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Giftpflanzen - Selbstversuch…. (Gelesen 717 mal)

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thuja thujon
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

thuja thujon » Antwort #15 am:

Katzenkacke würde ich nicht als chemische Gefahr einstufen, sondern fällt für mich unter die Biostoffverordnung. Auch Biologische Stoffe können Gefahren beherbergen, siehe zB Covid-19, ein recht bekanntes Beispiel. Biologische Gefahren werden gerne verharmlost, oft unbegründet.
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IrisLost
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

IrisLost » Antwort #16 am:

Man kann die Welt nicht nach den Kindern ausrichten sondern muß die Kinder fit für die vorhandene Welt/Umgebung machen. Dazu gehört immer schon, ihnen von klein auf beizubringen, nicht alles in den Mund zu stecken. Ja, das ist oft etwas anstrengend und erfordert Konsequenz, jetzt genauso wie vor 30, 40 Jahren als unsere Kinder klein waren.

Meine Giftpflanzen waren übrigens die Rettung für den Garten: Eltern, die ihre kleineren oder auch größeren Kinder gerne mal woanders toben lassen wollten, haben davon Abstand genommen als ich ihnen erzählte, was hier so alles wuchs/wächst. Die betreffenden anderen Gärten waren schon ziemlich zerstört und langweilig, hier hätte es noch was zum Zerstören gegeben.
Meine Pflanzen haben überlebt weil hier gaaaanz giftiges Zeug nicht entfernt wurde/wird und einige besonders "willensstarke" Kinder hier nicht ihren spontanen Einfällen folgen konnten. Das ist uns durch besagte Giftpflanzen erspart geblieben 8)

Außerdem gab es Regeln (etwas, mit dem einige Eltern und ihre Kinder schon früher Probleme hatten), die beachtet wurden. Wer dagegen verstieß, wurde erstmal verwarnt, mußte nach dem zweiten Zwischenfall im Haus weiter spielen oder bekam, im Extremfall, zeitweise Gartenverbot: Ein Junge, der in meiner Abwesenheit alle unreifen Früchte des damals noch kleinen Apfelbaums mitsamt einiger Äste abgeschlagen hatte, z. B. mal einen ganzen Monat lang.
Eine Mutter, die beim Offenen Garten ihrem ca. 8-jährigen Sohn friedlich lächelnd dabei zuschaute, wie er aufgebundene Korn- und Glockenblume ab- und ausriß, wurde mitsamt Kind ganz rausgeworfen.

Heutzutage scheint sich das mit dem Konzept der "Erziehung nach Lust und Laune (der Kinder)" ja nicht verbessert zu haben ::)
Unsere sind jedenfalls unbeschadet mit Eisenhut, Eibe, Fingerhut und (im Haus) Dieffenbachia aufgewachsen und haben nur Erlaubtes gepflückt/gegessen. Es ist sehr beruhigend, sich auch später und woanders darauf verlassen zu können :)

Übrigens ist Digitalislaub nur mit allergrößter Willenskraft und nur in winzigsten Stückchen schluckbar, dasselbe gilt u. a. für Eibenspitzen. Aconitum ist etwas gefährlicher denn das Laub hinterläßt nur ein (Zitat) "etwas taubes Gefühl auf der Zunge". - Eine Freundin hatte das mal aus Versehen getestet, war aber rechtzeitig zum Magenauspumpen im Krankenhaus, wo man die Sache erst durch mein vorab telefonisches Insistieren ernst nahm. Dann aber richtig: Als wir eintrafen wartete schon eine ganze Gruppe von Ärzten: Von "sowas" hatten sie noch nie gehört (wenn die gewußt hätten...)
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hobab
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

hobab » Antwort #17 am:

Da gehe ich sowas von mit! Wir haben als Kinder völlig unbeaufsichtigt in Wald und Wiese gespielt und sicher da auch einiges giftiges mal in den Mund gesteckt, ohne das je einer auch nur ne
Magenverstimmung hatte. Die dafür nötige Mengen stopft doch kein Kind rein, bei Sachen die meist nicht grade nach Haribo schmecken - ist ja oft schon schwer genug mal klassisches Obst da reinzukriegen….


Und Biohazards: Fuchsbandwurm wird am häufigsten beim Fellausshütteln des Wauwaus übertragen und nur ganz selten über Nahrungsaufnahme: also erst Autos, Medikamente und Waschmittel verbieten, dann Hunde und erst dann Gärten. Ach ja: Zucker und Alkohol, Rauchen und Testosteron und natürlich Männer - die sind total ungesund! 🤓
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

thuja thujon » Antwort #18 am:

Testosteron ist gefährlich, für die umgebenden Menschen. Aber gute Frage, kommt es so weit, dass unsere Übermutti-Gesellschaft auch noch Körpereigene Substanzen verbieten möchte?

Ich bin wirklich eher dafür, die Leute, egal ob Kind oder Erwachsener, auf die Welt vorzubereiten, nicht umgekehrt.
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenlady » Antwort #19 am:

Der Ehemann einer Gartenfreundin war Internist, Chefarzt in einer Klinik und rief eines Tages ziemlich verzweifelt zu Hause an, bei ihm sei ein Patient, offenbar vergiftet, man wusste welche Pflanze er gegessen hatte, aber niemand im KH konnte sie identifizieren.

Die Gartenfreundin konnte helfen: Es war Digitalis. Es scheint doch nicht so schwierig zu sein dieses Laub zu schlucken. Er konnte gerettet werden.
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

monili » Antwort #20 am:

Mein Professor für Pflanzenverwendung hat - schon damals in den 80-er Jahren - als "gifitg" bezeichnete Pflanzen allesamt selber gegessen und gemeint, dass mit der Giftigkeit meist maßlos übertrieben wird.
Meist schmecke eine Giftpflanze derart grauslich, bitter, adstringierend... dass man sie in der Regel sofort wieder ausspuckt.
Und die Beschwerden sind in der Regel auch nur schwach, oft bekommt man nur ein bißchen Bauchweh, Kopfweh,...

Aber wer ins schöne Tulln reisen möchte kann an dieser Giftpflanzen-Verkostung teilnehmen:
https://www.naturimgarten.at/veranstalt ... osten.html
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenlady » Antwort #21 am:

Es gibt ja unterschiedlich giftige Pflanzen. Ich habe mal einen Giftpflanzenvortrag gehört, da wurde empfohlen Aconitum nur mit Handschuhen anzufassen. Das mache ich inzwischen zumindest manchmal.
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AndreasR
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

AndreasR » Antwort #22 am:

Ich kann IrisLost nur zustimmen, es ist Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu beaufsichtigen, und ab einem gewissen Alter zu erklären, dass man keine fremden Pflanzen in den Mund nimmt oder gar davon isst. Da sollte man schon im eigenen Interesse die wichtigsten Giftpflanzen kennen, ansonsten gibt's dafür mittlerweile ja auch unzählige Apps, das sollte der smartphoneaffinen Gesellschaft doch entgegenkommen. Man kann Kindern auch liebevoll Grenzen setzen, das funktioniert deutlich besser als strikte Verbote.

Früher stand neben dem Eingang meiner Grundschule eine große Eibe, und deren Zweige sind auch in den Außenbereich des benachbarten Kindergartens hineingewachsen. Wir haben als Kinder auch immer in den Cotoneaster- und Schneeballbüschen auf dem Kindergartengelände Verstecken gespielt und bestimmt auch mit den Beeren gespielt. Auf der anderen Straßenseite hatte jemand einen Goldregen am Gartenzaun im Vorgarten, und in der freien Natur begegnete man auch allerhand Giftpflanzen, aber das war nie ein Problem.

Bei Eisenhut oder sowas wie Riesenbärenklau, die bereits bei Hautkontakt Symptome hervorrufen, bin ich auch dafür, diese nicht in Gärten zu verwenden, wo sich Kinder aufhalten, ansonsten dürfte der scheußliche Geschmack der meisten Giftpflanzen hoffentlich so gut wie jeden davon abhalten, nennenswerte Mengen zu verzehren. Und dass sowas wie unreifes Obst Bauchweh verursacht, wussten wir als Kind auch schon, vor allem, wenn man es in sich hineinschlingt, aber das passiert bei Süßigkeiten genauso. ;)
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