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Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt? (Gelesen 11730 mal)

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Mediterraneus
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mediterraneus » Antwort #405 am:

hobab hat geschrieben: 17. Aug 2026, 11:31 . Aber was soll ich mit Oliven und Feigen die nicht tragen/schmecken?
Die Feige ist hier seit 2008 etwa das zuverlässigste Obst. Bisher jedes Jahr geerntet, oft zweimal im Jahr. Apfel, Birne, Steinobst, alle hatten sie Ausfälle durch Blütenfrost oder Alternanz. Die Feigen sind hier zuverlässig. Toitoitoi.
Und Geschmack, jede Feigensorte anders. Gekaufte Feigen sind Styropor dagegen.

Man braucht allerdings am besten einen Platz mit Wand im Rücken, vor einer Scheune, Hauswand, Garage. Hier wächst auch eine Frei auf der Obstwiese, an einer Böschung, aber die friert so manchmal etwas zurück.

Fazit: Feigen sind Superpflanzen fürs neue Klima. Allerdings schlappen sie momentan auch ein bißchen.
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Mufflon
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mufflon » Antwort #406 am:

Ist hier wie bei Medi. Feigen jedes Jahr, der Rest ist eher Zufall als Regel.
Ich teste jetzt Zitronen.
Wachsen hier schon in diversen Gärten, genau wie Datteln je Oliven.
Wein funktioniert.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

thuja thujon » Antwort #407 am:

Zitronen ausgepflanzt funktioniert noch nicht.

Oliven bleiben nach wie vor eher selten, Granatapfel sieht man jetzt öfter, Wollmispel auch. Khaki ist mittlerweile Standard, Feige seit über 50 Jahren.
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semicolon
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

semicolon » Antwort #408 am:

Mufflon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 12:15 Ist hier wie bei Medi. Feigen jedes Jahr, der Rest ist eher Zufall als Regel.
Ich teste jetzt Zitronen.
Wachsen hier schon in diversen Gärten, genau wie Datteln je Oliven.
Wein funktioniert.
Meinst Du eine bestimmte Zitronensorte?

Ich habe seit Jahren Welker Pomelo oder Yuzu ausgepflanzt (kam bei den Schildern durcheinander 😅). Das Bäumchen steht auch mitten in der Todeszone und hat noch nicht gefruchtet trotz moderatem Zuwachs - bekommt aber auch so gut wie nie Wasser ab. Eine winterharte Satsuma hat den ersten harten Winter auch schon hinter sich. Die Fruchtansätze sind aber nach der ersten Hitzewelle im Juni abgefallen, habe aber schon ein Plätzchen zum Auspflanzen im Blick.
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Mufflon
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mufflon » Antwort #409 am:

Ich habe eine Yuzu, noch im Kübel, die gerade fruchtet und eine trifoliata, ausgepflanzt, mit gutem Zuwachs.
Ich sehe es als Experiment, ich freue mich schon wenn sie leben und wachsen.
In 10 Jahren ernte ich vielleicht.
Ein Zahnarzt hier hat Maracuja als Kletterpflanze am Haus, der erntet auch seit ein paar Jahren jedes Jahr.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

semicolon » Antwort #410 am:

thuja thujon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 12:23 Zitronen ausgepflanzt funktioniert noch nicht.

Oliven bleiben nach wie vor eher selten, Granatapfel sieht man jetzt öfter, Wollmispel auch. Khaki ist mittlerweile Standard, Feige seit über 50 Jahren.
Feigen sind hier inzwischen häufiger als jedes andere Obstgehölz und hängen ständig voll. Wollmispel hatte ich auch schon öfter gesehen, aber nie fruchtend - die späte Blüte ist recht frostempfindlich. Habe es auch bei mir trotz extrem geschütztem Standort noch nicht geschafft. Wollmispel ist auch nicht ganz so dürrefest. Oliven stehen in jedem zweiten Vorgarten im Kübel und bleiben oft auch über den Winter draußen. Glaube, das ist ähnlich wie bei Oleandern und viele sind noch gar nicht auf die Idee gekommen. Dieses Jahr wurden riesige Oliven in jedem Baumarkt verscherbelt, das dürfte also demnächst spannend werden.
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semicolon
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

semicolon » Antwort #411 am:

Mufflon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 12:33 Ich habe eine Yuzu, noch im Kübel, die gerade fruchtet und eine trifoliata, ausgepflanzt, mit gutem Zuwachs.
Ich sehe es als Experiment, ich freue mich schon wenn sie leben und wachsen.
In 10 Jahren ernte ich vielleicht.
Ein Zahnarzt hier hat Maracuja als Kletterpflanze am Haus, der erntet auch seit ein paar Jahren jedes Jahr.
Trifoliata ist ja inzwischen eingebürgert 😄

Welche Maracuja ist das? Chance, dass es eine Zier-Passiflora ist und der Zahnarzt diese fast hohlen Früchte konsumiert? Vielleicht könntest Du Bilder machen?
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Querkopf » Antwort #412 am:

Noch eine Anmerkung zu Cistus:
C. laurifolius habe ich im Herbst 2006 gepflanzt. Etwas Schutz nach Norden durch eine kleine Stützmauer (ca. 1m hoch) im Kreuz, ansonsten frei, ungeschützt, vollsonnig. Lehmiger Boden, am Pflanzplatz nicht ganz so schwer wie woanders im Garten, etwas mehr Humusboden drauf. Wächst und gedeiht, mittlerweile ca. 2m hoch/ breit (lümmelte sich, ich hab' ihn leicht aufgebunden, damit er nicht mit dem Rasenmäher kollidiert). Produziert regelmäßig Sämlinge. Ein gutes Dutzend habe ich verschenkt, ein paar weitere haben das Ausbuddeln nicht überlebt (die Wurzeln sind sehr brüchig, ich kriege sie oft nicht komplett raus). Zwei durften bleiben, mittlerweile gut 1m hoch, für den Fall, dass die inzwischen recht vergreiste Mama aufgibt. Die wird jetzt stark zurückgeschnitten, vielleicht funktioniert's ja mit dem Verjüngen.
.
Weils' so schön lief, habe ich 2008/09 zwei oder drei andere C.-Arten hinzugefügt. Gleiche Platzierung. Leider schlechtes Timing: Die Winter 2009 und 2010 waren eisig, die kältesten seit Jahrzehnten, sie haben die neuen C. gemeuchelt. C. laurifolius hingegen war quicklebendig wie zuvor.
.
Andere Cistus-Arten hab' ich seither nicht erprobt, kommt jetzt aber.
C. laurifolius würde ich als sicher winterhart bezeichnen.
.
Wobei ich Krokosmians Beobachtung wichtig finde:
Krokosmian hat geschrieben: 17. Aug 2026, 00:02 Ich glaube durchaus, dass deine Gegend für "solche Sachen" besser geeignet ist als viele Ecken der hiesigen südwestdeutschen Gunstlagen. Durch die immer wärmeren Winter geht hier vieles verfrüht in den Austrieb und wird dadurch selbst für kleinere nachfolgende Frostereignisse äußerst anfällig. Bis hin zum kompletten Erfrieren. Während dieselben Pflanzen im kontinentaler geprägten Osten länger in Ruhe bleiben dürften und so auch einem ggf. nochmal kalten Spät-/Nachwinter weniger ins Messer laufen. ...
Man muss dabei auch auf die Böden gucken. Sie erwärmen sich ja langsamer als die Luft. Der hiesige schwere Lehm bleibt im Frühjahr lange recht kalt. Das bremst voreiligen Austrieb - nicht komplett, aber doch ein bisschen.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Botanic » Antwort #413 am:

semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 11:37
hobab hat geschrieben: 17. Aug 2026, 11:31 Oleander stehen wild gerne in trockengefallenen Bachläufen, sieht irre trocken aus, hat aber Wasser unten.
Mit Palmen und dergleichen kann ich auch nichts anfangen, passt einfach nicht hierher. Aber wenn man es essen kann und das nur Einjährig ist, hab ich kein Problem damit: Auberginen, Artischocken, Schlangenbohnen, Chilli - baue ich alles gerne an. Aber was soll ich mit Oliven und Feigen die nicht tragen/schmecken? Höchstens als Zierpflanze, solange es keinen Stress macht, die am Leben zu halten. Ist bei Feige allerdings kein Problem mehr und die passen noch einigermaßen in das Konzept Laubbaum.
Das sind wieder viele Annahmen und persönliche Projektionen. Will keine Schnitzel-Debatte daraus machen. Es passt, was einem persönlich passt. Und was nicht passt, kann man anderen passen lassen. Bin auch kein Fan von Palmen und Bananen aber finde es immer sehr interessant zu sehen.
Amen, seh ich genauso.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mufflon » Antwort #414 am:

Ist der Arzt meines Mannes, ich frage ihn mal, ob er beim nächsten Besuch Fotos machen kann.
GG hat jedenfalls das als Anregung genommen eine Passiflora edulis am THW gepflanzt.
Ist gut gewachsen, blüht seit Juni ständig. Mal sehen ob es irgendwann Früchte gibt.
Der Stamm ist jetzt im 3. Jahr und gut 10cm dick.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Querkopf » Antwort #415 am:

semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 11:37...Will keine Schnitzel-Debatte daraus machen. Es passt, was einem persönlich passt. Und was nicht passt, kann man anderen passen lassen. Bin auch kein Fan von Palmen und Bananen aber finde es immer sehr interessant zu sehen.
Ja.
.
Und deshalb - obwohl ich mich immer noch weigere, einzelne "Klimawandel-Gewächse" zu benennen, weil's aufs Zusammenspiel der lokalen Bedingungen ankommt - noch ein Vielleicht-mal-ausprobieren-Gedanke: Lespedeza thunbergii.
.
Steht hier seit 2005 auf einem kleinen Hügel, von dem aus die laaangen blühenden Jahrestriebe dekorativ runterwachsen können über das im Cistus-Kontext genannte Stützmäucherchen. Fast vollsonnig. Lehmboden mit Humusschicht drauf untern Füßen. Nicht integriert in die Tropfschlauchlinien; kriegt bei Hitze & Dürre wie jetzt nur dann mal ein Stündchen den Sprenger, wenn die Vinca minor nebenan zu schlappen beginnt, also max. alle 4 Wochen.
.
Sie hat nicht das von Krokosmian angesprochene Problem des evtl. verfrühten Austriebs, alldieweil sie prinzipiell extrem spät treibt (Wärmesummenpflanze). In den ersten Jahren habe ich jedes Mal um sie gebangt: Sie steht im Frühjahr fast kahl da, dürr, nix Grünes in Sicht. Inzwischen weiß ich: Sie benimmt sich halbstrauchig, Vorjahrestriebe kann/ soll man weitgehend rausnehmen, erste frische Trieblein erscheinen i.d.R. erst Mitte Mai. Und dann geht die Post ab :D.
.
Funktioniert sicher auch nicht überall. Könnte aber einen Versuch wert sein.

edit: Als "Special" für hobab wg. Geht-hier-nicht ;D: Bärtels war durchweg vorsichtig mit Winterhärte-Angaben. Lespedeza thunbergii hat er in WHZ 7a eingestuft.
Zuletzt geändert von Querkopf am 17. Aug 2026, 13:35, insgesamt 1-mal geändert.
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

semicolon » Antwort #416 am:

Querkopf hat geschrieben: 17. Aug 2026, 13:20
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 11:37...Will keine Schnitzel-Debatte daraus machen. Es passt, was einem persönlich passt. Und was nicht passt, kann man anderen passen lassen. Bin auch kein Fan von Palmen und Bananen aber finde es immer sehr interessant zu sehen.
Ja.
.
Und deshalb - obwohl ich mich immer noch weigere, einzelne "Klimawandel-Gewächse" zu benennen, weil's aufs Zusammenspiel der lokalen Bedingungen ankommt - noch ein Vielleicht-mal-ausprobieren-Gedanke: Lespedeza thunbergii.
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Sie hat nicht das von Krokosmian angesprochene Problem des evtl. verfrühten Austriebs, alldieweil sie prinzipiell extrem spät treibt (Wärmesummenpflanze). In den ersten Jahren habe ich jedes Mal um sie gebangt: Sie steht im Frühjahr fast kahl da, dürr, nix Grünes in Sicht. Inzwischen weiß ich: Sie benimmt sich halbstrauchig, Vorjahrestriebe kann/ soll man weitgehend rausnehmen, erste frische Trieblein erscheinen i.d.R. erst Mitte Mai. Und dann geht die Post ab :D.
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Funktioniert sicher auch nicht überall. Könnte aber einen Versuch wert sein.
Danke! Die Lespedeza finde ich toll und hatte sie schon im Warenkorb, dann hat aber die Vernunft gesiegt: Ich habe aktuell leider keine habutusentsprechende Stelle für sie. Wenn die Iris wattii aber weiterhin jährlich so verbrutzelt, würde ich erwägen, sie auszutauschen.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Chica » Antwort #417 am:

semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 12:42 Welche Maracuja ist das?
Muss das nicht Passiflora edulis sein ??? ?
Der schönste Garten ist der, der kurz vor dem Verwildern steht.
Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mediterraneus » Antwort #418 am:

Lespedeza thunbergii ist ja schon länger im Sortiment. Das war eine Pflanze, die Dr. Hans Simon immer empfohlen hat, deshalb hab ich die auch schon 20 Jahre.
Früher hatte die immer das Problem, dass die Blüte zu spät kam, bzw. der erste Frost in die Blüte gekommen ist.

Meine war jahrelang ein großer Busch, wie eine Fontaine von unten durch eine eisernen Pflanzenstütze und dann überhängend.
Ich hab sie dann umgesetzt, da hat sie ewig getrauert. Momentan hat sie die Blätter eingerollt und ist nicht sehr hoch, überleben und blühen wird sie aber wohl noch.
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mufflon » Antwort #419 am:

Chica hat geschrieben: 17. Aug 2026, 13:49
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 12:42 Welche Maracuja ist das?
Muss das nicht Passiflora edulis sein ??? ?
Das vermute ich eben auch, weswegen ich für GG eine besorgte.
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