Ist er nicht. Meine stehen auf ausgeschaufelter Gewächshauserde, die wiederum vorwiegend aus altem Pferdemist besteht, dazu Agrargel. Was ist das nun? Sortenbeschreibung nur mit Bodenanalyse oder was? Bodenparameter sind ein Faktor, aber wenn man anfängt Kontextfaktoren zu beschreiben, dann müsste das Klima an die erste Stelle. Und keineswegs einer, der alle weiteren Aussagen zu Fall bringt.
Wir sollten froh und dankbar sein für jede Beschreibung und wenn die augenscheinlich wichtige Faktoren übergeht, dann fragen wir nach statt die Beschreibung vor die Füss zu werfen. Nicht werfen, sondern erweitern.
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Erdbeeren 2026 (Gelesen 3679 mal)
Moderator: cydorian
- Beeren_Streuobst
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Re: Erdbeeren 2026
Für eine fundierte Einordnung ergänze ich natürlich gerne die Bodenparameter des Standorts zur o.g. Liste. Bodenart: Lehm, pH-Wert (CaCl₂) 6,4, Humusgehalt: 4.05 %, C/N-Verhältnis 9,1, Stickstoff (N) 0.26 % (2600 mg/kg), Phosphat (P₂O₅) 22 mg/100 g, Kalium (K₂O) 42 mg/100 g, Magnesium (Mg) 18 mg/100 g, Schwefel (S) 49 mg/100 g, Bor 1.36 mg/kg, Kupfer 4 mg/kg, Mangan 277.4 mg/kg, Eisen 248 mg/kg, Zink 13.3 mg/kg, Aluminium 73 mg/kg. Für Erdbeeren alles in einem guten bis optimalen Bereich; lediglich der Mn-Gehalt ist hoch, aber tolerierbar. Die genannten Erdbeersorten lassen sich bei Interesse größtenteils in der Deutschen Gendatenbank Obst, der entsprechnden Liste des Bundessortenamts oder über gängige Suchmaschinen im Internet nachgeschlagen.
- thuja thujon
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Re: Erdbeeren 2026
Bisschen viel Stickstoff für Erdbeeren, die Werte lesen sich sonst aber gut. Leider verraten sie nichts zur Vorkultur, die bei Erdbeeren leider recht wichtig ist.
Ich habs mittlerweile sogar aufgegeben auszupflanzen, sie stehen in Substrat.
Worum es mir aber eigentlich geht, welches Pflanzenmaterial kann ich mir vorstellen, wenn ich die Sorten beim IPK oder anderswo nachfrage? Frigo A++ werden es ja kaum sein. Kultivierst du die alle ein Jahr vor bzw machst Steckis, bevor es sich rentiert, auszupflanzen?
Ich habs mittlerweile sogar aufgegeben auszupflanzen, sie stehen in Substrat.
Worum es mir aber eigentlich geht, welches Pflanzenmaterial kann ich mir vorstellen, wenn ich die Sorten beim IPK oder anderswo nachfrage? Frigo A++ werden es ja kaum sein. Kultivierst du die alle ein Jahr vor bzw machst Steckis, bevor es sich rentiert, auszupflanzen?
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Re: Erdbeeren 2026
Ich habe nichts schlimmes geschrieben, man merkt du hast noch nie in Hessen gelebt ;-)
Danke für die Bodenanalyse. Hast du selbst auf mg / Gewichtsmenge umgerechnet, oder wo bekommt man das so?
Dein ph Wert ist traumhaft, es sei dir gegönnt.
- cydorian
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Re: Erdbeeren 2026
Die Analyse ist nett, aber es sich die Frage, wie schwer der Lehm tatsächlich ist. Sichtbar wird schwerer Lehm, wenn man beobachtet dass der Boden nach Regen lange nass bleibt oder im Sommer stark verkrustet. Bei einem krümeligen, humusreichen Lehm ist das dagegen kaum ein Problem.
In heissem Klima ist das alles sehr gut (ausser, wenn viel Bewässerung ihn verschlämmt), ein sandiger Boden würde bei Hitze deutlich schneller austrocknen. Schwerem statt krümeligem Lehm würde ich eine Mulchschicht verpassen.
Allgemein: Vorsicht mit weiterer Düngung. Nicht mit Dingen, die Phosphat und Kalium weiter erhöhen.
In heissem Klima ist das alles sehr gut (ausser, wenn viel Bewässerung ihn verschlämmt), ein sandiger Boden würde bei Hitze deutlich schneller austrocknen. Schwerem statt krümeligem Lehm würde ich eine Mulchschicht verpassen.
Allgemein: Vorsicht mit weiterer Düngung. Nicht mit Dingen, die Phosphat und Kalium weiter erhöhen.
- Beeren_Streuobst
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Re: Erdbeeren 2026
Danke für die Rückmeldungen/Hinweise und sorry wegen der späten Antwort; ich war mit Ernte gut beschäftigt.
Vorkultur: Es handelte sich um eine Grünfläche eines verwilderten Gartens (Vorkultur: Wildgräser/Quecken etc.; auch Brennnessel, die den hohen N-Wert bereits vermuten ließen). Für die Neuanlage der Beete wurde lediglich die Grasnarbe oberflächlich ganz flach abgestochen und danach die Wurzelunkräuter entfernt; Boden nicht tief umgegraben, Oberfläche etwas feinkrümelig strukturiert, keine Düngung. Es gibt noch immer ausreichend ungenutzte Fläche, so dass das Erdbeerbeet vorerst in den nächsten Jahren so "weiterwandern" kann.
Pflanzmaterial: Wenn Frigos in vernünftiger Qualität angeboten werden, pflanze ich bevorzugt diese (das sind i.d.R. die Sorten, die geschmacklich im Mittelfeld liegen und vernünftigen Ertrag geben); da viele der gelisteten Liebhabersorten im regulären Handel nicht so verfügbar sind, greife ich auf ein Netzwerk seriöser Quellen wie das JKI, spezialisierte Züchter, Erdbeerhöfe oder Fachgärtnereien zurück; für Raritäten auch andere Quellen und Tausch. Die Qualität des Ausgangsmaterials variiert daher deutlich; einige Pflanzen sind sehr klein oder stehen nur als Ausläufer zur Verfügung, werden dann im Vorjahr aufgepäppelt bzw. tatsächlich ein Jahr vorkultiviert. Gerade jetzt auch bei der Hitze war das sinnvoll. Ziel ist, ein starkes, gut durchwurzeltes Pflanzgut für das finale Beet. Andererseits geht es mir bei meiner Vergleichspflanzung zunächst nicht unbedingt um Ertrag (ohnehin höher als benötigt; in der Hauptsaison gut 10 kg/Tag, die geerntet und verarbeitet werden müssen).
Werde das Erdbeerprojekt wegen des Pflegeaufwands in den nächsten Jahren wieder etwas reduzieren (wobei gerade von einem Erdbeerhof wieder einige neue Sorten hinzugekommen sind...)
Und ja, über den pH kann ich mich in dem Garten nicht beklafen.
Boden liegt irgendwo zwischen schwerem Lehm (verkrustet etwas) und krümeligem, humusreichen Lehm. Bewässere grundsätzlich so wenig wie möglich.
Stimmt, N ist für Erdbeeren nicht ideal. Die Fläche hatte ich gezielt ausgewählt, da die Bodenanalyse hier von allen verfügbaren Standorten das beste Nährstoffprofil für Erdbeeren zeigte; andere waren weniger geeignet.thuja thujon hat geschrieben: ↑2. Jul 2026, 02:41 Bisschen viel Stickstoff für Erdbeeren, die Werte lesen sich sonst aber gut. Leider verraten sie nichts zur Vorkultur, die bei Erdbeeren leider recht wichtig ist.
Ich habs mittlerweile sogar aufgegeben auszupflanzen, sie stehen in Substrat.
Worum es mir aber eigentlich geht, welches Pflanzenmaterial kann ich mir vorstellen, wenn ich die Sorten beim IPK oder anderswo nachfrage? Frigo A++ werden es ja kaum sein. Kultivierst du die alle ein Jahr vor bzw machst Steckis, bevor es sich rentiert, auszupflanzen?
Vorkultur: Es handelte sich um eine Grünfläche eines verwilderten Gartens (Vorkultur: Wildgräser/Quecken etc.; auch Brennnessel, die den hohen N-Wert bereits vermuten ließen). Für die Neuanlage der Beete wurde lediglich die Grasnarbe oberflächlich ganz flach abgestochen und danach die Wurzelunkräuter entfernt; Boden nicht tief umgegraben, Oberfläche etwas feinkrümelig strukturiert, keine Düngung. Es gibt noch immer ausreichend ungenutzte Fläche, so dass das Erdbeerbeet vorerst in den nächsten Jahren so "weiterwandern" kann.
Pflanzmaterial: Wenn Frigos in vernünftiger Qualität angeboten werden, pflanze ich bevorzugt diese (das sind i.d.R. die Sorten, die geschmacklich im Mittelfeld liegen und vernünftigen Ertrag geben); da viele der gelisteten Liebhabersorten im regulären Handel nicht so verfügbar sind, greife ich auf ein Netzwerk seriöser Quellen wie das JKI, spezialisierte Züchter, Erdbeerhöfe oder Fachgärtnereien zurück; für Raritäten auch andere Quellen und Tausch. Die Qualität des Ausgangsmaterials variiert daher deutlich; einige Pflanzen sind sehr klein oder stehen nur als Ausläufer zur Verfügung, werden dann im Vorjahr aufgepäppelt bzw. tatsächlich ein Jahr vorkultiviert. Gerade jetzt auch bei der Hitze war das sinnvoll. Ziel ist, ein starkes, gut durchwurzeltes Pflanzgut für das finale Beet. Andererseits geht es mir bei meiner Vergleichspflanzung zunächst nicht unbedingt um Ertrag (ohnehin höher als benötigt; in der Hauptsaison gut 10 kg/Tag, die geerntet und verarbeitet werden müssen).
Werde das Erdbeerprojekt wegen des Pflegeaufwands in den nächsten Jahren wieder etwas reduzieren (wobei gerade von einem Erdbeerhof wieder einige neue Sorten hinzugekommen sind...)
Bei Bodenanalyse setze ich auf Raiffeisen-Laborservice. Werte wurden so geliefert plus Indikationen (Vorsorgestufe, tw. Zielwert) und Düngeempfehlung. pH messe ich zusätzlich selbst.Obstliebhaber hat geschrieben: ↑2. Jul 2026, 11:09 Danke für die Bodenanalyse. Hast du selbst auf mg / Gewichtsmenge umgerechnet, oder wo bekommt man das so?
Dein ph Wert ist traumhaft, es sei dir gegönnt.
Und ja, über den pH kann ich mich in dem Garten nicht beklafen.
Danke für den guten Nicht-Dünge-Hinweis; tatsächlich habe ich mich hier bewusst zunächst gegen Düngung entschieden; das Erdbeerbeet wandert jetzt erstmal weiter in zuvor ungenutzte Fläche.cydorian hat geschrieben: ↑2. Jul 2026, 11:23 Die Analyse ist nett, aber es stellt sich die Frage, wie schwer der Lehm tatsächlich ist. Sichtbar wird schwerer Lehm, wenn man beobachtet dass der Boden nach Regen lange nass bleibt oder im Sommer stark verkrustet. Bei einem krümeligen, humusreichen Lehm ist das dagegen kaum ein Problem.
In heissem Klima ist das alles sehr gut (ausser, wenn viel Bewässerung ihn verschlämmt), ein sandiger Boden würde bei Hitze deutlich schneller austrocknen. Schwerem statt krümeligem Lehm würde ich eine Mulchschicht verpassen.
Allgemein: Vorsicht mit weiterer Düngung. Nicht mit Dingen, die Phosphat und Kalium weiter erhöhen.
Boden liegt irgendwo zwischen schwerem Lehm (verkrustet etwas) und krümeligem, humusreichen Lehm. Bewässere grundsätzlich so wenig wie möglich.