Großartig geplant sind meine Blumenzwiebelkäufe nicht - ich kaufe auch, was mir gefällt, und entscheide dann spontan, was im Beet wohin kommt. Vor einigen Jahren bin ich jeden Herbst mit einem ganzen Berg Tütchen aus dem Discounter nach Hause gekommen, so ein großes, leeres, neu angelegtes Beet schluckt halt doch eine ganze Menge, und gerade im ersten Jahr sieht alles noch sehr kahl aus, so dass die Blumenzwiebelpracht im Frühling umso herrlicher ist.
Im Laufe der Zeit musste ich dann auch feststellen, dass sich die Mäuse gerne an Tulpen und Krokussen vergreifen, und die besonderen Narzissensorten werden offenbar gezielt von der Narzissenfliege angesteuert, vielleicht sind die Bedingungen auch einfach nicht passend, aber die guten alten robusten Sorten sind letztendlich doch dankbarer, weil sie jedes Jahr auch ohne Pflege treu wiederkommen. In letzter Zeit habe ich dann nur noch im Ausverkauf hier und da ein paar Beutel mitgenommen, um ein paar Lücken zu füllen, ansonsten ist der Garten eigentlich gut bestückt.
Manche Zwiebeln gedeihen hier schon seit Jahrzehnten, wie die guten alten gelben Osterglocken und die Dichternarzissen, Muscari und Hasenglöckchen, da hatte ich teils uralte Horste ausgebuddelt und vereinzelt. Schneeglöckchen gab es komischerweise nur eine Handvoll, Krokusse gar keine, und nur wenige 'Apeldoorn'-Tulpen als Überlebende einer einst großen Zahl. In Sachen Schneeglöckchen habe ich gut aufgestockt und sehe an geeigneten Plätzen guten Zuwachs, auch die Elfenkrokusse beginnen sich nun langsam zu versamen, andere Krokusse stecke ich meist ein paar im Spätherbst nach, nur an wenigen Stellen werden sie von den gefräßigen Wühlern nicht gefunden.
Die Tulpen haben im Vorgarten noch mit die besten Überlebenschancen, Allium ist teils recht robust und versamt sich auch, lästig ist bisher aber noch keins geworden, außer vielleicht dieser niedrige weißblühende Lauch, der schon im Herbst sein Laub treibt, ähnlich wie Muscari armeniacum. Herbst- und Vorfrühlingsalpenveilchen scheinen nun auch so langsam mehr zu werden, da braucht man einfach einige Jahre Geduld. Auch bei denen habe ich halt immer wieder mal ein paar an vermeintlich passende Stellen gesetzt, nicht alle haben es geschafft, aber doch die meisten, und wenn sie einmal etabliert sind, kommen sie zuverlässig wieder. Mittlerweile schaue ich gezielt, wo das winterliche Laub die Lücken einnehmen kann, die einziehende Stauden hinterlassen.
Teure Sorten leiste ich mir nur selten, gerade wenn der Erfolg unsicher ist, aber wenn die Beutel im Discounter für 'nen Euro oder so verramscht werden, ist es auch nicht so schlimm, wenn nicht alle Zwiebeln austreiben. Aber so schlecht ist die Erfolgsquote gar nicht, zumindest bei Tulpen und Krokussen, bei Narzissen besteht schon eher die Gefahr des Austrocknens, bei Schneeglöckchen und Co. sowieso, das wird nur selten was. Teure Sorten pflanzt man ohnehin besser "in the green", da kann man auch gleich sehen, wie gut sie an dem zugedachten Standort aussehen. Aber da habe ich ohnehin nur ein paar Schneeglöckchen, und zwei, drei Eranthis-Sorten mit besonderen Blütenfarben, das reicht mir eigentlich.
