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Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge (Gelesen 3141 mal)

Wurzelgemüse, Knollengemüse, Blattgemüse, Stielgemüse, Fruchtgemüse, Kohlgemüse
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cydorian
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

cydorian » Antwort #30 am:

In Mist wird der bei mir eine wunderschöne, grosse Pflanze mit hohem Grünertrag. Leider ohne brauchbare Knolle. Und Dünger... gut versorgter Boden ist eh Pflicht bei Sellerie, ist ja Starkzehrer. Damit vermeidet man ein Problem, kann aber die anderen Probleme nicht kompensieren.
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Staudo
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

Staudo » Antwort #31 am:

Schnefrin hat geschrieben: ↑22. Nov 2025, 14:42 Ich finde es ganz wichtig, nach der Sommerhitze nochmal ordentlich zu düngen.
Auch unser Sellerie ist im Herbst noch einmal ordentlich gewachsen. Ich habe ihn mitsamt Wurzelballen und Grün geerntet und in den Lagerraum geschafft.
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cydorian
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

cydorian » Antwort #32 am:

Und wieder nix mit Sellerie. Von gestern:

IMG_7981.JPG

Klein, klein, klein und wird auch nix mehr. Das neue Muster ist: Er überlebt den heissen Sommer zwar, aber wenn er im Herbst wieder anfängt zu wachsen, gibts einfach keine brauchbaren Knollen mehr. Ich habe zwar bewässert, beregnet, viele Arten schaffte es dadurch so mehr oder weniger durch Sommer, aber für Sellerie reicht das Wasser nie, da müsste man sehr viel mehr Wasser raushauen.

Andere Wurzeln klappen damit. Pastinaken gehen, gelbe Rüben gehen (abgesehen von den üblichen Grundproblemen in schwerem Boden), rote Rüben gehen sehr gut, Haferwurzeln gehen sogar mit weniger Wasser, aber Sellerie - nix ischs. Nur in naturfeuchten Jahren.
ringelnatz
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

ringelnatz » Antwort #33 am:

ab wann ist denn brauchbar?
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cydorian
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

cydorian » Antwort #34 am:

3cm Durchmesser ohne Dreck. Dann gibts wenigstens Suppe. Als es noch Sommer mit Regen gab, waren 7cm der alten Sorten der Durchschnitt.
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Apfelbaeuerin
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

Apfelbaeuerin » Antwort #35 am:

Letztes Jahr hatte ich richtig große, weit mehr als 7 cm. Dieses Jahr sind sie trotz Nachdüngung so klein, dass ich sie noch gar nicht ernten mag. Vielleicht legen sie noch etwas zu.
Liebe Grüße von der Apfelbäuerin


Das Schöne zieht einen Teil seines Zaubers aus der Vergangenheit.
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

thuja thujon » Antwort #36 am:

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass Sellerie schon sehr früh in der Jugend entscheidet, ob was aus ihm wird oder nicht. Irgendwo als Jungpflanze, vielleicht wenn er mit den ersten Wurzeln am Topf aneckt oder so, könnte ein Punkt sein, an dem der Groschen fällt. Der ist dann auch nicht mehr rückgängig zu machen, egal wie viel Mühe man in die Pflege reinsteckt.
Jedenfalls sind alle Jungpflanzen, die weit entwickelt oder überständig waren, nie was geworden. Rekord liegt dort bei 8-9cm. Weit weg von 14 oder 15cm.

Ich weiß nicht wie im Vergleich zum Knollensellerie Stangensellerie normal wächst, der wurde dieses Jahr relativ jung gepflanzt, er scheint halbwegs was zu werden. Zwar mit Trockenpause im Sommer, aber er wächst.
Für nächstes Jahr also mal Knollensellerie nicht zu früh vorziehen und jung pflanzen, nicht erst mit 3-4 Blättern. Irgendwie muss das ja gehen. Auf dem Acker klappts ja auch, und die pflanzen junge Jungpflanzen.
Sellerie 20261015.jpeg
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cydorian
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

cydorian » Antwort #37 am:

Der ist eine harte Nuss, meine aber, dass Wasser im Sommer der grösste Faktor ist. Jungpflanzen kaufe ich (die sind über 4-Blatt Stadium hinaus) und ziehe selbst welche an, weil die alten Sorten massiv besser schmecken. Kaum ein Gemüse ist im kommerziellen Anbau mit heutigen Sorten so dermassen ausgelaugt und aromaarm geworden wie Sellerie. Das ist sehr traurig.

Jedenfalls pflanze ich kleine Jungpflanzen und wenn was nach dem Hauptbeet übrig bleibt, kommen die irgendwann auch noch raus. Signifikante Unterschiede bei der nachfolgenden Knollenentwicklung sind da nicht zu sehen, läuft in (den nun üblichen) schlechten Jahren gleichschlecht und in Regenjahren besser.

Auspflanzen eine Woche nach diesem Stadium:
Sellerie Jungpflanzenanzucht 3.JPG
Vorher noch mit mehr Licht draussen abhärten. Aber gerade kleine Jungpflanzen verbrennen Anfang Juni bei über 30° und kein Regen mehr, was leider sehr häufig geworden ist. Früh sehen, mehr Wasser im Boden, gut, dann wieder Frost, Vernalisation. Irgendwie hilft nichts mehr, eingeklemmt in einem Klima wie dieses Jahr, das Ende Mai am Boden auf 0° runtergeht und eine Woche später alles verbrennt was nicht geschützt ist. Und auch das stundenlange Überkopfberegnen mit hochgepumpten Grundwasser geht nicht.

Nächstes Jahr probiere ich es nochmal mit wesentlich mehr Wasser pro Quadratmeter auf einer kleinen Beetfläche. Das sollte für 2qm möglich sein und klären, was mit Wasser zu erreichen ist. Gemässigter wird der Sommer wohl nicht mehr.
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

thuja thujon » Antwort #38 am:

Ich gehe d´accord mit wir habens hier mit dem Mietzemätzchen zu tun.

Wasser, wir beide wissen, Gießkanne ist nicht Regen. Auspflanzen, in vorgedüngten Boden für Bodenschluss sorgen.

Habe mal die Bilder vom Frühjahr gesucht, das war am 28. März.
Sellerie 20260328.jpeg
Und da war der Punkt mit auspflanzen, also hier im Bild vom 5. April war es schon ziemlich sehr spät.
Unterm Strich nur 7 oder 8 Tage, aber die ersten 3 sind wohl für wird was und die anderen 5 dann kann man sichs auch sparen. Gemüse halt, wie in der Pfanne, möchte auch auf den Punkt gepflanzt werden, knackig, nicht knatschig.
Sellerie 20260405.jpeg
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

Floris » Antwort #39 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑17. Okt 2026, 00:36 auspflanzen, also hier im Bild vom 5. April war es schon ziemlich sehr spät.
Ist schon lange her, dass ich selbst Sellerie angebaut habe, ich brauche den nicht unbedingt. Ich habe den nicht als so sehr besonders in Erinnerung. So groß wie die im Handel waren meine Knollen aber meist nicht.
Der Hauptunterschied zu dem was ihr beschreibt liegt für mich in der Zeit des Auspflanzens: Ich erinnere mich, dass damals Sellerie zusammen mit Lauch und Tomaten grundsätzlich erst Mitte Mai, nach den Eisheiligen angeboten wurde. Zuvor wurde die Pflanzen, die dann schon recht kräftig waren, zunächst im beheizten Gewächshaus und, ab Anfang April, im kalten Frühbeetkasten frostfrei angezogen.
Bei genügend Feuchtigkeit sollte somit doch auch ein späterer Anbau funktionieren.
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

thuja thujon » Antwort #40 am:

Ok, da habe ich mich unklar ausgedrückt, ich meinte mit spät die sehr weit fortgeschrittene Pflanzenentwicklung.
Wann man auspflanzt, das sollte jeder abschätzen können, wann es soweit ist. Sie sollen eben nicht mehr kalt bekommen, damit sie nicht schießen. Wenn die Eisheiligen bei jemand Thema sind, dann kann man warten, bis die rum sind.

Hier nochmal ein Bild wie sie im Verkauf stehen. Die Kisten bzw Entwicklungsstadien wechseln, je nach dem wie abverkauft wird. Also es gibt auch überständige Jungpflanzen und die in der Kiste zähle ich schon dazu, kleiner wäre besser.
Sellerie Jungpflanzen.jpeg
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

cydorian » Antwort #41 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑17. Okt 2026, 10:48 Sie sollen eben nicht mehr kalt bekommen, damit sie nicht schießen. Wenn die Eisheiligen bei jemand Thema sind, dann kann man warten, bis die rum sind.
Nur zu wahr. Letztes Jahr noch am 22.5. Bodenfrost. Erhöht das Schossrisiko enorm.
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

thuja thujon » Antwort #42 am:

Das ist der Zeitpunkt, wo ein Vlies Sinn macht. Am besten die Wochen vorher schon.
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

maculatum » Antwort #43 am:

Jetzt hab ich mich als stiller Mitleser seit Jahren mal wieder eingeloggt. Vielleicht finden wir gemeinsam heraus, warum im Gegensatz bei mir der Sellerie diesmal so gut lief wie noch nie.

Die Pflanzen stehen noch auf dem Beet.
Der Bestand hat 10-15% Ausfälle ausschließlich durch Nagetierfraß.

Bild

Letzte Maiwoche gepflanzt, 50×40cm Abstand, Sorte Prinz, also keine alte Aroma-Sorte. Bio- Jungpflanzen gekauft im Erdpresstopf. Waren recht weit entwickelt, ähnlich wie auf Thujas Bild. Vorfrucht war Gründüngung Erbse. Grunddüngung ca: 80l Kompost, 10 Handvoll Steinmehl und 350g Horn- / Haardünger auf 15m². Keine Kopfdüngung außer dem Mulch.

Gewässert in den ausgedehnten Trocken- und Hitzezeiten eimal wöchentlich mit ca. 20l/m².
Nach dem zweiten Hacken nicht zu knapp mit Heu gemulcht.
Jetzt hab ich eine möglichst repräsentative Knolle mal geerntet, auch um ins Innere zu schauen.

Bild

Bild

Ein knapp walnussgroßer Hohlraum, sonst nicht übermäßig knackig, aber für meine Begriffe auch nicht zu weich. 1,5kg, 14cm Durchmesser.
Geschmackstest: unspektakulär auf Supermarkt-Niveau. Da kann ich Cydorian nur zustimmen.


Zum Vergleich ein anderer Standort:
Selbe Charge, selbe Pflanzzeit. Unterschiede: Diesmal stand zwischen den Reihen eine drei Wochen zuvor gepflanzte Reihe Salat (Intercropping-Versuch). Gemulcht wurde erst nach der Salat-Ernte, die 4 Wochen nach der Selleriepflanzung stattfand. Vorfrucht war hier überwinterter Grünkohl. Nachmittags zunehmend schattig.
Hier sind die Knollen deutlich kleiner.

Bild
Waldrand, Nordhang, vierhundert Meter:
Hier blüht alles drei Wochen später.
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Re: Knollensellerie, Anbautechnik, Erfolge, Misserfolge

cydorian » Antwort #44 am:

Gewässert in den ausgedehnten Trocken- und Hitzezeiten einmal wöchentlich mit ca. 20l/m²
Das ist sicher einer der Faktoren. Dafür hatte ich das Wasser nicht. Auch weitere Teile des Gartens hätten das gebraucht, das wären rechnerisch über die Trockenperiode hinweg auf der besonders bedürftigen Teilfläche insgesamt 24 Kubikmeter gewesen. Mit dem grossen "Rest" 60 bis 80.

Und jetzt hab ich noch eine Beobachtung gemacht: Mein Regner beregnet nicht ganz gleichmässig, wie Viele. Am Umkehrpunkt kommt mehr Wasser in den Boden. Nicht vermutet, sondern gemessen mit einem aufgestellten Messbecher, weil mir das aufgefallen ist und ich wissen wollte, ob das nur eine subjektive Beobachtung ist oder objektiv. Ich hab das mal mit einer KI visualisiert:
gener.jpg
Und genau im Umkehrbereich, wo mehr Wasser kommt, da sind die Knollen wesentlich dicker geworden wie in der Mitte.
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