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Ernährungsformen (Gelesen 15874 mal)

Verwenden, haltbar machen, zubereiten und genießen

Moderator: Nina

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cat1
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Re: Ernährungsformen

cat1 » Antwort #390 am:

Wir vermüllen den Thread, der allerdings von vornerein verschmutzt war ::) . Ich habe echt schlechtes Gewissen ??? Die Patienten wollten sich doch ungestört über ihren Wehwehs unterhalten, bzw wie man mitm "richtigen" Essen dagegen kämpft, wie erfolgreich der Kampf war, Erfahrungen usw, und wir spammen es voll...

Also wo waren wir denn vorher? Bei den Sesamsamen, bitter, oder nicht?
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uliginosa
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Re: Ernährungsformen

uliginosa » Antwort #391 am:

cydorian hat geschrieben: ↑1. Okt 2026, 20:34 ...
Eigentlich findet eine Abstimmung darüber täglich millionenfach in jedem Supermarkt, auf jedem Wochenmarkt, in jedem Nutzgarten, in jeder Verkaufsstelle statt. Die freie Wahl der Ernährungsformen führt zur Nachfrage für die dafür geeignete Ware, die Nachfrage sorgt für Produktionsbemühungen.
Freie Wahl der Ernährungsformen - davon kann leider kaum noch die Rede sein.

Da alle "wissen", dass tierisches Fett krank macht und Fleisch nun auch noch für den Klimawandel verantwortlich sein soll, wird die Auswahl immer öfter eingeschränkt. Im Hotel gibt es nur Magerquark und 0,2% Fett-Joghurt. Immerhin gab es Butter als Alternative zur Margarine. Butter wurde mehr gegessen ;D
Und die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen greifen automatisch zur fettarmen Milch, ist ja gesünder. Dass meine Kolleginnen trotz ihrer fettarmen Ernährung keine Taille mehr haben, im Gegensatz zu mir, die ich nur vollfette Milchprodukte esse - da sehen sie wohl keinen Zusammenhang.

Seit in Ancel Keys' 7 Countries Study hohe Cholesterinwerte mit Herzinfarkt und Schlaganfall korrelierten (dabei lagen Daten von 21 Ländern vor), dazu die Angst vor den zunehmenden Herzinfarkten bei Männern mittleren Alters, Agrar- und Lebensmittelindustrie, die sich freuten ihre billigsten Produkte teuer als gesund verkaufen zu können. Und dann kamen in den 1970er/80er Jahren die offiziellen Empfehlungen, tierisches Fett durch Pflanzenöl zu ersetzen. Studien, die zeigten, dass das schädlich ist, verschwanden sang- und klanglos im Keller.

Dazu kommt die Pharmaindustrie, die immer mehr Menschen drängen will, ihre zu hohen Cholesterinwerte zu senken. Seit es Statine gibt, haben Menschen, die wirklich forschen wollen keine Chance mehr - die Cholesterinhypothese darf nicht in Frage gestellt werden.

Dabei ist es einfach absurd anzunehmen, dass Fleisch und tierisches Fett, das von Omnivoren und Carnivoren, egal ob Menschen oder Tiere, schon immer gegessen wurde, plötzlich zum Anstieg zuvor seltener Krankheiten führen sollte. Und die Zivilisationskrankheiten nehmen immer weiter zu, obwohl weniger Fleisch und tierisches Fett gegessen werden - die normale Ernährung ist schon weitgehend plant based - Gemüsebrühe statt Fleisch/Knochenbrühe, Stärke oder Agaragar statt Gelatine, Palmfett oder gehärtete Öle statt Butter und Schmalz und, wenn ich hier lese, Haferwasser statt Kuhmilch. 60 Jahre Gehirnwäsche zeigen Wirkung.

Es ist leider so, dass traditionelles Wissen über Ernährung, die alle notwendigen Nährstoffe enthält, verloren gegangen ist. Verdrängt wurde.

Bei uns gab es gestern leckere, zarte Schweineleber mit Zwiebeln und ein paar Bratkartöffelchen in Butterschmalz.
Von der Landfleischerei, bei der der Laden immer voll ist, wenn ich auf dem Heimweg aus dem Gelände vorbeikomme.
Viele Grüße aus dem Trockengebiet, Uli
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cydorian
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Re: Ernährungsformen

cydorian » Antwort #392 am:

uliginosa hat geschrieben: ↑2. Okt 2026, 08:46 Freie Wahl der Ernährungsformen - davon kann leider kaum noch die Rede sein.
So viel Wahl war nie zuvor, seit vor 3,8 Milliarden Jahren Blitze in den Schlamm heisser Quellen eingeschlagen sind und es RNA als erstes Molekül zu einfachen Einzellern schaffte. Dazwischen war vor allem zwingende Regel, irgendwie mit allen Mitteln Nahrung erwischen, satt werden statt zu verhungern. Viel Wahl und Ernährungsformen ware nicht. Gnadenlos getrieben von der Biologie. Eine Diskussion wie hier hätte noch vor wenigen Generationen als absurd gegolten, jedenfalls ausserhalb einer kleinen Oberschicht.

Und zum Thema Gesundheit: viewtopic.php?p=4509256#p4509256
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uliginosa
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Re: Ernährungsformen

uliginosa » Antwort #393 am:

Da stimme ich dir zu.

Die Menschen konnten nur essen, was sie im jeweiligen Lebensraum an natürlichen Lebensmitteln finden konnten. Tiere, Früchte, Pflanzen. Als wir noch so viele waren und die Natur noch voll leistungsfähig, gab es Nahrung im Überfluss - du hast sicher auch schon Geschichten von den Unmengen von Lachsen in Nordamerika gelesen. Und auch in Mitteleuropa gab es Lachs im Überfluss. Und sie wussten - bzw. haben gelernt, was sie brauchen um gesunde Nachkommen zu haben.

"Gnadenlos getrieben von der Biologie" Das menschliche Gehirn hätte sich unter Mangelbedingungen nicht entwickeln können. Von "früh bis spät arbeiten" kam auch erst mit der Landwirtschaft auf. Jäger und Sammler hatten nach anstrengenden Phasen immer auch ausgedehnte Ruhezeiten. Gibt es irgendein Säugetier, dass ständig so viel Stress hat - macht, wie wir?

Zeitweisen Nahrungsengpässen im Winter oder nach Naturkatastrophen waren sie natürlich ausgesetzt. Und konnten damit umgehen - oder sind umgekommen.

Problematisch wurde es erst durch die wachsende Überbevölkerung, die Auslaugung der Böden durch die Landwirtschaft ... Hunger u.a., was Menschen zur Auswanderung trieb, nach Amerika, wo scheinbar noch so viel Platz war...

Heute haben wir die Wahl, wenn wir die Mittel haben. Das Wissen, was aber wirklich gesund ist, ist verloren gegangen. Und die Versuchung allgegenwärtig.
Viele Grüße aus dem Trockengebiet, Uli
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Nox
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Re: Ernährungsformen

Nox » Antwort #394 am:

Hyla hat geschrieben: ↑1. Okt 2026, 22:37 Hatten wir schon einen Link zum Zusammenhang kohlenhydratreiche Ernährung und Cholesterin?
https://www.netdoktor.de/news/hohes-cho ... -als-fett/
Ich bin Deinem Link gefolgt, sehr interessant. Aber an alle, die ihn nicht gelesen haben:

Der angesprochene Zusammenhang betrifft höchstens einen von 500, nämlich Patienten mit familiärer Hypercholisterinämie, diese leiden unter einem Gendefekt. Sie profitieren dann von kohlenhydratreduzierter Ernährung, wenn sie gleichzeitig unter einer Insulinresistenz leiden und andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und starkes Übergewicht hinzukommen.

Zitat aus obigem Link:
Fazit:
..."Ebenfalls unbeantwortet bleibt die Frage, inwiefern sich die Empfehlung, aus Herzschutzgründen vor allem die Kohlenhydrate im Auge zu behalten, auch für Menschen gelten sollte, die zwar hohe LDL-Cholesterinwerte haben, aber nicht aufgrund der vergleichsweise seltenen Form der familiären Hypercholesterinämie."

Offensichtlich haben die Studien vor allen Dingen herausgefunden, dass Menschen mit Insulinresistenz von kohlehydrat-reduzierter Diät profitieren - keine grosse Überraschung.
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semicolon
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Re: Ernährungsformen

semicolon » Antwort #395 am:

"Früher gab es Nahrung im Überfluss"
"Unmengen von Lachsen"

Was würden wir nur tun, wenn es heute keinen Lachs mehr gäbe. Wahrscheinlich vor dem Winterschlaf Stichlinge in Bächen jagen.
...

In den letzten 50 Jahren stieg die Lebenserwartung in Deutschland um rund 10 Jahre:
​Männer: von 68 auf knapp 79 Jahre (+11 Jahre)
​Frauen: von 75 auf über 83 Jahre (+8,5 Jahre)


Btw
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Re: Ernährungsformen

thuja thujon » Antwort #396 am:

Das könnte auch mit den vielen Pestiziden im Gemüse zusammenhängen, btw...
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Re: Ernährungsformen

cydorian » Antwort #397 am:

Das Leben und die Menschheit bewegten sich immer an ihren biologischen Grenzen. Entstand Überfluss, war der bald wieder weg, weil die Bevölkerung daraufhin wuchs oder der Überfluss wieder weg war.

Wann gabs denn das jemals? Klassischer Supermarkt, oft nur Minuten entfernt, 14 800 Artikel im Schnitt. Große SB-Warenhäuser 50 000. Eingeflogen aus aller Welt, komplex veredelt und hergestellt mit Methoden, die vor 100 Jahren noch als reine Zauberei gegolten hätten, ausgefeilt angebaut zu allen Jahreszeiten, eine Bandbreite die die allergrösste Vielfalt an Ernährungsformen ermöglicht, die es jemals gab. Begründet mit der grössten Vielfalt an Begründungen, die es je gab.

So, muss wieder weg in den Garten. Bin nämlich treuer Jünger (manche sagen "verblendet" :-) der hortozentrischen Ernährung, auch Domizilagrarismus genannt. Ernährung möglichst aus der heimischen Produktion, um Autogastrismus zu praktizieren, Selbstanbau als Ernährungsprinzip. Doch leider ist bei all der Ernährungsformenvielfalt der mögliche Anteil selbst erzeugter Nahrung so klein wie noch nie zuvor. Kein Fett, wenig Tier, kaum Nährmittel, noch nicht mal Ertrag um ein Brot zu backen.
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Re: Ernährungsformen

Mufflon » Antwort #398 am:

Die dort erwähnte Studie ist schon älter, und es gibt noch mehr, die eine eine positive Wirkung berichten.
U.a. gibt es eine kleine Studie aus Bonn, aktuell, die die Auswirkungen einer Haferkur untersucht.
https://www.uni-bonn.de/de/neues/017-2026
Zucker zu reduzieren hat viele gute Auswirkungen, es lohnt sich in jedem Fall.Ich
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Re: Ernährungsformen

Apfelbaeuerin » Antwort #399 am:

cat1 hat geschrieben: ↑1. Okt 2026, 21:41 Na, Apfelbäuerin, kein Wunder, dass viele zu euch fahren um en groß einzukaufen :) , zumal die Bayrischen Lebensmitteln ebenfalls für exzellente Qualität stehen!
Mit Verspätung: Mir war nicht bewusst, dass bei uns (manche?) Lebensmittel preiswerter sind als in anderen Teilen der Republik ??? . Dass die Qualität zumeist gut ist, wissen wir aber.
Liebe Grüße von der Apfelbäuerin


Das Schöne zieht einen Teil seines Zaubers aus der Vergangenheit.
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Re: Ernährungsformen

thuja thujon » Antwort #400 am:

cydorian hat geschrieben: ↑2. Okt 2026, 10:56Doch leider ist bei all der Ernährungsformenvielfalt der mögliche Anteil selbst erzeugter Nahrung so klein wie noch nie zuvor. Kein Fett, wenig Tier, kaum Nährmittel, noch nicht mal Ertrag um ein Brot zu backen.
Immerhin gabs mal Nudeln im Vorbeet.
Durum Limbodur 20250703.jpeg
Dieses Jahr Zucker
Zuckerrübe 20261001.jpeg
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Re: Ernährungsformen

cydorian » Antwort #401 am:

Bei Zucker hats praktizierter Hortozentrismus noch am leichtesten. Eingekochte Säfte, Honig, der Sirup aus Rüben...
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Re: Ernährungsformen

thuja thujon » Antwort #402 am:

Tomaten. Da gibts Zucker und Glutamat zusammen. Deswegen sind die ja so beliebt.
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