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Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co. (Gelesen 6503 mal)

Wurzelgemüse, Knollengemüse, Blattgemüse, Stielgemüse, Fruchtgemüse, Kohlgemüse
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #45 am:

So ging das weiter, Meter für Meter.
Zuckerrübenernte 20261010 4.jpeg

4 Schubkarren Laub sind es geworden
Zuckerrübenernte 20261010 5.jpeg

Jetzt kann man schön die Rüben sehen. Und Lücken, wo mal ein Korn nicht gekeimt ist, gibts auch.
Zuckerrübenernte 20261010 6.jpeg
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #46 am:

Die ersten unter der Bitterorange sind erwartungsgemäß die kleinsten
Zuckerrübenernte 20261010 10.jpeg

Weiter in der Reihe werden sie aber schnell größer
Zuckerrübenernte 20261010 11.jpeg

Hier mal eine schöne, Kerzengerader Wuchs, das heißt im Boden ist alles ok, nix verdichtet oder sonstwas
Zuckerrübenernte 20261010 12.jpeg
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #47 am:

Weiter gehts mit dem Spaten die Rüben anlupfen, danach gehen sie gut raus, man konnte sie mit eiern Hand greifen und ziehen
Zuckerrübenernte 20261010 13.jpeg

2 Schubkarren sind es geworden
Zuckerrübenernte 20261010 14.jpeg

Auf dem Haufen nach dem ersten mal abduschen
Zuckerrübenernte 20261010 16.jpeg
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #48 am:

Letzter Erntetag ist Feldhygienetag. Deshalb gegrubbert und dabei Restverunkrautung entfernt.
Zuckerrübenernte 20261010 17.jpeg

Anschließend anwalzen, damit das Unkraut keimen kann. Danach wird es flach gehackt (falsches Saatbeet) und Durum gesät.
Zuckerrübenernte 20261010 18.jpeg

Die nächsten Tage geht es an die Zucker und Sirup Herstellung.
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hobab
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

hobab » Antwort #49 am:

Du ziehst es tatsächlich durch? Deinen Energieüberschuss hätte ich gern - Zucker kaufen ist bestimmt billiger, aber sowas macht ja auch Spass. Aber es ging auch um Stickstoffentzug, oder?
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Gersemi
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Gersemi » Antwort #50 am:

Interessante Sache, Thuja, ich hoffe, Du berichtest weiter darüber.
Habe eben nachgelesen, wie man daraus selber Zuckerrübensirup bekommt.
.
Wir haben hier noch eine Zuckerrübenfabrik und die LKWs liefern seit 2 Wochen an.
LG
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #51 am:

Hier ist das mit den Zuckerrübenfabriken so eine Sache. Die Turbine in Offstein geht zwar wieder, aber die Rüben sind auf dem Acker vertrocknet, viel zu klein, mit Schilf-Glasflügelzikade befallen usw. Also so Rüben wie in den beiden Schubkarren gibts im ganzen Einzugsgebiet der Zuckerfabrik hier nicht. Ich hatte 3 oder 4 mal gegossen, das machte den Unterschied. Ein paar Rumänen hatten sich auch dafür interessiert, die hatten früher neben weißen Rüben auch rote. An die türkischen Nachbarn muss ich auch welche abgeben, die Mutter möchte für Baklava.

Vom Zucker herstellen gibts natürlich wieder Bilder.

hobab, ja, neben N auch Phosphor und Kalientzug bei den Reben/Tafeltrauben, also tief unten, wo man sonst kaum hinkommt mit normalen Kulturen, zum anderen Bodencheck, ob es da Schadverdichtungen oder irgendwas anderes gibt, was das durchwurzeln beeinträchtigen könnte. Da bin ich zufrieden und bei den Reben wird sich nächstes Jahr zeigen, ob sie etwas weniger wuchern, also auf den dritten Schnitt verzichtet werden kann.
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kaliz
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

kaliz » Antwort #52 am:

Danke für das Update. Schon ein spannendes Projekt.

Ein zwei Rüben würde ich trotzdem einfach mal kochen oder in Scheiben auf den Grill legen. Zuckerrüben schmecken sehr gut.
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #53 am:

Ich mag ehrlich gesagt das erdig/muffige nicht. Habe deshalb auch noch nie rote Bete angebaut.
Ich kann mich auch noch an eine Rübe auf dem Grill beim angeln erinnern, die wurde über Stunden gegrillt/geräuchert. Da hat jeder mal einen Bissen probiert und wieder ausgespuckt. Lag bestimmt auch an der Zubereitung, aber es ist ein running Gag geworden.

Hier hat sich mittlerweile auch der Anbauverband zu Wort gemeldet:
https://www.topagrar.com/acker/news/kat ... 30082.html
Nirgendwo in Deutschland ist die Zuckerrübenernte in diesem Jahr so schlecht wie zwischen Pfalz, Rheinhessen und Südhessen. Eine Insektenplage, die von ihr übertragenen Krankheiten und extreme Trockenheit haben die Erträge auf den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1991 gedrückt.
...
Viele Felder bringen nur 20 bis 30 t, und manche ergeben gar keine Ernte. Da von Woche zu Woche mehr Rüben auf den Feldern faulen, verschlechtert sich die Lage weiter.
Die Hauptursache ist die Schilf-Glasflügelzikade. Das kleine Insekt überträgt mehrere Krankheitserreger zugleich, den sogenannten SBR-Komplex. Befallene Rüben bilden wenig Zucker, werden gummiartig und faulen.

In diesem Jahr flog die Zikade so früh und so stark wie noch nie. Dazu kamen die Rübenmotte, deren Larven sich in die Rübe fressen, und eine extreme Trockenheit.
...
In Südhessen konnten Landwirte mit teurer Beregnung mehr Masse retten, doch auch dort sind die Rüben oft so krank, dass sie kaum zu lagern und nur schwer zu verarbeiten sind. Selbst die Rübenschnitzel, die sonst als wertvolles Futtermittel für Rinder dienen, sind in diesem Jahr aufgrund der Pilzbelastung kaum zu gebrauchen.
So ein Garten als Gesundlage mit weit und breit keinem Befallsdruck ist manchmal schon erstaunlich produktiv. 3-4 mal wässern hat gereicht.
Ich muss noch wiegen, wieviel kg das auf den 15m² jetzt waren.

Auf dem Acker hat es am 20. September so ausgesehen: Ende Gelände, Schicht im Schacht.
Zuckerrüben Acker 20260920.jpeg
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Roeschen1 » Antwort #54 am:

Rote Rüben schmecken lecker, süßlich,
wenn man sie ohne Wasser im geschlossenen Topf mit Schale wie Pellkartoffeln im eigenen Dampf gart.
Auf dem Grill oder Backofen im Römertopf zB.
https://www.smarticular.net/rote-bete-i ... -such&cm=1
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Hyla
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Hyla » Antwort #55 am:

Das Erdige mag ich auch nicht. Aber ich hatte mal Baby-Bete, die waren sehr lecker. Leicht süßlich und gar nichts Erdiges. Seitdem nehme ich mir immer vor, das nochmal zu machen, komme aber immer drüber weg. :-[
Liebe Grüße!


Wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.

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Roeschen1
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Roeschen1 » Antwort #56 am:

Hyla hat geschrieben: ↑13. Okt 2026, 14:14 Das Erdige mag ich auch nicht. Aber ich hatte mal Baby-Bete, die waren sehr lecker. Leicht süßlich und gar nichts Erdiges. Seitdem nehme ich mir immer vor, das nochmal zu machen, komme aber immer drüber weg. :-[
Ja, das waren kleine Exemplare.
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

ringelnatz » Antwort #57 am:

Hier hat sich mittlerweile auch der Anbauverband zu Wort gemeldet:
https://www.topagrar.com/acker/news/kat ... 30082.html
ist OT und tut mir leid an dieser Stelle deinen wirklich großartigen Thread zu kapern:
das Geseiere mit der Zuckersteuer und "der Staat nimmt sich" ist echt nicht auszuhalten.
Fakt ist, Zucker ist Suchtstoff Nr. 1 und es wäre ja mal lustig, die Gesundheitskosten auf den Hektar Anbaufläche runter zu rechnen. Was nicht die Arbeit der Bauern in den Dreck ziehen soll!
Wenn ich es richtig verstehe, wachsen Zuckerrüben nur auf sehr guten Böden. Mit Sicherheit gibt es alternative Kulturen, die auch mit den "neuen" Bedingungen gut zurecht kommen. Ach so: wenn die 80 Pflanzschutzmittel nicht gefehlt hätten, hätte die Dürre wahrscheinlich trotzdem hart reingeschlagen.
Im Allgemeinen sind Ackerfrüchte ja auch eher der Gesundheit zuträglich.

Jetzt aber zurück zum Thema: ich finde diesen Anbauversuch wirklich genial und bin schon total gespannt auf die Ergebnisse der heimischen Zuckerproduktion ;D ;D ;D
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thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

thuja thujon » Antwort #58 am:

Das muss dir doch nicht leid tun.
Es ist nicht nur Zucker Suchstoff Nr.1. Zu Zucker gehören auch die Kohlenhydrate, Mehrfachzucker wie Stärke (Nudeln, Reis, Brot), auch Einfachzucker wie Fructose (Apfel, Banane, Orangensaft) Saccharose aus der Zuckerrübe oder Zuckerrohr ist nur ein kleiner Teil des bei normaler Ernährung aufgenommenen Zuckers. Man könnte das also etwas `runder´ betrachten, wenn man den Suchstoff Nr. 1 und damit bedingte Erkrankungen wie hohe Cholesterinwerte in den Griff bekommen möchte.
Wenn einer auf seinem Gaming-Stuhl festgewachsen ist und am Tag 4 Liter Cola trinkt, wüsste ich nicht, warum die Bauern dafür herhalten sollen. Weil die zahlen dafür, auch wenns nur gefühlte 4% Anbaufläche sind, es ist mehr, was da dranhängt.

Der Pfälzische Rübenverband schreibt zu dem Thema `der Staat nimmt sich´:
Ein Hektar Zuckerrüben brachte im vergangenen Jahr fast 15 Tonnen Zucker. Ginge dieser Zucker komplett in Getränke, nähme der Staat dafür rechnerisch über 66.000 Euro Steuer ein. Der Landwirt muss dagegen mit 2.000 bis 3.000 Euro je Hektar alle seine Kosten decken. Der Staat würde sich also an jedem Hektar Zuckerproduktion, der in Getränke geht, mehr als das Zwanzigfache dessen nehmen, was der Bauer daran für seine gesamte Arbeit einnimmt. „In diesem Jahr verdienen die meisten Landwirte am Rübenanbau nichts. Der Staat würde trotzdem verdienen, und zwar ohne Ende“, so Lang.
Diese Meinung kann man teilen oder nicht, es verdeutlicht aber, wo Wertschöpfung da ist bzw wo nicht. Und nochmal, es gibt noch ein einzige Zuckerfabrik in RLP, und die steht auf der Kippe. Da hängen nicht nur die direkten Arbeitsplätze dran. Verschwindet diese Wertschöpfung aus der Region, wächst Mais als Folge, wie bei den gerodeten Weinbergen. Da hat auch die Touristikbranche kein Interesse dran.

Wegen der 80 Wirkstoffe die weggefallen sind, die waren eh nicht alle in Rüben zugelassen, das ist die allgemeine Floskel. Es geht bei Rüben auch nicht um Cercospora, die sowohl in der konventionellen als auch Biorübe mit Kupfer (wie vor 100 Jahren, hach wie modern) behandelt wird, mit mäßigen Erfolgen. Es geht um die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade, weil die sich die letzten Jahre neue Wirtspflanzen erschlossen hat. Übrigens auch beim Gemüse, auch da steht einiges auf der Kippe. Weil seit Jahren kein neuer Insektizidwirkstoff zugelassen wurde in Europa, weil man nicht wissenschaftlich basiert beurteilt, sondern die Stoffe schon raus sind, wenn es eine theoretische Gefahr geben könnte. Man steht also ohne was da, hilflos wie im Mittelalter, als die Kirche bei einer Mißernte sagte, man habe zu wenig gebetet und zu wenig Steuern bezahlt.

Die Schilf-Glasflügelzikade ist übrigens auch mit ein Grund, warum ich die Rüben anbauen wollte. Sehen, ob sie da ist, ob Kartoffeln, Möhren, Rhabarber, Zwiebeln usw in den nächsten Jahren im Garten noch gehen. Da ist die Fangpflanze schlechthin anbauen naheliegend, wenn man sie sehen möchte. Mit bunten Klebefallen kann man sie nicht locken.

Morgen soll es hier Windstill werden, da werde ich mal mit der ersten Testcharge Zuckerextraktion anfangen, mal bisschen den Prozess ausarbeiten. Ist ja nicht ganz ohne, heiß und etwas zähflüssig filtrieren usw., auch Kristalle isolieren, ich hoffe das geht ohne Wasserstrahlpumpe und Vakuum.
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Staudo
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Staudo » Antwort #59 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑13. Okt 2026, 22:12wächst Mais als Folge, wie bei den gerodeten Weinbergen.
Das ist hier auch so. Der Zuckerrübenanbau ging, der Mais kam.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
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