Hallo, Cyra,hallo, Marion,nochmal was zum Thema Wurzelkonkurrenz und Wurzelschutz (wahrscheinlich z. T. OT - andererseits: fürs Bourboninnen-Pflanzen vielleicht auch nicht völlig uninteressant

):In meinem Garten habe ich Kletterrosen gnadenlos an alles gesetzt, was Baum ist, Flachwurzler inklusive (ich muss halt die Bäume nehmen, die da sind, andere hab' ich nicht

). Also auch an Koniferen (Kiefer, Omorikafichte, Stechfichte), an eine ziemlich große Birke, eine Eberesche, eine Weide, eine Zierkirsche. Das geht. Allerdings brauchen die Rosen da allesamt länger als anderswo, um in die Strümpfe zu kommen; einige noch recht junge (plusminus drei Jahre) fangen grad erst ernsthaft zu wachsen an - aber sie wachsen

. Alle stehen höchstens einen Meter vom Baumstamm entfernt. Alle mit Wurzelschutz, in 20-Liter-Baueimern ohne Boden (für kleinere Eimer muss man die Rosenwurzeln allzu stark beschneiden, finde ich). Heißt, dass man beim Pflanzen verflixt große Löcher buddeln muss. Und u. U. vier, fünf, sechs Anläufe braucht, bis man eine Stelle gefunden hat, die frei ist von den armdicken Haupt- und Haltewurzeln des jeweiligen Baums. Solche Wurzel-Lücken habe ich aber bei allen Bäumen gefunden (nicht immer da, wo's mir am liebsten gewesen wäre, aber man kann nicht alles haben

). Kleinere Wurzeln und Feinfilz habe ich im Pflanzloch-Bereich komplett gekappt (eigens dafür habe ich eine alte Astschere aufbewahrt, die ich wg. Schartigkeit Ästen nicht mehr antue) – das dauert, geht aber ohne unanständige Kraftmeierei

, und es schadet größeren Bäumen nicht. Den Wurzelschutz darf man dabei nicht überschätzen: Er dient einzig dazu, die Rose zum Tief- statt Breitwurzeln zu zwingen und ihr auf den ersten 50, 60 unterirdischen Zentimetern die Konkurrenz von Baumwurzeln zu ersparen. Ist sie einmal unten rausgewachsen aus dem Schutz - das tut sie relativ flott, so in drei, vier Jahren -, ist sie eh stark genug, um sich zu behaupten. Der Wurzelschutz, wenn er denn stabil und dauerhaft genug ist (ob Folie da reicht, bezweifle ich), bleibt weiter wirksam gegen seitlich reinwachsende Baumwurzeln in der obersten Bodenschicht, hilfreich besonders in der Nähe von Filzmachern wie Birken, Fichten & Co. Dafür darf der Eimer nur nicht zu tief stecken; Oberkante knapp unter der Oberfläche ist am besten. Denn sonst wachsen die Baumwurzeln von oben her rein und legen den Rosen Würgeschlingen um den Wurzelhals. Okay, so zu pflanzen, ist eine Mordsarbeit. Aber ich habe bisher den Eindruck, dass es sich lohnt - den Rosen geht’s recht gut, und die Bäume lassen sich nicht stören. Flieder ist speziell, mein verblichener war’s jedenfalls: Derart brutalen Dicht-Feinfilz direkt unter der Oberfläche produzieren nicht mal Birken. Regelmäßiges Kappen in einem gewissen Umkreis um den Strauch herum befreit wahrscheinlich die Nachbarpflanzen; aber ob das auf Dauer dem Flieder bekommt, weiß ich nicht. Schöne GrüßeQuerkopf
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137
"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)