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Giftpflanzen - Selbstversuch…. (Gelesen 1606 mal)

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Gartenlady
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenlady » Antwort #30 am:

Als mein Hund Dana ein Welpe war und ständig im Garten hier und da naschte, hatte ich eine Giftpflanzenliste ständig geöffnet auf dem PC um mich im Fall des Falles schnell informieren und handeln zu können. Was ich gelernt habe: sie naschte nur von ungiftigen Pflanzen.

Woher wusste sie es?
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Gartenplaner
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Gartenplaner » Antwort #31 am:

Felcofan hat geschrieben: 13. Apr 2026, 07:22 …Wahrscheinlich ist da weiter Kommunikation und Aufklärung wichtig in jedem Projekt, vielleicht mach ich mal ein Blatt parat,mit ein paar schönen Tortendiagrammen, der Position der Pflanzenvergiftung usw.

Auf die schwach giftigen Arten, die ansonsten Nehmer-Qualitäten haben wie Herbstanemone, würde ich nur sehr ungern verzichten.
dafür setze ich darauf, dass es auf der emotionalen Ebene der besorgten Laien, quasi Eidechsenhirn, hängenbleibt, wenn wir sagen können: drauf rumgekaut, oll, bitter usw. und nicht tödlich

schon komisch, wie auch in diesem Themenbereich alles etwas extremer wird und halbgare Internet-Infos zu unausgegorenen Entscheidungen führen. …
Es wundert mich ehrlich gesagt nicht.
Seit WW II gabs so viele Skandale mit Medikamenten, chemischen Bestandteilen verschiedenster Produkte, Pflanzenschutzmitteln…..dass die 2-3 letzten Generationen da extrem achtsam sind.
Vielleicht oft zu sehr.
Ich denke, kontinuierliche Aufklärung ist auf jeden Fall sehr gut.

Aber ob du auf emotionaler Ebene dieses unterbewusste Gefühl der Bedrohung, das sich entwickelt hat, so schnell bekämpfen kannst?
Felcofan hat geschrieben: 13. Apr 2026, 07:22…Interessant ist auch die Wandelung innerhalb der Vergiftungs-Statistiken, das eine ARchiv ging zurük bis in die 1980er, da wurden zB. nur die telefonischen ANfragen von Eltern oder Medizinern nach Pflanzen mit botanischen Namen erfasst, also nur: " das Kind hat Xyz gegessen, ist das gefährlich", war eine breite Mischung beliebter Gartenpflanzen, so ab 2000 sind es dann allgemeine Gruppen wie Reinigungsmittel, Medikamente usw. …
Sehr interessant!
Spiegelt meinem Empfinden nach aber auch die Entwicklung der „Kinderbeschäftigung“ wieder - vor 2000 wurden sie rausgeschickt, auch schon früh dann „unüberwacht“, also daß die Eltern woanders beschäftigt waren und nicht im Garten auf die Kinder aufgepasst haben, ab 2000 waren PCs und Spielekonsolen so weit verbreitet, dass immer mehr Kinder immer weniger raus gingen - und vielleicht dann, wenn das Videogame dann doch zwischendurch mal langweilig wurde, auf dumme Ideen in den Schränken drinnen kamen?
DerTigga hat geschrieben: 13. Apr 2026, 09:21 …ja Hilfe, da müßte ich mich ja erstmal selber ins Thema reinknien, …
Hab ich bei mir anders erlebt - keine Ahnung von Garten, Pflanzenwissen bei meinen Eltern und Großeltern, deshalb das Pauschalverbot, auch nur irgendwas im großen Garten meiner Großeltern (meine Urgroßmutter ist der Gartenfreak gewesen) oder im und außerhalb des Dorfes, wo ich herumstreunerte, in den Mund zu stecken oder gar zu essen!!
Ich hielt mich sklavischen daran.
Kann man sicherlich auch nicht bei allen Kindern voraussetzen.

Ich erinnere mich, dass ich vom Garten mal rein bin, weil ein Baum so appetitlich aussehende, relativ große Früchte trug, und fragte, ob die essbar seien - wusste keiner, also lieber nicht probieren.
Heute vermute ich, so wie ich auch das Laub in Erinnerung habe, dass es Amelanchier alnifolia gewesen sein muss - keine Ahnung, wo meine Urgroßmutter die her hatte - und ich hab ein Bäumchen der Sorte ‚Martin‘ selbst in der Obstwiese 8)
DerTigga hat geschrieben: 13. Apr 2026, 09:21…Nee lieber Bauhof, nee liebe Stadtverwaltung, nee lieber Kindergarten .. seh ich mal garnicht ein, rein ihr seid dafür zuständig, das meinem Kind nix passieren kann, müßt ihr eben div. Kram wieder rausreißen und was anderes stattdessen ..das kann man echt erwarten ..!!

So vor guten 20 Jahren, da musste man als Kind noch ziemlichen Ärger zu Hause befürchten, wenn man nicht aufgepasst hatte und in nem Straßen Schlagloch nen kaputten Reifen, gar ne verbogene Fahrrad Felge produziert hatte. Heutzutage greift Pappi eher zum Telefon und droht der Stadtverwaltung ein über eingeschalteten Anwalt durchgesetztes übernehmen müssen aller Folgekosten dieses gefährlichen / nicht längst beseitigtigtem Schlaglochs an.. …
Ist das wirklich so?
Gäbe das die europäische und nationalen Gesetzgbungen denn überhaupt her?
Ich seh das in den USA sehr ausgeprägt, hier ist's vielleicht eher die vorauseilende Regulierungsfreude der Behörden und die Angst vor medialen Shitstorms, oder?
Wer meinen Lern-Garten sehen will - unterm Goldfrosch-Bild den Globus klicken!

Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber

“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
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IrisLost
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

IrisLost » Antwort #32 am:

Gartenlady, Hunde und andere Tiere haben i. d. R. noch Instinkte, die sie vor giftigen Pflanzen warnen. Bei uns haben Generationen von Hunden, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen den Garten mit vielen Digitalis, Eisenhut und Co durchstreift und es hat, genau wie bei den Kindern, nie ein gesundheitliches Problem damit gegeben.

Was die generelle Tendenz zur Marginalisierung/Eliminierung von Eigenverantwortlichkeit betrifft ist diese Entwicklung m. E. ein gesellschaftliches Niedergangsphänomen. Angefangen von der Haftung für Schäden anderer Leute Kinder von Teichbesitzern/-unterhaltern (wenn die Teiche samt Grundstücken nicht 150% unzugänglich gemacht wurden) bis zu Fällen, wo Eltern von Kindergartenkindern erfolgreich die Abholzung von eingewachsenen Obstbäumen auf dem Grundstück verlangen weil "die dadurch angezogenen Wespen eine gravierende Gefahr darstellen" u. v. m...

Wieviele kleine und größere Teiche als (Über-)Lebensräume bedrohter Tierarten (auch Vögel brauchen Wasser!) deshalb in den letzten Jahren eingeebnet wurden und wieviele "gefährliche" Nahrungspflanzen für Insekten verschwunden sind ist eine echte Schande. Ich weiß auch nicht, was aus Kindern werden soll, die in einer so "sicheren", quasi desinfizierten und naturentfremdeten Umgebung aufwachsen, mache mir große Sorgen bzgl. deren Überlebensfähigkeiten in einer krisenbelasteten Zukunft.

Wie haben unsere Vorfahren ohne Behörden und Versicherungen bloß überlebt? und warum sind Naturvölker, die u. a. in Dschungeln leben, angesichts der vielen Gefahren einer "feindlichen" Natur noch nicht ausgestorben? Entweder haben/hatten all diese eine falsche Einstellung oder unsere industrialisierte/n Gesellschaft/en. Für mich deuten die Indizien auf Letztgenannte.
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DerTigga
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

DerTigga » Antwort #33 am:

Ob es eine Gesetzgebung hergibt, ist da was anderes, als die evt. von Pappi natürllich nur versehentlich abgesonderte Drohung, das im Fall von nicht SO zügig, wie man das (angeblich) erwarten darf, bezahlt kriegen sämtlicher (Folge)Kosten das ganze an die große Shitstormglocke gegen die Stadtverwaltung gehängt werden wird..
Überspitzt gesagt: da mit Nackenmassageterminen anzukommen, weil Sohni beim durchfahren jenes Schlaglochs doch gewiss nen Schleudertrauma o.ä. erlitten hat..

Oder anders betrachtet die Wandlung vom damaligen:
.. oh man, sachmah wie doof kann man eigentlich sein, das Schlagloch übersehn zu haben.. ??
zu dem heutigen:
.. ey alter, wieso sollte ich nach Schlaglöchern schauen, da haben einfach keine zu sein und falls doch ermächtigt 'mich' das vollautomatisch, zu sonstewas für hastenichgesehn Forderungen gegen "Verantwortliche" !?!

Um genau diese lockerflockig auf Andere Abwälzungs- und Eigenverantwortung + ansich fällige Selbstkritik und Demut von sich wegreden Taktik bzw. die Selbstlegitimation, so vorzugehen zu dürfen, gehts mir.

Ich finde die Verantwortlichkeit bzw. die fundierte Wissensanhäufung von Eltern im Punkt giftiger Pflanzen auch deswegen so wichtig, damit sie ihrem Nachwuchs klarmachen (können), das eine kumpelige zu einer Mutprobe bzw. trotz Wissen um die Gefährlichkeit zu einem verschlucken von Pflanzenteilen auffordernde Person: nicht der coolste weit und breit rumlaufende Held ist, sondern nen derb asozialer Arsch mit Ohren, dem man mit nem deutlichen Nein antworten darf und sollte.
Dazu muss man aber eben auch wissen wovon man redet und in der freien Natur mit dem Finger drauf bzw. es dem Kind zeigen können ?
Von daher ist in manchen Fällen die elterliche Aufforderung an ne Stadtverwaltung u.ä., da sonstwie kräftig rodend tätig werden zu sollen: nur ne Bequemlichkeitsreaktion, sich nämlich vor (zu)viel dazulernen müssen / Zeit opfern zu bewahren ? ;-)
Bleibt zu hoffen, das zumindest das Wissen vermittelt wird, was es so alles im Gemüsefach des eigenen Kühlschranks geben kann, das man tunlichst nicht (unerhitzt) oder besser garnicht(mehr) in den Mund.. ;-)
Nicht das da Feigenstecklinge mit BioSüßholz oder Zuckerrohrstangen verwechselt werden .. :P 8)
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Starking007
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Starking007 » Antwort #34 am:

Ein immer aktuelles Thema, schwierig, modern, grenzenlos und jeden betreffend...

Ich war 20 Jahre lang in der Behörde DER, der für dieses Thema verantwortlich war.
Fragen der Bürger dazu beantworten, Kindergärten und Schulen auf Giftpflanzen überprüfen,
Leiter und Mitarbeiter von kinderbetreuenden Einrichtungen fortbilden usw...

Das war nicht lustig, es gab ne amtliche Liste von Giftpflanzen, also Gesetz, welche nicht im Bereich von Kindergärten stehen durften. Der Ersteller solcher Listen steht mit einem Fuß im Gefängnis, weil man Giftigkeit nicht tabellarisieren kann.

Bei den Recherchen zum Thema erfahren:
Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es in Deutschland keinen einzigen Fall tödlicher Vergiftung bei Kindern. Absichtliche Zuführung ausgenommen (Pilzgerichte..).
Die Statistiken der Giftnotrufzentralen erfassen auch "Weintraubenanrufe".
Die Ärzte gehen auch nach Liste vor, Ahnung von Pflanzen hat in der Regel keiner.

Fazit: Das Essen mitr scharfkantigen Messer und Gabel ist bei weitem gefährlicher,
aber diese Auskunft ist nicht erwünscht. Panik ist gewollt, lenkt von anderen Problemen ab.

PS: Allergiepotential ist kaum erfasst, sowas wie Wolfsmilchsaft im Auge fällt nicht unter Giftigkeit,
und der Verlust von Augenlicht wegen Feuerdorn zählt auch nicht dazu...

BarmerKK: "....Beim Frankfurter Ironman etwa starb 2015 ein 30-jähriger Triathlet, weil er zuviel Wasser getrunken hatte....."
Gruß Arthur
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Veilchen-im-Moose
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Veilchen-im-Moose » Antwort #35 am:

Gartenlady hat geschrieben: 13. Apr 2026, 09:31 Als mein Hund Dana ein Welpe war und ständig im Garten hier und da naschte, hatte ich eine Giftpflanzenliste ständig geöffnet auf dem PC um mich im Fall des Falles schnell informieren und handeln zu können. Was ich gelernt habe: sie naschte nur von ungiftigen Pflanzen.

Woher wusste sie es?
Das hat mich auch immer gewundert. Unseren Hund und seinen Hundekumpel zog und zieht es zielstrebig zu den Herbstastern, die dann bei Magenverstimmungen oder Darmproblemen von unten aufwärts entlaubt werden. Ästhetisch ein Probleme, aber völlig ungiftig.

Ich habe mir nie Sorgen gemacht wegen der Giftpflanzen in meinen verschiedenen Gärten, nicht um meine und nicht um andere Kinder. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mehr oder weniger giftige Pflanzen nicht als relevante Gefahrenquelle einzuschätzen gelernt habe. Weder im privaten Umfeld noch durch Medienberichterstattung. Kämen reale Kinder durch den Genuss von Digitalis oder Eibe etc. zu Tode, hätte ich das bestimmt irgendwann mal gelesen. Zumindest in meiner Wahrnehmung ist das nie zur relevanten Gefahrenquelle aufgestiegen. Pilzvergiftungen ja, ich sammle ja auch selbst. Da bin ich vorsichtig und nehme nur vertraute und sicher identifizierte Sorten und das haben auch die Kinder gelernt.

Ich fände es schlimm, meinen Garten von allem giftigen, halbgiftigen oder etwas giftigen befreien zu müssen. Ebenso den öffentlichen Raum. Und was hieße das für die Landschaft drumherum. Meine Kinder durften ab einem bestimmten Alter die nahe gelegenen Wälder und Wiesen alleine oder mit Freunden durchstreifen und ich habe vorher keine Begehung gemacht und alles auf Giftpflanzen und sonstige Risiken gecheckt. Es hätte auch was passieren können, dann aber wohl eher beim Überqueren einer der Straßen.
Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will
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hobab
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

hobab » Antwort #36 am:

Minibeitrag: bei Katzen weiß ich von einem Fall, in dem die Katze Narzissenwasser aus der Vase getrunken hatte und fast verreckt wäre (Klinik), da wo wir den Zaun gebaut haben, hat der Welpe vermutlich Euphorbia amygdalloides gefressen (Tierarzt): also so ganz 100% sind da die Instinkte nicht. Aber Kinder ab einem gewissen Alter verfügen ja nicht nur über Instinkte, sondern auch über Hirn…

Und ich topfe seit langer Zeit Helleborus, Aconitum, Daphne, Digitalis etc. - das die giftig sind haben meine Hände nie bemerkt außer einmal bei Eisenhut (leichtes Krribbeln - na und?).
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Hyla
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Hyla » Antwort #37 am:

Ich kann mich erinnern, daß es Anfang der Achtziger Probleme mit Goldregen gab. Irgendwelche Kinder sollen die Samen gegessen haben und daraufhin war der Goldregen nicht mehr so beliebt, denn vorher stand in fast jeder Straße ein großes Exemplar.
Verstanden habe ich das damals schon nicht, denn die Schoten (Hülsen?) fand ich absolut unappetitlich.

Genau neben dem Hoftor meiner Grundschule wuchs eine große Tollkirsche. Hat nie jemand interessiert und ich wüßte auch nicht, daß sich daran jemand vergiftet hätte. Inzwischen ist natürlich alles umgestaltet und die böse Tollkirsche Geschichte.

Mit Pilzen ist's hier ganz übel. Gewisse Völkergruppen sind dermaßen scharf auf Perlpilze, daß es regelmäßig zu Todesfällen kommt, weil sie diese mit Pantherpilzen verwechseln.
Mein Mann hat letztes Jahr so eine Familie im Wald erwischt mit üppiger Beute. Er hat ihnen erklärt, daß die Pilze giftig sind und sie die wegschmeißen sollen. Die haben gelacht, von wegen er will sie verar*****. Die dachten wohl, er sammelt ihre 'leckeren' Pilze dann für sich ein. Es gibt hier praktisch keine Perlpilze, aber die Neuzugezogenen sind dermaßen futterneidisch, daß sie sich lieber vergiften, als ihre Beute zu entsorgen. Wir haben beschlossen, das unter natürliche Auslese zu verbuchen. Wir können denen die Giftpilze ja schlecht wegnehmen und eine Tracht Prügel riskieren. :-X
Das soll zeigen, wie beratungsresistent die Erwachsenen sind und deren Kinder übernehmen dieses Verhalten.
Liebe Grüße!


Wenn du denkst es geht nicht mehr,
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Starking007 » Antwort #38 am:

Meine Vorgängergeneration hat mir erzählt, dass sie als Hütekinder sehr wohl Tollkirschen gezielt gegessen haben, die schmecken gut, aber natürlich haben sie jeden Tag nur eine gegessen.....

Meine Kinder haben mit unreifen Goldregenfrüchten Bohnensalat "gekocht" und gegessen.
Anruf beim Arzt: Ach warten sie ab, beobachten, und wenn was ist, rufen sie wieder an.
Das war genau richtig, es war nix....

Bei meinen Vorführungen zur Problematik Riesenbärenklau wären die Gemeindearbeiter am Liebsten mit Ganzkörperschutzanzug erschienen, wie in manchen Faltblättern empfohlen.
Als ich dann immer anfangs die Blätter mit meinen blosen Händen zermatscht habe, waren sie total durcheinander.
ICH: Ich weis genau was ich tue, was meine Hände aushalten, was ich danach berühre, wann ich mich wasche.
Wissen ist Macht, Vernunft ein rares Gut.
Gruß Arthur
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hobab
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

hobab » Antwort #39 am:

Das Goldregen von Kindern gegessen werden leuchtet mir ein: für uns waren Bohnen damals und die kleinen Samen dann im Spiel halt Erbsen.
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Turjan » Antwort #40 am:

Mit Goldregen bin ich aufgewachsen. Allerdings wurde uns auch gesagt, dass man davon nichts essen soll, und das durchaus gezielt, nicht einfach als generelles Verbot, nichts im Garten zu essen. Was man als Kind so isst, ist teilweise durchaus auch seltsam; wir haben z.B. immer die Samen vom Hirtentäschel gegessen, weil die huebsch aussahen. Aber der ist halt ungiftig.
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hobab
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

hobab » Antwort #41 am:

Ah: doppelt gemoppelt mit den Bohnen. Und ja, ich hatte auf einem Gelände massenhaft Heracleum mantegazzianum und hab jahrelang nie was gehabt. Aber eines sonnig - heissen Tages dann doch ein paar Blasen von denen eine über einen halben Wasser (Lymphflüssigkeit? Keine Ahnung, mir fehlt das Hypochondergen) enthielt - entsetzte Blicke in der U- Bahn mit den Schwabbeldingern, aber weh getan hat es nicht, sah halt nicht sehr attraktiv aus. Beim Roden würd ich also schon sehen, das der Körper abgedeckt wird, gut gebräunte Teile sind aber relativ ungefähdet.
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DerTigga
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

DerTigga » Antwort #42 am:

Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und Schweiz

Berlin: Giftnotruf Berlin
Giftnotruf der Charité
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Campus Charité Mitte

Notruf: 030 192 40
Allgemeine Anfragen zu Vergiftungen (keine Notfälle!): Patientenportal der Charité, buchbar über Doctolib, zu finden als "Giftnotruf"
Organisatorische Fragen per E-Mail: Giftnotruf@charite.de
Campus Charité Mitte Internetadresse: Giftnotruf Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Bonn: Informationszentrale gegen Vergiftungen
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn

Notruf: 0228 192 40
Telefax: 0228 287 332 78 oder 0228 287 333 14
E-Mail: gizbn@ukbonn.de
Internetadresse: Informationszentrale gegen Vergiftungen
Venusberg-Campus 1 Geb. 30 "ELKI"
53127 Bonn

Erfurt: Giftinformationszentrum
Giftnotruf Erfurt
Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
c/o HELIOS Klinikum Erfurt

Notruf: 0361 730 730
Telefax: 0361 730 7317
E-Mail: ggiz@ggiz-erfurt.de
Internetadresse: Giftinformationszentrum
Nordhäuser Straße 74
99089 Erfurt

Freiburg: Vergiftungs-Informations-Zentrale
Vergiftungs-Informations-Zentrale
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg

Notruf: 0761 192 40
Telefax: 0761 270 445 70
E-Mail: Giftinfo@uniklinik-freiburg.de
Internetadresse: Vergiftungs-Informations-Zentrale
Breisacher Straße 86b
79110 Freiburg

Göttingen: Giftinformationszentrum-Nord
Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen,
Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)
Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Notruf: 0551 192 40 (Jedermann) und 383 180 (Fachleute)
Telefax: 0551 383 1881
E-Mail: Giznord@giz-nord.de
Internetadresse: Giftinformationszentrum-Nord
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen

Mainz: Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland
Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland
- Klinische Toxikologie -
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Notruf: 06131 192 40
Infoline: 06131 232 466
Telefax: 06131 232 468 (nicht für Notfälle!)
E-Mail: mail@giftinfo.uni-mainz.de (nicht für Notfälle!)
Internetadresse: Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland
Gebäude 601
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz

München: Giftnotruf
Giftnotruf München
Abteilung für Klinische Toxikologische und Giftnotruf München,
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Notruf: 089 192 40
Telefax: 089 414 047 89
E-Mail: tox@mri.tum.de
Internetauftritt: Giftnotruf
Ismaninger Straße 22
81675 München

Österreich, Wien: Vergiftungsinformationszentrale
Gesundheit Österreich GmbH
AKH Leitstelle 6 Q

Notruf: +43 140 643 43
Sekretariat: +43 140 668 98 (Allgemeine Beratung)
Telefax: +43 140 668 9821
E-Mail: Viz@goeg.at
Internetauftritt: Vergiftungsinformationszentrale
Stubenring 6
A-1010 Wien

Schweiz, Zürich: Tox Info Suisse

Notruf: +41 44 251 51 51
Sekretariat: +41 44 251 66 66 (allgemeine Anfragen)
E-Mail: info@toxinfo.ch
Internetauftritt: Tox Info Suisse (www.toxinfo.ch)
Freiestrasse 16
CH-8032 Zürich
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Hyla
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Hyla » Antwort #43 am:

Bei Hunden würde ich mich nicht auf sowas verlassen. Einzeltiere sind anders gestrickt, als wenn man mehrere hat. Ich hatte früher immer nur Kontakt zu einzeln gehaltenen Hunden, nachdem wir hier im Garten und Haus zwei hatten, hat sich eine ganz andere Dynamik entwickelt. ;D
Bei Nr. 2 haben wir später vermutet, daß ein Schuß Wolf mit drin war. Die sind nochmal etwas anders im Verhalten.

Bei Katzen gibt's diverse giftige Pflanzen, vor allem die die Nieren schädigen und dadurch irgendwann zum Tod führen. Das werden die Katzenhalter aber wissen und ich habe ja keine, bin also quasi ahnungslos.

Beim Nymphensittich konnte ich beobachten, daß sie minimikro Stückchen abzupfen und 'durchkauen'. Erst wenn diese Probe positiv beurteilt wurde, wurde mehr gegessen, aber immer noch vorsichtig. So hat er erst meinen Zimmerefeu getestet und dann meinen Zierspargel. Letzterer muß dann lecker gewesen sein. ::)
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Turjan
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Re: Giftpflanzen - Selbstversuch….

Turjan » Antwort #44 am:

War neulich im Fernsehen: ein Hund, der fast an Krischlorbeer, dessen Fruechte er gefressen hatte, verstorben waere.
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