Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt? (Gelesen 1711 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
- vanille_71
- Beiträge: 405
- Registriert: 12. Jun 2016, 13:53
- Region: Niederbayern
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Das ist hier der Fall. Weigelie, Spierstrauch und auch der Flieder, der Hibiscus, die Eibe stehen gut da (ohne Gießen)
-
Querkopf
- Beiträge: 7799
- Registriert: 15. Dez 2003, 07:00
-
Saartal, WHZ 7b/ 8a, 245m ü. NN, toniger Lehmboden
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)
- Apfelbaeuerin
- Beiträge: 6618
- Registriert: 10. Nov 2015, 12:24
- Region: Oberpfälzer Jura
- Höhe über NHN: ca. 300 m Höhe
- Bodenart: Lehmboden
- Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C
-
Nordbayern, Winterhärtezone 7a
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Das Schöne zieht einen Teil seines Zaubers aus der Vergangenheit.
Hermann Hesse
- Mediterraneus
- Beiträge: 30143
- Registriert: 7. Feb 2011, 11:41
- Region: Südspessart
- Höhe über NHN: Ort: 195-450m, Garten: 310-315m
- Bodenart: Roter Buntsandstein
- Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Genau.Querkopf hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:27Da ist was dran. Bei den Meteorologen werden Niederschlagsdefizite nie "absolut" konstatiert, sondern jeweils in Beziehung gesetzt zum langjährigen Mittel. Und das ist je nach Region nun mal unterschiedlich.krimskrams hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:00...Das was andere Landstriche dieses Jahr als Trockenheit bezeichnen ist für uns hier nur ein normales Jahr. ...
.
300l Regen von Januar-Juli können deshalb bei euch in Unterfranken normal sein. In Thüringen sogar recht viel. Im Südwesten hingegen ist das sehr wenig.
.
Diese unterschiedliche Bewertung ist notwendig und sinnvoll, alldieweil sie - indirekt - Unterschiede in der (mehr oder minder) natürlichen Vegetation berücksichtigt, z. B. Buchenwälder versus Kiefern. Und ebenso Unterschiede in der Landnutzung.
Und deshalb wächst z.B. Hakonechloa bei halbem Niederschlag in München gut, bei halbem Niedeschlag in Würzburg nicht so. Bei beiden is Trockenheit. Sie würde in Würzburg bei 100 Prozent, also durchschnittlichlichem Regen auch nicht wachsen.
By the way, wir haben momentan etwa 10 mm in den lerzten 30 Tagen und noch gar nix im August bekommen.
Mediterraneus
Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
- Gartenplaner
- Beiträge: 22079
- Registriert: 26. Nov 2010, 22:07
- Wohnort: Süden Luxemburgs, ein paar Kilometer von der französischen Grenze
- Region: „Gutland“, Süden Luxemburgs
- Höhe über NHN: 274-281
- Bodenart: „Töpfer“lehm
- Winterhärtezone: 8a: -12,2 °C bis -9,5 °C
- Kontaktdaten:
-
Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Hä?
Jeder bisher, ganz im Thema, hat geschrieben, was in seinem/ihrem Boden unter den neuen Bedingungen gut funktioniert hat.
Da hat dieser merkwürdige Vorwurf ziemlich viel „dogmatische Verallgemeinerung „.
Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber
“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
-
Querkopf
- Beiträge: 7799
- Registriert: 15. Dez 2003, 07:00
-
Saartal, WHZ 7b/ 8a, 245m ü. NN, toniger Lehmboden
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Hier ähnlich.
Klassische Trocken-Liebhaber mögen den schweren Boden nicht. Sie sind zudem - oft - auch sehr genügsam; und Hungerkünstler im Schlaraffenland (der hiesige Lehm ist nahrhaft), das klappt ganz schlecht. Wenn dann noch ein nasser Sommer kommt, ist's endgültig vorbei.
Gewächse mit weiter Standortamplitude zu finden, ist aber gar nicht einfach. Die üblichen Ratgeber, egal ob kluge Bücher oder Gärtnerei-Hinweise, geben in der Regel Auskunft darüber, was Stauden & Gehölze am liebsten haben; was sie darüber hinaus abkönnen, ist häufig schwierig in Erfahrung zu bringen. Und ob's dann auch noch für die konkreten Bedingungen des eigenen Gartens passt (die ja manchmal schon auf wenigen Quadratmetern verschieden sein können, was oben am Hang geht, funktioniert unten nicht & vice versa...)? M. E. hilft wirklich nur, sich diese Bedingungen ganz genau anzugucken und dann auszuprobieren.
Ja. Mein Eindruck ist, dass dieses Problem insbesondere Flachwurzler betrifft. Wie sind da eure Erfahrungen?AndreasR hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:33... Gerade Sträucher und Bäume werden zwar durchaus robuster, wenn sie über mehrere Jahre gut einwachsen können, aber seit einigen Jahren sieht man immer deutlicher, dass etliche Baumarten, seien es nun Fichten, Birken oder was auch immer, zunehmend schlechter mit den sommerlichen Dürren zurechtkommen, und das betrifft keineswegs nur junge oder bereits abgängige Exemplare. ...
"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)
- Gartenplaner
- Beiträge: 22079
- Registriert: 26. Nov 2010, 22:07
- Wohnort: Süden Luxemburgs, ein paar Kilometer von der französischen Grenze
- Region: „Gutland“, Süden Luxemburgs
- Höhe über NHN: 274-281
- Bodenart: „Töpfer“lehm
- Winterhärtezone: 8a: -12,2 °C bis -9,5 °C
- Kontaktdaten:
-
Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Und von der Größe her gehe ich nicht davon aus, dass sie tief genug wurzeln für den Grundwasserkapillarsaum:

Heptacodium schlägt sich ein paar Meter weiter auch noch relativ tapfer, hat aber Verbrennungen:


In der vor 2 Wochen gemähten Blumenwiese treibt indessen munter Geranium pratense neue Blätter

Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber
“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
- Blush
- Beiträge: 2815
- Registriert: 16. Jun 2022, 22:17
-
Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm. Süd-östliches Schleswig-Holstein, 7b.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Einige Eingangsempfehlungen wurden ohne Nennung des Bodens und grober klimatischer Einordnung gegeben. Das ist schade, vielleicht holt ihr das nach?
Frei nach Frank Elster
- hobab
- Beiträge: 5915
- Registriert: 20. Apr 2008, 17:05
- Wohnort: Berlin
- Bodenart: Sand
- Winterhärtezone: 7b: -14,9 °C bis -12,3 °C
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Und allgemeine Empfehlungen für Stauden die mit Trockenheit klar kommen, machen wenig Sinn - bitte schreibt doch im Profil in welcher Region ihr lebt, mit welchem Boden und in welcher Klimazone. Dann kann man auch einschätzen was passt und die, die einer ähnlichen Zone leben, können qualifiziert helfen.
- Gartenplaner
- Beiträge: 22079
- Registriert: 26. Nov 2010, 22:07
- Wohnort: Süden Luxemburgs, ein paar Kilometer von der französischen Grenze
- Region: „Gutland“, Süden Luxemburgs
- Höhe über NHN: 274-281
- Bodenart: „Töpfer“lehm
- Winterhärtezone: 8a: -12,2 °C bis -9,5 °C
- Kontaktdaten:
-
Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Nee, sie hat jetzt, 13 Jahre nach Pflanzung, Probleme mit der Trockenheit und wirft welkes Laub von innen heraus ab

Diospyros Lotus hingegen, obwohl so klein noch, hat keine Probleme:

Und die Pinien fühlen sich pudelwohl

Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber
“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
- Blush
- Beiträge: 2815
- Registriert: 16. Jun 2022, 22:17
-
Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm. Süd-östliches Schleswig-Holstein, 7b.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Auf den lehmigeren Stellen, aber mittelmäßig humos, Päonien, Phlox - am besten eigene Sämlinge, Helianthus und weitere klassische Stauden, aber mit Bewässerung, wenn nötig.
Jetzt wohne ich westlicher, nicht mehr auf der Grenze von Zone 7a/b, sondern in 7b. Atlantischer und mit Lehm. Die Erfahrungen, die zum Beispiel Andreas oder Mufflon haben "befürchte" ich ein wenig, da der Boden verdichtet erscheint. Ob Phlomis, Salvia, Cistus hier überleben, weiß ich noch nicht. Ich arbeite mich ein. Vermutlich geht's nicht ohne Lehrgeld zu bezahlen.
Frei nach Frank Elster
- Apfelbaeuerin
- Beiträge: 6618
- Registriert: 10. Nov 2015, 12:24
- Region: Oberpfälzer Jura
- Höhe über NHN: ca. 300 m Höhe
- Bodenart: Lehmboden
- Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C
-
Nordbayern, Winterhärtezone 7a
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Genau meine Meinung
Das Schöne zieht einen Teil seines Zaubers aus der Vergangenheit.
Hermann Hesse
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Habe ich hier alle Mottischa und funktionieren ohne Gießen. Außerdem noch andere Knautien, Scabiosa spp., Centaurea spp.. In einem der Einfahrtbeete steht Kniphophia (eine orange-gelbe) neben Stachys recta, Campanula trachelium, Anthemis tinctoria, Echinops sp., Lavandula officinalis, eine weiße Sorte, Cephalaria gigantea, Santolina sp., Nepeta faasenni ‚Walkers Low‘. Da wirft sich immer einmal Oenothera glazioviana mit hinein. Hamamelis sp. hatte im letzten Jahr zerbrutzelte Blätter und von Sambucus nigra habe ich gerade ein paar tote Äste ausgesägt. Dem passt das hier nicht mehr. So what? Ich kann wirklich nicht sagen, dass hier nichts mehr wächst.Mottischa hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 09:35 Hier auf Sandboden gehen Knautia Macedonica, Euphorbien, Langblättriger Ehrenpreis, wilder Oregano und Kugeldistel, wilde Möhre, Ochsenzunge, Natternkopf als Hauptakteure. Eigentlich sowieso eher Wildstauden, dazu verschiedene Campanulas, Knöterich, Habichtskraut, Katzenminzen, Calaminthas, verschiedene Sedum.
Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
- Blush
- Beiträge: 2815
- Registriert: 16. Jun 2022, 22:17
-
Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm. Süd-östliches Schleswig-Holstein, 7b.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Selbst halbschattig und auf feuchterem Grund waren z.B. Cimicifuga und Hydrangea macrophylla und quercifolia nicht durchzubringen. So viel oder gut konnte ich gar nicht wässern.
Frei nach Frank Elster
-
ringelnatz
- Beiträge: 2819
- Registriert: 29. Okt 2019, 12:23
- Kontaktdaten:
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Ich glaube das wesentliche Problem ist nicht die Trockenheit per se, sondern, dass es sonst nicht so trocken ist. D.h. die Bäume wurzeln bei dir eben nicht so tief, wie sie es in den gewohnt sommertrockenen Gebieten im Mittelmeerraum z.B. tun.Gartenplaner hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 18:03 Als ich sie 2013 pflanzte, hatte ich eher die Befürchtung, dass Castanea sativa in meinem schweren, kalkhaltigen, winternassen Töpferlehm Schwierigkeiten mit zuviel Nässe bekommen könnte.
Nee, sie hat jetzt, 13 Jahre nach Pflanzung, Probleme mit der Trockenheit und wirft welkes Laub von innen heraus ab![]()
Insofern fürwahr ein Klimawandel-Problem.
Aktuelle Beobachtung während Fahrt nach Italien:
Brandenburg: saftig grüne Kiefernwälder (hier ist es immer trocken..bzw nicht trockener als sonst),
Bayern (nördlich des Alpenraums): massive Trockenheitsschäden der Wälder, v.a. Buchen - große braune Areale wie im Herbst
Italien: Bäume/Wälder alle grün, Wiesen wie gewohnt im Sommer braun. Trockenheitsschäden an Maronen keinerlei sichtbar. Was man hier aber sieht, sind Probleme bei Obstgehölzen (Prunus) - scheint aber schon ein älteres Problem.
Nun gut, hilft alles nichts bei der eigentlichen Fragestellung. Denn ich glaube nicht, dass es in Zukunft immer nur trockenheiße Sommer in Mitteleuropa geben wird. Das bleibt trotz Klimawandel Wetter und kommt mal so und mal so. Also wird es immer ein Balanceakt zwischen Ersaufen und Vertrocknen bleiben...in 100 Jahren sind wir schlauer.