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Zichorien, Radicchio und Co. (Gelesen 109426 mal)

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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #480 am:

Und so ward auch das geklärt... ;)
Also doch nicht Zusatz-Herausforderung durch Extra-Nässe, sondern eher grob (zumindest lt. genereller Aktenlage, da beide Winterhärtezone 7a) vergleichbare Konditionen wie bei Medis Endivien. Aus welchem Grund auch immer ist diese "Einzelhaft" in be-hütetem Schneckenkragen aber unter den grundsätzlich grenzwertigen Bedingungen anscheinend den kleinen Tick überlebens-förderlicher als die "Gruppenzelle" eines Frühbeetkastens.

Bei näherer Betrachtung wird die Sache aber NOCH "problematischer", denn: Die laaange Dauer-Frostperiode im Februar war ja im Westen der Republik (also bei Medi im Südspessart) deutlich weniger tief-temperaturig als bei denen, die näher dran waren am sibirischen Kühlschrank, so dass die theoretischen 7a-Zonen-Gleichheit in der Winter-Praxis 2026 nur Theorie war (was das Überleben Deiner Endivien aber umso "mysteriöser" macht... 8))
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Ruth66
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Ruth66 » Antwort #481 am:

Du hast das Mikroklima nicht berücksichtigt. Und das ist das, worauf es letztendlich ankommt.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #482 am:

Klingt schlau, aber: An welches spezielle Schneckenkragen-und-Hut-Mikroklima denkst Du dabei?
Ich hätte nämlich in Sachen Überlebenschancen eher einem Frühbeetkasten-Mikroklima die potentiell größeren Überlebenschancen eingeräumt...
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solosunny
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

solosunny » Antwort #483 am:

Der stand auf dem „gipfel“ eines Hügelbeets.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #484 am:

Was will uns die Autorin damit sagen... ???
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thuja thujon
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

thuja thujon » Antwort #485 am:

Verlasse mal die Hubschrauberperspektive und gib nichts auf die Statistik oder Messwerte von Wetterstationen 1km daneben.

Der Entwicklungsstatus bzw Erscheinungsbild einer Pflanze zum Zeitpunkt x ist die Summe der einzelnen Tage von der Aussaat bis zu diesem Moment.
Und diese Tage, die können unterschiedlicher nicht sein, und das prägt nicht nur die Kindheit, Pupertät und sonstiges, da spielen so viele Nebenkriegsschauplätze mit, die sich aufpotenzieren und in Summe erst das Bild ausmachen und somit Kriegsentscheidend sind.

Ein zu merkender Spruch aus dem alten DDR Gartenratgeber (Ein Spruch für jeden Gartentag ISBN weißgradnicht): ein Garten will jeden Tag seinen Gärtner sehen.

Das ist das was gärtnern ausmacht, nicht die Zahlenwerte. Dabei sein, beobachten, mitfühlen.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #486 am:

Was meinst Du mit Hubschrauberperspektive...?
Es geht doch gerade eben darum, den "Trick" zu suchen, warum bei lt. bisher bekannter Statistik (deutlich unter -10° isch over) NICHT nachvollziehbarem Überleben das hier trotzdem funktioniert hat. Ne Fussbodenheizung (Verrottungswärme im Hügelbeet) dürfte es NICHT gewesen sein können, die wird bei den aus Erfurt gemeldeten Außentemperaturen dann doch stillgelegt; aber was war es dann...?
Oder ist mein Gedanke falsch, dass die in der Schneckenkragen-mit-Hut-Einzelzelle noch härteren Warm-Kalt-Wechsel als sie in Medis Frühbeetkasten von mir vermutet werden, eben gar nicht zu vermuten sind - oder aber (noch gewagter): gar die Überlebens-Impulse - auf eine der Wissenschaft bislang noch unbekannte Art - anregen...? ;D [Achtung: möglicherweise Ironie...]

Ob die in den Erfahrungs-Berichten genannten Temperaturen nun tatsächlich unmittelbar am Ort der Pflanze selber gemessen wurden oder von der nächstgelegenen Wetterstation übernommen (und auch "wirklich" richtig) sind: SO weit wollte ich jetzt bei meiner Vielfragerei nicht auch noch gehen, das zu problematisieren... Denke, wenn denn jemand ne Temperatur dazu schreibt, dass diese schon irgendwie relevanz-geprüft und nicht frei erfunden ist... (und wenn ich eigene Thermometer-Zahlen nehme, muss ich mich ja zwangsläufig darauf verlassen, dass mein Thermoeter nicht "lügt"...).

Wenn mit "Hubschrauberperspektive" aber solche groben Daumenregelzahlen gemeint sind (z.B. das Tomaten bis -2/-3/-4 "kurzzeitig" frosttolerant seien), dann lass die Kirche doch mal im Dorf mit der alles-ist-immer-irgendwie-anders-Masche... 8)

Ich finde, wenn durch Mess-Unschärfen oder auch durch eine besonders fachkundige Anzucht mit nicht Stino-Pflanzen, die dabei als Super-Power-Pflanzen herauskommen Horizonte geöffnet werden und z.B. die bislang allseits bekannte Zichorien-machen-minus-5-und-dann-ist-Schluss-Weisheit ins Frage gestellt werden kann, öffnet das doch ganze Horizonte für mehr gärtnerische Möglichkeiten und entspannte Flexibilität... ;)
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

thuja thujon » Antwort #487 am:

Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 23. Apr 2026, 00:23Oder ist mein Gedanke falsch, dass die in der Schneckenkragen-mit-Hut-Einzelzelle noch härteren Warm-Kalt-Wechsel als sie in Medis Frühbeetkasten von mir vermutet werden, eben gar nicht zu vermuten sind - oder aber (noch gewagter): gar die Überlebens-Impulse - auf eine der Wissenschaft bislang noch unbekannte Art - anregen...? ;D [Achtung: möglicherweise Ironie...]
Richtiger Gedanke. So ein Schneckenkragen ist nichts anderes wie eine Röhre, die die Temperatur erhöht, wenns warm wird, deswegen die Entwicklung der Pflanze antreibt und dann ist die später in einem Entwicklungsstadium, welches die Pflanze daneben ohne zu der Zeit noch nicht erreicht hat.
Da gibts also nen Unterschied. Und der kann entscheidend sein, in manchen Jahren positiv, in anderen negativ.
Ein Messwert, die Momentaufnahme, das ist nichts im Leben einer Pflanze, die sich schon Wochen oder Monate in maximal unterschiedlichen Situationen behauptet hat.
Deswegen nicht von oben gucken was der Tabellenwert Temperatur vom Hubschrauber aus gemessen hat, sondern die 200 anderen Geschichten beobachten, was macht die Pflanze in echt morgens, mittags, abends und das gleiche am nächsten Tag. Waren da mal 5 Minuten die Blätter schlaff als es von kalt bewölkt auf sonnig ging am nächsten Tag? Schiebt sie wegen diesem Reiz 2cm mehr Wurzel? Was erschließt sie sich dadurch?
Nimmt man eine Pflanze aus dem Wohnzimmer und stellt sie bei 8°C in die Sonne, ist das doch was anderes als die abgehärtete die schon 2 Wochen vorher eine ganz andere Umwelt miterleben musste.
Messwerte ohne Zusammenhang und Historie sind nichts wert. Es ist der Verlauf über die Zeit, der ist entscheidend. Die Pflanzenentwicklung und damit das vorhandene Potential ist die Aneinanderreihung der Summe der Ereignisse. Nicht ein einzelner Messwert. Umwelt ist mehr als ein bisschen Physik.
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Mediterraneus » Antwort #488 am:

Ein grober Temperaturrichtwert ist sicher machbar bei der Winterhärtebestimmungm schließlich ist die Temperatur der einzige sicher messbare Faktor dabei.

Wichtig scheint ein Schutz vor zuviel Nässe und "offener Witterung".
Ich schrieb ja, dass ich sehr viele Schnecken in dem Endivien im Frühbeetkasten hatte. Frage, was wohl ohne die Schnecken passiert wäre. Haben sie das Gewebe geschädigt und ist mein Endivien dieses Jahr deshalb verfault?
War es die sehr lange Schneedecke und somit dunkle und stickige Lage wie in einem Iglu?

Ein Totalausfall war es ja dann doch nicht, etwa die hälfte der Köpfe ist wieder ausgetrieben. Und Endivien wird im Gegensatz zu Radicchio im Frühjahr beim Neuaustrieb nicht extrem bitter.
LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

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