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Giftpflanzen - Selbstversuch…. (Gelesen 1068 mal)

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thuja thujon
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

thuja thujon » Antwort #15 am:

Katzenkacke würde ich nicht als chemische Gefahr einstufen, sondern fällt für mich unter die Biostoffverordnung. Auch Biologische Stoffe können Gefahren beherbergen, siehe zB Covid-19, ein recht bekanntes Beispiel. Biologische Gefahren werden gerne verharmlost, oft unbegründet.
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IrisLost
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

IrisLost » Antwort #16 am:

Man kann die Welt nicht nach den Kindern ausrichten sondern muß die Kinder fit für die vorhandene Welt/Umgebung machen. Dazu gehört immer schon, ihnen von klein auf beizubringen, nicht alles in den Mund zu stecken. Ja, das ist oft etwas anstrengend und erfordert Konsequenz, jetzt genauso wie vor 30, 40 Jahren als unsere Kinder klein waren.

Meine Giftpflanzen waren übrigens die Rettung für den Garten: Eltern, die ihre kleineren oder auch größeren Kinder gerne mal woanders toben lassen wollten, haben davon Abstand genommen als ich ihnen erzählte, was hier so alles wuchs/wächst. Die betreffenden anderen Gärten waren schon ziemlich zerstört und langweilig, hier hätte es noch was zum Zerstören gegeben.
Meine Pflanzen haben überlebt weil hier gaaaanz giftiges Zeug nicht entfernt wurde/wird und einige besonders "willensstarke" Kinder hier nicht ihren spontanen Einfällen folgen konnten. Das ist uns durch besagte Giftpflanzen erspart geblieben 8)

Außerdem gab es Regeln (etwas, mit dem einige Eltern und ihre Kinder schon früher Probleme hatten), die beachtet wurden. Wer dagegen verstieß, wurde erstmal verwarnt, mußte nach dem zweiten Zwischenfall im Haus weiter spielen oder bekam, im Extremfall, zeitweise Gartenverbot: Ein Junge, der in meiner Abwesenheit alle unreifen Früchte des damals noch kleinen Apfelbaums mitsamt einiger Äste abgeschlagen hatte, z. B. mal einen ganzen Monat lang.
Eine Mutter, die beim Offenen Garten ihrem ca. 8-jährigen Sohn friedlich lächelnd dabei zuschaute, wie er aufgebundene Korn- und Glockenblume ab- und ausriß, wurde mitsamt Kind ganz rausgeworfen.

Heutzutage scheint sich das mit dem Konzept der "Erziehung nach Lust und Laune (der Kinder)" ja nicht verbessert zu haben ::)
Unsere sind jedenfalls unbeschadet mit Eisenhut, Eibe, Fingerhut und (im Haus) Dieffenbachia aufgewachsen und haben nur Erlaubtes gepflückt/gegessen. Es ist sehr beruhigend, sich auch später und woanders darauf verlassen zu können :)

Übrigens ist Digitalislaub nur mit allergrößter Willenskraft und nur in winzigsten Stückchen schluckbar, dasselbe gilt u. a. für Eibenspitzen. Aconitum ist etwas gefährlicher denn das Laub hinterläßt nur ein (Zitat) "etwas taubes Gefühl auf der Zunge". - Eine Freundin hatte das mal aus Versehen getestet, war aber rechtzeitig zum Magenauspumpen im Krankenhaus, wo man die Sache erst durch mein vorab telefonisches Insistieren ernst nahm. Dann aber richtig: Als wir eintrafen wartete schon eine ganze Gruppe von Ärzten: Von "sowas" hatten sie noch nie gehört (wenn die gewußt hätten...)
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hobab
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

hobab » Antwort #17 am:

Da gehe ich sowas von mit! Wir haben als Kinder völlig unbeaufsichtigt in Wald und Wiese gespielt und sicher da auch einiges giftiges mal in den Mund gesteckt, ohne das je einer auch nur ne
Magenverstimmung hatte. Die dafür nötige Mengen stopft doch kein Kind rein, bei Sachen die meist nicht grade nach Haribo schmecken - ist ja oft schon schwer genug mal klassisches Obst da reinzukriegen….


Und Biohazards: Fuchsbandwurm wird am häufigsten beim Fellausshütteln des Wauwaus übertragen und nur ganz selten über Nahrungsaufnahme: also erst Autos, Medikamente und Waschmittel verbieten, dann Hunde und erst dann Gärten. Ach ja: Zucker und Alkohol, Rauchen und Testosteron und natürlich Männer - die sind total ungesund! 🤓
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

thuja thujon » Antwort #18 am:

Testosteron ist gefährlich, für die umgebenden Menschen. Aber gute Frage, kommt es so weit, dass unsere Übermutti-Gesellschaft auch noch Körpereigene Substanzen verbieten möchte?

Ich bin wirklich eher dafür, die Leute, egal ob Kind oder Erwachsener, auf die Welt vorzubereiten, nicht umgekehrt.
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Gartenlady
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenlady » Antwort #19 am:

Der Ehemann einer Gartenfreundin war Internist, Chefarzt in einer Klinik und rief eines Tages ziemlich verzweifelt zu Hause an, bei ihm sei ein Patient, offenbar vergiftet, man wusste welche Pflanze er gegessen hatte, aber niemand im KH konnte sie identifizieren.

Die Gartenfreundin konnte helfen: Es war Digitalis. Es scheint doch nicht so schwierig zu sein dieses Laub zu schlucken. Er konnte gerettet werden.
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monili
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

monili » Antwort #20 am:

Mein Professor für Pflanzenverwendung hat - schon damals in den 80-er Jahren - als "gifitg" bezeichnete Pflanzen allesamt selber gegessen und gemeint, dass mit der Giftigkeit meist maßlos übertrieben wird.
Meist schmecke eine Giftpflanze derart grauslich, bitter, adstringierend... dass man sie in der Regel sofort wieder ausspuckt.
Und die Beschwerden sind in der Regel auch nur schwach, oft bekommt man nur ein bißchen Bauchweh, Kopfweh,...

Aber wer ins schöne Tulln reisen möchte kann an dieser Giftpflanzen-Verkostung teilnehmen:
https://www.naturimgarten.at/veranstalt ... osten.html
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenlady » Antwort #21 am:

Es gibt ja unterschiedlich giftige Pflanzen. Ich habe mal einen Giftpflanzenvortrag gehört, da wurde empfohlen Aconitum nur mit Handschuhen anzufassen. Das mache ich inzwischen zumindest manchmal.
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AndreasR
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

AndreasR » Antwort #22 am:

Ich kann IrisLost nur zustimmen, es ist Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu beaufsichtigen, und ab einem gewissen Alter zu erklären, dass man keine fremden Pflanzen in den Mund nimmt oder gar davon isst. Da sollte man schon im eigenen Interesse die wichtigsten Giftpflanzen kennen, ansonsten gibt's dafür mittlerweile ja auch unzählige Apps, das sollte der smartphoneaffinen Gesellschaft doch entgegenkommen. Man kann Kindern auch liebevoll Grenzen setzen, das funktioniert deutlich besser als strikte Verbote.

Früher stand neben dem Eingang meiner Grundschule eine große Eibe, und deren Zweige sind auch in den Außenbereich des benachbarten Kindergartens hineingewachsen. Wir haben als Kinder auch immer in den Cotoneaster- und Schneeballbüschen auf dem Kindergartengelände Verstecken gespielt und bestimmt auch mit den Beeren gespielt. Auf der anderen Straßenseite hatte jemand einen Goldregen am Gartenzaun im Vorgarten, und in der freien Natur begegnete man auch allerhand Giftpflanzen, aber das war nie ein Problem.

Bei Eisenhut oder sowas wie Riesenbärenklau, die bereits bei Hautkontakt Symptome hervorrufen, bin ich auch dafür, diese nicht in Gärten zu verwenden, wo sich Kinder aufhalten, ansonsten dürfte der scheußliche Geschmack der meisten Giftpflanzen hoffentlich so gut wie jeden davon abhalten, nennenswerte Mengen zu verzehren. Und dass sowas wie unreifes Obst Bauchweh verursacht, wussten wir als Kind auch schon, vor allem, wenn man es in sich hineinschlingt, aber das passiert bei Süßigkeiten genauso. ;)
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenlady » Antwort #23 am:

Sag' ich doch: es ist absurd die Welt für die Kinder giftfrei gestalten zu wollen.

Der neuen Nachbarin, die wegen eines kleinen Kindes ziemlich besorgt war, habe ich auch gesagt, dass ich Eisenhut tatsächlich nicht dulden würde. Das ist aber womöglich auch nur ein Zeichen von Unwissenheit, vielleicht gibt es andere giftige Kandidaten, die Kinder gerne esssen,
das sind eher Samen und Früchte als Blüten und Blätter.
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

cloud » Antwort #24 am:

Kinder aufzuklären ist so eine Sache…
Unsere haben früh gelernt, was man essen darf und was nicht. Sie haben Spielbesuch das auch gerne gezeigt und fröhlich Schnittlauch gemampft…
Irgendwann hatte unser Sohn einen Ausschlag an den Handflächen, der immer schlimmer wurde. Alles Rätseln (Kosmetik, Putzmittel, irgendwas aus der Werkstatt…) führte zu keiner Lösung. Schließlich bin ich mit ihm überall langmarschiert , im Haus und im Garten und habe gefragt, was er so alles angefasst hat:

Beim Trettrecker-Fahren war er im Beet gelandet, hat einen Fingerhut umgefahren und die zermatschte Pflanze wieder sorgfältig aufgerichtet…..
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Zauberspruch für Häckselnde: Schnittgut, Ast und Zweiglein werde schneller so zu Mulch und Erde, häcks-häcks

Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Microcitrus » Antwort #25 am:

Das Problem der Giftpflanzen stellt sich in öffentlichen Parks bei Kindern, die mit dem Haustorschlüssel um den Hals alleine unterwegs sind und nach 3 Stunden Herumtoben hungrig und durstig werden (und keinen Proviant mithaben, weil sich keiner um sie schert). Und dann alles mampfen, was essbar aussieht. Unreifes Obst, Eibenbeeren, Zaunrübenfrüchte, etc.

Wenn sie beim Spielen im Hausgarten Hunger kriegen, können sie zur Mama / zum Papa pilgern oder gleich zum Fruchtjoghurt im Kühlschrank.

Als Vater zweier Töchter weiß ich, dass die Kids ab etwa 3 Jahren unterwegs sind, bei den Nachbarskindern. Spätestens da müssen sie wissen, dass sie nicht alles futtern dürfen was irgendwo wächst. Oder wovon sie Bauchweh bekommen können oder Schlimmeres. Und gebadet wird nur mit Schwimmflügerl am Arm oder wenn Erwachsene zusehen. So haben meine Töchter überlebt und sind groß geworden.
Zauberspruch für Häckselnde:
Schnittgut, Ast und Zweiglein werden
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Felcofan » Antwort #26 am:

ich glaube, die heutige Situation der Kinderbetreuung in Kitas und so ist ein großer Faktor, oder öffentliche Spielplätze, wo Erzieherinnen mit einem Haufen Kinder unterwegs sind, anders als vielleicht vor 20/ 30 Jahren.

Da sollte wahrscheinlich alles so entschärft sein, dass unbeobachtetes, uninformiertes Mampfen, vor allem der ungeschulten Kinder, keine tödlichen Folgen hat.

Das mit dem anderen Schluckreflex ist gut zu wissen, aber solange da dann Pflanzen stehen, die ab 5 Handfull Bauchweh machen und nicht ab 1 TL totgiftig sind, wäre das für mich in Ordnung.

Wahrscheinlich ist da weiter Kommunikation und Aufklärung wichtig in jedem Projekt, vielleicht mach ich mal ein Blatt parat,mit ein paar schönen Tortendiagrammen, der Position der Pflanzenvergiftung usw.

so ein paar "best of"-Arten testen wir vielleicht trotzdem, dass das wischenschaftlich/statistisch gesehen, nix aussagt, ist mir klar. Auf die schwach giftigen Arten, die ansonsten Nehmer-Qualitäten haben wie Herbstanemone, würde ich nur sehr ungern verzichten.
dafür setze ich darauf, dass es auf der emotionalen Ebene der besorgten Laien, quasi Eidechsenhirn, hängenbleibt, wenn wir sagen können: drauf rumgekaut, oll, bitter usw. und nicht tödlich

schon komisch, wie auch in diesem Themenbereich alles etwas extremer wird und halbgare Internet-Infos zu unausgegorenen Entscheidungen führen. Interessant ist auch die Wandelung innerhalb der Vergiftungs-Statistiken, das eine ARchiv ging zurük bis in die 1980er, da wurden zB. nur die telefonischen ANfragen von Eltern oder Medizinern nach Pflanzen mit botanischen Namen erfasst, also nur: " das Kind hat Xyz gegessen, ist das gefährlich", war eine breite Mischung beliebter Gartenpflanzen, so ab 2000 sind es dann allgemeine Gruppen wie Reinigungsmittel, Medikamente usw.

gibt es eigentlich solche Top-Ten-Risiko-Gartenpflanzen, also in kleinen Dosen tödlich, auch für Hunde und Katzen?
Anscheinend haben Tiergattungen durchaus ganz andere Empfindlichkeiten, wenn jemand da noch eine informative Webseite empfehlen könnte, wär das gut.

Nu ja, nen schönen Montag in die Runde, liebe Grüße, Felcofan
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

hobab » Antwort #27 am:

Das klingt in meinen Augen nach einem sehr vernünftigen Fazit. Die Liste dür Haustiere fänd ich auch interessant, das ist schließlich ein Dauerthema: beschäftigt hab ich mich aber damit immer nur, bis ich wiederholt feststellen musste, das es hundesichere Gärten nicht gibt, es gibt einfach zu viele für Fellträger giftige Pflanzen. Letzte Woche haben wir einen Zaum um die Beete einer Hundebesitzerin bauen müssen…
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Floris » Antwort #28 am:

Felcofan hat geschrieben: 13. Apr 2026, 07:22 gibt es eigentlich solche Top-Ten-Risiko-Gartenpflanzen, also in kleinen Dosen tödlich, auch für Hunde und Katzen?
Eine Bekannte warnte mich ich meine vor Taglilien, da sie für Katzen giftig seien. Aber nur bei Balkonhaltung, wenn sie aus Langeweile drauf rumkauen.

Ansonsten fand ich die Unterscheidung in "giftig" und "gefährlich" recht hilfreich:

Gefährlich sind die Giftpflanzen, bei denen eine Aufnahme absichtlich oder versehentlich leicht möglich ist.
Das sind die Pflanzen mit attraktiven Früchten (Seidelbast, Tollkirsche, Eibe), also Früchte, die nicht gallebitter schmecken.
Dann solche, die versehentlich aufgenommen werden können wie die winzigen Samen des Goldregens die in einen Sandkasten fliegen.
Und die Pflanzen mit stark giftigem Saft, den man leicht an die Finger kriegt, wenn man mit ihnen hantiert, wie Wolfsmilcharten, Eisenhut, Helleboren, Fingerhut, Herbstzeitlose, Aronstab.

Vor einiger Zeit wurde mir mal recht übel, nachdem ich einen Trompetenbaum zurückgeschnitten hatte. Und siehe da, auch dessen Saft ist giftig.
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

DerTigga » Antwort #29 am:

Wichtiger Punkt dabei ist wohl auch, inwiefern Eltern der Meinung sind, ein gesetzlich verankertes bzw. leicht erfolgreich einklagbares Recht auf nicht vorfinden (können) von Pflanze X an Örtlichkeit y inne zu haben.
Das Ganze über die Denke: ja Hilfe, da müßte ich mich ja erstmal selber ins Thema reinknien, mir Zeit dafür aussen Rippen schneiden, könnte ja sonst peinlich werden, wenn mit meinem Kind in der Landschaft stehe und nur rumstottere .. ? Und dann mein Kind an den (zutreffend richtigen !) Pflanzen und das am besten mehrfach im Jahr: schulen ?
Nee lieber Bauhof, nee liebe Stadtverwaltung, nee lieber Kindergarten .. seh ich mal garnicht ein, rein ihr seid dafür zuständig, das meinem Kind nix passieren kann, müßt ihr eben div. Kram wieder rausreißen und was anderes stattdessen ..das kann man echt erwarten ..!!

So vor guten 20 Jahren, da musste man als Kind noch ziemlichen Ärger zu Hause befürchten, wenn man nicht aufgepasst hatte und in nem Straßen Schlagloch nen kaputten Reifen, gar ne verbogene Fahrrad Felge produziert hatte. Heutzutage greift Pappi eher zum Telefon und droht der Stadtverwaltung ein über eingeschalteten Anwalt durchgesetztes übernehmen müssen aller Folgekosten dieses gefährlichen / nicht längst beseitigtigtem Schlaglochs an..
Irgendwo ist das und auch jenes penibel weglassen / rausreißen sollen von 'gefährlichen' Pflanzen in meinen Augen eine Art von verpasster Weiterbildungsmöglichkeit und Selbstständigkeit.
Evt. lässt sich neumodische Schulung zu Internetbetrügern und altmodische Pflanzenkunde ja beides vermitteln ? ;-)
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