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Ratte? (Gelesen 93843 mal)

Tiere beobachten, schützen und erkennen

Moderator: partisanengärtner

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DerTigga
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Balkongärtner

Re: Ratte?

DerTigga » Antwort #390 am:

Ich meinte eher bzw. nehme unter Vorbehalt die Beschreibung des nach/trotz Gift geschmissen haben nichtmal auf dem eigenem Boden Tierleichen beseitigen gehn wollen Tendenz als Indikator ..
ringelnatz
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Re: Ratte?

ringelnatz » Antwort #391 am:

Frage ist, ob das Verbot der freiverkäuflichen Mittel irgendetwas ändert.
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind diese aufgrund von Resistenzentwicklung (durch ständige fehlerhafte Anwendung) kaum mehr wirksam.
Ich hatte sie in 2024 bei starkem Befallsdruck mit Fraßschäden an Tomaten etc. im Einsatz. Köder wurden brav gegessen, aber die Ratten blieben.
Erst die explosionsartige Vermehrung von Waschbären und Füchsen (warum nur...? natürlich wegen der vielen Ratten und Mäuse) konnte die Rattenplage dann in 2025 schlagartig beenden.

Die Profiköder sind ja auch Cumarine. Ich halte es schon für sinnvoll (ähnlich der Verschreibungspflicht bei Antibiotika), der unkontrollierten Verwendung Einhalt zu gebieten, um die Resistenzentwicklung nicht noch zu befeuern.
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thuja thujon
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Re: Ratte?

thuja thujon » Antwort #392 am:

Ein valider Punkt.
Resistenzen werden sich auch bei den Coumarinen der zweiten Generation entwickeln. Wahrscheinlich haben sie es schon.
Bei Nichtverwendung der Wirkstoffe können sich die Resistenzen auch wieder zurück entwickeln. Man kann das aber immer sagen, lieber trotz Schmerzen keine Schmerzmittel nehmen, damit die Schmerzmittel nicht unwirksam sind, wenn man sie mal theoretisch nehmen würde. Macht nicht so recht Sinn. Wenn die Resistenzen aber schon da sind, dann ok. Dann sollte man noch fragen, wie kam es dazu und wie kann man es vermeiden. Das ändert allerdings nichts an der Sache, von daher valider Punkt, sollte abgewogen werden.

Wenn die Privatleute Rattengift mit Vitamin D oder Chloralose nach einem Beratungsgespräch kaufen könnten, wäre das ok für dich?
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ringelnatz
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Re: Ratte?

ringelnatz » Antwort #393 am:

Kann ich nicht bewerten, da ich mich mit diesen Wirkstoffen, bzw. dem dahinter stehenden Wirkprinzip nicht auskenne.
Wenn sie wirksam sind, keine Resistenzproblematik mit sich bringen, eine Schadwirkung auf andere (Nicht-Schad)Tierarten durch korrekte Anwendung sicher gestellt werden kann - wieso nicht.
Hyla
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Re: Ratte?

Hyla » Antwort #394 am:

thuja thujon hat geschrieben: 13. Feb 2026, 14:28 Es gibt Gesundheits- und Umweltämter und Co, die sich liebend gerne um solche Fälle kümmern.
Da kommt dann vielleicht auch raus, dass manche Nachbarn vielleicht auch was verkehrt machen könnten beim Müllmanagement, Vögel füttern oder sonstwas. Ein Rattenproblem ist selten auf einzelne Personen eingrenzbar.
Ob es klug ist zu sagen, lieber laufen da die Ratten gesund und munter rum, als dass die halbtoten Ratten bei mir auf dem Rasen liegen?
Danke für die Blumen. ;D
Du hast etwas falsche Vorstellungen von den Verhältnissen hier. Nur weil man kein Gift anwenden will, muß man die Ratten und Mäuse nicht verschonen. Zur Zeit wässern wir begangene Löcher mit eiskalten Wasser und begasen danach mit Karbid.
Gifte einfach so in der Landschaft auszubringen ist verantwortungslos. Aber das ist ja hier schon länger ein Streitthema und man weiß ja, wer sowas befürwortet. ::)
Liebe Grüße!


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Re: Ratte?

Rokko21 » Antwort #395 am:

Das Begasen mit Karbid hat schon bei den Wühlmäusen im Kleingarten nichts gebracht. Das Gangsystem ist so verzweigt, da hat das Fluten auch nichts gebracht. Wenn überhaupt hat man die Mäuse nur wenige Tage vergrämt. Das handelsübliche Wühlmausgift für Kleingärtner haben wir auch versucht und strikt nach Vorschrift angewendet ohne spürbaren Erfolg.
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APO-Jörg
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Re: Ratte?

APO-Jörg » Antwort #396 am:

Das kann man nur bestätigen. Ich habe jetzt auch noch Schallstäbe versucht das ist die gleiche Sche.....
Aber vielleicht kann jemand eine wirksame Lösung nennen.
Ein gestylter Garten kommt mir vor wie eine Besserungsanstalt für die Natur
Wer Schreibfehler findet darf sie behalten
Gruß Jörg
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Re: Ratte?

Hyla » Antwort #397 am:

Für Wühlmäuse nehmen wir Zangenfallen und seit letztem Jahr welche ähnlich wie die Supercat. Das funktioniert ganz gut, aber man muß natürlich dranbleiben.
Das Fluten der Gänge, was bei uns gegen Wühlmäuse dank Sandboden auch kaum was bringt, hat den Sinn, die Nester zu durchnässen und den Nachwuchs zu töten. Knapp frostfreies Wasser vertragen die nicht.
Liebe Grüße!


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IrisLost
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Re: Ratte?

IrisLost » Antwort #398 am:

Die Verwendung von Ratten-/Mäusegift gesetzlich einzuschränken war m. E. Jahrzehnte überfällig: Die Schadnager, die damit bekämpft werden sollen, erwerben Immunität und die Beutegreifer, die ihre natürlichen Feinde sind, gehen daran zugrunde.

Vor ca. 15 bis 20 Jahren gab es dazu mal eine Fernsehdokumentation über einen längerfristigen (m. E. n. drei Jahre) Vergleichsversuch verschiedener Bekämpfungsmethoden von Wühlmäusen des französischen Landwirtschaftsministeriums.
Nach meiner Erinnerung war das Ergebnis folgendes:
Da wo Gift verwendet worden war gab es anschließend kaum noch Beutegreifer wegen deren geringerer Reproduktionsquote, stattdessen noch mehr Wühlmäuse. Wo nicht eingegriffen wurde blieb die Anzahl der Wühlmäuse konstant und nur da wo Fallen in Benutzung waren, gab es hinterher weniger Wühlmäuse.

Wegen der zunehmenden Resistenzen der Schadnager wurden die Giftmischungen über die Jahre mit immer längeren Latenzzeiten und höherer Wirksamkeit aufgerüstet: War es vor 25 bis 30 Jahren noch möglich, z. B. vergiftete Schleiereulen (da hatte unser damaliger Tierarzt noch einige retten können) und Katzen u. a. vor dem inneren Verbluten zu bewahren (unser bester Mäusefänger ever brauchte spätestens alle sechs Wochen eine bis manchmal zwei Vitamin K-Spritzen) ist das bei den heutigen Mitteln ziemlich hoffnungslos...

Ich kenne aus den letzten Jahren zwei Fälle von großen, vitalen Hunden, die eine vergiftete Ratte nur kurz aufgenommen, nicht mal angefressen hatten, bei denen auch eine anschließende, wochenlange Tropfbehandlung erfolglos war. Wieviele Füchse, Marder, Greifvögel und andere Freßfeine unbemerkt elendig zugrunde gehen interessiert sowieso niemanden.
Auch daß inneres Verbluten und damit einhergehendes Verdursten für die zu bejagenden Nager (vergiftete Ratten habe ich im Endstadium schon Gülle trinken sehen) kein "schmerzloses Einschlafen" ist, wird den meisten leider egal sein.

Kein Hund, keine Katze und sicher auch kein anderer Freßfeind wird eine *sichtbar* vergiftete Ratte oder Maus fressen. Selbst unsere besten Katzen haben in solchen Fällen einen großen Bogen um solche torkelnden Tiere gemacht. Das Tückische an diesem Gift ist aber die immer längere Latenzzeit in der den schon vergifteten Tieren davon noch nichts anzumerken ist.

Und da rede ich noch gar nicht von Fällen, wo solches Gift frei zugänglich in der Gegend herumgeworfen wird, wodurch es vor vielen Jahren in unserer Nachbarschaft mal fast alle Amselweibchen erwischt hatte...
Von mir aus kann dieses Dreckszeug also gerne komplett verboten werden. Hätte nicht gedacht, daß ich *einmal* was gut finde, das von dieser EU kommt ;)

Ergänzung für Katzen- und Hundehalter: Bitte regelmäßig bei Mäusefängern/Rattenjägern die Schleimheute kontrollieren! Sieht das Zahnfleisch blasser aus als gewöhnlich gleich zum Tierarzt fahren, bei späteren Anzeichen wie großer Müdigkeit und/oder blutigem Kot u. a. kann es schon zu spät sein.
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thuja thujon
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Re: Ratte?

thuja thujon » Antwort #399 am:

Für Wühlmäuse werden andere Gifte benutzt als für Ratten oder Mäuse. Für Zinkphosphid und Co gibts noch keine Resistenzen und die haben mit Gerinnungshemmern nicht viel zu tun.
Wie kann ein Hund eigentlich Ratten aufnehmen, wenn er an der Leine ist (hier gilt Leinenpflicht im Außenbereich, zum Schutz der Bewohner und Fauna)?

Es wäre wohl die beste Lösung, man würde sie erschießen. Es gibt keine Resistenzen und es geht so schnell, dass es auch unter Tierschutzbedienungen akzeptabel ist.
Der Haken: die Kugel ist zu teuer und Abschussgenehmigungen im Wohnviertel bekommt man nicht ausgestellt.
Wird vermutlich nicht kommen, erst gar nicht niederschwellig ohne Jagdschein für jeden.

Bleibt festzustellen, dass es keine Lösung gibt, die für sich alleine mit einem Wirkungsgrad nahe 100% funktioniert.
Das komplexe Problem mit den Ratten ist damit um eine Methode ärmer, was es nicht einfacher machen wird, sie im Griff zu halten.
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DerTigga
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Re: Ratte?

DerTigga » Antwort #400 am:

Siehe schon Hylas Beispiel: auf Nachbars Grundstück durch selbstkritikbefreiten Giftschmeißer vergiftet wordene Ratte schleppt sich noch über die Grundstücksgrenze und dort logischerweise Leinenfrei laufen / spielen DÜRFENDER Hund findet ..?
Und für den Fall, das es dir wenig ausmacht: in YouTube gibts bzw. könntest du dir bei Bedarf ne ganze Latte an englischsprachigen Ratten"jagden" mit teils 3 stelligen Todeszahlen antun, mithilfe ner Art besserem (schallgedämpftem, allem Anschein nach selbsttätig nachladendem) Luftgewehr + Nachtsichtgerät.
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Lou-Thea
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Re: Ratte?

Lou-Thea » Antwort #401 am:

Ich kann mich Irislost nur anschließen.
Wir haben einen raubzeugscharfen Hund, der auf Ratten und Mäuse spezialisiert ist, rundherum sind landwirtschaftliche Gebäude, Stadel, Hüttenwerke, Geflügel, die Grundstücke sind groß. Wenn ich den älteren Hund mehrmals nachts für dringende Geschäfte rauslassen muss, hab ich immer ein obermieses Gefühl oder muss mit Taschenlampe bewaffnet im Halbschlaf mitschlurfen.
Wir haben vor etlichen Jahren auch schon mal das gemeindliche Angebot für eine Rattenbekämpfung angenommen, als es eine größere Wanderungswelle von Ratten in der Gegend gab, aber die Zeit war extrem anstrengend, man musste ständig alles abscannen, durfte den Hund keine Sekunde aus den Augen lassen. Und die überall rumsitzenden sterbenden Ratten sind kein wirklich schöner Anblick, vor allem nicht für jemand, der wie ich früher Ratten als extrem liebenswerte Haustiere hatte. Und ja, die Leute, die das Zeug einfach irgendwo hinschütten, gibt es hier natürlich auch, daher kann man sich auch nie sicher sein. Ansonsten wären nämlich auf Ratten spezialisierte Hunde (Rateros, Rattler, Schnauzer, Pinscher) eine gute Lösung (habe auch schon mal in einer Doku gesehen, dass sie in Städten zur Rattenbekämpfung eingesetzt werden), aber gerade weil die so schnell sind, ist mir das hier mit unserer zu gefährlich, wenn man nicht weiß, was diverse Nachbarn so treiben.

Ich habe bisher leider auch keine schlaue Lösung für das Rattenproblem, aber Gift ist es für mich persönlich nicht.
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dmks
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Re: Ratte?

dmks » Antwort #402 am:

Ein handelsübliches Luftgewehr leistet gute Dienste; ausgestattet mit einem fest installierten Strahler. (kleine Taschenlampe am Lauf)
Allerdings nur in Innenräumen zu empfehlen - oder mit ausreichend abschirmendem Hintergrund. Und man muß damit umgehen können.
Du bist verantwortlich für das, was da vorne rauskommt!!! Und zwar bis es irgendwo still rumliegt..
Kostenpreis je Projektil ca. 1 Cent. (Spitzdiabolo)

Der Aufwand zeitlich ist hoch - und Ratten sind nicht doof. Daher sind Fallen unerläßlich.
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dmks
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Re: Ratte?

dmks » Antwort #403 am:

Hab schon anderswo die "Faßfalle" beschrieben: Ein Plastikfaß mit einer Brücke, die mit Haferflocken bestreut wird und beim Betreten mitsamt der Ratte ins Faß fällt.
Aus einem Blechstreifen, gehalten von einem Möbelmagneten. Hintergrund: Bevor die Ratte reinfällt setzt sie eine Duftspur "Futter gefunden" auf dem Blech...je mehr Ratten gefangen werden, um so intensiver wird die Erfolgsmeldung für andere.
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dmks
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Re: Ratte?

dmks » Antwort #404 am:

So wie diese kleine Variante für Mäuse - ist alles dasselbe; nur ein großes blaues Faß statt dem Eimerchen.
Ich bevorzuge immer Lebendfallen! Es gehen ja auch andere Tiere rein...
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