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Fischinvasion (Gelesen 5690 mal)
Moderator: Nina
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Re:Fischinvasion
Ein Barsch reicht auch um sämtlicher Kaulquappen und Molchlarven und später sogar erwachsene Molche zuverlässig zu entfernen. Allerdings lässt er sich auch gut rausangeln. Ein guter Freund von mir hat Bilsenkraut angebaut (er ist Biologe) und im Spätsommer Amphibiengewässer mit einem Wurzelauszug (Bilsenkraut der zweijährigen Form) fischfrei gemacht.Wenn Du allerdings Beziehungen zu Fischereigenossenschaften oder Anglervereinen hast kann man einen kleineren Teich auch gut mit Elektrofischgeräten sauber kriegen.Für Amphibien ist es sogar von Vorteil wenn der Teich im Spätsommer trocken gelegt wird. Ein hoher Besatz von großen Libellenlarven kann zum Beispiel dazu führen das in einem Teich nicht mal die Erdkröte eine Quappe durchbringt, trotz mehrer Gelege. Die sterben zwar nicht in wenigen Tagen ab, aber die Vögel fressen ziemlich viele wenn sie sich im Schlamm bewegen, genauso wie die kleinen Fische. Ich würde das mindestens alle drei Jahre machen eine kleine Dürre ist der reinste Jungbrunnen für einen Teich. Außerdem kann man mit dem Schlamm und überzähligen Wasserpflanzen wunderbar den Kompost beflügeln.
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Axel
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Re:Fischinvasion
So verallgemeinern kann man das mit den Fröschen und Molchen nicht. Wasserfrosch, Erdkröte und Teichmolch kommen ganz gut in Gewässern mit Fischen vorwärts. Da die Kaulquappen der Wasserfrösche meist bis in den Herbst brauchen, zum Teil in kälteren Gewässern/Jahren sogar als Kaulquappe überwintern wäre für die ein Trockenlegen deutlich schlimmer als ein Raubfisch. Extrem auf flache häufig trocken fallende Gewässer sind Unken und Laubfrösche spezialisiert. Denen käme das Trockenfallen im Spätsommer Herbst entgegen. Ansonsten kommt es stark aufs Gewässer an. Wenn es genügend Flachzonen und dichte Wasserpflanzen gibt, dann kommen auch etlich Kaulquappen durch. Wir haben einen Karpfenteich mit etlichen großen Karpfen,Barschen etc. in dem jedes Jahr Wasserfrösche laichen und junge Wasserfrösche durchkommen und junge Erdkröten je nach Jahr in Massen aus dem Wasser kommen. Beim Ablassen im Herbst sind dann auch immer Teichmolche zu finden. Nur um die Mär der alles verzehrenden Fische ein bißchen zu relativieren.
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Re:Fischinvasion
Lieber Amur einen 60 qm Teich mit einem Karpfenteich der scheinbar extensiv besetzt ist zu vergleich ist schon etwas gewagt. Wasserfrösch überwintern in wenigen einzelnen Exemplaren (meist Riesenwüchsig). Auch wenn sie sehr spät laichen gehen der großteil noch im gleichen Jahr an Land. Teichmolche sind meist beim Ablassen im Herbst schon längst an Land gegangen. Wäre auch eine Ausnahme wie deine überwinternden Wasserfroschkaulquappen. I_m Gebirge wär das vielleicht anders. Grasfrosch, Springfrosch, Moorfrosch, Erdkröte, Wechselkröte und einige andere profitieren sicher von Fischfreien Gewässern. Meine Freunde und ich haben so ziemlich alles was an Amphibien bei uns lebt gehalten und gezüchtet.Ein extensiver größerer Fischteich ist in der Tat besonders mit einem guten Wasserpflanzenbestand und sich gut erwärmenden Flachwasserzonen ein gutes Amphibienbiotop an dem man selbst Kammmolch, Laubfrosch und Wechselkröte finden kann. Aber betonung auf extensiv = relativ wenig Fische. Die meisten Teiche die ich heutzutage sehe sind so ziemlich amphibienleer, abgesehen von Erdkröten. Der eine Barsch wäre tragbar wenn nicht zu groß und Bereiche von dichten Unterwasserpflanzen in dem 60 qm Teich sind. Das Hauptproblem selbst bei vollständiger Entfernung der Fische, sind die Enten die immer wieder Fischlaich in solche Gewässer tragen, deswegen gelegentliche Trockenheit!
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Axel
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Re:Fischinvasion
Also Partisane, der Karpfenteich ist relativ klein und ist durchaus vergleichbar. Es ist keine Erwerbsfischzucht sondern nur HObby. Was ich oben nur sagen wollte: Fische ist nicht gleich sonst toter Teich.Wer ausschließlich bestimmte Amphibien (Unken, Laubfrösche) haben will, sollte den Teich im Herbst immer ablassen. Solche Teiche haben aber idealerweise eh nicht die Tiefe, daß darin was überwintern kann, sondern imitieren saisonal bestehende Gewässe. Der Teich muß aber gleichzeitig sehr sonnig sein. Und in den Monaten Juni und Juli sollte in weitem Umkreis nicht mit dem Rasenmäher gemäht werden. Der kostet auch sehr vielen Jungfröschen das Leben. Weiter ist zu Bedenken, daß ein solcher Teich nie ein klares Gewässer wird sondern meist ein trübes algiges Gewässer ist, was ja auch im Sinne der Amphibien ist, denn die Kaulquappen finden darin sehr viel Nahrung und wachsen dann sehr schnell.Wer umgedreht ein klares Gewässer will, sollte eine eher schattige Lage suchen. Da hinein werden sich keine Laubfrösche oder Unken verirren. Dort lassen durchaus ein paar (nicht Mengen) an Fischen tolerieren. Und um eben die Zahl relativ gering zu halten ist ein kleiner Räuber wie Sonnenbarsch durchaus von Vorteil. Extrem und sicher kritisch sind Zwergwelse zu sehen. Die Räumen wirklich alles ab. Der Hecht wird schnell zu groß für den TEich und wird dann nach einem Winter bäuchlings oben treiben, was ja nicht sein muß. Zwischenstufen gibt es immer, klar.
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