Es ist normal für Apfelsämlinge das sie Mehltau bekommen, mindestens im ersten Jahr haben sie dagegen eine geringere Widerstandsfähigkeit. Du hättest sie also nicht verwerfen müssen bzw. wenn sie noch irgendenwo rumliegen kannst du sie ja vielleicht noch retten.partisanengärtner hat geschrieben: ↑23. Jan 2026, 22:59 Die rotfleischigen Sorten Baya Marisa und der Wunderapfel haben immer sehr viele Samen, die auch gut keimen.
Leider bekamen alle Sämlinge im ersten Jahr stark Mehltau und darum habe ich sie alle verworfen.
Allerdings waren die alle in einem großen Topf und standen sehr dicht.
Sie sind von einem Obstbauern. Ich vermute leider auch das er Multiflora Äpfel als Befruchter in der Anlage stehen hat.
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Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen? (Gelesen 28177 mal)
Moderator: cydorian
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Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
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Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
Ja, war auch etwas verwundert. Ich teste mal und berichte.
Boskoop habe ich jetzt aber nicht als Vergleich zur Studie ausgesät, leider. An triploiden Sorten habe ich bei Äpfeln Brettacher, Goldrenette aus Blenheim und Jakob Fischer und bei Birnen den Katzenkopf (der ist vermutlich triploid, zumindest hat er kaum gute Kerne).
Boskoop habe ich jetzt aber nicht als Vergleich zur Studie ausgesät, leider. An triploiden Sorten habe ich bei Äpfeln Brettacher, Goldrenette aus Blenheim und Jakob Fischer und bei Birnen den Katzenkopf (der ist vermutlich triploid, zumindest hat er kaum gute Kerne).
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Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
Das kann ich für mein Einzugsgebiet nicht gelten lassen.cydorian hat geschrieben: ↑12. Aug 2024, 15:04Früher war übrigens maximale Frosthärte für die Unterlagssorten wichtig. Das erklärt auch einen der Faktoren für die Auswahl - nicht nur Wuchs, Wurzelgesundheit, schnelle generative oder manchmal vegetative Vermehrbarkeit. Angesichts der Wintertemperaturen der letzten beiden Jahrzehnte ist dieser Faktor lange nicht mehr begrenzend.
Vor 5 Wochen hatten wir erst wieder mehrere Nächte mit -15°C. In den Senken im Umkreis kann man da locker noch einmal 5°C abziehen. Das erinnert einen dann doch wieder daran, dass auch Frosthärte noch ein Kriterium ist.
2011/12 war hier die letzte größere Frostperiode mit -24°C (in Senken damals nachweislich -29°C).
Die künftige Herausforderung wird sein, dass es sowohl weit nach unten als auch nach oben geht mit den Temperaturen.
Ich finde gerade den Artikel nicht, meine aber gelesen zu haben, dass damals (1950er Jahre) 'Graham' Sämlinge ganz brauchbar hinsichtlich Frosthärte abgeschnitten hatten.
Einen anderen Artikel zu "Beobachtungen an Wurzelkörpern von Apfelgehölzen" habe ich dafür gefunden. Vielleicht hier passend zum Thema rund um die Wurzel. Darin wird viel "ausgegrabenes" besprochen.
https://link.springer.com/article/10.1007/BF00712568
Gruß mff
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Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
-15°C sind ein Witz im Vergleich zu den Frostereignissen vor 15 und mehr Jahren. Da stimmen die Maßstäbe nicht mehr, man hat sich offenbar an die hohen Temperaturen gut gewöhnt und empfindet -15° schon als Katastrophe.
Mal zum Vergleich, früher empfahl man die Apfelsorte Ontario nicht für winterkalte Lagen, weil ihr Holz sehr frostempfindlich sei, geringe Frosthärte. Hält nur -20°C aus!
Weinreben, bis in die 1950er Jahren hat man die hier noch im Spätherbst niedergelegt und mit Erde bedeckt, weil Gefahr bestand dass sie im Winter abfrieren. Sorten wie Silvaner halten nämlich "nur" -30°C aus.
Die meisten Äpfel liegen bei −25 bis −30 °C im Holz. In Form einer reinen Unterlage noch tiefer. Ich bleibe also bei meiner Ansicht, dass der Faktor Frosthärte an Wichtigkeit eingebüsst hat und jetzt nur noch weiter hinten einsortiert ist.
Mal zum Vergleich, früher empfahl man die Apfelsorte Ontario nicht für winterkalte Lagen, weil ihr Holz sehr frostempfindlich sei, geringe Frosthärte. Hält nur -20°C aus!
Weinreben, bis in die 1950er Jahren hat man die hier noch im Spätherbst niedergelegt und mit Erde bedeckt, weil Gefahr bestand dass sie im Winter abfrieren. Sorten wie Silvaner halten nämlich "nur" -30°C aus.
Die meisten Äpfel liegen bei −25 bis −30 °C im Holz. In Form einer reinen Unterlage noch tiefer. Ich bleibe also bei meiner Ansicht, dass der Faktor Frosthärte an Wichtigkeit eingebüsst hat und jetzt nur noch weiter hinten einsortiert ist.
Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
Der im link erwähnte Hilkenbäumer hat in einer Untersuchungmff hat geschrieben: ↑9. Feb 2026, 13:24 Einen anderen Artikel zu "Beobachtungen an Wurzelkörpern von Apfelgehölzen" habe ich dafür gefunden. Vielleicht hier passend zum Thema rund um die Wurzel. Darin wird viel "ausgegrabenes" besprochen.
https://link.springer.com/article/10.1007/BF00712568
über Frosthärte für den Winter 39/40 eine Liste mit 14 Apfelunterlagen
zusammengestellt, wobei hiernach VII die beste Frosthärte hatte
und XVI die schlechteste.
Aus: "Verhalten von Kernobst- und Steinobstunterlagen während
des Jugendstadiums an verschiedenen Standorten"
Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
Danke für den Beitrag, sehr aufschlussreich!Bergischer Apfel hat geschrieben: ↑27. Jan 2026, 14:52 [...]
Es gibt viele Sorten die von triploiden Sorten abstammen sollen, davon stimmt (fast) keine.
Der eine Fall bei dem es sich um ein genetich bestätigten Fall einer Nachkommensorte einer triploiden Sorte handelt ist die tetraploide Sorte "Alfa 68" (Boskoop x Filippa). Dafür waren aber wohl einige tausend Kerne nötig.
In dem Artikel wurden über 2 Tonnen Boskoop entkernt, 34000 voll ausgebildete Boskoop Kerne ausgesät um rund 2500 Pflanzen zu erhalten, von denen die meisten kümmerlich gewachsen sind. 40 kräfig gewachsene Pflanzen wurden genetisch untersucht, davon waren 27 diploid, 5 aneuploid, 2 triploid, 2 etwas mehr als triploid und 4 sicher tetraploid.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epd ... .tb03214.x
Für´s Experimentieren ist es sicherlich interessant triploide Sorten auszusäen, ich werde das auch mal machen, zur Unterlagengewinnung ergibt es aber wahrscheinlich keinen Sinn.
Heute wieder einige Kerne im Boden versenkt, Birnen, Äpfel, Pfirsiche. Alles direkt auf der flachgründigen Magerwiese.
Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
Hallo, interessentes Thema,
ich hatte die letzten Jahre auch immer mal Apfelkerne und auch Fruchtmumien vom Apfelbaum in den Boden gesteckt. Aber es ist fast nichts aufgelaufen. Viel zu wenig für die Menge an Kernen. Letztes Jahr habe ich im Winter alle möglichen Apfelkerne in einen Blumentopf gesät und diesen dann draußen aufgestellt. Im Frühjahr sind ziemlich viele Kerne gekeimt. Im Laufe des Jahres habe ich sie dann ins Beet gepflanzt. Ich habe vor sie, wenn sie groß genug sind, zu kappen und die Spitze auf meinen alten Zierapfel zu pfropfen. Dann dauert es nur noch so an die drei Jahre bis sie fruchten. Wenn die Früchte was taugen freue ich mich, wenn nicht, reiß ich das Bäumchen wieder raus.
ich hatte die letzten Jahre auch immer mal Apfelkerne und auch Fruchtmumien vom Apfelbaum in den Boden gesteckt. Aber es ist fast nichts aufgelaufen. Viel zu wenig für die Menge an Kernen. Letztes Jahr habe ich im Winter alle möglichen Apfelkerne in einen Blumentopf gesät und diesen dann draußen aufgestellt. Im Frühjahr sind ziemlich viele Kerne gekeimt. Im Laufe des Jahres habe ich sie dann ins Beet gepflanzt. Ich habe vor sie, wenn sie groß genug sind, zu kappen und die Spitze auf meinen alten Zierapfel zu pfropfen. Dann dauert es nur noch so an die drei Jahre bis sie fruchten. Wenn die Früchte was taugen freue ich mich, wenn nicht, reiß ich das Bäumchen wieder raus.
- Frau P
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Re: Wer zieht Äpfel/Birnen aus Kernen?
Mich würde interessieren, wie die Äpfel der / des Threaderstellers nun schmecken, ob was brauchbares dabei war. Alt genug ist der Thread, aber die Posterin scheinbar nicht mehr aktiv hier.