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Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen) (Gelesen 2752130 mal)

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Moderator: cydorian

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cydorian
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

cydorian » Antwort #10590 am:

Hier sind die Beeren deutlich grösser. Liegt am generell schwachen Behang wegen Spätfrostschäden. Leider auch mehr Grünwachstum, die Reben waren unterlastet. Ende erst, als es sehr trocken wurde.
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thuja thujon
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10591 am:

Das Wetter in der Blüte war schon nicht nur Deutschlandweit, sondern selbst in den verschiedenen Regionen und dort in den Lagen sehr unterschiedlich. Diese Entwicklungsunterschiede kannte man so nicht von den Jahren davor.
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cydorian
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

cydorian » Antwort #10592 am:

Ich fürchte, nun ist es bewiesen. Verschiedene Reben hatten kleine spätere Sekundärgescheine, ein häufiger Effekt wenn Knospen und Blüte frostgeschädigt werden. Nach dem sehr frühen Reifebeginn der grossen Trauben beginnen die nun zu reifen, 2-3 Wochen später also. In einer ganz anderen Wetterlage: Seit zehn Tagen sind die Temperaturen so, wie früher üblich, also keine Dauerhitzewelle mehr.

Und nun: Diese Nachernte schmeckt klasse und hat genau die Blumigkeit und Aromen, die ich von den jeweiligen Sorten kenne. KM Zitroni hat diesen Zitronenschaleton, Druschba hat Muskat, Jupiter Erdbeer-Zwetsche. Beeren von denselben Stöcken, während der Hitze reif geworden haben dagegen kaum Aroma. Schnell süss und reif gebrannt, aber fast keine Aromenbildung.

Späte Sorten werden immer wichtiger. Schon deshalb, weil Sommersorten ihre Aromaqualitäten im neuen Wetter verbrutzeln. Das hohle Zeug schmeckt mir nicht, deswegen habe ich die nicht, dann kann ich auch Trauben kaufen. Die Kernlosen habe ich dieses Jahr zu Rosinen verarbeitet und viel Federweisser produziert.
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Hyla
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Hyla » Antwort #10593 am:

Eine namenlose Tafeltraube von Norma. Gemessen 13 Brix. Nicht viel, aber sie sind nicht besonders sauer, darum geht's noch.
Etwas wenig Aroma.

Eigentlich wollte ich eine sehr festfleischige kernlose Sorte, aber diese ist auch in Ordnung.
Die Beere hat zwei Schichten, eine feste knackige unter der Schale und eine weiche rund um die Kerne. Beim Zerbeißen lösen sich die Kerne mit dem weichen Fleisch ab und man kann sie abschlucken, bevor man den Rest zerkaut. Die Schale ist mittelfest und lecker.
Standort war im Gwh.
Fürs Foto habe ich die Traube flach ausgebreitet, dadurch sieht man den lockeren Aufbau im oberen Bereich.

IMG_20260829_010413584~2.jpg

Hätte noch etwas gekonnt, aber wir haben alkoholsüchtige Siebenschläfer im Gwh. :-[
Liebe Grüße!


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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Starking007 » Antwort #10594 am:

Die Ernte bei Venus hat begonnen.


Organzabeutel - Organzasäckchen (neues Thema?)

Seit vielen Jahren schütze ich die Trauben mit Organzabeuteln, gegen Wespen und Hornissen, Vögel hatten wir noch nie dran. Aber auch gegen KEF helfen sie, wenn auch nicht ganz.
Aber Ohrwürmer, Schnecken und Ameisen werden auch abgehalten.
Dieses Jahr muß ich vielleicht nicht alle eintüten, es gibt einfach wenig Wespen.
Die Beeren werden etwas schöner (wegen der stehenden Luft?), aber bei Regen hält sich die Feuchte länger!

Beschaffung:
Auch deutsche Lieferanten kaufen in China.
Antizyklisch einkaufen, 20x30cm in weiß emfehle ich.
Erst eintüten wenn nötig. Beim Schnitt schon schlecht erreichbare Trauben wegschneiden. Eine Traube pro Trieb reicht, freihängend ist optimal (Pergel).
An den Knoten (!) die Bändchen von beiden Seiten zusammenziehen. Dabei die Stiele der Traube nicht drehen oder knicken! Zuvor blassere Beeren an der Spitze und sehr kleine beseitigen. Zuvor auch abklopfen, um keine Insekten mit einzutüten!

Fest zusammenziehen reicht, kein Binden!
Ab und an kontrollieren ob schlechte Beeren raus müssen.
Bei Trockenheit wässern gibt schöne große Solitärtrauben.
Ab und an nagen Wespen durch. Dann runter damit, flicken. Geht gut mit kleinen Stücken Klebeband von beiden Seiten. Mit Beutel abschneiden, ernten, transportieren.

Nach der Saison in der Waschmaschine waschen, gleich danach bügeln!
Faltig getrocknet bleibt faltig. Machmal lege ich auch gleich in alte Bücher ein.
Nicht glatt sind sie schlecht zu lagern und transportieren.
Gruß Arthur
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thuja thujon
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10595 am:

Hier sind dieses Jahr auch kaum Organzabeutel notwendig, jedenfalls rentiert sich der Aufwand nicht. Hornissen fressen, ein paar Wespen, Waldschaben und Ohrenkneifer naschen, es gibt auch vereinzelte Botrytisbeeren, aber die sind schneller ausgeschnitten wie Organzasäckchen aufgezogen.

Cydorian, sehe ich genauso. Ich habe selbst keine Frühsorten, aus genau dem Grund. Muscat bleu hats in der Hitze auch getroffen, bin froh, dass meine später reifen. Ich habe auch noch Reben mit sehr viel grün in den Beeren, kommt jetzt erst die nächsten Tage, dauert wirklich noch eine gute Woche. Im Minimalschnitt noch länger, dort hoffe ich, dass sie aber überhaupt reifen, nicht vorher schon gammeln, bevor sie reif werden konnten.
Überbehang taugt jedenfalls nur sehr bedingt um die Reife zu verzögern, muss früh genug auf ein passendes Maß reduziert werden, vielleicht kurz vor Reifebeginn, weichwerden, das muss ich noch rausfinden.
Die Unterschiede je nach Standort sind dieses Jahr enorm, liegt wohl mit am Austrieb bzw Blütezeitpunkt, danach kann man die Tage bis zur Reife zählen, da ist schon was dran. Jedenfalls überdeckt der Effekt gerade den Effekt mit der Ernteverspätung durch Schnitt bzw verschiedene Gipfelungszeitpunkte, Entblättern usw. Also schwierig dieses Jahr, da eine Aussage mit so wenigen Exemplaren treffen zu können.

Wie erntest du für Federweißer? Die auf dem Bild waren noch zu grün, zu viel Restsäure drin. Reifestadium geschätzt wie bei Hyla, kann man schon essen, gemessen auch über 70 Oechsle, aber noch viel Restsäure, wohl auch speziell dieses Jahr, die mag teilweiße nur langsam abbauen weil Zucker zu schnell oben ist, aber Reife noch nicht da.
Padorok zap 20260827.jpeg

Hyla, hungrige Siebenschläfer hats hier auch, fressen sich an einer Pergola durch. Probiere doch mal Eukalyptusöl im Gewächshaus. Jeden Tag einen halben bis ganzen Milliliter werden die nicht lange aushalten.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Hyla » Antwort #10596 am:

Guter Tipp! Danke!
Liebe Grüße!


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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Rib-2BW » Antwort #10597 am:

Aurore schmeckt abscheulich. Wie das Haribo Colorado Ananas-Zeug, was so weiß-transparent ist, nur in schlecht. Irgendwie gammelig. Die schlechteste Traube die ich je aß.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Starking007 » Antwort #10598 am:

Venus, Ostseite!
IMG_20260829_185409.jpg
IMG_20260829_185428.jpg
Gruß Arthur
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10599 am:

Die meisten sehen top aus, auch wenn mich das wenig verholzte Holz wundert. Da sind wir hier schon gut 3 Wochen weiter.
Auf der linken Seite stechen 3 Trauben raus, die sind unten etwas dicht, noch etwas mehr Wasser und die hätten sich fast selbst abgequetscht, inklusive Botrytis. Da dürfte es gut sein, wenn man einen lockerbeerigen Klon der Sorte findet oder kurz nach der Blüte Blatt 3 und 4 entfernt, zumindest in nicht ganz so Jahren wie diesem.

Aber zum eigentlichen: ist das Aroma voll da oder weggeatmet? Schale ungewöhnlich fest? Färbung ist ja Spitze.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

cydorian » Antwort #10600 am:

Federweisser ist dieses Jahr schwierig, genau wie bei dir beschrieben, viel Zucker, aber noch viel Restsäure, Zucker zu schnell oben, aber Reife noch nicht da. Ausserdem ist auch die Säurestruktur selber unharmonisch. Typisch bei normaler Reife ist ziemlich gradliniger Apfelsäureabbau, Weinsäure dagegen stabil, nur durch den Verdünnungseffekt der noch wachsenden Beeren leicht geringer. Dieses Jahr hab ich den subjektiven Eindruck, dass die absoluten Säuregehalte zwar nicht wirklich hoch sind, aber der Apfelsäureabbau (vielleicht Trockenstressbedingt?) nicht in die Gänge kam, mindestens aber nicht kongruent mit dem Zuckeraufbau war. Ergebnis: Unharmonische Säurestruktur, Apfelsäure wird stärker als unreif, aggressiv, "grün" und stechend wahrgenommen. Weinsäure wirkt frisch, lebendig, klar und "weinreich".

Aurore, die hier? https://de.wikipedia.org/wiki/Aurore_(Rebsorte) ? Ist doch eigentlich eine Rebe für Wein an Kunden, die mit Fuchsgeschmack klarkommen.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Rib-2BW » Antwort #10601 am:

Ja, die meine ich. Natürlich kann das Etikett vertauscht worden sein aber die Beeren bekommen den beschrieben leichten Rosaton der Aurore. (Erste Traube der Pflanze)
Grund für die Fehlnote kann die Dürre gewesen sein. Boskoop Glory hat keine derartige Fehlnoten und Muskat Bleu hat schon jetzt ein super Aroma, was ich erst mitte/Ende September erwarte.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

cydorian » Antwort #10602 am:

Bei all diesen Fuchstonreben läuft die Aromakurve normalerweise so, dass sie nach sauer und unreif schnell einen Gipfel der Maximalstärke beim Fuchston erklimmen, anschliessend schwächt sich der Furchston immer weiter ab, wird angenehmer, veratmet sich, oft einhergehend mit Zunahme der Schleimigkeit der Beerenkonsistenz.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Starking007 » Antwort #10603 am:

Venus ist ostseitig, also später.
Unten etwas dicht: Spitze genommen.
Aroma: Wir fangen früher an, richtig gut werden sie erst. ?
Gruß Arthur
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10604 am:

Klingt nach einem Plan. Wenn selbst in den kühlen Frankengegenden schon auf späte Reife geachtet wird, dann sollte man das Thema wohl auch langsam in Norddeutschland ernst nehmen und langsam vorbeugen. Die Züchtung um die Frühsorten kam dann wohl mal zum anfixen, aber kann es das Potential ausschöpfen?

Was macht das Aroma in Norddeutschland? Gibts da Probleme mit Botrytis oder gibts gerade die Aromabombe?
Hier im schwülwarmem sind die mittleren Tafeltraubensorten jetzt langsam am wegfaulen, unklar, ob sie durchreifen, drüber sind oder was anderes. Das Jahr ist komisch und nicht so einfach erklärbar.
Mitnehmen kann man allerdings, dass die Tafeltrauben sehr viel gerne mehr gammeln wie die Weinsorten. Definitiv ein viel engeres Erntefenster.
Länger hängen lassen können, geregelten Säureabbau, auch bei warmen Nachttemperaturen und nur moderaten Zuckeraufbau würde ich mir wünschen.
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