Ich habe noch keinen Strang zu Zuckerrüben gefunden, nicht mal so richtig zu rote Bete, ist eh alles fast das gleiche, deswegen eröffne ich mal einen.
Ich suche ja nach relativ niedrigen Kulturen für mein Vorbeet, die zum einen durch die Fruchtfolge gewisse Unkräuter bekämpfen und zum anderen eine gewisse Form von Wissensvermittlung oder Wertschätzung beim Passanten erzeugen. Der Publikumsverkehr ist einfach zu einladend um ihn nicht zu nutzen und die Probleme im Beet wollen auch pragmatisch gelöst werden. Gemüse ist nicht gerne gesehen, deswegen muss was anderes her. Mein Ruf ist eh ruiniert, da mache ich mir keine Sorgen.
Ich habe nun also heute Zuckerrüben im Vorbeet vom Kleingarten ausgesät. Kann man ja mal machen, so lange es noch Zuckerrüben in Deutschland gibt. Steht ja gerade auf der Kippe, aus mehreren Gründen.
Wie auch immer, heute gesät, in einen gut gesetzten Boden, Vorkultur war letztes Jahr Hartweizen, anschließend Stroh eingefräst und über Winter Feldsalat, die Reste davon inklusive Unkraut gehackt und abgeräumt.
Die Winterfeuchtigkeit ist aktuell sehr gut, durch den bisher warmen März ist obenrum der Boden soweit abgetrocknet, dass er tragfähig ist. Frostgare ist auch super. Bodenstruktur somit bestens.
Direktsaat, die echte, also ohne Grundbodenbearbeitung, warum nicht. Bietet sich geradezu an dieses Jahr.
Mit dem Rillenzieher 40cm Reihenabstand markiert, in der Reihe habe ich auf 18cm je ein Korn abgelegt. Genau die Länge vom Unkrautstecher.
Loch gemacht, Saatpille auf den gesetzten Boden gedrückt, damit sie Wasseranschluss hat, wieder sachte zugeschoben. Etwa 165 Korn, eins nach dem anderen, hoffen wir mal 150 davon laufen auf.
Perfektes Saatbett meiner Meinung nach. Kann so jetzt liegen bleiben. Heute Nacht ists noch frisch, wird Bodenfrost geben, zum quellen brauchts aber auch 12 Stunden, danach sollen die Temperaturen moderat ansteigen. Hoffen wir mal, dass da kein Saatkorn unten drin verfault.
Anschließend dürftig mit Schnur abgesperrt, dass mir da nicht wieder alle Kinder usw durchs Beet rennen. 3 Reihen a 10m sollen sich dort etablieren.
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Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co. (Gelesen 107 mal)
- thuja thujon
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- Region: Gemüsegarten Vorderpfalz
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- Winterhärtezone: 8b: -9,4 °C bis -6,7 °C
Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.
gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität
Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.
Ich bin gespannt. Hier werden Zuckerrüben nur für die Biogasanlage angebaut. Die Grenze für die Verarbeitung liegt etwa 15 bis 20 km weiter nördlich (da ists auch flacher, tiefer).
Hast du dir schon Gedanken um die Verfahrenstechnik zur Zuckergewinnung gemacht? Wäre doch zu schade, wenn die Rüben keiner Verarbeitung zugeführt würden.
Hast du dir schon Gedanken um die Verfahrenstechnik zur Zuckergewinnung gemacht? Wäre doch zu schade, wenn die Rüben keiner Verarbeitung zugeführt würden.
- thuja thujon
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.
Hier im Gemüsebaugebiet gibts kaum Zuckerrüben (nur rote Bete), ein paar Kilometer weiter wird die Südzucker beliefert, damit wir uns einen Osterkuchen und weitere Leckereien backen können.
Die Situation ist aber schwierig. Zum einen ist Zucker politisch so gut wie tot, wird man dick davon, die Zähne fallen aus usw.
Das andere sind aber die Schilf-Glasflügelzikade mit Stolbur und SBR und keine vernünftige Strategie, um das in den Griff zu kriegen und das andere der Preis, Zuckerrohr aus Übersee ist eben billiger.
Südzucker hat hier mit den Landwirten gesprochen, Kontingente wurden reduziert. Mittel bis Langfristig wird die Zuckerrübe in Deutschland aussterben. Ist einfach nicht Konkurrenzfähig auf dem Markt.
Deswegen möchte ich sie mal ausprobieren, bevor das nicht mehr geht, weil man kaum an Saatgut rankommt.
Da reizt mich schon wie mit Cercospora usw umgegangen werden muss und das Beet kann eine Nährstoffabmagerung in tieferen Schichten mal gebrauchen.
Verarbeitung, ja da denke ich noch drüber nach. Wenn es dumm läuft könnten 300kg anfallen.
Kristallzucker machen reizt mich schon, habe schon lange nicht mehr umkristallisiert, in der (Chemie) Ausbildung war das noch normal, in der Praxis macht das heute und vor 10 Jahren kaum noch jemand. Denkbar ist auch vergären und Grillanzünder rausdestillieren. Den Rest könnte ich als Biodünger verkaufen. Ist dann zwar keine Melasse, aber die Leute schwören ja auf sowas und regional wärs auch.
So essen, wir hatten mal eine über 2 Stunden gegrillte, das war widerlich. Es soll aber Rezepte mit Rüben geben.
Die Situation ist aber schwierig. Zum einen ist Zucker politisch so gut wie tot, wird man dick davon, die Zähne fallen aus usw.
Das andere sind aber die Schilf-Glasflügelzikade mit Stolbur und SBR und keine vernünftige Strategie, um das in den Griff zu kriegen und das andere der Preis, Zuckerrohr aus Übersee ist eben billiger.
Südzucker hat hier mit den Landwirten gesprochen, Kontingente wurden reduziert. Mittel bis Langfristig wird die Zuckerrübe in Deutschland aussterben. Ist einfach nicht Konkurrenzfähig auf dem Markt.
Deswegen möchte ich sie mal ausprobieren, bevor das nicht mehr geht, weil man kaum an Saatgut rankommt.
Da reizt mich schon wie mit Cercospora usw umgegangen werden muss und das Beet kann eine Nährstoffabmagerung in tieferen Schichten mal gebrauchen.
Verarbeitung, ja da denke ich noch drüber nach. Wenn es dumm läuft könnten 300kg anfallen.
Kristallzucker machen reizt mich schon, habe schon lange nicht mehr umkristallisiert, in der (Chemie) Ausbildung war das noch normal, in der Praxis macht das heute und vor 10 Jahren kaum noch jemand. Denkbar ist auch vergären und Grillanzünder rausdestillieren. Den Rest könnte ich als Biodünger verkaufen. Ist dann zwar keine Melasse, aber die Leute schwören ja auf sowas und regional wärs auch.
So essen, wir hatten mal eine über 2 Stunden gegrillte, das war widerlich. Es soll aber Rezepte mit Rüben geben.
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