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Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte (Gelesen 5105900 mal)

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Moderator: cydorian

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plantboy
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

plantboy » Antwort #33720 am:

Verdino del Nord ist also sehr unsicher, weil sie später als die anderen Harten reift und nicht immer die selbe Sorte ist.
wie verhält sich Moro de Caneva im Vergleich dazu? In Italien wird sie auch für kältere Regionen empfohlen?
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philipp
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

philipp » Antwort #33721 am:

Feigenwiese hat geschrieben: 9. Aug 2026, 10:55 @philipp
Wann werden die RDBs bei dir üblicherweise reif?
genaue aufzeichnungen habe ich nicht, sonst war mitte august schon früh, also normalerweise eher mitte-ende august.
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plantboy
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

plantboy » Antwort #33722 am:

Hallo nochmal,

ich habe mal die KI bemüht und nach guten Feigen für Mitteldeutschland gefragt. Gewichtung 50% Geschmack/50% Frosthärte/Eignung/Ertrag. Händlerangaben ausgenommen.
Das ist die Rangliste:

Platz / Sorte /Kurzfazit
1 Ronde de Bordeaux : Sehr guter Geschmack, frühe Reife, gute Winterhärte und sehr hoher Ertrag
2 Negronne / Violette de Bordeaux : Hervorragendes Aroma, robust, zuverlässig und guter Ertrag
3 Pastilière : Geschmacklich ausgezeichnet und sehr früh, aber Ertrag eher schwach
4 Peretta : Sehr guter Geschmack, robust und ertragreich
5 Blanche d'Argenteuil : Sehr ausgewogen, süß, robust und zuverlässig
6 Longue d'Août / Bananenfeige : Große, gute Früchte, guter Ertrag und insgesamt zuverlässig
7 Desert King : Sehr gute und frühe Sommerfeigen
8 Smith: Geschmacklich absolute Spitze, aber in Deutschland etwas weniger reifesicher
9 Moro de Caneva : Geschmacklich sehr interessant, aber deutlich weniger deutsche Langzeiterfahrungen
10 Celeste : Sehr robust und zuverlässig, aber geschmacklich nicht ganz auf Spitzenniveau
11 Lucky Berry : Kompakt und ertragreich, aber kaum belastbare deutsche Langzeiterfahrungen
12 Ficcolino : Kompakt, interessant für Kübel, aber wenig unabhängige deutsche Erfahrungen
13 Two-Timer: Hoher Ertrag und zwei Ernten möglich, Geschmack aber nur mittelmäßig
14 Michurinska-10: Sehr winterhart und früh, Geschmack deutlich schwächer

In die Liste könnte man noch andere Feigen einfügen und schauen, wo sie von der KI (Chat GPT ) einsortiert werden.

Würdet ihr zustimmen, oder gibt es da deutliche Fehleinschätzungen Eurer Meinung nach?



Nachtrag:
bei Lubera scheinen einige von den vielen Feigen, die sie anbieten, abgefroren zu sein. Da steigt die Erfahrung. Mal sehen, ob sie draus lernen.
https://www.youtube.com/watch?v=1tW0SCwCCC4
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philipp
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

philipp » Antwort #33723 am:

ich glaube negronne kann für manche regionen zu spät reifen. ich wollte meine vor jahren schon raus schmeißen weil sie zu spät dran war. dann kam der klimawandel und ich habe sie als späte sorte zu schätzen gelernt :) ein vorteil der haupternte ist die festere haut die im tw. feuchtkalten herbstwetter von vorteil ist.
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Nox
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Nox » Antwort #33724 am:

Meine Negronne hat prima Brebas geliefert, das ist schon einige Wochen her. Herbstfeigen hängen auch noch daran.
Ich habe sie erst seit Frühjahr 2025 und in diesem Frühjahr ausgepflanzt.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

bully1964 » Antwort #33725 am:

Meine Negronne ist im letzten Winter fast ganz runtergefroren , inzwischen hat sie stark aufgeholt und trägt inzwischen sehr viele Früchte in allen Stadien .,Ich hoffe das es ein paar schaffen .
Dateianhänge
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IMG_20260808_183303_529.jpg
Meine Feigen  , M10 , Hardy Chicago  ,
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Und ein paar hundert Hostas 😊
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

husar2003 » Antwort #33726 am:

@plantboy
Das liest sich wie eine Eindampfung süddeutscher Händlerwerbung.
Für mich persönlich ergibt sich daraus eher eine ablehnende Haltung. RdB ist hier ein Weichei, viel zu zart für echte Winter. Süddeutsche Erfahrungswerte bringen mir hier praktisch nichts.
Isi d'Oro, Brown Turkey, Ronde de Bordeaux, "LdA/Peretta?", Petrovaca (Kempf), Sultane,Twotimer Early Blue, Gustis Hellas, Unbekannte aus Ungarn, Faruks Turka, Gota de Miel, "All Years Hector/BT",Amacord, DK
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

ringelnatz » Antwort #33727 am:

Solche KI-Listen sind doch Mist.
Das ist eine grobe Zusammenfassung, die sich schlicht nach statistischer Häufigkeit der Erwähnung im Internet bemisst. Für eine sehr schnelle kurze Übersicht, als Grundlage für intensivierte Recherche geeignet, für sonst nix.

Wer hier im Forum nur mitliest, weiß viel viel mehr!

Btw, was ist eigentlich Mitteldeutschland?
Thüringen, Rennsteig? Magdeburger Börde? Brocken? Kasseler Innenstadt? Saale-Unstrut Weinberg?
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

husar2003 » Antwort #33728 am:

Die Brown Turkey Feigen sind dieses Jahr hier sehr groß und zahlreich ( wahrscheinlich auch wegen mehrfacher Düngung mit Venasse, jetzt im August nicht mehr ) . Sie schmecken mir am besten, wenn sie gerade reif sind. Innen ist kein Hohlraum und kaum unreife Samen, es knuspert nicht, saftig. Die Feige schmeckt und fühlt sich im Mund wie Marmelade an. Keine Struktur. Die Süße ist gegeben. Doch, ist lecker.

Derzeit habe ich keine anderen Feigen, die reif sind. BT hat Isi d'Oro bei der Reife abgelöst. Ein paar unreife Isi d'Oro hängen noch an der schattiger wachsenden Tochterpflanze.

An Neuerwerbungen bzw. aus Stecklingen im Winter durchgepflegten Pflanzen sind noch ein paar grüne Feigen. Die könnten es noch schaffen. Hier muss ich bis nächstes Jahr warten, wann welche Sorte bei Freinlandüberwinterung tatsächlich reift.

Herbstfeigen im Bestand werden größer, Ausgang ungewiss. RdB kräftiger Ansatz. Sie hat wohl meine Drohung gehört und wächst ein bisschen besser ;)
Isi d'Oro, Brown Turkey, Ronde de Bordeaux, "LdA/Peretta?", Petrovaca (Kempf), Sultane,Twotimer Early Blue, Gustis Hellas, Unbekannte aus Ungarn, Faruks Turka, Gota de Miel, "All Years Hector/BT",Amacord, DK
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plantboy
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

plantboy » Antwort #33729 am:

Meine vor Jahren erworbene RdB war sehr hart. Das war aber schon in der Zeit der milden Winter. Jetzt habe ich zwei Weicheier, die gleich aussehen aber unterschiedlich wachsen. Ich denke es ist nicht die echte RdB von früher.
Als ich vor über 20 Jahren ein paar Feigen gekauft und ausgepflanzt habe, war nur die Brown Turkey, die Feige, die meistens zur Fruchtreife kam (hatte ca. 5 Feigen). Ich hatte die BT zweimal aus unterschiedlichen Quellen. Beide ware gleich. Nach ein paar Jahren habe ich sie entsorgt, weil sie mir einfach nicht schmecke (störender Nachgeschmack). Weiterhin habe ich es dann gelassen, weil ich etliche Feigen verloren habe.
Die milden Winter eröffnen in kälteren Gegend neue Möglichkeiten, aber ab und an kommt der Winter, der alles zu Nichte macht. Das muss man sich bewusst sein.
Großes Problem denke ich, ist heutzutage der Verkauf der falschen Sorten. Das macht die Sache so komliziert. Hinzu kommt noch, dass es keinen Züchter in kälterer Gegend gibt, der die echten Sorten testet und verkauft. Wenn, dann wird in Gewächshäusern das Meiste gehalten . Da gibt es viel Spielraum zur Spekulation.
Lubera hat diesen Winter auch gesehen, dass vieles, was sie angebaut haben, schwächelt.
Ich denke, die Zukunft liegt in der Zucht. Die Harten mit den guten kreuzen. Da gibt es schon einige BT Selektionen, die ganz gut, aber insgesamt nur mittelmäßig schmecken.
Zuletzt geändert von plantboy am 10. Aug 2026, 11:37, insgesamt 1-mal geändert.
raetzrico
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

raetzrico » Antwort #33730 am:

husar2003 hat geschrieben: 7. Aug 2026, 17:32
raetzrico hat geschrieben: 7. Aug 2026, 11:21 Hallo,
Ich habe diese Woche auch meine ersten Feigen geerntet. Alle noch im Kübel wachsend.
8 Isi Doro Brebas +- 40 Gramm schwer. Drei waren nachts abgefallen aber weich im Topf
gelandet. Vom Geschmack leider noch nicht übermäßig gut.
Waren an der noch jungen Pflanze aber auch die ersten. Werden mit den Jahren dann
perspektivisch ausgepflanzt sicher noch etwas besser.
Das passt schon. Gewicht. Teilweiser Abwurf bei jungen Pflanzen. Isi d'Oro setzt schon heftig viele Feigen an. Ich habe dieses Jahr keinen Abwurf. Pflanzen sind 3 Jahre und älter.

Desert King soll eine San Pedro Feige sein und die Herbstfeigen sollten daher, wenn unbestäubt, dann unreif bleiben.

Die Herbstfeigen von Isi d'Oro werden bei mir in Hamburg nicht reif. Ich weiß nicht, ob das auch eine San Pedro ist. Hier wird von den Händlern ( teilweise merkwürdig formuliert) berichtet "nicht viele Herbstfeigen machen", "gehen sich nicht aus". Vielleicht weiß es keiner genau und es wird dann in lokalem Dialekt (??) voneinander abgeschrieben ?!
Wenn jemand von Isi d'Oro tatsächlich reife Herbstfeigen gewinnt, dann wäre es ein sehr deutlicher Unterschied zur Desert King.
Wäre es dann nicht sinnvoll die vielen Früchte zu entfernen sodas die Kraft in die Pflanze geht???
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

husar2003 » Antwort #33731 am:

raetzrico hat geschrieben: 10. Aug 2026, 11:15
Wäre es dann nicht sinnvoll die vielen Früchte zu entfernen sodas die Kraft in die Pflanze geht???
Ja. Ich lasse trotzdem ein paar der Größten dran, weil es schick aussieht. Maximal zwei pro Ast. Was sich darüber bildet wurde gleich abgeknipst. Bei den Herbstfeigensorten haben ich die "Erbsen" über zig größeren Ansätzen auch ausgeknipst. Ende August schaue ich noch einmal was zu klein ist.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Niblar » Antwort #33732 am:

plantboy hat geschrieben: 10. Aug 2026, 10:39 Meine vor Jahren erworbene RdB war sehr hart. Das war aber schon in der Zeit der milden Winter. Jetzt habe ich zwei Weicheier, die gleich aussehen aber unterschiedlich wachsen. Ich denke es ist nicht die echte RdB von früher.
Als ich vor über 20 Jahren ein paar Feigen gekauft und ausgepflanzt habe, war nur die Brown Turkey, die Feige, die meistens zur Fruchtreife kam (hatte ca. 5 Feigen). Ich hatte die BT zweimal aus unterschiedlichen Quellen. Beide ware gleich. Nach ein paar Jahren habe ich sie entsorgt, weil sie mir einfach nicht schmecke (störender Nachgeschmack). Weiterhin habe ich es dann gelassen, weil ich etliche Feigen verloren habe.
Die milden Winter eröffnen in kälteren Gegend neue Möglichkeiten, aber ab und an kommt der Winter, der alles zu Nichte macht. Das muss man sich bewusst sein.
Großes Problem denke ich, ist heutzutage der Verkauf der falschen Sorten. Das macht die Sache so komliziert. Hinzu kommt noch, dass es keinen Züchter in kälterer Gegend gibt, der die echten Sorten testet und verkauft. Wenn, dann wird in Gewächshäusern das Meiste gehalten . Da gibt es viel Spielraum zur Spekulation.
Lubera hat diesen Winter auch gesehen, dass vieles, was sie angebaut haben, schwächelt.
Ich denke, die Zukunft liegt in der Zucht. Die Harten mit den guten kreuzen. Da gibt es schon einige BT Selektionen, die ganz gut, aber insgesamt nur mittelmäßig schmecken.
Kempf gibt bei den Steckhölzern teilweise mit an, ob diese auf dem Feld wachsen und dort auch (Region Hannover) zur Reife kommen. Insofern gibt es da schon ein paar aktiv getestete Empfehlungen für kältere Gegenden.
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