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Blattschäden Aprimira, vielleicht Pflaumenblattlaus (Gelesen 83 mal)

Pflanzenstärkung, Krankheiten und physiologische Störungen

Moderator: Nina

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Aracnor
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Blattschäden Aprimira, vielleicht Pflaumenblattlaus

Aracnor »

Liebe Gartenfreunde,

ich habe letztes Jahr im Frühling einige neue Bäume und Sträucher gekauft, die sich alle prächtig entwickelt haben. Einzig die Aprimira, die sich bis vor kurzem noch super entwickelt hat, macht mir jetzt Probleme. Sie entwickelt viele braune Blätter (Fotos anbei). Gegossen habe ich sie alle 2-3 Tage mit 10-20l. Trotzdem scheint ihr jetzt irgendwas zu schaffen zu machen, was immer schlimmer wird (Fotos anbei).
Habt Ihr hier einen Rat für mich, was das sein kann und was ich dagegen tun kann?

Vielen Dank und viele Grüße
Peter
165961
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555Nase
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

555Nase » Antwort #1 am:

Der Übeltäter ist die kleine Pflaumenblattlaus, welche kurz vor dem Austrieb mit einem starken Insektizit gespritzt wird.
Eine Spritzung ist jetzt auch noch möglich, manche Bäume erholen sich aber kaum noch, ein Versuch ist es wert.
Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx
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Obstliebhaber
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

Obstliebhaber » Antwort #2 am:

Da die kleine Pflaumenblattlaus Scharka übertragen kann würde ich zügig handeln um den Schaden einzudämmen.
Aracnor
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

Aracnor » Antwort #3 am:

Mit was würdet ihr spritzen? Früchte kann man dann vergessen, oder?
Ich dachte Aprimira wäre gegenüber Scharka tolerant
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thuja thujon
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

thuja thujon » Antwort #4 am:

Die Früchte kann man vergessen, wenn nicht gespritzt wird.
Spritzt man, zB mit Acetamiprid, das wohl bevorzugte Standardmittel gegen Läuse, baut sich der Wirkstoff ab, die Früchte entwickeln sich und es können gesunde Früchte, welche auch des Verzehrers Gesundheit bekömmlich sind, geerntet werden.
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Oxygen
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

Oxygen » Antwort #5 am:

Das Neonicotinoid-Insektizid Acetamiprid killt halt alle Insekten ab, die damit in Kontakt kommen (siehe z.B. Sedlmeier et al. (2024): The neonicotinoid acetamiprid is highly toxic to wild non-target insects). Auf Säugerzellen wirkt es neurotoxisch und kann das Risiko für Erkrankungen des Nervensystems erhöhen (siehe z.B. Wu et al. (2025): Acetamiprid mediates cognitive dysfunction through the gut-brain axis: Synaptic damage and immune-mediated blood-brain barrier dysfunction). Bei Mäusen konnte beispielsweise eine Beeinträchtigung des räumlichen Lern- und Erinnerungsvermögens nachgewiesen werden. Der Wirkstoff schädigt zudem die normale Darmfunktion ("Wichtig ist, dass die Exposition gegenüber Acetamiprid die Zusammensetzung und Diversität der Darmflora veränderte und eine systemische Immunantwort in der Darm-Hirn-Achse auslöste. Konkret schädigt Acetamiprid die Darm-Hirn-Achse, unter anderem durch strukturelle Störungen der Darmflora, der beteiligten Neurotransmitter und systemischer Immunfaktoren.").
Im Prinzip spricht also nichts gegen einen Einsatz im eigenen Garten. Prost!
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Obstliebhaber
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

Obstliebhaber » Antwort #6 am:

Oxygen hat geschrieben: 4. Jun 2026, 22:49 Das Neonicotinoid-Insektizid Acetamiprid killt halt alle Insekten ab, die damit in Kontakt kommen
Nein.
Die Studie behandelt insbesondere mögliche Wirkungen auf Weichwanzen.
Oxygen
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Re: Mirabellen, Pflaumen, Renekloden und Zwetschen

Oxygen » Antwort #7 am:

Nein zum Nein. Da die Studie insbesondere mögliche Wirkungen auf Weichwanzen behandelt, habe ich bewusst "z.B." geschrieben. Die Universität Hohenheim schreibt zu dieser Thematik:

"Untersuchte Weichwanzen stehen beispielhaft für vielseitige Insektenfamilien.
Im Fokus der Untersuchungen standen Weichwanzen, da diese eine vielfältige und weit verbreitete Familie mit vielen pflanzenfressenden Insekten darstellt, die oft auf Gräser als Nahrungsquelle spezialisiert sind. „Die große Vielfalt und Häufigkeit dieser Gruppe lässt auf eine zentrale Funktion für das Ökosystem schließen“, sagt Prof. Dr. Georg Petschenka, Entomologe an der Universität Hohenheim. „Sie sind mit Sicherheit eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und eine Vielzahl räuberischer wirbelloser Tiere.“

Langfristige Gefährdung von Lebensräumen und ganzen Insektenpopulationen.
Selbst bei Weichwanzen, die mit den Insektizid gar nicht unmittelbar in Berührung kommen, beobachteten die Forschenden starke Einbußen, wenn sie die Insekten auf Wirtspflanzen setzten, die zwei Tage zuvor mit nur 30 Prozent der üblichen Insektizidkonzentration behandelt worden waren. Die Zweifleck-Weichwanze überlebte in diesem Szenario gar nicht.

Aktuelle Zulassungsverfahren erlauben keine guten Prognosen.
Hinzu kommt, dass die Giftigkeit für pflanzenfressende Insekten derzeit noch gar nicht überprüft wird: „Das derzeitige EU-Registrierungsprotokoll für Insektizide verlangt zwar Empfindlichkeitstests für eine begrenzte Anzahl von Nicht-Zielinsekten, wie die Honigbiene, parasitische Wespen, Raubmilben und einzelne Vertreter von Käferfamilien. Doch ausgerechnet pflanzenfressende Insekten wurden weitgehend vernachlässigt, obwohl sie weltweit etwa 50 Prozent aller Insektenarten ausmachen“, bedauert Prof. Dr. Petschenka."

Leider ist dieses unspezifisch wirkende Insektizit noch bis 2033 zugelassen. Frohes Schaffen!
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cydorian
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Re: Blattschäden Aprimira, vielleichrt Pflaumenblattlaus

cydorian » Antwort #8 am:

Abgetrennt von viewtopic.php?p=4459808#p4459808 und hierher verschoben.
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Re: Blattschäden Aprimira, vielleicht Pflaumenblattlaus

thuja thujon » Antwort #9 am:

Beispiel für ein unspezifisches Insektizid, das alle Insekten tötet, ist zB Rapsöl.
Acetamiprid wirkt relativ spezifisch. Viele, viele Studien wurden schon durchdiskutiert, die muss man auch interpretieren können, Ergebnis der meisten: nicht relevant.
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hobab
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Re: Blattschäden Aprimira, vielleicht Pflaumenblattlaus

hobab » Antwort #10 am:

Das ist ja kein großer Baum: außer wenn eine Biene in den Spritznebel gerät, oder eine arme Mücke sollte das Insektizid also eigentlich nur Viecher morden, die an der Pflaume fressen. Ist das aber nicht die Idee dabei? Ich würde mal davon ausgehen, das beim Drüberkrabbeln der behanddlnden Fläche kein Insekt ums Leben kommt.
Der Anwender sollte natürlich Schutzkleidung tragen.
Berlin, 7b, Sand
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