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Was tun bei Pseudogley? (Gelesen 376 mal)

Lebendiger Boden, natürliche Düngemittel und fruchtbare Mulchwirtschaft
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Suse
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Was tun bei Pseudogley?

Suse »

In meinem recht neuen Garten hatte ich schnell das Gefühl: hier stimmt was nicht. Staunässe oder Fundamente unterirdisch? Wenig Regenwürmer und manche Pflanzen gediehen überhaupt nicht, der Schachtelhalm allerdings bestens.
Ein 50 cm tiefes Loch brachte die Antwort: es ist ein Pseudogleyboden mit einer Sperrschicht im Untergrund, fast weiß und undurchdringlich, mit brauner Marmorierung durch oxidiertes Eisen. Ein garnicht so seltener Boden.
Hat jemand die gleichen Bedingungen und kann mir Erfahrungen oder Verbesserungsmöglichkeiten mitteilen?
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Liebe Grüße von Susanne
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Brezel
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Brezel » Antwort #1 am:

Rein optisch kommen mir die Bodenbestandteile nicht unbekannt vor. Wobei ich annehme, dass diese weißliche Schicht bei uns damals vor der Bebauung grob aufgebrochen wurde.
.
Stehen denn Bäume in der Nähe?
Der Mangel an Regenwürmern könnte auch auf die Hitze zurückzuführen sein.
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thuja thujon
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Re: Was tun bei Pseudogley?

thuja thujon » Antwort #2 am:

Der Unterboden sieht recht sandig aus, die Farbe lässt ihn ziemlich wertlos erscheinen. Durchwurzelbar sollte er aber trotzdem sein.

Wann steht er denn unter Wasser, wenn es wirklich ein Pseudogley ist?

Regenwürmer, die dürften aktuell Sommerpause machen. Welche Pflanzen wachsen nicht bei dir? Birnen? Hier ist das Grundwasser vielleicht in 2m Tiefe. Das bedeutet, die Bäume wachsen dort rein, der Spiegel sinkt ab und die Bäume fühlen sich wohl, so lange es trocken ist. Beim nächstbesseren feuchten Jahr steigt aber das Grundwasser wieder und die Wurzeln sterben ab, die Birnen verhocken und das meist im 5ten bis 7ten Jahr, wenn die Erträge einsetzen. Empfehlung: auf einen aufgeschütteten Hügel pflanzen.
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Blush
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Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Blush » Antwort #3 am:

Ich kann nicht helfen, möchte aber eine Frage stellen. Wo finde ich für Laien gut verständliche Erklärungen/Abbildungen zu den verschiedenen Bodenarten? Du wirst diese Definition irgendwoher haben, Suse, kannst Du das bitte schreiben? Der Boden im neuen Garten ist mir auch noch nicht ganz geheuer, daher mein Interesse..
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Querkopf
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Querkopf » Antwort #4 am:

Mit echtem Pseudogley habe ich (glücklicherweise) keine Erfahrung. Hier ist - großflächig - "Parabraunerde und Parabraunerde-Pseudogley" die vorherrschende Bodenart (lt. regionaler Online-Bodenkarte, deren Auflösung allerdings recht grob ist).
Trotzdem, beim Stichwort "Sperrschicht" klingelte was bei mir. Dazu gleich.
Frage vorweg: Dein Foto zeigt ganz unten, ziemlich weit rechts, einen dunklen Fleck. Ist das ein Loch in der Sperrschicht? (Dann wäre die nicht gar zu dick.) Oder nur Gekrümel von weiter oben?
.
Wg. Sperrschicht: Wo sowas bei mir auftaucht - stellenweise -, sieht's gelb aus oder auch mal graugelb, ohne Marmorierung. Und sperrt nirgends vollständig, aber es kann schon mal lange dauern, bis das Wasser wegsickert. Temporäre Kleinteiche ;). Mit Batsch am Grunde, den man prima kneten kann.
.
Ich helfe mir an den entsprechenden Stellen mit Einweichen. Buddeln, Wasser rein, sickern lassen, nochmal von vorne. Am Boden des Buddellochs mit Grabegabel, Rosengabel o.ä. rumstochern, um den Batsch zu lockern und im kleinen Stil zu löchern. Wo das nicht reicht, löchere ich im größeren Stil, mit dem Erdbohrer (mehrere Löcher für ein einzelnes Pflanzloch). Meistens kriege ich die verdichtete Batsch-Schicht damit durch oder wenigstens stark angekratzt. Dauert dann halt ein paar Tage, bis ich pflanzen kann.
.
Ein weiteres nützliches Werkzeug für solche verdichteten Stellen ist eine Wasserlanze. Wobei ich nicht weiß, wie gut die mit einer richtig harten Sperrschicht fertig wird; bei mir gibt's im Unterboden denn doch meist Rest-Elastizität.

edit meint, ich sollte beim Erdbohrer ergänzen, dass das ein Handgerät ist. 150mm Durchmesser und ca. 1m Stiellänge - was Größeres könnte ich nicht bändigen.
Zuletzt geändert von Querkopf am 10. Aug 2026, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Querkopf
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Querkopf » Antwort #5 am:

@Blush: Gibt es für deine Gegend eine quasi amtliche Bodenkarte im Netz? Wenn ja, stehen da sicher auch Erläuterungen zu den einzelnen Bodenarten dabei. Gibt es für die hiesige Region, m. W. existiert's für alle Bundesländer. In die Bedienung muss man sich jeweils reinfuchsen.
Und mit der Allgemeinverständlichkeit der Erläuterungen ist es so 'ne Sache ;) - ich jedenfalls muss immer noch 'ne Runde googeln.
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Blush
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Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Blush » Antwort #6 am:

Es gibt das Geoinformationssystem S-H. Dort könnte ich vielleicht etwas finden. Allerdings ist das wirklich zum Reinfummeln, kenne ich wg anderer Fragestellungen. ::) Ich hätte es gerne zunächst etwas leichter, einen Überblick. Um dann ins Detail zu gehen.
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Querkopf
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Querkopf » Antwort #7 am:

Dazu wär's natürlich sinnvoll, wenn du wenigstens Pi mal Daumen wüsstest, welche Böden in deiner Gegend überhaupt vorkommen. (Sonst suchst du dir 'nen Wolf.)
Fragen bei Gartenbauvereinen vielleicht?
Oder bei Planungsbüros, die in deiner Gegend Projekte laufen haben? Leute, die Baugrunduntersuchungen machen (lassen), dürften dazu auch was wissen - Planungsabteilung der Kommunal- oder Kreisverwaltung? Manchmal sind die sehr nett, wenn sie nett gefragt werden :).
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Suse
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Suse » Antwort #8 am:

Danke für Euer Mitdenken.
Aufmerksam wurde ich, als die Bohnenstangen (schlanker Baustahl) immer nur bis zu einer gewissen Tiefe in den Boden kamen.
Richtige Stausumpfereignisse sind mir noch nicht aufgefallen.
Die Gartenfreunde wissen oder interessieren sich nicht für Genaues.
Die Regenwurmarmut war mir schon länger aufgefallen.(im Gegensatz zu dem Ex-Garten)
Birnbäume habe ich in der Kolonie noch nicht gesehen.
Pseudogley soll angeblich auch kleinräumig vorkommen, eine Niedersachsenkarte wird dann nicht viel helfen. Da werd ich aber nochmal recherchieren.
Der Boden über dem Stauhorizont ist nicht lehmig, eher sandig, soll früher ein Spargelacker gewesen sein.

Das Ungewohnte daran ist, dass ich bisher die Nicht-Giessen-Strategie mit Mulchen im Gemüseanbau erfolgreich praktiziert habe. Im Vertrauen, dass die Pflanzen tief wurzeln können. Wenn jetzt diese oberen 50 cm vor der Sperrschicht fruchtbar gemacht werden, reicht das?
Liebe Grüße von Susanne
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Miss.Willmott
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Miss.Willmott » Antwort #9 am:

Wenn dein Garten in Niedersachsen liegt, dann wird dir der NIBIS Kartenserver weiterhelfen. https://nibis.lbeg.de/cardomap3/

Ruf dir dazu die Bodenkarte BK50 auf und gib in der Suchmaske den Ort, die Straße und die Hausnummer ein: 'Die BK50 beschreibt die Verbreitung der Böden von Niedersachsen in einer hohen räumlichen Differenzierung. Ergänzend zum Bodentyp können eine Profilbeschreibung und Kennwerte, wie z. B. die nutzbare Feldkapazität über den Maptipp abgerufen werden. In den Informationen zum Ort wird die landschaftliche Gliederung des Standortes aufgelistet.'
Dann schau dir in der Legende die Bodenarten an:
Screenshot 2026-08-10 213400.png
Für mein Grundstück sind die Angaben sehr genau.
Auch ein kleiner Garten ist eine endlose Aufgabe.

Karl Foerster
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Querkopf » Antwort #10 am:

Suse hat geschrieben: 10. Aug 2026, 20:52... Richtige Stausumpfereignisse sind mir noch nicht aufgefallen. ...
Produziere doch mal eines, testhalber ;): 3 Eimer Wasser ins Buddelloch und gucken, wie lange es zum Versickern/ Verschwinden braucht. (Versuch macht kluch, der alte Hut.)
Suse hat geschrieben: 10. Aug 2026, 20:52... Pseudogley soll angeblich auch kleinräumig vorkommen...
Gut denkbar. Meine hiesigen Sperrschicht-Beobachtungen sind auch nix Großräumiges. Einige davon hatten mit vorherigem Bewuchs zu tun: Eine längst gefällte Vogelkirsche z. B. hatte im zentralen Wurzelbereich den Boden derart leergesoffen, dass er genau da brutal verdichtet war.
Suse hat geschrieben: 10. Aug 2026, 20:52...Das Ungewohnte daran ist, dass ich bisher die Nicht-Giessen-Strategie mit Mulchen im Gemüseanbau praktiziert habe. Im Vertrauen, dass die Pflanzen tief wurzeln können. Wenn jetzt diese oberen 50 cm vor der Sperrschicht fruchtbar gemacht werden, reicht das?
Von Gemüse hab' ich null Ahnung. Tiefer als 50cm wurzelt das doch eh nicht, oder? Meine Tiefbohraktionen ;) hab' ich jedenfalls nur für Gehölzpflanzungen gemacht, für Stauden nicht, und mit Letzteren gab's kein Problem.
.
Toitoitoi.
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hobab
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Winterhärtezone: 7b: -14,9 °C bis -12,3 °C

Re: Was tun bei Pseudogley?

hobab » Antwort #11 am:

Die Kartenempfehlung von Miss Willmot ist doch super. Wenn du es genauer wissen willst, mach ein Geologenloch im Garten, da kannst du die Horizonte gut sehen und auch ob häufig Stauwasser/Überschwemmungen passiert sind. Wenn ja, würd ich thujas Empehlung folgen und die Beete höher legen/Dämme anlegen. Der Mangel an Regenwürmern bedeutet erst mal nicht viel, zu trocken, zu oft überschwemmt, oder schlicht Mangel an organischem Material - das hat mit der Qualität des Bodens selbst ja nicht viel zu tun.
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Querkopf
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Re: Was tun bei Pseudogley?

Querkopf » Antwort #12 am:

Die Karte ist wirklich super. Hab' mir da grad den Getreideacker angeguckt, den ich als Kind vorm Fenster hatte :D; hohe Auflösung, viel feiner als das saarländische Online-Tool (heute leider kein Acker mehr, sondern Ort eines pleitegegangenen Neubauprojekts :-X ).
@Blush: Anschauliche, gut verständliche Boden-Infos, wie du sie suchst, könntest du z. B. hier finden. NRW - ob "deine" Bodenarten dabei sind, müsstest du gucken.
hobab hat geschrieben: 10. Aug 2026, 22:19... Der Mangel an Regenwürmern bedeutet erst mal nicht viel ...
Genau. Hier sind die Tierchen normalerweise hyperaktiv, aber wg. Hitze & Dürre hab' ich sie seit Wochen nicht gesehen. Die munkeln derzeit im Dunkeln rum, in kühler Tiefe.
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