ja, Freude an den Pflanzen, riesige Unterstützung von der Familie, enormer Aufwand für Ärzte und Pflegepersonal, ewige Warterei vor "Kabine 2", heftiger email Verkehr zwischen Ärzten und mir vor der OP zur Entscheidungsfindung. Der operierende Arzt Dr. Thölken war auf einem Kongress in Skandinavien und immer auf dem Laufenden. PD Dr. Felix Johnson noch am Abend vor der OP um letzte Sachen zu besprechen: "ich würde mich selber auch von ihm operieren lassen". Die Schwester in der Anästhesievorbereitung: "ein wunderbarer Arzt, auch menschlich ... ". Ich kann mich dieses Mal sogar ein die Fiberoptik Narkose erinnern. Nicht lustig. Aber egal. Die Familie war überall dabei. Verstopfte Untersuchungszimmer und umlagerte das Krankenbett. Futterte Erdbeeren, Döner, Gyros, Pommes ... durchstreifte schon am Tag nach der OP sämtliche Grünanlagen der Kopfklinik, die Flure. Weil das Essen in der Klinik in den ersten Tagen ungenießbar war, machte ich mich einen Tag nach der OP auf Entdeckungstour zum Automaten. Bounty und Ritter Sport Nougat. Der Automat wurde gerade mit neuen Flaschen bestückt und die Mitarbeiterin half mir. Der Eisautomat beamte uns in die Kindheit, absurde Lust an perversen Geschmacksrichtungen. Nicht für mich. Die Tochter dokumentierte alles auf
legal pad. Wir hatten Mordsspaß mit der Anästhesistin beim Aufklärungsgespräch. Was hat die mit uns gelacht! Mit ihrer Haube und dem voluminösen Kittel, die kleine Person. Die Tochter nahm auch alle Arztgespräche auf Video auf. Auch die Wundversorgung nach der OP ist auf Video und in der Familie geteilt worden.
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Es geht weiter, die Rennerei, die Fahrerei, die Termine, den Kram, den die Ärzte brauchen, Termin in der Thoraxklinik machen - hat heute nicht geklappt. Termin zur Vorbesprechung im NCT steht fest, vorher der Bestrahlung noch Zahnarzt, das wird auch eine größere Sache.
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Aber, was super gut ist, die Augenepithese wird klein sein, die Augenlieder sind erhalten geblieben. Auch der entfernte Teil der Knochen der äußeren Augenhöhle wird durch eine Schiene gestützt wieder aufgebaut. Ich muss die Skizze des Arztes in meinem Tagebuch mal fotografieren.

Hatte er kurz nach der OP an meinem Krankenbett gemacht, ich war schon in der Lage, aber knapp, ihm mein rosafarbenes Tagebuch, das ich für diese Zeit anfangen wollte, unterzujubeln.
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Ich finde sowieso nicht, habe ich in den letzten Tagen festgestellt, dass ich überhaupt anders aussehe als ich eben aussehe. Es gibt wunderbare Fotos wie ich mit der Tochter lachend vor dem Waschbecken im Krankenzimmer stehe, Arm in Arm. Oder mit dem Sohn, der mich von hinten umarmt, als ich im Untersuchungsraum der Station im Behandlungsstuhl sitze, neben mir das ganze chirurgische Besteck, das er sich näher angeschaut hatte. Oder mit dem Mann, im Krankenbett sitzend, knutschend.
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Am 29. April noch am Rheinstrand in MA, saßen wir unter Bäumen und es regnete, tropf - Pause - tropf. Auf dem Weg zum Purino regnete es unter diesem Baum. Es war sonnig und der Rasen furztrocken. Und der Baum machte Regen.
“I love science, and it pains me to think that so many are terrified of the subject or feel that choosing science means you cannot also choose compassion, or the arts, or be awed by nature. Science is not meant to cure us of mystery, but to reinvent and reinvigorate it.”
— Robert M. Sapolsky