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Frischen Pferdemist bekommen, was nun? (Gelesen 11035 mal)

Lebendiger Boden, natürliche Düngemittel und fruchtbare Mulchwirtschaft
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Natternkopf
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Natternkopf » Antwort #30 am:

Bitte gern geschenen.
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Blush
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Blush » Antwort #31 am:

Ich hänge mich mal dran, Titel passt.
Bisher habe ich Pferdemist ca. ein halbes Jahr kompostiert. Ich hatte Mist mit wenig Einstreu, diesen habe ich entweder mit Häcksel und Grasschnitt aufgesetzt. Oder mit einem ein paar Wochen alten Kompost aus der Heißrotte.

Nun gärtnere ich auf anderem Boden und bekomme Mist vom Abäppeln der Weide. Die Simplex-Frage kläre ich noch. Der Boden ist lehmig-schluffig, Pseudogley-Braunerde. Zur Bodenpflege dieses Typs las ich die Empfehlungen, die ich jedem Boden zukommen lassen würde: Kompost und Mulch. Aber auch die Empfehlung Mist im Herbst auf die Beete zu bringen. In meinem Fall sind's Stauden und Sträucher. Mist würde den Boden lockern und für eine organische Anreicherung sorgen. Zweites ist klar. Und Mulch wäre es ja auch. Sind's aber nicht zu viele Nährstoffe in der falschen Zeit? Den Boden, der sehr schnell verklebt, fest wird zu bedecken würde mir gefallen. Ende Oktober werde ich auch ausreichend Häcksel haben, um noch drüber streuen zu können.
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thuja thujon
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

thuja thujon » Antwort #32 am:

Ist denn der Boden feucht genug, dass es nicht zu Salzstress kommt?
Ansonsten ist Stickstoffdüngung (Pferdemist enthält auch Stickstoff, 25% davon werden im ersten Jahr freigesetzt) im Herbst für Stauden und Sträucher suboptimal, da leidet unter anderem die Winterhärte.
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hobab
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

hobab » Antwort #33 am:

Wenn ich mir den fast meterhohen Giersch beim Nachbarn ansehen, der durch das jahrelange Einbringen von Pferdemist üppig wächst - ich werd den Teufel tun mir das anzutun! Dann sind die Paeonien halt nicht so toll, aber man kann ja auch Phlomis oder Salvia mögen….
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Blush
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Blush » Antwort #34 am:

thuja thujon hat geschrieben: 14. Sep 2026, 18:03 Ist denn der Boden feucht genug, dass es nicht zu Salzstress kommt?
Ob es zu Salzstress kommen könnte, das kannst vermutlich Du viel besser einschätzen, wenn ich Dir berichte: der Boden ist heute im hinteren Bereich des Gartens meiner Meinung nach nass. Es hat in den letzten Tagen geregnet, mal 9 mm, mal ein bisschen weniger, wieder 8. Einen Quetschtest in der Hand habe ich nicht gemacht, wenn ich ins Beet trete, drücke ich den nassen Boden mehrere Zentimeter zusammen. Ich mag kaum angießen ;) Vorn kommt länger Sonne hin und der Boden ist dort schluffiger, etwas geringer lehmig. Dort würde ich ihn als feucht bezeichnen. Vermutlich sagst Du jetzt, dass wir uns über die Begriffe nass und feucht einigen müssen und hast damit recht. Ich lese nach.

Nachtrag: Fingerprobe ergibt, dass der Boden frisch ist. Weder nass noch feucht. So ist das mit den gefühlten Werten. ;)

Nachtrag 2: norddeutsche Winter sind in der Regel regenreich.
Zuletzt geändert von Blush am 14. Sep 2026, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Blush
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Blush » Antwort #35 am:

hobab hat geschrieben: 14. Sep 2026, 18:12 aber man kann ja auch Phlomis oder Salvia mögen….
Kann man, tu ich auch. ;) Wenn sie mir über Winter nicht vergammeln, freue ich mich. Tatsächlich würde ich dem Beet auch keinen Mist geben wollen.
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

thuja thujon » Antwort #36 am:

Blush, eigentlich ein gutes Thema das du da anschneidest. Inuit kennen 30+ Wörter für Schnee. Warum kennen wir nur eine Handvoll für trocken und nass?

Ok, frisch, ich kanns mir grade nicht richtig vorstellen, hier gibt gerade der Portulak auf, ist eben trocken, deswegen hatte ich nachgefragt.

Um mal das fachliche wegzulassen und es kurz zu machen, ich würde den Mist in einem Komposter zwischenparken, über Winter abdecken und im Frühjahr ausbringen. Zumindest aus Mistsicht.

Die Frage von hobab, warum überhaupt Stauden und Sträucher in einem speckigen Pseudogley düngen, die ist berechtigt, die sollten wir evtl vertiefen. Fehlt es denn an was? Luft bekommt man nicht mit Nährstoffen in den Boden. Wurzeln bringen da mehr Punkte, ich bin Gründüngerfetischist.
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Hyla
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Hyla » Antwort #37 am:

Wenn's nur Pferdeäpfel sind, die kannst du breitwürfig ausbringen. Die sind nicht sehr N-haltig, sondern enthalten mehr P und K.
Stroh aus der Einstreu ist sehr N-haltig, weil darin Urin gebunden ist. Das sollte eher kompostiert werden.

Bitte nicht in dicker Schicht, so wie ich das schon mal gesehen habe, ausbringen. Das wird gerade auf sehr feuchten Böden ein ekeliger Pamps. Der Vorteil von Pferdeäpfeln ist die kontinuierliche Zufuhr von pflanzlichen Überresten, die von Regenwürmern aufgenommen und in die Gänge gezogen werden.
Einfach breitwürfig in dünner Schicht ausbringen. Wenn Äppel ganz bleiben, ist das eher ein optisches Problem. Sie werden nach und nach aufgefressen und wirken als noch längerer Langzeitdünger.
Liebe Grüße!


Wenn du denkst, es geht nicht mehr,
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

thuja thujon » Antwort #38 am:

100kg Pferdemist enthält Stickstoff 490g P2O5 320g Kalium 980g
Sehr Stickstoffhaltig ist das nicht, aber wie immer machts die Menge.
Die 490g Stickstoff entsprechen 3,5kg von einem Blaukorn mit 14%N.

Anders gesagt, 3 Schubkarren Pferdemist kann man mit einer 5 Kilotüte Blaukorn vergleichen, auch wenn der N aus Pferdemist langsamer fließt. Ich würde also keine 6 Schubkarren Pferdemist unter den Stauden im Herbst zum mulchen nehmen.
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

martina 2 » Antwort #39 am:

Anders als Blush habe ich Sandboden und keine Pferdeäpfel, sondern dünge mit einjährigem Kuhmist, der tw. mit Kompost gemischt ist. Ich weiß auch nicht, ob das für Blush relevant ist, aber ein wesentlicher Unterschied zu Blaukorn ist, daß Mist - ich denke, auch Pferdeäpfel - nicht nur düngt, sondern den Boden locker und humos macht. Letzten Herbst konnte ich keinen Mist ausbringen, was sich bei der Trockenheit dieses Sommers stellenweise sehr negativ ausgewirkt hat. Hoffe, daß das nicht zu sehr OT ist :)
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Blush » Antwort #40 am:

Der Mist ist ;D , dass ich mir nicht gemerkt oder notiert habe, wo ich beim surfen auf diese Information gestoßen bin. Ähnlich wie Hyla es jetzt schreibt, war meine einzige Vorstellung zur Lockerung des Bodens die Aktivität von Regenwürmern und anderen Tierchen, die an der Oberfläche etwas finden, was sie sich hereinziehen können. Ich kenne es noch von meiner Mutter, im Herbst kam Mist auf die Gemüsebeete. Mein Nachbar im Osten hat im Herbst gemistet und im Frühjahr großzügig Blaukorn gestreut. Zugegeben, seine Paprika waren top, mir erschien es doch ein bisschen zuviel des Guten. Wir haben ja dazu gelernt. ;)

Fakt ist, ich muss den Boden über Winter bedecken, sonst schlämmt der total zu beim Winterregen. Dafür könnte ich aber auch Häcksel nehmen.

Mein früher kompostierter Pferdemist war top. Ich habe mich darauf gefreut, diesen dunklen, gut riechenden Kompost auszubringen! :D

Mangel sehe ich an zwei Sträuchern, die ich im Frühjahr gepflanzt habe. Abeliophyllum distichum, Schneeforsythie und Ribes sanguineum, Zierjohannisbeere. Zweitere steht auf einer Fläche, auf der zwei Thujen standen. Andere dort gesetzte Sträucher sehen aber okay aus ( Rosa gallica, Rosa moschata, Lonicera purpusii etc) Schneeforsythie im Bild, Ribes sieht ähnlich aus.
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Blush » Antwort #41 am:

Noch etwas. Gründüngung mit tiefreichenden Wurzeln wäre optimal zur Vorbereitung der Beete gewesen. Ich ärgere mich auch ein bisschen, dass ich andere Prioritäten gesetzt und möglichst viele der mitgenommen Ableger schnell ausgepflanzt habe.

Ich habe hier wenig Vergleichsmöglichkeiten, die meisten Gärten bestehen aus Rasen und zu Kästen geschnittenen Sträuchern. Rhododendron gedeiht gut, bei uns verschiedene Hydrangea.. Erstaunlich fand ich, keine Brennessel zu finden, die sonst in mehreren Jahren nicht gepflegter Gärten fast immer anzutreffen ist. Die brauchen Stickstoff, der Mitbewohner sagt auch Kalk.
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

thuja thujon » Antwort #42 am:

Irgendwann stößt man beim Humusgehalt allerdings auch an die physikalischen Grenzen, wann Humus nicht mehr den Boden lockerer macht. Das ist bei vielen Böden unterhalb 4% C org der Fall. Viele langjährige Gartenböden haben allerdings C org Gehalte von 6 oder 8 und mehr Prozent. Der Boden wird dort durch weitere Humusgaben nur anmooriger und überdüngter, aber nicht lockerer.

Die Trockenheit und Bodengare diesen Sommer ist etwas spezieller. Allerdings auch abhängig von der Bearbeitung bzw Historie/Vorfrucht usw.
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Blush » Antwort #43 am:

martina 2 hat geschrieben: 15. Sep 2026, 14:00 sondern den Boden locker und humos macht.
Das ist absolut relevant für mich, Martina. Um eine Lockerung des Bodens geht's mir. Um die organische Anreicherung auch, meine Frage stellte ich aber wegen der vermeintlichen Lockerung. Ich möchte Deine praktischen Erfahrungen nicht in Abrede stellen, aber bitte, erkläre wenn möglich, warum? Thuja ist ja der Ansicht, dass Mist zur Lockerung nicht beiträgt. Hylas Erklärung leuchtet mir ein. Schließt Du Dich dieser an?

Edit tt's letzten Beitrag hatte ich noch nicht gelesen. Ich gehe alles noch mal durch.
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?

Hyla » Antwort #44 am:

Brennnessel braucht keinen Kalk, nur N. Ich habe keinen Kalk im Boden, die Brennnesseln stechen aber durch dünnere Hosen durch. Wahrscheinlich viel Kieselsäure oder so. Der GG hat früher in deren Garten die Nesseln immer ohne Handschuhe rausgezupft, hier ist er am Fluchen. ;D

Ich muß gestehen, daß ich unser kleines Beet in Schwimu's Schrebergarten immer brach liegen ließ. Anfangs habe ich umgestochen, was mein Rücken aber nicht so gut fand. Dann bin ich dazu übergegangen, den Boden mit einer Grabegabel zu löchern, damit der Frost eindringen kann. Senkrecht reinstechen, vor- und zurückbewegen, rausziehen. Das reichte aus, um die Oberfläche krümelig zu bekommen für die Frühjahrsaussaat.
Wenn verfügbar kam etwas Grünabfall in dünner Schicht drauf, z.B. Rhabarberblätter. Die sollten den ständigen Regen dämpfen.

Pferdemist wird immer als Ganzes betrachtet. Kam mir komisch vor, weil man die beiden Fraktionen von Trenntoiletten auch jede für sich betrachten kann. Dabei fällt auf, daß Urin stark N-haltig ist, Kot hingegen mehr P und K enthält.
Bekommt man Pferdeäpfel pur, enthalten diese auch weniger N als mit Urin.
Liebe Grüße!


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