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Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte (Gelesen 4966852 mal)

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Moderator: cydorian

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bully1964
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

bully1964 » Antwort #33195 am:

Osborn Profolic den Steckling letztes Jahr aus dem Urlaub mitgebracht und den ganzen Winter unter Künstlich gehalten
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Der Buddler
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Der Buddler » Antwort #33196 am:

RdB ist bei mir an der kältesten Stelle im Garten ein riesiger Baum mit zuverlässig Jahr für Jahr tonnenweise Feigen von Ende August bis November. Allerdings im Oberrheingebiet. Kadota ist z.B.deutlich empfindlicher.
ringelnatz
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

ringelnatz » Antwort #33197 am:

Ja, ich glaube man muss ihn halt erstmal so groß kriegen. Bei euch gibt es wschl. mehr Winter mit Minima über -10 als unter -10.
Hier im ostdeutschen Kontinentalklima ist das schon eine Ausnahme.
Wenn es selbst in Hamburg Schwierigkeiten gibt...

Was noch mit dazu kommt, ist dass der Austrieb hier deutlich später ist. Fällt mir immer wieder auf, wenn ich hier die Bilder sehe. Austrieb in Berlin selbst in Innenstadtlage locker 4 Wochen später als im Südwesten. Das fehlt nicht nur bei der Frostfestigkeit, sondern auch bei der Fruchtreife.
husar2003
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

husar2003 » Antwort #33198 am:

cydorian hat geschrieben: 6. Jun 2026, 10:31
plantboy hat geschrieben: 6. Jun 2026, 09:03 kann man eine Ronde de Bordeaux an ihren sehr stark geteilten `Fingerblättern `zuverlässig erkennen, oder gibt es viele andere Sorten mit der Eigenschaft?
Auch die Fingerbätter sind oft variabel. Ähnliche Blätter können z.B. Petite Negra oder Violette de Bordeaux haben.

Besonders frosthart ist sie nicht, vor allem nicht bei Spätfrösten, weil sie früh treibt. Hat dann erfrorene Astenden. Ihr Wert liegt in den frühen Herbstfeigen. Sie treibt willig wieder aus, setzt dann an und bringt auch in Gegenden mit kürzerem Sommer noch zur Reife.
Das gelingt in Hamburg bei mir nicht immer. Die Feigen der RdB werden ab Mitte Oktober auch nur zögerlich reif. "Frühe Herbstfeigen", weiß nicht, eher nein, sehr langatmig bis zur Reife. Allerdings recht wetterfest. Die RdB treibt auch nicht so früh aus bei mir. Das liegt am jährlichen Zurückfrieren denke ich. Das dünne Holz ist nicht besonders frosthart. Ich würde sie nicht mehr pflanzen, ist sicher was für wärmere Standorte. Triebe bleiben auch eher grün, obwohl sie ausgereift aussehen. Verholzung erst im 2. Jahr ?

Die merkwürdige "DK", die zu 100% etwas anderes ist, setzt die Herbstfeigen noch später an, aber diese wurden trotz der Größe reif. Die Triebe sind recht frosthart scheint es, dunkel.

Meine Petrovaca von Kempf setzt die Herbstfeigen zahlreich und früh an, Feigen haben es aber nicht zur Reife geschafft. Da fehlten sicher nur 1 bis 2 Wochen.
Ich werde das weiter beobachten. Es kann ja mit dem Alter der Pflanze und dem jeweiligen Jahr zu tun haben. Triebe sind unliebsam lange grün, Rückfrieren bisher regelmäßig.
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plantboy
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

plantboy » Antwort #33199 am:

Meine Ronde de Bordeaux war sehr zuverlässig in den letzten Jahren hier auf Höhe von Hannover. Sie war definitiv eine der Frosthärteren. Sicher hat sie immer sehr spät getragen, aber erstaunlicherweise reiften die Früchte bei Temp. unter 10°C noch mit sehr gutem Geschmack aus. Da sie es schaffte neue Triebe zu bilden und noch Früchte daran zu entwickeln, war sie immer sehr sicher und dazu noch mit sehr guten Geschmack. Etwas frühere Reife wäre da perfekt. Wachstum war enorm, mir eigentlich zu viel, aber sie ist ja gut schnittverträglich.
Ich habe schon ein paar Feigen gehabt, wo es noch Winter mit unter -15°C regelmäßig gab, da konnte nur die Brown Turkey gut mithalten Mir schmeckte sie aber nicht. Aus diesem Grund habe ich nicht viel experimentiert und habe keine Feigen mehr gehabt.
Zu RdB: Nur wenn der Stamm schon einige cm. dick ist, sollte man sich eine Umpflanzung gründlich überlegen. Das klappte bei mir damals nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Feige zwar leicht Wurzeln bilden und diese invasiv sind, aber sie scheinen sehr beleidigt zu sein, wenn man sie nach einer längeren Zeit umpflanzt.
Tja...welche ist die perfekte Feige?....und dann noch sie sortenecht zu bekommen, ist heute eine Glücksache.

Mittlerweile denke ich, dass es am besten wäre, hier aus dem Forum gute Feigen aus härteren Standorten aus zu vermehren, dann würde man den Schwindel mit den Sorten und Härteangaben vermeiden. Es ist frustrierend jahrelang zu warten und dann enttäuscht zu werden.
datou
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

datou » Antwort #33200 am:

ringelnatz hat geschrieben: 6. Jun 2026, 09:20 Sollte es hier im Forum jemanden geben, der eine RdB in Brandenburg ungeschützt erfolgreich groß gehalten hat - nur vor! Ich glaube nicht dass es das gibt.
Von einer RdB in Brandenburg weiß ich nichts. Was aber nichts heißt, denn besonders empfindlich ist sie doch nicht!?

Definiere "ungeschützt".

In Werder/Havel wachsen etliche, z.T. sehr stattliche Feigen im Freiland, und zwar keineswegs nur 50 cm vor Südwänden. Das sind die Feigen, die ich von den Straßen aus sehen kann, die ich üblicherweise befahre; tatsächlich dürften sie nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtbestandes darstellen. Es sind jedenfalls so viele, dass ich in jedem Frühjahr aufs neue bei meinen Balkonfeigen reichlich Raupenbefall verzeichnen muss... wahrscheinlich wegen Befall von Feigenbäumen in der Nachbarschaft.

Konkret z.B. eine Panachee, die als frostempfindlich gilt und die an einem Parkplatz ca. 4 m vor einer Südwand steht. Also schon "eher ungeschützt", würde ich sagen. Armdicker Stamm, sicher schon etliche Jahre alt und immer mit reichlichem Fruchtansatz.
Ganz in der Nähe, an der Nord(!)seite einer Grundstücksmauer findet sich übrigens ein Olivenbaum, den auch dieser Winter offenbar gar nicht beeindruckt hat.

Auf meinem Balkon hat es Figo Moro dagegen voll erwischt. Nicht bei -12 Grad oder tiefer, das hat sie gut überstanden. Aber wir hatten Ende April nochmal drei Frostnächte, bei denen "immerhin" die Scheiben frei parkender Autos von innen gefroren waren. Zwar nur ca. -2°C am Boden aber die Pflanze war munter am Austreiben. Jetzt treibt sie zwar nochmal aus, allerdings an der Basis des ansonsten abgestorbenen Hochstammes. Die M10 daneben (etwas exponierter stehend) war im Austrieb schon weiter und hat von dem Frost Ende April anscheinend gar nichts mitbekommen... Hardy Chicago, noch im 15-Liter-Topf ebensowenig. Das sind die Sorten, die sich hier+diesmal bewährt haben und letztlich war es auch Sinn des Experimentes, dies herauszufinden. Ich würde RdB aber unbedingt auch als potenziell geeignet einstufen, nur nicht zu klein auspflanzen. Aber entwickelt die im Kübel (40 L) überhaupt genug "Masse"?
ringelnatz hat geschrieben: 6. Jun 2026, 09:20 Andere Sorten: evtl. Michurinska 10 - ich habe sie aber nicht ausgepflanzt, daher verfüge ich nicht über die Erfahrung.

Generell würde ich sagen - Feigen in Brandenburg: nur geschützter Anbau ist erfolgsversprechend.
Ganz so pessimistisch sehe ich das nicht. Aber ich weiß natürlich, Werder und sein Weinbauklima ist vielleicht nicht repräsentativ.

Wie M10 in Brandenburg ungeschützt wäre, ist schwer zu sagen, aber das ist eine der Sorten, auf die ich aus Brandenburger Sicht am ehesten setzen würde. Abr Jungpflanzen bis zum Erreichen einer gewissen Masse erstmal schützen.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

cydorian » Antwort #33201 am:

husar2003 hat geschrieben: 7. Jun 2026, 09:25 Die RdB treibt auch nicht so früh aus bei mir. Das liegt am jährlichen Zurückfrieren denke ich. Das dünne Holz ist nicht besonders frosthart.
Das ist der Mechanismus.

Stufe 1, -2°C im Saft: Zuerst erfrieren die Spitzen, die Knospen. Daraufhin Austriebsverzögerung. Ersatzknospen werden erst gebildet. RdB da 2/10. Man bemerkt das oft nicht und denkt "die lässt sich aber Zeit". Feigen werden aber noch in der überwiegenden Zahl der Regionen reif.

Stufe 2, -4°C im Saft: Auch letztjähriges dünnes Holz erfriert beim Austrieb. Daraufhin stärkere Austriebsverzögerung. Ersatzknospen werden erst gebildet. RdB da 2/10.

Stufe 3, -8°C im Saft oder -14°C mitten in der Winterruhe: Altes Holz erfriert. Daraufhin Austrieb aus der Wurzel oder lebendem Restholz. RdB da 8/10.

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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

bully1964 » Antwort #33202 am:

Lucky Berry Austrieb im Juni mit Mühe und Not ,Steckling vom letzten Jahr im Gartenhaus überwintert.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

husar2003 » Antwort #33203 am:

cydorian hat geschrieben: 7. Jun 2026, 17:16
husar2003 hat geschrieben: 7. Jun 2026, 09:25 Die RdB treibt auch nicht so früh aus bei mir. Das liegt am jährlichen Zurückfrieren denke ich. Das dünne Holz ist nicht besonders frosthart.
Das ist der Mechanismus.

Stufe 1, -2°C im Saft: Zuerst erfrieren die Spitzen, die Knospen. Daraufhin Austriebsverzögerung. Ersatzknospen werden erst gebildet. RdB da 2/10. Man bemerkt das oft nicht und denkt "die lässt sich aber Zeit". Feigen werden aber noch in der überwiegenden Zahl der Regionen reif.

Stufe 2, -4°C im Saft: Auch letztjähriges dünnes Holz erfriert beim Austrieb. Daraufhin stärkere Austriebsverzögerung. Ersatzknospen werden erst gebildet. RdB da 2/10.

Stufe 3, -8°C im Saft oder -14°C mitten in der Winterruhe: Altes Holz erfriert. Daraufhin Austrieb aus der Wurzel oder lebendem Restholz. RdB da 8/10.

Alle Werte rein subjektive Beobachtungen!

Wie das meiste andere subtropische Zeug: Frühlingswetter ist der Todesfaktor, Tiefstwerte in Winterruhe nur noch selten.
Passt, die haben alle einen Schlag bekommen, nachdem sie im März hervorgelockt wurden.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Salento » Antwort #33204 am:

Guten Morgen zusammen,

Musste gerade erstmal ein paar Seiten durchlesen um wieder aktuell zu sein.

Bei mir sind die meisten ohne Schaden durch den Winter, eigentlich nur die ausgepflanzte RdB im Garten, die war aber sehr jung und wurde letztes Jahr erst gepflanzt, treibt aber wieder aus.

Und eine Abmoosung von letzten Jahr, das war aber schon fast ein Baum von 2,5m
Ich denke da waren die Wurzeln einfach noch zu jung.

Ansonsten sieht’s gut aus, bei einer unbekannten scheinen die Herbstfeigen von letzten Jahr noch nachzureifen, mach mir aber nicht große Hoffnung das die wirklich schmecken oder was werden.
Noch ein paar Bilder

Hab ein paar unbekannte wilde aus Italien, bin gespannt ob die was werden.

Die Unbekannte von meiner Oma ihren Grundstück haben beide schon gefruchtet und sind ausgereift.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

philippus » Antwort #33205 am:

In Hinblick auf die Frosttoleranz muss man den Sommer berücksichtigen. Wärmere (und auch nicht zu nasse) Sommer fördern das frühere Verholzen der Triebe und daher die Frosttoleranz. In Hamburg werden aufgrund der geringeren Wärmesummen auch bei einer RdB (die eigentlich leicht verholzt) tendenziell die Triebe nicht so gut ausreifen wie hier in Wiener Becken oder im Oberrheingebiet.
Dennoch halte ich in der Summe der Eigenschaften diese Sorte prädestiniert für kühles Klima. Sie hat eine ausgezeichnete Frosttoleranz - vorausgesetzt die Triebe sind gut verholzt - und auch den Vorteil der frühen Reife und des weiteren Reifens der Feigen bei kühlen Temperaturen bei verhältnismäßig geringen Abstrichen in Sachen Qualität. Bei einer BT wird in einem solchen Klima immer das Risiko bestehen, dass diese zu spät reifen. Dazu kommt die deutlich stärkere Anfälligkeit der Früchte auf nasse Wetter- und Bodenverhältnisse in qualitativer Hinsicht (extrem verwässerte Früchte, die dann nach wenig schmecken).

RdB ist von den Blättern her eigentlich sehr leicht zu erkennen, aber bei Jungpflanzen sind die Blätter nicht immer sortentypisch. Violette de Bordeaux (aka Negronne) hat für mich in der Summe ganz andere Blätter, vor allem können diese sehr unterschiedlich sein - von gar nicht eingeschnitten bis zu stark eingeschnitten an einem Baum oder gar Ast.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

philippus » Antwort #33206 am:

Alte Feige vor dem Gasthaus zur Dankbarkeit in Podersdorf am See (Seewinkel, Burgenland), aufgenommen am Samstag Abend vor einer Woche.

Sie dürfte vor einiger Zeit kräftig zurückgeschnitten worden sein. Die mächtigen Stämme sind jedoch beeindruckend und erinnern bereits an manche Exemplare in der Provence oder Italien.

Die Früchte finden gelegentlich ihren Weg auf die (übrigens empfehlenswerte) Speisekarte des Hauses.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Nox » Antwort #33207 am:

Meine kleine Feigensammlung kam dieses Jahr früh raus aus dem Wintergarten, schliesslich möchte ich Feigen, die auch im Freiland etwas tragen.

Danke an Mediterraneus! Im Vorfrühling 2025 kam ein dickes Bündel Steckhölzer, nicht nur von seiner "Omafeige", sondern als Zugabe auch von seiner Bornholm. Joo, ganz nett, dachte ich mir, aber nun bin ich begeistert, wie viele Feigen an dem kleinen Sträuchlein hängen und wie gross sie schon sind:

Bild

Eine "Omafeige" ist ausgepflanzt und wohl sehr mit Einwurzeln beschäftigt - sie setzt keine Früchte an, aber eine zweite ist noch im Topf und bildet fleissig Herbstfeigen, die sind nun bei Erbsengrösse. Werd' ihr wohl einen schönen Kübel spendieren.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

husar2003 » Antwort #33208 am:

philippus hat geschrieben: 8. Jun 2026, 09:31 In Hinblick auf die Frosttoleranz muss man den Sommer berücksichtigen. Wärmere (und auch nicht zu nasse) Sommer fördern das frühere Verholzen der Triebe und daher die Frosttoleranz. In Hamburg werden aufgrund der geringeren Wärmesummen auch bei einer RdB (die eigentlich leicht verholzt) tendenziell die Triebe nicht so gut ausreifen wie hier in Wiener Becken oder im Oberrheingebiet.
Dennoch halte ich in der Summe der Eigenschaften diese Sorte prädestiniert für kühles Klima. Sie hat eine ausgezeichnete Frosttoleranz - vorausgesetzt die Triebe sind gut verholzt - und auch den Vorteil der frühen Reife und des weiteren Reifens der Feigen bei kühlen Temperaturen bei verhältnismäßig geringen Abstrichen in Sachen Qualität. Bei einer BT wird in einem solchen Klima immer das Risiko bestehen, dass diese zu spät reifen. Dazu kommt die deutlich stärkere Anfälligkeit der Früchte auf nasse Wetter- und Bodenverhältnisse in qualitativer Hinsicht (extrem verwässerte Früchte, die dann nach wenig schmecken).

RdB ist von den Blättern her eigentlich sehr leicht zu erkennen, aber bei Jungpflanzen sind die Blätter nicht immer sortentypisch. Violette de Bordeaux (aka Negronne) hat für mich in der Summe ganz andere Blätter, vor allem können diese sehr unterschiedlich sein - von gar nicht eingeschnitten bis zu stark eingeschnitten an einem Baum oder gar Ast.
Da komme ich nicht mit. Auch auf die Gefahr, dass ich das schon mehrfach geschrieben habe.
"Frühe Reife" . Ich habe bei Brown Turkey nur Brebas, die reif werden. Anfang bis Mitte August. Herbstfeigen reifen nicht aus. Sollte es tatsächlich mal viel regnen, dann stimmt dss mit dem Verwässern. Leider haben wir hier in Hamburg eher wenig Niederschlag, Wärmegewitter oder Landregen sind auch eher selten. Also Verwässern findet hier praktisch nicht statt. Wässern im Sommer dagegen Pflicht.
Bei RdB habe ich nur Herbstfeigen, ab Mitte Oktober. Da komme ich jetzt bei dem Wort "früh" ins schlingern. Wie das gemeint sein soll ? August versus Oktober ? Das ist doch genau anders herum...
Gelingt die Reife der RdB, sind sie sehr lecker. Die letzten sind akzeptabel.

Die dickeren Triebe von Brown Turkey reifen immer aus und werden dunkel. RdB steht da mit dünneren Trieben wie grünes Gras. Die Frosthärte ist hier sehr schwach.
Zuletzt geändert von husar2003 am 8. Jun 2026, 15:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

ringelnatz » Antwort #33209 am:

Gute Diskussion hier. Der deutschsprachige Raum ist klimatisch doch sehr verschieden. Insbesondere auf Feigen.
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