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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: neo am 17. Oktober 2021, 12:32:15

Titel: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 12:32:15
Willkommen am Wald ;), wo es im Moment ein bisschen so ausschaut, als sei jemand grade frisch eingezogen, aber für das Einrichten war bisher keine Zeit. Es steht ein bisschen was rum, aber man (ich) weiss nicht so recht, was werden soll.
Was man auf dem Bild nicht sieht, ganz rechts und ganz links stehen noch zwei grosse Eiben.
Irgendwas soll da werden, aber eine grossflächige Bepflanzung dürfte es nicht sein. Deshalb hatte ich die Idee, die alten Steine raufzuholen, Beetumrandung, Erde aufschütten, im kleineren Stil etwas aufpflanzen.
So sehen die Steine aus.
...
Die Steine rutschen jetzt ziemlich runter...
Aus Gründen der besseren Auffindbarkeit kommt die Pflanzenliste, die sich im Verlauf des Threads angesammelt hat hier nach oben.
Wer die Wahl hat....;) Ich weiss, was ich über den Winter u.a. machen werde, vielen Dank für die vielen Pflanzenvorschläg!
.
Walderdbeere ( kann wuchern, eher leicht zu ziehen)
Potentilla sterols
Omphalodes verna
Helleborus x hybridus und foetidus
Epimedium von der «starken Front»; Frohnleiten, Amber Queen, Pink Constellation, x rubrum, sulphureum
Brunnera
Digitalis purpurea (samt sich im offenen Boden aus)
Lamium orvala (für den Frühling, auch die helle Sorte)
Salvia glutinosa (Blüte Spätsommer)
Corydalis: lutea, ochroleuca, solida (blüht im frühen Frühjahr)
Melittis melissophyllum (soll sehr wichtig sein, muss ich noch rausfinden warum;))
Vinca minor (kann wuchern)
Tiarella cordifolia
Ophiopogon planiscapus
Cornus canadensis (nicht im kalkigen Boden)
Kerzenknöterich `JS Caliente`
Lunaria: rediviva, annua
Hesperis matronalis
Aquilegia vulgaris
Aster divaricatus, A. ageratoides 'Asran' (braucht Platz, wuchert)
Euphorbia amygdaloides
Galium ordoratum (kann wuchern)
Geranium:  macrorrhizum,  x cantabrigiense,  oxonianum,  phaeum (auch in weiss, braucht mehr Feuchte),
nodosum (Samenschleuder), robertianum `Alba`(wer ihn gern riechen mag)
Heuchera (diverse Sorten)
Hosta (diverse Sorten, Empfehlung H.lancifolia)
Iris foetidissima
Lamiastrum galeobdolon (im Galopp?;)/ wucherig, überrankt)
Liriope muscari, L. spicata (kann wuchern)
Lithospermum  purpurocaeruleum (wucherig)
Symphytum grandiflorum (kann wuchern) u. a., `Blaue Glocke`wächst horstig
Tellima grandiflora (mit)
Campanula latifolia `alba`(und)
Saruma Henri
Trachystemon orientalis (kann wuchern) (mit)
Anchusa officinalis (samt aus)
Viola sororia
Waldsteinia ternata (kann wuchern), W. geoides
Smyrnum perfoliatum (Sämlinge!!!)
Oxalis acetosella (im kalkigen Lehm gesittet, in sandig-humos-sauren Böden überbordend wuchernd)
Meconopsis cambricum ( hübsche Samenschleuder für den Schatten = Licht an; gelbe und orange Blüten)

Cyclamen hederifolium und coum (mit)
Hepatica und Sanicula europaea
Asarum europeum  (kalkiger Boden)
Polygonatum
Schneeglöckchen
Scilla siberica
Eranthis hyemalis
Arum italicum
Maiglöckchen (Variegate Sorten weniger wüchsig)
Cardamine: pentaphyllos, bulbifera
Anemone: nemorosa, ranunculoides
Hyacinthoides hispanica
Lilium martagon

Millium effusum `Aurea` (Sämlinge)
Melica uniflora (Sämlinge)
Phaenosperma globosa
Luzulla: sylvatica/ nivea/ luzulloides
Carex morowii, C. oshimensis in Sorten

trockenheitsrobuste Farne: Polystichum: setiferum und Sorten, rigens, polyblepharum, tsus-tsimense (niedrig, glänzend)/  Dryopteris: filix-mas, siboldii, erythrosora/ Polypodium vulgare und cambricum & Sorten/ Cyrtomium fortunei/ Asplenium scolopendrium (Tipp: speziell an trockenen, schwierigeren Standorten alte Wedel dranlassen, weniger Stress)

Rhodotypos scandens
Illicium anisatum
Danae racemosa
Ruscus: aculeatus/ hypoglossus/ x microglossus

Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 12:39:51
Ich habe dann mal ein bisschen gekritzelt - war dann auch unsicher, ob Holz dort evtl. nicht besser passen würde, ich weiss es im Moment nicht und wüsste grade nicht wie- und bin mit den Steinen im Moment bei dieser Version. Umrandung um den Hasel, Bepflanzung dann also direkt um den Hasel.
Wer sieht vielleicht mehr als ich?
(Die beiden Asthaufen im Hintergrund möchte ich ganz gern einfach stehenlassen.)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Nova Liz † am 17. Oktober 2021, 12:50:11
Komm,nicht kleckern,klotzen. 8) ;)
Ich sehe da schon deutlich einen sich schlängelnden Waldpfad.Und damit würde ich anfangen.Der Rest ergibt sich nach und nach und ist schon leicht vorhanden.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Quendula am 17. Oktober 2021, 12:52:07
Ich würde gar nicht so gezielt Beetfläche abgrenzen und umranden, womit auch immer, und die Steine und zukünftigen Stammstücken lieber ungeordnet arrangieren. Also gerne Erde aufschütten, mit Steinen und Holz abfangen und die Bepflanzung um die Hasel konzentrieren und dann auslaufen lassen.
Aber an Hasel muss man öfter ran und alte Stämme rausholen, zwecks Verjüngung ... Bau Dir dort also nicht allzuviel zu.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 13:06:59
Komm,nicht kleckern,klotzen. 8) ;)
Ich habe nicht ganz deine (kreativen und sonst) Gartenkräfte. ;)
Aber an Hasel muss man öfter ran und alte Stämme rausholen, zwecks Verjüngung ... Bau Dir dort also nicht allzuviel zu.
Das ist ein guter Hinweis, habe ich nicht dran gedacht.
Du würdest also eher so nach der "Hingeworfen-Methode" vorgehen, wenn ich richtig verstehe. Wie wirft man gut hin, das ist jetzt die Frage. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 17. Oktober 2021, 13:29:32
Ich wär auch eher gegen "Rasenkantensteine"  ;)
Du hast dort Gundermann, oder?
Der ist nicht der schlechteste Bodendecker.
Allerdings wird man den, wenn man ihn denn weg haben will, kaum los, wenn man nicht ständig hinterher ist.
Walderdbeere dazu, Asarum europaeum, Omphalodes verna, dann verstreut Helleborus sei es x hybridus oder foetidus 'Westerflisk', die sich über den Teppich erheben, Epimedium 'Frohnleiten' setzt sich da auch durch, andere Epimedien aber ebenso, 'Amber Queen' und 'Pink Constellation' z.B. bei mir.
Die Haseln musst du nicht unbedingt auslichten, also Stämme rausholen - wozu?
Es soll ja waldig sein und verjüngen muss man nicht, Haseln werden dann große, mächtige Strauchgestalten, kollabieren aber nicht wie andere Sträucher, die man gut auf den Stock setzen kann.
Ein Nachbar von uns hat einen 40 Jahre alten riesigen Haselstrauch.
Aber, Haseln haben einen recht dichten, oberflächennahen Wurzelfilz.
An den Stellen, wo keine Bodendecker wachsen gehen Cyclamen hederifolium, wo es nicht zu trocken ist, purpurascens und natürlich coum.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Nova Liz † am 17. Oktober 2021, 13:32:15
Vielleicht schlecht ausgedrückt.Du solltest das Ganze sehen ,nicht nur die Mitte. ;)
Es reicht schon,wenn du diese Steine (vielleicht zwei Haufen,ein größerer und ein kleinerer Abkipper) so hinwirfst,dass  eine gedachte Linie (denke dir vor der Gehölzkulisse einen Bogen) verfolgt wird, ohne einen geschlossenen Rand zu legen.Also nicht wie bei einem Gartenbeet,sondern offen.Eine natürliche Struktur,ohne einzugrenzen.Ich kanns nicht besser beschreiben,meine aber damit, minimalen Rahmenstruktur zu versuchen.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 17. Oktober 2021, 13:43:12
Ich würd die Steine komplett weg lassen.
Wenn der Boden nicht von sich aus sehr steinig ist, sieht das schnell aus wie "gelandete UFOs".
In den Eibenhain bei mir schlepp ich immer wieder abgebrochene Obstäste, auch sehr sparrige, oder ganze Stammstücke, wenn sie bewegbar sind.
Das passt für mich besser zu einem möglichst "natürlichen" Waldbild, wenn man das denn anstrebt.
Im Eibenhain ist der Weg auch gar nicht durch irgendetwas definiert - er bildet sich durch immer wieder drüber laufen (in meinem Fall Efeu) und wurde eine zeitlang mit Rindenmulch "schlammresistent" gemacht, inzwischen ist aber dort so viel Nadelmulm von den Eiben, dass es keinen Rindenmulch mehr braucht.
Brunnera gehen gut bei mir an solcher Stelle, Millium effusum 'Aureum', Melica uniflora, da du dort in Breite und Höhe Platz hast, könntest du der weit überhängende Gestalt von Phaenosperma globosa Ausbreitungsplatz zugestehen...
Schneeglöckchen, Scilla siberica, Eranthis hyemalis....
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 14:33:19
Die Haseln musst du nicht unbedingt auslichten, also Stämme rausholen - wozu?
Der dort am Wald hat wohl eher zu wenig Licht und wächst deshalb nicht so gut. Ich hatte den vor drei, vier Jahre  mal ausgelichtet, hat ihm eigentlich gutgetan, er treibt jetzt wieder besser von unten.
Unseren ganz grossen Hasel auf der Wiese hat es diesen Winter (Nassschnee) komplett flachgelegt, mitsamt Wurzelteller. Lag wie ein Riesenkraken in der Wiese. Ich denke, das wäre weniger (oder nicht) passiert, hätte man ihn mal ausgelichtet.
Vielleicht schlecht ausgedrückt.Du solltest das Ganze sehen ,nicht nur die Mitte. ;)
minimalen Rahmenstruktur zu versuchen.
Das werde ich mal so mitnehmen, danke.
.
Betr. Bepflanzung ist dort unten einfach ein ganz hartes Pflaster, im Sommer sehr sehr trocken. Ich hatte mir erhofft, dass durch Aufschüttung die Situation für Pflanzen ein bisschen leichter würde. Wobei ich nicht weiss, ob das wirklich stimmt, könnte ja evtl. auch schneller austrocknen weil erhöht? Das teilweise Aufschütten behalte ich trotzdem mal als Option.
Von wegen Steine und/oder Holz werde ich weiter überlegen, auch betr. der Bepflanzung. Den natürlichen Bewuchs müsste ich mal genauer studieren, kann ich Moment gar nicht sagen, was dort so wächst. Jedenfalls nicht viel Verschiedenes, halt wirklich alles andere als eine Luxussituation was Licht und Wasser angeht.
Danke für eure sonntäglichen Inputs, ist halt doch auch gut, wenn andere Augen draufschauen, Hirn ist angekurbelt. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 17. Oktober 2021, 15:03:57
Haseln treiben immer von unten, wenn man anfängt, Stämme raus zu schneiden.
Wie gesagt, ich kenne ein über 40jähriges Exemplar beim Nachbarn auf einem Rasenstück, das zwar auch mal ausgelichtet wurde, aber dann auch jahrzehntelang wieder nicht mehr.
Eine umgekippte Hasel hab ich noch nie gesehen - hängt dann vielleicht auch stark von der Bodenart und vor allem Mächtigkeit ab...

Aufschüttung hilft zuerst schon - ist aber auch schnell von der Hasel und den benachbarten Bäumen durchwurzelt.
Deren Wurzeln registrieren sofort, wenn irgendwo mehr Nährstoffe/Wasser auf einmal verfügbar sind.
Insofern hilft es beim Start, ich würde aber trotzdem die Pflanzen nach Trockenheitsverträglichkeit auswählen.

Ich würde auch die vorhandene Vegetation integrieren, wenn du nicht in Dauerunkrautjäten investieren kannst.
Ich hab ja einen Bereich, den ich Shrubbery nenne, dort habe ich direkt zu Füßen einer Haselhecke, die man auf den Bildern am Rand immer wieder sieht, noch weitere Sträucher versammelt - aber auf der untersten Ebene wächst und gedeiht das alles, das ich oben schon aufgezählt habe:
... "Shrubbery" ..., Stand 24. März:

(https://up.picr.de/41066765hk.jpg)

(https://up.picr.de/41066850ys.jpg)

(https://up.picr.de/41066852vy.jpg)

Und 2. April:

(https://up.picr.de/41066888ou.jpg)

(https://up.picr.de/41066887fi.jpg)

(https://up.picr.de/41066906qu.jpg)

(https://up.picr.de/41066898mc.jpg)

(https://up.picr.de/41066894io.jpg)
...
Dort war vorher schon Gundermann und den werde ich auch nie wirklich los.
Achtsam sollte man bei Efeu sein, der gerne von Vögeln eingesät wird, der hat schlussendlich bei mir den gesamten Eibenhain vereinnahmt, da schauen jetzt nur noch die höheren Helleborus, Epimedium, Polygonatum und Brunnera raus, alles niedrigere wird von dem verdrängt:
...
(https://up.picr.de/37227762tl.jpg)
...
Das war ursprünglich nicht so geplant, ist aber nun für mich ganz ok, weil der Gartenraum eh ein ruhiger, kontemplativer sein soll.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: monili am 17. Oktober 2021, 15:18:59
Also ich würde da ein wunderschönes kreatives Waldbett hinmachen.

Wo man sich im Sommer in den kühlenden Schatten hinlegen und den Waldtieren lauschen kann. Mit einer kleinen Kiste daneben wo man Bücher, eine Decke, ein Moskitonetz und eine Lampe samt Kerze und Streichhölzern verstauen kann.  :)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 18:03:10
Haseln treiben immer von unten, wenn man anfängt, Stämme raus zu schneiden.
Das zumindest war mir bewusst. 8) ;) Ich meinte nur, dass er mir mit dem frischen Holz heute besser gefällt (wirkt vitaler) wie vorher, als nur das ältere Holz da war.
Zitat
Eine umgekippte Hasel hab ich noch nie gesehen - hängt dann vielleicht auch stark von der Bodenart und vor allem Mächtigkeit ab...
Ich zuvor auch nicht. Wahrscheinlich viel Wasser im Boden und dazu die nassen Schneemassen. Im Dorf in CH ist mir im gleichen Zeitraum nochmals so ein ganz Gefallener begegnet.
Zitat
Aufschüttung hilft zuerst schon - ist aber auch schnell von der Hasel und den benachbarten Bäumen durchwurzelt.
Ok, danke. Und wo du das sagst; ich habe auf der anderen Seite neben der Eibe meinen Laubkompost (einfach am Boden). Und bin ein bisschen erschrocken, als ich dort grabend auf ziemlich Wurzelfilz gestossen bin. Die Wurzeln scheinen sehr schnell zu wissen, wo's etwas Gutes zu holen gibt.
.
Deine Impressionen sind sehr schön, Gartenplaner! Wäre das nur schon so weit, hex, hex. ;)
An solchen Gartenstellen muss man wohl einfach auf den Frühling setzen.
.
@monili: Deine Beschreibung klingt sehr beschaulich und entspannt, aber ich weiss nicht recht, ob das ein Schlafzimmer werden soll. ;) Von der Geräuschkulisse/ Stimmung versuche ich schon immer mitzunehmen wenn ich draussen bin und auch mal innezuhalten.







Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 17. Oktober 2021, 18:25:54
Wenn die Hasel so besser gefällt - schneid!!  ;)
...
An solchen Gartenstellen muss man wohl einfach auf den Frühling setzen.
...
Setz auf Laubformen/farben!
Dann auf Blüten, die sind dann die Kirsche auf dem Kuchen.
Und ja, die robustesten Trockener-Schatten-Blütenstauden blühen größtenteils im Frühling.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 19:12:06
👍😉
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: monili am 17. Oktober 2021, 21:05:59
@monili: Deine Beschreibung klingt sehr beschaulich und entspannt, aber ich weiss nicht recht, ob das ein Schlafzimmer werden soll. ;) Von der Geräuschkulisse/ Stimmung versuche ich schon immer mitzunehmen wenn ich draussen bin und auch mal innezuhalten.

es könnte ja auch ein lesezimmer werden  ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 17. Oktober 2021, 21:33:34
es könnte ja auch ein lesezimmer werden  ;)
Aber dann nur mit Cheminée!
Es wird wohl einfach der Frühlingsblümchenteppich ;), obwohl ich jetzt schon weiss, das dort etablieren wird überhaupt kein Leichtes (ausser Zwiebelblüher). Nächstes Mal mal schauen, wo ich noch Helleborussämlinge finde. Über den Winter gäb`s sicher genug Wasser von oben.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Lilo am 18. Oktober 2021, 08:35:24
Für mich ist nicht ganz klar, wie groß die Fläche ist, die bepflanzt werden soll. Es sieht so aus, als wäre da noch deutlich mehr Platz, als nur direkt um die Hasel herum.
Ist das eine Stelle im Garten, die man regelmäßig passiert? Oder eine abgelegene Stelle? Du hast geschrieben, Du hättest die Steine hoch geholt. Bedeuted das, dass die Stelle liegt im Garten erhöht liegt.
Die Steine sind sprima, die würde ich mir gleich krallen.  ;D Aber die werden völlig verschwinden, wenn Du sie zur Beetabgrenzung auf den Boden legst. Wenn, dann würde ich sie hochkant so tief eingraben, dass die Oberkante das Beetniveau erreicht. Aber auch dafür sind sie viel zu schade. Sie werden am Boden mit Moos überwachsen und fast nicht mehr sichtbar sein. Heb Dir die schönen Steine für etwas anderes auf - ein Mäuerchen, eine kleine Treppe, einen Turm - die Steine sind so flach - die lassen sich bestimmt gut Stapeln.
.
Ich find den Gedanken Kompost und Mulch aufzuschütten gut und würde dafür Holz nehmen, das passt auch stilistisch gut zum Thema Wald. Geschälte Stammabschnitte von Robine oder Kastanie wären optimal.
.
Bei der Bepflanzung kann ich Dir aus meinen Erfahrungen im Waldrandbeet zu Arum italicum raten. Der passt auch gut zu den Helleboren. Als Gras Luzulla silvatica oder Luzulla nivea oder Luzulla luzulloides. Digitalis purpurea, Lamium orvala, Melittis melissophyllum, Salvia glotinosa und Corydalis lutea entwickeln sich gut und zuverlässig in meinem Beet.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 18. Oktober 2021, 14:13:12
Für mich ist nicht ganz klar, wie groß die Fläche ist, die bepflanzt werden soll. Es sieht so aus, als wäre da noch deutlich mehr Platz, als nur direkt um die Hasel herum.
Ich dachte, ich steige mal nicht zu gross ein. Ich muss es dann ja auch versorgen (können). Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. ;) Ausbauen geht ja immer sukzessive.
Zitat
Ist das eine Stelle im Garten, die man regelmäßig passiert? Oder eine abgelegene Stelle? Du hast geschrieben, Du hättest die Steine hoch geholt. Bedeuted das, dass die Stelle liegt im Garten erhöht liegt.
Die Stelle liegt am Trampelpfad zum Kompost. Also nicht ganz zentral, aber ich bin in dem Bereich öfters mal unterwegs, liegt relativ nahe am Haus.
Nein, die Stelle liegt nicht in dem Sinn erhöht, dass da wirklich ein Hang wäre (also gar nicht zu vergleichen mit deinem Gartenterrain). Das Grundstück ist leicht abschüssig. Eigentlich hat es drei "Böden". Oben Haus (Garten), Mitte Bäume, unten Wiese, Wildnis (von dort sind die Steine).
Zitat
Die Steine sind sprima, die würde ich mir gleich krallen.  ;D
Die wären bei dir in den besten Händen. ;D
Ja, ich werde mir was anderes überlegen mit den Steinen. ;)
Zitat
Ich find den Gedanken Kompost und Mulch aufzuschütten gut und würde dafür Holz nehmen, das passt auch stilistisch gut zum Thema Wald. Geschälte Stammabschnitte von Robine oder Kastanie wären optimal.
.
Bei der Bepflanzung kann ich Dir aus meinen Erfahrungen im Waldrandbeet zu Arum italicum raten. Der passt auch gut zu den Helleboren. Als Gras Luzulla silvatica oder Luzulla nivea oder Luzulla luzulloides. Digitalis purpurea, Lamium orvala, Melittis melissophyllum, Salvia glotinosa und Corydalis lutea entwickeln sich gut und zuverlässig in meinem Beet.
Danke für "deine" Pflanzen. Betr. pflanzlicher Vorschläge kann ich mich ja nun wirklich nicht beklagen, da ist hier sehr viel zusammengekommen.
Betr. aufschütten- nicht aufschütten bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Das beste wird sein, ich fange einfach mal an und probiere aus, es wird sich ja eh so inselartig fortentwickeln.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Roeschen1 am 18. Oktober 2021, 14:43:06
Ich würde den Waldcharakter belassen und kein Blumenbeet anlegen.
Meine Idee:
verstreute Steininseln, entweder wie in der Natur, oder als Ruinenreste,
wo sich Moose ansiedeln werden, und Farne dazwischen.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Lilo am 18. Oktober 2021, 15:02:50
Du gehst also recht häufig an dieser Stelle vorbei, dann solltest Du Dir etwas zum freuen dort schaffen.
.
Betr. aufschütten- nicht aufschütten bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Das beste wird sein, ich fange einfach mal an und probiere aus, es wird sich ja eh so inselartig fortentwickeln.

Zum Thema Aufschütten fällt mir noch die Methode "schelles Beet" ein:
Vorhandenem Bewuchs runtermähen, abrechen, dickere Lage Zeitungspapier (3-4 Blatt) überlappend auslegen, 10 cm Komposterde drauf und pflanzen. Die Zeitungsschicht unterdrückt den vorhandenen Bewuchs, löst sich dann auf und die gesetzten Pflanzen erhalten rechtzeitig Zugang zum darunterliegenden Erdreich.

Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 18. Oktober 2021, 15:26:24
Zum Thema Aufschütten fällt mir noch die Methode "schelles Beet" ein:
quick and clean. :)
Ich habe das noch nie ausprobiert, könnte es mir aber gut vorstellen bei den erstmal kleineren Pflanzstellen, danke!
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 18. Oktober 2021, 15:35:49
verstreute Steininseln,
Wenn der Boden nicht von sich aus sehr steinig ist, sieht das schnell aus wie "gelandete UFOs".
An Aliens habe ich dort zwar noch nie gedacht ;), aber Gartenplaner hat schon irgendwie recht, das ist keine steinreiche Gegend hier, die Vogesen sind doch ein gutes Stück weit weg. Es gibt keine Felsen im Wald oder sowas. Insofern denke ich inzwischen auch, dass Holz passender ist. Auch das wird im Schatten bemoosen. Und Farne sind natürlich auch nicht ausgeschlossen.
Der rote Sandstein bemoost im Schatten unwahrscheinlich schnell. Ich habe im Norden ein paar Trittsteine. Es ist dort fast ein bisschen Vergeudung, weil man den Stein kaum mehr sieht. Er sollte wohl besser in die Sonne, dann hätten die Eidechsen auch was davon. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: MarkusG am 18. Oktober 2021, 16:45:11
Zum Thema "Aufschütten":

Kürzlich schilderte der Leiter von Weihenstephan, Herr Hertle, seiner Erfahrung nach vertrügen die meisten Bäume eine Aufschüttung von 10 cm gut.

Wenn man allerdings nur Humus/Kompost nähme, sei die Gefahr groß, dass sich diese Schicht bald wieder zersetzen würde und am Ende einige Stauden in der Luft hingen. Daher empfehle er im Schattenbereich ein Gemisch aus 2/3 Lava und 1/3 Kompost oder Humus. Dies würde dauerhafter sein.

Gruß
Markus
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 18. Oktober 2021, 17:52:58
Ich habe dann mal ein bisschen gekritzelt - war dann auch unsicher, ob Holz dort evtl. nicht besser passen würde, ich weiss es im Moment nicht und wüsste grade nicht wie- und bin mit den Steinen im Moment bei dieser Version. Umrandung um den Hasel, Bepflanzung dann also direkt um den Hasel.
Wer sieht vielleicht mehr als ich?
(Die beiden Asthaufen im Hintergrund möchte ich ganz gern einfach stehenlassen.)

Ich habe ganz zuerst in meinem jetzigen kleinen Vorgartenwald tatsächlich den Bereich unter einem alten Haselnussbaum angefangen gezielt ein wenig zu bepflanzen. Eine Umrandung hatte ich nicht gemacht, finde deine Steine aber sehr schön. Ich hatte Frühjahrsblüher reingesetzt, Cyclamen, etwas Hepatica.... und versucht das Ganze von zu viel Wildwuchs freizuhalten. Es hat geklappt... und nun ist es schon wirklich bissel Waldcharakter - aber geht nicht ohne Bewässerung. Ich weiß ja nicht, wie es bei dir so aussieht mit Wasser...
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 18. Oktober 2021, 18:00:31
Für mich ist nicht ganz klar, wie groß die Fläche ist, die bepflanzt werden soll. Es sieht so aus, als wäre da noch deutlich mehr Platz, als nur direkt um die Hasel herum.
Ist das eine Stelle im Garten, die man regelmäßig passiert? Oder eine abgelegene Stelle? Du hast geschrieben, Du hättest die Steine hoch geholt. Bedeuted das, dass die Stelle liegt im Garten erhöht liegt.
Die Steine sind sprima, die würde ich mir gleich krallen.  ;D Aber die werden völlig verschwinden, wenn Du sie zur Beetabgrenzung auf den Boden legst. Wenn, dann würde ich sie hochkant so tief eingraben, dass die Oberkante das Beetniveau erreicht. Aber auch dafür sind sie viel zu schade. Sie werden am Boden mit Moos überwachsen und fast nicht mehr sichtbar sein. Heb Dir die schönen Steine für etwas anderes auf - ein Mäuerchen, eine kleine Treppe, einen Turm - die Steine sind so flach - die lassen sich bestimmt gut Stapeln.
.
Ich find den Gedanken Kompost und Mulch aufzuschütten gut und würde dafür Holz nehmen, das passt auch stilistisch gut zum Thema Wald. Geschälte Stammabschnitte von Robine oder Kastanie wären optimal.
.
Bei der Bepflanzung kann ich Dir aus meinen Erfahrungen im Waldrandbeet zu Arum italicum raten. Der passt auch gut zu den Helleboren. Als Gras Luzulla silvatica oder Luzulla nivea oder Luzulla luzulloides. Digitalis purpurea, Lamium orvala, Melittis melissophyllum, Salvia glotinosa und Corydalis lutea entwickeln sich gut und zuverlässig in meinem Beet.

Genau das ist mir mit solchen flachen Granitsteinen auch passiert - ein guter Input, die mal frei- oder gleich woander hin zu legen.

Jetzt habe ich erst alles gelesen - ist ähnlich wie bei mir, ganz ohne Bewässerung wird das nix. Aber auch paar alte Baumstämme, dazwischen Farn oder andere Pflanzen (dicentra formosa) farnblättriges Corydalis, die bekommen am Fuße der Hölzer mehr Feuchtigkeit....
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 18. Oktober 2021, 18:01:56
Zum Thema "Aufschütten":

Kürzlich schilderte der Leiter von Weihenstephan, Herr Hertle, seiner Erfahrung nach vertrügen die meisten Bäume eine Aufschüttung von 10 cm gut.

Wenn man allerdings nur Humus/Kompost nähme, sei die Gefahr groß, dass sich diese Schicht bald wieder zersetzen würde und am Ende einige Stauden in der Luft hingen. Daher empfehle er im Schattenbereich ein Gemisch aus 2/3 Lava und 1/3 Kompost oder Humus. Dies würde dauerhafter sein.

Gruß
Markus

Ich verteile immer mal händeweise Holzhäcksel, oder Schnitt dort zum Mulchen. Da hat sich tw. schon eine schöne lockerer Waldboden entwickelt, nicht sehr tief, dann eben wieder Sand....
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Walt am 18. Oktober 2021, 18:04:28
Aufschütten - funktioniert sehr gut. Nur sollte man sich keine Illusionen machen - die Bäume wissen die gute lockere Erde zu schätzen und durchwurzeln das neue Substrat innerhalb eines oder maximal zwei Jahren. Ich habe etwas ähliches (Steine als Beetrand und Trittsteine) vor Jahren samt Aufschüttung in meiner Buchenecke gemacht. Aufschüttung zu etwa 50 % Holzhäcksel, 25 % Rindenhumus und 25% Kompost. Dieses Beet bekommt jedes Jahr ein paar cm Laubkompost spendiert und gedeiht in Anbetracht des Wurzeldrucks ganz ordentlich.
Eine weiteres Beet hab ich letztes Frühjahr angelegt - dort habe ich neben Steinen auch Holz verwendet - eine Art kleine Lockery. Insgesamt finde ich, dass Steine oder auch Holz die Beete auflockern, ihnen Struktur geben und als Trittsteine oder Unterlagen für Töpfe sehr gut funktionieren
Ich hatte allerdings auch viele Steine (ca. 4 m³ die nach dem Kauf auf dem Grundstück rumlagen) zur Verfügung und mußte sie nicht teuer einkaufen oder ranschaffen lassen.

Ich hab mal ein Bild von dem noch weitgehend unbepflanzten Beet angehängt.

Walt
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 18. Oktober 2021, 18:08:56
So sauber war es bei mir nie, da war immer etwas Gras, Giersch, Gundermann, Morgensternsegge, Fingerkraut... wo es stört, ziehe ich mal was.... aber die Beschreibung sonst, wie du vorgehst, versuche ich auch bei mir....die Wege werden deutlicher gemulcht und deutlicher vom Wuchs befreit.

Bleibt die Frage, wie groß die in Frage kommende Fläche für das "Waldzimmer" letztlich ist.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Marie27 am 18. Oktober 2021, 18:30:37
Zitat
Bleibt die Frage, wie groß die in Frage kommende Fläche für das "Waldzimmer" letztlich ist.
Richtig umso größer, umso mehr Arbeit und dann ist die Frage, zieht man es dann trotzdem durch oder hält man sich einfach klein. Manchmal ist weniger auch mehr.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 18. Oktober 2021, 20:45:21
Wenn man allerdings nur Humus/Kompost nähme, sei die Gefahr groß, dass sich diese Schicht bald wieder zersetzen würde und am Ende einige Stauden in der Luft hingen. Daher empfehle er im Schattenbereich ein Gemisch aus 2/3 Lava und 1/3 Kompost oder Humus. Dies würde dauerhafter sein.
Beobachtest du denn bei dir sowas tendenziell, das mit-dem-in-der-Luft hängen? Ich meine mich zu entsinnen, dass du grössere Bereiche mit Humus aufgeschüttet hattest?
Lava und Waldboden bringe ich nicht so gut zusammen. Da passt für mich die Mischung von Walt besser, und ist ja dann mit grobem Holzhäcksel auch über eine gewisse Zeit stabil.
@Walt: Hast du ein Vorher-Bild? Bin gerade irgendwie "erschlagen". ;) Was war dort für Spontanbewuchs?
Bleibt die Frage, wie groß die in Frage kommende Fläche für das "Waldzimmer" letztlich ist.
Das "Zimmer" ist eigentlich das, was du auf dem Foto siehst. Das ist der Raum. Was, wo an Pflanzen kommt wird sich mit der Zeit ergeben, so hoffe ich doch. Ich fange im Garten eigentlich immer erst mal klein an und dann wächst es langsam. Ist wahrscheinlich einfach die "Methode", die mir entspricht.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Roeschen1 am 19. Oktober 2021, 11:04:20
Blindschleichen freuen sich über Steininseln im schattigen Bereich.
https://royusch-unterwegs.com/2018/03/12/steine-mit-moos-bewachsen/
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 19. Oktober 2021, 11:13:25
Die Steine auf den Fotos waren schon immer dort und gehörten auch dahin  8)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Roeschen1 am 19. Oktober 2021, 11:16:45
Die Steine auf den Fotos waren schon immer dort und gehörten auch dahin  8)
Ja, nur ein Beispiel, wie schön die Natur ist, kann man ja nachbauen.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 19. Oktober 2021, 11:22:31
Nachbauen ist nicht einfach und sieht dann oft.....nachgebaut aus  :-\
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Apfelbaeuerin am 20. Oktober 2021, 10:01:40
Nachbauen ist nicht einfach und sieht dann oft.....nachgebaut aus  :-\

Muss man halt auch können ;). Trotzdem, ich fand Röschens Vorschlag mit den Steininseln schon sehr gut, ich sehe das regelrecht vor meinem geistigen Auge.
Vielleicht jetzt für neo in der konkreten Situation nicht das Richtige, aber grundsätzlich eine sehr schöne Anregung.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Querkopf am 20. Oktober 2021, 10:19:06
Die ganze Zeit lese ich hier schon mit - schließlich steht auch hier am einen Gartenende eine Riesenhasel, am anderen Ende gibt's eine Waldrand-Situation. Nur war mir das Wo-Warum-Wieso-Weshalb bei dir nicht klar (deine Fotos zeigen kaum Kontext), erst durch Lilos Fragen ist da für mich was deutlicher geworden.

Also auch noch etwas Senf meinerseits ;).

Für mich klingt es so, als wolltest du der Stelle nur ein bisschen gärtnerische Aneignung angedeihen lassen, sie aber nicht "geschniegelt" herrichten (die Asthaufen sollen ja auch bleiben). Dann würde ich auf jeden Fall die waldige Lässigkeit bestehen lassen und auf irgendeine sichtbare Beetbegrenzung verzichten.

Haseln sind, ääähm, fordernd. Bei mir wachsen Vinca minor und Maiglöckchen drunter (beide waren aber schon vor der Hasel da, die kam erst vor 20, 25 Jahren als Eichhörnchensämling dazu), sonst nix. Bei dir ist der Bereich direkt unterm Strauch kahl, selbst der Gundermann hält Abstand - wenn da was wachsen soll, kommst du zum Start ohne Aufschüttung nicht aus. Andererseits stehen Bäume rechts und links. Buchen? Die sind empfindlich gegen Anschüttungen, ihnen zuliebe würde ich nicht mehr als 10cm draufkippen (der Hasel macht's nix, die verträgt auch mehr). Ich würde da - wie Lilo und Walt - einen holzigen Mix nehmen.
... Kürzlich schilderte der Leiter von Weihenstephan, Herr Hertle, seiner Erfahrung nach vertrügen die meisten Bäume eine Aufschüttung von 10 cm gut.
Wenn man allerdings nur Humus/Kompost nähme, sei die Gefahr groß, dass sich diese Schicht bald wieder zersetzen würde und am Ende einige Stauden in der Luft hingen. Daher empfehle er im Schattenbereich ein Gemisch aus 2/3 Lava und 1/3 Kompost oder Humus. ...
Lava? Muttnich, denke ich. In meinem Waldrandbeet - dominiert von einer 20m hohen Rotfichte, die kräftig frisst und säuft ;D - gab's immer nur Organisches obendrauf, Kompost plus Mulch, und ich habe nie beobachtet, dass Stauden in der Luft hingen. Ok, wenn man Sachen wie Heuchera nähme, die eh gerne aus dem Boden rauswachsen, könnte das passieren. Aber solche Stauden braucht man ja nicht unbedingt...

Lilos "Schnelles Beet"-Technik mit Zeitungspapier funktioniert prima, Ähnliches habe ich hier auch an mehreren Stellen gemacht. Wie gut es klappt, hängt aber vom Bestands-Bewuchs ab. Wenn der hartnäckig ist und tief wurzelt, à la Quecke, Winde, Giersch & Co., reichen 3, 4 Blätter Papier nicht, da müsste man vorher gründlich jäten. Flach Wurzelndes bekommt man so aber in den Griff.

Mit einer Erweiterung der Zeitungstechnik könntest du auch leicht den schlängeligen Waldweg herstellen, den Nova vorgeschlagen hat: Zeitung 1-2cm dick (überlappend) auslegen, gut anfeuchten, damit's eine Art Papiermaché (sehr dicht!) ergibt, 10cm Rindenmulch oder Holzhäcksel obendrauf, etwas festtreten, fertig. Mit Gundermann, sofern vorher gemäht, hast du dort dann keine Last mehr :). Zeitung im rheinischen Format (die meisten Regionalzeitungen) ist aufgeklappt 50cm breit, im nordischen Format (FAZ, Zeit etc.) 55cm - das genügt sogar für die Schubkarre, wenn du dort unterwegs bist zum Kompost. Geht schnell, in ein paar Stunden kann man lange Strecken fabrizieren. Ist einerseits dauerhaft (bei mir hat das Papier mehr als zwei Rindenmulch-Vererdungsphasen lang gehalten, danach erst rottete es weg), andererseits mühelos reversibel, im Gegensatz zu Stein-Bautechniken aller Art. (Ja, dafür braucht man viel Papier, du müsstest schon mal zu sammeln beginnen, damit der Wegebau im Frühjahr was wird ;D.)

Solch ein Weg würde auch eine Erdanschüttung vor dem Weggespültwerden bewahren (sofern's in deiner Waldecke nicht zu großes Gefälle gibt, das erkenne ich auf den Fotos nicht). Ganz unauffällig. So könntest du mit dem Bepflanzen gut stückchenweise vorangehen, wie du es ja planst. 

Pflanzentipps hast du ja schon ganz viele. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass z. B. Helleboren und Epimedium 'Frohnleiten' gut zurechtkommen mit solch einer Extremsituation. Auch Schlangenbärte tun's. Oder Tiarella cordifolia. Oder Cyclamen.
Bei manchen anderen Gewächsen ist ein genauerer Blick auf die Bodenchemie nützlich. Asarum europaeum z. B. mochte bei mir nie, es will Kalk, den hab' ich nicht. Cornus canadensis hingegen - mag keinen Kalk - gedeiht.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Querkopf am 20. Oktober 2021, 10:30:26
Noch ein Gedanke zur Bepflanzung - ich hol's mal aus einem anderen Thread hier rüber:

neulich hab ich ein bischen was wegen Clematis gesucht und die Empfehlung für staubige staudige!!  ;) (sch** Autokorrekt)  Clematis wie Clematis recta gefunden, dass solche auch halbwegs manierlich über den Boden kriechen, die haben eine ordentliche Reichweite und könnten mit etwas Distanz zum Stamm gesetzt werden. Mögen es nur nicht zu trocken. ...
Ja, das geht. Habe ich über Jahre praktiziert mit einer Clematis jouiniana 'Praecox' an einer Stelle, an der wg. Flieder-Wurzelfilz (brrrr!) absolut nichts wuchs. Sie hat als Bodendecker mehrere Quadratmeter geschafft, dabei Trockenheit gut weggesteckt und herrlich üppig geblüht.
Wichtig nur: Sie wächst Richtung Licht, man muss den Pflanzplatz entsprechend wählen. Und sie braucht insgesamt viel Licht. ...
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 20. Oktober 2021, 10:31:47
Bei mir wollte dafür Cornus canadense mehrfach leider nicht  :-\

Nachbauen ist nicht einfach und sieht dann oft.....nachgebaut aus  :-\

Muss man halt auch können ;)

Ja, eben.
Julie Moir Messervy hat eine 2jährige Ausbildung bei einem japanischen Gartengestalter dafür absolviert.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 20. Oktober 2021, 10:40:29
Clematis ist auch noch so eine Idee, die mir immer wieder entfleucht.... muss ich mal im Auge behalten... aber über den Boden laufend...dafür habe ich wohl noch zu viel Beikraut.

@ Querkopf - das mit dem Zeitungsweg werde ich mal probieren, klingt sehr gut!

Derzeit machen hier die Maulwürfe im Waldgarten mobil. Ich lasse sie, da machen sie am wenigsten Schaden....

Hier mal ein Foto von meinem Haselnuss. Gut zu erkennen, dass ganz außen keine zielgerichtete Bepflanzung mehr ist, sondern Häcksel, oder Mulch...
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 20. Oktober 2021, 10:41:49
Und das sind die Hingucker, auch unmittelbar in diesem Bereich

Eichenstämme, mit Farnen und Cyclamen (sehe jetzt erst, wie unscharf das Foto ist    :-X)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 20. Oktober 2021, 10:44:45
Und nach dem Vorbild von Waldschrat habe ich dort noch einen Bottich integriert, der ggf. auch ein wenig Einfluss auf die Luftfeuchte unmittelbar dort hat...

Vielleicht ist das ja auch für dich eine Idee. Ist schnell gemacht und hat eine hübsche Wirkung, meiner ist ein Kupferkessel, ein Waschkessel. Ich stelle auch dort noch Kübel auf... wohldosiert....
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 20. Oktober 2021, 13:34:23
(deine Fotos zeigen kaum Kontext)
Ein bisschen Kontext. ;) (Ich kann erst später oder morgen etwas schreiben. Vielleicht noch dies: Was dort für eine Lichtstärke herrscht weiss ich ja nun nicht, aber die beiden Eiben wirken dunkel und machen sicher auch dunkel.)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gänselieschen am 20. Oktober 2021, 15:21:54
Etwas links neben meiner Haselnuss ist auch eine dicke Eibe - das ist gut für den eigenen "Zimmercharakter". Bei mir steht sie eher im Westen oder Südwesten... aber der Rest ist auch nicht frei....
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 20. Oktober 2021, 21:12:09
Für mich klingt es so, als wolltest du der Stelle nur ein bisschen gärtnerische Aneignung angedeihen lassen, sie aber nicht "geschniegelt" herrichten (die Asthaufen sollen ja auch bleiben). Dann würde ich auf jeden Fall die waldige Lässigkeit bestehen lassen und auf irgendeine sichtbare Beetbegrenzung verzichten.
Das trifft es gut.
Zitat
Andererseits stehen Bäume rechts und links. Eiche, Esche(n), Bergahorne Die sind empfindlich gegen Anschüttungen, ihnen zuliebe würde ich nicht mehr als 10cm draufkippen (der Hasel macht's nix, die verträgt auch mehr).
Ich hatte hier im Forum gelesen, dass die bis 1,2m vertragen.  :o
Zitat
Mit einer Erweiterung der Zeitungstechnik könntest du auch leicht den schlängeligen Waldweg herstellen, den Nova vorgeschlagen hat: Zeitung 1-2cm dick (überlappend) auslegen, gut anfeuchten, damit's eine Art Papiermaché (sehr dicht!) ergibt, 10cm Rindenmulch oder Holzhäcksel obendrauf, etwas festtreten, fertig.
Danke für die Beschreibung, ich habe grade geeigneten Karton hier. (Ans Einwässern hätte ich sicher prompt nicht gedacht. ::))
Zitat
So könntest du mit dem Bepflanzen gut stückchenweise vorangehen, wie du es ja planst.
Ich denke, zuerst den Weg (zumindest mal im Kopf haben) und dann die Pflanzgruppen daran orientieren gäbe dem Ganzen zumindest mal ein bisschen eine Ordnung. Es kommt langsam auf den Weg. ;)
Hier mal ein Foto von meinem Haselnuss. Gut zu erkennen, dass ganz außen keine zielgerichtete Bepflanzung mehr ist, sondern Häcksel, oder Mulch...
Dein Boden da rundherum sieht schon richtig gut aus. Der ruft förmlich nach mehr Pflanzen! ;) Was dort schon ist scheint ja gut zu gedeihen.
Etwas links neben meiner Haselnuss ist auch eine dicke Eibe - das ist gut für den eigenen "Zimmercharakter".
Ja, das stimmt. Wände und Dach stehen. Jetzt versuche ich mich mal am Bodenbelag. Betr. Wasser ist mir auch noch Waldschrat`s Königsfarn im Wasserbecken in Erinnerung, dort hätte es der König jedenfalls wunderbar schattig.

Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Querkopf am 20. Oktober 2021, 23:46:53
Eins vorweg: Meine Anmerkung zur Anschüttungs-Empfindlichkeit von Bäumen bezog sich speziell auf Buchen, die vertragen tatsächlich nur ein paar Zentimeter. Bei Eichen und Bergahornen kannst du getrost mehr aufschütten (wobei mir 1,2m auch da arg heftig vorkommen - aber so viel brauchst du ja gar nicht, es tut ja nur etwas Starthilfe not).

Die Skizze hilft, ich kann's mir so viel besser vorstellen :).
Lilo hat Recht:
Du gehst also recht häufig an dieser Stelle vorbei, dann solltest Du Dir etwas zum freuen dort schaffen. ...
Jeden Monat irgendwas Schönes zum Gucken :D... Komm ich gleich noch drauf.
 
Wenn ich's richtig verstehe, ist die Stelle, von der aus du fotografiert hast, am hellsten.
 
Und: Die "Zimmer"-Idee ist dir wichtig.
Ok, dann erstmal noch ein Ergänzungsvorschlag für die "Wand". Ein Strauch, Rhodotypos scandens. Frischgrünes Laub, das dunkle Ecken hübsch aufhellt, weiße Blütchen im Mai/ Juni, gelbe Herbstfärbung. Unglaublich robust und genügsam (im Eggert-Steckbrief steht was von "frischem" Boden, aber die Rosenkerrie steckt auch Trockenheit locker weg; bei mir steht sie direkt am Stamm der großen Rotfichte, wo es dürr hoch drei ist, und sie mault nicht). Vor meinem inneren Auge ;) käme sie links neben der Hasel zu stehen, vielleicht ein Tickchen weiter hinten als Selbige - Blick auf Asthaufen ist dezent kaschiert (ergo darf der Haufen ruhig größer und wilder werden, Wohnung für Igel, Heckenbraunelle & Co.), Blick auf Eibe und Hintergrundbäume bleibt frei.

Rechts neben/ hinter der Hasel "sehe" ;) ich eine Clematis jouiniana als Bodendecker, die sich ab Frühjahr flächig nach vorne, ins Licht, vorarbeitet und im August/ September üppig zartestblau blüht. Im Frühwinter wird sie zurückgeschnitten, so dass dort dann allerlei Zwiebelblüher ihren Frühjahrsauftritt zelebrieren können.

Strauch und Clematis brauchen ziemlich tiefe Pflanzung (tiefer als Aufschüttung). Wenn Wurzelfilz da hinderlich ist, nutze ich als Werkzeug gerne einen Hand-Erdbohrer, damit durchdringt man den Filz recht schnell und leicht. Sowas kann man auch ausleihen, GaLa-Bauer haben bestimmt so'n Ding, Brunnenbauer auch.

Ansonsten "sehe" ;) ich: ein freundlich irgendwie schlängelndes Weglein (Karton ist prima dafür!). Dies & das für den Ganzjahresaspekt. Farne, speziell wintergrüne. Gräser & Stauden, gerne Blattschönheiten (Lilos Liste gefällt mir sehr). Inseln, die sich nach und nach zusammenfügen. Als I-Tüpfelchen Geblühe, jeden Monat anders. Ich versuch's mal:
Januar: Schneeglöckchen, hast du schon
Februar/ März: Helleborus
März/ April: Epimedium ('Frohnleiten', Ober-Robusti, erfreut extra durch wintergrünes Laub und zudem durch aparten, rot geränderten Neuaustrieb)
April/ Mai: andere Zwiebelblüher
Mai/Juni: Rhodotypos scandens
Juli-Oktober: Kerzenknöterich, z. B. JS Caliente (empfehlenswert, robust & pflegeleicht; bei Trockenheit vermutlich etwas kleiner als nach "Buchform"; wenn Rot zu knallig ist, kann man auch auf weiß oder rosa blühende Sorten ausweichen, mit denen habe ich aber keine eigene Erfahrung)
August/ September: Clematis jouiniana
September/ Oktober: Cyclamen hederifolium

Ok, unvollständig und lückig. "Durchblühen" im trockenen Schatten ist freilich echte Herausforderung...
Aber ich denke, dir fällt da schon was ein, was du für deine Situation besonders magst oder gebrauchen kannst.


Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Bristlecone am 20. Oktober 2021, 23:55:04
Die Robustheit der Rhodotypos kann ich bestätigen. Der Strauch gedeiht hier unter der Krone und im Filz eines Bergahorns.
Recht robust ist auch Illicium anisatum, kommt im Schatten auch zur Blüte, aber ganz ohne Wasser gehts nicht.
Hier blühen "im Unterholz" auch Lunaria rediviva und Cardamine pentaphyllos (?), aber Trockenkünstler sind das nicht.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Apfelbaeuerin am 21. Oktober 2021, 10:58:08
Ja, Rhodotyopos scandens und Lunaria rediviva stehen auch bei mir nahe der Uralt-Haseln. Machen sich beide sehr gut.
Clematis jouiniana hingegen funktioniert bei mir an der Stelle nicht - wächst zwar, kommt aber nicht zum Blühen.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Querkopf am 21. Oktober 2021, 14:03:03
Clematis müssen wohl Licht "riechen", damit sie ihr Potenzial entfalten können :).
An anderer Stelle hatte ich's schon mal beschrieben: C. jouiniana 'Praecox' war bei mir eine prächtige Riesin im Wurzelfilz eines Fliederstrauchs, wo sonst absolut nichts wuchs.
Dann starb der Flieder ab, auch die Clematis musste weichen. Am neuen Platz ist sie über die Jahre immer kleiner geworden, je größer die benachbarten Gehölze wurden - Koniferen, Tiefschatten, ganzjährig, auch im Frühjahr zur Clematis-Austriebszeit, das hatte ich nicht bedacht. (Jetzt kriege ich sie leider nicht mehr ausgebuddelt...)

Bei neo könnte das was werden, unter einer Hasel ist es im Frühjahr ja nicht stockduster. Zusätzlich dürften Lichtreize von vorne kommen, da ist die Fläche ja offen.
Jedenfalls ist das (mögliche) Ergebnis so apart, dass es m. E. einen Versuch wert wäre. Und wenn's nicht klappt, ist auch nichts verloren, dann pflanzt man die Clematis halt um.

(Etwas OT im "Waldzimmer"-Kontext - zu Clematis & Licht):
In meiner dunklen Koniferen-Ecke habe ich ein Experiment gemacht mit einer Cl. fargesioides 'Summersnow' - Kletterer, im Prinzip sehr groß - vor/ in Rotfichte. Die Idee war, einen Gestaltungsfehler zu korrigieren: Eine Blickachse lief versehentlich exakt auf Totholzhaufen & Chaosecke zu - da wollte ich einen pflanzlichen "Vorhang" zum Verdecken.
Hat über Jahre kein bisschen funktioniert, die Clematis ignorierte die Kletterseile, die ich eingebaut hatte, und kröpelte auf dem Boden rum. Grrr. Ok, ich hab's akzeptiert und die Chaosecke so weit aufgeräumt, dass sie mich nicht mehr nervt. Glücklicherweise kam ich nicht dazu, die Clematis umzupflanzen - sie hat irgendwann kapiert, dass es weiter oben schön hell ist, und sitzt nun meterhoch in den Fichtenzweigen, blüht da auch :D.
(Ende OT)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 21. Oktober 2021, 21:44:02
Clematis jouiniana hingegen funktioniert bei mir an der Stelle nicht - wächst zwar, kommt aber nicht zum Blühen.
Bei neo könnte das was werden, unter einer Hasel ist es im Frühjahr ja nicht stockduster. Zusätzlich dürften Lichtreize von vorne kommen, da ist die Fläche ja offen.
Da bin ich mir wirklich nicht sicher, ob das dort klappen wird (mit Blüten). Mit Trockenheit kann diese Clematis ja super (sie steht bei mir mit dem Fuss im Schatten, kann dann aber in die Sonne wachsen) aber schade, wenn sie dann im Schatten nicht blühen könnte. Ich werde die Lichtsituation(en) in der Ecke mal schärfer beobachten kommendes Jahr.
die Clematis ignorierte die Kletterseile, die ich eingebaut hatte, und kröpelte auf dem Boden rum. Grrr.
(Ende OT)
Sie krrröpelte und die Gärtnerin grrrte. ;D Ende gut. ;)
.
Ich habe "eure" Pflanzen mal zusammengefasst für eine bessere Übersichtlichkeit. ( Liste verschoben in den Eröffnungspost). Bei der ein oder anderen hatte ich mich gefragt, ob die es nicht gern feuchter hätten. Aber letztendlich werde ich ja sowieso eine Auswahl treffen, und bei den mir unbekannten Pflanzen dann sehen, wie sie dort zurechtkommen werden.
Wenn der Garten am WE nicht ruft: "Hierher und nicht dort, aber subito sofort!", fange ich dann mit den Helleborus mal ein bisschen an. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Bristlecone am 21. Oktober 2021, 21:48:14
Die Ruscus und Danae hast du schon auf der Liste?
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 21. Oktober 2021, 21:53:54
Die habe ich nicht auf der Liste, aber zumindest je einen davon an ebenfalls trockenen Stellen im Garten. ;)
Du schreibst vielleicht kurz hin (genaue Namen kannst du besser), an welche alle du für trockenen Schatten denkst, dann ergänze ich oben.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Bristlecone am 21. Oktober 2021, 21:56:06
Ruscus aculeatus, hypoglossum und x microglossus.
Danae racemosa.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Querkopf am 21. Oktober 2021, 23:17:23
Zur Ergänzung deiner kurzen ;D Liste noch eine Staude, die im trockenen Schatten ungerührt wächst und blüht: Geranium nodosum.
Verbunden mit einer Warnung: Das hübsche Ding ist eine Samenschleuder. Und hier im schweren Lehm krallen sich die Sämlinge fest in den Boden, sie sind mühsam zu jäten.

Gleich noch ein paar Warnungen mehr:
- Maiglöckchen büxen gerne aus (bei mir können sie aus "technischen" Gründen nicht, deshalb dürfen sie hier machen, was sie wollen)
- Walderdbeeren sind ausbreitungsfreudig, über Samen und Ausläufer, im Lehmboden ebenfalls schwer zu jäten
- Milium effusum 'Aureum' samt sich willig aus, es entstehen dann aber keine Horste, sondern lauter Einzelhalme. Wenn man das mag, ok. Ich mochte es nicht, hab' das eigentlich reizvolle Gras wieder rausgeworfen. Komplett.
Ebenso wie Geranium nodosum und Fragaria vesca (wobei "komplett" bei diesen beiden noch unerreichtes, aber wohl erreichbares ;) Ziel ist).
 
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: AndreasR am 21. Oktober 2021, 23:42:43
Hier noch ein paar Ergänzungen:

- Aquilegia vulgaris
- Aster divaricatus, A. ageratoides 'Asran'
- Anemone nemorosa
- Carex morowii, C. oshimensis in Sorten
- Euphorbia amygdaloides
- Galium ordoratum (kann wuchern)
- Geranium macrorrhizum, G. x cantabrigiense, G. oxonianum, G. phaeum
- Heuchera (diverse Sorten)
- Hosta (diverse Sorten)
- Hyacinthoides hispanica
- Iris foetidissima
- Lamiastrum (kann wuchern)
- Liriope muscari, L. spicata (kann wuchern)
- Lithospermum  purpurocaeruleum
- Symphytum grandiflorum u. a. (kann wuchern)
- Tellima grandiflora
- Trachystemon orientalis (kann wuchern)
- Viola sororia
- Waldsteinia ternata, W. geoides

Im Lehmboden ist ja irgendwie alles schwer zu jäten, aber Walderdbeeren fand ich bisher nicht so herausfordernd. Es ist halt nur mühevoll, weil die so viele Ausläufer bilden, als Bodendecker sind sie toll, aber zwischen eher zurückhaltend wachsenden Stauden wären sie natürlich zu domiant.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 21. Oktober 2021, 23:46:37
Variegate Maiglöckchensorten sind wesentlich besser beherrschbar da nicht so wüchsig.
Z.B. ‘Fernwood’s Golden Slippers’, die breitet sich bei mir aus, aber nicht in rasender Geschwindigkeit.
Ich hab noch andere Sorten, die bleiben allerdings fast horstig, so schön sie auch sind.

Fragraria vesca ist bei mir auf meinem Lehm ein angenehmer, nicht verdrängender Bodendecker, der sich dazwischenschlängelt, und auch - bei mir - völlig easy zu rupfen ist, wenn irgendwo störend.
Vinca minor kann da schon wesentlich heftiger sein - ich hatte auch welche unter die Haseln bei mir gepflanzt, nach ein paar Jahren es mir dann aber anders überlegt und die damals vielleicht 60x60cm-Fläche wieder gerodet, das ist jetzt auch schon 5 Jahre oder so her und dieses Jahr hab ich da nochmal eine Ranke rausgerupft.
Zu Melica uniflora sollte ich vielleicht auch ne kleine Warnung mit auf den Weg geben - es samt sich sehr gut aus.
Es ist ein schönes, "weiches" nicht so hohes Gras, ein bisschen wie Hakonechloa, welches übrigens eingewachsen auch einiges an Trockenheit verträgt, aber Melica kann sich halt "flächig" entwickeln, wenn man es lässt.
Bezaubert hat es mich bei Hessehof in Holland, wo es eine Monokultur-Fläche unter einem Gehölzstreifen bildete und auf den Weg bogig überhing.
Es gibt da auch eine Sorte mit weißen Samen.
Lunaria annua geht bei mir als Zweijährige auch gut auf der Gehölzfläche, ich hab die weißblühende, weißpanaschierte Sorte 'Variegata Alba'.
Und Cardamine bulbifera, ein hübscher kleiner Frühlingsblüher, der ganz viele Bulbillen am Blütenstängel ausbildet und dadurch sehr einfach weitflächig ansiedelbar ist.
Apropos weitflächig ansiedelbar - Smyrnium perfoliatum  ;D
Ein sehr dekorativer, dreijähriger Doldenblütler für Halbschatten, Schatten, im ersten Jahr sind nur zwei Keimblätter da und ziehen bald ein, im zweiten Jahr dann ein Blattschopf, der auch im Mai wieder einzieht und im dritten Jahr schiebt er dann den Blütenstand, um nach der Blüte zur Samenreife komplett einzutrocknen, ich zieh diese Skelette dann sofort nach Samenernte aus dem Boden was recht einfach geht.
Wenn erstmal etabliert, produziert er ab der ersten Blüte wirklich viele, viele Samen und man sollte drauf aufpassen.
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 22. Oktober 2021, 20:50:57
Zur Ergänzung deiner kurzen ;D Liste
Habe die Liste ergänzt. 8) Man könnte wohl einen ganzen Wald einrichten. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Floris am 22. Oktober 2021, 22:34:01
Wie schön, ihr unterhaltet euch über meinen Garten...


.
Walderdbeere ( kann wuchern, eher leicht zu ziehen)gefällt mir aber nur in Reinkultur, nicht wenn sie in anderen rumläufert, deshalb lieber Potentilla sterilis
Omphalodes verna will bei mir nicht, keine Ahnung warum
Helleborus x hybridus und foeditus unverzichtbar, heißt aber foetidus
Epimedium von der «starken Front»; Frohnleiten, Amber Queen, Pink Constellation…und sulphureum und rubrum
Brunnera
Digitalis purpurea bei offenem Boden zum Aussamen
Lamium orvala schön im Frühjahr, auch die helle Sorte
Salvia glutinosa blüht im Spätsommer
Corydalis lutea und ochroleuca und im frühen Frühjahr C. solida
Melittis melissophyllum ganz wichtig
Vinca minor (kann wuchern) die weiße weniger, aber trotzdem vorsicht
Tiarella cordifolia kein Glück mit
Ophiopogon planiscapus
Cornus canadensis (nicht im kalkigen Boden)
Kerzenknöterich `JS Caliente`kenne ich nicht
Lunaria: rediviva, annua und Hesperis matronalis
Aquilegia vulgaris
Aster divaricatus, A. ageratoides 'Asran' genug Platz?
Euphorbia amygdaloides
Galium ordoratum (kann wuchern)
Geranium:  macrorrhizum,  x cantabrigiense,  oxonianum,  phaeum, phaeum auch in weiß, braucht mehr Feuchte
nodosum (Samenschleuder)
Heuchera (diverse Sorten)
Hosta (diverse Sorten) vor allem H. lancifolia
Iris foetidissima
Lamiastrum (kann wuchern) lieber nicht
Liriope muscari, L. spicata (kann wuchern)
Lithospermum  purpurocaeruleum auch nicht
Symphytum grandiflorum u. a. (kann wuchern) S. grandiflorum 'Blaue Glocke' wächst horstig, weshalb ich glaube dass es kein grandiflorum ist
Tellima grandiflora mit Campanula latifolia 'alba' und Saruma henryi
Trachystemon orientalis (kann wuchern) mit Anchusa officinalis (samt aus)
Viola sororia
Waldsteinia ternata (kann wuchern), W. geoides
Smyrnum perfoliatum (Sämlinge!!!)

Cyclamen hederifolium und coum mit Hepatica und Sanicula europaea
Asarum europeum  (kalkiger Boden)
Polygonatum
Schneeglöckchen
Scilla siberica
Eranthis hyemalis
Arum italicum
Maiglöckchen (Variegate Sorten weniger wüchsig)
Cardamine: pentaphyllos, bulbifera
Anemone nemorosa und ranunculoides
Hyacinthoides hispanica

Millium effusum `Aurea` (Sämlinge)
Melica uniflora (Sämlinge)
Phaenosperma globosa
Luzulla: sylvatica/ nivea/ luzulloides
Carex morowii, C. oshimensis in Sorten

trockenheitsrobuste Farne vor allem Asplenium scolopendrium

Rhodotypos scandens
Illicium anisatum
Danae racemosa
Ruscus: aculeatus/ hypoglossus/ x microglossus
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: Gartenplaner am 22. Oktober 2021, 22:41:44
Weitere bei mir trockenheitsverträgliche Farne:
Polystichum setiferum und seine vielen Sorten, Dryopteris filix-mas, Polypodium vulgare, cambricum, letzterer wieder mit vielen Sorten, Cyrtomium fortunei schlägt sich bei mir tapfer ganz nah am Fuß der Haselhecke
Titel: Re: "Waldzimmer" einrichten
Beitrag von: neo am 22. Oktober 2021, 23:50:11
Cyrtomium fortunei schlägt sich bei mir tapfer ganz nah am Fuß der Haselhecke
Ich habe den letzte Woche mit ein bisschen mulmigem Gefühl am oberen Waldrand (auch trocken) versorgt, also gepflanzt. Dann hoffe ich, er wird ebenfalls über die Runden kommen. Fortuna flankiert jetzt jedenfalls die Einfahrt, einer rechts, einer links. ;)
Farne werden ergänzt.
@Floris: Danke für deine Kommentare, interessant zum Lesen. :)
Asplenium scolopendrium: Der verträgt todsicher sehr trocken? Ich dachte, der will eher feucht?
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Floris am 23. Oktober 2021, 07:12:21
Wie so vieles muss er sich erst etablieren.
Er gedeiht bei mir sowohl unter einer Hasel als auch unter einem großen Buchs.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Bristlecone am 23. Oktober 2021, 07:26:40
Hier gedeihen  Hirschzungen gut im Wurzelbereich von Eiben im Vollschatten.
Auch Dryopteris sieboldii gedeiht dort.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 23. Oktober 2021, 09:44:28
Wenn ihr das zweifach schreibt, wird das so sein. Sich erstmal etablieren müssen sich ja alle und werden Hilfe brauchen 2-3 Jahre.
.
Ich habe gestern noch kurz geschaut, was dort eigentlich einfach so wächst: Lückiger Bewuchs mit Walderdebeere (wenige), Gundermann (wenig),  Geranium robertianum (ganz vereinzelt), Schöllkraut (davon am meisten >:(). Was es auch schon hat sind Buschwindröschen.
Ich schmeiss mal gut Laub drauf. ;)
(Liste mit Floris Angaben ergänzt.)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 23. Oktober 2021, 13:02:46
Du könntest Geranium robertianum durch die Sorte ‘Alba’ ersetzen  8)

Hirschzunge ist bei mir auch sehr trockenrobust - was mir die 3 letzten Jahre  auffiel, wenn es schon im Frühjahr trocken ist, entrollt sie einfach keine neuen Wedel.
Wenn man dann mit Gießen nachhilft, oder es im Sommer wieder mehr Regen gibt, kommen neue Wedel.
Insofern würde ich empfehlen, bei Pflanzen an schwierigen Stellen die alten Wedel nicht im Frühjahr abzuschneiden.
Sieht zwar nicht so adrett aus, hilft der Pflanze aber.

Lamiastrum galeobdolon ist schon sehr wucherig und überrankt sehr.
Ich habe es unter Dickichten bei mir angesiedelt und dann später Winterlinge dort angesät, erst dann dachte ich daran, dass die Laubdecke vom Lamiastrum wohl höher als das Laub der Winterlinge ist.
Ist es nicht, meine Variante ist nicht wintergrün.
Ansonsten lieber für große Flächen, wo man außer Lamiastrum nichts Spezielles haben will.
Lithospermum purpurocaeroleum ist wohl ähnlich wüst auf eher sauren Böden.

Polystichum rigens hab ich noch vergessen, der verträgt es bei mir auch wirklich sehr trocken, sogar in der Efeukonkurrenz unter den Eiben im Eibenhain, und Polystichum polyblepharum steht weniger extrem, verträgt es aber auch trockener, Polystichum tsus-tsimense, ein recht niedriger Farn, ebenfalls.

Ich hab mir als weiteren niedrigen Bodendecker Oxalis acetosella aus dem Wald geholt.
Gärtner mit sandig-humos-sauren Böden warnen vor Wuchern, auf meinem kalkhaltigen Lehm benimmt er sich gesittet.

Wurde eigentlich schon Papaver (Meconopsis) cambricum erwähnt?
Ja, auch gern ne Samenschleuder und mit der Rübchenwurzel in Lehm nicht so easy zu jäten, aber die gelben oder orangen Blüten im Schatten….

Das Waldzimmer wär übrigens auch ne schöne Stelle für Lilium martagon und deren Hybriden  :)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 23. Oktober 2021, 13:13:33
Ich finde die Liste der Pflanzen mit (Warn)Hinweisen übrigens ganz klasse - vielleicht wäre es ja nicht schlecht, sie auch nochmal an den Eröffnungspost dran zu hängen?
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 23. Oktober 2021, 19:46:27
Du könntest Geranium robertianum durch die Sorte ‘Alba’ ersetzen  8)
Ich mag "den Stinker" eigentlich ganz gern riechen, und manchmal mogelt er sich charmant irgendwo dazwischen. Und gerupft ist er auch schnell, wenn's weniger charmant ist.
Zitat

Das Waldzimmer wär übrigens auch ne schöne Stelle für Lilium martagon und deren Hybriden  :)
Ich weiss nicht recht ob die mir zu elegant sind, sehr schön finde ich sie schon. Irgendwie habe ich Vorbehalte, aber so Genaues weiss man nicht. Muss ich erst intern abklären. 8)
.
Die Liste ist jetzt im Eingangspost, so findet man sie tatsächlich besser, danke Gartenplaner.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 23. Oktober 2021, 19:55:30
Oh, ich mag G. robertianum mit seinem Klöppelspitzenlaub auch gerne - aber Rosa als Blütenfarbe nicht so  ;D

Ja, ich hab auch bei L. martagon gezögert - bei mir hat sie sich zwar als recht robust herausgestellt, brauchte aber erstmal ein paar Jahre Anlauf mit nur Laub, ehe sie mal blühte, man muss hinter den Lilienhähnchen her sein.... da geht es dann schon ein bisschen in Richtung Sammler- und Hätschelpflanzen.
Aber eine L. martagon 'album' vor dunklem Waldesgrund ist ein bezauberndes Bild....

(https://up.picr.de/41904110hd.jpg)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 23. Oktober 2021, 20:15:30
Aber eine L. martagon 'album' vor dunklem Waldesgrund ist ein bezauberndes Bild....
Ja, ja, ja...  :)
"hinter den Lilienhähnchen her sein", nein, nein, nein...Ich habe doch schon den Buchsbaumzünsler! >:( ::)
Mir fehlt da glaub`ich im Moment die Kapazität. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 24. Oktober 2021, 17:16:14
aufgehoben.
Betr. "aufgehoben": Ich hatte gestern beim Verschieben der Liste zufällig gesehen, wie oft man sich so ein Bild mit paar Steinen anschaut. Gärtner scheinen Steine zu mögen. ;) Ich habe sie aufgehoben und nach weiter oben an die Sonne verfrachtet. Spielt jetzt noch nicht so die Rolle, ob sie dort definitiv liegen bleiben. Vielleicht helfen sie ja ein bisschen an der trocken-sonnigen Stelle, das Wasser im Boden zu halten (und die Eidechsen sind dort oben unterwegs.)
Diese Steine sowie die der Gartenmauer (regelmässige) wurden übrigens nicht neu gekauft aus einem Steinbruch, wie ich immer gedacht hatte.
1942 wurde ein Lokdepot hier am Ort abgebaut, von dort stammen die Steine. Das erklärt wohl auch diese Bruchsteine.  Mein Mann fand das letzthin, grübelnd in seinem Kellerarchiv, raus.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 24. Oktober 2021, 17:35:11
Betr. des Waldzimmers brauche ich eindeutig noch mehr Zeit, um das Pflanzliche besser vor mir zu sehen (und mich eingehender durch die Liste vorzuarbeiten.) Die Vorstellung oder das Gefühl für den Raum ist aber schon mal deutlich besser, als noch vor einer Woche.
Was ich gestern gesehen habe: Der von Querkopf vorgeschlagene Platz beim Asthaufen links für Rhodotypos scandens  scheint mir passend, er ist "gesetzt".
Eine Handvoll Sämlinge von Helleborus f. `Wester Flisk`konnten gestern einziehen. Es ging ganz gut zum Jäten. Werde deshalb nicht aufschütten, sondern rechte Pflanzlöcher machen mit gutem Startmaterial drin. Zwei Lenzrosen konnten auch noch gepflanzt werden zu den zweien, die dort schon drin sind, das dürfen noch mehr werden.
Da das Ganze inzwischen gut abgeschüttet ist mit Laubhäcksel lohnt ein Foto nicht. Du siehst ja fast nichts ausser Laub. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 24. Oktober 2021, 17:49:55
Am neuen Platz wirken die Steine sehr stimmig  :)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 24. Oktober 2021, 18:05:19
stimmig  :)
:)
Ist auch leichter, wenn die jetzt mal dort liegen bleiben können. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Floris am 24. Oktober 2021, 18:16:50
Ich sortiere Pflanzen gerne nach Wuchs- und Konkurrenzverhalten.

Ich habe die Liste des Eingangspost mal in einen entsprechenden Text eingefügt. Der befasst sich halt nicht speziell mit trockenem Schatten, so dass darin noch mehr Arten vorkommen.

Hoffentlich ist's nicht zu lang...

"Es lassen sich Gruppen von Wuchstypen bilden und daraus Regeln zu Verwendung ableiten:

Mit ausläufertreibenden, niedrigen Arten lässt sich eine Fläche gleichmäßig bewachsen. Zwischenräume zwischen den Einzelpflanzen schließen sich bald und es entsteht ein einheitlicher Bestand. Damit lassen sich auch größere Flächen pflegeextensiv begrünen, z. B. die Baumscheiben direkt unter Gehölzen, auch bis an die Stämme heran. Werden verschiedene Arten nebeneinander angeordnet entsteht eine einheitliche Fernwirkung mit artspezifischen Unterschieden der einzelnen Blöcke durch verschiedene Blütezeiten.

Zu den wüchsigsten dieser Bodendecker die noch für Gärten geeignet sind gehören das Kleine Immergrün (Vinca minor) von dem die dunkelvioletten und weißen Sorten etwas verhaltener wachsen als die meist verwendeten blauen, der großblütige Beinwell (Symphytum grandiflorum) mit je nach Sorte weißen oder hellblauen Glockenblüten im zeitigen Frühjahr, der Balkanstorchschnabel (Geranium macrorrhizum) in weiß oder verschiedenen Rosatönen und die Teppich-Waldsteinie (Waldsteinia ternata) mit gelben Blüten. Sie alle sind immergrün, so dass die Flächen auch im Winter bewachsen wirken und ertragen gut die Wurzelkonkurrenz in der Nähe von Gehölzen. Sehr schön auch das zarte Hellblau des Gedenkemeins (Omphalodes verna) und des Rauhlings (Trachystemon orientalis), deren Laub im Winter allerdings einzieht.
Nur auf großen Flächen solle man die sehr raumgreifenden Goldnesseln (Lamiastrum galeobdolon) und Blaue Steinsame (Lithoispermum purpurocaeroleum) sowie Aster ageratoides, z. B. ‚Asran‘, verwenden.

Nicht ganz so raumgreifend sind weitere Storchschnabelarten wie Cambridge-Storchschnabel (Geranium cantabrigiense) für auch etwas mehr Sonne oder Knotiger Storchschnabel (Geranium nodosum), dessen üblicherweise lilafarbenen Blütchen fast den ganzen Sommer über erscheinen (‚Silverwood‘, schwachwüchsiger und weißblütig), buntblättrige Taubnesseln (Lamium maculatum) in Sorten oder Kriechender Günsel (Ajuga reptans) mit seinen blauen Blütenkerzen, den es auch mit purpurfarbigem Laub oder weißblühend gibt, die Balkanwolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae) mit leuchtenden grünen Blütenständen und eine weißbunte Form der Japansegge (Carex morrowii ‚Variegata‘). Grasartig wirken auch die schmalen Blätter der ausläuferbildenden Ährigen Traubenlilie (Liriope spicata) und des Schlangenbartes (Ophiopogon planiscapus), beide aus Ostasien.

Sehr großes immergrünes Laub tragen die sich ebenfalls gemächlich ausbreitenden Bergenien (Bergenia cordifolia) aus der Familie der Steinbrechgewächse und etwas höher als die vorigen werden die verschiedenen Arten der Elfenblumen (Epimedium) aus Asien mit ihren interessanten Blüten auf zarten Stielen. Zur flächigen Bodenbedeckung werden die robusten Arten E. rubrum und E. sulphureum, als Sorten vor allem ‚Frohnleiten‘, ‚Amber Queen‘ und ‚Pink Constellation‘ empfohlen. Schließlich gibt noch den eleganten ausläufernden Straußenfarn (Matteuccia strutiopteris) für etwas feuchtere Plätze.

Unter den heimischen Waldbodenpflanzen übernehmen diese Rolle Waldmeister (Galium odoratum), Haselwurz (Asarum europaeum), Waldmarbel (Luzula sylvatica, nivea, luzulloides), Sauerklee (Oxalis acetosella), Erdbeerfingerkraut (Potenilla sterilis), und, nur im Sommer mit Laub, die Maiglöckchen (Convallaria majalis, buntlaubige Formen ohne oder mit wenig Ausbreitungsdrang) und das Waldbingelkraut (Mercurialis perennis). Die heimische Walderdbeere bedeckt schnell größere Flächen, da sich die Kindel mit relativ langen Ausläufern weit von der Mutterpflanze entfernen.

So manche dieser Pflanzenarten wird in Gesprächen von Gartenbesitzern schon mal als „wuchernd“ oder „alles überrennend“ verunglimpft. Man kann also davon ausgehen, dass damit bepflanzte Flächen wenig Pflegeaufwand erfordern (bei Geranium werden verblühte Stiele entfernt, Vinca kann man alle paar Jahre im Spätwinter mal runtermähen, bei den sommergrünen Arten ist trockenes Laub zu entfernen und beim Waldmeister die im Winter vertrocknenden Triebe abzuschneiden, bevor er im Frühjahr von unten durchtreibt). Stauden im Schatten und in Gesellschaft von Gehölzen wachsen nicht so stark wie die auf Freiflächen, weshalb auch weniger zu schneiden ist.

Es ist natürlich darauf zu achten die Arten dieser Gruppen untereinander zu verwenden und von Beeten mit zierlichen Arten fernzuhalten. Als Unterpflanzung von Sträuchern, nach vorne von einem Weg begrenzt, sind sie ideal. Wegen der dichten, oft ganzjährigen Bodenbedeckung können sie zwar mit robusten Solitärstauden kombiniert werden, sind aber wenig geeignet zur Kombination mit Zwiebelpflanzen.


Mit niedrigen, horstig wachsenden Staudenarten, die sich nicht oder nur sehr langsam über kurze Ausläufer verbreiten, ist man variabler in der Gestaltung. Auch mit diesen kann man, bei entsprechend dichter Pflanzung, eine dauerhafte flächige Bodenbedeckung schaffen. Man kann sie auch in Mischung verwenden, wobei sich mehrere Arten auf einer Fläche mehr oder weniger regelmäßig wiederholen und dadurch wiesenartige Eindrücke hervorrufen, oder man schafft eine sich gleichmäßig wiederholende Grundbepflanzung in die ergänzend weitere Arten eingestreut werden.
Bei solchen Mischpflanzungen ist natürlich zu beobachten ob das Wuchsverhalten der Beteiligten harmoniert. Wenn bestimmte Arten dominieren heißt das nicht unbedingt, dass eingegriffen werden muss, aber ohne Regulierung wird sich vermutlich mit den Jahren die Artenzahl vermindern.

Sehr früh mit der Blüte beginnt das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), erste Nahrung für Blütenbesucher und nach der Blüte eine hübsche Blattschmuckpflanze. Dazu passen die Golderdbeere (Waldsteinia geoides) und das Kaukasusvergißmeinnicht (Brunnera macrophylla), die Frühlingsplatterbse (Lathyrus vernus), Großblütiges Schaumkraut (Pachyphragma macrophyllum), verschiedene Veilchen (Viola odorata, V. sororia u. a.), Leberblümchen (Hepatica nobilis), Elfenblumen (Epimedium, z. B. pubigerum) und Bergenien.

Noch früher dran ist allerdings die heimische Verwandte der Christrose, die Stinkende Nießwurz (Helleborus foetidus). Da er den Namen diskriminierend fand hat der Staudengärtner Karl Förster sie seinerzeit in Palmblatt-Schneerose umbenannt. Sie beginnt schon im Dezember ihren verzweigten Blütenstand zu entfalten, dann wenn der Italienische Aronstab (Arum italicum) dasselbe mit seinen gemusterten Blättern tut. Der Kontrast zwischen dunkelgrünem Laub und den leuchten hellgrünen Blütenständen wird bei der Sorte ‚Westerflisk‘ noch um rote Stiele erweitert. Erst zur Blütezeit der Winterlinge (Eranthis hyemalis) im Februar folgen ihnen die Lenzrosen (Helleborus x orientalis), die farbigen Verwandten der Christrose nach, robuste und dauerhafte Stauden, in schattigen Pflanzungen unverzichtbar.

Ihnen folgen verschiedene Geraniumarten, z. b. Braunblütiger Storchschnabel (Geranium phaeum), den es auch in weiß gibt, Schaumblüte (Tiarella cordifolia), Herzblattwurz (Saruma henryi), Nesselkönig (Lamium orvala), Wald-Sanikel (Sanicula europaea), Immenblatt (Melittis melissophyllum), Hellgelber Lerchensporn (Corydalis ochroleuca), Falsche Alraune (Tellima grandiflora), Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) und Korallenschwertlilie (Iris foetidissima). Den Abschluss macht im Herbst die Lilientraube (Liriope muscari). Unter den Seggen empfehlen sich vor allem die Sorten von Carex oshimensis.
Den Sommer über, wenn im Schatten die verschiedenen Laubstrukturen und Grüntöne überwiegen, ist die hohe Zeit der Herzblattlilien (Hosta oder Funkie) von denen es mehrere Arten und unzählige Sorten in vielen Größen, Blattformen und Farben gibt. Im Spätsommer bilden sie dann glockenförmige Blüten an hohen Stielen, lila oder weiß, z. T. auch duftend. 
Weitere Blattstauden kommen aus dem Reich der Farne, z. B. aus den Gattungen Adiantum, (Frauenhaarfarne), Asplenium (Hirschzungenfarne), Dryopteris (Wurmfarne), Polypodium (Tüpfelfarne) oder Polystichum (Schildfarne).

Auch mit diesen Arten kann man, bei entsprechend dichter Pflanzung, eine dauerhafte flächig einheitliche Bodenbedeckung schaffen. Gerne erfolgt das mit Bergenien, Brunnera, Epimedien, Geranium nodosum, Hosta lancifolia oder H. clausa und anderen kleineren Hostaarten sowie Waldsteinia ternata.


Bei Pflanzungen die den Lebensraumtypen Wald und Gehölzrand nachempfunden sind übernehmen die Gehölze in der Regel bei der Gestaltung die Dritte Dimension, die Höhe. Sind die Beete breiter bietet es sich aber auch an, mit höherwachsende Staudenarten Akzente zu setzen. Unübertroffen in der Wirkung ist die Akelei (Aquilegia vulgaris), deren interessante, gespornte Blüten sich auf geraden, drahtigen Stielen erheben. Ebenso früh erblühen die weißen Hängeblüten des Salomonsiegels (Polygonatum multiflorum) und der Silberling (Lunaria annua). Diesem folgen seine Verwandten Nachtviole (Hesperis matronalis) und Mondviole (Lunaria rediviva), die Waldglockenblume (Campanula latifolium, besonders schön die weiße Form), der dunkellaubige Felberich ‚Firecracker‘ (Lysimachia ciliata) und der Schneefelberich (Lysimachia clethroides).
Unter den Knötericharten bieten sich beim Kerzenknöterich (Polygonum amplexicaule) die mittelhohe Sorte ‚JS Caliente‘ und bei den Fadenknöterichen (Polygonum filiforme) die Sorten ‚Painters Palette‘ und ‚Lance Corporal‘ an.

Etwas Besonderes sind die winzigen Blüten der heimischen Knotigen Braunwurz (Scrophularia nodosum), wenn sie von meist mehrfach so großen Bienen und Hummeln besucht werden.

Die Süßdolde (Myrrhis odoratus) bildet zunächst eine weiße Doldenblüte um anschließend, nach Rückschnitt, für den Rest des Sommers nochmals ihr farnartiges Laub auszubreiten und damit, ähnlich dem heimischen Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) einen Kontrast zu breiteren Laubformen zu bilden, vertreten von z. B. größeren Sorten der verschiedenen Hosta-Arten. Ebenfalls einen neuen Blattschopf bildet bei Rückschnitt nach der Blüte die angeblich zu Symphytum grandiflorum gehörige Sorte ‚Blaue Glocke‘, die im Gegensatz zur Art keine Ausläufer treibt.
Eine mächtige Erscheinung zur Einzelstellung bildet mit den Jahren ebenfalls der Waldgeißbart (Aruncus sylvestris). Es gibt von diesem auch kompaktere Auslesen die zur Blüte sehr an Astilben erinnern, die bei uns im Sommer aber oft unter Trockenheit leiden.
Bei etwas Pflege und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit bilden die Sorten der Türkenbundlilie (Lilium martagon) einen besonderen Hingucker.

Mit diesen höheren Waldrandstauden leitet man dann zum Lebensraum der Freiflächen über, wo es viele weitere Arten und Sorten mit Wildpflanzencharakter gibt, die zwar nicht unbedingt zu den Schattenstauden zählen, aber durchaus eine leichte Wurzelkonkurrenz durch die benachbarten Gehölze ertragen.


Bleiben noch die typischen Frühjahrsblüher des Waldbodens zu erwähnen, sogenannte Geophyten, die aus Zwiebeln oder Knollen im zeitigen Frühjahr rasch austreiben, blühen und bald wieder einziehen und damit freie Flächen hinterlassen.
 Typische Vertreter sind Schneeglöckchen (Galanthus nivalis und elwesii), Winterlinge (Eranthis hyemalis) und Buschwindröschen (Anemone nemorosa und ranunculoides). Aber auch Hasenglöckchen (Hycinthoides hispanica und non-scripta), gefleckter Aronstab (Arum maculatum), Fingerzahnwurz (Cardamine pentaphyllos) Zwiebeltragende Zahnwurz (Cardamine bulbifera) und Lerchensporn (Corydalis cava und solida), sowie Bärlauch (Allium ursinum), auf dessen Ausbreitungsvermögen durch verschleppte Samen zu achten ist.
Dazu kommen zwei Arten von Alpenveilchen: das frühjahrsblühende Cyclamen coum und das herbstblühende Cyclamen hederifolium.
Man verwendet diese alleine unter laubabwerfenden Gehölzen oder kombiniert sie mit spätaustreibenden Stauden wie Helleboren, Paeonien, Polygonatum, Dryopteris, Scrophularia, Myrrhis, Aruncus oder Hosta.

Der Schwerpunkt der Blüte liegt im Schatten eindeutig im Frühjahr. Im Sommer oder Spätsommer ist es deutlich weniger und es übernehmen die Laubstrukturen. Man sollte daher bei der Auswahl die wenigen Herbstblüher wie Herbstanemone (Anemone hupehensis), winterharte Fuchsien (Fuchsia magellanica), Silberkerzen (Cimicifuga-Arten) für ausreichend feuchte Plätze oder herbstfärbende Stauden (einige Hostaarten, Polygonatum, Lysimachia clethroides) besonders beachten. 

Die meisten der genannten Arten sind ausdauernd und langlebig und sollten im Garten dauerhaft aushalten, aber nicht alle. Der Silberling ist eine sogenannte „zweijährige“ Art, d. h. er keimt und wächst in einem Jahr und stirbt im folgenden Jahr nach der Blüte ab. Er ist für den Fortbestand also darauf angewiesen, sich immer wieder neu auszusäen. Ebenso verhalten sich der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) und Anchusa officinalis, heimische Stauden der Waldlichtungen und -ränder. Die Gelbdolde (Smyrnum perfoliatum) bildet im ersten Jahr nur zwei Keimblätter und zieht bald wieder ein, im zweiten Jahr dann einen Blattschopf, der auch im Mai wieder einzieht und im dritten Jahr den Blütenstand in leuchtendem hellgrün, ähnlich verschiedener Wolfmilcharten. Nach der Blüte, vor der Samenreife kann man durch Rückschnitt die Zahl der ausgestreuten Samen regulieren. Für solche Arten muss immer wieder offener Boden vorhanden sein, damit sie keimen können. In Pflanzungen die auf eine dauernde Bodenbedeckung angelegt sind, bleiben sie bald aus.
Ähnlich ergeht es den eher kurzlebigen Arten wie Nachtviole, Hellgelber Lerchensporn, Großblütiges Schaumkraut, Geflecktes Lungenkraut, Stinkender Nießwurz und Akelei. Wenn man hier nicht wenigstens einen Teil der Blütenstände bis zu Samenreife stehen lässt und beim Jäten von Sämlingen nicht auf diese Arten achtet, werden sie verschwinden. "
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: AndreasR am 24. Oktober 2021, 18:39:48
Floris, vielen Dank für diesen informativen, wunderbar zusammengefassten Text! :D Den sollte man zu den Artikeln im Garten Pur-Portal hinzufügen, entsprechende Bilder lassen sich bestimmt leicht finden. :)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 24. Oktober 2021, 22:24:43
Floris, vielen Dank für diesen informativen, wunderbar zusammengefassten Text! :D
Ich schliesse mich an, danke für die Arbeit! :) Ist eine gute Orientierungshilfe beim Reinknien in die Pflanzen.
Und Andreas hat recht, die Forumflut arbeitet schnell und schon ist es runtergespült. Ich kopier`s mir raus. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Querkopf am 25. Oktober 2021, 14:26:53
Ich finde die Liste der Pflanzen mit (Warn)Hinweisen übrigens ganz klasse...
Die Liste gefällt mir auch. Sie macht Lust, im eigenen "Waldzimmer" ein bisschen umzuräumen :D.
Aber das ist "Kür" - aktuell sind erstmal Pflicht-Jobs dran.

@Floris:
Deinen Text habe ich erst verspätet gesehen & gelesen. Vielen Dank! Das ist (nicht nur für "Waldzimmer") richtig gut und hilfreich :D. Werde ich mir auch rauskopieren.

@neo:
Zu den Martagon-Lilien: Ich habe vor Jahren ein paar Zwiebeln in einem Schattenbeet versenkt (nicht im "waldigen", sondern an einer feuchteren Stelle). Sie blühen nur unregelmäßig - sie sind nicht nur bei Lilienhähnchen beliebt, sondern auch bei Schnecken, und hier wie dort kriege ich das mit dem "Hinterhersein" nicht hin. Ok, isso. Umso schöner, wenn's dann mal klappt, reizvoll sind sie ja. Und sie nehmen nicht viel Platz in Anspruch :)...

Die Steine sehen klasse aus am neuen Ort, das passt perfekt :D.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. Oktober 2021, 18:59:02
@neo:
Zu den Martagon-Lilien:  Sie blühen nur unregelmäßig - sie sind nicht nur bei Lilienhähnchen beliebt, sondern auch bei Schnecken, und hier wie dort kriege ich das mit dem "Hinterhersein" nicht hin.
Das war ein schlechtes Verkaufsgespräch 8), bei Gartenplaner tönte es ja auch schon in diese Richtung. Ich hatte schon mal vor längerem über diese Lilien gelesen, weil ich sie hier gesehen hatte. Und damals schon sind sie mir wohl etwas kompliziert erschienen. Wenn die Schnecken die auch noch mögen...Mit denen lebe ich ja eigentlich in ziemlich friedlicher Koexistenz. Und werde mich besser hüten, sie verrückt zu machen, auf dass ich dann auch verrückt werde. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 25. Oktober 2021, 19:21:23
 ;D
Ich bin ja auch oft nicht vor Ort.
Ich hab die L. martagon (normal und weiß) und inzwischen drei verschiedene Hybriden gepflanzt und dann so ziemlich sich selbst überlassen.
Bei der Pflanzung der weißen, als Topfpflanze die in voller Blüte stand, brach mir sogar der Trieb genau über der Zwiebel ab, als ich sie ins Pflanzloch setzte  :-X
Im Jahr darauf kam sie trotzdem, zwar nur mit Laub, aber immerhin.
Bei allen dauerte es 3-4 Jahre, bis mal Blüten kamen

Ich streue insgesamt ein, zweimal im Frühjahr Ferramol, aber in der Wiese direkt nebenan sind natürlich trotzdem das ganze Jahr unzählige Schnecken unterwegs, die lassen aber inzwischen oft die Pflanzungen in der Shrubbery links liegen, trotz dort stehender Hosta.
Ich gebe im Frühjahr auch eine Prise Volldünger drauf.

Die Lilienhähnchen sammle ich ab und mache platt, wenn ich welche mal dran sehe wenn ich grad vor Ort bin, erwische aber nie alle.
Von einer Neuen, die ich wohl 2019 neu gepflanzt hatte, hab ich dieses Jahr nur einen belaubten Stängel etwas unter Helleborus-Laub begraben, die braucht wohl noch, bis zur Blüte....
Ich hab sie größtenteils hinter mittelgroße Stauden oder niedrige Gehölze gepflanzt, dass mehr oder weniger nur die Blütenstände oben raussschauen - dann sieht man auch nicht, wenn das Laub von den Lilienhähnchenraupen zerfressen ist.

(https://up.picr.de/41904113xs.jpg)

(https://up.picr.de/41904111zi.jpg)

 
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. Oktober 2021, 19:39:56
Gartenplaner, lass`ab! ;D
Sie sind ja jetzt mal in einer kleinen Hirnschublade versorgt. ;) Manchmal kommt's ja auch ganz spontan, aus dem Moment raus, wenn`s einfach grad passt.
Die "Verhüllungstaktik" ist ein guter, praktischer Tipp, kommt auch in die Schublade.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 25. Oktober 2021, 20:06:37
lach....ok, ich pack die Schlange wieder ein  ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. Oktober 2021, 20:35:46
 ;D :o ;D ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Querkopf am 25. Oktober 2021, 21:57:15
... Was ich gestern gesehen habe: Der von Querkopf vorgeschlagene Platz beim Asthaufen links für Rhodotypos scandens  scheint mir passend, er ist "gesetzt". ...
:D

Heute habe ich mir den eigenen Strauch nochmal angeguckt. Und ein schnelles Foto gemacht, "Rhodotypos scandens an Fichte", Speisekarten-Sprech ;D...
(Bitte Häckselhaufen und flachgelegte Stühle vorn links ignorieren, da ist grad noch Baustelle.)

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/10225/2021-10-25_Garten-0195_Blick_auf_Fichte_und_Nachbarn-klein.jpg) 
Die Rhodotypos, gleich rechts vom Stamm, hat mittlerweile eine gefällige runde Form entwickelt. Und ihre volle (End?-)Höhe von knapp 2m erreicht, so dass man vom Totholzhaufen direkt dahinter nichts mehr sieht.
Jedenfalls fast nichts, im Detail sieht es so aus:
(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/10225/2021-10-25_Garten-0195_Ausschnitt_Fichte_und_Nachbarn-klein.jpg)

Der Holzhaufen liegt da schon gut 20 Jahre, Äste und Stammstücke, die nicht in den Häcksler passen. Scheint eine kleine Ewigkeit zu dauern, bis solches Holz komplett wegrottet. Nur etwas zusammengerutscht ist das Material im Lauf der Zeit, hohl, leicht, lückig, locker geworden - diversen Tierlein gefällt's :D. Ergo störe ich da möglichst nicht. Tauche nur mal auf, wenn - wie jetzt - ein durch Sturm abgebrochener dicker Ast verstaut werden muss. Oder um ein paar Eimer trockenes Laub hinzukippen, aus dem sich Igel und Heckenbraunelle Bettdecken basteln können (Igel z. B. nutzen das tatsächlich, im Frühjahr habe ich mehrfach kugelige Lagerspuren gefunden). Ich muss da auch gar nicht stören, gärtnerisch ist dort absolut nichts zu tun :).

Die Rhodotypos stand übrigens zunächst an einer anderen Fichte, die vor 5 Jahren gefällt wurde. Den Strauch musste ich für den Umzug erstmal verkleinern. Hat er ohne Murren weggesteckt und ist nun wieder topfit :).


Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 26. Oktober 2021, 15:11:45
"Rhodotypos scandens an Fichte"
Eine hübsche Unterholzecke hast du dort! (Das Ahornfeuer... :D)
Dein R.s. hält sich dort wirklich gut, hätte ich nicht so gut erwartet an so trockener Stelle. (Ich sollte ihn jetzt noch besorgen, wäre besser als erst im Frühling zu pflanzen.)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: martina 2 am 26. Oktober 2021, 15:30:20
neo, Melittis melissophyllum (wächst hier sehr gut)  ist wohl "wichtig", weil es eine Bienen- und Schmetterlingsweide ist  :) Etliche der von dir projektierten Stauden stehen hier im schattigen Hofgarten, manche sind schnell wieder verschwunden. Ich schreib dir das später auf, nur zu G. nodosum: Samenschleuder - naja, das hält sich in Grenzen. Jedenfalls aber die einzige Staude, die von Juni bis zum Frost immer Blüten hat und vollkommen problemlos ist. Ich mag es sehr, von mir aus könnte es ruhig mehr schleudern  :)

 
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 26. Oktober 2021, 22:11:08
neo, Melittis melissophyllum (wächst hier sehr gut)  ist wohl "wichtig", weil es eine Bienen- und Schmetterlingsweide ist  :)
Gut, dass du sie hervorholst. ;) Nicht "nur" wegen der Schmetterlinge und Bienen wichtig.

"Verwendungshinweise: Das Immenblatt konnte sich bislang noch nicht prominent in das Bewusstsein der Gartengemeinschaft vorarbeiten.

Seine dezente Erscheinung prädestiniert es für den Einsatz in naturalistischen Staudenpflanzungen unter dem lichten Schirm von Gehölzen oder an absonnigen Gebäudeteilen. Besonders die zweifarbigen Farbvarianten wirken zudem romantisch und passen auch gut in die schattigeren Partien ländlich/bäuerlicher Gärten.
Gerade im etwas trockeneren, etwas verschatteten Bereichen ist die Auswahl an zuverlässig funktionierenden Stauden nicht überbordend, so dass man es sich eigentlich nicht erlauben kann, das Immenblatt zu ignorieren." (Quelle: galasearch.de)
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Zitat
manche sind schnell wieder verschwunden. Ich schreib dir das später auf
Schreib von den Starken. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: martina 2 am 26. Oktober 2021, 22:16:03
Mach ich. Morgen  ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: martina 2 am 28. Oktober 2021, 18:45:47
Also, neo, meine Erfahrungen der Reihe nach:

Walderdbeere hat geblüht, aber nicht gefruchtet.

Omphalodes verna und Brunnera haben etwas gebraucht, B. vermehrt sich fast zu sehr, O.v. verhalten.

Helleborus: foetidus und Orientalis-Hybriden sehr gut, niger blüht nicht und kümmert.

Epimedium: 'Orangekönigin' wuchert ohne Ende, andere Sorten bleiben zurückhaltend.

Digitalis hab ich immer wieder vom Land gebracht, die waren aber meist bald wieder verschwunden.

Lamium orvale hab ich nicht, aber Lamiastrum galeobdolon 'Florentinum' - es deckt bei ausreichend Feuchtigkeit größere Flächen. Es wird zwar davor gewarnt, aber wo es zu viel ist, läßt es sich leicht jäten, ich mag es sehr.

Corydalis vermehrt sich nicht rasend, kommt aber immer wieder.

Melittis melissophyllum wächst sogar im Vollschatten, ist dort allerdings nicht mehr so kräftig wie anfangs. Hätte vermutlich doch gern etwas Sonne.

Tiarella cordifolia ist unverzichtbar, braucht aber besonders anfangs ausreichend Feuchtigkeit.

Hesperis matronalis und Aster divaricatus haben sich als Flop erwiesen, Aquilegia vulgaris hält sich meist nur einne Sommer.

Von den Geraniümmern sind es nodosum (schon gelobt!) und phaeum, die durchhalten, wobei Letzteres hier aufgrund seiner Höhe weichen mußte.

Verschiedene Heuchera behaupten sich gut im vorderen Teil des Gartens, wo zwar kaum Sonne, aber mehr Licht ist, mögen aber gut Dünger.

Sehr gut scheint es Campanula latifolia var. macranta zu gefallen, persicifolia dagegen gar nicht.

Auf jeden Fall Cyclamen, auch wenn es anfangs Geduld braucht: purpurascens, hederifolium und coum, letztere mögen es (hier) trockener und zumindest etwas Sonne.

Hepatica problemlos im Wurzelfilz der Hainbuchen, Asarum braucht ein bißchen, Polygonatum bleibt, aber vermehrt sich nicht, den Schneeglöckchen  ist es wohl zu schattig, sie wachsen mit langen Stielen und vermehren sich nicht trotz ausreichend Dünger. Ein uralter Maigköckchenbestand unter der anderen Hainbuche wuchert immer mehr, wohingegen alle Neuansiedelungen fehlschlagen  ???

Luzula sylvatica ist nach dem ersten Sommer verschwunden, dafür wächst ein kleines Gras aus dem Wienerwald sehr gut. Ursprüglich wollte ich ja eigentlich einen kleinen Wienerwald in der Stadt  ;)

Was super wächst, sind die Farne, wobei die Amseln leider sämtliche Sticker verschleppt haben. Polystichum setiferum 'Proliferum Herrenhausen' sprengt den vorgesehenen Rahmen  8), Dryopteris und Asplenium gefällt es offensichtlich auch.

Das wären fürs Erste meine ErRfahrungen, ich kann dann nach Bildern suchen  :)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: martina 2 am 28. Oktober 2021, 22:23:21
 :)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: martina 2 am 28. Oktober 2021, 22:27:49
 :)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 29. Oktober 2021, 08:42:30
aber Lamiastrum galeobdolon 'Florentinum' - es deckt bei ausreichend Feuchtigkeit größere Flächen. Es wird zwar davor gewarnt, aber wo es zu viel ist, läßt es sich leicht jäten, ich mag es sehr.

Vielen Dank für deine Liste, Martina!
Solche direkte Erfahrungen helfen bei der Auswahl, noch bin ich im "Strudel der Pflanzen" und habe da noch keinen klaren Kopf. Muss aber jetzt auch noch nicht sein.
"ich mag es sehr" ist immer wichtig, ungeachtet dessen, was andere sagen. ;) (L. galeobdolon ist mein`ich dort, ganz rechts aussen (der Nachbar ist jeweils (zu) flugs mit dem Freischneider unterwegs, muss. ihn dort mal ausbremsen.)
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Das Immenblatt kommt heute mit in den Garten. ;) Rhodotypos scandens auch. Glücklicherweise hatten sie in der Baumschule einen kleineren. Weil kleiner ist an solchen Stellen erstmal grösser, ich meine besser zum Einwachsen.


Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: martina 2 am 29. Oktober 2021, 14:13:25
Gern geschehen, neo. Wobei "trocken-schattig" hier ein dehnbarer Begriff ist. Der Hofgarten war insofern für mich eine Herausforderung, als die Voraussetzungen so grundlegend anders waren als im sonnigen Waldviertler Garten, wo es naturgemäß ganz andere Pflanzen gibt. Und wo ich zumeist nur einmal im Herbst dünge bzw. gießen erst im Hochsommer wirklich Thema wird.

Was ich lernen mußte war, daß die kleinen Schattenstauden besonders am Anfang mehr Wasser brauchen und manche überlebt hätte, hätt ich das früher beachtet. Inzwischen, eingewachsen, stecken sie fast alles weg, hier wurde seit Wochen nicht gegossen und alles ist soweit ok, auch im hinteren Teil des Gartens, in dem der Parthenocissus  seine Wurzeln gnadenlos verbreitet. Allerdings hab ich jahrelang an der Bodenverbesserung gearbeitet - anfangs konnte man mit Lehmbällen werfen  8) - also: Kompost, Kompost, Kompost und immer wieder lockern!
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Bristlecone am 29. Oktober 2021, 16:04:47
Noch eine Pflanze, die hier im Wurzelfilz von Eiben und Bergahorn im Halbschatten gedeiht, allerdings - auch unter optimalen Bedingungen  - sehr langsam wächt: Rhapidophyllum hystrix, die Nadelpalme.
In der hiesigen Gegend problemlos und absolut winterhart.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 29. Oktober 2021, 18:43:46
- also: Kompost, Kompost, Kompost und immer wieder lockern!
Ich habe ja eigentlich keinen Kompost, Martina, mehr so eine Grüngutabfallstelle. Die richtigen Kompostler täten sich die Haare raufen, würden sie das sehen. Das Material dort drin nimmt man besser nicht für gejätete Stellen.
Aber Flächenkompostierung mache ich immer, und jetzt kommt‘s ja direkt von oben. ;)
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Zu Helleborus niger noch: Hat bei mir am oberen (helleren) Waldrand damit auch nicht geklappt. Ums Haus ( frischer) sind sie da. Vermute, es ist ihnen einfach zu trocken am Wald.
Luzula sylvatica mag es wohl auch frischer. Gedeiht hier sehr gut auf der schattigen Nordseite.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 29. Oktober 2021, 18:49:59
Rhapidophyllum hystrix, die Nadelpalme.
Was du, ihr so alles kennt.
In welcher Gesellschaft steht sie bei dir, ausser der von Eibe und Ahorn?
Ist ihr Wasserbedarf nicht eher so hoch, dass ich nicht mehr nachkäme mit Giessen?
An eine Palme habe ich hier am Wald noch nie gedacht. ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: AndreasR am 29. Oktober 2021, 19:23:20
Ich habe drei Helleborus niger im Beet an meiner Terrasse am Haus gepflanzt, dort scheinen sie sich recht wohl zu fühlen. Im Winterhalbjahr bekommen sie am Vormittag Sonne, im Sommer ist es dort zumindest noch hell, und ein paar Sonnenstrahlen sind für ein, zwei Stunden evtl. auch drin. Wenn es sehr trocken ist, gieße ich sie gelegentlich, dieses Jahr war es eigentlich nur im September ein- oder zweimal nötig, als es mehrere Wochen lang fast nicht geregnet hat.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Bristlecone am 29. Oktober 2021, 19:57:00
Rhapidophyllum hystrix, die Nadelpalme.
Was du, ihr so alles kennt.
In welcher Gesellschaft steht sie bei dir, ausser der von Eibe und Ahorn?
Ist ihr Wasserbedarf nicht eher so hoch, dass ich nicht mehr nachkäme mit Giessen?
An eine Palme habe ich hier am Wald noch nie gedacht. ;)
Melittis melissophyllum, Dryopteris x stewartii, Daphne odora, Danae und Polypodium in Sorten.
Sie kommt mit dem Standort erstaunlich gut zurecht. Das Wachstum ist, wie gesagt, so oder so sehr langsam.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 29. Oktober 2021, 20:35:37
Sie kommt mit dem Standort erstaunlich gut zurecht. Das Wachstum ist, wie gesagt, so oder so sehr langsam.
Sie scheint etwas für geduldige Gärtner zu sein. Sie ist auf galasearch beschrieben und Fotos ( mein Freund und Helfer neben dem Forum. ;))
Ich denke, mein Garten mit seinen Pflanzen ist zu normal für diese Palme. In deinen Garten passt das besser.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 29. Oktober 2021, 21:38:39
Rhapidophyllum hystrix wuchs mir, aber vor allem den Nachbarpflanzen, definitiv zu langsam ;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 27. November 2021, 10:46:13
Stand vor der Winterruhe:
Dank Querkopf konnten einige Helleborus x hybrides einziehen, die grösseren wurden gepflanzt, die kleineren sind noch getopft. ;)
Rhodotypos scandens ist an seinem Platz, das Immenblatt (erstmal zweifach) auch.
Helleborus foetidus hatte ich schon erwähnt, sechs Sämlinge. Mit ihnen konnte ich noch zwei Luzula nivea retten, sehr klein, mal schauen, ob sie es schaffen. Dryopteris filix-mas steht dort schon zwei Jahre, ebenso ein Rippenfarn. Ein Polypodium kam dazu.
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Plan: Jeweils nur mit dem Herbst pflanzen. Im Frühling jäten und den Weg anlegen. Für vor den etwas unruhigen Waldrand habe ich mir noch zwei Mahonien x media `Winter Sun`bestellt, die sollen jetzt dann noch in den Boden. Zwiebelblüher erst, wenn die Bepflanzung soweit steht, kann also noch dauern. ;)
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Der geplante Häckselweg soll mal zu einer kleinen Bank vor dem Hasel führen, und von dort wieder auf den Trampelpfad, der zum Kompost führt.
Das "Steinarrangement" ist provisorisch, ich wollte nur mal ausprobieren. Es wird dann eine kleine Holzbank von 1m.
Und nun, kann man die Sache einfach mal ruhen lassen, auch gut. ;)

Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 27. November 2021, 11:46:58
Ein guter Anfang ist gemacht!  :)
Platzierung der Bank ist gut, man möchte gern "was im Rücken" haben bei Sitzplätzen.

Was das Jäten angeht - beim Gundermann überlegen, ob du ihn jetzt am Anfang, beim Jäten im Frühling, ganz eliminieren willst.
Bei mir ist der Zug abgefahren, obwohl er eigentlich gut zu rupfen ist, wobei kleine bewurzelte "Basisstationen" auch sehr schnell wieder lange Ranken ausbilden können.
Er ist auch kein "wüstes" Unkraut und eigentlich mancherorts sogar ein guter Bodendecker, wo gewollte Pflanzen das noch nicht geschafft haben.
Allerdings, in feuchten Jahren wie diesem, können seine doch bis einen Meter langen Ranken sich auch über nicht so hohe Nachbarn "drapieren".
Nicht so sehr, dass diese kein Licht mehr bekämen, aber es sieht  - zumindest für mich - irgendwie unordentlich aus.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 27. November 2021, 12:26:48
Was das Jäten angeht -
Es hat vor allem sehr viele Baumsämlinge. Hunderte oder gar tausende? ::) ;)
Die Wildkräuter sind eher im vorderen Bereich (besser) unterwegs, mehr Licht, mehr Abstand zu den Bäumen. Mittig und hinten scheint selbst für Wildkräuter nicht so ein Eldorado zu sein. Bepflanzungsmässig bin ich momentan eher in der Mitte tätig.
Ich werde sicher auch mit den Wildkräutern gärtnern, manchmal gewollt, manchmal eher ungewollt. ;) Sie reden hier überall ein bisschen mit.
Die Fläche wird wohl nie ganz "blankgeputzt" sein. Muss auch nicht. Die Zeit wird zeigen, wie wir so mit-, aneinander vorbeikommen.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. März 2022, 15:28:08
Ein ganz kleines Update für u.a. Quendula;), die in CH danach gefragt hatte.
Und weil wir damals von Sichtachsen gesprochen hatten- stell eine Bank und du hast eine Sichtachse!
( Meine erste Bank in diesem Garten, das hat aber gedauert…)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. März 2022, 15:31:55
Mit dem Häckselweg legen wollte ich warten, bis die Buschwindröschen blühen. Der Waldboden ist erwacht. Das Wildkraut was sich so tummelt stört mich aber gar nicht im Moment: Scharbockskraut, viel Arum maculatum, ein bisschen Ehrenpreis.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. März 2022, 15:36:45
Ich habe bisher nur den oberen Zuweg gelegt ( Materialknappheit), war aber generell im Moment mehr im Oben. Der Weg soll dann noch fliessend auslaufen.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. März 2022, 15:41:22
Ein bisschen Schneeglöckchen vereinzeln musste auch noch sein, S.Arnott wird dann dort mal im grösseren Stil auftreten, so der Plan.
Ich denke, für die nächsten Fotos warten wir mal 4,5 Jahre, bis dahin ist es fertiger.;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. März 2022, 15:43:13
Fast noch vergessen, Querkopf-Helleborus. Vier haben geblüht.;)
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Gartenplaner am 25. März 2022, 15:49:09
...
stell eine Bank und du hast eine Sichtachse!
...
Jepp!  :D
Die moderne, klare Form der Bank ist chic und ein guter Kontrast zu der "natürlichen" Waldsituation - gefällt mir gut!

Och, das sieht pflanzentechnisch doch schon einigermaßen gefüllt aus  :D
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 25. März 2022, 17:16:14
...
stell eine Bank und du hast eine Sichtachse!
...
Jepp!  :D
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Och, das sieht pflanzentechnisch doch schon einigermaßen gefüllt aus  :D
Mir war das nicht bewusst, dass so eine „Bankeinrichtung“ so viel ausmachen kann, danke.;) Hätte ich das eher gewusst…Supplement, ich sehe sie sogar von der Küche aus! :D
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Ja, im oberen Teil ist ganz gut frühlingsvoll auch wegen der Buschwindröschen. Die ein oder andere Helleborus noch und im Hintergrund soll noch ein bisschen Dryopteris filix-mas rein. Danach dann unten weiterschauen. Und durch den Sommer wird es dann eher ruhig, wie es halt ist am Wald.
Und hätte ich einen Wunsch frei:“ Herr, der März war wunderbar. Aber bitte lass keinen sautrockenen Sommer folgen.“ ::) ;)

Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: Quendula am 25. März 2022, 20:24:19
( Meine erste Bank in diesem Garten, das hat aber gedauert…)
Die lädt zum Verweilen ein :).
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: cydora am 25. März 2022, 20:31:44
Ein ganz kleines Update für u.a. Quendula;), die in CH danach gefragt hatte.
Und weil wir damals von Sichtachsen gesprochen hatten- stell eine Bank und du hast eine Sichtachse!
( Meine erste Bank in diesem Garten, das hat aber gedauert…)
das sieht wunderbar stimmig aus und gefällt mir gut. Die anderen Fotos mit den Hellis und Buschwindröschen sehen auch schon verheißungsvoll aus.
Titel: Re: "Waldzimmer" trocken-schattig einrichten/ Pur- Pflanzen ohne Ende;)
Beitrag von: neo am 26. März 2022, 07:28:14
Danke. ;)
Ich hatte ja anfangs keinen Plan oder eher so wackelige Absichten.
Das Nachfragen hier hat sich sehr gelohnt!