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Schrebergarten mit Aussicht (Gelesen 6900 mal)
- Rosenfee
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
Genau! Nicht spoilern
Deine Erzählung ist soooo schön und weckt Erinnerungen an die ehemaligen Schrebergärten.
LG Rosenfee
- Frau P
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
Erwähnt hatte ich ja das schön blühende Staudenbeet und die Blumenmischung, die zwischen der Birne und Khaki ausgesät war.
Der Jüngste (damals 9) ist mit einem hervorragendem Auge, unerschrockenen Geschmack und ziemlicher Stilsicherheit gesegnet*- er versorgte uns den ganzen Sommer mit wunderschönen Blumensträußen. Ich lernte schnell, mir auf die Zunge zu beißen, wenn er meiner Meinung nach ganz und gar nicht passende Blumen, zuviel weiß oder viel zu bunt und durcheinander auswählte, denn das Ergebnis war immer phänomenal. * (Das hat er ganz sicher nicht von mir. Für mich ist das sehr harte Arbeit!)
Der Jüngste (damals 9) ist mit einem hervorragendem Auge, unerschrockenen Geschmack und ziemlicher Stilsicherheit gesegnet*- er versorgte uns den ganzen Sommer mit wunderschönen Blumensträußen. Ich lernte schnell, mir auf die Zunge zu beißen, wenn er meiner Meinung nach ganz und gar nicht passende Blumen, zuviel weiß oder viel zu bunt und durcheinander auswählte, denn das Ergebnis war immer phänomenal. * (Das hat er ganz sicher nicht von mir. Für mich ist das sehr harte Arbeit!)
- Kranich
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
der 2. Strauß ist super, ich staune wieviele Blumen da schon im 1. Gartenjahr da waren.
Liebe Grüße Kranich
- Frau P
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
Es muss nicht nur was für den Magen, sondern auch was fürs Herz geben.
- Frau P
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
Im Staudenbeet gab es natürlich wunderschöne Blumen, ein wunderschöner Salbei in rot/weiß, der Wiesenknopf und Bergknöterich, aber auch Wilde Möhre, Natternkopf und Rainfarn. Etwas Färberkamille hatte sich ausgesät und die wunderschönen Pompomdahlien mittendrin, von den luftigen Cosmeen umgeben. Ein echter Traum.
Im Herbst mussten dann die Dahlien ausgegraben werden, da ich den richtigen Zeitpunkt erwischen wollte, beobachtete ich das Wetter ganz genau. Mal war es zu trocken, dann zu nass- den perfekten Zeitpunkt gibt es also entweder nicht oder ich hatte ihn verpasst.
Es waren Regen und danach sehr kalte Temperaturen angesagt. Also stand ich folgerichtig in strömendem Regen da und grub die zentnerschweren Dahlien aus. Ich befreite sie im Regenfass etwas von Erde und brachte sie in die trockene Laube. Erde kann man ja schließlich auch ganz gut entfernen, wenn sie trocken ist. Einfach abklopfen und so. Das wird schon gehen. Der Perfektionismus hatte mir einen Grabenachmittag in strömendem Regen eingebracht, jetzt war also er Zeitpunkt für Pfusch angesagt.
Die Dahlien trockneten also vor sich hin. Nach einer Woche (oder so) wollte ich sie dann abklopfen und von Erde befreien, das muss so, hatten mich das Internet und das Gartenbuch gelehrt. Das geht natürlich nicht, für die, die es nicht schon ahnten. Man bekommt vielleicht die Erde ab, aber dann sind die Dahlienknollen auch entzwei. Das Regenfass hatte ich inzwischen natürlich gelehrt, das Wasser war längst abgestellt.
Also musste es so gehen- luftig lagern, dass die Restfeuchte entweichen kann und dann einfach hoffen. So empfindlich werden sie schon nicht sein, dachte ich mir.
Stimmt natürlich nicht, die Knollen, die im März nicht krümelig vertrocknet waren, hatten überall Schimmel. Goodbye wunderschöne Eveline, Mystery Fox und die Dahlie, die ich nur wegen des wunderbaren Namens gekauft hatte: Wine Eyed Jill. Zum Bestellen war es längst zu spät bzw. waren meine Favoriten ausverkauft.
Im Baumarkt ergatterte ich Reste von Bumble Rumble oder so ähnlich. Dann würden es eben diese werden. Ein bisschen Schwund ist ja immer.
Im Herbst mussten dann die Dahlien ausgegraben werden, da ich den richtigen Zeitpunkt erwischen wollte, beobachtete ich das Wetter ganz genau. Mal war es zu trocken, dann zu nass- den perfekten Zeitpunkt gibt es also entweder nicht oder ich hatte ihn verpasst.
Es waren Regen und danach sehr kalte Temperaturen angesagt. Also stand ich folgerichtig in strömendem Regen da und grub die zentnerschweren Dahlien aus. Ich befreite sie im Regenfass etwas von Erde und brachte sie in die trockene Laube. Erde kann man ja schließlich auch ganz gut entfernen, wenn sie trocken ist. Einfach abklopfen und so. Das wird schon gehen. Der Perfektionismus hatte mir einen Grabenachmittag in strömendem Regen eingebracht, jetzt war also er Zeitpunkt für Pfusch angesagt.
Die Dahlien trockneten also vor sich hin. Nach einer Woche (oder so) wollte ich sie dann abklopfen und von Erde befreien, das muss so, hatten mich das Internet und das Gartenbuch gelehrt. Das geht natürlich nicht, für die, die es nicht schon ahnten. Man bekommt vielleicht die Erde ab, aber dann sind die Dahlienknollen auch entzwei. Das Regenfass hatte ich inzwischen natürlich gelehrt, das Wasser war längst abgestellt.
Also musste es so gehen- luftig lagern, dass die Restfeuchte entweichen kann und dann einfach hoffen. So empfindlich werden sie schon nicht sein, dachte ich mir.
Im Baumarkt ergatterte ich Reste von Bumble Rumble oder so ähnlich. Dann würden es eben diese werden. Ein bisschen Schwund ist ja immer.
- Frau P
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
Jetzt musste ich mich erstmal wieder einlesen- und dabei erschreckt feststellen, dass die allerallerwichtigste Baumpflanzung überhaupt nicht beschrieben wurde....
Der beste kleine Bruder von allen (also meiner!) beschäftigt sich seit geraumer Zeit so hobbyhaft wie es in unserer Familie wohl üblich ist (Ihr kennt das mit stundenlanger Internet- und Literaturrecherche und monatelangem Themenversinken) mit dem Veredeln von Obstbäumen. Und so wünschte ich mir von ihm einen Kirschbaum auf schwachwüchsiger Unterlage und eine Aprikose auf ebenfalls schwachwüchsiger Unterlage.
Laut ihm bekam ich die leckerste Aprikose und die allerbeste Frühkirsche (Schreckens...? ich bin gerade außerhalb der Reichweite meines Gartenbuches).
Natürlich lagen auch hier Freud und Leid nah bei einander. Während der langen Autofahrt kam es zu gewissen Kollateralschäden an der Aprikose, von der sie sich trotz intensivster Zuwendung nicht mehr erholte, was ab ist, ist manchmal einfach ab.
Dafür schaffte es die Kirsche! Wir suchten einen Platz aus - Die Kleingartenvorgabe, zur Grenze 1,50m Abstand zu halten, ließ nicht viel Spielraum zu, wenn der Garten an der breitesten Stelle nur 12m misst und die Laube recht mittig platziert ist. Also wurde es etwas vom Apfelbaum entfernt, an der Grenze zum schnurgeraden Nachbarn.
Ich konnte den Ältesten überreden, das Pflanzloch auszuheben, das Argument, er würde seinen eigenen Baum pflanzen und das wäre etwas tolles, schien zu wirken. Oder er wollte mir einfach einen Gefallen tun, aber vielleicht hatte er auch vor, diesen Gefallen, irgendwann gegen etwas ähnlich anstrengendes einzutauschen, wer weiß das schon und welche Rolle spielt es eigentlich?
Er grub also ein recht tiefes, großes Loch aus, in das wir (damit meine ich: er) dann verschiedene bodenverbessernde Zutaten gaben, Kompost, etwas Lavamulch und so Sachen. Aus irgendeinem Grund grub er ein Viereck (oder korrekterweise Quader) und ich war so fasziniert davon, wie ordentlich (und meckernd) er die Ecken ausstach, das mir gar nicht auffiel, dass so ein Pflanzloch ja eigentlich nur rund sein muss.
Ihm allerdings dann schon, als wir den zarten, frisch veredelten Kirschzweig dann in dieses große Loch versenkten. Ich erklärte ihm sachlich richtig, dass das dennoch alles seinen Sinn hatte, weil der Kirschbaum ja seine Wurzeln in diese Richtung wachsen lassen würde, aber so richtig toll fand er das dann auch nicht. Ich lachte den Ärger weg, er goss den Baum an und hatte 2 von 3 Dingen, die ein Mann angeblich in seinem Leben tun muss, bereits mit 18 erledigt. (Hoffentlich lässt er sich mit dem einen anderen noch etwas Zeit....
)
Das kleine zarte Dingens wuchs hervorragend an und ist jetzt 2 Jahre später schon von 3facher Höhe!
Der beste kleine Bruder von allen (also meiner!) beschäftigt sich seit geraumer Zeit so hobbyhaft wie es in unserer Familie wohl üblich ist (Ihr kennt das mit stundenlanger Internet- und Literaturrecherche und monatelangem Themenversinken) mit dem Veredeln von Obstbäumen. Und so wünschte ich mir von ihm einen Kirschbaum auf schwachwüchsiger Unterlage und eine Aprikose auf ebenfalls schwachwüchsiger Unterlage.
Laut ihm bekam ich die leckerste Aprikose und die allerbeste Frühkirsche (Schreckens...? ich bin gerade außerhalb der Reichweite meines Gartenbuches).
Natürlich lagen auch hier Freud und Leid nah bei einander. Während der langen Autofahrt kam es zu gewissen Kollateralschäden an der Aprikose, von der sie sich trotz intensivster Zuwendung nicht mehr erholte, was ab ist, ist manchmal einfach ab.
Dafür schaffte es die Kirsche! Wir suchten einen Platz aus - Die Kleingartenvorgabe, zur Grenze 1,50m Abstand zu halten, ließ nicht viel Spielraum zu, wenn der Garten an der breitesten Stelle nur 12m misst und die Laube recht mittig platziert ist. Also wurde es etwas vom Apfelbaum entfernt, an der Grenze zum schnurgeraden Nachbarn.
Ich konnte den Ältesten überreden, das Pflanzloch auszuheben, das Argument, er würde seinen eigenen Baum pflanzen und das wäre etwas tolles, schien zu wirken. Oder er wollte mir einfach einen Gefallen tun, aber vielleicht hatte er auch vor, diesen Gefallen, irgendwann gegen etwas ähnlich anstrengendes einzutauschen, wer weiß das schon und welche Rolle spielt es eigentlich?
Er grub also ein recht tiefes, großes Loch aus, in das wir (damit meine ich: er) dann verschiedene bodenverbessernde Zutaten gaben, Kompost, etwas Lavamulch und so Sachen. Aus irgendeinem Grund grub er ein Viereck (oder korrekterweise Quader) und ich war so fasziniert davon, wie ordentlich (und meckernd) er die Ecken ausstach, das mir gar nicht auffiel, dass so ein Pflanzloch ja eigentlich nur rund sein muss.
Ihm allerdings dann schon, als wir den zarten, frisch veredelten Kirschzweig dann in dieses große Loch versenkten. Ich erklärte ihm sachlich richtig, dass das dennoch alles seinen Sinn hatte, weil der Kirschbaum ja seine Wurzeln in diese Richtung wachsen lassen würde, aber so richtig toll fand er das dann auch nicht. Ich lachte den Ärger weg, er goss den Baum an und hatte 2 von 3 Dingen, die ein Mann angeblich in seinem Leben tun muss, bereits mit 18 erledigt. (Hoffentlich lässt er sich mit dem einen anderen noch etwas Zeit....
Das kleine zarte Dingens wuchs hervorragend an und ist jetzt 2 Jahre später schon von 3facher Höhe!
- Blush
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-
Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm.
Re: Schrebergarten mit Aussicht
Ich schließe mich an, Dein Gartentagebuch liest sich sehr kurzweilig ( edit: und die Aussicht ist wunderbar!).
Ich möchte nun aber gerne wissen, wie es mit der Plakette weiter ging? Mein früherer Garten hatte diese, ich war sehr erstaunt, dass " Natur im Garten" in Schleswig--Holstein nicht vertreten ist.
"Der andere könnte recht haben."
Frei nach Frank Elster
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- Frau P
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Re: Schrebergarten mit Aussicht
Danke für die netten Worte
Da ich spontan und ohne vorheriges "Skript" oder Plan schreibe (deshalb vergesse ich auch gerne mal Dinge und bin nicht so streng chronologisch etc.pp.), sondern eher so "abgeschlossene (vielleicht, vielleicht aber auch nicht, das weiß man ja immer erst hinterher, obs fertig ist oder noch was passiert) Episoden" niederschreibe, müssen manche Dinge warten, bis ich sie "fertig" erzähle. Dazu gehört auch das "Natur im Garten".
Momentan geht es mir leider auch gesundheitlich nicht gut, es muss alles umgestellt werden, bisherige Medikamentenpläne und Routinen umgeworfen und neu angepasst werden, das zieht sich alles, braucht Kraft, stellt auch einiges in Frage etc. Aber irgendwann ist es geschafft und wird ab dann auch wieder besser.
Wenn ich Muße habe (Zeit hat man ja fast immer, wenn man will), schreibe ich auch wieder, aber mit jeder Erzählung nähert man sich ja auch dem "Ende" bzw. der Gegenwart des Schrebergärtchens und die Geschichten sind auserzählt, das hält mich ehrlicherweise auch etwas davon ab, alles gleich runterzuschreiben.
Da ich spontan und ohne vorheriges "Skript" oder Plan schreibe (deshalb vergesse ich auch gerne mal Dinge und bin nicht so streng chronologisch etc.pp.), sondern eher so "abgeschlossene (vielleicht, vielleicht aber auch nicht, das weiß man ja immer erst hinterher, obs fertig ist oder noch was passiert) Episoden" niederschreibe, müssen manche Dinge warten, bis ich sie "fertig" erzähle. Dazu gehört auch das "Natur im Garten".
Momentan geht es mir leider auch gesundheitlich nicht gut, es muss alles umgestellt werden, bisherige Medikamentenpläne und Routinen umgeworfen und neu angepasst werden, das zieht sich alles, braucht Kraft, stellt auch einiges in Frage etc. Aber irgendwann ist es geschafft und wird ab dann auch wieder besser.
Wenn ich Muße habe (Zeit hat man ja fast immer, wenn man will), schreibe ich auch wieder, aber mit jeder Erzählung nähert man sich ja auch dem "Ende" bzw. der Gegenwart des Schrebergärtchens und die Geschichten sind auserzählt, das hält mich ehrlicherweise auch etwas davon ab, alles gleich runterzuschreiben.
- Blush
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Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm.
Re: Schrebergarten mit Aussicht
Okay, Du möchtest uns bei der Stange halten, akzeptiert.
Dass die Umstellung von Medikamenten einen in Gänze fordern kann, kenne ich. Viel Kraft und Glück dafür, verständige Ärzte sind auch nicht schlecht!
Dass die Umstellung von Medikamenten einen in Gänze fordern kann, kenne ich. Viel Kraft und Glück dafür, verständige Ärzte sind auch nicht schlecht!
"Der andere könnte recht haben."
Frei nach Frank Elster
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