber vorerst eingesperrt. Vertraue keinem Knöterich, den du nicht kennst.
20260407_142948.jpg
Benutzeravatar
semicolon
Beiträge: 1361
Registriert: 15. Mai 2007, 10:29
Kontaktdaten:

Re: 100qm eklektischer Wildnis in der Innenstadt

semicolon » Antwort #499 am:

Clematis armandii ist eine völlig zu unrecht unterrepräsentierte Art in Gärten. Dabei bietet sie so viel mehr als die kunterbunten Züchtungen: sehr wüchsig - aber nicht lästig, immergrün, duftet betörend und zieht massenhaft Insekten an. In der Düsseldorfer China-Town wachsen sie in großen Straßenbäumen in richtig großer Höhe. Sehr skulptural. Im Zaun schön buschig und blickdicht und praktisch pflegefrei (muss nur regelmäßig die Zaunwinden da rauspopeln, aber das ist ein anderes Thema).
20260407_142610.jpg
Trillium kurobayashii. Eine meiner ältesten Stauden. Sehr langsamer Vertreter, aber wir haben die Schallmauer von drei Blütentrieben geknackt. Nach schlappen 7 Jahren.
20260407_142718.jpg
Iris 'Ming Treasure' geht erstmals in Blüte. Gigantismus wird mir abermals zum Verhängnis. Sie wird den großen Topf nach nur 2 Jahren sprengen. Praktischerweise verträgt sie Staunässe im Untersetzer sehr gut. Kleiner Wermutstropfen: Diese immergrünen japonica-Vettern sehen am Anfand der Saison immer etwas gerupft aus. Neue Blattfächer folgen aber bereits.
Von der wattii werde ich mich aber wohl spätestens nächstes Jahr trennen wenn sie sich nicht fängt. Sie wird einfach zu groß und stört in meinem Handtuchgarten das Bild (folgt noch). Sie müsste mehr Platz und eine steile Böschung bekommen. Vorerst würde ich die abgeblühten Fächer versuchen zu bewurzeln. Interessenten?
20260407_142838.jpg
Antworten