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Dürregejammer (Gelesen 1157411 mal)

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Nox
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Re: Dürregejammer

Nox » Antwort #8730 am:

Hier hat es gestern endlich mal durchdringend geregnet: 24 mm in 5 Stunden, das ist soviel wie im ganzen Monat September. Damit sollte die diesjährige Dürre in meinem Garten vorbei sein und ich kann mal langsam an's Staudenteilen und Umpflanzen denken. Und den Schlauch einrollen, damit ich mähen kann. Im tieferen Teil des Gartens wird die Wiese wieder grün.
Der Herbst ist angebrochen.

Es waren 5mm vorhergesagt, irren geht auch mal in die andere Richtung.
Zuletzt geändert von Nox am 7. Okt 2026, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Dürregejammer

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #8731 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑6. Okt 2026, 23:33 Kaub weiter Stromabwärts hat seit 5 Stunden minus 1cm, das dürfte ein Rekord sein.
Was heißt das?
Ein Fluss, der mit minus 1 cm fließt, sprengt meine Vorstellungskraft... 8)
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Floris
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Re: Dürregejammer

Floris » Antwort #8732 am:

Der Pegel eines Gewässers ist eine definierte Skala mit Bezugspunkten am Ufer um den relativen Wassersstand anzugeben.

Die Fahrrinne in Kaub hat bei Pegelstand "Null" noch eine Tiefe von 1,23 m, der Rhein ist dann also noch lange nicht leer.
Zuletzt geändert von Floris am 7. Okt 2026, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
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thuja thujon
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #8733 am:

Die Pegelmesslatte bzw Sensor hängt nicht an der tiefsten Stelle, sondern irgendwo, wo es gerade baulich gepasst hat. Deshalb sind alle Pegel unterschiedlich hoch, bzw bei einem Pegel von 1m bei einer Station und 2m bei einer anderen, kann es trotzdem bei beiden 4m tief sein.

An manchen Pegeln wird noch der Abfluss gemessen, in Mainz sind es zB gerade 386m³ pro Sekunde. Das ist Süßwasser, das für die Landschaft verloren ist, wenn man es nicht wieder rauspumpt und auf den Gemüsefeldern verteilt. Dort wo die Gemüseäcker beregnet wurden, wird sich über Winter wohl etwas Grundwasser neu bilden können. In den unbewässerten Bereichen wird das eher nicht der Fall sein, dazu muss erst der Boden wiederbefeuchtet werden. Das hat 2025/26 nicht wirklich stattgefunden und somit gabs den letzten Winter auch kein neues Grundwasser. Der Grundwasserpegel ist im Winter hier nur deshalb gestiegen, weil vom Mittelgebirge weiter westlich welches zuströmt, von hier kam aber keins.
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #8734 am:

Floris hat geschrieben: ↑7. Okt 2026, 12:00 Der Pegel eines Gewässers ist eine definierte Skala mit Bezugspunkten am Ufer um den relativen Wassersstand anzugeben.

Die Fahrrinne in Kaub hat bei Pegelstand "Null" noch eine Tiefe von 1,23 m, der Rhein ist dann also noch lange nicht leer.
Genau. Hier mal den Pegel Kaub online: https://www.hochwasser.rlp.de/flussgebi ... lkennwerte

Der Nullpunkt beim Pegel liegt bei 67,669 m ü. NHN, die Geländeoberkante liegt logischerweise darüber, die Fahrrinnensohle bzw tiefster Punkt kann je nach Geröllverschiebung variieren und das weiß man in der Regel nicht, weil das nicht ständig überwacht wird, also da gibts keinen Sensor und drüberfahren mit Echolot tut aktuell auch keiner.
Die Abflusswertemessung in Kaub ist am 3.10. wohl wegen Niedrigwasser ausgefallen, letzter Wert war 492m³/s. In einer zehntel Sekunde fließt also noch so viel durch, wie ich das ganze Jahr für meinen Garten zum bewässern brauche. Der Fluss ist also nicht leer oder ausgetrocknet, aber für Seitenarme kann das doch der Fall sein.

btw: Wassermelonen und Tomaten wachsen immer dann im Flussbett, wenn ein Zwischenhochwasser ausbleibt, sie nach dem keimen also nicht überspült werden. Es gibt noch andere Darmgängige Samen, die regelmäßig auflaufen, Feige zB. Dieses Jahr gehts den Melonen im Rheinbett jedenfalls gut.
Wassermelone Rheinbett 20261002.jpeg
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Re: Dürregejammer

Mufflon » Antwort #8735 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑6. Okt 2026, 23:33 Im Rhein kommt der Tau noch nicht an bzw macht sich nicht bemerkbar. Hier mal eine Hafeneinfahrt, seitdem ist der Pegel wieder um 12cm gesunken.

Kaub weiter Stromabwärts hat seit 5 Stunden minus 1cm, das dürfte ein Rekord sein.

Luitpoldhafen 67cm 20261002.jpeg
Nein, der Rekord war am 1.10., -6cm.
https://vaiama.de/pegel/rhein-kaub?zeitraum=2y
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #8736 am:

Danke. Bin gespannt, ob er nochmal dieses Jahr geknackt wird.
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Re: Dürregejammer

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #8737 am:

Das ist bei der derzeit angekündigten Großwetterlage nimmer mehr zu erwarten... (thank goodness!)
Danke für die Aufklärung in Sachen Fluß, der noch fliesst, obwohl sein Wasserstand bereits unter Null liegt... 8)
Die Beliebigkeit der Pegelstandsmessungen KANN aber SO beliebig nicht sein: Zum Schiffchenfahrenlassen braucht es ja etwas deutlich exaktere Daten... *gg*

1/10 von 492m³ als Jahresbewässerungsmenge für einen (300m²?) Garten: Das ist stolz: Sind zwar umgerechnet nur 164 Liter für jeden Quadratmeter (was ich als notwendige Zusatzbewässerung in prekären Gegenden durchaus realistisch finde), aber es sind ja nicht alle 300m² auch "bewässerungspflichtig".
(Zum Vergleich: Ich komme heuer auf 9m³ Zusatzbewässerung auf 370m² [bei bislang 336 Litern /m² aus der großen Giesskanne]).

Das Melone-im-Kiesbeet-Foto ist ja echt Hammer! Das werde ich gerne mal als "viel-sagenden" Aufhänger für einen (noch auszuarbeitenden) Vortrag über das Giessen im Hobbygarten verwenden, wenn ich darf... ;)
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #8738 am:

Hier regnet heute wieder mal alles vorbei, wie gehabt. ::)

Ich bin im blauen Keil bei Marktheidenfeld. Auf Arbeit 20 km nördlich warens 10 mm.
https://kachelmannwetter.com/de/regensu ... 0955z.html
LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #8739 am:

Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: ↑7. Okt 2026, 22:151/10 von 492m³ als Jahresbewässerungsmenge für einen (300m²?) Garten: Das ist stolz: Sind zwar umgerechnet nur 164 Liter für jeden Quadratmeter (was ich als notwendige Zusatzbewässerung in prekären Gegenden durchaus realistisch finde), aber es sind ja nicht alle 300m² auch "bewässerungspflichtig".
Ich denke ich könnte dieses Jahr mehr wie 50m³ haben. Bei 240mm Jahresniederschlag ist das immer noch wenig. Aber nur mal so als Größenordnung, was die amtliche Beratung hier dieses Jahr rausgehauen hat: 530mm bei Petersilie bis zum dritten Schnitt. Das ist eine ganze Jahressumme. Das war aber nicht übertrieben, die Verdunstung war so hoch.
Petersilie Sortenversuch DLR 2026.jpeg
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Re: Dürregejammer

Winterrose » Antwort #8740 am:

Bei uns hat's auch schon wieder aufgehört, anders als vorhergesagt, und die Sonne scheint, aber es waren immerhin 11 mm in meinem Regenmesser.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Dürregejammer

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #8741 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑8. Okt 2026, 12:18 Ich denke ich könnte dieses Jahr mehr wie 50m³ haben. Bei 240mm Jahresniederschlag ist das immer noch wenig. Aber nur mal so als Größenordnung, was die amtliche Beratung hier dieses Jahr rausgehauen hat: 530mm bei Petersilie bis zum dritten Schnitt. Das ist eine ganze Jahressumme. Das war aber nicht übertrieben, die Verdunstung war so hoch.
Das ist echt nicht wenig...! Aber auch high-end-Produktionsgärtnerei-Ansprüche.
Um es ein bisserl einordnen zu können: Ist das prognostisch gemeint gewesen - aufgrund von langjährigen Mittelwerten - oder eine rückbetrachtende Zusammenfassung dessen, was halt nötig gewesen ist, um das Petersilien-Pendant zu den 5,5 kg Kartoffeln/m² produziert haben zu können...?

Was schätzt Du denn, wieviele m² "unterm Pflug" sind, die tatsächlich bewässert werden (müssen)? Denn nur 164 Liter / m² werden es natürlich nicht gewesen sein...

An anderer - von "Amts wegen" eigentlich berufener - Stelle wird übrigens das Gerücht verbreitet, Gemüse müsse bei Trockenheit nur mit 3 Litern Wasser / Woche bewässert werden...! 8) - So zu "lernen" in der Ausstellung 'Stadt-Natur-Mensch' des Bundesverbandes der Kleingärtner hier in dessen Bundeszentrale... (Dass die Zahlen noch nicht einmal "intern" passen und die 3-Liter-These auf der Begleittafel nochmal halbiert wird: geschenkt... ::) ).

Aber wenn man mal die Gegenrechnung mit der weiter verbreiteten 20-Liter-Regel aufmacht und von 5,5 (zusatz-)bewässerungs-pflichtigen Monaten (Mitte April bis Ende September) ausgeht, dann kommt man auf rund 24 Wochen à 20 Liter = 480 Liter/m² (abzüglich natürliche Niederschläge, aber die waren ja wirklich vielererorts vernachlässigbar).
Also schon ziemlich nah dran an dem Petersilien-Wert.

Andererseits ist mir in diesem Jahr auch bei dem sehr sparsamen Giessregime nichts vertrocknet
(UND natürlich auch korrekt gewachsen; ging dabei nicht um die Überlebens-Grenz-Frage... *gg*).
Da ich mit den 9.000 Litern (+ geschätzt nochmal 2.000 aus den Regentonnen) bei (wiederum geschätzt) ca. 100 m² bewässerter Anbaufläche tendenziell eher in Richtung der 3 Liter gehe (nach obigem Rechnungsschema wären das 4,6 Liter/m²) liegt die Wahrheit vllt. irgendwo dazwischen...? [Bin nun selber sehr gespannt auf die winterliche Auswertung der Statistiken, wo ich sie für einzelne Beete mal geführt habe, weil mich das Thema insbesondere seitdem ich letztes Jahr diesen abenteuerlichen Wert in der genannten Ausstellung sah, irgendwie interessiert und dem "Geheimnis" mal auf die Spur kommen will... ;) ]

Falls jemand aus seinem Garten andere Zahlen beisteuern kann: Immer gerne her damit (gerne auch als PN)!
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3-Liter-Giessbedarfs-These
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #8742 am:

Der Bund der Kleingärtner ist keine Beratung von den Behörden, das ist ein privater Verband mit meiner Meinung nach Nachholbedarf bei manchen Themen.
Die a.Beratung, kurz DLR RLP, leistet (Industrie)unabhängige Versuche für den Erwerbsgemüsebau, da gelten die Handelsklassen, also diese Qualität muss produziert werden, nicht die Gartenqualität, die wird vom Handel nicht angenommen. Man kann Wasser sparen, 20% vom Geisenheimer Modell, aber darunter wirds kritisch. Bewässerung ist aber ein anderes Thema, wir wollten damit in einen anderen Strang umziehen. Da gibts schließlich viel zu erzählen.

Hier im Strang wird gejammert. Gestern hat es 0,6mm gegeben, heute 9,4, gemeldet ist nichts mehr, gibt somit glatte 10mm. Den Rasen wirds freuen. Seitdem ich ihn vor rund 2 Wochen mal wieder hochgewässert habe, gibts wieder saftiges grün. Die paar Wochen braucht er, um fit in den Winter zu gehen. Die Wiesen sind hier nach wie vor braun, darauf habe ich im Garten nicht den ganzen Winter über Lust, das gibt nur Matsch beim Baumschnitt.
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #8743 am:

PS: die Bewässerunsgmenge je nach Bodenart im Bild. Wie feucht man die jeweilige Kultur hält, sollte der Gärtner selbst entscheiden, zB. Kohl braucht mehr Wasser wie anderes Gemüse.
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