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Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge (Gelesen 41866 mal)

Vom Unkrautstecher bis zum Aufsitzrasenmäher - alles, was die Arbeit erleichtert. Fragen, Erfahrungen, Berichte

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Gartenplaner
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Gartenplaner » Antwort #165 am:

Querkopf hat geschrieben: 18. Sep 2026, 15:37 Noch eine Frage - insbesondere an Staudo und Gartenplaner - zu Akku-Geräten.
Kürzlich habe ich fasziniert zugeguckt, wie der Profi meines Vertrauens mit einem Akku-Hochentaster einen Baum verkleinert hat. Ging ruckzuck - mit meinem manuellen Hochentaster (Japan-Turbosäge) hätte ich mindestens doppelt so lange gebraucht. Mindestens. Als ich das Teil zur Hand nahm, war allerdings klar: Ich könnte damit nicht arbeiten, zu schwer.
.
Was wiegen diese Dinger?
.
Bei deiner Akkuschere, Gartenplaner, habe ich nachgesehen: 1,25 kg. Meine Handscheren wiegen grad mal 200-300g...
Es hängt davon ab, von welcher „Seite“ her man kommt - ich bin inzwischen von Benzinmotor-Geräten größtenteils auf Akku-Geräte umgeschwenkt, weil letztere leichter in dem Kontext sind.

Bei der Akku-Rosenschere war ich zuerst skeptisch, fand sie aber ab dem ersten Benutzen eine wirklich große Arbeitserleichterung, man muss keine Kraft aus der Hand aufbringen.
Aber ja, da ist das Gewicht durch den Akku höher, dafür schneidet sie dicker und schneller.

Allerdings sollte man höllisch gut auf die Finger aufpassen!
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Querkopf » Antwort #166 am:

Blush hat geschrieben: 19. Sep 2026, 07:09...kannst Du zur kleinen Klappsäge bei der der Schnittwinkel einzustellen ist, bitte mehr erzählen? ...
Silky hat mehrere Klappsägen, bei denen sich das Blatt in 2 Winkeln fixieren lässt. Normal fuchsschwanzig und "hintenüber" gekippt, so dass das Blatt freier steht.
Mein Lieblings-Kleingerät ist mir im vorigen Jahr leider abhanden gekommen, muss ich mir mal wieder neu besorgen, Pocketboy. Das ist die kleinste dieser Sägen. Gibt es mit unterschiedlich feinen/ groben Blattzähnungen. Auch etwas länger zu haben, als 170er, gleiches Variantenspektrum.

Aktuell habe ich nur die F180 im Werkzeugkorb. Sehr gut, ebenfalls mit 2 Blattpositionen. Aber für manche Zwecke ist das Ding einen Tick zu groß und die Zähnung etwas zu grob.

Wenn man sich umguckt bei Outdoor-Ausrüstern, findet man noch anderen Fein-und-Klein-Sägekram. Zum Beispiel Drahtsägen. Oder Hand-Mini-Kettensägen für die Hosentasche. Funktioniert beides, sogar sehr gut, wenn man Wert auf absolute Feinarbeiten legt (z. B. blitzsauberes Auslichten dicht gewachsener Sträucher an der Basis). Habe ich selber aber schon lange nicht mehr benutzt, weil's für gärtnerische Zwecke doch arg fummelig und zeitaufwendig ist. (Deshalb in diesem Faden hier fast schon OT.)
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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hobab
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

hobab » Antwort #167 am:

Kurz nochmal zum Kleinwerkzeug, das für mich das am häufigsten benutze ist: Stecher beschreibt die Bewegung, natürlich sticht man nicht in die Wurzel, sondern in den Boden und hebelt dann die Wurzel raus. Der von dir, Querkopf, benutzte liegt wieder bei mir nur rum - sieht hübsch aus, kriegt man aber nur schwer in den Boden. Die aus Metall mit etwas Eigengewicht sind deutlich besser. Am häufigsten benutze ich den Universaljäter, mit dem fast alles rausgeht was keine tiefen Wurzeln hat, mit dem einfachen Haken kann man gut Wurzeln folgen - im Sand . Im Sand macht das Hacken um Wasser zu halten übrigens auch nicht viel Sinn, einmal weil ohnehin wenig gehalten wird und dann weil Verdunstung nach oben durch Hacken auch nicht groß verhindert wird.
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Blush
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Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm.

Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Blush » Antwort #168 am:

Damit haben wir Deine zuvor absolut klingende Aussage doch eingeordnet, hobab.

Danke für die Tipps zu den Sägen, Querkopf. Über den Pocketboy hörte ich schon öfter Lobgesänge. Weil ich die Felco 600 mit einem 16 Zentimeter langen Blatt habe, bin ich noch nicht zum Pocketboy gekommen. Das wäre aber noch mal etwas. Von Silky habe ich den Gomboy mit einem 27 Zentimeter Blatt, das ist manchmal zu lang, ansonsten ist das Sägen damit wirklich ganz leicht und kräfteschonend. Das Modell Tsurugi schaue ich mir auch noch an. Nach Vorauswahl äußere ich dann Weihnachtswünsche. ;)
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Winterrose
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Winterrose » Antwort #169 am:

Sehr interessantes Thema! Als absoluter Newbie (nicht nur im Forum, sondern auch im Garten) habe ich mir letztes Jahr, immer wenn sich die Gelegenheit bot, jede Menge Gartenwerkzeuge besorgt. Darunter viele mit exotisch klingenden japanischen Namen. Es sind einige Hacken und Harken darunter, die ich sehr hübsch finde, aber leider so gut wie nie benutze.

Ich habe eine etwas spezielle Situation: Zum einen ein Beet, das mit Brombeeren vollgewuchert war, zum anderen einen gepflasterten Hof, auf dem sich in den Fugen ebenfalls die Brombeeren, aber auch ca. einen halben Meter hohes Jakobsgreiskraut und anderes Unkraut angesiedelt hatte. Im inzwischen vollgepflanzten Beet tauchen immer noch neue Brombeertriebe auf, im Frühjahr waren es mehrere täglich, inzwischen nur noch alle paar Tage. Das Unkraut in den Pflasterfugen ist fast weg, da hat der heiße Sommer wohl geholfen. Es tauchen aber alle paar Tage neue Brombeertriebe in den Fugen auf, außerdem Hornsauerklee.

Für mich haben sich die folgenden nicht-japanischen Werkzeuge als nützlich erwiesen:
IMG_20260919_173311.jpg
Von oben nach unten:
Den Unkrautstecher benutze ich am häufigsten, vor allem im Beet, aber auch in den Pflasterfugen.
Den Fugenkratzer zum Aushebeln der tiefer gelegenen Brombeerteile aus den Fugen.
Ebenso den etwas futuristisch anmutenden zweiten Unkrautstecher, der etwas stabiler ist.
Eine ganz normale Zange zum Herausziehen von Brombeerwurzeln aus Fugen und dem Bereich unter (!) einem dicken Holzzaun.
Eine Feinmechanikerzange für die dünnen Brombeertriebe und die Stellen, wo die normale Zange nicht hinkommt.
Der Sauzahn - das scheint so etwas Ähnliches zu sein wie Deine Universaljäter, hobab - war vor allem nützlich, um die langen Brombeerrhizome aus dem Beet zu ziehen. Zurzeit brauche ich ihn kaum noch.
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

hobab » Antwort #170 am:

Den Sauzahn benutze ich eher mit Stiel, etwa um Efeu, Wein oder ähnliches aus Rosenbeeten rauszuholen, ohne das man mich für einen flagellierenden Sufi hält. Für die Arbeit im Nahkampf hat deiner eine ungünstige Form: grade das schlichte und nicht zu große macht den Jäter eben zum Universaljäter und spart mir den Gang zur Schubkarre (die der Kollege eh grade für was anderes braucht) für das genau passende Werkzeug. Ein Großteil der Arbeit kann mit Stecher und Jäter gemacht werden, am Schluss macht man noch ne Spaten-, Astscheren- und Fächerbesenrunde.
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Winterrose » Antwort #171 am:

Stimmt, Deine Jäter haben eine ganz andere Form als mein Sauzahn. Hab gerade noch mal die Kiste mit dem nicht benutzten Werkzeug durchgesehen. Und siehe da, darin befanden sich auch ein japanischer Handjäter "Raito" (links im Bild) und ein japanischer Handjäter "Niwa" (rechts).
Hübsch, nicht wahr ...
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Da Du die Teile so nützlich findest, werde ich ihnen noch mal eine Chance geben. Ich hab übrigens alles, was ich immer brauche, und einiges, was ich nur manchmal oder selten brauche, in einer Tragetasche, die ich mit in den Hof nehme und dort abstelle, wo ich gerade arbeite. So viel ist das bei mir ja nicht und so richtig schwere Geräte habe ich auch nicht.
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Winterrose » Antwort #172 am:

Dazu fällt mir noch ein: Was mich diesen Jätern gegenüber etwas skeptisch gemacht hat, ist die scharfe Kante bzw. Säge, mit der man das Unkraut ja eher abschneidet anstatt es auszureißen. Ich bin jetzt nicht sicher, ob Deine Universaljäter auch so eine scharfe Kante haben.

Das meiste Unkraut, das wir hier haben, wächst halt immer wieder nach, wenn man es nur oberflächlich entfernt. Vielleicht haben wir auch anderes, aber ich kenne mich da noch nicht so gut aus.
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

hobab » Antwort #173 am:

Valides Argument - den linken habe ich auch, von einer anderen Firma und Winterroses Einwand stimmt genau. Aber durch die scharfe Kante kann man dafür leichter tiefer schneiden und kriegt dann die Wurzel doch, man hebelt von unten hoch. Das ist im Sand nicht so wichtig, da hat die stumpfe Form eher Vorteil, aber im Lehm könnte ich mir vorstellen, das die scharfe funktioniert. Tatsächlich arbeite ich mit beiden, aber verschieden.
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Starking007 » Antwort #174 am:

Ich habe jetzt nicht alles durchgelesen.
Nach 60 Jahren gärtnern meine Erfahrungen zu "körperschonend":
An erster Stelle steht (und wird selten echt beachtet) Arbeit minimieren:
Größe des Intensivbereiches der freien Zeit anpassen.
Nur standortgerechtes pflanzen. Nur was langlebig ist, keinen Winterschutz braucht, keine Stütze, nicht von Schädlingen bedroht ist, wenig gegossen werden muß, nicht aussamt und keine Ausläufer macht. Keinen Dünger benötigt und mit einem Schnitt im Jahr auskommt. Paar Lieblinge ausgenommen.......
Unkraut eliminieren. Ganz am Anfang und ganz konsequent. Wer nicht mithilft bekommt als Essen Butterbrot zum selberstreichen. Wenn Unkraut greifbar ist, ab 1cm, muß es raus, heute, auch bei Regen, und nicht morgen. Und alles. Keine Blätter abreissen. Berufstätigkeiten stehen dem manchmal entgegen. Kompost kann unkrautfrei werden, wenn man samentragendes nicht draufschmeisst, sondern in den Gäreimer.
Pflasterfugen: Hochdruckreiniger macht altes Fugenmaterial raus, neues, unkrauthemmendes rein. Hab diverse ausprobiert, das funktioniert. Neue Beläge: Fugenanteil minimieren, nur scharfkantiges.
Rasen: Radien entsprechen dem Kurvenradien des Mähers, Nachschneiden ist konstruktiv streng zu minimieren.
Muzlchmähen, nix abfahren. Aber das einmnalige Vertikutieren nach dem 2ten Schnitt, nicht vergessen. Ein Mähroboter kann viel Arbeit abnhemen, kann igelfreundlich eingesetzt werden, Blumen kann man aussparen.
Giessen ist der häufigste gärtnerische Fehler, zumal Pflanzen Wurzeln haben. Nur in absoluten Notfällen.
Umstechen, hacken etc.: Wer einen guten Orthopäden hat, ok.
Mulchen ist zwingend notwendig, Rindenmulch ist der schlechteste aller Mulcharten, aber besser wie nix.
Usw......
Werkzeuge, Technik: So wenig als möglich, soviel wie unbedingt nötig. Das kostet alles Geld, Platz und braucht Instandhaltung. Am häufigsten brauche ich den breiten großen Schraubenzieher für 1€ vom Flohmarkt. Dann den schmalen Ausstecher. Die guter alte kleine Bügelsäge mit verstellbarem Blatt, das schnell ausgetauscht ist, die ganzen Spezialsägen sind Schrott wenn das Blatt mal stumpf ist.
Usw... , das reicht.
Jeder wie er meint...........
Gruß Arthur
Querkopf
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Querkopf » Antwort #175 am:

hobab hat geschrieben: 19. Sep 2026, 16:56...Stecher beschreibt die Bewegung, natürlich sticht man nicht in die Wurzel, sondern in den Boden und hebelt dann die Wurzel raus. Der von dir, Querkopf, benutzte liegt wieder bei mir nur rum - sieht hübsch aus, kriegt man aber nur schwer in den Boden. Die aus Metall mit etwas Eigengewicht sind deutlich besser. ...
Leuchtet ein. Spielt aber bei mir keine große Rolle, weil der Stecher eh erst als Nr. 2 zum Einsatz kommt, wenn die Zweizackgabel es nicht komplett geschafft hat. Und dann ist der Boden ja schon vorgelockert, der Stecher kommt rein.
...Am häufigsten benutze ich den Universaljäter, mit dem fast alles rausgeht was keine tiefen Wurzeln hat, mit dem einfachen Haken kann man gut Wurzeln folgen - im Sand .
Bei diesem "anatomischen" Jäten hilft mir im Lehm der Zweizack. (Überhaupt ist im Lehm alles Gabelige hilfreich: weniger Widerstand, wenn man das Werkzeug in den Boden bugsiert.) Ob der Haken-Jäter da auch nützt, sollte ich vielleicht mal wieder ausprobieren...
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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